Saion 1957 - 58
Teil 4

 

 

Donnerstag, 3. April 1958
Ölheizung für die neue Turnhalle.
Der Magistrat hat sämtliche Aufträge für die neue Mittelschulturnhalle in Höhe von 185.000 DM vergeben. Die Halle wird Ölheizung erhalten und soll bis zum Herbst fertig sein.
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Dienstag, 8. April 1958
Querschnitt durch die VfL-Arbeit.
In einem 28seitigen Heft gibt der VfL Oldesloe seinen fast 1000 Mitgliedern einen Überblick über seine Arbeit auf verschiedensten Gebieten der Leibesübung. Es handelt sich dabei um die achte Folge der in regelmäßigen Zeitabständen erscheinenden Vereinsnachrichten.
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Wilhelm Stäcker schreibt über den jüngsten Fußballnachwuchs unter anderem: "Ich freue mich, daß meine beiden eigenen Sprößlinge mir die Augen öffneten und damit den Anstoß gaben, die Jungen von sechs bis elf Jahren aufzugreifen und sie in richtigen Übungsstunden und Spielen zu beschäftigen. Sportfreund Rudi Herzog als Fußballobmann, Jürgen Thurau als Übungshelfer sind mit mir ganz Feuer und Flamme für diese Aufgabe, und wir würden uns freuen, wenn wir recht bald Helfer als Betreuer und Gönner finden würden. 43 Knaben haben sich bis heute gemeldet und ein Paßbild abgegeben, damit sie in den Besitz eines richtigen Spielerpasses kommen. Die drei Jüngsten verdienen erwähnt zu werden: Thomas Stäcker, Peter Reuter, Horst Kleber, alle ganze sechs Jahre alt. Unsere Hoffnung ist, daß weitere Kreisvereine unseren Gedanken aufnehmen werden, damit wir Gegner zu Freundschaftsspielen bekommen. Das Training oder später die Punktspiele finden am Samstagnachmittag oder Sonntagmorgen statt. An jedem Mittwochnachmittag treffen sich die Jungen mit Turnschuhen im Stadion. Hier werden sie vom Leiter der Leichtathletiksparte in die Geheimnisse der Leichtathletik eingewiesen."

Dienstag, 8. April 1958
Wieder Altherren-Runde.
Auch in diesem Jahr hat der Kreisfußballverband Segeberg zu einer Altherren-Pokalrunde aufgerufen, an der sich unter zehn Vereinen auch der VfL Oldesloe und der TSV Bargteheide beteiligen werden. In jeder Mannschaft müssen mindestens acht Spieler dem Jahrgang 1925 oder älter angehören und zwei dem Jahrgang 1926/27. Dazu kommt ein jüngerer Seniorspieler. Während des Spiels können zwei Spieler gegen Spieler, die 32 Jahre alt sein müssen, ausgetauscht werden. Die Runde beginnt am 12. April und wird in Hin- und Rückspielen ausgetragen.
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Freitag, 18. April 1958
Wahlen im Vordergrund der VfL-Versammlung.
Busch 2. Vorsitzender. Gesunde finanzielle Lage. Langjährige Mitglieder geehrt. Die Jahreshauptversammlung des VfL Oldesloe im "Oldesloer Hof" stand im Zeichen von Wahlen sein. Für den Posten des 2. Vorsitzenden kandidierten der bisherige Posteninhaber Horst Kaschner und Walter Busch. In geheimer Wahl wurde Busch mit 46 zu 28 Stimmen bei drei Enthaltungen gewählt. Heinz Peters wies bei dieser Wahl darauf hin, daß sein Posten als 1. Vorsitzender im nächsten Jahr frei werde, da er aus beruflichen Gründen eine Neuwahl ablehnen müsse. Er dankte Kaschner für die für den Verein geleistete Arbeit und hofft, daß dieser sich auch weiterhin für die Vereinsarbeit zur Verfügung stellt.

In offener Wahl wurden gewählt:

  • 1. Schriftführer Heinz Pohl
  • 2. Schriftführer August Möller
  • 1. Kassierer Kurt Peter
  • Jugendwart Jürgen Reichardt (für Walter Busch, der wegen Überlastung durch seinen neuen Posten und sein Amt als Oberturnwart zurücktrat)
  • zum Beisitzer Wilhelm Stäcker, Werner Guercke und Alfred Marzischewski
  • zum 2. Kassierer Karl Nossol

Ein Ehrengericht wurde gebildet, dem die Mitglieder Wohlers als Vorsitzender und weiter Christian Ohrt, Heinrich Diedrichsen, Ernst Otto, Gustav Knickrehm und Nagel angehören.

In der allgemeinen Aussprache wurde der Turnhallenneubau erörtert. Bernhard Nowak rechnet nicht mit einer Fertigstellung vor dem 1. September. Heinz Peters dankte zum Schluß im Namen des Vorstandes den Aktiven und Mitarbeitern in den Sparten.
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Donnerstag, 24. April 1958
Leibeserzieher klagen an.
Die Arbeitsgemeinschaft der Leibeserzieher der Oldesloer Schulen tagte bei Busch, um den Plan für die Sommerarbeit und die gemeinsamen Veranstaltungen festzulegen. Kreissportlehrer Bernhard Nowak begrüßte den 1. Vorsitzenden des Ortsausschusses für Leibesübungen Christian Ohrt, der über den Stand des ersten Bauabschnittes zur Umgestaltung des Exers referierte, ferner den Leiter des Jugend- und Sportheimes Karl-Heinz Schmidt, der über die Benutzung der Umkleideräume auf dem Exer berichtete und ein offenes Ohr für die Wünsche der Sportkollegen hatte. Das Umkleiden bereitet bei dem sportlichen Andrang der Klassen Schwierigkeiten, weil die Räume nicht ausreichen.

Größte Empörung rief der augenblickliche Zustand des Exers hervor. Es erscheint fast verantwortungslos, Schulkinder auf die unebene Bahn zu schicken; die Sperrbalken sind unsachgemäß angebracht; die 100-Meter-Bahn ist verkürzt; beim Rundenlauf müssen die Rasenanlagen betreten werden. Die Umlegung der Sprunggruben ist bis zu Beginn der Sommerarbeit nicht erfolgt. Die Sportlehrer trafen die Feststellung, daß in jedem Beruf die Voraussetzungen für eine positive Arbeit geschaffen würden, die Leibeserzieher aber erst um diese Voraussetzungen kämpfen müßten, um die Gesundheit unserer Schuljugend zu erhalten. Der Wanderpreis im Schwimmen wird auch in diesem Jahr nicht von den Schulen verteidigt werden können. Ein diesbezüglicher Entschluß der Arbeitsgemeinschaft wird dem Magistrat zugehen.
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Montag, 28. April 1958
Debatte über den Exer.
Eine lebhafte Debatte entwickelte sich in der Stadtverordnetenversammlung über einen Antrag der Turn- und Sportlehrer der Oldesloer Schulen, die Laufbahn und die Sprunganlagen auf dem Exer benutzungsfähig zu machen und den Wochenmarkt zu verlagern, da er den Schulsport erheblich beeinträchtige. In dem Antrag wurde darauf hingewiesen, daß zeitweilig 300 bis 400 Kinder auf dem Exer Sportunterricht haben. Für sie stünde keine Laufbahn zur Verfügung, obwohl beispielsweise 55 Prozent der Schüler einer Untersekunda sich Nagelschuhe für den Laufsport gekauft hätten. Die Sprunganlagen seien lediglich behelfsmäßig hergerichtet. Den Zustand wollen die Turn- und Sportlehrer nicht mehr verantworten.

Stadtverordneter Ernst Kindt erklärte, der Sport- und Jugendausschuß werde alles versuchen, um diese Mängel abzustellen. Er machte allerdings den Lehrern den Vorwurf, daß sie auf Aufforderungen, Vorschläge für die Verbesserung der Anlagen zu machen, nicht reagiert hätten.

Stadtrat Bruno Rickert und Stadtverordneter Johannes Burmeister erkannten zwar die Bedeutung des Sports an, bezeichneten jedoch aus wirtschaftlichen Gründen den Wochenmarkt als wichtiger. Stadtrat Carl Hoffmann sah das Hauptübel in der Tatsache, daß die schweren Wagen für den Wochenmarkt auf den Exer fahren. Wenn man dies nicht mehr wolle, dann müsse man einen Parkplatz in dem Dreieck zwischen Logenhaus, Kinderbaracke und Wochenmarktplatz schaffen. Dazu würde es allerdings notwendig sein, einige der dortigen kleinen Bäume abzuschlagen. Bürgerworthalter Willy Rosch schlug vor, den Antrag dem Sport- und Jugendausschuß zu überweisen, der ihn dringlich behandeln möge. Damit erklärten sich die Stadtverordneten einstimmig einverstanden.
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Samstag, 3. Mai 1958
Knaben-Kleinfeldspiel setzt sich durch.
15 von 22 Vereinen hatten Vertreter zu dem Jugendfußballverbandstag in Bad Oldesloe entsandt. Kreisjugendwart Helmut Zosel konnte als Gäste den 1. Vorsitzenden des Kreisfußballverbandes Stormarn, Erwin Gesche, das KFV-Vorstandsmitglied Franz Bartkowiak, den Kreissportlehrer Bernhard Nowak und den Bezirksjugendwart Heinz Liesegang begrüßen.

Erwin Gesche übermittelte die Grüße des KFV und dankte den Jugendwarten für ihre Arbeit. Bezirksjugendwart Liesegang bezeichnete den Einsatz für den Jugendfußball als eine Aufgabe, die ihren Lohn in sich trage. Kreissportlehrer Nowak sprach vom Schulfußball als von einer Arbeitsgemeinschaft von Schule und Verein. Die Jugendausschußmitglieder Claus Slama, Rudi Herzog und Rolf Grote wurden einstimmig wiedergewählt. Slama übernahm das Referat für Schulfußball. Einstimmige Billigung fand der Antrag, Siebener-Knabenmannschaften auf Kleinfeld spielen zu lassen.
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Sonntag, 4. Mai 1958
Fußballschiedsrichter sind Idealisten.
"Es gehört schon eine große Portion Idealismus dazu, um bei Wind und Wetter, oft 40 bis 50 Kilometer am Tage radelnd, vielfach den Schmährufen und Anfeindungen der Zuschauer ausgesetzt, bei der Stange zu bleiben!"

Diese Feststellung galt den Fußballschiedsrichtern. Im verflossenen Spieljahr haben sie sich für annähernd 400 Punkt- und Freundschaftsspiele im Kreisfußballverband Stormarn zur Verfügung gestellt. Auf einer Tagung im Oldesloer Hotel "Stadt Kiel" hielten sie Rückschau, billigten einstimmig den Jahresbericht des Obmannes Konrad Wölk und behandelten ausführlich Regelfragen, Erlebnisse auf dem Spielfeld, Schulung in Malente und Nachwuchsprobleme. An der dreistündigen Sitzung nahm auch der 1. Vorsitzende des Kreisfußballverbandes, Erwin Gesche, teil, der als Lohn für ihre Treue zum Fußball alle Schiedsrichter mit Damen zu einem geselligen Beisammensein des Gesamtvorstandes am 10. Mai nach Todendorf einlud.
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Sonntag, 18. Mai 1958
Kreisfußballverband - Vorbild für das Land.
Sport mehr als nur Wettkampf. Der Verbandstag des Kreisfußballverbandes Stormarn in Großensee hatte einen festlichen Rahmen, der diese Zusammenkunft der Stormarner Fußballfamilie weit über eine Spartenversammlung des Sport hervorhob. Die Anwesenheit des Landrats Dr. Wennemar Haarmann, einiger Kreistagsabgeordneter sowie die Teilnahme von Vertretern der politischen Parteien und befreundeter Sportverbände trug mit dazu bei.

"Man sollte die politische Aufgabe des Sports nicht unterschätzen", hob Vorsitzender Erwin Gesche (Reinfeld) in seinen Begrüßungsworten hervor. In dieser Ansicht wurde er durch den Landrat und andere Gäste, die in kurzen Ansprachen die Fußballer begrüßten, bestärkt. Der Bezirksvorsitzende des Fußballverbandes, Peter Tietz, nannte die Arbeit des Stormarner Fußballverbandes richtungsweisend für die Arbeit im Lande Schleswig-Holstein.

Der stellvertretende Bürgermeister von Großensee, Siepert, sprach im Namen seiner Gemeinde herzliche Begrüßungsworte. Der Gemischte Chor Großensee, eine Blockflötengruppe der Schule und der SSV Großensee schlossen sich auf ihre Weise in einer besinnlichen Stunde diesen Willkommensgrüßen an. Nicht unerwähnt bleiben darf auch der reizende Blumenschmuck, den die Großenseer Schüler mit einfachen Mitteln fertiggestellt hatten, und ein Gedichtsvortrag von Marianne Golisch.

Mit der silbernen Ehrennadel des Kreisfußballverbandes wurden ausgezeichnet:

  • Hans Nehlsen (VfR Todendorf)
  • Rolf Grote (TSV Bargteheide)
  • Karl-Heinz Schmidt (Jugendherberge Bad Oldesloe)
  • Heinz Peter (ATSV Oldesloe)
  • Ernst Otto (VfL Oldesloe)

Die Ehrennadel erhielten Meier, Stapelfeld, Claus Slama, Reiß, Ramm, Rudi Herzog, Tribbensee, Fritz-Georg Stramm und Jütting. Die Ehrennadel des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes erhielt Eggen.

Den neuen Meistern der verschiedenen Klassen überreichte der Kreisfußballverband wertvolle silberne Ehrenpreise. Meister wurden

  • der VfL Oldesloe
  • der VfR Todendorf
  • TSV Trittau Reserve
  • Preußen Reinfeld II

Es lohnt sich, fair und anständig zu kämpfen! Die vier Mannschaften, die in der vergangenen Saison im Wettbewerb der sportlichen Ritterlichkeit mit den wenigsten Strafpunkten abschnitten, fanden nicht nur ehrende Anerkennung durch Worte, sondern erhielten auch je einen neuen Fußball: Diese Vereine sind SV Eichede, Preußen Reinfeld Reserve, SV Rehhorst Reserve und SV Timmerhorn Reserve.

Den Löwenanteil der Preise für die Jugendmannschaften holten sich die jungen Sportler des VfL Oldesloe, die sowohl bei den ersten Jungmannen als auch bei der ersten Jugend und den ersten Schülern die Meisterschaften errangen.

Aus dem Jahresbericht des Vorsitzenden Gesche sind zwei Gedanken besonders hervorzuheben. "Wir müssen endlich wieder über den sportlichen Wettkampf hinaus zu Formen unserer mitmenschlichen Beziehungen innerhalb der uns anvertrauten Jugend kommen, die stärker in die Tiefe führen und dadurch dauerhafter werden. Wir brauchen den Gesang, die Musik, das Spiel und die gepflegte Unterhaltung. Hier gilt es, unverzüglich den Hebel unserer Betreuungs- und Erziehungsarbeit anzusetzen." Außerdem forderte er den Aufbau und Ausbau der Jugendabteilungen in den Vereinen. Der Kreisfußballverband hat die vorhandenen guten Ansätze durch die Stiftung eines Jugend-Treueabzeichens unterstützt.

Für die sportliche Betätigung gab er eine wertvolle Anregung: Wir müssen zur Einteilung größerer Sportkreise kommen. Die politischen Kreisgrenzen, die nur Bedeutung für die Staatsverwaltung haben, stören den pulsierenden Sport mehr, als sie ihm dienlich sind. Wir brauchen im Lande sieben bis acht Sportkreise. Die Arbeit des Fußballverbandes war im vergangen Jahr außerordentlich erfolgreich, 23 Vereine beteiligten sich mit 78 Mannschaften an den Punktspielen. Das ist der bisher höchste Stand. Zwei neue Vereine wurden im vergangenen Jahr gegründet: der Post SV Oldesloe und der TSV Zarpen. Rund 1000 aktive Fußballer spielen in Stormarn.

Die erforderlichen Vorstandswahlen ergaben keine wesentlichen Veränderungen im Kreisvorstand.

  • 2. Vorsitzender blieb Hans Nehlsen (VfR Todendorf)
  • auch Pressewart Karl Reinhard (VfL Oldesloe) wurde wiedergewählt
  • Spielausschußobmann wurde Franz Bartkowiak (VfL Oldesloe)
  • Beisitzer im Spielausschuß Walter Stoller (TSV Grabau)
  • Erwin Paul (TSV Badendorf) und Martin Haase (SV Eichede)
  • Schiedsrichterobmann Konrad Wölk (VfL Oldesloe) und der Jugendausschuß blieben in ihren Ämtern.

Nicht unerwähnt bleibt die Bitte des Kreisübungsleiters Artur Jantz, die Sportschule Malente für die Ausbildung der Übungsleiter stärker als bisher zu beschicken und der Aufruf des Schiedsrichterausschusses an die Vereine: "Gebt uns mehr Schiedsrichter!" Die Förderung des Jugend- und Schulfußballs liegt dem Kreisfußballverband sehr am Herzen. Nicht zuletzt durfte das "Stormarner Tageblatt" die Anerkennung für seine ausführliche Sportberichterstattung entgegennehmen.
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Mittwoch, 21. Mai 1958
Sportrowdies runter vom Platz!
Beherzigenswerter Appell des Kreisfußballverbandes. Uns liegt der Bericht des Kreisgerichtes des Fußballverbandes Stormarn vor. Er sieht nicht sehr erfreulich aus. Wörtlich heißt es darin: "Wie in den Vorjahren, so mußte auch jetzt immer wieder festgestellt werden, daß die Sportdisziplin in unserem Kreise noch recht viel zu wünschen übrig läßt.

Es ist unmöglich, daß der Schiedsrichter, der sich aus Idealismus dem Sport zur Verfügung stellt, und als solcher auch von den Sportlern zu achten wäre, von einigen Spielern als Freiwild angesehen und mit Worten wie "Schlafmütze", "Dussel" oder "Vollidiot" beleidigt und ihm dann noch von einem des Feldes verwiesenen Spieler eine Tracht Prügel angedroht wird."

Diese dem Bericht entnommenen Sätze beschreiben die Situation auf manchen Sportplätzen bei weitem nicht in der krassen Form, wie man sie heute nur zu häufig erleben kann. Die Schiedsrichter leisten eine Arbeit, die nicht immer genügend anerkannt wird. Der Kreisfußballverband Stormarn verzeichnete im vergangenen Jahr 386 Punkt- und Gesellschaftsspiele. Zu Anfang des Jahres waren noch 35 Schiedsrichter aktiv. Nach und nach traten dann elf von ihren Ämtern zurück. Ein weiterer wurde krank, so daß zur Zeit nur 23 Schiedsrichter zur Verfügung stehen. Das ist der tiefste Stand in den letzten Jahren.

Für diese negative Entwicklung gibt es mehrere Ursachen: 1. Die Disziplinlosigkeit vieler Spieler ist erschreckend. 2. Ebenso erschreckend aber auch der Mangel an Initiative bei manchen Vereinsvorständen, die solche Sportrowdies rücksichtslos ausschließen sollten. 3. Die Zuschauer halten sich grundsätzlich für klüger als der Schiedsrichter, meinen auch die Regeln besser zu kennen und sehen, wenn dem Unparteiischen tatsächlich mal ein Fehler unterläuft, darin keine verständliche menschliche Schwäche, sondern eine böswillige, gewollt falsche Entscheidung.

"Schickt solche Zuschauer vom Sportfeld, denn sie wiegeln nur die anderen auf und bringen auch Unruhe in die Mannschaften", forderte der Vorsitzende des Kreisfußballverbandes, Erwin Gesche, alle Vereinsvorstände auf. Wir schließen uns diesem Appell an: Auch das Zuschauen ist eine sportliche Betätigung und erfordert Disziplin. Manchmal ist es nicht nur mit der Selbstdisziplin getan. Man muß auch einmal ein besänftigendes Wort für den erregten Nachbarn oder eine nicht zu überhörende Belehrung für Krakeeler finden.
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Freitag, 23. Mai 1958
Unerwünschter Querpfad.
Der Trampelpfad quer über den Exer ist den Sportvereinen seit langem ein Dorn im Auge, da die Spiele häufig durch Passanten gestört werden. Man war deshalb an die Stadt mit Bitte um Abhilfe herangetreten. Der Magistrat hat sich mit der Frage beschäftigt. Wie Bürgermeister Hermann Barth mitteilte, hält man eine Absperrung lediglich an den einmündenden Wegen für zwecklos, da die Passanten sie doch umgehen würden. Eine vollständige Einzäunung aber verbiete sich aus den verschiedensten Gründen. Also wird es wohl bei dem unerwünschten Querpfad bleiben.
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Freitag, 23. Mai 1958
Sportlehrer sollen ihre Wünsche sagen.
Der Magistrat hat 1500 DM für die Herrichtung der Sportanlagen auf dem Exer freigegeben. Dazu sollen die Sportlehrer Vorschläge machen.
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Montag, 27. Mai 1958
Eine großartige Leistung vollbrachte der Lübecker Bezirksliga-Verein TSV Mölln, denn er gewann zum vierten Mal hintereinander den "Fair-Play-Pokal", der von den "Lübecker Nachrichten" gestiftet wurde und als "Willi-Hess-Gedächtnispokal" vergeben wird! Die Möllner schwebten bis zum letzten Spieltag in Abstiegsgefahr. Dennoch war Fairneß ihr erstes Gebot. So soll es sein!

Im einzelnen zeigt die "Rangliste der Fairneß" in dieser Saison folgendes Bild:

  • 1. TSV Mölln (8 Punkte)
  • 2. TSV Pansdorf und SSV Pölitz (je 16)
  • 4. TSV Heiligenhafen, TSV Malente, Rot-Weiß Moisling und
    VfL Oldesloe (je 18)
  • 8. Ratzeburger SV (20)
  • 9. TSV Travemünde und Preußen Reinfeld (je 22)
  • 11. Kaltenkirchener TS (26)
  • 12. MTV Ahrensbök, TSV Nahe und SG Seth (je 28)
  • 15. Lübeck 76 und TSV Siems (je 30)
  • 17. SV Fehmarn und ATSV Stockelsdorf (je 34)
  • 19. TSV Bargteheide und SV Todesfelde (je 36)
  • 21. TSV Neustadt und TSV Schlutup (je 52)
  • 23. TSV Timmendorf (56)
  • 24. Holstein Segeberg (58)
  • 25. ATSV Sereetz (82)


SPM

Mittwoch, 4. Juni 1958
Noch kein Schwimmlehrbecken in diesem Jahr.
Wie Bürgermeister Hermann Barth mitteilte, wird sich die Hoffnung, daß noch in diesem Jahr ein Schwimmlehrbecken gebaut wird, nicht erfüllen. Vor 1959 ist nicht mit Landeszuschüssen zu rechnen. Auch steht der Bauplatz noch nicht fest.

Zwar haben die Stadtverordneten nach sehr lebhafter Aussprache am 31. März die Anlage eines Lehrschwimmbeckens mit Kosten bis zu 40.000 DM beschlossen, doch waren dabei Landes- und Bundeszuschüsse zur Bedingung gemacht worden. Wie jetzt aus Kiel verlautete, kann das Land in diesem Jahr keine Mittel zur Verfügung stellen, da das Schulbauprogramm zur Beseitigung des Schichtunterrichts und der Turnhallenbau den Vorrang haben. Bundesmittel gibt es aber nur bei gleichzeitigem Zuschuß durch das Land.

Der Bürgermeister teilte weiter mit, daß der Bauplatz des Lehrbeckens noch nicht feststeht. In der Stadtverordnetensitzung waren die Meinungen unterschiedlich gewesen. Während das Bauamt an den Ausbau des früheren Schießstandes im Bürgerpark gedacht hatte, hielten einige Stadtverordnete den Platz neben dem Planschbecken der Trave-Flußbadeanstalt für geeignet.
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Donnerstag, 5. Juni 1958
Keine neuen Umkleideräume für das Strandbad.
An einem der letzten Tage der neuen Badesaison zählte man bereits 700 Gäste im Strandbad Poggensee, wobei der Mangel an Umkleidekabinen stark empfunden wurde. Bürgermeister Barth machte gestern keine Hoffnungen auf eine Erweiterung der vorhandenen Anlagen. Auch an die Einrichtung von Wechselzellen, wie sie sich in anderen öffentlichen Badeanstalten bewährt haben, wird nicht gedacht. Ob die Trave-Flußbadeanstalt jemals wieder in Betrieb genommen wird, ist völlig ungewiß.
ST

Sonntag, 15. Juni 1958
Spieljahr gleich Kalenderjahr. Auf dem am Wochenende in Malente durchgeführten Verbandsjugendtag des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes beschlossen die Vertreter der Kreise und Bezirke auf dem Verbandstag des Fußballverbandes in Kiel am 6. Juli den Antrag zu stellen, für die Jugendtreffen das Spieljahr dem Kalenderjahr anzugleichen. Man verspricht sich durch diese Maßnahme, daß die Sportplätze in den Wintermonaten erheblich geschont werden und daß die Spieler vor allem nicht dem schlechten Wetter der Wintermonate ausgesetzt sind. Ob dieser Antrag zur Ausführung gelangt, entscheidet sich jedoch erst auf dem Verbandstag in Kiel.

Im Rahmen des Jugendtages sprach der Landtagsabgeordnete Ludwig Claussen (Niebüll) über die stille Arbeit in den Parlamenten, wobei sich eine aufschlußreiche Diskussion anschloß. Dr. Curt Waßmund (Pansdorf) sprach über die Probleme des Fußballs im allgemeinen und über Jugendfragen im besonderen vor den Jugendleitern Schleswig-Holsteins.
SPM

Montag, 16. Juni 1958
Der Heider SV will die Umwandlung der vor zwei Jahren eingeführten Amateurliga-Reserverunde in eine Pflichtrunde beantragen, damit alle Amateurligisten mitmachen und diese Runde einen Sinn bekommt. Ein vortrefflicher Vorschlag, der - im Interesse der Vereine selbst! - vollste Unterstützung verdient.
SPM

Montag, 30. Juni 1958
Der Verbandstag des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes beginnt am kommenden Sonntag um 9 Uhr in der Gaststätte "Neue Mensa der Universität Kiel". Die Jahresberichte liegen den vereinen bereits vor. Sie lassen erkennen, daß auch im vergangenen Jahr vorbildliche Arbeit in allen Zweigen des Verbandes geleistet wurde. Es ist damit zu rechnen, daß alle zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder wiedergewählt werden.
SPM

Montag, 30. Juni 1958
Die neuen Bezirksliga-Staffeln. Der Lübecker Bezirksspielausschuß legte nach Beendigung der Serie und Abschluß der Aufstiegsspiele die Staffeleinteilung für die neue Saison fest:

Nordstaffel:

  • MTV Ahrensbök
  • Germania Altenkrempe
  • SV Eutin 08
  • SV Fehmarn
  • TSV Heiligenhafen
  • TSV Kücknitz
  • TSV Malente
  • TSV Neustadt
  • TSV Pansdorf
  • TSV Schlutup
  • Holstein Segeberg
  • TSV Travemünde

Südstaffel: TSV Bargteheide

  • TS Kaltenkirchen
  • TSV Mölln
  • TSV Nahe
  • LSV Gut Heil
  • LBV Phönix Amateure
  • Ratzeburger SV
  • Preußen Reinfeld
  • SV Rickling
  • TSV Siems
  • ATSV Stockelsdorf
  • SV Todesfelde

Im Norden also als Zugang den aus der Amateurliga abgestiegenen TSV Kücknitz und die beiden Aufsteiger Altenkrempe und Eutin 08 für die ausgeschiedenen ATSV Sereetz und TSV Timmendorf und den aufgestiegenen Rot-Weiß Moisling. In der Südstaffel LBV Phönix Amateure und SV Rickling als Aufsteiger für die dem Abstieg verfallenen SSV Pölitz und SV Seth. Die Südstaffel wird also wieder mit zwölf Vereinen starten (statt wie im Vorjahr mit 13).
SPM

 

Bis zum Jahr 1960