Schuljahr 1958 - 59 Zeitraum April - Juni

 

Dienstag, 7. April 1959

Es fiel uns auf …

…daß die Schüler und Schülerinnen, die vom neuen Schuljahr ab die Königin-Luise-Schule in Bad Oldesloe besuchen werden, noch nicht wissen, wann für sie der erste Schultag nach den Osterferien sein wird.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.4.1959

 

Mittwoch, 8. April 1959

Wichtig für neue Mittelschüler!

st. – Der Unterricht für die Jungen und Mädchen des fünften Jahrgangs, die neu in die Königin-Luise-Schule eintreten, beginnt … Am kommenden Freitag um 8 Uhr.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.4.1959

 

Mittwoch, 8. April 1959

Die Meinung des Lesers

Ostdeutscher Unterricht

In ihrem Bericht über die Jahrestagung des LvD (Anm.: Landesverband vertriebener Deutscher) in Ahrensburg am Sonnabend, dem 4. April, kann der herausgehobene Absatz über den Ostdeutschen Unterricht einen sicher nicht beabsichtigten Eindruck erwecken. Die Leistungen der Schulen auf diesem Gebiet werden vom LvD lobend anerkannt. Angesichts dieser Leistungen ist von einer Tendenz zur Interessenlosigkeit nicht gesprochen worden. Auf die direkte Frage, ob der Einsatz der Heimatvertriebenen Lehrer besonders stark sei, erklärte Herr Kühne in der Aussprache sinngemäß, daß der Ostdeutsche Unterricht an allen Schulen durchgeführt würde und die unterschiedliche Intensität der heimatvertriebenen Lehrer durchaus durch besondere Aktivität vieler einheimischer Lehrer ausgeglichen würde. Schildmann, Geschäftsführer.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.4.1959

 

Donnerstag, 9. April 1959

Die Meinung des Lesers

Ostdeutscher Unterricht

Zu dem Bericht über die Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes des LvD und dem in der gestrigen Ausgabe erschienenen Leserbrief möchte ich mitteilen, daß meine umstrittene Antwort auf die Frage von Amtsrat Simon dahin zielte: Eine Unterscheidung von heimatvertriebenen und einheimischen Lehrkräften sollte heute nicht mehr vorgenommen werden. Die Schule als Ganzes hat die Ostkunde im Unterricht schon lange als ihre verpflichtende Aufgabe erkannt und führt sie entsprechend durch.

Ausdrücklich möchte ich noch einmal darauf hinweisen, daß weder dem Worte noch dem Sinn nach von einer“Tendenz der Interessenlosigkeit am Ostdeutschen Unterricht“ die Rede war.

Horst Kühne, als Kreisobmann für den Unterricht Ostdeutscher Raum.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.4.1959

 

Mittwoch, 15. April 1959

Feierlich eingeschult

st. – In feierlicher Form wurden in der Aula des Theodor-Mommsen-Gymnasiums 62 Sextaner eingeschult. Der neue Direktor Dr. Tiedemann richtete herzliche Worte an die „Gymnasium-Osterküken“. Die Feierstunde wurde musikalisch durch den Schülerchor unter Leitung von Studienrat Alshuth umrahmt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.4.1959

 

Donnerstag, 16. April 1959

231 Schulanfänger

st. – Mit großen Schultüten im Arm traten gestern 154 Jungen und Mädchen, viele an der Hand der Mutter, ihren ersten Schulgang an. 75 wurden in die Stadtschule eingeschult, 79 in die Klaus-Groth-Schule. Heute empfing die Stadtschule weitere 77 Anfänger. Die Schulleiter, Frau Rektorin Mohr und Rektor Volkmann, hießen die Kinder herzlich willkommen. Diese verloren alle Scheu, als ihnen Jungen und Mädchen des zweiten Schuljahres kleine Spiele vorführten, ihnen etwas vorsangen und für sie Blockflöte spielten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.4.1959

 

Freitag, 24. April 1959

Mittelschüler schrieb auf Anhieb japanisch

Professor aus Tokio erzählte in Bad Oldesloe von seinem Heimatland

st. – Ein Gast aus dem fernen Osten, Dr. Tozo Hayakawa, Professor der Germanistik an der Gakushin-Universität in Tokio, weilte in diesen Tagen in unserer Stadt. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres besuchte er seinen langjährigen Freund, Mittelschullehrer Heinz Timmermann. Diesmal folgte er einer Einladung der Königin-Luise-Schule, um dort einen Vortrag zu halten über Japan, wie es der Durchschnittsbürger nicht kennt.

Nach der Begrüßung durch Rektor Lüth sprach Dr. Hayakawa in fließendem Deutsch zu den Mädchen und Jungen der neunten und zehnten Klassen. In etwa hundert Jahren, so führte er aus, hat Japan den Anschluß an die westliche Kultur und Zivilisation gefunden, ohne dabei seine eigene über 2000 Jahre alte Kultur aufzugeben. Vieles bleibt aber noch zu tun übrig. Mit dem Ausdruck „Hinkende Kultur“ kennzeichnete der Redner den Tatbestand, daß man in Japan wohl fast alles produzieren, jedoch infolge geringen Einkommens noch nicht alles kaufen kann. Oft sei er gefragt worden, ob es in Japan U-Bahnen gäbe, ob man dort Lokomotiven oder Autos produzieren könne, oder ob man schon das Fernsehen kenne. Vielfach betrachte man Japan als ein operettenhaftes Land mit Teehausromantik und Geishas, mit Bewohnern, die es bestenfalls schaffen , Produkte anderer Länder nachzuahmen, und die, wie es uns der Film „Die Brücke am Kwai“ glauben machen will, unfähig sind, eine simple Holzbrücke zu erstellen. „Die Japaner, jeder auf seinem Gebiet, arbeiten mit der ihnen eigenen Ausdauer daran, die Europäer und Amerikaner auf allen gebieten nicht nur zu erreichen, sondern sie zu überholen.“

Diese Worte aus dem Munde des japanischen Gelehrten verfehlten nicht ihre Wirkung. Schon exportiert Japan Autos und Fernsehgeräte nicht nur nach den unterentwickelten Gebieten Südostasiens und Afrikas, sondern auch nach den Vereinigten Staaten. Kein USA-Bürger würde wohl japanische Erzeugnisse kaufen, wenn sie nicht von einwandfreier Qualität wären.

In humorvoller Weise schilderte er, wie die japanischen Männer „wehmütig“ an jene „goldene Zeit“ zurückdenken, wo ihnen Frauen noch gehorchen mußten. Erst seit 1946 sind sie gleichberechtigt, erst seit dieser Zeit dürfen sie Universitäten besuchen. „Sonst wären sie schon eher darauf gekommen, die Befehle der Männer zu kritisieren“, sagte der Gast schmunzelnd.

Ebenso wie ihre europäischen und amerikanischen Altersgenossen lieben die japanischen Teenager Nietenhosen und Rock’n’ Roll, den sie allerdings nach japanischer Art in entgegengesetzter Richtung tanzen.

Viele Mediziner, Techniker und so weiter studieren die deutsche Sprache. Es mag für uns Schleswig-Holsteiner interessant sein, daß Theodor Storm (zum Beispiel „Immensee“) zur beliebtesten Lektüre gehört. Der Bildungshunger der Japaner, besonders der Jugend, ist so groß, daß trotz mehrerer hundert Universitäten und Hochschulen nur ein Zehntel bis ein Dreißigstel aller Bewerber aufgenommen werden kann.

Durch zahlreiche farbige Lichtbilder ergänzte Dr. Hayakawa seine Ausführungen. Natürlich fehlte nicht der Palast des Tenno, der später einmal die Residenz von Akihito und Michiko, dem Kronprinzenpaar, sein wird.

Am nächsten Tage wohnte der japanische Gelehrte einigen Unterrichtsstunden bei. In einer zehnten Klasse schrieb er zum Schluß der Stunde das Wort Nippon (das ist der japanische Name für Japan) und Tokio in japanischer Schrift an die Tafel. Fünf aus der Klasse unternahmen es, diese vier verhältnismäßig einfachen Schriftzeichen aus dem Gedächtnis niederzuschreiben. Einer schaffte es. Er erhielt zur Belohnung die Sonderbriefmarken von der Kronprinzenhochzeit.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.4.1959

 

Donnerstag, 30. April 1959

Mai-Ausflug des Vesdoro

st. – Am 1. Mai veranstaltet der Vesdoro (Verein ehemaliger Schüler der Oberrealschule Oldesloe) … einen Ausflug nach dem Kneeden, dem sich auch Gäste anschließen können. Treffpunkt um 9.45 Uhr vor dem Bahnhof.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.4.1959

 

Freitag, 1. Mai 1959

Fröhliche Maiwanderung

st. – 17 Mitglieder des Vereins ehemaliger Schüler der Oberrealschule Oldesloe (Vesdoro) nahmen an der traditionellen Maiwanderung nach dem Kneeden teil, unter ihnen Studienrat i.R. Vogler. Der Weg führte über Poggensee durch den herrlich grünen Wald zur ersten Raststätte, dem Forsthaus Kneeden. Die Rückwanderung endete mit einer gemeinsamen Kaffeetafel im Café Arnold und einem gemütlichen Beisammensein in Wiggers Gasthof, zu dem sich dann noch Professor Dr. Benner gesellte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.5.1959

 

Mittwoch, 6. Mai 1959

Einweihung der Mittelschul-Turnhalle

st. – Am 12. Mai wird die neue Turnhalle der Mittelschule ihrer Bestimmung übergeben werden können. Dies soll durch eine kleine Feier geschehen, für die auch eine halbstündige Turnvorführung vorgesehen ist.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.5.1959

 

Dienstag, 12. Mai 1959

Bad Oldesloes dritte Turnhalle wird heute eingeweiht

Die Einweihung der Turnhalle für die Königin-Luise-Schule, zu der die Stadt Bad Oldesloe zu heute nachmittag eingeladen hat, wird von der ganzen sportliebenden Jugend der Kreisstadt freudig begrüßt. Die bisher vorhandenen zwei Turnhallen boten der Schul- wie der Sportvereinsjugend bei weitem nicht genügend Raum für ihren Betätigungsdrang.

Nach den Entwürfen und unter der Leitung des Stadtbauamtes entstand eine rund 350 qm große Halle in Stahlskelettbauweise mit Holzdachbindern. Das Mauerwerk besteht aus roten Vormauersteinen. Der Neubau fügt sich harmonisch in den Gebäudekomplex Oberschule/Mittelschule ein. Die Gesamtbaukosten einschließlich Einrichtung (Turngeräte) betragen 214.900 DM.

Die schöne Halle ist mit einer schallschluckenden Decke und einem elastischen Doppelschwingboden aus Teakholz ausgestattet. Das warme Braun dieses Schiffsbodenparketts steht in wirkungsvollem Gegensatz zu dem Hellblau der Stirnwände und dem Hellgrau der Seitenwände, die einen schlagfesten Wandbelag erhalten haben. Betonwabenfenster lassen das Tageslicht voll hereinströmen. Für Beleuchtung bei Dunkelheit sorgen 36 Leuchtstoffröhren.

Ein 57 qm großer Raum dient zur Aufbewahrung der großen Geräte, in einem kleineren Raum werden Bälle und kleine Gerate aufbewahrt. Für Hochsprungständer, Spaten und Geräte, die im Freien benutzt und deshalb schmutzig werden, ist ein besonderer Außengeräteraum geschaffen worden.

Der Anbau weist je einen Umkleideraum von etwa 24 qm für Jungen und Mädchen auf. Diese Räume haben einen sogenannten schmutzigen und einen sauberen Eingang. Der saubere Eingang führt über die Vorhalle direkt zur Turnhalle, unterbindet also das Betreten der Halle mit Straßenschuhen. Jeder Umkleideraum hat einen Wasch- und einen Duschraum mit sechs Zapfstellen und vier Duschen und den entsprechenden Toiletten. Für den Lehrer steht ein besonderer Raum mit Waschgelegenheit zur Verfügung. Außerdem ist ein Wasch- und Duschraum mit einem Umkleideraum für das Gymnasium mitgebaut worden. Er stellt die Verbindung zwischen den beiden Turnhallen her, kann aber je nach Bedarf verschlossen gehalten werden.

Die Sanitärräume haben Fliesenfußboden (in den Waschräumen Nockenfliesen) und Wandplatten. Umkleideräume und Flur sind bis 1,50 m Höhe mit schlagfestem Belag versehen. Der Fußboden der Umkleideräume besteht aus fußwarmen Asphaltplatten.

Beheizt wird die Halle durch eine Umluftheizung. Die Nebenräume haben eine ND-Dampfheizung. Als Brennstoff wird Leichtöl benutzt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.5.1959

 

Dienstag, 12. Mai 1959

Viel Lob für die neue Mittelschulturnhalle

st. – „Was lange währt, wird endlich gut." Das sagte Bürgermeister Barth bei der Einweihung der Turnhalle der Königin-Luise-Schule, zu der sich zahlreiche Gäste, mit Bürgerworthalter Rosch an der Spitze, eingefunden hatten.

Der Bürgermeister spielte damit auf die lange Planungs- und Bauzeit an und erklärte sie teilweise mit dem Umbau der Oberschule, in deren Schatten der Turnhallenbau gestanden habe. Um so mehr freue sich die Stadt, der Mittelschule einen so schönen Raum für ihre Leibesübungen geben zu können.

 

Rektor Lüth übernahm den Bau mit einem Dank an die Stadt und alle, die an ihm mitgewirkt haben. Er sprach dann vor allem die an der Feier teilnehmenden Schüler und Schülerinnen an und erhöhte mit seiner Sinndeutung der Leibeserziehung ihre Vorfreude auf die künftigen Stunden in der neuen Halle.

Die Ansprachen wurden umrahmt von einem festlichen Tanz der Mädchen „Die Weihe des Hauses" nach Beethovenscher Musik und turnerischen Vorführungen der Jungen und Mädchen unter der Leitung von Fräulein Cors und der Lehrer Goldbeck und Nowak. Zum Schluß bot sich den Gästen bei Volkstänzen, die Fräulein Cors und Lehrer Schönemann eingeübt hatten, ein besonders schönes, farbenfreudiges Bild in der lichtdurchfluteten Halle.

Bei einem Rundgang fanden die Gäste viele Lobesworte für das Gebäude mit seiner modernen Einrichtung, mit dem sich das Stadtbauamt, das durch Stadtbaumeister Heinemann und Architekt Wolff vertreten war, ein Verdienst erworben hat.

Bei der anschließenden Kaffeetafel gab Güterdirektor Koch als Vorsitzender des Elternbeirates der Freude der Elternschaft über die schöne Halle Ausdruck. Schulrat Heitmann sagte, daß nach dem von der Stadtvertretung bereits beschlossenen Bau der vierten Halle der Turnhallenbedarf in Bad Oldesloe wohl befriedigt sein werde. Vielleicht gäbe es dann noch etwas auf dem Gebiet des Sportplatzbaues zu tun.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.5.1959

 

Freitag, 15. Mai 1959

Schwarzdecke für Schulhof

st. – Der Hof der Klaus-Groth-Schule wird eine Schwarzdecke erhalten. Gleichzeitig wird eine Sprunggrube angelegt und ein Zaun um den Schulhof errichtet. Aus Mitteln für den Schulbau stehen für diesen Zweck noch 21.000 DM zur Verfügung.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.5.1959

 

Freitag, 29. Mai 1959

Kindervogelschießen am 7. Juli

ha. – In seiner ersten Versammlung legte der Ausschuß für das Kindervogelschießen 1959 den Termin fest. Unser Vogelschießen findet am Tage vor den großen Ferien, also am Dienstag, dem 7. Juli, in althergebrachter Weise statt. Erhebliche Geldmittel sind nötig, um diesem schönen Fest einen würdigen Verlauf zu sichern. Der Ausschuß wendet sich daher mit der Bitte an die Bevölkerung, zu gegebener Zeit reichlich und gern für unsere Jugend zu spenden. Sachspenden werden an die Leiterin der Stadtschule, Fräulein Mohr, erbeten. Von diesem Sammelpunkt aus werden die Gaben auf die einzelnen Schulen verteilt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.5.1959

 

Freitag, 29. Mai 1959

Sportliche Fortbildung der Junglehrer

n. – Gestern fand unter der Leitung von Mittelschulrektor Lüth in Bad Oldesloe eine Arbeitstagung von Stormarner Junglehrern statt mit dem Thema „Leibeserziehung in der Grundschule“. Der Arbeitsgemeinschaftsleiter führte die Diskussion über Leibeserziehung und Bewegungserziehung. Kreissportlehrerin Cors brachte im praktischen‚Teil Übungen für das erste und zweite Schuljahr unter besonderer Berücksichtigung rhythmischer Bewegungsaufgaben für das Mädchenturnen. Mit dem dritten Schuljahrgang der Alten Stadtschule bewies Kreissportlehrer Nowak, daß in dieser Altersklasse nicht zweckhaft-nüchtern geturnt wird. Nach einer Spielstunde für Lehrer endete die Arbeitstagung mit der Aussprache über den Turnunterricht.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.5.1959

 

Sonntag, 7. Juni 1959

Hauptlehrer Friedrich Peter Riecken gestorben.

 

Mittwoch, 10. Juni 1959

Nachruf

Am 7. Juni 1959 verstarb der Leiter der Sonderschule Bad Oldesloe, unser Kollege Hauptlehrer Friedrich Riecken im Alter von 58 Jahren.

Wir verlieren in ihm einen eifrigen, freundlichen und hilfsbereiten Kollegen, der seine Kräfte beim unermüdlichen Einsatz im Dienste der Sonderschule verbraucht hat. Seine menschliche Wärme und Güte haben wir stets geschätzt. Wir bedauern sein so frühes Hinscheiden und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Der Kreislehrerverein Stormarn und die heilpädagogische Arbeitsgemeinschaft.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.6.1959

 

Mittwoch, 10. Juni 1959

Nachruf

Der Leiter unserer Schule, Herr Friedrich Riecken, ist aus einem Leben voller Aufopferung, Fürsorge und Hilfsbereitschaft durch den Tod von uns genommen worden.

Wir verlieren in ihm einen wahren Freund und Helfer der Kinder und einen warmherzigen Kollegen, dessen Name für immer mit der Schule verbunden bleiben wird.

Die Kinder und das Lehrerkollegium der Sonderschule zu Bad Oldesloe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.6.1959

 

Donnerstag, 11. Juni 1959

400 Schüler weniger als vor vier Jahren

Folge des Bevölkerungsrückganges in der Umgebung der Kreisstadt

st. – Die Schülerzahl der Oldesloer Schulen ist rückläufig. Fast 400 Kinder weniger als im Jahre 1955 besuchen heute die sechs Schulen der Kreisstadt. Dies ist eine Folge des Bevölkerungsrückganges in den umliegenden Gemeinden, verursacht durch Wegzug vieler Heimatvertriebener. Insgesamt beträgt die Schülerzahl 2591.

In der Theodor-Mommsen-Schule belief sich der Anteil der auswärtigen Schüler im Jahre 1951 noch auf 56,6 Prozent. Das waren damals 359 Schüler von insgesamt 635. Heute besuchen 519 Jungen und Mädchen das Gymnasium, davon kommen 222 (42,7 Prozent) von auswärts.

Ähnlich ist es bei der Königin-Luise-Schule. 1951 waren von 716 Schülern 434 (60,6 Prozent) auswärtige. Heute beträgt der Anteil genau wie bei der Oberschule 42,7 Prozent, das heißt von 641 Mittelschülern kommen 274 aus der Umgebung.

Wie die Statistik weiter zeigt, ist in der gleichen Zeit die Zahl der Oldesloer Schüler an beiden Schulen gestiegen.

Hat das Gymnasium gegenüber 1955 einen Schülerverlust von 124 und die Mittelschule einen solchen von 91, so beträgt er bei den drei Volksschulen (Stadtschule, Klaus-Groth-Schule und Schule Seefeld) 194. Gegenwärtig hat die Kreisstadt1318 Volksschüler. 1955 waren es 1512. Die Sonderschule besuchen 113 Kinder.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.6.1959

 

Freitag, 12. Juni 1959

Erfreuliche Entwicklung im Turnhallenbau

N. – Die Kreissportlehrer aus Schleswig-Holstein trafen sich auf einer Arbeitstagung in Malente. Sie erhielten durch ihre Berichte Vergleichsmöglichkeiten über die Entwicklung des Schulsports in den einzelnen Kreisen. Im Turnhallenbau steht der Kreis Stormarn durch die Errichtung und Planung von Hallen und Gymnastikräumen an erster Stelle.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.6.1959

 

Dienstag, 16. Juni 1959

Zum dritten Male Schülertanztee

T. – Die Schülermitverantwortung der Theodor-Mommsen-Schule veranstaltete ihren dritten Schülertanztee. Trotz des zum Baden einladenden Wetters fanden sich über 100 Jungen und Mädchen in dem Saal des „Oldesloer Hofes“ ein. Schulsprecher Jürgen Burandt begrüßte die Anwesenden und dankte im Namen aller Schüler Studienrat Dr. Günther Marquardt, daß er als Vertreter des Lehrkörpers gekommen war. Die Jungen und Mädchen tanzten nach den Klängen der Synkopiker und verlebten vier vergnügte Stunden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.6.1959

 

Mittwoch, 24. Juni 1959

Alle Schulen besuchen das Strandbad

st. – Nunmehr besuchen Klassen aller Schulen der Kreisstadt während der Vormittagsstunden das Strandbad am Poggensee. Die Schüler und Schülerinnen erhalten Schwimmunterricht oder die Möglichkeit, Prüfungen abzulegen. Das Strandbad hat gegenwärtig an Werktagen 500 bis 700 Besucher, die meisten in den Nachmittagsstunden. Die Wassertemperatur beträgt heute 21,5 Grad Wärme. Großer Beliebtheit erfreut sich das neue Kleinspielfeld für Ballspiele. Es ist laufend besetzt, denn zahlreiche Jugendliche spielen in diesen heißen Tagen lieber dort als auf dem Exer. Nun fehlen nur noch Turn- und Spielgeräte für die kleineren Kinder, ähnlich den Geräten, wie sie der Ortsjugendring kürzlich auf zwei Spielplätzen in der Stadt (Anm.: im Kurpark und am Moordamm) aufgestellt hat.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.6.1959

 

Freitag, 26. Juni 1959

Volkstanz im Schulturnen

n. – Daß die Turnhalle einem vielseitigen Zweck dient, zeigte gestern der Volkstanzabend der Lehrer und Schulleiter aus dem Kreis Stormarn. Ähnliche Abende, die von Schulrat Heitmann unterstützt werden, sollen unter Leitung der Kreissportlehrerein Cors nach den Sommerferien wöchentlich stattfinden. Kreissportlehrer Nowak begrüßte die Teilnehmer, insbesondere Schulleiterin Fräulein Mohr. Er wies darauf hin, dass eine Auswahl an modernen Tänzen getroffen sei, die denen der Wandervogelzeit wohl fremd, der heutigen Jugend aber angepaßt wären und den Lehrkräften Gelegenheit gäben, die Tänze zur weiteren Ausgestaltung von Bundesjugendspielen, Sportveranstaltungen und beim Vogelschießen aufzuführen. Darüber hinaus kämen sie den rhythmischen und sportlichen Belangen des Mädchenturnens näher.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.6.1959

 

Bis zum Jahr 1960