Schuljahr 1958 - 59 Zeitraum Januar - März

 

Donnerstag, 29. Januar 1959

Treuhänder des ostdeutschen Gedankens

st. – Der Ortslehrerverband Bad Oldesloe und Umgegend wählte in seiner Hauptversammlung bei Wigger Horst Kühne zum neuen Vorsitzenden, nachdem der bisherige Vorsitzende Schmiedel um Ablösung von seinem Amte gebeten hatte. Stellvertretender Vorsitzender wurde Ernst Niemeier, Sühlen, Kassenführer Jürgen Hammer und Schriftführer Hans-Joachim Goldbeck.

Willy Schmiedel wurde auf Vorschlag aus der Versammlung heraus in Anerkennung seiner Verdienste um den Ortsverband einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt Auch die anderen Wahlen waren einstimmig erfolgt.

Der neue Vorsitzende, der zugleich Kreisobmann für die „Deutsche Ostkunde im Unterricht“ ist, hielt anschließend einen tiefschürfenden Vortrag über „Ostkunde als Bildungsauftrag für die deutsche Schule in unserer Zeit“. Er zeichnete die Situation des zerrissenen Deutschlands der letzten 14 Jahre und belegte sie durch Zeugnisse aus der ostdeutschen Literatur, Reiseberichte, Erlebnisse mit Umsiedlerkindern und Briefe aus dem polnisch besetzten Verwaltungsgebiet. Ostkunde – eine Verpflichtung für alle Deutschen! Der Schule sei die wichtige Aufgabe zugewiesen, die Kinder vom fünften Schuljahr an vorzubereiten auf das Verstehen der Lage. Was sie jetzt tue, wirke sich erst nach Jahren oder Jahrzehnten aus.

Die Schuljugend müsse eine gute Kenntnis von dem ostdeutschen Raume, also der Probleme Mittel- und Osteuropas haben, und um die Leistungen der Deutschen vor dem Heimatverlust durch Flucht und Treck wissen. „Nichts ist auf die Dauer geregelt, was nicht gerecht geregelt ist!“

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.1.1959

 

Montag, 9. Februar 1959

Turnhalle für Klaus-Groth-Schule

st. – Das Stadtparlament beschloß mit elf gegen sechs Stimmen bei sechs Stimmenthaltungen den Bau einer Turnhalle für die Klaus-Groth-Schule. Die Baukosten sind mit 282.000 DM veranschlagt. 30 Prozent davon werden als Landeszuschuß erwartet.

Bürgermeister Hermann Barth hatte am Ende der öffentlichen Sitzung nach Erledigung der eigentlichen Tagesordnung überraschend mitgeteilt, daß sich der Schul- und Kulturausschuß für den Bau der Turnhalle ausgesprochen habe. Dieser Ausschuß war am letzten Donnerstag zusammengetreten. Schulrat Rudolf Heitmann hatte an der Sitzung teilgenommen und darauf hingewiesen, daß das Land in diesem Rechnungsjahr noch Mittel aus dem Turnhallenbaufonds habe. Sie müßten allerdings binnen 14 Tagen angefordert werden.

Wie Bürgermeister Barth weiter sagte, liegen die Pläne des Stadtbauamtes für die Turnhalle bereits vor. Im Schul- und Kulturausschuß ist auch die Frage erörtert worden, ob nicht zugleich mit der Turnhalle als ausgebautes Dachgeschoß eine Aula mit 600 Plätzen geschaffen werden soll. Die Mehrkosten dafür betragen 189.000 DM. Der Bürgermeister erinnerte daran, daß noch der Erweiterungsbau mit den Klassen und Werkräumen ausstehe, der mit 589.000 DM veranschlagt sei. Die Stadt befinde sich bereits jetzt dicht an der Verschuldungsgrenze.

Als Vorsitzender des Schul- und Kulturausschusses setzte sich Stadtverordneter Georg Schömer für den Turnhallen- und Aulabau ein. Eine Aula könnte für das dort entstehende Stadtviertel ein kultureller Mittelpunkt werden. Es sollte, so meinte der Stadtverordnete, festgestellt werden, ob auch für die Aula ein Landeszuschuß zu erlangen sei. Bürgermeister Barth sah dafür nicht viel Aussichten.

An der äußerst lebhaften Aussprache beteiligten sich Stadtrat Willy Mahrdt, Stadtrat Dr. Otto Krämer, die Stadtverordneten Heinrich Wolgast, Wolfgang Brembach und Johannes Ludwig sowie Stadtrat Carl Hoffmann. Die Zuhörer hatten den Eindruck, daß es zu keiner Entscheidung kommen würde, da sich der Finanzausschuß noch nicht mit dem Problem befaßt hatte und ursprünglich die Schaffung der schulischen Räume zur Beseitigung des Schichtunterrichts als vordringlich vor dem Turnhallenbau angesehen worden war.

Überraschend wurde dann aber doch der Turnhallenbau beschlossen. Wie Kämmerer Max Krause vor der Abstimmung festgestellt hatte, bleibt die Stadt auch bei der Finanzierung dieses Projektes unter der zehnprozentigen Verschuldungsgrenze. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.2.1959

 

Sonnabend, 14. Februar 1959

Theodor-Mommsen-Schule wurde Landessieger

n. – Die Beteiligung des Gymnasiums an der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft für Schulen in der Männerklasse war ein großartiger Erfolg. Nach dem Vergleichskampf am 20. August 1958 im Oldesloer Stadion siegte die Mannschaft der Theodor-Mommsen-Schule nicht nur über die angetretenen Gegner im Bezirk, sie ist mit 6141 Punkten die weitaus beste Schule Schleswig-Holsteins und damit Landesmeister 1958.

Mit hoher Punktdifferenz folgt das Gymnasium Ratzeburg (5261 Punkte), das Gymnasium Ahrensburg (5228), das Gymnasium Geesthacht (5105) und das Gymnasium Segeberg (4762).

Diese Auszeichnung ist nicht zuletzt auf die gute leichtathletische Arbeit der Leibeserzieher der Schule – Studienrat Werner Thiel, Fritz Hartwich und Karl-Bruno Redöhl – zurückzuführen.

Mit der beachtlichen Plazierung der Ahrensburger Stormarnschule ist der Kreis Stormarn zweimal in der Landesbestenliste des Schleswig-Holsteinischen Leichtathletikverbandes vertreten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.2.1959

 

Montag, 16. Februar 1959

Kieler Dozent sprach über Erziehungsfehler

Z. – „Erziehungsfehler als Ursache seelischer Fehlhaltungen“, lautete das Thema, über das Dr. Dr. Wegner, Kiel, vor der Universitätsgesellschaft, Sektion Bad Oldesloe sprach.

„Menschliches Leben ist ohne Erziehung heute undenkbar“, leitete er seinen Vortrag ein. Noch vor 150 Jahren wäre die Erziehung kein Problem gewesen, weil man bis dahin das Kind als kleinen Erwachsenen angesehen habe. Dann sei ein Wandel im Verhältnis der Eltern zum Kinde eingetreten. Gemessen an dem langen Gang der Menschheitsgeschichte, wurde erst sehr spät eine Erziehungsproblematik gesehen, sagte der Dozent.

Rousseaus Worte: „Wer kein rechtes Kind gewesen ist, wird kein rechter Mensch werden“, stünden am Beginn dieser neuen Auffassung.

Unsere heutige Erziehung betone das Positive, unterstrich der Vortragende; in der Beurteilung eines Kindes sei die Frage nach den Fähigkeiten und dem Reifestadium wichtig. Man sei bemüht, der Persönlichkeit des Kindes gerecht zu werden.

her größte -Teil unserer Jugend sei gesund und in Ordnung, sagte Dr. Wegner; die psychologische Wissenschaft habe erkannt, daß Erziehungsschwierigkeiten zum größten Teil auf einer falschen Erziehung beruhen.

Der Redner sprach vom Kain-Abel-Konflikt, der Eifersucht eines Kindes gegenüber dem „bevorzugten“ neuen Erdenbürger. Für Mütter mit dem rechten Empfinden für die seelischen Beunruhigungen der Drei- bis Vierjährigen gäbe es keine Probleme.

Zu Schwierigkeiten könne es auch kommen bei Kindern in „gestörten“ Familien oder in Familien, in denen für das Kind „keine Zeit“ sei.

Ein großer Teil der seelischen Funktionen verliefe unkontrolliert ins Unbewußte, sagte der Dozent; bei psychisch fehlgeleiteten Kindern käme es dann leicht zu neurotischen Komplexen.

Das rechte Verständnis und die echte Liebe zum Kind seien die Voraussetzungen zur Behebung dieser seelischen Fehlhaltung. Das Herz dürfe nicht vernachlässigt werden. Über allem Verstand und aller Arbeit müsse Liebe stehen zu unseren Kindern, die wir zu tüchtigen Menschen machen wollen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.2.1959

 

Freitag, 20. Februar 1959

Neuer Leiter für die Theodor-Mommsen-Schule gesucht

st. – Mit Rücksicht auf das Ausscheiden des gegenwärtigen Leiters der Theodor-Mommsen-Schule, Oberstudiendirektor Richard Staberock, der mit Abschluß dieses Schuljahres wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand tritt, hat das Kultusministerium in Kiel der Stadt Bad Oldesloe für die Nachfolge drei Bewerber vorgeschlagen. Sie haben ihren Wohnsitz in Marne, St. Peter und Flensburg. Eine städtische Kommission, der auch ein Stadtverordneter in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Schulpflegschaft angehört, hat die Kandidaten In Marne und St. Peter in ihrem Wirkungskreis aufgesucht. Ob die Kommission auch noch nach Flensburg reisen wird, steht noch nicht fest. Magistrat und Schulausschuß wollen in Kürze eine Entscheidung treffen. Unter Umständen wird man drauf verzichten, die Stadtverordnetenversammlung einzuschalten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.2.1959

 

Dienstag, 24. Februar 1959

Termin für mündliches Abitur

st. – Jetzt endlich haben die 29 Abiturienten der Theodor-Mommsen-Schule erfahren, wann der mündliche Teil des Reifeexamens stattfinden wird: am 2. und 3. März.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.2.1959

 

Mittwoch, 25. Februar 1959

Auszeichnung durch den Bürgermeister

st. – Bürgermeister Hermann Barth empfing die Obersekundaner Elke Heitmann und Jürgen Peter sowie den Hilfsschüler Gerhard Strey und dankte ihnen für ihre eifrige Mitwirkung bei der Aktion „Macht das Tor auf!“. Sie hatten die meisten Abzeichen verkauft, nämlich 694, 659 und 320. Der Bürgermeister überreichte ihnen als Anerkennung je ein Buch, dass sie sich selbst hatten aussuchen dürfen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.2.1959

 

Donnerstag, 26. Februar 1959

Einstimmig vorgeschlagen

st. – Der Magistrat, der Schul- und Kulturausschuß und der Vorsitzende der Schulpflegschaft haben einstimmig beschlossen, der Landesregierung den 50jährigen Oberstudienrat Dr. Wilhelm Tiedemann aus St. Peter als neuen Leiter der Theodor-Mommsen-Schule vorzuschlagen.

Durch ein Zirkular wird gegenwärtig festgestellt, ob die an diesem Beschluß nicht beteiligten Stadtverordneten zustimmen, woran nach Lage der Dinge nicht zu zweifeln ist.

Oberstudienrat Dr. Tiedemann hat die Hauptfächer Englisch und Deutsch und als Nebenfach Niederdeutsch. Er hat in Niederdeutsch promoviert. Außerdem ist er staatlich geprüfter Lehrer im Turnen, Sport, Schwimmen und Rudern.

Dr. Tiedemann ist evangelisch, verheiratet und hat zwei Töchter im Alter von acht und zehn Jahren. Bei Kriegsende diente er in der Wehrmacht als Hauptmann.

Nach der Ernennung des neuen Oberstudiendirektors durch die Landesregierung wird seine Einführung in sein Oldesloer Amt voraussichtlich in einer Feierstunde stattfinden, in der zugleich der in den Ruhestand tretende bisherige Schulleiter, Oberstudiendirektor Richard Staberock, verabschiedet werden wird.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.2.1959

 

Dienstag, 3. März 1959

29 Theodor-Mommsen-Schüler bestanden das Abitur

st. – Sämtliche 29 Schüler der beiden Oberprimen der Theodor-Mommsen-Schule bestanden das Abitur. Den Vorsitz der Prüfungskommission hatte Oberstudiendirektor Staberock, als Vertreter der Stadt Bad Oldesloe als der Unterhaltsträgerin der Schule nahm Bürgermeister Barth an der Prüfung teil.

Die Namen der Abiturienten:

Reimer Alpen (Dipl.-Ingenieur), Jens Heinz Ewert (Bankjurist), Gernot Tromnau (Volksschullehrer), Rolf Weber (Dipl.-Ingenieur, Architekt), Hans-Jürgen Drews (Jurist), Karin Hartwich (Studienrätin), Udo Heeren (Jurist), Hartmut Heidler (Jurist), Rolf Hesse (Studienrat), Hans-Jürgen Voigt (Volkswirtschaft), Jochen Becker (Wirtschaftsingenieur); Heinrich-Arwed Benzmann (Dipl.-Ingnieur), Sabine Burg (Apothekerin), Siegfried Horn (Studienrat), Hans Heinrich Lopau (Theologe), Gerd Schütt (Volkswirt),

Jochen Düllmann (Jurist), Ulrich Franz (Volksschullehrer), Karl-Heinrich Groth (Volkswirt), Fritz Guercke (Jurist), Renate Hangarter (Studium der Theaterwissenschaften), Heidi Klimitz (Volksschullehrerin), Rolf Meinel (Studienrat), Bodo Meyn (Industriekaufmann), Elfriede Meyer (Volksschullehrerin), Gerda Ogniwek (Volksschullehrerin), Lutz Schmölder (Offizier), Ingrid Scholz (Bibliothekarin), Lotte Schoop (Volks-Bibliothekarin).

Die zehn Erstgenannten waren von der mündlichen Prüfung befreit.

STORMARNER TAGEBLATT vom3.3.1959

 

Donnerstag, 5. März 1959

Einstimmig gebilligt

st. – Durch Zirkularbeschluß gebilligt haben diejenigen Stadtverordneten, die nicht dem Magistrat oder dem Schul- und Kulturausschuß angehören, die Empfehlung an die Landesregierung, den Oberstudienrat Wilhelm Tiedemann aus St. Peter zum neuen Leiter der Theodor-Mommsen-Schule zu ernennen. Damit ist ein einmütiger Beschluß zustande gekommen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.3.1959

 

Donnerstag, 5. März 1959

Entlassungsfeier

st. – Die Verabschiedung der Abiturienten der Theodor-Mommsen-Schule wird am 14. März in der Aula erfolgen. Bei dieser Gelegenheit wird auch Studienrat Johannes Ludwig verabschiedet, der wegen Erreichung der Altersgrenze aus dem Lehrkörper ausscheidet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.3.1959

 

Freitag, 6. März 1959

62 Sextaner

st. – Die Prüfung zum Übergang auf die Theodor-Mommsen-Schule bestanden 62 von 73 Volksschülern. Vier können nach dem Ergebnis der Prüfung die Mittelschule besuchen, sieben müssen auf der Volksschule verbleiben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.3.1959

 

Sonnabend, 7. März 1959

Händel-Aufführung in der Theodor-Mommsen-Schule

st. – Das Gymnasium bereitet eine Aufführung des Pastorales „;Acis und Galatea“ von Georg Friedrich Händel unter der Leitung von Studienrat Fritz Alshuth am 11. und 14. März vor. Die Verabschiedung von Oberstudiendirektor Staberock und die Einführung seines Nachfolgers wird voraussichtlich am 23. März erfolgen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.3.1959

 

Mittwoch, 11. März 1959

Viel Beifall für „Acis und Galatea“

Vo. – Einen Beitrag zu den festlichen Konzerten, die in diesem Jahre aus Anlaß von Georg Friedrich Händels 200. Todestage stattfinden, leistete das Theodor-Mommsen-Gymnasium mit einer wohlgelungenen Aufführung von „Acis und Galatea“.

Den englischen Originaltext des 1720 entstandenen Pastorals haben drei Dichter gemeinsam nach einer sizilianischen Sage geschaffen, die uns in lyrischer Zartheit und packender Dramatik schon der römische Dichter Ovidius Naso in seinen „Metamorphosen“ überliefert hat. Es ist die ergreifende Geschichte von der Nereide Galatea und ihrem Geliebten Acis, der von dem eifersüchtigen Polyphem getötet, dann aber in einen Fluß (Gott) verwandelt wird.

Studienrat Fritz Alshuth hat mit dieser Aufführung Chor und Orchester der Schule abermals zu einer erstaunlich schönen Leistung geführt. Vom ersten Chor („O, du schöne Frühlingszeit“) an wurde „frisch und frei“ gesungen, und die Pracht der Händelschen Instrumentalmusik fand in dem kleinen Orchester tüchtige Interpreten. Barbara Schmidt lieh der Galatea ihren schlanken, lieblichen Sopran, Jutta Meyn, dem Acis, gleichfalls sicher singend, ihren Alt, und Ulrich Alshuth fügte mit sonorem Baß dramatische Akzente zu dem Liebessang. Die jungen Mitwirkenden nahmen den lebhaften Beifall, der ihnen und ihrem Lehrer und Dirigenten bezeugt wurde, bescheiden und gewiß freudevoll entgegen.

Das Konzert wird am Sonnabend um 17 Uhr wiederholt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.3.1959

 

Mittwoch, 11. März 1959

129 neue Mittelschüler

st. – Nach Ostern werden 59 Jungen und 70 Mädchen auf die Königin-Luise-Schule umgeschult werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.3.1959

 

Freitag, 13. März 1959

Mittelschüler stellen Jahresarbeiten aus

st. – Eine Fülle schöner Jahresarbeiten zeigen die 129 Abgänger der Königin-Luise-Schule seit gestern nachmittag in einigen Klassenräumen. Am Vormittag hatten sie die Abschlußprüfung unter Leitung von Rektor Heinrich Lüth in Gegenwart von Bürgermeister Hermann Barth, Schul- und Kulturausschußvorsitzendem Georg Schömer und Elternbeiratsvorsitzendem Georg Koch bestanden und Lehrerkollegium und Gäste zu einem Frühstück mit selbstbereiteten Speisen eingeladen. Wer die Ausstellung in den nächsten drei Tagen bis einschließlich Sonntag besucht, wird ebenfalls bewirtet. Unter den Jahresarbeiten der Mädchen fallen handgeknüpfte Teppiche und Wandbehänge und selbstgewebte Kissen sowie Kinderkleidchen besonders auf. Die Jungen haben sich überwiegend auf Holz- und Metallarbeiten beschränkt und dadurch reife Leistungen erzielt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.3.1959

 

Sonnabend, 14. März 1959

Abschiedsstunde im Gymnasium

Ein Lehrer geht mit seiner Klasse

st. – Viele Eltern und Vertreter des öffentlichen Lebens hatten sich mit den Schülern dem Gymnasiums in der Aula der Theodor-Mommsen-Schule eingefunden, um der Entlassung der 29 Abiturienten und des in den Ruhestand tretenden Studienrates Ludwig beizuwohnen.

Eingeleitet wurde die Feier durch das Schulorchester. Oberstudiendirektor Staberock verabschiedete seinen letzten Abiturientenjahrgang,da er am kommenden Sonnabend, wie Studienrat Ludwig, wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand tritt. Dies bestimmte auch den Inhalt seiner Abschiedsrede. „Die einen treten ins Leben hinaus, auf dem Zeugnis wird ihnen ihre Reife bescheinigt, die anderen verlassen den Platz, den sie seit 40 und mehr Jahren innehatten, und sie glauben, jetzt erst reif zu sein.“

Bei der Ausgabe der Zeugnisse erhielten einige Abiturienten Buchgeschenke, und zwar Heidi Klimitz und Renate Hangarter für ihr Mitwirken im Schulorchester und Schulchor, Lotte Schoop für ihre Betreuung der Schülerbücherei und Gernot Tromnau für seine Hilfe bei vielen schulischen Veranstaltungen.

In der traditionellen Abiturientenrede brachte Rolf Weber seinen und den Dank seiner Mitschüler an die Eltern und Lehrer zum Ausdruck. Zu Studienrat Ludwig gewendet, sagte er: „Wir sind unserem Lehrer so sehr ans Herz gewachsen, daß er mit uns zusammen abgeht.“ (Heiterkeit.)

In seinen Abschieds- und Dankesworten an Studienrat Ludwig ging Oberstudiendirektor Staberock von der Tradition Breslaus und Berlins aus, in der sie beide wurzeln, und würdigte in bewegten Worten die Verdienste des Scheidenden. Im Namen des Kollegiums überreichte ihm der Oberstudiendirektor, der zugleich für die Landesregierung sprach, einen großen Strauß roter Nelken. Studienrat Ludwig sprach er den Dank der Stadt aus. Dieser unterrichtete seit 1946 am Gymnasium, seit 1955 steht er aktiv in der Kommunalpolitik der Stadt Bad Oldesloe. Als Stadtverordneter arbeitet er im Schul- und Kultur-, sowie im Flüchtlingsausschuß mit. Der Bürgerworthalter überreichte ihm ein Dankesgeschenk und bat ihn, weiterhin als Kommunalpolitiker für die Allgemeinheit zu wirken.

Heinrich Wolgast dankte dem Scheidenden im Namen der Elternschaft und als Kollege im Stadtparlament. Schulsprecher Jürgen Reichardt überreichte einen Tulpenstrauß mit den Worten: „Herr Studienrat, es sind fünf Tulpen; erlauben Sie, daß diesmal wir Ihnen eine Fünf geben.“ Studienrat Ludwig dankte ergriffen für die zuteil gewordene Anerkennung. Das Schulorchester beschloß die Feier.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.3.1959

 

Dienstag, 17. März 1959

Besinnlicher Abschied von der Mittelschule

n. – Während das Flötensextett den 1. Satz einer Suite von Henry Purcell spielte, betraten die Abgänger den von den Eltern und dem Lehrerkollegium gefüllten und festlich geschmückten Festraum der Mittelschule. Die Schüler des neunten Schuljahres hatten vorher den zur Entlassung Kommenden kleine Frühlingssträußchen überreicht und damit ihre besten Wünsche fürs Leben zum Ausdruck bringen wollen.

Die Abschiedsworte Rektor Lüths bewegten die Herzen der Abgänger und der Eltern. Alle seien durch den Kontakt mit der Landschaft und der Kultur dieses Landes Menschen Schleswig-Holsteins geworden, die einen Sinn für das Klare, fast Nüchterne, den Blick für das Wesentliche besäßen. „Laßt euch nicht von der Reklame, von gleißenden Lichtreflexen täuschen, lernt schauen und sehen, was dahintersteckt."

Darauf sprach die Schülerin Hiltrud Brandt dem Kollegium den Dank aus für alles Wissenswerte, das an die jungen Menschen herangetragen wurde und für die Nachsicht, mit der die Lehrer ihnen oft begegneten. Schulleiter und Klassenlehrer erhielten Blumensträuße.

Mit Prämien für besondere Leistungen und vorbildliche Haltung wurden ausgezeichnet aus der Klasse 10a: Wolfgang von Schachtmeyer, Christel Klettke, Hanni Tabbert und Gertraud Kuck; aus der Klasse 10 b: Hannelore Krey, Erwin Elvers und Norbert Lux; aus der Klasse 10c: Anne Griebel und Hans Peter Schmidt; aus der Klasse 10d: Brunhilde Radloff, Jürgen Lübke.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.3.1959

 

Mittwoch, 18. März 1959

Schulhöfe als Spielplätze

lno. – Kultusminister Edo Osterloh hat die Genehmigung erteilt, die Schulhöfe in der unterrichtsfreien Zeit der Jugend zum Spielen zur Verfügung zu stellen. Bei der Prüfung der örtlichen Verhältnisse soll möglichst großzügig verfahren werden. Der Minister weist auf das Beispiel verschiedener Kommunalvertretungen hin, die geeignete Schulhöfe und Sportplätze den Kindern zum Spielen zur Verfügung gestellt haben. Das Moped- und Radfahren soll auf den Schulhöfen und Sportplätzen unterbleiben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.3.1959

 

Freitag, 20. März 1959

Verabschiedung und Einführung

st. – Am kommenden Montag um 10.30 Uhr wird Oberstudiendirektor Staberock in der Aula der Theodor-Mommsen-Schule von Oberschulrat Theune verabschiedet werden. Zugleich wird der Oberschulrat den Nachfolger, Oberstudienrat Dr. Tiedemann, in sein Amt einführen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.3.1959

 

Montag, 23. März 1959

Abschied und Willkommen

Feierstunde in der Theodor-Mommsen-Schule

sm. – In einen festlichen Rahmen gestellt war die Feierstunde, in der Oberstudiendirektor Staberock aus dem Schuldienst entlassen und sein Nachfolger als Leiter der Theodor-Mommsen-Schule, Oberstudienrat Dr. Tiedemann, in sein neues Amt eingeführt wurde. Oberstudienrat Schlegel konnte aus diesem Anlaß viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Stadt, des Kreises und des Landes, Eltern und Schüler begrüßen.

 

Den Auftakt in der schönen, bis auf den letzten Platz besetzten Aula gaben Schülerorchester und Schulchor unter der Leitung von Studienrat Alshuth.

Oberschulrat Theune löste seine Aufgabe der Verabschiedung und ein Weisung in geistvoller Rede, mit launigen Einfügungen der Stunde des Abschieds die Wehmut nehmend. Aus dem Lebensweg Oberstudiendirektor Staberocks führte er u.a. an: Reifeprüfung in Landsberg, Studienzeit und Teilnahme am Ersten Wektkrieg, 1919 Staatsexamen, 25 Jahre Leiter des Humboldt Gymnasiums in Berlin-Tegel, Teilnehmer des Zweiten Weltkrieges, 1944 in amerikanischer Gefangenschaft, 200 Schüler durch Vorbereitungskurse im Lager zum Abitur geführt, seit 1947 in Bad Oldesloe, heute 40 Jahre im Schuldienst. Immer habe der Scheidende mit Energie, Tatkraft und Ausdauer in der Verfolgung seiner Pläne sich für die Schule und Schuljugend eingesetzt gegen alle Widerstände. Mit Zähigkeit habe er alle Nöte der Schule überwunden, als zum Beispiel die Schließung der Schule drohte. Das Gebäude habe in den letzten zwölf Jahren eine vielfache Wandlung erfahren und die Schülerschaft einen hohen Leistungsstand erreicht. Oberschulrat Theune schloß mit den Worten: „Eines Mannes Leben kann man nur in Worten andeuten.“ Für die geleistete Arbeit überreichte er dem Scheidenden die Dankesurkunde des Kultusministers.

Jetzt wandte sich der Regierungsvertreter an Oberstudiendirektor Dr. Tiedemann, den er als einen erfahrenen Pädagogen zeichnete. Von seinem erfolgreichen Wirken in Bad Bramstedt und St. Peter her zu urteilen, sei er geeignet, die Tradition Staberocks und des Hauses fortzusetzen. Der Strukturwandel der Schulwesens und der Gesellschaft verlange ein Mehr an Schulung und Bildung und Entscheidung, die Direktor und Lehrerschaft manchmal überfordern würden. Da heiße es gemeinsam in Ermutigung und gegenseitigem Vertrauen mit Eltern und Lehrerschaft und der Stadtverwaltung den rechten Weg zu finden und zu gehen zum Wohle der Jugend. Mit den besten Wünschen für seine Tätigkeit in Bad Oldesloe übergab Oberschulrat Theune dem neuen Oberstudiendirektor die Bestallungsurkunde.

In den anschließenden Reden kamen die hohe Anerkennung und die Wertschätzung, die sich der bisherige Gymnasialdirektor in seinen Oldesloer Amtsjahren erworben hat, nicht nur in Worten, sondern auch in Erinnerungsgaben und Blumen zum Ausdruck. Verbunden war damit die Beteuerung der Bereitschaft, mit dem Nachfolger verständnisvoll zusammenzuarbeiten.

Als erster sprach Bürgermeister Barth für die Stadt. Er dankte Direktor Staberock für vorbildliche Erziehungsarbeit und wünschte Dr. Tiedemann, daß er ein Leitbild guter deutscher Gesinnung und Schultradition sein möge.

Oberstudienrat Schlegel feierte den scheidenden Schulleiter als einen „wackeren Streiter für die Jugend“ und guten Kollegen. Dem neuen Direktor sagte er, daß es an dieser schönen Bildungsstätte kein Halbstarkenproblem gebe, aber eine immer opferbereite Elternschaft.

Für die Elternschaft dankte Heinrich Wolgast dem „Pädagogen aus Berufung“ Staberock für die allezeit gute Zusammenarbeit. Weil er die Verpflichtung Mommsens erfüllt habe, überreichte er ihm ein Bild des großen Gelehrten, dessen Namen die Anstalt trägt.

Schulsprecher Jürgen Reichardt sagte von seinem bisherigen Direktor, daß er wie ein Vater gewesen sei, der stets statt eines Verweises lieber einen Rat gegeben habe.

Weiter sprachen, Dr. Willenberg, Oberstudiendirektor der Sachsenwaldschule in Reinbek, als Vorsitzender der südholsteinischen Direktorenkonferenz und Hans Werner Meyer für den Vesdoro.

Mit bewegten Herzen erwiderte Direktor Staberock, es sei ihm stets ein Herzensbedürfnis gewesen, die Schüler als gleichberechtigte Menschen zu führen. Er rief Dr. Tiedemann zu: „Lieben Sie diese Schule so wie ich!“

Dr. Tiedemann versprach, alle seine Kräfte einzusetzen, damit die Theodor-Mommsen-Schule eine Pflegestätte echter Bildung bleibe unter Hilfe des Kollegiums.

STORMARNER TAGEBLATT vom24.3.1959

 

Dienstag, 24. März 1959

45 Jahre Lehrer

st. – In einer Feierstunde im Lehrerzimmer der KlausGroth-Schule wurde Lehrer Leopold Pienkoß nach 45jährigem Schuldienst in den Ruhestand verabschiedet. Seine Heimat ist Ostpreußen. Am 1. Mai 1947 nahm er seine Lehrtätigkeit in Bad Oldesloe auf. Seine Herzensgüte, gepaart mit Pflichtbewußtsein, erwarb ihm viele Zuneigung. Bürgermeister Barth dankte ihm und überreichte ihm ein Bild der Kreisstadt. Schulrat Heitmann verband mit seinem Dank die Übergabe der Urkunde des Kultusministers, und Rektor Volkmann übergab als Abschiedsgeschenk des Lehrerkollegiums einen großen Atlas. Viele Blumen und gute Wünsche, so auch vom Ortslehrervereinsvorsitzenden Kühne, waren weitere Zeichen des Dankes und der Anerkennung.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.3.1959

 

Dienstag, 24. März 1959

Abschied von der Königin-Luise-Schule

st. – Viele Beweise der Freundschaft und Anerkennung erhielt Mittelschullehrerin Frau Charlotte Farne, die in den Ruhestand trat. Bei einer Kaffeetafel im Lehrerzimmer der Königin-Luise-Schule dankten ihr Schulrat Heitmann und Bürgermeister Barth. Rektor Lüth hob ihre Verdienste beim Wiederaufbau der Schule hervor, zu deren Kollegium die aus Pommern stammende Pädagogin seit 1946 gehörte. Sie unterrichtete in Deutsch, Englisch, Biologie und Kunsterziehung. Der Rektor lobte sie vor allem als gründlich, gerecht und humorvoll. Frau Farne dankte bewegt. Sie hatte besondere Freude an einem großen Nelkenstrauß ihrer letzten Schüler.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.3.1959

 

Mittwoch, 25. März 1959

Es fiel uns auf …

… daß die Stormarner Schulen vergeblich auf die vom Kultusministerium in Kiel angekündigte Verteilung des „kleinen Deutschlandbuches“ warteten. Es ist dazu bestimmt, Schulabgänger über Mittel- und Ostdeutschland zu unterrichten und das gesamtdeutsche Bewußtsein bei ihnen zu verstärken. Die für Stormarn vorgesehenen Exemplare wurden leider von Kiel wie man hört, viel zu spät auf den Weg gebracht, als daß sie noch rechtzeitig hätten ausgegeben werden können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.3.1959

 

Donnerstag, 26. März 1959

Neues Gestühl für Mittelschul-Aula

st. – Der Magistrat hat beschlossen, die Aula der Königin-Luise-Schule mit neuem Gestühl auszustatten und damit einen lange gehegten Wunsch der Schule zu erfüllen. Die Kosten für die 250 Sitze betragen rund 7500 DM. Der Auftrag ist bereits vergeben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.3.1959

 

Bis zum Jahr 1960