Die Spielzeit 1958/59

 

Montag, 7. Juli 1958

Amateurliga-Aufsteiger VfL Oldesloe sandte allen Lesern des "Sport-Megaphon" aus Kopenhagen herzliche Grüße. Alle Ligaspieler hatten unterschrieben. Wir danken vielmals!
SPM

Mittwoch, 16. Juli 1958

Jürgen Peters (Phönix Lübeck), kehrt zu seinem alten Verein, dem in die Amateurliga aufgestiegenen VfL Oldesloe zurück, für den er ab 1. November wieder als Amateur spielen kann.
ST

Montag, 21. Juli 1958

Die großen Meisterschaftsfavoriten der Amateurliga:

VfB Lübeck
Heider SV
Itzehoer SV

Aber Vereine wie Schleswig, Friedrichsort, Schwartau, Flensburg werden mitreden. Und wer wird absteigen müssen? Von vornherein auf vier Absteiger einrichten! Wenn nicht alles täuscht wird die am 9. Aug. beginnende neue Meisterschaftssaison der Amateurliga im Zeichen der drei großen Favoriten VfB Lübeck (Oberliga-Absteiger), Heider SV (Titelverteidiger) und Itzehoer SV (Vorjahrszweiter) stehen. Diese drei Klubs werden sicherlich für ein hochinteressantes, spannendes Wettrennen sorgen, das erst auf den letzten Metern ent-schieden werden dürfte. Völlig ungewiß, wer am Ende die Nase vorn haben und Schleswig-Holstein im nächsten Jahr in der Oberliga-Aufstiegsrunde vertreten wird!

Es wird aber kein Spaziergang für diese drei Favoriten werden! Mannschaften wie Schleswig 06, SV Friedrichsort, VfL Schwartau, Flensburg 08 - um nur einige zu nennen - werden ein Wörtchen mitreden wollen! Und vor allem auswärts wird es manche "Stolperecke" für das Favoritentrio geben!

Interessant verspricht der Kampf gegen den Abstieg zu werden. Man stelle sich von vornherein gleich darauf ein, daß möglicherweise erneut vier Klubs absteigen müssen (was wir nicht hoffen wollen)! Damit es am Ende keine so langen Gesichter gibt wie zuletzt beim TSV Kücknitz, der als Viertletzter (zusammen mit Brunsbüttelkoog, Gut Heil Neumünster und TSV Büdelsdorf, für die VfL Oldesloe, Olympia Neumünster und Rot-Weiß Moisling aufgerückt sind), ins "Gras beißen" mußte!
SPM

Montag, 21. Juli 1958
Doppelter Aufwärmgalopp für den VfL.

Vor Meisterschaftsbeginn noch zwei Freundschaftsspiele. In der neuen Fußballsaison wollen fast 100 Senioren- und 150 Jugendspieler die Farben des VfL Oldesloe vertreten. Das Hauptinteresse gilt natürlich der aufgestiegenen Ligamannschaft, die ihr erstes Spiel bei den ersten Amateuren am 10. Aug. in Lägerdorf gegen den dortigen TSV bestreitet. Vorher wird die Elf noch zwei Freundschaftsspiele austragen, und zwar am 2. Aug. gegen HEBC Hamburg und am 9. Aug. gegen IF Vordingborg (Dänemark), jeweils um 18.30 im VfL-Stadion. Das Training beginnt in dieser Woche unter Leitung von Artur Jantz, der die Mannschaft in die Amateurliga geführt hat.

Eine Ib-Mannschaft des VfL spielt in der sogenannten Reserverunde auf Landesebene. Diese Treffen gelten als Gesellschaftsspiele. Nur zehn von 16 Landesliga-Vereinen nehmen daran teil. Nachwuchsspieler und einige ältere Spieler, die das Korsett der Mannschaft bilden, können sich in dieser Runde an das Klima auf Landesebene gewöhnen. Auf Kreisebene spielen die Reserve in der A-Klasse, die zweiten Herren in der B-Klasse und die dritten Herren in der C-Klasse. Ferner wurden zwei Jungmannen-, zwei Jugend-, zwei Schüler- und vier Knabenmannschaften gemeldet. Weitere Knabenmannschaften stehen für die Kleinfeldspiele bereit. Auch die Alten Herren werden wieder dabei sein.
ST

Freitag, 1. Aug. 1958
VfL Oldesloe erprobt seine Landesligisten gegen HEBC.

Zum Auftakt der Saison 1958/59 wartet der neue Landesligist VfL Oldesloe morgen um 18.30 Uhr im Stadion mit einem Freundschaftsspiel auf. Sein Gegner ist der Hamburg-Eimsbütteler-Ballspiel-Club, der in der vergangenen Saison mit dem achten Platz im Mittelfeld der Hamburger Amateurklasse lag. Der Gastgeber hat eine Anzahl talentierter Spieler, wie man beim Training feststellen konnte. Einzelne Nachwuchsspieler zeigten so beachtliches Können, daß sie bei zweckmäßigem Training für die Stammannschaft eine Verstärkung bedeuten könnten. Das morgige Freundschaftsspiel wird für die Liga ein Prüfstein für die am 10. August beginnenden Punktspiele sein, in denen in diesem Jahr mit besonders starken Gegnern zu rechnen ist.
ST

Samstag, 2. Aug. 1958
Wer hat die besten Chancen in der Amateurliga?

Drei Titelanwärter: VfB Lübeck, Heider SV und Itzehoer SV. Wird sich der VfL Oldesloe behaupten? Ohne Frage ist die Klasse durch den Abstieg des VfB Lübeck aus der Oberliga stärker geworden. Die Lübecker sollten mit ihrer oberligaerfahrenen Mannschaft im Kampf um die Meisterschaft eine wichtige Rolle spielen. Noch einmal soll die routinierte, aber überalterte Abwehr mit Felgenhauer, Hoppe und Schröder, die insgesamt 108 Jahre zählt und schon dreimal den Aufstieg zur Oberliga mit erkämpfen half, erneut der Schlüssel zum Aufstieg sein.

Neben dem VfB Lübeck traut man dem Heider SV eine gute Rolle zu. Der dritte der Favoriten ist der Itzehoer SV, dessen junge Elf sich in der Aufstiegsrunde erst im letzten Moment von Bergedorf 85 das Konzept verderben ließ. Der ISV ist spielerisch die reifste Mannschaft der 1. Amateurliga und hofft, sich mit Drews (Gut Heil Neumünster) im Angriff erheblich verstärken zu können.

So klar die Favoriten mit dem VfB Lübeck, Heider SV und dem Itzehoer SV abgezeichnet sind, so unklar erscheint die Plazierung hinter diesen Mannschaften. Schleswig 06, das einige jüngere Spieler berücksichtigen wird und besonders auf eigenem Platz nur schwer zu schlagen ist, hofft auf Platz vier. Auf diesen reflektiert aber auch der SV Friedrichsort, der von allen Kieler Vereinen am stärksten eingeschätzt wird, obwohl er von Naga-schewski an Kilia Kiel und Bruhn an den VfR Neumünster verlor. Auch der VfL Schwartau hat bei einem Stamm von 20 Spielern eine gute Platzchance. Inwieweit sich Flensburg 08 gegenüber dem Vorjahr steigern kann, muß abgewartet werden. Technisch halten die Flensburger fast mit jeder Mannschaft mit, es fehlt ihnen nur an dem nötigen Kampfgeist, den andererseits die Amateure des VfR Neumünster in ausreichendem Maße besitzen. Es würde keineswegs überraschen, wenn der VfR noch weiter oben als im Vorjahr zu finden ist.

Hoffnungen auf einen Platz im oberen Drittel hat auch der TSV Lägerdorf, der sich nun doch wieder die Trainerdienste des Olympia-Torhüters von 1952 Rudi Schönbeck gesichert hat. Kaum eine so gute Rolle wie im Vorjahr sollten die Amateure von Holstein Kiel spielen, die gute Spieler verloren. Dagegen hofft der FC Kilia Kiel, sich mit "frischem Holstein-Blut" spielerisch zu steigern.

Beim VfB Kiel soll es eine "Wachablösung" geben, denn auf die Routiniers Busch und Willroth soll in Zukunft verzichtet werden. Erhebliche Sorgen wird der ATSV Lübeck bekommen, der so wichtige Kräfte wie Donhauser (VfL Schwartau) und Meyer (VfB Lübeck) verlor. Gespannt darf man auf das Abschneiden der Neulinge VfL Oldesloe, Rot-Weiß Moisling und Olympia Neumünster sein. Der VfL Oldesloe sollte am ehesten in der Lage sein, sich zu behaupten, denn die Mannschaft spielt einen kraftvollen und taktisch klugen Fußball.

Auf jeden Fall steht in Schleswig-Holstein eine spannende Serie bevor, in der Überraschungen bestimmt nicht ausbleiben werden.
ST

Samstag, 2. Aug. 1958
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - HEBC Hamburg 7:0 (2:0)

VfL "erschoß" schwachen HEBC 7:0. Keine ernsthafte Prüfung für den Landesligisten. Gute Form der Oldesloer. Der 7:0-Sieg des neuen Landesligisten VfL Oldesloe über den Hamburger Amateur HEBC im heimischen Stadion wäre ein vielversprechender Auftakt für die Fußballsaison gewesen, wenn der Gast in voller Stärke angetreten wäre. Aber mit Ersatztorwart und einigen Nachwuchsstürmern, die zwar etwas von Ballbehandlung und vom Kombinieren verstanden, jedoch im gegnerischen Strafraum völlig versagten, waren die Hamburger mindestens eine Klasse schlechter. Große Enttäuschung deshalb bei den 750 Zuschauern! Der VfL, durch Rückenwind begünstigt, eroberte sich gleich das Mittelfeld und ging durch Moser nach Kopfballvorlage von König in der 9. Minute in Führung. Das weitere Spielgeschehen, das noch sehr nach Sommerfuß-ball aussah (zeitweise stürzten sich zehn Spieler zugleich auf den Ball), zeigte, woran man war. Immerhin kam die Gäste-Elf, die in der Verteidigung und Läuferreihe noch etwas Landesligareife zeigte, gegen den überle-genen VfL-Sturm verhältnismäßig gut über die erste Halbzeit. Vielleicht lag es daran, daß Meins das Rochieren zunächst sehr übertrieb, was seinen Halbrechten Lütge veranlaßte, zeitweise halblinks zu spielen. Allerdings kam Lütge dadurch in die Lage, Moser eine Flanke zu servieren, die dieser in der 20. Minute zum 2:0-Halbzeitstand eindrücken konnte.

Stopper Petersen mußte nach 35 Minuten verletzt vom Platz. Für ihn sprang der bis dahin für den Stammverteidiger Korn spielende Vierkant (Nachwuchs) ein, der hier seinen Mann stand. Im engen Raum verschaffte er sich Geltung. Seine Kopfabwehr im Sprung brachte ihm Beifall auf offener Szene.

Nach dem Wechsel spielte Bliebenich (Nachwuchs) als rechter Verteidiger und für Rust ging Stammspieler Liedtke nach halblinks. Da der VfL-Sturm jetzt zügig über die Flügel operierte und stark drückte, kam der Gast kaum aus der Abwehr heraus. Neben Lindemann leistete auch Bliebenich brauchbare Arbeit. In der Läuferreihe war Nußkern gut im Stören und Aufbau. Anders sein Partner Erbs, der noch immer von seinen Stürmern verlangt, daß sie sich den Ball bei ihm abholen sollen.

Doch die Sturmmaschine lief auch so beim VfL. Lütge erhöhte mit Hilfe von Liedtke in der 57. Minute auf 3:0 und Liedtke eine Minute später im Alleingang auf 4:0. In der 64. Minute brannte dann Lütge wieder mit einer Vorlage durch und schoß aus vollem Lauf zum 5:0 ein. Wiederum sechs Minuten später drückte Moser den zweimal abgewehrten Ball mit dem Kopf zum 6:0 ein. Das war für die zahmen Gäste wohl zu viel. Liedtke been-dete den Torreigen in der letzten Spielminute mit dem siebenten Treffer.
ST

VfL Oldesloe: Gert Gonska - Dieter Vierkant, Wilhelm Lindemann - Karl-Heinz Nußkern, Werner Petersen (46. Wolf-Dieter Bliebenich), Roland Erbs - Herbert Meins, Egon Lütge, Erich Moser, Günter Rust (46. Alfred Liedtke), Dieter König.
Tore: 1:0 Moser (9.), 2:0 Moser (20.), 3:0 Lütge (57.), 4:0 Alfred Liedtke (58.), 5:0 Lütge (64.), 6:0 Moser (70.), 7:0 Alfred Liedtke (90.). - Zuschauer: 750.

Samstag, 9. Aug. 1958
Beim VfL ist man optimistisch.

Die ersten Amateure des VfL Oldesloe absolvieren morgen um 15 Uhr in Lägerdorf beim TSV ihr erstes Punktspiel in der neuen Klasse. Nach dem sensationellen 7:0-Erfolg über den HEBC am Vorsonnabend haben sie einen Gegner vor sich, der als kampfkräftig bekannt ist. Der VfL setzt seine Stammelf ein, mit der er den Aufstieg geschafft hat. Lägerdorf wird vor Neulingen gewarnt sein, der VfL geht aber nicht ohne Chancen in den Kampf. Seine Ib-Mannschaft spielt in Lägerdorf um 13.15 Uhr in der Reserverunde. Beide Mannschaften wurden für die bevorstehenden Kämpfe in hartem Training gut vorbereitet und fahren um 11 Uhr ab Markt mit viel Optimismus gemeinsam mit ihren Schlachtenbummlern zu diesen Begegnungen.
ST

Sonntag, 10. Aug. 1958
1. Punktspiel TSV Lägerdorf - VfL Oldesloe 4:0 (0:0)

Die Oldesloer standen nicht durch. Nach torlosem Seitenwechsel gewann Lägerdorf ganz eindeutig. Als in Lägerdorf torlos die Seiten gewechselt wurden und bis zu diesem Zeitpunkt die Oldesloer recht gut mitgehalten hatten, war noch keineswegs vorauszusehen, daß die Gastgeber noch zu einem so deutlichen 4:0-Erfolg kommen würden!

Die Steigerung der Lägerdorfer einerseits und das schlagartige Nachlassen des Aufsteigers andererseits rechtfertigten dann aber doch den überlegenen Sieg, der bei etwas mehr Schußglück leicht noch hätte klarer wer-den können. Jedenfalls kam Oldesloe, das in der Deckung nicht ganz frei von Schwächen war, aus den Sorgen nicht mehr heraus. Einmal weil es konditionsmäßig nicht mehr mithalten konnte und dazu noch den taktischen Fehler beging, durch Defensivspiel möglichst gut über die Zeit zu kommen. Dadurch erlangten die Lägerdorfer eine drückende Überlegenheit, spielten ihre größere Erfahrung aus und ließen die sich verzweifelt wehrenden VfLer nur selten über die Mittellinie kommen.

Wenn auch Oldesloe keinen echten Wertmesser darstellt, zeigten die Lägerdorfer doch recht ansprechende Leistungen, die sie in die Lage versetzen sollten, wieder eine gute Rolle zu spielen. Wenn auch zu erwarten ist, daß sich die Oldesloer noch besser in der neuen Umgebung akklimatisieren werden, dürften sie kaum aus dem unteren Tabellendrittel herauskommen. Der Elf fehlt nicht nur rein spielerisch zu viel, sondern auch die taktischen Unzulänglichkeiten und die ungenügende Kondition sind ein Mangel, der sicher nicht so leicht wieder aufgeholt werden kann.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Gonska - Horst Korn, Wilhelm Lindemann - Karl-Heinz Nußkern, Werner Petersen, Roland Erbs - Heinz Wendt, Egon Lütge, Erich Moser, Alfred Liedtke, Dieter König.
Tore: 1:0 Knütter (53.), 2:0 Schönhoff (61.), 3:0 Schönhoff (73.), 4:0 Sickelka (83.). - Schiedsrichter: Wieser (Westerland). - Zuschauer: 400.

Samstag, 16. Aug. 1958
Erster Punktgewinn für den VfL?

Nach der 0:4-Niederlage des Vorsonntags in Lägerdorf wird man morgen auf das Abschneiden des VfL Oldesloe gegen die Amateure des VfR Neumünster ge-spannt sein. Letzterer unterlag am gleichen Tage dem Itzehoer SV, obwohl er gleichwertig mitmischte. Beim VfL wird man festgestellt haben, wie kräftezehrend die Spiele in der höheren Klasse sind, und er wird mit seinen Kräften haushalten müssen, wenn eine Konditionssteigerung in Kürze nicht zu erwarten ist.
ST

Sonntag, 17. Aug. 1958
2. Punktspiel VfL Oldesloe - VfR Neumünster Am. 2:1 (0:1)

Erste Amateurliga-Punkte für VfL Oldesloe. Neumünsters Amateure verpaßten zahlreiche Gelegenheiten. Die bessere Gesamtleistung und Kondition im zweiten Durchgang waren entscheidend für den knappen, aber verdienten 2:1-Sieg des VfL. Der neuformierte VfL-Sturm (ohne den erkrankten Meins und den verletzten Moser) wuchs im zweiten Durchgang über sich hinaus und hätte sogar einen höheren Erfolg herausschießen können (11:5 Ecken). Der VfR mit der besseren Spielanlage hatte im Sturm keine Vollstrecker.

Die Platzherren begannen recht druckvoll, aber dem neuen Sturm fehlte noch die notwendige Zusammenarbeit. Wilkens und Lütge traten erst in der zweiten Halbzeit nach Platzwechsel in Erscheinung. Sehr gut Wendt, der Krafczyk so manches Mal davon rannte, aber auch Liedtke und König trotz Schußpech sehr gefährlich mit ihren spurtschnellen Durchbrüchen. In der Abwehr ließ Lindemann, obwohl gut, Stengelmann zu viel Spielraum. Gonska machte manche Chance der Neumünsteraner zunichte. Auch Stopper Petersen sowie Korn (bis auf einen Deckungsfehler, der dem VfR die Führung brachte) spielten gut. Von den beiden Außenläufern gefiel besonders Nußkern. Erbs war besser als am Vorsonntag.

Der Gästesturm war druckvoller und im Zusammenspiel besser, konnte im ersten Durchgang aber kein Kapital aus den vielen Chancen schlagen. Nach dem Wechsel stellten sich Konditionsmängel ein. Sehr gut Läufer Hildebrandt (später angeschlagen), Krafczyk konnte sich auf seinem neuen Posten nicht genügend durchsetzen. Dagegen tat die Hintermannschaft ihre Pflicht. Die Ersatzleute Schulz und Mettjes zeigten mehr als erwartet.

Der VfL verließ als glücklicher Sieger den Platz. Zwar fehlte es noch hier und da, aber er hatte den besseren Kampfnerv, der schließlich das Spiel entschied. Beste Spieler beim VfR: Hildebrandt, Katt und Rottgart; beim VfL: Gonska, Liedtke und König. SPM

VfL Oldesloe: Gert Gonska - Horst Korn, Wilhelm Lindemann - Karl-Heinz Nußkern, Werner Petersen, Roland Erbs - Egon Lütge, Karl-August Wilkens, Heinz Wendt, Alfred Liedtke, Dieter König.
Tore: 0:1 Husser (39.), 1:1 Lütge (48.), 2:1 Nußkern (55.). - Schiedsrichter: Kaufmann (Lübeck). - Zuschauer: 1400.

Samstag, 23. Aug. 1958
Chancen in Schwartau.

Der VfL Oldesloe, der am Vorsonntag gegen die Amateure des VfR Neumünster nach einem 0:1-Halbzeitrückstand noch einen 2:1-Erfolg erzielte, wird morgen um 15 Uhr gegen den VfL Schwartau im Riesebusch spielen. Erstmalig mit Meins in der höheren Klasse und mit Moser für den verletzten Korn in der Verteidigung, müßte der Sturm zumindest die Leistungen des Vorsonntags zeigen.

Die beiden VfLer sind sich nicht fremd. Im Dezember unterlagen die Schwartauer im Freundschaftsspiel den Oldesloern 1:2, obgleich Spieler von heute wie Dretzler, Sebelefski, Bähnck, Boye, Delfs auch damals schon mitwirkten. Dretzlers Feldverweis am Vorsonntag bringt ihm eine Zwangspause, die sich bei dem vorhandenen Ersatz nicht nachteilig im Sturm auswirken sollte. Nach den bisherigen Leistungen zu urteilen (Gast 2:2 Punkte und der Gastgeber 1:3 Punkte) sind beide noch in der Entwicklung, also kein Grund, in dem Neuling morgen den Punktlieferanten zu sehen.
ST

Sonntag, 24. Aug. 1958
Punktspiel VfL Schwartau - VfL Oldesloe 1:4 (0:1)

Niemand hatte dieses Oldesloer 4:1 erwartet! Schwartau in böser Krise. Oldesloe streckenweise mit neun Mann. Zu einem überraschend glatten und nie gefährdeten 4:1-Sieg kam der VfL Oldesloe auf dem Riesebusch. Die Gäste waren den in rot-schwarz spielenden Platzherren 80 Minuten lang überlegen und brachten die Schwartauer Hintermannschaft mit schnellen Angriffen immer wieder durcheinander, während die eigene Deckung sicher wirkte, ohne allerdings auf eine harte Probe gestellt zu werden.

Die Schwartauer scheinen etwas "außer Tritt" zu sein, spielten sie doch sowohl im Sturm als auch in der Deckung ohne Konzept. Sie ließen sich von dem schnellen Spiel der Gäste geradezu verwirren. Hanicke hat seine lange Zwangspause gut überwunden, litt aber unter der Unsicherheit seiner Vorderleute, von denen einzig Loenhardt gute Arbeit gegen den gefährlichen König leistete. Gut auch Bähnck I, während beide Außenläufer nicht überzeugen konnten. Im Sturm wurde zuviel gefummelt; von Schäfer I, der nach der Pause aufkam, und Schuldt ging noch die meiste Gefahr aus.

Der Oldesloer Sturm, ausgezeichnet unterstützt durch beide Außenläufer, gefiel durch seine zügigen Angriffe und das genaue Abspiel. König und Liedtke ragten aus diesem gefährlichen Quintett hervor. Überragender Mann der Abwehr war Lindemann, der sogar einmal Beifall auf offener Bühne erhielt, als er einen Schuß von Schuldt aus der Luft aus dem leeren Tor holte. Gonska machte zwar etwas auf "Schau", versteht aber sein "Handwerk". Auch als Petersen (68. Minute) und Meins (70. Minute) verletzt für zehn Minuten ausschieden, gerieten die Gäste (mit neun Mann!) nie in Gefahr! So wird Schwartau noch Sorgen bekommen - der VfL Oldesloe wird schon seinen Weg machen!
SPM

VfL Oldesloe: Gert Gonska - Erich Moser, Wilhelm Lindemann - Karl-Heinz Nußkern, Werner Petersen, Roland Erbs - Herbert Meins, Egon Lütge, Heinz Wendt, Alfred Liedtke, Dieter König.
Tore: 0:1 Alfred Liedtke (43.), 0:2 Herbert Meins (50.), 0:3 Alfred Liedtke (54.), 1:3 Schuldt (60.), 1:4 Lütge (89.). - Schiedsrichter: Dehmel (Dänischburg). - Zuschauer: 1200.

Samstag, 30. Aug. 1958
Spannende Begegnung im Stadion.

Die beiden "Sensationsmacher" des Vorsonntags, VfL Oldesloe und SV Friedrichsort, stehen sich morgen um 15 Uhr im Stadion gegenüber. 4:0 wurden am Vorsonntag vom SV Friedrichsort die Itzehoer geschlagen, und der VfL siegte 4:1 in Schwartau. Man darf nun gespannt sein, wie die Oldesloer in diesem Spitzenspiel abschneiden werden. SV-Trainer Hohlweg und Mittelstürmer Bodtke kamen beide vom Wiker SV und brachten Schwung in die "Leuchtturmwärter". Besonders zu erwähnen sind auch Verteidiger Schöttke und Linksaußen Rolf Geertz, die für die Landesauswahl reif sein sollten. Alles in allem eine Mannschaft, die ihr gesetztes Ziel (vierter Tabellenplatz) bestimmt erreichen sollte.
ST

Sonntag, 31. Aug. 1958
Punktspiel VfL Oldesloe - SV Friedrichsort 2:8 (1:2)

Friedrichsort imponierte mit 8:2-Sieg. Oldesloe aber 40 Minuten mit zehn Spielern. Gefährlicher Rolf Geertz. Es war ein rechtes Verhängnis für die Oldesloer, als sie in der 50. Minute ihren Verteidiger Lindemann wegen einer inneren Verletzung verloren. Bis dahin (Friedrichsort führte erst 2:1) sah es nicht nach einer so hohen Niederlage aus. Damit soll nicht gesagt sein, daß der Gastgeber technisch und überhaupt in der Gesamtspielan-lage gleichwertig war. Nein, auch bis zur Halbzeit zeigte sich beim Gast die größere Reife und Routine. Der 8:2-Sieg, wenn auch nicht ganz in dieser Höhe, ist verdient. Der VfL, mit dreifachem Ersatz (für Gonska im Tor Dau, für Wendt bzw. Moser erstmalig Clasen als Mittelstürmer und für Verteidiger Korn Nachwuchsspieler Vierkant), zeigte nicht die Leistungen der Vorsonntage. Friedrichsort dagegen imponierte mächtig!

Obgleich die Oldesloer die Führung übernahmen, zeichnete sich bald die bessere Spielweise des Tabellenführers ab. Er war schneller, spritziger und im Angriff gefährlicher. Es ist auf jeden Fall eine Mannschaft mit Zukunft, in der Schöttke und Schulz klug verteidigten, immer bemüht waren, bereits aus der Abwehr heraus aufzubauen und die dazu blitzgefährlichen Stürmer besitzt. Vor allem Rolf Geertz und Horn, die kaum einmal versagten, aber auch Humburg und Schulte, die nach dem Ausfall von Lindemann gefährlich waren. Bodtke hatte Pech mit seinen Torschüssen. Torwart Schramm hatte wenig Arbeit. Beide Außenläufer in der Abwehr wie im Aufbau und im Offensivspiel gut. Helmut Geertz hatte mit seinem Gegner Clasen keine Schwierigkeiten.

Der VfL hatte einen ausgezeichneten Start, vergab gleich einige Chancen. Meins war in seinen Leistungen nicht wiederzuerkennen. Er wirkte irgendwie gehemmt, vielleicht, weil er seine Verletzung noch nicht ausgeheilt hat. Selten nur, daß eine Flanke, wie sonst von ihm gewohnt, richtig ankam, und sein Zusammenspiel mit dem auch diesmal sehr gut gefallenden Lütge war recht harmlos. König hatte seine liebe Not mit Schöttke und Liedtke spielte nach seinem Führungstor meistens hinten nach dem Ausfall von Lindemann. Clasen erstmalig im Sturm war sehr eifrig, aber konnte sich bei seinem Gegner nicht durchsetzen. Gut Stopper Petersen, der mit Lindemann im ersten Durchgang ein Glanzstück der Oldesloer Abwehr darstellte. Dagegen fehlte es beim Ersatzmann Vierkant an Erfahrung, und man muß sagen, daß der routinierte Rolf Geertz keinen großen Widerstand hatte. Ersatztorwart Dau war kein Gonska, denn drei Tore hätte er verhindern können. Von den beiden Außenläufern konnte Nußkern mit seinem Störungsspiel gefallen.

In diesem Spiel zeigte es sich, daß der VfL gegen eine Spitzenmannschaft mit seiner kämpferischen Einstellung allein nicht zum Zuge kommt.
SPM

VfL Oldesloe: Uwe Dau - Dieter Vierkant, Wilhelm Lindemann - Karl-Heinz Nußkern, Werner Petersen, Roland Erbs - Herbert Meins, Egon Lütge, Bertold Clasen, Alfred Liedtke, Dieter König.
SV Friedrichsort: Schramm - Schöttke, Schulz - Klose, Helmut Geertz, Wildfang - Humburg, Schulte, Bodtke, Horn, Rolf Geertz. Tore: 1:0 Lütge (24.), 1:1 Rolf Geertz (29.), 1:2 Schulte (39.), 1:3 Rolf Geertz (58.), 1:4 Bodtke (76.), 1:5 Horn (69.), 1:6 Schulte (78.), 2:6 Lütge (80.), 2:7 Rolf Geertz (86.), 2:8 Horn (89.). - Schiedsrichter: Weiß (Rendsburg). - Zuschauer: 2000.

Samstag, 6. Sept. 1958
VfL in Lübeck.

Schon heute um 17 Uhr stehen sich in Lübeck im ATSV-Stadion der ATSV Lübeck und der VfL Oldesloe gegenüber, die am Vorsonntag beide hohe Niederlagen hinnehmen mußten: ATSV 1:3 in Flensburg und der VfL 2:8 gegen Friedrichsort. Ihre bisherigen Leistungen: ATSV 1:1, 1:0, 1:3 und der VfL 0:4, 2:1, 4:1, 2:8. Ausfälle durch Verletzungen, Formschwankungen infolge Wechsels in der Besetzung waren die Gründe für die unterschiedlichen Leistungen. Vier Ergebnisse der beiden aus dem Lübecker Bereich: Gegen Schwartau 1:0 für ATSV, für VfL 4:1, gegen Rot-Weiß Moisling für ATSV 1:0 und für den VfL 3:1 (im Aufstiegsspiel). Noch erreichte der ATSV nicht die Form seiner eindrucksvollen zweiten Spielserie des Vorjahres (sechster Tabellenplatz). Der VfL kam durch seine kämpferische Einstellung zu zwei nichtgeahnten Siegen, aber durch Mißgeschick auch zu zwei hohen Niederlagen. Der VfL spielt erstmalig mit Horst Liedtke für den verletzten Lindemann. Wenn die Oldesloer eisern decken und außerdem im Angriff betont über die Flügel spielen, könnten sie ein gutes Ergebnis mit nach Haus bringen, zumal Horst Liedtke in den Ib-Spielen erkennen ließ, daß man sich auf ihn verlassen kann.
ST

Samstag, 6. Sept. 1958
Punktspiel ATSV Lübeck - VfL Oldesloe 2:1 (0:0)

Ein Spiel voller Farbe und Spannung. Köpckes haltbarer 20-Meter-Schuß schlug Oldesloe. Ein Spiel voller Farbe, prickelnden Torraumszenen und Spannung! Das Beste vielleicht, das dieser neue Platz des ATSV bisher sah! Prachtvoll vor allem die zweite Halbzeit mit dem erregenden Auftakt: 49. Minute 1:0 für Oldesloe, 53. Minute 1:1, 54. Minute Elfmeter für ATSV, den Köpcke - neben das Tor setzte!

Nicht minder dramatisch der Abschluß! In der 83. Minute machte Köpcke seine Elfmeter-Panne aus der 54. Minute wieder wett, denn sein Flachschuß, der allerdings keineswegs unhaltbar schien, führte zum alles entscheidenden 2:1. Was sich dann aber in diesen letzten sieben Minuten noch abspielte, war einfach toll! Jede Mannschaft hatte in dieser Schlußphase noch Chancen für zwei "dicke" Tore!

Nimmt man alles in allem, dann hat der ATSV aufgrund seiner großartigen Steigerung in der zweiten Halbzeit verdient gewonnen. Der VfL Oldesloe ist in Ehren unterlegen. Die Mannschaft hat - besonders in der ersten Halbzeit - mit ihrem technisch gefälligen Spiel Eindruck gemacht. Es steckt viel gutes Material in dieser vorbildlich fairen Elf, das jedoch noch reifen muß. Es fehlt - wo sollte es auch so schnell herkommen? - die Erfahrung, die Härte. Und im Sturm ein Vollstrecker!

ATSV begann zerfahren. Es fehlte der Aufbau aus der Abwehr heraus. Nach dem Seitenwechsel wußte sich die Elf jedoch prachtvoll zu steigern. Der fleißige Bibow und der erstaunlich verbesserte Scheewe machten mächtig viel Wind, die unverwüstlichen Senioren Bollmann und Michallek warfen ihren Angriff, wo auch Köpcke endlich auftaute, immer wieder nach vorn. Nur mit Glück verhinderte der VfL weitere Gegentreffer! Nur Ohlsen, Melahn und Thiel blieben unter ihrer Normalform.

Oldesloe hat keineswegs enttäuscht. Die Abwehr (ohne Lindemann!) ließ gewisse Schwächen erkennen, Torwart Gonska (mitunter imponierend sicher, dann aber wieder leichte Bälle prallen lassend!) eingeschlossen. Der Sturm hatte ein paar verblüffend gute Szenen, es wurde aber zuviel gefummelt auf engstem Raum - und zu sehr in die Breite gespielt! Und zu wenig geschossen! Der kleine, hochbegabte Liedtke sündigte auf diesem Gebiet am meisten. Dennoch war er mit seinem blonden Nebenmann König der Beste in der sympathischen Mannschaft.

Fazit: der ATSV wird in diesem Jahr kaum wieder so viel Sorgen bekommen wie in der letzten Saison! Und der VfL wird gewiß seinen Weg machen, wenn er auch noch allerhand Lehrgeld wird zahlen müssen. Aber absteigen brauchen die Oldesloer mit diesem Material nie und nimmer!
SPM

VfL Oldesloe: Gert Gonska - Horst Korn, Erich Moser - Karl-Heinz Nußkern, Werner Petersen, Karl-August Wilkens - Herbert Meins, Egon Lütge, Heinz Wendt, Alfred Liedtke, Dieter König.
Tore: 0:1 Alfred Liedtke (49.), 1:1 Bibow (53.), 2:1 Köpcke (83.). - Schiedsrichter: Dreyer (Kiel). - Zuschauer: 1200.

Samstag, 13. Sept. 1958
VfL noch ohne Lindemann.

Favoritentöter Olympia im Stadion. Von den drei diesjährigen Neulingen der 1. Amateurliga stehen sich morgen um 15 Uhr im Oldesloer Stadion der VfL Oldesloe und Olympia Neumünster gegenüber. Im Aufstiegskampf unterlag der VfL dem Gast 3:4. Olympia hat sich in den bisherigen Punktkämpfen ohne wesentliche Mannschaftsänderung den dritten Tabellenplatz erkämpft, u.a. den VfB Lübeck und Holstein Kiel Amateure besiegt und sich damit den Ruf eines Favoritentöters errungen. Der VfL auf dem elften und Rot-Weiß Moisling (als dritter Aufsteiger) auf dem letzten Tabellenplatz hatten dagegen weniger Glück. Der VfL steht also morgen vor keiner leichten Aufgabe, zumal er immer noch Verteidiger Lindemann und vielleicht auch König ersetzen muß. Die große Frage lautet, ob der VfL-Sturm sich zu einer besseren Zusammen-arbeit als am Vorsonnabend findet, um die gute Gästeabwehr zu durchbrechen, und ob die Oldesloer Hintermannschaft sich auf die weiträumige, zielstrebige Spielweise der Gäste einstellen kann. Nur dann sollte auch der Gastgeber Erfolgsaussichten haben.
ST

Sonntag, 14. Sept. 1958
Punktspiel VfL Oldesloe - Olympia Neumünster 3:1 (0:0)

Oldesloer Stürmer schossen endlich wieder. Schußpech und Gonskas Bravour ließen den Gast scheitern. Nach den überzeugenden Siegen von Olympia Neumünster über VfB Lübeck (5:2), Holstein Kiel Amateure (4:3) und VfR Neumünster Amateure (2:1) war man auf den Tabellendritten, der durch einen Sieg über die Oldesloer die Tabellenführung hätte übernehmen können, natürlich besonders gespannt. Was die beiden Neulinge zeigten, war hervorragend. Die Punkte aber blieben mit 3:1 in Oldesloe.

Der VfL-Sturm, endlich wieder schußfreudig, bewies, daß er, wenn es darauf ankommt, auch erfolgreich spielen kann. Der Sieg war daher verdient. Obgleich die Olympianer gleichwertig aufspielten, scheiterten sie an ihrem Schußpech, an dem unüberwindlichen Torwart Gonska und daran, daß die konditionsstarken Oldesloer sich auch durch Bollers Führungstor nicht beirren ließen.

Schon in den ersten fünf Minuten entwickelte sich ein dramatischer Kampf vor beiden Toren. Die VfL-Hintermannschaft wurde von Carl und Timm erheblich unter Druck gesetzt. Eine Bombe von Timm prallte ab, den Nachschuß konnte Gonska meistern. Im Gegenzug wurde Liedtkes Bombe zur Ecke abgewehrt. Wiederholt konnten beide Abwehrreihen ihr Können unter Beweis stellen. Petersen hatte allerdings keinen guten Tag und mußte mehrmals Timm und Steen davonlaufen lassen. Vielleicht lag es daran, daß er bei dem erstmals mitwirkenden Horst Liedtke (für Lindemann) aushelfen mußte, der zu offensiv spielte. Wilkens fiel durch seine un-ermüdliche Auf- und Störungsarbeit auf. Der Sturm wies keine Schwächen auf, auch dann nicht, als Moser bzw. Lütge und Meins vorübergehend wegen Verletzung vom Platz mußten.

Die Olympianer waren insgesamt keineswegs schlechter, spielten sehr schnell, legten aber zu viel Verschnaufpausen ein, die die Oldesloer besonders ausnutzten. Holm war kein Meister wie Gonska. Carl, Timm und Steen hatten viele Chancen vor den Füßen, aber ihre Schüsse, wenn auch scharf, verfehlten immer ihr Ziel. Die Außenläufer Schmahl und Ferch rackerten sich unermüdlich ab. Leider verschuldete Schröder mehrere Fouls. Die beiden Verteidiger Rarrek und Reetz waren sehr emsig und verhüteten eine höhere Niederlage.

Beste Spieler beim VfL: Wilkens, Gonska und Moser; bei Olympia: Timm, Steen und Rarrek. SPM VfL Oldesloe: Gert Gonska - Horst Korn, Horst Liedtke - Karl-Heinz Nußkern, Werner Petersen, Karl-August Wilkens - Herbert Meins, Egon Lütge, Erich Moser, Alfred Liedtke, Dieter König.
Tore: 0:1 Boller (60.), 1:1 Alfred Liedtke (68.), 2:1 Moser (70.), 3:1 Moser (84.). - Schiedsrichter: Wolf (Kiel). - Zuschauer: 1600.

Samstag, 20. Sept. 1958
Nimmt der VfL Revanche für 1957?

Keine leichte Aufgabe gegen Kilia. Wenigstens ein Punkt? Der VfL Oldesloe steht in den kommenden drei Spielen vor schweren Hürden: Kilia Kiel, Heider SV und Schleswig 06. Nach dem 3:1-Sieg am Vorsonntag über Olympia Neumünster geht es morgen zunächst nach Kiel. Die Kilianer vom Hasseldieksdamm landeten zuletzt einen 9:1-Sieg gegen den Neuling Rot-Weiß Moisling. Es war ihr erster Sieg in dieser Saison, aber sie stehen dennoch punktgleich mit dem VfL (6:6). Drei Heimspiele gingen unentschieden aus. Hat der VfL diesmal Erfolgsaussichten?

Sieben Spieler von jeder Mannschaft wirkten am 11. Aug. 1957 schon im Qualifikationsspiel in Malente mit, das den Kielern (Anm.: nach einem 5:2-Sieg) den Aufstieg und den Oldesloern das Nachsehen brachte. Der Gastgeber hat in den Spielern Bygand, Tietze, Jaksch, Dorow alte erfahrene Fußballhasen, die vom Toreschießen etwas verstehen. Doch der VfL-Sturm ist inzwischen stärker geworden. In der Besetzung des Vorsonn-tags ist ihm zumindest ein Teilerfolg zuzutrauen.
ST

Samstag, 20. Sept. 1958
Erfolgreicher Trainer

Trainingsleiter Artur Jantz vom VfL Oldesloe, der seine Elf ungeschlagen durch die vorjährige Punktrunde brachte und ihr anschließend zum Aufstieg in die Amateurliga verhalf, legte jetzt nach zweijähriger Vorbereitungszeit seine Prüfung als "Übungsleiter A" ab. Er ist nunmehr berechtigt, alle Mannschaften bis einschließlich Oberliga gegen Bezahlung zu trainieren.
ST

Sonntag, 21. Sept. 1958
Punktspiel Kilia Kiel - VfL Oldesloe 1:1 (1:0)

Peters rettete für Wittmaack auf der Linie. Gerechtes 1:1 zwischen Kilia und dem Aufsteiger VfL. Keinesfalls den Amateurliga-Ansprüchen genügte die Begegnung zwischen Kilia Kiel und dem VfL Oldesloe! Beide Mann-schaften konnten keinesfalls an die in früheren Spielen gezeigten Leistungen anknüpfen und trennten sich - Kilia hatte vor der Pause ein deutliches Übergewicht, Oldesloe nach Wiederanpfiff - mit einem gerechten 1:1.

Beide Sturmreihen überboten sich an Harmlosigkeit und die Abwehrreihen hatten keine Mühe, die Stürmer in Schach zu halten. Erst nachdem Alfred Liedtke in der 79. Minute den Ausgleichstreffer geschossen hatte, bekam das Spiel Farbe, obgleich beide Mannschaften konditionsmäßig am Ende waren. Bei Kilia fiel die linke Sturmseite mit Tietze und Bygand, die beim 9:1 gegen Moisling noch so groß in Fahrt war, aus, und auch Verteidiger Timmke hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt.

Bei den Oldesloern konnten nur der Eifer und das unaufhörliche Drängen auf den Ausgleich gefallen. Fast hätte es in den Schlußminuten zum Siegtreffer für die Oldesloer gereicht, aber Peters vereitelte die Gelegenheit, als er den Ball für seinen bereits geschlagenen Torwart Wittmaack über das Tor köpfte. Großartig in Form war bei den Kilianern nur Drews, mit Abstand Dorow und Jaksch. Bei den Oldesloern, für die dieses 1:1 zweifelsohne ein Erfolg bedeutet, war es vor allen Dingen Gonska, der durch gewagte Paraden schon vor der Pause einen größeren Rückstand verhinderte. Nach ihm sind noch König und Wilkens zu nennen. SPM VfL Oldesloe: Gert Gonska - Horst Korn, Horst Liedtke - Karl-Heinz Nußkern, Werner Petersen, Karl-August Wilkens - Herbert Meins, Egon Lütge, Erich Moser, Alfred Liedtke, Dieter König.
Tore: 1:0 Tietze (34.), 1:1 Alfred Liedtke (79.). - Schiedsrichter: Weinand (Lübeck). - Zuschauer: 900.

Samstag, 27. Sept. 1958
Heider SV in der Favoritenrolle.

Der VfL Oldesloe empfängt morgen um 15 Uhr Titelverteidiger Heider SV, der nach seinem 4:1-Heimsieg am Mittwoch über den ATSV Lübeck nach drei Ruheta-gen zum zweiten Punktkampf antreten muß. Nicht gerade angenehm für den Ex-Oberligisten, dem man aber dennoch die Favoritenrolle im bevorstehenden Kampf einräumt.

Der Gast konnte in seinen bisherigen drei Auswärtsspielen (alle 0:0) nicht gerade überzeugen. Dennoch rückte er durch seinen Mittwoch-Sieg vom elften auf den dritten Tabellenplatz. Bis zur endgültigen Tabellenführung ist es nur noch ein kurzer Weg. Der VfL steht vor seiner bisher schwersten Aufgabe. Er wird vor heimischer Kulisse mit einer besseren Sturmleistung als am Vorsonntag gegen Kilia (1:1) und konsequenter Abwehr aber zumindest ehrenvoll abschneiden, denn gerade gegen große Gegner konnte er bisher überzeugen.
ST

Sonntag, 28. Sept. 1958
Punktspiel VfL Oldesloe - Heider SV 1:5 (1:2)

Oldesloe vom Heider SV begeistert. 5:1 - wer hätte das gedacht? Der erste Auswärtssieg für den Titelverteidiger! Nach den bisher unentschieden verlaufenen drei Auswärtsspielen setzte sich der Titelverteidiger Heider SV beim Neuling VfL Oldesloe mit 5:1 durch und kam damit zu einem eindeutig verdienten Sieg. Der VfL mischte bis zum Wechsel eifrig mit und hätte den Chancen nach bis zur Pause nicht im Rückstand zu liegen brau-chen. Als dann aber die Gäste im zweiten Durchgang ein Klassespiel servierten, war es für den Neuling doch zu viel.

Wer beim Wiederanpfiff noch an einen Erfolg der Oldesloe geglaubt hatte, sah sich schwer enttäuscht. Das Publikum schwärmte für den Vorjahresmeister und vergaß ganz, daß seine Mannschaft an diesem herrlichen Spätsommertag vom "kleinen HSV" im letzten Durchgang schier deklassiert wurde. Es war wirklich ein meisterliches Spiel, daß die Gäste zeigten. Der VfL paßte sich der Spielweise der Gäste zunächst an, das heißt aus der Tiefe heraus auf kürzestem Wege zum Erfolg zu kommen, ließ die Heider eine volle Halbzeit lang ihr gewohntes Spiel aber nicht finden und brachte sie zur allgemeinen Überraschung zuweilen in böse Bedrängnis.

Otto hatte Arbeit über Arbeit, denn Lütge und Liedtke (beste Stürmer beim VfL) brannten wieselflink mit ihren Angriffen durch. Lütges Vorzüge, der nie erlahmende Fleiß und das sichere Auge für das Realisieren von Torchancen machten sich bemerkbar, und wieder erzielte er den verdienten Ausgleich. König, wie immer sehr schnell, schadete sich mehrmals durch seinen blinden Eifer, konnte aber dennoch überzeugen mit seinen rasanten Flankenläufen. Meins sollte endlich mehr Mumm zeigen. Auffallend schwach im Zweikampf vergab er so manche Chance. Mittelstürmer Moser war ein reiner Ausfall, so daß der VfL praktisch nur zehn Kämpfer hatte. In der Verteidigung, wieder mit Lindemann und für Korn diesmal Horst Liedtke, war Lindemann der Zuverlässigste und spielte erfolgreich gegen Harder. Horst Liedtke zeigte im ersten Durchgang brauchbare Arbeit, ließ in der zweiten Halbzeit aber nach und gab Siem zuviel Chancen. Nußkern und Wilkens waren im Stören eifrig. Petersen, immer noch ein Bollwerk im Strafraum, mußte dennoch Schmidt und Eichler davonziehen lassen. Gonska im Tor wie immer sehr reaktionsschnell, wurde aber später von der Nervosität seiner Vordermänner angesteckt.

Beim Heider SV gab es - abgesehen von Schmidt und Eichler, die im ersten Durchgang den Eindruck erweckten, als ob die beiden Spiele in vier Tagen doch wohl für sie zu viel gewesen waren - bei keinem Spieler schwache Momente. Der Kreisel lief in vollendeter Schönheit. Da waren es Scheppan, Schmidt und Eichler im zweiten Durchgang, die mit ihrem wunderbaren Dreiecksspiel Beifall auf offener Szene erhielten und Harder und Siem, die beiden Außenstürmer, die Flanken über Flanken servierten. Die beiden Außenläufer Hein und Feddrau im Aufbau wie in der Abwehr gut, überfütterten geradezu ihren Sturm mit Vorlagen. Mittelläufer Gerdau hatte dank Mosers Ausfall Zeit genug, das Spielgeschehen zu übersehen und operierte souverän in seinem Raum. Papenburg wie Reh zuverlässig und hart, nahmen Otto den größten Teil der Arbeit ab.
Beste Spieler beim VfL: Lütge, Alfred Liedtke und Lindemann; beim Heider SV: Gerdau, Schmidt und Scheppan.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Gonska - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Karl-Heinz Nußkern, Werner Petersen, Karl-August Wilkens - Herbert Meins, Egon Lütge, Erich Moser, Alfred Liedtke, Dieter König.
Heider SV: Otto - Reh, Papenburg - Hein, Gerdau, Feddrau - Harder, Scheppan, Schmidt, Eichler, Siem.
Tore: 0:1 Scheppan (22.), 1:1 Lütge (35.), 1:2 Schmidt (41.), 1:3 Eichler (56.), 1:4 Eichler (58.), 1:5 Feddrau (71.). - Schiedsrichter: Dehmel (Dänischburg). - Zuschauer: 2500.

Dienstag, 7. Okt. 1958
Anzeige.

Oldesloer Verkehrsbetriebe - Sonderfahrt nach Schleswig am Sonntag, dem 12. Okt. 1958. Eine einmalige schöne Herbstfahrt entlang der neuen Nordsüdstraße bis Kiel; Weiterfahrt durch die holsteinische Landschaft nach Eckernförde bis Schleswig; Aufenthalt zu Ihrer freien Verfügung; Besichtigung des Schlosses Gottorf, Museum, Dom, Schlei und Ligaspiel VfL Oldesloe gegen Schleswig 06. Abfahrt: Markt 10 Uhr. Sonderfahrpreis 6,50 DM.
ST

Samstag, 11. Okt. 1958
Der VfL will Revanche in Schleswig.

Oldesloer ändern ihren Sturm. Springt wenigstens ein Unentschieden heraus? Ein starkes Aufgebot Oldesloer Schlachtenbummler befördern morgen die Oldesloer Verkehrsbetriebe zum Spiel Schleswig gegen VfL Oldesloe. Durch einen Sieg über seinen Bezwinger aus dem Aufstiegsspiel vom 26. Mai 1957 (2:4) könnte sich der VfL nicht nur revanchieren, sondern auch seinen zur Zeit gar nicht so günstigen Tabellenplatz erheblich verbessern. Eine Niederlage würde ihn dagegen auf den zwölften Tabellenplatz zurückwerfen.

Der VfL steht vor keiner leichten Aufgabe, denn der Gastgeber ist, trotz seiner 1:2-Niederlage am Vorsonntag in Heide, in ausgezeichneter Verfassung. Dirigent Wulf, ferner Ohlsen, Dirks, Kähler, Thomas, Hinrichs und Pax sind wie 1957 dabei. In ihren bisherigen Heimspielen schlugen die Schleswiger vor starker heimischer Kulisse Itzehoe 3:0 und Lägerdorf 5:2.

Die Oldesloer, immer noch mit Mittelstürmersorgen beladen und deshalb bisher sehr unterschiedlich in ihren Sturmleistungen, wollen erstmalig mit Petersen und Rust im Sturm spielen, was sich nicht nachteilig auswirken dürfte. Eine gute Gesamtleistung der Elf könnte zu einem Unentschieden reichen.
ST

Sonntag, 12. Okt. 1958
Punktspiel Schleswig 06 - VfL Oldesloe 3:2 (1:0)

Elf Minuten vor Schluß Siegtor durch Thomas. Oldesloe gefiel trotz der 2:3-Niederlage sehr gut. Das Spiel auf dem Dr.-Alslev-Platz in Schleswig hat wiederum bewiesen, daß die Leistungen der 06-Mannschaft sehr unter-schiedlich sind. Nach einem sehr guten Spiel in Heide (1:2) hielt die 06-Elf diesmal nicht, was man sich von ihr versprach. Die Oldesloer dagegen bewiesen trotz der 2:3-Niederlage, daß sie mit Recht die 1. Amateurliga erkämpften und in dieser Klasse auch jederzeit einen guten Platz halten dürften.

Schleswig 06 dominierte zwar in der ersten Halbzeit, verstand es aber nicht, die Überlegenheit zahlenmäßig zum Ausdruck zu bringen. Die Mannschaft hatte nicht die Durchschlagskraft, die man von ihr erwartete. Im Sturm konnten lediglich Thomas, der jedoch den Ball zu lange hielt, und Dörbaum überzeugen. Schütte hatte oft Pech. Torwart Wulf war unsicher und Schubien hatte mit König viel Mühe.

Bei Oldesloe gefiel vor allen Dingen Torwart Gonska, der manche gefährliche Situation gut meisterte. Wegen Verletzung mußte er vorübergehend vom Platz und wurde durch Lindemann ersetzt. Im Sturm spielten Erbs, Liedtke und König am gefährlichsten, jedoch der gesamte Oldesloer Sturm war quicklebendig und sorgte für Aufregung in der Hintermannschaft des Gegners. Die Oldesloer zeigten enormen Einsatz und gaben das Spiel nicht auf. Das Fehlen des Stoppers Petersen und des Halbrechten Lütge machte sich doch bemerkbar. Die Kombinationen liefen nicht wie sonst. Vierkant für Petersen aber überzeugte durchaus, und Rust im Sturm zeigte im zweiten Durchgang sehr gute Leistungen.

Die erste Halbzeit gehörte den Schleswigern, in der zweiten Hälfte hatten aber die Oldesloer mehr vom Spiel. Erst in den letzten Minuten war Schleswig 06 wieder überlegen. Beste Spieler bei Oldesloe: Gonska, Vierkant und die schon genannten Stürmer; bei Schleswig 06: Thomas, Dirks und Dörbaum. SPM/
ST

VfL Oldesloe: Gert Gonska - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Karl-Heinz Nußkern, Dieter Vierkant, Karl-August Wilkens - Herbert Meins, Günter Rust, Roland Erbs, Alfred Liedtke, Dieter König.
Tore: 1:0 Dörbaum (12.), 2:0 Thomas (54.), 2:1 Herbert Meins (59.), 2:2 Rust (67.), 3:2 Thomas (79.). - Schiedsrichter: Schellenberg (Kiel). - Zuschauer: 1700.

Samstag, 18. Okt. 1958
Wiederholt der VfL das 3:1?

Die Oldesloer bei dem alten Moislinger Rivalen. Auf dem kleinen Moislinger Platz stehen sich morgen die beiden Neulinge Rot-Weiß Moisling und VfL Oldesloe ge-genüber, die am 15. Juni auf dem ATSV-Platz in Lübeck heiß um den Aufstieg kämpften. Damals entschied der VfL das Spiel, das ihm den Aufstieg sicherte, 3:1 für sich.

Beide spielten in den nachfolgenden Punktspielen mehr oder weniger glücklos. Rot-Weiß, nach zehn Spielen ohne Sieg am Tabellenende liegend, erkämpfte sich gegen Heider SV (0:0), VfB Lübeck (1:1) und Holstein Kiel Amateure (5:5) beachtliche Teilerfolge. Diesmal rechnet der Gastgeber bestimmt mit einem Sieg, denn was liegt näher als der Gedanke an eine Revanche für die erlittene 1:3-Niederlage.
ST

Sonntag, 19. Okt. 1958
Punktspiel Rot-Weiß Moisling - VfL Oldesloe 1:4 (1:1)

Große zweite Halbzeit des VfL Oldesloe. Imponierender 4:1-Erfolg in Moisling. Rot-Weiß Moisling hat also auch im elften Spiel den erhofften und eigentlich längst fälligen ersten Sieg nicht landen können! Aber an dieser 1:4-Niederlage gibt es nichts zu rütteln: Der VfL Oldesloe war in diesem Aufsteiger-Duell einwandfrei besser, spielte streckenweise sogar verblüffend gut auf und hat den denkbar besten Eindruck hinterlassen.

Donnerwetter, haben sich diese Oldesloer herausgemacht! Wie routiniert und sicher wurde verteidigt (und in der Abwehr begann schon der Aufbau!), wie blitzgefährlich gestürmt! Es hat geradezu Spaß gemacht, den Oldesloern in ihrer großartigen zweiten Halbzeit zuzuschauen! Und es ist wirklich so gewesen: Am Ende kamen die Moislinger mit dem 1:4 sogar noch gut davon! Zweimal allein hatte VfL-Senior Petersen großes Pech, als ein Kopfball und ein Bombenschuß wieder vom Innenpfosten ins Feld zurücksprangen. Und dann Lindemanns Weitschuß, der in der 49. Minute von der oberen Lattenkante ins Aus hüpfte! Es gab keinen schwachen Punkt in der sympathischen Elf. Wie sicher wirkte Ersatztorwart Slawski, wie prachtvoll verteidigten Lindemann und Vierkant, wie fleißig war die gesamte Mannschaft, die mitunter wunderhübsch zusammenspielte und dem Gastgeber im Kopfballspiel, in der Schnelligkeit und in technischer Beziehung klar voraus war. "Stern" der Elf war der kleine Dribblerkönig Alfred Liedtke, der zwar die Rückennummer 4 trug, aber als Halbstürmer das Spiel dirigierte. Ein Tor schoß er selbst, an zwei anderen war er maßgeblich beteiligt. Aber auch Meins und König hatten viele schöne Szenen. Die Oldesloer Mannschaft wird nie und nimmer absteigen!

Wie soll es mit den Moislingern weitergehen? In der ersten Halbzeit, "bergab" spielend, war noch Musik in den Aktionen der Rot-Weißen, brannte es einige Male lichterloh vor dem Oldesloer Kasten, lag sogar eine Pau-senführung "drin"! Wie die Elf sich dann aber nach dem Seitenwechsel das Heft aus der Hand nehmen ließ, wie sie hinten offen wie ein Scheunentor wurde und vom Angriff auf einmal gar nichts mehr zu sehen war, das stimmte doch bedenklich! In der Hintermannschaft spielten allein Seehase und Patschke gut, während Harms, Schöning und Schöneborn stark abfielen. Der Aufbau aus der Abwehr heraus fehlte ganz! Im Angriff enttäuschte der schwerfällige linke Flügel - und ihm boten sich vor der Pause gerade die besten Chancen! Füllhase und Farklas allein konnten die Kastanien auch nicht aus dem Feuer reißen!
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Alfred Liedtke, Dieter Vierkant, Günter Rust - Herbert Meins, Karl-August Wilkens, Werner Petersen, Roland Erbs, Dieter König.
Tore: 0:1 Alfred Liedtke (13.), Füllhase (20.), 1:2 König (59.), 1:3 Herbert Meins (64.), 1:4 Rust (69.). - Schiedsrichter: Piethe (Dänischburg). - Zuschauer: 1500.

Samstag, 1. Nov. 1958
Auswärtsspiele liegen Flensburg nicht.

Trotzdem keine leichte Aufgabe für den VfL. Der VfL Oldesloe, nach seinem Ruhesonntag Tabellenzehnter, wird morgen in Flensburg 08 (Tabellenelfter) einen gleichwertigen Gegner zu Gast haben. Die Flensburger kamen am Vorsonntag nur durch die Verletzung von Braun in Schleswig (2:3) knapp um den Erfolg. So spielten sie bisher: Der VfL errang in sechs Auswärts-spielen drei und in vier Heimspielen zwei erfolge. Flensburg kam in fünf Auswärtsspielen nur zu einem Sieg, und zwar gegen Schwartau 5:1, blieb dagegen in vier Heimspielen ungeschlagen.

Der Papierform nach gibt es keinen Favoriten. Es ist die erste Begegnung der Flensburger in Bad Oldesloe. Während sie voraussichtlich ohne ihren Allroundspieler Braun antreten müssen, spielt der VfL ohne Gonska, Lütge und König, dafür aber erstmalig mit dem ehemaligen Vertragsspieler Peters (früher LBV Phönix), der jetzt spielberechtigt wurde. Obgleich beide Mannschaften zur Verbesserung ihres nicht günstigen Tabellenstan-des einen Sieg benötigen, was ein kampfbetontes Spiel erwarten läßt, liegt eine Punkteteilung am nächsten. Anstoß: 14.30 Uhr.
ST

Sonntag, 2. Nov. 1958
Punktspiel VfL Oldesloe - Flensburg 08 5:0 (1:0)

Immer besser: Neuling VfL Oldesloe. 5:0-Sieger über Flensburg. Ohne Braun wird 08 Sorgen bekommen. Donnerwetter, VfL Oldesloe! Der Aufsteiger ließ dem eindrucksvollen 4:1 in Moisling ein 5:0 (!) über Flensburg 08 folgen und kletterte damit auf den siebenten Platz! Flensburg enttäuschte abermals, konnte vor allem den verletzten Braun nicht ersetzen und könnte tatsächlich noch einmal erhebliche Sorgen bekommen!

Alles in allem ein feines Spiel! Oldesloe war spielerisch keine fünf Tore besser, spielte aber druckvoller, zweckmäßiger. Die Flensburger wirkten müde, sie spielten viel zu durchsichtig und langsam. Der VfL hatte im übrigen zum ersten Male den heimgekehrten früheren Vertragsspieler des LBV Phönix, den inzwischen reamateurisierten Peters wieder dabei, der eine Verstärkung bedeutet.

Schnell und wuchtig begannen die Oldesloer. Bombenschüsse von Peters und Meins verpaßten schon in den ersten zehn Minuten dreimal knapp das Tor. Vor allem war es Peters, der mit seinen rasanten Flankenläufen Schimming schwer zusetzte, aber nicht zum Erfolg kam und im zweiten Durchgang überraschend nachließ. Rechtsaußen Meins hatte dann bessere Szenen, und seine Flanken und Abgaben zeugten von einem hohen technischen Können. Alfred Liedtke spielte sich sehr gut mit Peters ein, und beide waren für Peper die gefährlichsten Stürmer. Petersen fand sich in seiner Rolle als Mittelstürmer erst im zweiten Durchgang, konnte dann aber beweisen, daß er mit seinen 36 Jahren immer noch seinen Mann steht. "Bomber" Rust hatte viel Pech; im ersten Durchgang durchaus schöne Momente, verlor er nach der Pause die Übersicht, und seine Abgaben kamen meist an die falsche Adresse. Die Hintermannschaft war ohne Fehler. So eindrucksvoll hat man sie selten gesehen! Horst Liedtke schoß als Verteidiger sein erstes Tor! Beide Außenläufer und Vierkant wurden ihrer Aufgabe voll und ganz gerecht. Torwart Slawski hatte weniger Arbeit als sein Kollege Peper, konnte aber dennoch mehrmals die Gefahr meistern und sein Gehäuse sauber halten. Bei den Flensburgern zeigten neben Tams, der das ganze Spiel dirigierte, nur noch Hansen im Sturm und Schimming in der Verteidigung brauchbare Arbeit. Im Mittelfeld den Oldesloern fast gleichwertig, versagte der Flensburger Sturm im gegnerischen Strafraum. Wahrscheinlich hatte der von Schimming verursachte Handelfmeter die Elf durcheinandergebracht. Zimmermann wirkte gegen seinen Gegner Vierkant recht schwach. Überhaupt war das Zusammenspiel der Gäste zu durchsichtig.
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Roland Erbs, Dieter Vierkant, Karl-August Wilkens - Herbert Meins, Günter Rust, Werner Petersen, Alfred Liedtke, Jürgen Peters.
Tore: 1:0 Erbs (28., Handelfmeter), 2:0 Horst Liedtke (59.), 3:0 Petersen (73.), 4:0 Petersen (76.), 5:0 Alfred Liedtke (83.). - Schiedsrichter: Fischer (Kiel). - Zuschauer: 1500.

Sonntag, 2. Nov. 1958
Meisterehrung.

In einer kleinen Feierstunde im "Central-Café" holte VfL-Fußballobmann Rudi Herzog die Ehrung für die Bezirksmeisterschaft und den Aufstieg in die Amateurliga Schleswig-Holstein aus der Saison 1957/58 nach. 15 Spieler und zwar Bertold Clasen, Roland Erbs, Gert Gonska, Dieter König, Horst Korn, Alfred Liedtke, Wilhelm Lindemann, Egon Lütge, Herbert Meins, Erich Moser, Karl-Heinz Nußkern, Bruno Pellowski, Werner Petersen, Günter Rust und Karl-August Wilkens konnten nun die Meisternadel und Urkunde aus der Hand des ersten Vorsitzenden Heinz Peters in Empfang nehmen.

Rudi Herzog würdigte in einer kurzen Ansprache die Verdienste von Horst Witt in der Jugendarbeit. Einige seiner vorjährigen Jungmannen spielen heute schon in der 1. Amateurliga. Der Obmann dankte der Meistermannschaft, ihrem Trainer Artur Jantz und allen Mitarbeitern. Er wies dann auf die erhaltene Auszeichnung hin, die im Fußballsport die höchste des Landes Schleswig-Holstein darstelle. Bei gutem Kameradschaftsgeist werde das Ziel, der Klassenerhalt, erreicht werden. Ein gemütliches Beisammensein schloß sich an.
ST

Montag, 3. Nov. 1958

Ein altes Sprichwort sagt: "Man soll den Tag nie vor dem Abend loben!" In die "Sportsprache" umgewandelt könnte es auch lauten: "Ein Fußballspiel ist immer erst mit dem Schlußpfiff beendet!"

Warum wir diese "Weisheit" hier von uns geben? Nun, am Vorsonntag befanden sich beim Amateurliga-Spiel TuS Lübeck 93 gegen VfB Lübeck unter den 5000 Zuschauern am Vormittag auch ein paar Oldesloer Beobachter, die von der Möglichkeit Gebrauch machten, ihren nächsten Punktspielgegner, den VfB, unter die Lupe zu nehmen. Trainer Artur Jantz, früher bekannter Auswahlspieler in Ostpreußen und in den letzten Kriegsjahren auch Ligaspieler beim Hamburger SV, sah, was er sehen wollte - und um rechtzeitig wieder nach Oldesloe (zum Spiel VfL Ib gegen Post) zurückzukommen, verließ man den Platz etwa 150 Sekunden vor Spielende, beim Stande von 2:1 für TuS, in der festen Überzeugung, daß in diesen letzten Sekunden gewiß nichts mehr passieren würde.

Auf dem Oldesloer Sportplatz angekommen, sprach sich diese aus Lübeck mitgebrachte sensationelle Kunde blitzschnell herum: "Der VfB hat beim ATSV Lübeck mit 1:2 verloren!" Ein Ergebnis, das immer wieder Diskussionsstoff bot. Als man dann aber am Montagmorgen in Oldesloe das "Sport-Megaphon" aufschlug, mußte man sich erst einmal die Augen reiben, denn dort stand es doch klar und deutlich: die Partie endete 2:2! Jantz hatte den Elfmeterausgleich in der 88. Minute also nicht mehr mitbekommen. Wie gesagt: man soll den Tag nie vor dem Abend loben! Aber die Oldesloer mögen sich trösten: es ist ihnen nicht allein so ergangen!
SPM

Samstag, 8. Nov. 1958
Selbst auf der Lohmühle hat der VfL Chancen.

VfB ist Favorit, aber die Oldesloer wollen ihm einheizen. Aufsteiger VfL Oldesloe fährt morgen um 9.30 Uhr mit einer stattlichen Anzahl von Schlach-tenbummlern nach Lübeck, wo er um 10.30 Uhr auf der Lohmühle dem Ex-Oberligisten VfB Lübeck gegenübersteht. 4:1 gegen Moisling und 5:0 gegen Flensburg entschied der VfL die beiden vorangegangenen Spiele für sich. Mit ersatzgeschwächter Mannschaft zeigte er überraschend gute Leistungen. Er geht deshalb auch morgen nicht aussichtlos in den Kampf, denn der Gastgeber hatte in seinen bisherigen Spielen neben Licht auch viel Schatten. So erreichte er gegen den ATSV Lübeck nur ein 2:2, gegen Moisling 1:1, gegen Kilia 1:1 und von Olympia Neumünster bezog er sogar eine 2:5-Niederlage. Allerdings ist der VfB sehr heimstark und zu Hause noch ungeschlagen. Er geht als Favorit in diesen Kampf.
ST

Sonntag, 9. Nov. 1958
Punktspiel VfB Lübeck - VfL Oldesloe 1:3 (0:2)

Selbst die Lübecker beklatschten den Oldesloer Lohmühlen-Erfolg. 1200 Oldesloer Schlachtenbummler führten Freudentänze auf. Nach dem 0:2 war der VfB dem 2:2 nahe. Dann Erbs in der 89. Minute 3:1. Das war der große Tag des VfL Oldesloe - der schönste vielleicht in der Vereinsgeschichte dieses traditionsreichen und in der Jugendarbeit so erfolgreichen Klubs! Mit 1200 Schlachtenbummlern war er zur gefürchteten Lübecker Lohmühle gekommen - aber auch mit "Herzklopfen"! Und dann schlug sich diese junge Mannschaft so großartig, spielte sie so verblüffend ruhig, geschickt und gekonnt, daß der VfB Lübeck am Ende mit 1:3 kapitulieren mußte! Nach einem spannenden, am Ende dramatischen Spiel. Und verdient, hochverdient dazu! Hut ab vor dieser VfL-Mannschaft, die vor wenigen Monaten, als der VfB der Oberliga angehörte, noch in der Bezirksliga spielte, aber so prachtvoll "mitmischte", daß am Ende sogar die Lübecker Zuschauer Beifall klatschten!

Kein Zweifel, der VfB hatte wieder einmal einen Gegner unterschätzt! Und abermals rannte er sich auf engstem Raum fest! Nach dem Oberliga-Abstieg glaubt er, schön spielen zu müssen. Das früher so erfolgreiche und oft gelobte Steilspiel, die kraftvollen Flankenläufe und weiten Schläge, die das Mittelfeld schnell überbrückten - sie fehlen heute ganz.

So kommen die Grün-Weißen nicht weiter. Ihr Spiel ist unproduktiv, langsam, durchsichtig geworden. Es fehlt auch der Elan! Und weil außerdem so junge Spieler wie Leipert, Prill, Clasen und Kröpelin, die im Oberligajahr doch so viel versprachen, in ihrer Entwicklung stehengeblieben sind, ja nachgelassen haben, außerdem jetzt auch die Abwehr Schwächen zeigt (wie leicht ist sie von schnell spielenden Stürmern zu passieren!), kam es auch gegen den VfL Oldesloe, wie es einfach kommen mußte!

Zugegeben, der VfB war meist feldüberlegen. Aber hat er damit etwas anzufangen vermocht? Nein - nichts! Denn sonst hätte der Oldesloer Torwart Pohlmeyer (der zu seinem ersten Ligaspiel kam, weil Gonska verletzt ist und Slawski in letzter Minute keinen Manöverurlaub von der Bundeswehr erhielt) mehr zu tun bekommen. Und davor hatten die Oldesloer doch die größte Angst: daß die Grün-Weißen schießen würden. Sie wußten doch, wie unerfahren ihr Schlußmann noch ist!

Der VfB hatte eine Reihe guter Chancen. Der umständliche Prill traf zum Beispiel einmal die Latte, zweimal rollte das Leder am leeren Tor vorbei, weil kein VfB-Bein da war. Und Zimdars (wie ängstlich oft!) verfehlte das leere Tor ebenso wie Treumann, der in der 85. Minute die große Chance zum 2:2 vergab, als er unmittelbar vor der Torlinie stehend über die Latte köpfte!

Aber gewonnen haben die Oldesloer dennoch verdient. Weil sie klüger, schneller, erfolgreicher spielten, besser kämpften - weil sie eben eine echte Mannschaft waren! Dieser Oldesloer Elf gebührt ein dreifaches "Bravo"! Wie großartig spielte die Abwehr, in der Vierkant wie ein Fels stand, beide Verteidiger schneidig und erfolgreich immer wieder für Luft sorgten und in der auch beide Außenläufer wie die Pferde "ackerten". Meist wurde sie noch durch den blonden Peters (dem ehemaligen Phönix-Vertragsspieler) verstärkt, der eine eindrucksvolle Partie hinlegte.

Und wie gescheit, wie blitzgefährlich stieß der blau-weiße Angriff immer wieder aus der Tiefe heraus durch! Ein großartiger Techniker ist der kleine Dribbelkönig Liedtke. König und Meins haben das Zeug dazu, über-durchschnittliche Außenstürmer zu werden. Und dann Senior Petersen, der 36jährige Geflügelzüchter aus Stubben: er behielt zweimal die Nerven - und schon lag der VfB 0:2 hinten. Es war seine "Sternstunde."

Als der VfB nach der Pause durch Leipert auf 1:2 herankam, endlich aufwachte und auf einmal jene "Sportfreunde" auf den Rängen, die gerade zuvor den VfB noch ausgepfiffen hatten, sich urplötzlich wieder die Kehlen für den VfB heiser schrien, lag ein 2:2 mehr als einmal in der Luft, mußte der VfL schwer verteidigen und Ecke auf Ecke abwehren. Aber immer wieder stieß er vor, brachte er die erschreckend unsichere VfB-Abwehr durcheinander. Und die Freudentänze, die 1200 Oldesloer dann nach dem erlösenden "Sonntagsschuß" von Erbs in der 89. Minute (und dann nach dem Abpfiff) aufführten, sind einfach nicht zu beschreiben. Wetten, daß am Sonntagabend in Oldesloe das Bier in Stömen floß?

In der 20. Minute bahnte sich die Sensation an. Ein Freistoß Petersens aus 20 Metern Entfernung - von Hoppe verursacht - landete unter dem Jubel des Oldesloer Anhangs in Felgenhauers Gehäuse. Bei einem Gegen-angriff in der 40. Minute kamen die Oldesloer durch Petersen bei einem Torgeplänkel - Kröpelin hatte einen Ball unnötig springen lassen - zum zweiten Treffer. Das 1:2 erzielte Leipert mit einem Bombenschuß nach einer von Prill mit dem Kopf verlängerten Flanke von Meyer. Als die Zuschauer mit dem Ausgleichstreffer des VfB rechnete, bombte Erbs aus 35 Metern Entfernung den dritten Treffer für den VfL. Felgenhauer, immer noch ein Torhüter-As, konnte ihn nicht verhindern.

Um die Zukunft dieser Oldesloer Elf ist uns nicht bange. Aber beim VfB muß sich eine große Wandlung vollziehen, wenn die Elf noch einmal in den Spitzenkampf eingreifen will. Was sich Kröpelin, Prill, aber auch Schütt, Zimdars und Clasen zurechtspielten, ist einfach unverständlich. Und die "alten" Hoppe und Felgenhauer strahlten auch keine Sicherheit aus.
SPM/ST

VfB Lübeck: Felgenhauer - Hoppe, Buurma - Meyer, Kröpelin, Prill - Leipert, Schütt, Zimdars, Clasen, Treumann.
VfL Oldesloe: Günter Pohlmeyer - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Karl-August Wilkens, Dieter Vierkant, Roland Erbs - Herbert Meins, Alfred Liedtke, Werner Petersen, Jürgen Peters, Dieter König.
Tore: 0:1 Petersen (20.), 0:2 Petersen (40.), 1:2 Leipert (55.), 1:3 Erbs (89.). - Schiedsrichter: Kaufmann (Lübeck). - Zuschauer: 5000 am Vormittag.

Montag, 10. Nov. 1958

Die große Amateurliga-Sensation des Sonntags: der 3:1-Sieg des erneut großartig gefallenden VfL Oldesloe beim VfB Lübeck. Die aus der Oberliga abgestiegenen VfBer blieben damit gegen alle drei Amateurliga-Aufsteiger ohne Sieg: 2:5 bei Olympia Neumünster, 1:1 in Moisling und nun dieses 1:3 gegen Oldesloe!

Die Oldesloer haben aber nicht nur eine prachtvolle Mannschaft, sondern auch echten Sportgeist. Denn sie erinnern sich noch an jenes Jahr in Oldesloe zwischen dem VfL und dem VfB im Jahre 1950 (seitdem waren diese beiden Vereine nicht wieder aufeinandergetroffen!), in dem der damalige VfB-Mittelstürmer Hermann Feike so unglücklich und schwer verletzt wurde, daß ihm ein Bein amputiert werden mußte.

Gestern brachten sie Feike nun einen großen Blumenstrauß, dazu Süßigkeiten und einen Brief, unterschrieben vom Vorstand und Mannschaftsführer, mit nach Lübeck und überreichten diese Gaben dem erstaunten Feike mit den besten Wünschen für die Zukunft. Deshalb noch einmal ein "Bravo" diesem tüchtigen Verein, dessen Jugendarbeit schlechthin vorbildlich ist und in dem ein gesunder Geist herrscht.
SPM

Samstag, 15. Nov. 1958
Ein Fußballgast mit großem Namen.

Eimsbütteler TV morgen beim VfL. Die Liga des VfL Oldesloe hat für morgen 14 Uhr den Eimsbütteler TV zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Nachdem die VfL-Elf am Vorsonntag den VfB Lübeck sensationell 3:1 schlagen konnte, hat sie es diesmal mit einem vermutlich weit stärkeren Gegner zu tun. Der ETV hat sich in Bestbesetzung angemeldet. Die Elf ist in zwölf Punktspielen nur einmal geschlagen worden. Der VfL darf aber nicht unterschätzt werden. Er hat diesen Hamburger Spitzenreiter, der früher als Oberligist unter dem Namen "Manja-Elf" von sich reden machte, eingeladen, um dem Publikum ein Klassespiel zu bieten.
ST

Sonntag, 16. Nov. 1958
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Eimsbütteler TV 1:4 (0:1)

Hamburgs Spitzenreiter ETV gefiel in Oldesloe. Das 4:1 über den VfL fiel jedoch zu hoch aus. Ein recht zügiges und farbiges Freundschaftsspiel, in dem die Technik Trumpf war, aber das Kampfbetonte zu kurz kam. Beide Mannschaften spielten verhalten, um Verletzungen zu vermeiden, was mitten in der Punktserie verständlich ist.

Das hohe 4:1 für den Hamburger Amateurliga-Spitzenreiter täuscht. Mit Schußstiefeln wie am Vorsonntag gegen den VfB Lübeck hätte der VfL bis zur Halbzeit mit 3:1 in Führung liegen können, was dem Spielgeschehen eine ganz andere Wendung gegeben hätte. "Altmeister" ETV, der von Karl Manja trainiert wird, machte erst im zweiten Durchgang seinem Namen Ehre. Bis dahin war es eine ausgeglichene Partie, ein harmloses Tor bis zum Wechsel war die ganze Ausbeute. Der VfL-Sturm spielte viel zu umständlich und zu unentschlossen und vergab dadurch Chancen über Chancen. Vielleicht hätte Gonska die drei Tore im zweiten Durchgang verhin-dern können.

Wesslowski arbeitete fehlerfrei, ebenso Riedel und Roden, die mit Stopper Lemke die Oldesloer Angriffe bremsten. Im Gäste-Sturm, unterstützt von Außenläufer Sell, waren Zietemann und Wullenweber die gefährlichsten Spieler. Schlumberger als rochierender Mittelstürmer brachte im zweiten Durchgang Ruhe und Sicherheit in seine Mannen. Ballartist Knubbe war der gefährlichste Mann am linken Flügel.

Beim VfL klappte es nicht im Sturm. Mit Ausnahme der beiden wieselflinken Peters und König wurden im ersten Durchgang durch zuviel Fummelei die echten Torchancen vergeben. Vor allem Meins und Liedtke spielten unkonzentriert und verpaßten zählbare Erfolge, weil sie nicht schossen. Petersen hatte in Lemke einen guten Bewacher und kam deshalb nicht zum Zuge. Bester Mann beim VfL war ohne Zweifel Stopper Vierkant. Blie-benich, erstmalig in der Verteidigung, machte, obgleich er am vierten Treffer nicht ganz schuldlos war, seine Sache ganz ordentlich. Lindemann war wie immer stark. Beide Außenläufer ließen sich zunächst das hohe Spiel aufdrängen, konnten aber im Aufbau gefallen. Gonskas Leistungen befriedigten.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Gonska (Siegfried Slawski) - Wolf-Dieter Bliebenich, Wilhelm Lindemann - Karl-Heinz Nußkern, Dieter Vierkant, Roland Erbs - Herbert Meins, Alfred Liedtke, Werner Petersen, Jürgen Peters, Dieter König.
Tore: 0:1 Schlumberger (31.), 2:0 Schlumberger (72.), 0:3 Knubbe (75.), 1:3 Eigentor Riedel (85.), 1:4 Wullenweber (88.). - Schiedsrichter: Weinand (Lübeck). - Zuschauer: 1300.

Samstag, 22. Nov. 1958
VfB Kiel nicht unterschätzen!

Er wird dem VfL die Punkte nicht schenken. Der VfL Oldesloe hat morgen den ersten der drei Kieler Vertreter der Amateurliga, den VfB Kiel, zu Gast, der zuletzt zwei Heimniederlagen hinnehmen mußte, und zwar 1:4 gegen die Amateure des VfR Neumünster und 0:3 gegen Schleswig 06. Der Ausfall des Mittelläufers Busch und die starke Umstellung der Mannschaft machten sich in seinen Spielen nachteilig bemerkbar.

Die junge, schnelle und technisch versierte Elf, die bisher einen Platz in dem oberen Teil der Tabelle hatte, fiel auf den elften Platz zurück. Beachtenswert waren vorher ihr 0:0 gegen Heider SV und die Auswärtsergebnisse gegen Lägerdorf 4:1, Schwartau 1:1 und Kilia 2:2. Sollte der VfL-Sturm morgen seinen guten Tag haben, liegt für ihn eine Erfolgschance in diesem Spiel. Das Gegenteil wäre der Fall, wenn die Hintermannschaft der Gäste, in der vor allem die Läuferreihe Möller, Busch und Purucker, die eine gute Aufbau- und Abwehrrolle spielt, vom VfL unterschätzt würde.
ST

Sonntag, 23. Nov. 1958
Punktspiel VfL Oldesloe - VfB Kiel 5:3 (3:1)

Oldesloe ließ auch VfB Kiel "abblitzen"! VfB mit 3:5 noch gut bedient. Wieder zwei Petersen-Tore. Es war ein kampfbetontes, leider allzu hartes Spiel, das im ersten Durchgang auf hohem Niveau stand, nach der Pause aber nur noch in den letzten 20 Minuten gefallen konnte. Der Aufsteiger hatte durchweg mehr vom Spiel, konnte seine Chancen im zweiten Durchgang aber nicht mehr so nutzen wie vor der Pause, weil ihm einfach die Kraft fehlte.

Die Kieler (mit umgestellter Mannschaft!) zeigten schwache Leistungen und hatten Glück, daß die Oldesloer zu Beginn des zweiten Durchgangs "versagten". Bei etwas besseren Sturmleistungen hätte der Gastgeber weit höher gewinnen können. Andererseits standen die Gäste zehn Minuten vor Schluß auch kurz vor dem Ausgleich.

Die Kieler Defensivtaktik ging nicht auf. Zwar kamen sie durch das Eigentor von Wilkens gleich zu Beginn zur 1:0-Führung, aber dann sah man schon, daß es nicht gut für sie ausgehen würde. Mit vier bzw. nur drei Mann im Sturm war gegen die Oldesloer Abwehr nichts auszurichten! So sehr sich Reibe und Büll auch bemühten, ihre Flanken anzubringen - sie kamen meist an die falsche Adresse. Haltenhof und vor allem Willroth bemühten sich umsonst, an den Ball zu kommen, aber immer wieder war ein Bein der VfL-Abwehr dazwischen. Apsel überzeugte durchaus, wirkte aber zu langsam. Bester Teil der Kieler war die Läuferreihe, in der "Hein" Busch als Stopper Hervorragendes leistete. Buttgereit und Möller, die im Aufbau zwar etwas ungenau waren und deren Fernschüsse keine Gefahr für das Oldesloer Gehäuse bildeten, standen in der Abwehr dennoch ihren Mann. Junge und Schönknecht waren sehr stark; Thoms hatte viel Pech mit seiner Abwehr. Im VfL-Sturm waren es Meins, Peters und Petersen, die ein großes Arbeitspensum leisteten. Königs Wert ist dadurch gesunken, daß er sich von den Grundlagen des Außenstürmerspiels - Lauern an der Außenkante, Blitzstart und rechtzeitige Abgabe - zu weit entfernt hat. Alfred Liedtke war auffallend schwach in der Kondition. Sehr geschickt Erbs, der seinen Sturm geradezu mit Vorlagen fütterte. Auch Wilkens in der Abwehr war gut. Leider passierte ihm der Schnitzer mit dem Eigentor. An den zwei Gegentreffern hatte Slawski keine Schuld. Horst Liedtke, Lindemann und Stopper Vierkant waren der stärkste Teil in der VfL-Elf.
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Roland Erbs, Dieter Vierkant, Karl-August Wilkens - Herbert Meins, Alfred Liedtke, Werner Petersen, Jürgen Peters, Dieter König.
Tore: 0:1 Eigentor Wilkens (3.), 1:1 Herbert Meins (11.), 2:1 Eigentor (14.), 3:1 König (35.), 4:1 Petersen (47.), 4:2 Möller (65.), 4:3 Büll (77.), 5:3 Petersen (84.). - Schiedsrichter: Wegener (Flensburg). - Zuschauer: 1600.

Samstag, 29. Nov. 1958
Itzehoer Hürde nur schwer zu nehmen.

Der ISV verlor in dieser Serie zu Haue erst ein Spiel. Sein letztes Auswärtsspiel in dieser Herbstserie muß der VfL Oldesloe morgen um 14 Uhr in Itzehoe gegen den Vorjahreszweiten Itzehoer SV austragen, der mit diesem Spiel bereits seine Herbstserie beendet. Der VfL hat dann noch ein Heimspiel gegen Holstein Kiel Amateure am 7. Dezember auszutragen.

Ein starker Anhang wird die VfL-Elf, die morgen um 11.30 Uhr vom Markt abfährt, nach Itzehoe begleiten. Vier Siege hintereinander konnten die VfLer für sich verbuchen, und man ist gespannt, wie der Aufsteiger gegen die Itzehoer Routiniers abschneiden wird.

Von seinem Pokalspiel, das die VfL-Elf in Bad Oldesloe verlor, sind noch Namen wie Ladendorf, Priebe, Lipp, Teichert, Lohse, Koppen, die morgen alle wieder dabei sein werden, bekannt. Zwar hat der Gastgeber an Form verloren, dennoch ist er gefährlich. Mit 4:5 unterlag er am Vorsonntag nur knapp dem VfB Lübeck. Auswärts war er überhaupt nur einmal siegreich.

Vor eigenem Publikum unterlag der ISV nur einmal, nämlich gegen VfL Schwartau 0:1. Gehandikapt durch den Ausfall ihres Torwarts Genthe (verletzt), werden die ISVer gegen den VfL allgemein favorisiert. Wir rechnen aber mit einem guten Abschneiden der Oldesloer.
ST

Sonntag, 30. Nov. 1958
Punktspiel Itzehoer SV - VfL Oldesloe 4:2 (3:1)

Itzehoe stoppte den VfL Oldesloe. Endlich klappte es im ISV-Angriff. Dennoch Lob für den VfL. Oldesloe hat sicher nicht damit gerechnet, daß ausgerechnet in Itzehoe die Erfolgsserie (der VfL war seit sechs Wochen ungeschlagen und holte sich in dieser Zeit 8:0 Punkte) gestoppt werden würde! Die Oldesloer dürfen aber die Genugtuung haben, einem Gegner unterlegen zu sein, dem sie nichts geschenkt haben, der aber einfach die bessere Tagesform brachte.

Vor allem im ersten Durchgang arbeiteten die 09er zielstrebiger und sicherten sich bei ausgeglichenem Feldspiel einen entscheidenden Vorsprung. Zwar steigerte sich der VfL nach dem Seitenwechsel und war auch dem Anschlußtreffer und dem Ausgleich einige Male nahe. Er gab sich erst geschlagen, als Martensen den alten Abstand wieder hergestellt hatte. In der Schlußphase allerdings waren die Itzehoer dann wieder eindeutig überlegen und bei etwas mehr Konzentration in der Fünferreihe hätte der Trefferrückstand für Oldesloe leicht noch klarer werden können.

Den Itzehoern war anzumerken, daß sie unter allen Umständen die Herbstrunde mit einem doppelten Punktgewinn abschließen wollten. In der Angriffsreihe wurde endlich nicht nur gespielt, sondern auch konzentriert geschossen! Die meiste Gefahr ging dabei von Schmidt aus, desgleichen auch von dem glänzend aufgelegten Lohse. Teßmann und Teichert schufteten in der Abwehr unermüdlich. Das Aufbauspiel hatte allerdings Mängel. In der Abwehr war Drews der beste Mann. Ihm nahe kam noch Lipp, während Koppen nie die rechte Einstellung zu dem ihm etwas ungewohnten Verteidigerspiel fand. Ersatzmann Rahn war reichlich unsicher, wurde zum großen Glück aber nur relativ wenig beschäftigt.

Oldesloe hat die Erwartungen in jeder Hinsicht erfüllt. Die Mannschaft war nicht nur kämpferisch recht stark, sondern verstand auch mit dem Ball umzugehen und ließ zeitweilig erkennen, zu welchen Leistungen sie in der Lage zu sein vermag. Wenn es beim VfL im Angriff nicht wie gewohnt klappte, dürfte die Umbesetzung die Ursache dafür gewesen sein. Peters war der beste des Quintetts, mit dem Drews recht viel Arbeit hatte. Nicht so stark in Erscheinung trat Petersen, obwohl er ständig rochierte und sich der Bewachung von Lipp zu entziehen versuchte. Meins, Lütge und Alfred Liedtke fehlte manchmal etwas Cleverneß, mit der sie vielleicht erfolgrei-cher hätten sein können. Die Außenläufer fanden trotz starker Beanspruchung mit der Deckung recht oft noch Gelegenheit, den Sturm wirkungsvoll zu unterstützen. Recht zuverlässig arbeitete das Verteidigerpaar, das durch Vierkant eine wertvolle Ergänzung fand. Slawski war bei den vier Toren machtlos, gefiel mit guten Paraden und verhinderte dadurch einen durchaus möglichen höheren Rückstand seiner Mannschaft.
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Roland Erbs, Dieter Vierkant, Karl-August Wilkens - Herbert Meins, Egon Lütge, Werner Petersen, Alfred Liedtke, Jürgen Peters.
Tore: 1:0 Lohse (3.), 1:1 Peters (14.), 2:1 Schmidt (15.), 3:1 von Nagaschewski (36.), 3:2 Erbs (52., Foulelfmeter), 4:2 Martensen (77.). - Schiedsrichter: Weiß (Rendsburg). - Zuschauer: 2000.

Samstag, 6. Dez. 1958
Holstein-Amateure sind auswärts stark.

Der VfL darf sich nicht sicher fühlen. Alle Verletzten wieder fit. In seinem letzten Punktspiel der Herbstserie hat der VfL Oldesloe morgen um 14 Uhr die Amateure von Holstein Kiel zu Gast. Nach dem Spiel werden die Gäste gemeinsam mit ihrer Oberliga-Elf, die von Bergedorf kommt, in Bad Oldesloe ein Essen einnehmen. Vielleicht wird es für beide Mannschaften ein "Siegesschmaus"!

Vielleicht aber auch nicht, was die Amateure anbelangt, denn sie spielten bisher recht unterschiedlich. Sie waren zu Hause überraschend schwach und auswärts stark. Bei acht Heimspielen nur zwei Siege und ein Unent-schieden, das ist nicht viel. Dagegen waren die Kieler auswärts in sechs Spielen fünfmal erfolgreich. Im letzten Heimspiel unterlagen sie dem Heider SV 0:2, erzielten davor in Schleswig aber einen beachtenswerten 4:0-Sieg. Der VfL steht nach seiner 2:4-Niederlage in Itzehoe abermals vor einer schweren Hürde, die nur in bester Form genommen werden kann. Nach dem letzten Trainingsabend zu urteilen, sind auch die Verletzten des Vorsonntags wieder fit.
ST

Sonntag, 7. Dez. 1958
Punktspiel VfL Oldesloe - Holstein Kiel Am. 2:1 (2:0)

Auch Holstein strauchelte in Oldesloe. Verdientes 2:1 für VfL. Lankeits Ehrentor erst in der 89. Minute. Das Oldesloer Stadion ist nun auch für die Amateure von Holstein Kiel zur Stolperecke geworden. Mit 1:2 blieben die "Störche" auf der Strecke. Dabei hatten sie Glück, in der letzten Minute noch zum Ehrentor zu kommen.

In der starken ersten Halbzeit hätte der VfL bei etwas selbstloserer Spielweise einen weit höheren Vorsprung erzielen können. Sein spritziges und kombinationsreiches Sturmspiel konnte gefallen. Nach der Pause war er aber nicht mehr ganz so zielstrebig. Die enttäuschenden Gäste scheiterten an ihrem zu durchsichtigen hohen Spiel, außerdem war Clausen im ersten Durchgang sehr unsicher.

In dem kampfbetonten aber fairen Spiel kamen die Gäste mit ihrem Spiel nicht zu Rande. Der Gastgeber verstand es geschickt, aus der Tiefe heraus Angriffe vorzutragen, die dann auch zum Erfolg führten. König und Peters, sehr agil, flankten wie immer zu wenig. Meins und Alfred Liedtke konnten besonders in der ersten Halbzeit schöne Szenen bringen. Unverständlich blieb, was Meins mit seinem vielen Rochieren zum linken Flügel bezweckte. Aber dennoch zeigte der Sturm weit mehr als am Vorsonntag gegen Itzehoe. Im Lauf war es Erbs, der souverän im Mittelfeld operierte und Meyer bzw. Berczuk fein ausspielte. Sein Fernschuß (Freistoß aus 30 Metern Entfernung in die obere linke Ecke) brachte seinen Mannen auch die verdiente Führung. In der Deckung auffallend stark Lindemann und Horst Liedtke, aber besonders Stopper Vierkant, gegen den Mittelstürmer Koll nicht zum Zuge kam. Auch Slawski konnte gefallen.

Holstein fand sich eigentlich erst im zweiten Durchgang, war zeitweise auch feldüberlegen und hatte gute Chancen, die aber infolge ihres unkonzentrierten Sturmspiels im Strafraum nicht genutzt wurden. Bester Spieler im Sturm Evers, der meist zurückgezogen das Spiel regierte. Lankeit, Bischoff und Beutel konnten technisch ihren Mann stehen, am Zusammenspiel haperte es aber sehr. Im Lauf waren Kardell und Meyer die Besten, waren aber mehr in der Deckung als im Mittelfeld anzutreffen. Berczuk spielte unter Form. Warum ließ man den Gastgebern bei einem 0:2-Rückstand immer wieder das Mittelfeld und setzte nicht alles auf eine Karte wie in den letzten 15 Minuten?

Sehr gut Verteidiger Eberl, der immer wieder die "Notbremse" zog. Auch Goy (es war sein zweiter Einsatz) tat sein möglichstes. Die "Störche" hatten viel Pech mit ihren Torschüssen, vor allem Beutel, der phlegmatisch und nicht immer ganz sauber spielte, wofür er Verwarnungen erhielt.
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Roland Erbs, Dieter Vierkant, Karl-August Wilkens - Herbert Meins, Alfred Liedtke, Werner Petersen, Jürgen Peters, Dieter König.
Tore: 1:0 Erbs (30.), 2:0 Peters (36.), 2:1 Lankeit (89.). - Schiedsrichter: Imkamp (Kellinghusen). - Zuschauer: 1500.

Samstag, 13. Dez. 1958
VfL ohne Verschnaufpause nach Neumünster.

Morgen startet der VfL Oldesloe um 14 Uhr im VfR-Stadion in Neumünster seine Rückrunde, wo er in den Amateuren des VfR Neumünster einen revanchelustigen Gegner haben wird, denn diese verloren das Hinspiel 1:2.

Die Frühjahrsserie beginnt für beide Vereine mit Aufstellungssorgen. Die bisherigen Kämpfe brachten doch einen unerwartet hohen Spielerverschleiß mit sich. Außerdem machten sich zuletzt auch bei den besten Spielern Konditionsmängel bemerkbar. Der VfR Neumünster kam am Vorsonntag in einem farblosen Spiel erst kurz vor Schluß zu einem 2:0-Sieg über Rot-Weiß Moisling, und der VfL hatte am gleichen Tage viel Glück mit einem 2:1-Sieg über die Amateure Holstein Kiels.

Die Oldesloer werden morgen wahrscheinlich im Sturm ohne König und Petersen spielen müssen. Für den Ausgang dieser Partie dürften nach Einsetzen des Winterwetters auch die Platzverhältnisse eine Rolle spielen, so daß jeder Ausgang möglich ist.
ST

Sonntag, 14. Dez. 1958
Punktspiel VfR Neumünster Am. - VfL Oldesloe 6:1 (4:0)

Was war nur mit dem VfL Oldesloe? Großaufgelegte VfR-Amateure nahmen den VfL 6:1 auseinander. Es war erstaunlich, in welch schwacher Form der bisher so erfolgreiche Neuling VfL Oldesloe sich bei den Amateuren des VfR Neumünster vorstellte! Die Mannschaft wirkte auf dem matschigen Boden sehr schwerfällig, so daß die Leichtgewichte des VfR den Gegner nach Gefallen 6:1 (!!) ausspielen konnten.

Die 100 Oldesloer Schlachtenbummler, die mit nach Neumünster gekommen waren, haben ihre Mannschaft nie so schlecht gesehen! Beim VfR andererseits war gegenüber dem schlechten Spiel gegen Moisling (2:0) vorige Woche einfach nicht wiederzuerkennen, bei der Elf lief der Ball wie am Schnürchen. Es mag die Oldesloer verwirrt haben, daß der VfR sehr schnell in Führung ging. Aber immer noch hatte die Mannschaft Gelegenheit genug gehabt, sich energisch zur Wehr zu setzen; das schaffte sie aber nicht. Der VfR wurde viel besser mit dem Boden fertig, kombinierte geschickt und war vor allem schneller als die Oldesloer.

Schon bis zur Pause waren die Oldesloer mit einem 0:4-Rückstand rettungslos geschlagen. Nur ein Foulelfmeter, den Dietrich verwirkt hatte, gab den Gästen eine Torgelegenheit. Diese wurde von dem Läufer Erbs auch genutzt, aber der Sturm, der außerordentlich schwach spielte, brachte überhaupt nichts fertig! Der resolut aufräumende, stämmige Krafczyk, Mittelstürmer Riemer, der mit Vierkant so ziemlich machte was er wollte, sowie Husser waren die besten Spieler beim VfR Neumünster. Bei den Oldesloern spielte Linksverteidiger Lindemann sehr wirkungsvoll. Wenig Sicherheit zeigte Torwart Slawski. Erbs bot eine zufriedenstellende Außenläuferpartie, seine Bemühungen, den Sturm umzukrempeln, blieben erfolglos, weil kein Stürmer den Ball halten konnte. Oldesloe hatte zwar nach dem Wechsel einige Torchancen, aber alle fünf Stürmer waren nicht entschlossen genug.
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Roland Erbs, Dieter Vierkant, Kurt Meins - Herbert Meins, Alfred Liedtke, Heinz Wendt, Jürgen Peters, Karl-August Wilkens.
Tore: 1:0 Riemer (10.), 2:0 Husser (29.), 3:0 Husser (41.), 4:0 Rottgart (43.), 4:1 Erbs (65., Foulelfmeter), 5:1 Riemer (67.), 6:1 Rottgart (86.). - Schiedsrichter: Piethe (Dänischburg). - Zuschauer: 200.

Samstag, 20. Dez. 1958
"Goldenes" Tor am Goldenen Sonntag?

VfL gegen Kilia. Der VfL Oldesloe hat morgen in seinem Stadion die Elf von Kilia Kiel zu Gast (Hinrunde 1:1). Gern hätte die VfL-Mannschaft dieses Spiel am Vormittag ausgetragen, um wenigstens an einem Sonntag vor Weihnachten mit ihren Angehörigen Einkäufe machen zu können. Sie hatte aber mit ihrem Vorschlag sowohl bei dem Schleswig-Holsteinischen Fußball-verband als auch bei den Kilianern keinen Erfolg. Somit erfolgt der Anstoß um 14 Uhr.

Hoffentlich wird diese Tatsache dem Gastgeber, der am Vorsonntag eine 1:6-Niederlage bei den Amateuren des VfR Neumünster hinnehmen mußte, nicht die Kampfstimmung nehmen. Der Gegner verstand es, aus seinen 15 Heimspielen sieben Unentschieden herauszuzaubern. Am Vorsonntag kamen die Kilianer auf eigenem Platz gegen Flensburg 08 zu einem 3:2-Sieg. Vielleicht bringt der Goldene Sonntag mit einem 1:0 den Oldesloern ein "goldenes" Tor? Wir drücken die Daumen!
ST

Sonntag, 21. Dez. 1958
Punktspiel VfL Oldesloe - Kilia Kiel 1:3 (0:0)

Oldesloer Stürmer mit viel Schußpech. Dennoch gewannen die Kilianer mit 3:1 keineswegs unverdient. Nach einer torlosen Halbzeit, in der beide Mannschaften ein ausgezeichnetes Spiel lieferten, kamen die Kieler, nachdem der VfL ausgeglichen hatte, zu zwei recht glücklichen Toren, die ihnen den 3:1-Sieg brachten. Rein spielerisch waren sich beide Mannschaften gleichwertig, und bei etwas mehr Schußglück des VfL wäre ein Sieg, bestimmt ein Unentschieden für sie möglich gewesen.

Der VfL spielte gegenüber dem Vorsonntag wie ausgewechselt, vor allem im Sturm, in dem König der beste Mann war, aber Wilkens, Petersen, Wendt und Meins verstanden sich diesmal besonders gut und kombinierten wie am Schnürchen. Leider hatten sie viel Pech mit ihren Torschüssen. Daneben schien Torwart Wittmaack fast unüberwindbar. Latten- und Pfostenschüsse sowie solche, die um Haaresbreite ihr Ziel verfehlten, erschüt-terten den VfL-Sturm aber nicht. Die Außenläufer Nußkern und Erbs waren im Aufbau und Stören unermüdlich. Die Verteidiger Liedtke und Lindemann taten durchaus ihre Pflicht, waren schon besser, Stopper Vierkant befand sich in guter Form. Nicht ganz schuldlos an der Niederlage war Torwart Gonska, der zwei Tore hätte vereiteln können. Bei den Kielern spielten im Sturm Kuske, Bygand, Zyhlke und Meyer recht druckvoll, dagegen konnte Tietze das Tempo nicht ganz mithalten. Bester Teil der Gäste war die Hintermannschaft in der neben Torwart Witt-maack Timmke, Jaksch und Stopper Peters eine "Betondeckung" bildeten. Sehr gut Drews im Lauf, der aber mit seinen Freistößen Pech hatte.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Gonska - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Karl-Heinz Nußkern, Dieter Vierkant, Roland Erbs - Herbert Meins, Heinz Wendt, Werner Petersen, Karl-August Wilkens, Dieter König.
Tore: 0:1 Bygand (61.), 1:1 Petersen (75.), 1:2 Meyer (76.), 1:3 Meyer (77.). - Schiedsrichter: Wruck (Dänischburg). - Zuschauer: 1100.

Samstag, 27. Dez. 1958
Neumünster - ein heißes Pflaster für den VfL.

Nach der Niederlage gegen den VfR morgen gegen Olympia. Zum zweiten mal innerhalb von 14 Tagen wird der VfL Oldesloe morgen die Reise nach Neumünster antreten, wo er diesmal um 14 Uhr im Stadtpark gegen Olympia spielen muß. Vor zwei Wochen unterlag er dort den Amateuren des VfR Neumünster 1:6. Auch in den beiden vorangegangenen Jahren konnte er in dieser Stadt zu keinem Punkterfolg kommen (Aufstiegsspiele). Verständlich, wenn die Oldesloer diesmal mit etwas gemischten Gefühlen dorthin fahren.

Für die Olympianer, die in der Herbstrunde nur eine Heimniederlage zu verzeichnen hatten, begann die Rückrunde wie für den VfL mit zwei Niederlagen. Beide, der Gastgeber allerdings mehr als der Gast, brauchen notwendig Punkte zum Klassenerhalt. Diese Notwendigkeit dürfte sich auch in der Spielweise bemerkbar machen.

Das Hinspiel gewann der VfL 3:1. Im Aufstiegsspiel der beiden Aufsteiger unterlag der VfL dagegen 3:4. Die Platzverhältnisse im Stadtpark sind alles andere als gut, und es wäre keine Überraschung, wenn die Olympianer (13.) gegen den Tabellenachten wieder zum Erfolg kämen.
ST

Sonntag, 28. Dez. 1958
Olympia gegen Oldesloe fiel aus.

Das Spiel Olympia Neumünster gegen VfL Oldesloe wurde schon in den frühen Vormittagsstunden der schlechten Platzverhältnisse wegen abgesetzt. Die Oldesloer konnten noch rechtzeitig benachrichtigt werden, so daß sie gar nicht erst auf die Reise zu gehen brauchten (sie sahen sich dafür am Nachmittag das Lübecker Spiel VfB Lübeck gegen SV Friedrichsort - 1:0 - an!).
SPM

Samstag, 3. Jan. 1959
Oldesloes Fußballschlager: VfB Lübeck im Stadion.

Kann der VfL seinen sensationellen Lohmühlen-Sieg wiederholen? VfB ist Favorit. Morgen um 10.45 Uhr steigt das mit Spannung erwartete Rückspiel zwischen dem VfL Oldesloe und dem VfB Lübeck. In der Hinrunde unterlag der VfB auf der Lohmühle sensationell 1:3. Der VfL steht diesmal vor einer weit schwierigeren Aufgabe, da der VfB zur Zeit in Hoch-form ist. Durch einen Sieg in Oldesloe könnte er den spielfreien SV Friedrichsort vom zweiten Tabellenplatz verdrängen. Andererseits würde der VfL durch eine Niederlage, die dritte in der Rückrunde, bedrohlich in der Tabelle zurückfallen.

Obgleich der VfB als Favorit ins Spiel geht, ist der Gastgeber nicht ohne Chancen. Bekanntlich sind abstiegsgefährdete Mannschaften, vor allem in der Rückrunde, häufig sehr kampfstark. Nach der Ruhepause am Vor-sonntag werden alle Oldesloer Spieler fit sein. Vielleicht verderben sie den Lübeckern überhaupt das Konzept. - Während der Spiele im Stadion und zwar von 9 bis 12 Uhr, ist, wie der VfL mitteilt, der Weg hinter dem Stadion für den Publikumsverkehr gesperrt.
ST

Sonntag, 4. Jan. 1959
Punktspiel VfL Oldesloe - VfB Lübeck 0:2 (0:1)

In Oldesloe mußte der VfB-Anhang "zittern". Oldesloe über eine Stunde klar überlegen, dennoch gewann der VfB mit 2:0. Wer nicht mit dabei war, wird kaum ermessen können, wie schwer dem VfB Lübeck dieses 2:0 in Oldesloe gefallen ist! Über eine Stunde dominierten die Platzherren, spielten sich vor dem von Felgenhauer erneut großartig bewachten VfB-Tor die tollsten Szenen ab. Aber die Lübecker Abwehr "schluckte" alles - und der Sturm brachte das Kunststück fertig, bis zur 70. Minute mit vier echten Schüssen auf das Oldesloer Tor zwei Treffer zu erzielen: durch Treumann in der 21. Minute und Zimdars in der 70. Minute, beide Male nach Abwehrfehlern des VfL. Erst nach diesem 2:0 kam der VfB richtig in Fahrt, konnte er zeigen, was wirklich in ihm steckt. Aber über eine Stunde lang mußte der Lübecker Anhang "zittern"! Denn darüber bestehen kaum Zweifel: die Oldesloer hätten schon zur Pause glatt 3:1 führen können - ja vorn liegen müssen!

Mit diesem 2:0 landete der VfB nun seinen siebenten Sieg hintereinander (seit dem 0:1 in Friedrichsort am 16. November) und setzte sich damit erstmals auf den zweiten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Oberliga-Aufstiegsrunde berechtigt. Eine stolze, imponierende und verheißungsvolle Erfolgsserie, die in Oldesloe um ein Haar ihr Ende gefunden hätte!

Die Oldesloer haderten natürlich mit dem Schicksal. "Über eine Stunde spielten wir doch klar überlegen, und dieser VfB war heute doch gewiß zu schlagen! Aber es hat eben nicht sollen sein. Und wir dürfen auch nicht nur von Pech reden, denn wer so viele Chancen hat, dazu zwölf Ecken, darf sich nicht beklagen, wenn er dennoch kein Tor fertig bekommt!" Das war die Meinung des Oldesloer Trainers Jantz.

Der VfB hat eine Stunde lang nicht die erwartete Leistung gezeigt. Die Elf fand sich offensichtlich mit dem schweren glatten Boden nicht zurecht, ließ sich von den Oldesloern jedenfalls ganz schön durcheinander bringen. Erst nach dem 2:0, als alles entschieden war, deutete die Elf an, was sie wirklich zu leisten vermag. Da endlich wurde auch geschossen, wäre es beinahe sogar 3:0 geworden. Aber ein 0:3 - nein, das hätten die tapferen Oldesloer nun ganz gewiß nicht verdient gehabt!

Felgenhauer (zehnmal so viel beschäftigt wie sein Gegenüber Gonska!), Stopper Leipert, der große Motor Schütt (der allerdings ganz nahe vor einem Feldverweis stand!) und der junge Brinckmann - sie waren die Baumeister des VfB-Sieges. Buurma (wenn nur sein Abspiel besser wäre!) und Clasen (durch seine Verletzung leicht gehandikapt) kamen diesen am nächsten. Der Sturm hingt über eine Stunde lang förmlich in der Luft. Treumann sollte diesmal das Spiel machen. das ist nicht die richtige Aufgabe für ihn. Er muß rennen, braucht Platz! Mit Zimdars war es das alte Lied: großartig am Ball, schwach, wenn es darauf ankommt, Einsatz zu zeigen.

Die Oldesloer haben großartig gekämpft und streckenweise schön - fast zu schön gespielt! Es wurde jedoch zu viel gefummelt (selbst in der Hintermannschaft)! Und wenn Peters, König und Liedtke den Ball aus wenigen Metern nicht ins Tor bekommen können - ja, wann will man dann Tore schießen? Hätten die Oldesloer einen Vollstrecker dabei gehabt - der VfB wäre schwerlich über die Runden gekommen!

Lindemann, Petersen (begann als Doppelstopper, spielte dann Spitze und zuletzt für den verletzten Horst Liedtke wieder Verteidiger), Peters - sie waren die Oldesloer "Asse". Gonska hat seine alte Sicherheit noch nicht wiedererlangt; nur gut für den VfL, daß er über eine Stunde lang so gut wie gar nicht geprüft wurde! Vierkant sollte sich das viele Zurückspielen abgewöhnen; um ein Haar hätte es einmal ein Tor gegeben! Der bessere Mannschaftsteil war zweifelsohne die Abwehr. Der Sturm allein verlor das Spiel - er hatte wahrlich Chancen genug! Nur einmal brachte er den Ball im VfB-Netz unter - aber Präfke hatte vorher ein Handspiel gesehen und dem Treffer daraufhin die Anerkennung versagt.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Gonska - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Karl-August Wilkens, Dieter Vierkant, Roland Erbs - Herbert Meins, Alfred Liedtke, Werner Petersen, Jürgen Peters, Dieter König.
VfB Lübeck: Felgenhauer - Meyer, Buurma - Kröpelin, Leipert, Schütt - Wulf, Brinckmann, Clasen, Treumann, Zimdars.
Tore: 0:1 Treumann (21.), 0:2 Zimdars (70.). - Schiedsrichter: Präfke (Kiel). - Zuschauer: 2500 am Vormittag.

Samstag, 10. Jan. 1959
VfL darf das Schlußlicht Moisling nicht unterschätzen.

Tabellenletzter im Stadion. Die Oldesloer brauchen die beiden Punkte dringend. Morgen um 14 Uhr steht dem VfL Oldesloe nach seiner 0:2-Niederlage gegen den VfB Lübeck in Rot-Weiß Moisling ein weiterer Lübecker Vertreter gegenüber, der, wie die VfBer, in der Hinrunde der VfL-Elf 1:3 unterlag. Die Rot-Weißen bilden zwar immer noch das Schlußlicht, stellen aber mit ihrem nimmermüden Einsatz eine kampfkräftige Elf dar. Vom Ausgang dieses Spiels hängt für den VfL viel ab.

Nach der Niederlage des Vorsonntags - es war die dritte in der Rückrunde - erwartet man morgen vom VfL einen Sieg über den Tabellenletzten. Dabei setzt man voraus, daß der VfL-Sturm inzwischen gelernt hat, die erkämpften Chancen auch erfolgreich auszuwerten. Der VfL braucht aus seinen kommenden zwölf Spielen etwa zehn Punkte zum Klassenerhalt.

Die Gäste werden sich aus dem Klassenerhalt kaum noch retten können. Dennoch brachten sie es zuletzt noch fertig, den VfL Schwartau 3:1 zu schlagen. Auswärts erzielten sie bisher zwar nur zwei Unentschieden, doch machten sie ihren Gegnern das Siegen nicht leicht.
ST

Sonntag, 11. Jan. 1959
Punktspiel VfL Oldesloe - Rot-Weiß Moisling 3:1 (2:0)

Wichtige Punkte für Oldesloe. Auf schneeglattem Spielfeld zeigten beide Aufsteiger ein recht kampfbetontes Spiel. Überwiegend tonangebend war der VfL, der mit dem Einsatz von Clasen und Lütge im Sturm eine gute Wahl getroffen hatte. Beide haben großen Anteil an dem verdienten 3:1-Sieg! Die Rot-Weißen standen im ersten Durchgang zwar ihren Mann, verloren aber nach der Pause an Schneid und wirkten verspielt. Der Sieg der Oldesloer war zu keiner Zeit (selbst nach dem 2:1 nicht) gefährdet. Bei ihren Chancen hätte der Sieg höher ausfallen müssen.

Obgleich die Rot-Weißen gleich zu Beginn stark drückten, zeichnete sich doch die bessere Gesamtspielerleistung der Oldesloer ab. Nur selten sah man die Moislinger im Oldesloer Strafraum. Aufgrund ihres kämpferischen Einsatzes hatten sie den Ehrentreffer unbedingt verdient.

Ohne Zweifel war Petersen, diesmal wieder als Stopper, neben Horst Liedtke und Lindemann der Mann, der den Moislinger Sturm schier zur Verzweiflung brachte. Seine guten Vorlagen leiteten auch den Führungstreffer ein. Gonska im Tor hatte eigentlich wenig Arbeit. Patschkes Elfmeterschuß (Lindemann hatte den Ball mit der Hand an die Latte gehoben) war unhaltbar. Dieser Abwehr, die keinen schwachen Punkt hatte, hatte der Moislinger Sturm nichts entgegenzusetzen.

Der bessere Außenläufer war Erbs, der mit seinen Freistößen aber Pech hatte, Kurt Meins konnte erst im zweiten Durchgang gefallen. Kämpferisch stark, fehlte es ihm doch an der rechten Übersicht bei seinen Abgaben. Im Sturm glänzte Clasen, der in seinem zweiten Einsatz großartige Leistungen zeigte. Lütge und Herbert Meins sind auf dem besten Wege, bald wieder ihre bekannte starke Form zu erlangen. Peters und König waren zwar die agilsten Stürmer, aber es fehlte beiden an der selbstlosen Spielweise.

Die Rot-Weißen hatten in Farklas und Füllhase ihre besten Männer. Wittrichowski, zu selten angespielt, kam wenig zur Geltung. Beide Außenläufer überzeugten, spielten aber zu defensiv. Schöning war zu schwerfällig und planlos. In der Deckung war Patschke überragend, aber auch Schöneborn rettete mehrmals und konnte gefallen. Bis auf das Pech beim zweiten Treffer (nach einem Torgedränge, wobei Streng mithalf) verhütete Streng eine höhere Niederlage. Allgemein gesehen zeigten die Rot-Weißen ein Spiel, aus dem man nicht entnehmen konnte, daß sie zur Zeit die Schlußlaterne tragen.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Gonska - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Kurt Meins, Werner Petersen, Roland Erbs - Herbert Meins, Egon Lütge, Bertold Clasen, Jürgen Peters, Dieter König.
Tore: 1:0 Clasen (13.), 2:0 König (33.), 2:1 Patschke (82., Handelfmeter), 3:1 König (89.). - Schiedsrichter: Ries (Kiel). - Zuschauer: 1200.

Samstag, 17. Jan. 1959
Reelle Chancen gegen den VfB Kiel.

VfL muß reisen. Drei schwere Gegner an den nächsten Sonntagen. Nach seinen beiden Heimspielen gegen die Lübecker Vertreter VfB Lübeck (0:2) und Rot-Weiß Moisling (3:1) muß der VfL morgen um 14 Uhr auf der Waldwiese in Kiel gegen den Tabellenvorletzten VfB Kiel (12:28 Punkte) antreten. Von seinen elf vorangegangenen Spielen erzielte der Gastgeber nur einen Punkt. Diesmal bietet sich für den VfL in seinem ersten Auswärtsspiel des neuen Jahres eine Erfolgschance; seine drei nächsten Gegner TSV Lägerdorf, Heider SV und Itzehoer SV müssen ihren Leistungen nach aber wesentlich stärker eingeschätzt werden.

In der Rückrunde unterlagen die Kieler in ihren beiden Heimspielen dem VfB Lübeck 0:4 und dem Itzehoer SV 0:3. Fast in der gleichen Besetzung wie im Hinspiel gegen den VfL Oldesloe (3:5) unterlagen sie am Vorsonn-tag auch Schleswig 06 auswärts 0:4. der Gastgeber wird sich morgen selbstverständlich eine Erfolgschance gegen den Aufsteiger ausgerechnet haben. Noch könnte der VfB sich aus dem Abstiegsstrudel retten. Aber die Oldesloer (19:19) brauchen die Punkte ebenso notwendig, so daß ein harter Kampf auf der hoffentlich bespielbaren Waldwiese zu erwarten ist.
ST

Sonntag, 18. Jan. 1959
VfL Oldesloe blieb ohne Spiel.

Bis auf die Spiele TuS Lübeck gegen Holstein Kiel (2:2) und Kilia Kiel gegen Itzehoe (0:0) fielen alle Spiele der 1. Amateurliga wegen der schlechten Platzverhältnis-se aus. Der VfL Oldesloe wird somit bei guten Platzverhältnissen am kommenden Sonntag sein drittes Heimspiel im neuen Jahr gegen den TSV Lägerdorf im Oldesloer Stadion austragen.
ST

Samstag, 24. Jan. 1959 VfL will Revanche für Lägerdorfer 0:4. Können die Oldesloer die Erfolgsserie der Gäste stoppen? Der VfL Oldesloe und der TSV Lägerdorf stehen sich morgen um 14 Uhr im Stadion gegenüber. Die TSV-Elf war der erste Gegner und Bezwinger der VfL-Elf nach deren Aufstieg. Wird sich der VfL für die damals erlittene 0:4-Niederlage durch einen Sieg revanchieren können, um zwei wichtige Punkte für den Klassenerhalt zu gewinnen? 10:0 Punkte erkämpften sich die Lägerdorfer (20:18 Punkte) in ihren vorangegangenen fünf Spielen. Zuletzt schlugen sie zu Hause die Amateure des VfR Neumünster 4:0 und Kilia in Kiel 4:2. Sie pausierten seit dem 4. Januar und werden ausgeruht in den Kampf gehen.

Keine leichte Aufgabe für die VfL-Elf also. Die Oldesloer haben aber die Genugtuung, mehr als in ihren bisherigen 19 Spielen erreicht zu haben, als ihr nach der Lägerdorfer Niederlage prophezeit wurde. Damals erwartete man, daß sie aus dem unteren Drittel der Tabelle nicht herauskommen würde. Trotz der drei Niederlagen in ihren vier Rückspielen hält der VfL (19:19) immer noch den neunten Tabellenplatz. Nach der Pause des Vorsonntags geht auch er mit frischen Kräften in diesen kampf. Er könnte erfolgreich abschneiden, wenn er mit Schneid und der richtigen Taktik aufspielen sollte.
ST

Sonntag, 25. Jan. 1959
Punktspiel VfL Oldesloe - TSV Lägerdorf 2:2 (0:2)

VfL stoppte den TSV Lägerdorf. Um ein Haar Platzverweis Sickelkas. Bei guten Platzverhältnissen gab es in dem sehr harten, aber spannenden und auf hohem Niveau stehenden Spiel zwei grundverschiedene Halbzeiten. Während im ersten Durchgang der TSV zu zwei Toren kam, konnte der VfL nach dem Wechsel nicht nur ausgleichen, sondern auch das Kommando übernehmen. Er hätte bei etwas mehr Schußglück sogar zum Siege kommen können!

Leider gab es im zweiten Durchgang einige unsportliche Szenen hinter dem Rücken des Schiedsrichters, und den Lägerdorfern sollte man sagen, daß sie nach fünf hintereinander gewonnenen Spielen auch einmal mit einem Unentschieden zufrieden sein müssen. Lindemann rettete Sickelka vor dem Platzverweis, indem er dem Schiedsrichter in seiner Entscheidung zugunsten des bereits Feldverwiesenen berichtete. Eine gute sportliche Geste!

Beide Mannschaften spielten im ersten Durchgang offensiv bei gleichwertigen Torchancen. Schnell wechselten die Torszenen. Petersens Alleingang endete mit einem Fehlschuß, und drei weitere Oldesloer Chancen konnte Böge zunichte machen.

Die Oldesloer hatten in König, Peters und Lütge ihre Stützen. Herbert Meins hat seine frühere Form immer noch nicht gefunden, er konnte nach der Pause jedoch gefallen. Petersen (gleich zu Beginn angeschlagen) wirkte nur noch als Statist, war zu Beginn aber der beste Stürmer. Beide Außenläufer wurden ihrer Aufgabe voll und ganz gerecht. Vierkant hatte Pech bei seinen Fußabwehren und Kopfbällen, er erreichte nicht seine sonstige Form. Lindemann und Horst Liedtke spielten großartig in der Abwehr und schufen durch ihr Offensivspiel gefährliche Momente vor Böges Tor herauf. Gonska machte seine Sache recht gut, obwohl er verletzt wurde.

Die treibenden Kräfte im TSV-Sturm waren Kurzweg, Sickelka und Schiemann. Von den Außenläufern fiel besonders Knütter durch seine Deckungs- und Aufbauarbeit angenehm auf. Neben Böge waren es Rauter und Schönhoff, die eine Niederlage verhinderten.

Alles in allem ein Spiel, dessen Ergebnis dem Können beider Mannschaften entspricht, den Chancen nach aber von den Oldesloern (8:3 Ecken!) hätte gewonnen werden können. Schiedsrichter Fischer war nicht immer Herr der Lage in dem sehr harten Spiel, das beinahe zur Schlägerei ausartete!
SPM

VfL Oldesloe: Gert Gonska - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Kurt Meins, Dieter Vierkant, Roland Erbs - Herbert Meins, Egon Lütge, Werner Petersen, Jürgen Peters, Dieter König.
Tore: 0:1 Sickelka (32.), 0:2 Schiemann (38.), 1:2 Kurt Meins (55.), 2:2 Erbs (62.). - Schiedsrichter: Fischer (Kiel). - Zuschauer: 1400.

Samstag, 31. Jan. 1959
Schwerer Gang zum Spitzenreiter Heide.

Der VfL hat nur eine Überraschungschance. Der VfL Oldesloe steht morgen um 14.30 Uhr in Heide dem Tabellenführer Heider SV gegenüber, dem er in der Hinrunde 1:5 unterlag. Der junge Landesligist (20:20 Punkte) hat zwar nur eine Außenseiterchance gegen den Ex-Oberligisten (36:6). Es ist aber kaum anzunehmen, daß er wie die beiden anderen Aufsteiger eine 2:7-Niederlage hinnehmen muß.

Der "kleine HSV", bisher zu Hause ohne Punktverlust, geht selbstverständlich als hoher Favorit in diesen Kampf. Obgleich seine bisherige Auswärtsbilanz vier Unentschieden und eine Niederlage aufweist und seine beiden vorangegangenen Heimsiege gegen Flensburg 08 (3:2) und Holstein Kiel (3:1) von keiner großen Überlegenheit zeugten, wird für den VfL in Heide kaum etwas zu holen sein.

Nur durch disziplinierten Kampfgeist und taktisch richtige Einstellung wäre eine knappe Niederlage des VfL möglich. Daß er zu kämpfen versteht, bewies er am Sonntag gegen Lägerdorf (2:2), denn wenn die VfL-Elf For-tuna auf ihrer Seite haben sollte, ist sie auch zu einer Überraschung fähig. wie sie es in Lübeck auf der Lohmühle beweisen konnte.
ST

Sonntag, 1. Feb. 1959
Punktspiel Heider SV - VfL Oldesloe 4:2 (1:1)

Oldesloe brachte Heide in Gefahr. Lindemanns folgenschwerer Fehlschlag. Zweimal ging der VfL in Front. Am Schluß verdienter Heider Sieg. Alle Hochachtung vor der jungen Mannschaft des VfL Oldesloe! Sie lieferte dem Meister ein hochdramatisches Spiel und hatte ihn zu Beginn der zweiten Halbzeit buchstäblich auf dem Boden, als sie mit 2:1 führte und nur ein Quentchen Glück gebraucht hätte, um mit 3:1 davonzuziehen. In der Luft lag es mehrfach!

Weit von einer deftigen Sensation der ersten Heider Heimniederlage war die Situation jedenfalls nicht. Dann aber, als die Heider Anhänger schon mit allen Möglichkeiten rechnen mußten, passierte dem sonst so schlagsicheren Lindemann der Fehlschlag, der durch Feddrau im Verein mit Siem zum Ausgleich führte. Statt des von den Oldesloern erwarteten 3:1 stand es also auf einmal 2:2. Das verdaut keine Mannschaft so schnell. Den Heidern dagegen verschaffte es den entscheidenden Auftrieb; den beiden Siegtoren gingen jeweils noch eine Reihe anderer guter Einschußmöglichkeiten voraus, so daß letzten Endes der Sieg doch noch als verdient gelten muß.

Das Spiel bewegte sich auf einem sehr tückischen Boden mit weicher Oberfläche über gefrorenem Grund. man muß die Akteure schon bewundern, daß sie überhaupt ein Spiel mit dem gezeigten Niveau zustande brach-ten. Die Oldesloer hatten den Vorteil, daß ihre Spieler leichter waren und sich daher sicherer bewegen konnten. Das gilt vor allem für den Sturm, der der Heider Mannschaft laufend mächtig "einheizte".

Es ist schwer, einen einzelnen Spieler dieses Quintetts hervorzuheben. Sie waren sich nahezu gleichwertig, doch hatte die Heider Abwehr mit Alfred Liedtke noch die meisten Schwierigkeiten. Er war einfach überall, wurde von dem Senior der Mannschaft, dem 36jährigen Petersen, aber auch vorbildlich eingesetzt. In der Läuferreihe bot der blutjunge Vierkant eine gute und dabei interessante Leistung. Er hatte nichts von einem herkömmlichen Stopper an sich und spielte eher "österreichisch" mit leichtem Drang zur Offensive. Großartig Lindemann mit seiner Schlagsicherheit, der sich aber zweimal sichtlich über sich selbst ärgerte. Das erste Mal, als ihm der fatale Querschläger passierte und zur Wurzel des Heider Ausgleichs wurde und zum zwei-ten Male, als ihm beim dritten Heider Tor die Rettung nicht gelang, obwohl er einsatzbereit auf der Torlinie stand. Als Eigentor darf man ihm diesen Treffer aber nicht ankreiden. Sein Nebenmann Horst Liedtke stand ihm nicht viel nach, hatte mit Siem aber auch den schwächsten Heider Stürmer gegen sich. Torwart Gonska war an den Treffern schuldlos, bravourös wehrte er einmal einen raffiniert geschossenen Freistoß von Gerdau ab.

Die Heider spielten gewiß nicht schlechter als es ihrem diesjährigen Durchschnitt entspricht. Wenn sie trotzdem zunächst auf die Verliererstraße gerieten, so lag es mehr an den Oldesloern als an ihnen selbst. Zu bemän-geln war aber wiederum das schwache Zuspiel, das eine Halbzeit lang keine geschlossene Mannschaftsleistung aufkommen ließ. Hinzu kam, daß Gerdau wieder zu Spielereien neigte, und der Sturm in Scheppan und vor allem Siem zwei schwache Stellen hatte. Siems Zeit scheint wirklich nun vorbei zu sein. Bis auf die letzten Viertelstunde zeigte er wenig oder nichts. Scheppan wurde erst besser, als er mit Feddrau den Platz tauschte und in die Läuferreihe zurückging.

Dieser Austausch dürfte auch zur entscheidenden Wendung für den Heider SV geführt haben, denn erst Feddrau gab dem Sturm den richtigen Druck, den ihm Eichler vorher nicht zu geben imstande war. Dieser hatte das Spiel immer in die Breite gezogen, nie aber in die Tiefe gelenkt, selbst, wenn sich ein steiles Durchspiel direkt anbot. Sein Einsatz während des ganzen Spiels aber war vorbildlich und hat nicht unwesentlich zum Siege beigetragen. Harder fiel etwas ab, es mangelte ihm wohl an Selbstvertrauen. Schröter hielt sich wieder zu sehr im Hintergrund, schoß aber zwei feine Tore.

Schmidts Läuferpartie war gut, wenn ihm in der ersten Halbzeit auch kaum ein vernünftiges Zuspiel gelang. Die Verteidiger waren durch das Offensivbestreben der Außenläufer etwas überlastet und konnten den quirligen Oldesloer Stürmern nicht immer folgen. Erst als Reh seine Deckungsaufgabe ernster nahm und Papenburg durch das Ausweichen von Peters in die Sturmmitte entlastet wurde, klappte es besser.
SPM

Heider SV: Otto - Papenburg, Reh - Schmidt, Gerdau, Feddrau - Harder, Schröter, Eichler, Scheppan, Siem.
VfL Oldesloe: Gert Gonska - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Karl-August Wilkens, Dieter Vierkant, Roland Erbs - Herbert Meins, Egon Lütge, Werner Petersen, Alfred Liedtke, Jürgen Peters.
Tore: 1:0 Schröter (30.), 1:1 Peters (42.), 1:2 Alfred Liedtke (52.), 2:2 Siem (59.), 3:2 Feddrau (77.), 4:2 Schröter (87.). - Schiedsrichter: Puck (Neumünster). - Zuschauer: 2500.

Samstag, 7. Feb. 1959
VfL hat auch gegen Itzehoe Chancen.

Wieder ein Großkampf. Morgen um 14.30 Uhr empfängt der VfL Oldesloe den Itzehoer SV, der nicht nur das Hinspiel 4:2 für sich entschied, sondern der den VfL auch in früheren Freundschafts- und Pokalspielen in Bad Oldesloe stets besiegte.

Der Kampf gewinnt dadurch an Interesse, weil der VfL am Vorsonntag dem Heider SV eine fast gleichwertige Partie lieferte, wenn er auch unglücklich 2:4 unterlag. Nach dieser Leistung rechnet der VfL-Anhang morgen mit einem Erfolg seiner Elf.

In seinen sieben Spielen der Rückrunde blieb der ISV ungeschlagen (26:18 Punkte). Dagegen konnte der VfL aus seinen sechs Rückspielen nur drei Punkte für sich verbuchen (20:22), hält aber nach wie vor den neunten Tabellenplatz. Ähnlich wie am Vorsonntag dem Heider SV nach einem 1:2-Rückstand noch ein 4:2-Sieg gegen den VfL glückte, konnten auch die 09er in Lägerdorf nach einem 0:2-Rückstand noch 3:2 gewinnen. So gesehen, wird der VfL es morgen wieder mit einem starken Gegner zu tun haben, der seine Vorjahresform aber noch nicht wieder erreicht hat.

Der VfL hat in seinen 21 Spielen in der Landesliga viel gelernt. Er könnte morgen mit etwas Glück durchaus zum Erfolg kommen, obgleich man den in der Rückrunde stark aufgekommenen Tabellenvierten für diesen Kampf zu favorisieren neigt.
ST

Sonntag, 8. Feb. 1959
Punktspiel VfL Oldesloe - Itzehoer SV 1:1 (1:0)

Oldesloe schaffte nur Elfmeter-Tor. Gerechtes Unentschieden gegen Itzehoe. Großartiger Genthe. Ein relativ gutes Spiel, in dem auf hartgefrorenem und knorrigem Boden die Ballbehandlung schwierig war und den Spie-lern so viel Fehler unterliefen, die man nicht ankreiden kann. Dennoch eine kombinationsreiche Partie mit schnell wechselnden Szenen vor beiden Toren. Das Ergebnis ist gerecht, obgleich sich der VfL weit mehr Chancen erkämpfte, wie das Eckenverhältnis 9:5 auch beweist.

Während der VfL im ersten Durchgang durch den Elfmeter von Erbs (Lipp hatte König im Strafraum gelegt) zum glücklichen Treffer kam und auch im gesamten Spiel besser gefallen konnte, zeigten die Itzehoer nach dem Wechsel mehr als der VfL, konnten das Spiel ausgeglichener gestalten, wenn auch von Nagaschewski verletzt auf Rechtsaußen nur eine halbe Kraft darstellte. Aber auch der VfL mischte dennoch bis zum Schluß eifrig mit, scheiterte aber immer wieder an dem kraftvollen Genthe.

Der VfL legte gleich tüchtig los, und Genthe hatte Arbeit über Arbeit. Vor allem hatte Petersen im ersten Durchgang seine große Zeit, während König und Peters durch ihre überhastete Spielweise zuviel Nervosität in den Sturm brachten. Meins, sonst ein guter Techniker, ließ seine Abgaben oft an die falsche Adresse gehen. Lütge gut, hatte aber viel Schußpech. Beste Spieler waren ohne Zweifel Erbs und Wilkens, die im Aufbauen und Stören gute Arbeit lieferten. Durchaus zuverlässig Stopper Vierkant, dagegen kamen beide Verteidiger durch ihre wiederholten "Ausflüge" mehrmals ins Schwimmen, was beim übernervösen Gonska nicht angebracht war.

Weit mehr Arbeit als Gonska hatte Genthe, der einen großen Tag hatte. Bis auf den Elfmeter glückte ihm einfach alles. Drews und Schmidt konnten erst nach der Pause gefallen, und Lipp, dem Petersen schwer zusetzte, konnte ebenfalls im zweiten Durchgang, nachdem Petersen ihn nicht mehr bedrängte, frei aufspielen. Gefährlichster Stürmer bis zum Wechsel war von Nagaschewski, der von dem agilen Teichert immer wieder einge-setzt, eine große Gefahr für das Oldesloer Gehäuse war. Schnell und wendig und dazu mit einer Schußkraft ausgestattet, war er der beste Mann auf dem Platz. Auch Priebe überzeugte nach dem Wechsel durchaus, bis auf seine Widerreden gegenüber dem Schiedsrichter. Lohse war nicht besonders in Form. So verpaßte er zweimal ungedeckt vor dem Tor stehend den Ball. Martensen und Koppen hatten in Lindemann und Lütge überlegene Gegner, paßten sich aber nach der Pause dem von Priebe aufgezogenen flotten, flachen Sturmspiel gut an.

Für den VfL ist dieser Punktgewinn sehr wichtig und auch verdient, denn König wäre bestimmt zum Treffer gekommen, wenn er nicht zwei Meter vor dem Tor einschußbereit gelegt worden wäre. Für die Itzehoer ist das Ergebnis gerecht, sie haben aber diesen Punkt nur ihrem Torwart Genthe zu verdanken, der keine weiteren Treffer zuließ.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Gonska - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Karl-August Wilkens, Dieter Vierkant, Roland Erbs - Herbert Meins, Egon Lütge, Werner Petersen, Jürgen Peters, Dieter König.
Itzehoer SV: Genthe - Drews, Schmidt - Teichert, Lipp, Teßmann - Lohse, Priebe, von Nagaschewski, Koppen, Martensen.
Tore: 1:0 Erbs (6., Foulelfmeter), 1:1 Lohse (53.). - Schiedsrichter: Münster (Lübeck). - Zuschauer: 1500.

Samstag, 14. Feb. 1959
Oldesloe gespannt auf Schleswig 06.

VfL braucht Punkte. Abstiegsgespenst sitzt noch im Nacken. Morgen um 14.30 Uhr hat der VfL Oldesloe noch einmal Gelegenheit, zu Hause gegen einen Gegner, nämlich Schleswig 06, anzutreten, dem er in der Hinrunde nur knapp 2:3 unterlag. Nach den beiden Unentschieden gegen Lägerdorf und Itzehoe müßte er eigentlich zu einem Erfolg kommen. Bis zum 15. März hat er dann hintereinander drei Punktspiele auswärts auszutragen.

Auf keinen Fall dürfen die 06er unterschätzt werden. Zu Hause gewannen sie in der Rückrunde alle Spiele, darunter auch das gegen den Heider SV, den sie bisher in dieser Saison nur allein schlagen konnten. Auswärts dagegen blieben sie in der Rückrunde ohne Punktgewinn. Recht schwer hatten sie es am Vorsonntag zu Hause gegen Rot-Weiß Moisling (1:0). Allgemein also ein Gegner, der unterschiedliche Leistungen zeigte, und jetzt zwei Punkte besser als der VfL an sechster Stelle steht.

Die Ausbeute des VfL aus seinen sieben Rückspielen waren ganze vier Punkte, so daß er, obgleich Tabellenachter, noch abstiegsgefährdet ist. Mit dem Elan des Vorsonntags könnte die VfL-Elf ihr Punktkonto verbes-sern.
ST

Sonntag, 15. Feb. 1959
Punktspiel VfL Oldesloe - Schleswig 06 2:3 (1:0)

Oldesloe stürmte, Schleswig gewann. Gonskas "dummes" Eigentor und Hinrichs-Durchbrüche entschieden. Wenn man von den wenigen Schleswiger Besuchern nach dem Spiel hörte, daß die bessere Mannschaft verlo-ren hätte, dann stimmt das haargenau. Überwiegend dominierte die VfL-Elf, und dennoch mußte sie den 06ern, die ohne die verletzten Wulf I und Thomas und dafür mit Ersatz antraten, beide Punkte überlassen! Das Eigentor und auch die beiden Tore von Hinrichs (das letzte und entscheidende in der 88. Minute!) hätten bei etwas sorgfältigerer Arbeit von der VfL-Deckung verhindert werden können.

Die Oldesloer spielten vom Anstoß an offensiv. man sah zügige Kombinationen, König, Peters und Alfred Liedtke brachten wiederholt Gefahr vor Schleswigs Tor. Ebenso gefiel Herbert Meins mit seiner Ballbehandlung und seinen sicheren Flanken. Auffallend verspielt wirkte dagegen Lütge, der auch jeden Zweikampf mied.

Die Schleswiger, meistens in die Defensive gedrängt, hatten sich taktisch auf den Gegner richtig eingestellt. Ihre besten Stürmer, Hinrichs und Schütt, standen an der Mittellinie auf der Lauer. Technisch begabt und sehr spurtschnell verstanden sie, Vorlagen zu nützen. Zweimal konnte Hinrichs der weit aufgerückten Oldesloer Deckung davonrennen und den Sieg damit als verdient gestalten.

Obgleich die Ersatzspieler nicht überzeugen konnten, verstand es die Schleswiger Hintermannschaft, den Oldesloer Sturm zu halten. Besonders Schubien, Ohlsen, Nanz und Stelzner haben großen Anteil an diesem Sieg. Die 06er fanden sich auf dem glatten Boden auch besser zurecht.

Die Vielzahl Chancen, die der VfL-Sturm durch Ausrutschen vergab, war erschreckend. Von Erbs und Wilkens, zeitweise auch von Verteidiger Liedtke, der mehrmals sogar an der gegnerischen Strafraumgrenze aufkreuz-te und dabei den guten Hinrichs vergaß, mit Vorlagen überfüttert, glückte dem Angriff recht wenig. Während Lindemann und Vierkant Großartiges leisteten, zeigte Gonska recht mäßige Leistungen. Das Eigentor (eine schwache Rückgabe von Horst Liedtke nahm er auf und ließ sie dann ins Tor gleiten) zumindest hätte er bei etwas mehr Konzentration verhindern können. Das Spiel, das wegen seiner Einseitigkeit auf keinem allzu ho-hen Niveau stand, wurde hart, aber fair ausgetragen und hätte einen unentschiedenen Spielausgang verdient gehabt.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Gonska - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Karl-August Wilkens, Dieter Vierkant, Roland Erbs - Herbert Meins, Egon Lütge, Dieter König, Alfred Liedtke, Jürgen Peters.
Tore: 1:0 Peters (25.), 1:1 Eigentor Gonska (46.), 1:2 Hinrichs (57.), 2:2 Alfred Liedtke (83.), 2:3 Hinrichs (88.). - Schiedsrichter: Schellenberg (Kiel). - Zuschauer: 1300.

Samstag, 21. Feb. 1959
Pokalsonntag.

Die Oldesloer müssen nach Pansdorf. An der ersten Hauptrunde um den Pokal des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes nimmt morgen der VfL Oldesloe auswärts bei den zweiten Amateuren des TSV Pansdorf teil. Zur Zeit hält Pansdorf den fünften Tabellenplatz in der Nordstaffel des Bezirks Lübeck. Der VfL sollte vorsichtig zu Werke gehen, wenn er eine Runde weiterkommen will, denn gerade Pokalspiele bringen oft Überraschungen.
ST

Sonntag, 22. Feb. 1959
Pokal TSV Pansdorf - VfL Oldesloe 1:4 (0:1)

VfL kam eine Runde weiter. Im Kampf der ersten Hauptrunde um den DFB-Pokal setzten sich die ersten Amateure des VfL Oldesloe über die zweiten Amateure des TSV Pansdorf mit 4:1 Toren durch. Sie werden somit an der zweiten Hauptrunde am 3. Mai teilnehmen.

Der TSV Pansdorf besitzt nicht nur eine sehr schöne Sporthalle mit Umkleideräumen, Duschraum und einem großen Zweckraum, sondern auch eine beachtenswerte Fußballmannschaft. Obgleich die TSVer den technisch besseren VfLern unterlagen, zeigten sie über weite Strecken ein großartiges Spiel. Eifrig mischte die noch recht junge Mannschaft mit und war sogar im Mittelfeld zeitweise überlegen. Wenn sie nur zum Ehrentor kamen, dann nur dann, weil Männer wie Lindemann, Vierkant und Slawski in der Oldesloer Abwehr ganz hervorragende Leistungen zeigten, an denen die TSV-Angriffe einfach scheitern mußten. Andererseits hatte der VfL-Sturm im TSV-Ersatzkeeper Schuchow (sonst Verteidiger) keinen so großen Bremser, wie man ihn sonst allgemein in der 1. Amateurliga zwischen den Torstangen vorfindet.

Bei zunächst gleichwertigen Chancen ging der VfL in der 15. Minute durch Lütge nach einem Paß von Herbert Meins in Führung. Mehr lag für den VfL im ersten Durchgang nicht drin. Gute Arbeit leistete Rechtsaußen Meins, der fast keinen Zweikampf verlor und seine Flanken sicher an den Mann brachte. Auch Peters und Alfred Liedtke verstanden sich gut im Zusammenspiel und überzeugten durchaus. Dagegen konnten Petersen und Lütge sich erst im zweiten Durchgang dem Sturmspiel zweckmäßig anpassen.

Gleich nach dem Wechsel dominierte die TSV-Elf und konnte durch Darge in der 55. Minute auch ausgleichen. Das war für den bis dahin noch etwas verhalten spielenden VfL-Sturm das Signal zum Erwachen. Innerhalb der nächsten drei Minuten hieß es durch Tore von Lütge und Meins 3:1 für den Gast. Das kam für den Gastgeber zu überraschend. Obgleich er weiterhin offensiv blieb, verblich sein Sturmspiel doch mehr und mehr. In der 75. Minute konnte Peters den vierten Treffer eindrücken, nachdem Petersen ihm den Ball vorgelegt hatte.

Alles in allem ein Spiel, das wegen seiner Fairneß und zahlreichen Tore gefallen konnte und mehr als 170 Zuschauer verdient gehabt hätte.
ST

VfL Oldesloe (Ankündigung): Siegfried Slawski - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Karl-August Wilkens, Dieter Vierkant, Roland Erbs - Herbert Meins, Egon Lütge, Werner Petersen, Alfred Liedtke, Jürgen Peters.
Tore: 0:1 Lütge (15.), 1:1 Darge (55.), 1:2 Lütge, 1:3 Herbert Meins, 1:4 Peters (75.). - Zuschauer: 170.

Samstag, 28. Feb. 1959
VfL will weiter weg vom Abstiegsstrudel.

Ohne Vierkant nach Kiel. Morgen trifft der VfL Oldesloe um 15 Uhr auf der Waldwiese in Kiel auf den Tabellenvorletzten VfB Kiel. Beide Mannschaften, also auch der VfL, konnten in ihren bisherigen acht Rückspielen an die Leistungen der Hinrunde nicht anknüpfen. Das Punktkonto der Rückrunde weist für den VfL 4:12 und für den VfB Kiel 3:13 Punkte auf. Das ist nicht viel. Für beide geht es also morgen um hohen Einsatz.

Der zehnte Tabellenplatz des VfL wirkt irgendwie beruhigend. Doch sollte man nicht vergessen, die kommenden Spiele und Gegner einer genauen Betrachtung zu unterziehen. Der VfL hat auswärts gegen VfB Kiel, Hol-stein Kiel, Flensburg 08, Olympia Neumünster und SV Friedrichsort und zu Hause gegen TuS Lübeck und VfL Schwartau anzutreten. sechs Pluspunkte aus diesen Spielen müßten eigentlich für den Klassenerhalt genügen.

Was liegt näher, als die im unteren Drittel der Tabelle stehenden Gegner als Punktlieferanten zu betrachten. So rechnet man auch morgen mit zwei Pluspunkten für den VfL. Im vorangegangenen Punktspiel schlugen die Kieler Lägerdorf 2:0, während der VfL zu Hause Schleswig 06 2:3 unterlag. Dagegen verlor der VfB am Vorsonntag im Pokalspiel gegen Büdelsdorf 0:5, doch der VfL siegte in Pansdorf 4:1.

Morgen wird der VfL auf den verletzten Stopper Vierkant verzichten müssen. Er sollte zumindest für ein Unentschieden gut sein. Das Hinspiel entschied der VfL 5:3 für sich.
ST

Sonntag, 1. März 1959
Punktspiel VfB Kiel - VfL Oldesloe 0:2 (0:1)

Knockout für den VfB Kiel? Verdientes 2:0 für ausgezeichnet gefallende Oldesloer Mannschaft. Mit dieser neuen Heimniederlage dürfte die Situation für den VfB Kiel aussichtslos geworden sein, zumal die Vereine in seiner Nähe alle Boden gutmachen konnten. Damit steht der traditionsreiche VfB, der zu Beginn der Saison einmal mit 11:7 Punkten den vierten Tabellenplatz einnahm, erstmals als Schlußlicht da. An dem 2:0-Sieg der Oldesloer gab es nichts zu deuteln. Sie waren taktisch besser beraten und während der gesamten 90 Minuten die schnellere Mannschaft.

Man muß den Kielern bescheinigen, daß sie eifrig waren. Aber damit allein kann man in der ersten Amateurliga nicht bestehen. Das frühe Führungstor der Gäste hat sie offenbar schockiert. Sie schickten sofort Haltenhof in den Angriff und Möller, Büll, später Polley, gingen in die Deckung. Aber Purrucker spielte weiterhin sträflich offensiv und ließ seine Mann des öfteren von dannen ziehen. Darüber hinaus ließ sich der sonst recht einsatz-freudige Stopper Busch zu weit aus der Mitte herauslocken. In diese Lücke stießen immer wieder Meins und Alfred Liedtke, der Mit der Nummer 10 Angriffsspitze spielte. Als Purrucker nach der Pause dann in den Angriff ging, kam etwas mehr Druck vor Slawskis Gehäuse. Aber in den entscheidenden Spielszenen fehlte den Kielern einfach die Kraft.

Oldesloe wird in dieser Verfassung nicht zu den Absteigern zählen. Die Mannschaft spielte einen zügigen Erfolgsfußball mit schnellen schußfreudigen Außen. Was aber das wichtigste ist, sie bringt auch die physische Kraft, die nun einmal Voraussetzung für den Erfolg im Fußball ist, mit. Erstaunlich, wie Mannschaftskapitän Petersen immer wieder dem VfB-Sturm in die Parade fuhr. Großen Anteil am Sieg der Gäste hat auch Linde-mann, der auf der Linie vor der Pause den psychologisch so wichtigen Ausgleichstreffer verhinderte. Hervorragend auch Erbs.
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Korn, Wilhelm Lindemann - Karl-August Wilkens, Werner Petersen, Roland Erbs - Herbert Meins, Horst Liedtke, Jürgen Peters, Alfred Liedtke, Dieter König.
Tore: 0:1 Peters (11.), 0:2 Herbert Meins (66.). - Schiedsrichter: Biss (Friedrichsort). - Zuschauer: 700.

Samstag, 7. März 1959
VfL diesmal gegen die "Störche".

Holstein Amateure sind kampfkräftiger geworden. Trotzdem Chancen. Nach dem 2:0-Sieg am Vorsonntag über den VfB Kiel muß der VfL Oldesloe morgen erneut nach Kiel. Er trifft dort um 15 Uhr auf dem Holstein-Platz auf die Amateure von Holstein, die am Vorsonntag Flensburg 08 knapp 2:3 unterlagen. Im Hinspiel siegte der VfL 2:1. Wird er auch diesmal aus Kiel die Punkte mit nach Hause bringen?

Sicher ist, daß die VfL-Elf morgen weit mehr wird zeigen müssen als am Vorsonntag, wenn sie zum Erfolg kommen will. Die "Störche" blieben in der Rückrunde zu Hause noch ungeschlagen. Wenn der VfL (23:25 Punkte) zur Zeit an siebenter Stelle steht und die Holsteiner (22:26) den neunten Platz einnehmen, dann hat der VfL diesen Vorsprung nur seinen Erfolgen in der Hinrunde zu verdanken, in der die Störche nicht so recht zum Zuge kamen. Diesmal wird bei Holstein für Clausen, der nach St. Pauli ging, der bessere Möck im Tor stehen. Verteidiger Drews, Läufer Jess und Hoffmann sowie Stürmer Lempfert sind noch unbekannte Größen für die Oldes-loer.

Doch hat der VfL selbstverständlich auch morgen Erfolgsaussichten, wenn sein Sturm diesmal seine Chancen zu Torerfolgen nützen könnte. Die Oldesloer müßten zumindest ein Unentschieden erreichen.
ST

Sonntag, 8. März 1959
Punktspiel Holstein Kiel Am. - VfL Oldesloe 0:2 (0:2)

VfL Oldesloe imponierte erneut in Kiel. Verdientes 2:0 bei den Holstein-Amateuren. Ein gefährlicher Angriff. Von allen Aufsteigern hat im Laufe dieser Serie zweifellos der von dem ehemaligen HSV-Ligaspieler Artur Jantz trainierte VfL Oldesloe die meisten Fortschritte gemacht. Das 2:0 bei den Holstein-Amateuren war in jeder Beziehung verdient, da die Mannschaft nicht nur in allen Teilen stärker besetzt war, sondern vor allen Dingen eine weitaus bessere Einstellung zum Spiel mitbrachte. Nicht so die Kieler Elf, die so spielte, als ginge sie die ganze Sache nichts an.

Gewiß: den "Störchen" fehlten mit Koll und Kardell zwei wichtige Stürmer, aber eine Entschuldigung für die erschreckenden Schwächen der Platzherren darf das Fehlen dieser beiden nicht sein. Wie hilflos irrte der Sturm manchmal umher, immer wieder wurde kreuz und quer gepaßt, nur nicht in den freien Raum. So konnte die stabile Deckung der Gäste nicht aus dem Konzept gebracht werden! Die besten Kräfte bei den Kielern standen noch mit Hoffmann, der schon nach dem 0:2 mit Eberl den Platz tauschte, und Berczuk in der Abwehr. Möck machte bei beiden Toren nicht den sichersten Eindruck.

Der VfL spielte so, wie man es nicht in Kiel gewohnt war. Geschickt aus der Abwehr heraus, hervorragend aufgebaut! Durch Peters wurden die gefährlichen Angriffe aus der Tiefe heraus vorgetragen. Das Paradestück der Gäste war der Sturm mit dem beidfüßigen und bewährten Meins, dem ständig pendelnden Wilkens, dem Senior Petersen (36 Jahre), der den Platzherren hart zusetzte, und mit dem versierten und entschlossenen "Aller" Liedtke, der leider etwas zu klein geraten ist, sowie dem gefährlichen König.

Dieses Quintett wird noch manchem Gegner Sorgen bereiten, und man kann es in Kiel durchaus verstehen, daß diese Mannschaft selbst den VfB Lübeck auf der Lohmühle besiegte! Die Deckung kam uns nicht ganz so stabil vor, sie profitierte von dem schwachen Holstein-Sturm. Dennoch war zu erkennen, daß Lindemann und Vierkant Abwehrspieler sind, wie sie sich so mancher Verein wünschen würde! Trainer Jantz meinte nach dem Spiel: "Wir hatten in diesem Jahr den Klassenerhalt vor Augen. Er ist jetzt bestimmt geschafft. In der kommenden Saison wollen wir noch etwas stärker auftrumpfen."
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Korn, Wilhelm Lindemann - Roland Erbs, Dieter Vierkant, Jürgen Peters - Herbert Meins, Karl-August Wilkens, Werner Petersen, Alfred Liedtke, Dieter König.
Tore: 0:1 Herbert Meins (11.), 0:2 König (25.). - Schiedsrichter: Daniel (Itzehoe). - Zuschauer: 1000.

Samstag, 14. März 1959
VfL darf Flensburg nicht leicht nehmen.

Dritter Sieg im dritten Auswärtsspiel? Bevor der VfL Oldesloe am 22. März sein nächstes Heimspiel (gegen TuS Lübeck) austrägt, muß er nach seinen beiden vorangegangenen Kieler Sieger morgen nach Flensburg, wo er um 15 Uhr am Funkturm gegen 08 antritt. Das Hinspiel entschied der VfL 5:0 für sich. Wie wird der Kampf zwischen dem Tabellensechsten VfL und dem Tabellendreizehnten 08 ausgehen? Mit einem nochmaligen 5:0 wird der VfL kaum rechnen, denn die Flensburger sind seitdem stärker geworden. Vor allem zu Hause, wo sie in der Rückrunde von fünf Spielen vier gewinnen konnten! 20:30 Punkte reichten allerdings nur für das untere Drittel der Tabelle. Ihre beiden noch ausstehenden Auswärtsspiele gegen die stark aufgekommenen Moislinger und den Itzehoer SV dürften den Flensburgern kaum einen Punkterfolg bringen. Deshalb werden die Grenzstädter ihr Heimspiele gegen Oldesloe, Lägerdorf und Schwartau vor starker heimi-scher Kulisse für sich entscheiden wollen.

Der VfL (25:25 Punkte) dürfte morgen also einem Gegner gegenüberstehen, der sein Letztes hergeben wird. Er müßte aber wenigstens ein Unentschieden erreichen.
ST

Sonntag, 15. März 1959
Punktspiel Flensburg 08 - VfL Oldesloe 3:1 (1:0)

Röth schoß das 50. Flensburger Tor. Nach dem 3:1 kann Flensburg wieder aufatmen. Durch einen 3:1-Erfolg über den VfL Oldesloe konnte Flensburg 08 die Abstiegsgefahr zwar noch nicht bannen, verstand es aber doch (mit Hilfe der anderen Mannschaften!), die Position innerhalb der Tabelle erheblich zu verbessern. Die Flensburger spielten gegen den VfL so stark wie seit Wochen nicht und haben diesen Erfolg aufgrund ihres kämpferischen Einsatzes vollauf verdient gehabt. Dagegen vermochte der VfL über weite Strecken des Spiels nicht die Erwartungen erfüllen, die die 1500 Zuschauer an den Aufsteiger aus Oldesloe gestellt hatten.

Flensburg 08 hat vor allen Dingen in kämpferischer Hinsicht gefallen können. Dabei war der rechte Läufer Böge die herausragende Spielerpersönlichkeit. Rein spielerisch war die Flensburger Mannschaft erheblich besser als der VfL.

Entscheidend dafür war die Tatsache, daß Braun sich gegenüber den letzten Spielen etwas verbesserte und daß Gronkowski in den entscheidenden Minuten die Fäden zog. Röth war auf dem linken Flügel kein Ausfall, doch fühlte er sich als Außenstürmer keineswegs wohl. Die Hereinnahme von Schimming als Mittelstürmer erwies sich als vorteilhaft, da er für Unruhe in der gegnerischen Abwehr sorgen kann. Flanz, der in der zweiten Halbzeit mit einem Bluterguß im Knöchel spielte, ist zweifellos auf dem rechten Flügel stärker als auf dem linken. In der Abwehr konnte Neukirchen erneut gefallen und auch das Verteidigerpaar Zimmermann-Petersen hinterließ einen guten Eindruck.

Der VfL Oldesloe hatte zweifellos seine stärksten Kräfte in der Abwehr. Torwart Slawski erwies sich als sehr sicher. Herausragender Spieler war der linke Verteidiger Lindemann, der die Flensburger Angriffsreihe immer wieder zu stoppen verstand. Auch Mittelläufer Vierkant konnte gut gefallen. Der Sturm erwies sich als nicht so gefährlich, wie man ihn erwartet hatte. Das lag daran, daß König nicht mit von der Partie war. Herausragender Spieler war Liedtke, der allerdings oftmals zu sehr einstieg. Das gilt auch für Erbs, der zweifellos ein guter Mann ist, es jedoch keineswegs nötig hat, sich durch betontes Foulspiel die Sympathien zu verderben.

08 hatte während beider Halbzeiten durchaus leichte Feldspielvorteile, während Oldesloe durch seine aus der Tiefe aufgebauten Angriffe auch wiederholt gefährlich werden konnte. Der Sieg der Flensburger stand fest, als bereits nach 57 Minuten die 3:1-Führung herausgeholt werden konnte und Flensburg 08 daraufhin wesentlich sicherer als in den letzten Spielen wirkte. - Das Spiel der Ib-Mannschaften entschieden die Flensburger 2:1 für sich.
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Korn, Wilhelm Lindemann - Roland Erbs, Dieter Vierkant, Jürgen Peters - Herbert Meins, Egon Lütge, Werner Petersen, Alfred Liedtke, Karl-August Wilkens.
Tore: 1:0 Gronkowski (25.), 2:0 Gronkowski (48.), 2:1 Alfred Liedtke (55.), 3:1 Röth (57.). - Schiedsrichter: Weiß (Rendsburg). - Zuschauer: 1500.

Samstag, 21. März 1959
TuS Lübeck im Stadion.

VfL will Revanche für Herbstniederlage. In seinem vorletzten Heimspiel trifft der VfL Oldesloe morgen um 15 Uhr auf TuS Lübeck, dem er im Hinspiel 1:2 unterlag. Beide Mannschaften stehen am obersten Rand des Abstiegsstrudels, dürften aber schon in Sicherheit sein. Da beide am Vorsonntag ohne Sieg blieben, tun sie auf jeden Fall gut daran, diese Sicherheit auszubauen, um vor Überraschungen geschützt zu sein.

Die beiden alten Rivalen, die sich in ihrer Bezirksligazeit und in Pokalspielen interessante Kämpfe lieferten, werden auch morgen, wie sollte es anders sein, ein kampfbetontes Spiel zeigen. Die Bilanz der Rückrunde weist bei beiden keine großen Erfolge auf. So erzielte in der Rückrunde TuS in neun Spielen einen Sieg und der VfL in elf Spielen drei Erfolge.

Die Lübecker waren von jeher für den VfL ein gefährlicher Gegner. Durch geschicktes Defensivspiel kamen sie zu zahlreichen Teilerfolgen. Sie werden auch morgen dem VfL-Sturm das Toreschießen recht schwer machen. Der VfL verzichtet diesmal auf Alfred Liedtke und Wilkens, die eine Ruhepause benötigen. Nach langer Zeit spielt Clasen wieder, der bisher erkrankt war. Vielleicht reicht es zum zweiten Heimsieg in der Rückrunde.
ST

Sonntag, 22. März 1959
Punktspiel VfL Oldesloe - TuS Lübeck 93 1:1 (0:0)

Oldesloer scheiterten an Stegmann. TuS, mit dem "Senior" Wrobel, mußte sich mächtig wehren. Einen hochdramatischen Kampf, in dem der VfL überwiegend dominierte und Torwart Stegmann den VfL um den mögli-chen Sieg brachte, lieferten sich die beiden alten Rivalen, die durch ihre kampfbetonte Spielweise ein Höllenfeuer unter dem Publikum entfachten. Ja, das war Klassearbeit, die Stegmann zeigte, der als bester Mann auf dem Platz bezeichnet werden muß. Rein spielerisch gesehen war der VfL-Sturm schneller; er kam dadurch zu weit mehr Torchancen als TuS.

Nach kurzer Anlaufzeit, in der die Lübecker etwas mehr vom Spiel hatten, kam der VfL auf Hochtouren, und man wunderte sich, wie sich sein Sturmspiel gegenüber dem Vorsonntag verbessert hatte. Eine Freude waren die Flanken von Meins. Lütge, spurtschnell und einsatzfreudig, verstand sich sehr gut mit ihm. Ebenso muß man König bewundern, der Ziethen immer wieder ausspielte. Clasen, nach langer Zeit wieder dabei, war ein sehr nützlicher Stürmer. Senior Petersen fiel dem Tempo zum Opfer. Von dem agilen Peters mit Vorlagen geradezu gefüttert, schuf der VfL-Sturm vor dem Lübecker Tor so prickelnde Szenen, wie man sie selten in dieser Saison im Oldesloer Stadion sah. Erbs wirkte mehr oder weniger verspielt. Seine Abgaben und sein Schußvermögen waren nicht zufriedenstellend. In der Abwehr der Oldesloer glänzte besonders Stopper Vierkant und Lindemann, aber auch Korn war besser als am Vorsonntag, und Slawski machte seine Sache ebenfalls gut.

Wenn Käselau vor Beginn des Spiels meinte, TuS wolle dem VfL mal zeigen, wie man Fußball spielt, dann bewies er genau das Gegenteil, denn er war der schlechteste Stürmer. Senior Wrobel, von den Oldesloern herz-lich begrüßt, zeigte noch erstaunliche Leistungen. Obgleich er von Vierkant meistens ausgespielt wurde, schoß er dennoch das erste Tor des Tages. Nicht ganz zufriedenstellend waren die Leistungen von Bibow, was vielleicht auf seine alte Verletzung zurückzuführen war. Bollmann und Köpcke waren die Brecher im TuS-Sturm.

Mit Ausnahme von Ziethen und Kulling, die sehr unsicher wirkten, verstand es die Lübecker Hintermannschaft, den spritzigen VfL-Sturm geschickt zu bremsen. Vor allem gebührt Torwart Stegmann das größte Lob des Tages.
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Korn, Wilhelm Lindemann - Roland Erbs, Dieter Vierkant, Jürgen Peters - Herbert Meins, Egon Lütge, Werner Petersen, Bertold Clasen, Dieter König.
Tore: 0:1 Wrobel (50.), 1:1 König (70.). - Schiedsrichter: Wolf (Kiel). - Zuschauer: 1465.

Samstag, 28. März 1959
Schwedische Fußballer geben dem VfL Revanche.

Vor neun Jahren verloren die Oldesloer gegen Nybro 0:4. Am Ostersonntag serviert der VfL Oldesloe seinem Anhang einen fußballerischen Leckerbissen. Im Stadion treffen sich um 15 Uhr seine ersten Amateure mit Nybro IF, 2. Division/Schweden. In der ersten Begegnung, am 6. Jan. 1951, unterlag der VfL, damals noch Bezirksligist, der Gästemannschaft 0:4. Auf den jetzigen Ausgang darf man gespannt sein.

Die Gäste, die bereits gestern eintrafen und in Privatquartieren verpflegt wurden, haben 17 Spieler zur Verfügung. Unter den drei Begleitern befindet sich auch der frühere Torwart Evald Carlsson, der heute die Leitung dieser Fußballabteilung hat. Für ihn steht sein Bruder Allan im Tor, der ihm an Körpergröße (1,93) nicht nachsteht. Die Gästemannschaft, Durchschnittsalter 25 Jahre, erkämpfte sich in dieser Saison einen beachtenswerten Platz in der Tabelle. Der VfL wird in Bestbesetzung antreten. Da ein Auswechseln von Spielern für beide Mannschaften zugelassen ist, werden alle bekannten Aktiven des VfL zum Einsatz kommen. Am Ostermontag tritt die Mannschaft beim Ahrensburger TSV an.
ST

Sonntag, 29. März 1959
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - IF Nybro 2:1 (1:0)

Peters war der Motor des VfL Oldesloe. Niederlage für die Schweden. Diese internationale Begegnung war so recht nach dem Geschmack der Zuschauer. Hart aber fair, schnell und technisch auf hoher (Amateurliga-)Stufe stehend, farbig und gewürzt mit zahlreichen dramatischen Szenen vor beiden Toren!

Beide Mannschaften waren fast gleichwertig in der Technik, die Schweden im Kombinieren geschickter, aber in der Auswertung schlechter als der VfL. Meins, erstmalig Linksaußen, wirkte, obgleich kampfstark, recht unbeholfen beim Flanken. Dagegen spielte Lütge am rechten Flügel durchaus überzeugend, wenn er auch Nilsson nicht gewachsen war. Clasen und Alfred Liedtke kämpften sehr eifrig. Leider zögerte Liedtke zweimal aus sicherer Position mit seinem Schuß aufs Tor und vergab dadurch seine Chancen.

Senior Petersen ist nicht mehr ganz so wendig, aber dennoch im starken Kampfgetümmel als Vollstrecker brauchbar. Bester Mann der kleine, schnelle Peters, der in seiner neuen Position für die Mannschaft mehr leistet als in seiner bisherigen. Gut wiederum auch die beiden Arbeitspferde Lindemann und Vierkant. Korns Leistungen befriedigten, er mußte Johannsson jedoch mehrfach davonziehen lassen. Eine unverkennbare Leistungs-steigerung konnte bei Slawski festgestellt werden, der großen Anteil an diesem Sieg hat.

Alles in allem ein gutes, interessantes Freundschaftsspiel, das der VfL verdient für sich entschied, obgleich für die Schweden ein Unentschieden durchaus "drin" war.
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Korn, Wilhelm Lindemann - Karl-August Wilkens, Dieter Vierkant, Jürgen Peters - Egon Lütge, Alfred Liedtke, Werner Petersen, Bertold Clasen, Herbert Meins.
Tore: 1:0 Petersen (22.), 1:1 Lundin (55.), 2:1 Clasen (80.). - Zuschauer: 1200.

Samstag, 4. April 1959
Der VfL hat nichts zu verschenken.

Oldesloe will beide Punkte aus Neumünster heimbringen. In seinem vorletzten Auswärtsspiel dieser Saison muß der VfL Oldesloe morgen bereits um 11 Uhr im Stadtpark Neumünster gegen Olympia antreten. Die Olympia-Elf, die im Hinspiel 1:3 unterlag, wird unbedingt gewinnen müssen, wenn sie nicht absteigen will. Obgleich der VfL (26:28 Punkte) an siebenter Stelle und Olympia (21:31) an 14. Stelle steht, beträgt der Unterschied zwischen den beiden Aufsteigern nur drei Punkte. Man nimmt an, daß der VfL schon in Sicherheit ist. Dabei rechnet man damit, daß er aus seinen letzten drei Spielen noch mindestens zwei bzw. drei Punkte kassieren wird, oder aber damit, daß die Vereine des letzten Drittels der Tabelle in ihren noch ausstehenden Spie-len Punktverluste erleiden. Letztere Erwartung ist aber gewagt. Aus diesem Grunde will der VfL morgen siegen.
ST

Sonntag, 5. April 1959
Punktspiel Olympia Neumünster - VfL Oldesloe 0:1 (0:0)

Verspielte Olympia die letzte Chance? Endspurt gegen Oldesloe kam viel zu spät. Königs Tor entschied. Etwas mehr Einsatz, etwas mehr Schußglück und das bessere Ausnutzen der Torgelegenheiten in der ersten Halbzeit, als mit dem starken Wind gespielt wurde, hätten Olympia Neumünster im Spiel gegen den VfL Oldesloe erhebliche Abstiegssorgen abnehmen können, wenn aus dieser Begegnung ein Sieg herausgesprungen wäre. Oldesloe hielt aber das 1:0, das in der 61. Minute von dem blonden Linksaußen König mit einem Glücksschuß erzielt wurde, bis zum Schluß. Und berechtigt stellt sich der Anhang Olympias nach den nicht befriedi-genden 90 Minuten die Frage: Hat damit die Mannschaft die letzte Chance verspielt?

Man muß diese Frage beinahe bejahen, denn die restlichen Spiele setzen den Olympianern mit Schwartau, Itzehoe und TuS Lübeck schwere Gegner vor! Was man bei den Olympianern vermißte, war die Kondition. Hierin haperte es vor allem bei den jungen Spielern, bei Düffert und Steen. Der Sturm kombinierte nicht flüssig genug. Mit starker Windunterstützung in der ersten Halbzeit wußte die Elf nichts anzufangen. In der zweiten Hälfte spielte sie auch gegen den Wind überlegen, suchte aber nicht den kürzesten Weg zum gegnerischen Tor, sondern verzettelte sich im Kurzpaßspiel. Der nach der Pause in den Sturm genommene Schmidt, Schmahl, Ferch und Heitmann sowie der Senior Petersen gehörten zu den Besten im Dreß der Olympianer; schwach Carl, Düffert, Steen und Rarrek.

Sehr gut waren die Oldesloer im Kopfballspiel. Sicher der kleine Slawski im Tor, der allerdings auch das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite hatte. Lindemann erlaubte Carl fast gar nichts. Sehr fleißig Wilkens und Pe-ters, der frühere Phönixer. Im Sturm ging die größte Gefährlichkeit von dem Blondschopf König und dem Halbrechten Lütge aus. Daß Petersen über 36 Jahre alt ist, war ihm anzumerken. Er zog gegen den zuverlässigen Schmahl zumeist den Kürzeren.

Im übrigen war der Kampf ein Spiel der verpaßten Gelegenheiten. Beide Stürmerreihen hätten bei etwas mehr Konzentration mindestens je vier Tore erzielen müssen!
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Korn, Wilhelm Lindemann - Karl-August Wilkens, Dieter Vierkant, Jürgen Peters - Herbert Meins, Egon Lütge, Werner Petersen, Bertold Clasen, Dieter König.
Tor: 0:1 König (61.). - Schiedsrichter: Waschinski (Brunsbüttelkoog). - Zuschauer: 500.

Samstag, 11. April 1959
VfL morgen das Zünglein an der Waage.

Oldesloer Sieg würde Friedrichsorts Aufstiegschancen gefährden. Im Spiel des SV Friedrichsort (37:19 Punkte) gegen den VfL Oldesloe geht es morgen in Kiel-Friedrichsort für den Gastgeber um den begehrten zweiten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Oberliga Nord berechtigt. Durch einen Sieg über den VfL würde er den spielfreien Tabellenzweiten VfB Lübeck (38:18) verdrängen. Ein Unentschieden würde nicht ausreichen. Der VfL ist somit morgen das Zünglein an der Waage. Natürlich wird der ganze VfB Lübeck morgen für den VfL die Daumen drücken. Der VfB weiß es aus Erfahrung, daß der ehrgeizige und kampfstarke VfL für eine Überraschung durchaus gut ist.

Frei und ohne nervliche Belastung wird der VfL morgen aufspielen können, nachdem er sich am Vorsonntag durch einen Sieg über Olympia Neumünster endgültig den Klassenerhalt sicherte. Er ist sich auch darüber klar, daß die Friedrichsorter, die das Hinspiel 8:2 gewannen, am Vorsonntag Heides Heimnimbus durch einen 1:0-Sieg zerstörten und in der Rückrunde zu Hause noch ungeschlagen blieben, eine schwer umschiffabre Klippe darstellen. Auf keinen Fall rechnet der VfL mit einer so hohen Niederlage wie im Hinspiel.
ST

Sonntag, 12. April 1959
Punktspiel SV Friedrichsort - VfL Oldesloe 0:1 (0:0)

Ehrlicher Beifall für VfL Oldesloe. Das 1:0 war Geschenk für den VfB Lübeck. Horn verschoß Elfmeter. Mit dem knappsten aller Ergebnisse verlor der SV Friedrichsort im entscheidenden Spiel um den zweiten Platz gegen den VfL Oldesloe! Der Neuling brachte den Platzherren ausgerechnet im vorletzten Spiel der Serie die erste Heimniederlage der Saison bei. Peinlich, daß gerade im wichtigsten Moment bei den Friedrichsortern die Nerven versagten, denn selbst einen Handelfmeter verschoß Horn in der 46. Minute. Die Gäste schirmten ihr Tor derart konsequent ab, daß die gesamte Sturmreihe der Leuchtturmwärter kaum einmal richtig zum Schuß kam. Und wenn sich eine gute Möglichkeit ergab, dann wurde sie vergeben! Oldesloe hat großen Eindruck hinterlassen. Die Mannschaft spielte mit dem Einsatz und der Konzentration, die man von den Platzherren erwartet hatte. Man muß berücksichtigen, daß die Oldesloer völlig frei spielen konnten, da es für sie um nichts ging. Der Sieg, den König mit einem Tor aus unmöglichem Winkel (König zog das Leder kurz vor der Torauslinie herum und gab ihm eine solche Drehung, daß es aus unmöglich spitzem Winkel an dem verdutzten Schramm vorbei im Friedrichsorter Tor landete. Ein wirklich sehenswerter Treffer!) sicherte, ist in jeder Hinsicht verdient.

Niedergeschlagen und gedrückt verließen die Friedrichsorter das Spielfeld. Mit strahlenden Gesichtern, sich gegenseitig immer wieder umarmend, aber die Oldesloer! In den letzten fünf Auswärtsspielen konnten die Oldesloer viermal doppelten Punktgewinn verbuchen - und das soll für einen Neuling schon etwas heißen! Die Mannschaft, die dem VfB Lübeck damit zum zweiten Platz verholfen haben dürfte, hinterließ jedenfalls den denkbar besten Eindruck bei den objektiven Zuschauern. Die Platzherren dagegen enttäuschten nach ihren prächtigen Siegen in Schleswig und Heide durch ihr überhastetes Spiel. Obwohl die Friedrichsorter in der ersten Halbzeit den Wind im Rücken hatten und sich Gelegenheit genug bot, das gegnerische Tor zu bombardieren, kam es nur zu harmlosen Rollern. Oldesloer wirkte aus der Tiefe heraus sehr gefährlich. Helmut Geertz mußte zweimal auf der Linie für den geschlagenen Schramm retten. Entscheidend dürfte gewesen sein, daß sich Horn gegen den hervorragenden Vierkant nicht durchzusetzen vermochte und auch Schulte in dem harten Peters einen kaum zu umgehenden Gegner vor sich hatte. So verpufften die Angriffe, da auch Humburg nur selten gegen Lindemann erfolgreich bestand, obwohl er einige Male gegen diesen Klasseverteidiger gute Szenen hatte.

Auch der linke Flügel reichte bei weitem nicht an seine Form in Heide heran. Alle Stürmer verfielen immer wieder in den so schwerwiegenden Fehler, den Ball zu lange halten zu wollen. Damit gaben sie den Oldesloern die beste Gelegenheit zum Stören. Sie beraubten sich selbst ihrer stärksten Waffe. Außerdem besaß keiner den Mut zu einem saftigen Torschuß. Die Deckung und Läuferreihe stellte sich recht gut ein, vor allem der kämpferisch beste Spieler Friedrichsorts, Wildfang, sowie Eckmann und Helmut Geertz. Klose und Schöttke wurden nicht immer mit ihren Außen fertig, verrichteten jedoch ihre Arbeit zufriedenstellend. In dieser Oldesloer Mannschaft steckt im wahrsten Sinne des Wortes "Musik"! Jeder setzte sich ein, als ob es um Meisterehren ginge. Dabei kam sowohl in puncto Technik wie auch Kampfgeist eine tadellos ausgewogene Leistung zustande. Aus der auf allen Posten gleichmäßig gut besetzten Mannschaft, in der Horst Liedtke und Bliebenich wahrhaftig nicht wie Ersatzleute wirkten, ragte die sichere Läuferreihe heraus. Es ist kein Zufall, daß gerade diese Mannschaft den Friedrichsortern die erste Heimniederlage beibrachte und sich damit für die 2:8-Niederlage aus der Herbstserie revanchierte! Sehr wendig König, Meins und Lütge, der besonders in der ersten Hälfte mehrmals im imponierenden Alleingang die Friedrichsorter durcheinanderbrachte. Die Mannschaft hat sich in Friedrichsort viele Sympathien durch ihr faires, gutes Spiel erworben, und es gab wohl keinen, der die volle Berechtigung des Sieges angezweifelt hätte.
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Wolf-Dieter Bliebenich, Dieter Vierkant, Jürgen Peters - Herbert Meins, Egon Lütge, Werner Petersen, Bertold Clasen, Dieter König.
Tor: 0:1 König (76.). - Schiedsrichter: Pooch (Lübeck). - Zuschauer: 1800.

Samstag, 25. April 1959
Petersens letzter Punktkampf in der Liga.

Mannschaftskapitän des VfL gibt gegen Schwartau seine Abschiedsvorstellung. Morgen, am letzten Spieltag der Saison, stehen sich im Stadion um 15 Uhr der VfL Oldesloe und der VfL Schwartau gegenüber. Ein Sieg der Oldesloer Elf würde ihr den sechsten Tabellenplatz erhalten. Die Schwartauer, die in der Hinrunde 1:4 unterlagen, werden sich dagegen revanchieren wollen, so daß es in diesem Schlußkampf doch noch um etwas geht.

Ohne Abstiegssorgen werden beide Mannschaften unbefangen aufspielen können. Die Schwartauer, die in der Rückrunde stark aufkamen, besiegten u.a. den Heider SV 1:0, SV Friedrichsort 1:0 und spielten gegen VfB Lübeck 1:1, was man dieser in der Hinrunde schwachen Elf nicht zugetraut hätte. Sie darf also nicht unterschätzt werden.

Die Oldesloer Elf verdankt die Beständigkeit in ihren Leistungen in erster Linie der Umsichtigkeit ihres Trainers Artur Jantz, der mehr als elf gute Spieler heranbildete und bei Ausfällen immer gleichwertigen Ersatz hatte. Zu Ehren des ausscheidenden Mannschaftskapitäns Werner Petersen, der das letzte Punktspiel in seiner Fußballkarriere bestreitet, wirken neben ihm zehn Spieler mit, die am meisten mit ihm im Kampf um den Aufstieg und im ersten Jahr der Landesklassenzugehörigkeit zusammenspielten und mit ihm zu beachtenswerten Erfolgen kamen. Auf den Einsatz von Nachwuchsspielern, die sich in den vergangenen Spielen bewährten, wurde deshalb verzichtet.
ST

Sonntag, 26. April 1959
Punktspiel VfL Oldesloe - VfL Schwartau 1:2 (0:1)
Schwartaus dritter Sieg hintereinander. Oldesloer Petersen nahm Abschied. 2:1-Erfolg verdient. Wenn auch recht glücklich, so durchaus verdient, revanchierten sich die Schwartauer für die Niederlage der Hinrunde. Ihre kampfbetonte Spielweise setzte sich vor allem im ersten Durchgang bei den recht mäßig aufspielenden Oldesloern stets durch. Die Oldesloer hatten im zweiten Durchgang zwar etwas mehr vom Spiel, dennoch war die Schwartauer Elf in der gesamten Spielanlage die bessere von beiden.

Hart bis an die Grenze des Erlaubten, als wenn es um Aufstieg oder Abstieg ging, wurde gekämpft und man merkte den Schwartauern an, daß sie sich etwas vorgenommen hatten. Sie schafften ja auch den dritten Sieg hintereinander.

Leider verloren die Oldesloer ihren Kapitän Petersen, der das letzte Mal in den Punktspielen der Liga mitwirkte, in der 75. Minute infolge Verletzung. Ebenso war Torwart Slawski infolge Verletzung nur eine halbe Kraft, was den Schwartauern auch das Siegestor einbrachte.

Trainer Artur Jantz hatte zu Ehren des ausscheidenden Kapitäns Petersen auf bewährte Nachwuchsspieler verzichtet, was sich rächte. Im Sturm ohne Clasen, dafür wieder mit Alfred Liedtke im Lauf und Korn in der Ver-teidigung, war es eine andere Elf wie jene, die Friedrichsort besiegen konnte. Besonders hervorzuheben sind Lindemann, Vierkant und Peters, die in der Hintermannschaft brauchbare Arbeit leisteten. Nur der Sturm war bei seiner engmaschigen Spielweise recht harmlos. Beste Stürmer: Meins und Lütge, vielleicht auch noch König. Petersen gab sich die größte Mühe, ging aber bei diesem Tempo unter. Die Schwartauer hatten eigentlich keine schwache Stelle in ihrer Mannschaft. Mit Leonhardt für Leistikow im Sturm hatten sie gut gewählt, denn er brachte ihnen den Erfolg. Besonders hervorzuheben sind die Leistungen von Boye, der unermüdlich seinen Sturm mitriß. Weiland und Bähnck II waren "Beton" in der Abwehr, und ihre Läuferreihe, vor allem Wittboldt, verdiente sich eine gute Note. Hanicke hielt sehr gut, war an Peters Treffer schuldlos.

Das Spiel war kein guter Abschluß für Werner Petersen, doch mag ihn trösten, daß er mit seiner Mannschaft im Aufstiegsjahr den siebenten Tabellenplatz erreichte. Der bisherige Mannschaftskapitän wird auch weiterhin trotz seiner 36 Jahre in Freundschaftsspielen mitwirken. Es wird für die Verantwortlichen nicht einfach sein, einen Nachwuchsspieler zu einem so zähen Draufgänger, wie Petersen es war, heranzubilden. Als Geflügel-farmbesitzer veranstaltete er zum Abschluß, trotz seiner Verletzung, für seine Elf ein großes Eieressen. SPM/
ST

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Korn, Wilhelm Lindemann - Karl-August Wilkens, Dieter Vierkant, Jürgen Peters - Herbert Meins, Egon Lütge, Werner Petersen, Alfred Liedtke, Dieter König.
Tore: 0:1 Loenhardt (8.), 1:1 Peters (67.), 1:2 Loenhardt (75.). - Schiedsrichter: Kaufmann (Lübeck). - Zuschauer: 1450.

Samstag, 2. Mai 1959
Schwere Prüfung für Kreismeister Eichede.

Im Pokal gegen den VfL. In der zweiten Pokalrunde auf Landesebene steht morgen um 15 Uhr im Oldesloer Stadion der diesjährige Kreismeister der A-Klasse, SV Eichede, den ersten Amateuren des VfL gegenüber. Für den Meister wird dieses Spiel die Generalprobe für sein erstes Aufstiegsspiel sein, das er am 24. Mai gegen den Meister Lauenburgs in Eichede auszutragen hat. Für den VfL geht es darum, in die nächste Runde zu kommen.
ST

Sonntag, 3. Mai 1959
Pokal VfL Oldesloe - SV Eichede 7:1 (4:0)

Sieben muntere Sachen für VfL. Der Kreismeister aus Stormarn hatte in der zweiten Pokalrunde auf Landesebene neben seinem großen Eifer dem VfL nichts entgegenzusetzen. Die Oldesloer spielten im stärksten Auf-gebot. Kein Wunder also, wenn die gelegentlichen Entlastungsangriffe des SV Eichede meistens schon in der gegnerischen Läuferreihe brachen!

Der VfL-Sturm war trotz des hohen Torergebnisses nicht in allzu guter Schußlaune, denn mindestens sechs klare Chancen wurden von ihm noch ausgelassen, zeigte aber sonst eine gute geschlossene Gesamtleistung. Eichede dagegen wird sich noch steigern müssen, wenn es in den bevorstehenden Aufstiegsspielen zum Zuge kommen will. Das harte Spiel verursachte einige Verletzungen auf beiden Seiten.
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Wolf-Dieter Bliebenich, Dieter Vierkant, Jürgen Peters - Herbert Meins, Egon Lütge, Heinz Wendt, Alfred Liedtke, Dieter König.
SV Eichede: Dieter Dau - Dieter Wilken, Hans-Hermann Dau - Heinrich Winterberg, Helmut Wagener, Gerhard Splieth - Martin Haase, Uwe Hauck, Erich Wagner, Manfred Dau, Heinz Heise.
Tore: 1:0 Alfred Liedtke, 2:0 Alfred Liedtke, 3:0 Alfred Liedtke (36.), 4:0 Wendt (40.), 5:0 Lütge (50.), 6:0 Wendt (54.), 7:0 Peters (61.), 7:1 Haase (76.). - Schiedsrichter: Luckow (Lübeck). - Zuschauer: 700.

Samstag, 9. Mai 1959
Hamburger Gast beim VfL.

Kräftevergleich mit Aufsteiger Komet Blankenese. Zu einem interessanten Kräftevergleich kommt es morgen um 15.30 Uhr zwischen den ersten Amateuren des VfL Oldesloe und dem Aufsteiger der Hamburger Amateurklasse FTSV Komet Blankenese. Beide Aufsteiger erzielten nach beachtenswerten Erfolgen einen unerwartet guten Mittelplatz in der Tabelle in der abgelaufenen Saison. Papiermäßig treffen zwei gleichwertige Mannschaften aufeinander. Komet erzielte in 30 Spielen 18 Erfolge (29:31 Punkte) und der VfL bei der gleichen Anzahl von Spielen 17 Siege (30:30 Punkte). Besonders überraschte bei Komet das Abschneiden gegen den Eimsbüttler TV (1:1), Wilhelmsburg (2:2), HEBC (1:1), Uetersen (3:1), Grün-Weiß (4:1) und das vom VfL gegen VfB Lübeck (3:1), SV Friedrichsort (1:0) und Itzehoe (1:1), um nur einige zu nennen. Da beide Mannschaften in bester Besetzung antreten wollen, müßte es zu einem guten Spiel kommen, dessen Ausgang vollkommen offen ist.
ST

Sonntag, 10. Mai 1959
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Komet Blankenese 1:1 (0:1)

Flottes Privatspiel. Der Vergleich mit dem Amateurliga-Siebenten von Schleswig-Holstein und dem Amateurliga-Achten von Hamburg - beide stiegen in der abgelaufenen Saison auf - endete mit einem gerechten Unent-schieden. Die Hanseaten waren in der kraftvoll durchgeführten Begegnung im Sturmspiel zwar besser, dafür in der Abwehr schwächer als der VfL. Dennoch hatte der VfL die besseren Torchancen, die er aber nicht aus-zunutzen verstand. Komet hat einen recht guten Eindruck hinterlassen. Besonders konnte seine Sturmreihe im Zusammenspiel gefallen. Beste Stürmer Woelk und Feicke. Beim VfL gab es schon im ersten Durchgang Verletzte. König und Lindemann mußten vorübergehend vom Platz. Bester Teil der Elf war die Hintermannschaft. Im Sturm gab es viel Leerlauf. Besonders spritzig Alfred Liedtke. Wendt ist zwar ein guter Techniker, aber noch etwas unkonzentriert im Strafraum. Meins und Lütge erreichten nicht die Form des Vorsonntags.

Erstmalig spielte der VfL eine Halbzeit mit Westphal (früher Phönix Lübeck) im Tor, der Slawski nicht nachstand. Immerhin hat die VfL-Elf in diesem Spiel bewiesen, daß sie ihren Tabellenplatz wirklich ihrem Können zu verdanken hat, denn sie war technisch auf alle Fälle ebenbürtig.
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski (Herbert Westphal) - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Wolf-Dieter Bliebenich, Dieter Vierkant, Jürgen Peters - Herbert Meins, Egon Lütge, Heinz Wendt, Alfred Liedtke, Dieter König.
Tore: 0:1 Woelk (3.), 1:1 Alfred Liedtke (52.). - Schiedsrichter: Weinand (Lübeck); Linienrichter: Tiedemann (Trittau), Gerken (Todendorf). - Zuschauer: 750.

Donnerstag, 14. Mai 1959
Schweden im VfL-Stadion.

Am Freitag um 18.15 Uhr stehen sich im Stadion die ersten Amateure des VfL und die gleichklassige Mannschaft des Norrstrands Idrottsförening gegenüber. Die Gäste werden mit 24 Personen zwei Tage in Bad Oldesloe bleiben und danach noch Spiele in Ratzeburg und Celle austragen. Die Schweden-Elf steht in der laufenden Saison ungeschlagen auf dem dritten Tabellenplatz und verfügt über einen sehr guten Innensturm und einen vorzüglichen Mittelläufer.
ST

Freitag, 15. Mai 1959
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Norrstrands IF 3:1 (0:1)

VfL erst nach der Pause richtig "da". Bis zur Pause hatte wohl keiner mit einem Sieg des VfL gerechnet, denn was sein Sturm bis dahin bot, hatte alles andere als Amateurliga-Format. Erst nach dem Wechsel, nachdem Trainer Jantz in der Pause sehr deutlich geworden war und Alfred Liedtke für Rust mitwirkte, kam etwas mehr Linie und Schwung ins Spiel. Wenn die schnelle, ehrgeizige und kampfstarke Schweden-Elf bis zum Wechsel nur zu einem zählbaren Erfolg kam, lag es an der großartigen Oldesloer Abwehr, die zu jeder Zeit wirkliche Klassearbeit zeigte und großen Anteil an diesem Sieg hat.

Die Schweden waren auf allen Posten gut besetzt. Die jungen kräftigen Stürmer spielten ohne Hemmungen auf und wurden von der Hintermannschaft großartig bedient, so daß sie im Mittelfeld überwiegend tonangebend waren. Beste Stürmer Nummer 7, 8 und 9, in der Hintermannschaft zeigten die beiden Außenläufer und der rechte Verteidiger überzeugende Leistungen. Die dann aber im zweiten Durchgang auftretenden Konditions-mängel sowie zwei Fehler ihres Torwarts waren schuld an ihrer Niederlage.

Der VfL erreichte dank seiner guten Hintermannschaft mehr als zu erwarten war. Im Sturm wollte und wollte es nicht klappen! Zwar wurde es nach der Pause mit Alfred Liedtke besser, aber dennoch konnte Wilkens den fehlenden König nicht ersetzen, obgleich er sich die größte Mühe gab. Von der früher so oft gelobten Zusammenarbeit zwischen Meins und Lütge war diesmal nichts zu spüren. Wendt, der zweimal erfolgreich war und dadurch dem Spielgeschehen eine Wendung gab, wird einige Zeit benötigen, bis er die notwendigen Kraftreserven, die sein Vorgänger Petersen besaß, aufzuweisen hat. Die körperliche Überlegenheit des schwedischen Mittelläufers, der technisch weit schlechter war, setzte sich meistens bei Wendt durch. Beste Spieler der Hintermannschaft: Lindemann, Vierkant und Peters. Aber auch die Leistungen von Bliebenich und Horst Liedtke waren zufriedenstellend. Beide Torhüter kamen durch ihre tatkräftigen Vormänner gut über die Runden.
SPM

VfL Oldesloe: Herbert Westphal (Rolf Kröger) - Horst Liedtke, Wilhelm Lindemann - Wolf-Dieter Bliebenich, Dieter Vierkant, Jürgen Peters - Herbert Meins, Egon Lütge, Heinz Wendt, Günter Rust (Alfred Liedtke), Karl-August Wilkens.
Tore: 0:1 Blomkvist (41.), 1:1 Wendt (54.), 2:1 Alfred Liedtke (74.), 3:1 Wendt (82.). - Zuschauer: 570.

Samstag, 23. Mai 1959
VfL zum Pokalspiel nach Kiel.

Im Nachholspiel der dritten Pokalrunde kommt es heute um 18 Uhr in Kiel-Ellerbek zur Begegnung zwischen den ersten Amateuren des VfL Oldesloe und den zweiten Amateuren von Comet Kiel. Bei einem unentschiedenen Ausgang nach Verlängerung muß dieses Spiel am Mittwoch in Oldesloe wiederholt werden. Nachdem der VfL in den beiden vorangegangenen Runden die Kreisligisten TSV Pansdorf mit 4:1 und SV Eichede mit 7:1 geschlagen hat, trifft er auf einen Bezirksligisten, den er aus den Aufstiegsspielen des Vorjahres kennt (3:1 für VfL). In der abgelaufenen Saison erreichten die Kieler den zweiten Tabellenplatz der Fördestaffel. In den beiden vorangegangenen Pokalrunden besiegten sie die ersten Amateure von Kilia Kiel 3:2 und den TSV Russee 3:1. Zu Hause müssen sie also fast als gleichwertiger Gegner eingeschätzt werden.
ST

Samstag, 23. Mai 1959
Ppokal Comet Kiel - VfL Oldesloe 2:4 (1:3)

Comet wurde unter Wert geschlagen. VfL gewann mit 4:2 etwas zu hoch, aber verdient. Zweifellos ist diese Niederlage für Comet in der dritten Runde des DFB-Pokals zu hoch ausgefallen, denn besonders nach der Pause hatten die Platzherren mehr vom Spiel und zeigten teilweise recht schöne Spielzüge. Pech für die Cometen, daß gerade in dieser Drangperiode mit dem 1:4 der endgültige k.o. kam. Anerkennenswert, daß sie jedoch bis zum Schluß nicht aufsteckten und versuchten, die Niederlage noch abzuwenden. Ihr Schußglück ließ sie jedoch im Stich.

Die Oldesloer mußten ohne ihre Stammspieler Peters und Lindemann antreten, und das hätte nach Halbzeit beinahe ins Auge gehen können, denn der Zusammenhalt im Mittelfeld ließ doch merklich nach. Nußkern war hier noch wirkungsvoller als Wilkens. Meins hatte einen schwachen Tag. Die besten Stürmer waren Alfred Liedtke und Wendt. Lütge hätte bei größerer Konzentration noch wirkungsvoller sein können. Bester Mann der Deckung war einwandfrei Torwart Slawski, dessen Paraden öfter Beifall erhielten. Auch Vierkant stand seinen Mann in der Drangperiode der Cometen. Der Sieg ist aufgrund der ausgezeichneten ersten Halbzeit verdient, aber zahlenmäßig zu hoch.

Comet fand sich einfach in der Deckung zu spät zurecht. Torwart Krummel muß noch viel ruhiger werden. Karpenkiel setzte nicht konsequent nach (vor der Pause), als es endlich klappte, war das Spiel schon entschieden. In der Hintermannschaft gefiel Schröder durch kluges Abspiel. Bester Mann war Broszat, der viel für den Aufbau tat. Der gesamte Sturm vergab viel Chancen und kam überhaupt erst nach der Pause richtig zum Zug, hatte aber dann einfach kein Schußglück.
SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Liedtke, Wolf-Dieter Bliebenich - Karl-Heinz Nußkern, Dieter Vierkant, Karl-August Wilkens - Herbert Meins, Egon Lütge, Heinz Wendt, Alfred Liedtke, Dieter König.
Tore: 0:1 Lütge (8.), 0:2 Lütge (15.), 0:3 Wendt (22.), 1:3 Broszat (32., Handelfmeter), 1:4 Alfred Liedtke (64.), 2:4 Hinz (70.). - Schiedsrichter: Werner (Flensburg). - Zuschauer: 500.

Freitag, 29. Mai 1959
VfL gegen TSV Siems.

Morgen um 18 Uhr hat der VfL Oldesloe in der vierten DFB-Pokalrunde auf Landesebene den TSV Siems im Stadion als Gegner. Siems erreichte als einziger Bezirksligist diese Runde. Der Sieger aus dem morgigen treffen nimmt am 14. Juni an der Vorschlußrunde teil. Der Ex-Landesligist aus Lübeck-Siems bootete in der dritten Runde die Amateure vom VfR Neumünster mit einem 3:1-Sieg aus. In der abgelaufenen Saison erreichte er in der Südstaffel der Lübecker Bezirksliga den zweiten Tabellenplatz. Also eine Mannschaft, die der VfL unbedingt ernst nehmen muß. Der VfL besiegte zwar am Vorsonnabend nach einer großen ersten Halbzeit Comet Kiel 4:2, mußte aber feststellen, daß in der Bezirksliga gleichwertige Kräfte vorhanden sind, denen man eine Erfolgschance einräumen muß. Dennoch müßte sich der Klassenhöhere auf eigenem Platz für die Vorschlußrunde qualifizieren können.
ST

Samstag, 30. Mai 1959
Pokal VfL Oldesloe - TSV Siems 1:3 (1:0)

Siems bootete den VfL aus. Ausgebrannte Oldesloer unterlagen glatt 1:3. Auch der VfL Oldesloe wurde nun wie der VfR Neumünster Amateure (1:3) vom Bezirksligisten TSV Siems durch eine 1:3-Niederlage aus der DFB-Pokalrunde ausgebootet. Der Sieg der TSV-Elf im VfL-Stadion war aufgrund ihrer ehrgeizigen, einsatzfreudigen Spielweise vollauf in dieser Höhe verdient. Die VfL-Elf wirkte wie ausgebrannt, was wohl auf die kräftezehrenden Meisterschaftsspiele im Aufstiegsjahr und die darauf ohne Pause folgenden Pokal- und Freundschaftsspiele zurückzuführen ist.

Ohne König und Lindemann, dafür nach längerer Pause wieder mit Erbs (der eine längere Krankenhausbehandlung hinter sich hat) und Nußkern stand die recht müde aufspielende VfL-Elf einem Gegner gegenüber, der zwar als Ex-Landesligist in einer niedrigeren Klasse spielt, dafür aber ausgeruhter, mit einer auf allen Positionen gut besetzten Mannschaft in diesen Kampf gehen konnte. Bis zum Schlußpfiff ließ sich der TSV das Spielgeschehen nicht aus der Hand nehmen, mischte im ersten Durchgang gleichwertig mit und war nach der Pause tonangebend.

Obgleich der VfL durch Meins in der 30. Minute in Führung gehen konnte, merkte man doch, daß die TSV-Elf in ihrer Gesamtspielanlage besser war. Wenn es dann trotzdem bis zum Wechsel nicht zum verdienten Aus-gleich kam, war dies in erster Linie Torwart Slawski, Außenläufer Peters und Stopper Vierkant zu verdanken.

Im zweiten Durchgang hatten Peters und Erbs ihre Plätze getauscht. Die 700 Zuschauer erwarteten nun ein zügiges und druckvolleres Sturmspiel beim VfL. Aber das Gegenteil trat ein. Wenn bis dahin Peters im Aufbau und in der Abwehr großartige Leistungen gezeigt hatte, konnte ihn Erbs jetzt nicht annähernd ersetzen. Kein Wunder also, wenn das Schicksal des VfL schon in der 60. Minute besiegelt war.

Infolge Deckungsfehler der Oldesloer Abwehr konnte Thimm in der 54. Minute ausgleichen und Ottens schon eine Minute später durch geschicktes Umspielen der Oldesloer Abwehr den TSV sogar in Führung bringen. Aber nicht genug damit, erzielte Ottens in der 60. Minute auch noch den dritten Treffer für den TSV, als Slawski der Ball aus den Händen geglitten war.

Bei dieser Torfolge konnte der recht drucklos und zusammenhanglos aufspielende VfL-Sturm nicht mithalten, zumal die einsatzfreudige TSV-Hintermannschaft in ausgezeichneter Form war. Planlos wirkten nach der Pause beide Außenläufer. Ihre Abgaben und Vorlagen landeten meistens beim Gegner. Zwar versuchten Peters und Alfred Liedtke im Alleingang zum Erfolg zu kommen, aber vergeblich.
ST

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke - Karl-Heinz Nußkern, Dieter Vierkant, Jürgen Peters - Herbert Meins, Egon Lütge, Heinz Wendt, Roland Erbs, Alfred Liedtke.
Tore: 1:0 Herbert Meins (30.), 1:1 Thimm (54.), 1:2 Ottens (55.), 1:3 Ottens (60.). - Schiedsrichter: Melson (Kiel). - Zuschauer: 700.

Freitag, 5. Juni 1959
VfL gegen Wandsbeker FC.

Morgen um 17.30 Uhr treten die ersten Amateure des VfL Oldesloe zum letzten Spiel dieser Saison im Stadion noch einmal gegen einen gleichklassigen Gegner, den Wandsbeker FC, an. Komet Blankenese, Tabellenachter der gleichen Staffel, und der VfL trennten sich im Mai 1:1. Die Gäste, Tabellenelfte der Hamburger Amateurliga, mußten in der ersten Hälfte der Saison schwer um den Klassenerhalt kämpfen, zeigten in der Rückserie jedoch beständigere Leistungen und retteten sich durch ihre Erfolge u.a. gegen Komet Blankenese (2:2), Hamburger SV Amateure (2:1), Eimsbütteler TV (1:0) und HEBC (3:2) aus dem Abstiegsstrudel. Am Vorsonnabend überraschten sie mit einem 1:0-Sieg über den Oberligisten Concordia Hamburg.

Nach der 1:3-Niederlage des VfL am Vorsonntag wird man auf den Ausgang dieses Treffens gespannt sein, in dem Kapitän Werner Petersen, der aus den Punktspielen bereits verabschiedet wurde, wieder mitwirken wird. Wer Petersen in dieser Woche trainieren sah, wird kaum glauben, daß dieser kraftstrotzende Sportler, der am kommenden Mittwoch sein 36. Lebensjahr vollendet, jetzt schon die Fußballschuhe für immer an den Nagel hängt. Vielleicht sieht man ihn noch einmal in den kommenden Punktspielen, denn die Lücke, die er hinterließ, ist nicht so leicht zu schließen.
ST

Samstag, 6. Juni 1959
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Wandsbeker FC 5:1 (5:1)

Hamburger Amateurligist enttäuschte. Wandsbek mit 5:1 fast deklassiert. VfL-Stürmer schossen aus allen Lagen. Mit einem 5:1-Sieg über den Wandsbeker FC entschädigte der VfL Oldesloe seinen Anhang für die am Vorsonnabend erlittene 1:3-Niederlage im Pokalspiel gegen den TSV Siems. Ein Sieg, der vollauf verdient und zu keiner Zeit gefährdet war. Bis zur Pause war das Schicksal der Wandsbeker schon besiegelt.

Die VfLer enttäuschten diesmal ihren Angang nicht. Vor allem im Sturm, in dem Lütge, Alfred Liedtke und König hervorragten, wurde wieder einmal selbstlos gekämpft und zumindest im ersten Durchgang aus allen Roh-ren geschossen. Großartig unterstützt von der Hintermannschaft, in der es keine schwache Stelle gab, wuchs die Überlegenheit der Oldesloer stetig an, die auch im zweiten Durchgang anhielt.

Mit diesem Spiel beendeten die ersten Amateure des VfL ihre Heimspiele der diesjährigen Saison. Sie werden Ende Juni in Schweden noch einer Rückspielverpflichtung nachkommen. Als Vertreter der Stadt sprach Bürgermeister Hermann Barth der in ihrem Aufstiegsjahr so erfolgreichen VfL-Elf seine Anerkennung aus und überreichte ihr für ihre Leistungen einen Fußball, womit er sein Versprechen, das er der Elf zu Beginn der Saison gegeben hatte, einlöste. In seiner Ansprache wünschte er diesmal der Mannschaft den Aufstieg ins Oberhaus.
ST/SPM

VfL Oldesloe: Siegfried Slawski - Horst Liedtke, Dieter Vierkant - Karl-Heinz Nußkern (Karl-August Wilkens), Werner Petersen, Jürgen Peters - Herbert Meins, Egon Lütge, Heinz Wendt, Alfred Liedtke, Dieter König.
Tore: 1:0 Lütge (6.), 2:0 Lütge (12.), 3:0 Wendt (14.), 4:0 Alfred Liedtke (29.), 5:0 Lütge (39.), 5:1 Stuhlmacher (42.). - Schiedsrichter: van Thiel (Kiel). - Zuschauer: 600.

Originalunterlage VfL

Zum Abschluß der Saison traf sich die Ligamannschaft mit Rudi Herzog, Erich Zeising, Wilhelm Düllmann, Otto Rathmann und Artur Jantz im "Central-Café" zu einem Essen, um Mannschaftskapitän Werner Petersen zu verabschieden. Fußballobmann Herzog überreichte eine Silberschale und sagte: "Mit dem Schlußpfiff des heutigen Spiels scheidet der Spielführer der ersten Amateurliga, Werner Petersen, aus dem aktiven Sport dieser Mannschaft aus. Herr Petersen, Sie haben bereits als Schüler dem VfL angehört. Nach dem Krieg, der zwangsläufig eine Einstellung des sportlichen Lebens mit sich brachte, und nach Ihrer Rückkehr in die Heimat, ha-ben Sie zunächst - durch ihren Wohnsitz bedingt - dem SV Eichede angehört. 1955 sind Sie zum VfL zurückgekehrt und haben dem Verein die Treue gehalten, trotz wirtschaftlicher Einbußen. Dafür danke ich Ihnen herzlich im Namen des VfL in seiner Gesamtheit mit all seinen Sparten. Ich darf dieses um so mehr tun, als Sie nicht nur Fußballer gewesen sind, sondern weil Sie den Sportler im besten Sinne des Wortes verkörpern. Ihre Sportauffassung vom Training bis zum Spiel auf dem Rasen kann nur als vorbildlich für alle Vereinsmitglieder hingestellt werden. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob Sie in den vielen Spielen jemals vom Schiedsrichter verwarnt werden mußten. Fest steht aber, daß der VfL nach Abschluß dieser Saison neben dem Heider SV als fairste Mannschaft der Amateurliga herausgestellt worden ist. Dazu dürften Sie nicht unwesentlich beigetragen haben. Zweimal haben Sie mit Ihrer Mannschaft vergeblich um den Aufstieg in die Amateurliga gekämpft. Beim dritten Mal gelang es, und unter Ihrer Führung konnte in diesem Jahre ein beachtlicher Tabellenplatz erzielt werden. Der Klassenerhalt dürfte das schönste Geschenk sein, das die Ligamannschaft ihrem scheidenden Kapitän machen kann. Diesen zu erhalten und auszubauen ist unser gemeinsamer Wunsch."

Mittwoch, 17. Juni 1959
Für 100 DM von Hamburg nach Lübeck marschiert.

Was ist an Fußballstammtischen nicht schon alles "ausgeheckt" worden! Aber, das, was man in Bad Oldesloe in die Tat umsetzte, dürfte doch wohl einmalig sein! Als der VfL Oldesloe vor ein paar Monaten zum Meisterschaftsspiel nach Heide fuhr, meinte ein Spieler: "Wenn wir heute gegen den Heider SV gewinnen, bin ich bereit, von Heide nach Oldesloe zu Fuß zurückzumarschieren!" Die Oldesloer verloren jedoch, und jenem leichtsinnigen Spieler mag ein Stein vom Herzen gefallen sein.

Aber dieser Fußmarsch ging den Oldesloern einfach nicht mehr aus dem Kopf! Und als dann Hans Stieger, ein Oldesloer Geschäftsmann, behauptete, daß er keinem Oldesloer Ligaspieler zutrauen würde, innerhalb von zwölf Stunden von Hamburg nach Lübeck zu laufen, und dann auch noch erklärte, er würde jedem Ligaspieler 100 Mark in die Hand drücken, der es in weniger als zwölf Stunden schaffen würde, da standen drei Spieler auf, um zu erklären: "Die Wette gilt! Das machen wir!"

Der Geschäftsmann hinterlegte die 300 Mark beim Vereinswirt, und am Mittwoch machten sich dann die bekannten Ligaspieler Werner Petersen (der Mannschaftskapitän, der beim sensationellen 3:1-Sieg des VfL auf der Lohmühle gegen den VfB zwei Tore schoß), der 20jährige Halbstürmer Egon Lütge und der 19jährige Wolf-Dieter Bliebenich marschbereit: sie ließen sich mit einem Auto zum Hamburger Hauptbahnhof fahren, dort salbten sie ihre Füße noch einmal dick ein - und dann ging es los! Die Uhr des Hamburger Hauptbahnhofs stand auf 0.20 Uhr, als die "Marschierer" starteten. Um 6.30 Uhr nach 42 Kilometern, wurde Bad Oldesloe erreicht, wo beim Bierverleger Willy Schlüter eine Frühstückspause eingelegt und die ersten Blasen behandelt wurden. Die letzten 23 Kilometer nach Lübeck fielen den drei Oldesloern recht sauer, aber der 36jährige Werner Petersen, der alte Marschierer, brachte seine beiden jüngeren Kameraden doch noch ins Ziel. Um 10.55 Uhr wurde zusammen mit den "neutralen Beobachtern" (die vom Auto aus genau aufpaßten, daß jeder einzelne Meter marschiert wurde) der Lübecker Hauptbahnhof erreicht. Dort wurde ihnen auch dann gleich der Siegerpreis ausgehändigt.

Auf dem langen Marsch durch die Nacht verbrauchte jeder zwei Paar Socken und eine Dose Fußcreme. Bedingung war, nicht von der Bundesstraße 75 abzuweichen und sich nicht fahren zu lassen. Natürlich waren die drei Oldesloer ganz schön stolz auf ihre Leistung (von Hamburg nach Lübeck in zehn Stunden und 35 Minuten - das kann sich sehen lassen!). Aber darüber waren sich alle drei einig: das machen wir selbst für 300 Mark nicht noch einmal! SPM/
ST

Mittwoch, 24. Juni 1959
VfL-Ligamannschaft fährt nach Schweden.

Morgen um 3.30 Uhr starten 17 Spieler der 1. Amateurliga des VfL Oldesloe in Begleitung ihres Trainers und Obmanns nach Schweden, um dort erstmalig, wie schon seit Jahren in Dänemark, Spiele auszutragen.

Der Einladung zufolge, die Obmann Rudi Herzog aus Schweden erhielt, erwartet die Teilnehmer dort ein reichhaltiges Programm. Neben den Spielen in Nybro und Mönsteras, wo die Oldesloer gegen gleichklassige Mann-schaften antreten, wird ihnen Gelegenheit gegeben, an einem Sportfest teilzunehmen, dessen Höhepunkt die internationale Fußballbegegnung zwischen der italienischen Oberliga-Mannschaft Lanerozzi und einer schwedischen Kombination mit Nationalspielern bildet. Für Geselligkeit und Besichtigungen sowie für Unterkunft und Verpflegung ist ebenfalls vorgesorgt, so daß die neue Verbindung durch persönlichen Kontakt gefestigt wer-den kann.

Recht zahlreich waren in diesem Jahr die Spielangebote aus den skandinavischen Ländern. Auch aus Norwegen ging ein Angebot ein, das wegen Terminschwierigkeiten aber erst im nächsten Jahr berücksichtigt werden kann. Am Montag gegen 23 Uhr werden die Schwedenfahrer in Bad Oldesloe zurückerwartet.
ST

Freitag, 26. Juni 1959
Freundschaftsspiel IF Nybro - VfL Oldesloe 2:2 (2:0)

Sonntag, 28. Juni 1959
Freundschaftsspiel IF Mönsteras - VfL Oldesloe 4:3 (2:1)

VfL spielte 2:2 und 3:4 in Schweden. Erlebnisreicher Abschluß der Fußballsaison für die Oldesloer Amateurligisten. Obgleich die ersten Amateure des VfL Oldesloe von ihrer fünftägigen Schwedenfahrt ohne große Erfolge heimkehrten, waren sie doch hell begeistert und erfreut über die sehr gute Aufnahme, die ihnen seitens der schwedischen Sportler zuteil wurde. Die Begegnung gegen Nybro IF endete 2:2, und die gegen Mönsteras IF endete mit einer 3:4-Niederlage des VfL.

Allein die Fahrt in Pkws durch die waldreiche schwedische Landschaft war für die 19 Teilnehmer ein Erlebnis. Wenn auch das ungewohnte Linksfahren für die Männer am Steuer zunächst etwas unbequem war, wurde Nybro doch pünktlich erreicht, wo die Oldesloer herzlich empfangen wurden. Für Unterkunft und Verpflegung hatte der schwedische Obmann Karlsson gut vorgesorgt, was die Stimmung hob.

Große Vorschauen in den Tageszeitungen hatten die internationale Begegnung für Freitag angekündigt. Das 2:2 ging in Ordnung und entsprach den Leistungen beider Mannschaften. Trotz der abendlichen Wärme war es ein Spiel mit Tempo und gutem Willen. Obgleich der VfL bis zum Wechsel 0:2 im Rückstand lag, konnte er durch eine geschlossene Mannschaftsleistung doch noch den Ausgleich schaffen. Der Abend wurde zur Besichtigung der Hafenstadt Kalmar genutzt, die Abendstunden verbrachte man gesellig im Kreise der Nybroer Sportler und deren Familienangehörigen.

Auch in der von Nybro 80 Kilometer entfernten Stadt Mönsteras wurden die VfLer von den schwedischen Sportlern herzlich aufgenommen. In ihren Privatquartieren mußten sie feststellen, daß mindestens ein Angehöriger der Familie, meistens die Ehefrau, die deutsche Sprache beherrschte, kein Wunder, denn es handelte sich hier um Deutsche, die nach dem Kriege in Schweden Arbeit fanden und dort durch Heirat seßhaft wurden.

Das Spiel gegen Mönsteras IF begann für den VfL sehr vielversprechend. Nachdem er 1:0 in Führung gegangen war, kamen die Schweden aber durch ein Eigentor der VfLer zum billigen Ausgleich. Ein weiterer Abwehr-fehler der Oldesloer brachten dann den Gastgeber noch bis zum Wechsel in Führung. Durch zwei sauber herausgespielte Tore konnte der Gastgeber auf 4:1 erhöhen, bevor der VfL zum zweiten und dritten Treffer kam. Ein Strafstoß wurde von Torwart Slawski gehalten. Allgemein ein schwaches Spiel der VfL-Mannschaft, was auf Konditionsmängel zurückzuführen war.

Sehr beeindruckt waren die Oldesloer von den sehr guten Sportanlagen, die aufs modernste angelegt sind. Aber auch für die schwedische Industrie zeigten die VfLer Interesse. So brachte eine Lokalzeitung eine Aufnah-me, die elf VfL-Spieler bei einer Besichtigung einer Kuvertfabrik zeigt. Die Rückreise gab den Teilnehmern noch Gelegenheit, Kopenhagen und andere dänische Städte zu besichtigen. Für alle Ligaspieler war die Schwedenreise ein schöner Saisonabschluß.
ST

 

 

 

Bis zum Jahr 1960