Die Spielzeit 1958/59

 



 Samstag, 10. Jan. 1959
Kirche übt Kritik am Sonntagsvormittagssport

Gegen die zunehmende Neigung der Sportvereine, insbesondere des Fußballsports, während der Kirchzeit Übungsspiele anzusetzen, obwohl vor längerer Zeit Abkommen getroffen wurden, um diese zu vermeiden, wendet sich die im Evangelischen Presseverband in Kiel erscheinende Zeitschrift "Konvent der kirchlichen Mitarbeiter" in ihrer neuesten Ausgabe. Namentlich am Bußtag 1958 sei das deutlich geworden, man müsse sich fragen, ob das nur ein Versehen der Verantwortlichen sei.
ST

Montag, 12. Jan. 1959

Mit den Spesen, die den Fußballschiedsrichtern zustehen, ist es wirklich nicht weit her! Der Bezirk Lübeck gab in einem Rundschreiben noch einmal bekannt: für Spiele am Ort 2,50 DM; Auswärtsspiele mit einer Abwesenheit vom Heimatort bis zu fünf Stunden 4,00 Mark; Auswärtsspiele mit einer Abwesenheit vom Heimatort über fünf Stunden 6,00 Mark. Dazu kommen die reinen Fahrtunkosten. Würden Sie, lieber Leser, für diese Spesen diesen undankbaren Posten übernehmen?
SPM

Montag, 26. Jan. 1959
Haben wir in Stormarn auch schon Damenfußball?

Oder handelt es sich um Fußballbräute? Dem Kreissportverband Stormarn gehören zur Zeit 34 Vereine - das sind vier Vereine mehr als im Jahre 1957 - mit 5610 Erwachsenen und Jugendlichen an, von denen sich 1243 als passive Mitglieder eingetragen haben. Dies ergibt sich aus den neuesten Stärkemeldungen. Die Kreisstadt darf sich zu recht als Sportstadt bezeichnen, denn mit vier Vereinen steht sie an der Spitze. Dabei schießt der VfL Oldesloe mit 1126 Mitgliedern den Vogel ab. Als nächste rangieren in der Reihenfolge TSV Bargteheide (633), TSV Trittau (452) und Preußen Reinfeld (356). Dann folgen die ersten sogenannten Landvereine Barsbütteler SV (173), der allerdings spieltechnisch dem Hamburger Verband angeschlossen ist, und der im Aug. 1958 gegründete TuS Hoisdorf (164). Kleinster Verein des gesamten Kreisgebietes ist der SV Delingsdorf mit 13 Aktiven.

Bei der Aufteilung der Mitglieder auf die Sportarten steht auch im Kreise Stormarn König Fußball an führender Stelle. Der Kreisfußballverband zählt 2572 Mitglieder. Das sind fast 50 Prozent aller Sportler. Bis auf die Vereine Barkhorst, Delingsdorf, Grande, THC Blau-Weiß Bad Oldesloe und Stellau wird überall Fußball gespielt.

An zweiter Stelle stehen die Turner mit 1344 Mitgliedern, dann folgen die Leichtathleten (497), die Tischtennisleute und die Handballer. Noch andere Sportarten werden betrieben. So erfreuen sich die 13 Delingsdorfer Männer am königlichen Schachspiel. Beim THC Oldesloe fliegt der weiße Tennisball und rollt die Hockeykugel. In Hoisdorf besteht eine reine Frauen-Gymnastikabteilung, beim VfL kann man die kampffreudigen Boxer sehen bzw. sich im Winter den Skifahrern anschließen. Der Postsportverein Oldesloe unterhält eine Kegelabteilung. Ferner sind die Sparten Schwimmen, Federball, Faustball und selbst das Wandern bei einigen Vereinen vertreten. Eine besondere Erwähnung verdient er TSV Bargteheide, der in seinen Reihen acht aktive Versehrtensportler hat. Um den Nachwuchs ist es unterschiedlich bestellt. Nur die Hälfte aller Vereine hat weibliche Mitglieder, wobei die Zahl der Frauen und der weiblichen Jugend weit hinter der der Männer und männlichen Jugend zurücksteht. Es gibt zwei Fußballvereine, die keine Mitglieder unter 18 Jahren haben. Das dürfte für die Vorstände eine alarmierende Tatsache sein, und hier wäre eine enge Fühlungnahme zwischen Verein und Schule sehr zu empfehlen. Einige Frauen haben sich sogar dem Fußball verschrieben. Aus der Meldung geht allerdings nicht hervor, ob es sich um Fußballbräute oder um eine geheime Damenfußballorganisation handelt.

Ferner sind die Namen der Vereine interessant. Am häufigsten erscheinen SV und SSV, was schlicht Sportverein bzw. Spiel- und Sportverein heißt. TSV (Turn- und Sportverein) bzw. TuS sind ebenfalls sehr beliebt. Nur ein Verein trägt einen vaterländischen Namen (Preußen), und ein anderer erinnert an die alte Turnerei: Gut Heil Dwerkathen-Lütjensee. Auch der Name VfL (Verein für Leibesübungen) ist dreimal vertreten. Der TuS Hoisdorf wollte ursprünglich eine Ausnahme schaffen und einen niederdeutschen Namen annehmen. Es ist bei der Absicht geblieben.
ST

Donnerstag, 5. Feb. 1959
Zehn Jahre Jugend- und Sportheim.

Aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens des Jugend- und Sportheims am 13. Februar haben die Stadt Bad Oldesloe und der Ortsjugendring Bad Oldesloe zu einer Feierstunde im Saal des Jugend- und Sportheims eingeladen.
ST

Donnerstag, 5. Feb. 1959
Verbesserungen im Strandbad Poggensee.

Zur Verschönerung und Verbesserung des Strandbades Poggensee will die Stadt 6500 DM aufwenden. U.a. ist beabsichtigt, 100 Kubikmeter Sand für die Auffüllung des Strandes anfahren zu lassen. Bei Hochwasser zieht der Poggensee den Sand an. Auf diese Weise wird der Seegrund für die Badenden besser, aber der Strand schlechter. Die Neuaufschüttungen sollen dies ausgleichen. Auch werden Vorkehrungen getroffen, um das Schullehrschwimmen entsprechend den Vorschlägen der Sportlehrer und des Bademeisters Hans Hommes zu fördern.

Die Absicht, ein besonderes Lehrschwimmbecken an anderer Stelle der Stadt zu errichten, ist aufgegeben worden, da für diesen Zweck weder vom Land noch vom Bund Zuschüsse zu erwarten sind.

Donnerstag, 5. Feb. 1959
Amtsniederlegung.

Studienrat i.R. Christian Ohrt hat sein Amt als Beirat im städtischen Sport- und Jugendausschuß aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt.
ST

Samstag, 7. Feb. 1959
Jüngster Funkreporter.

Wahrscheinlich der jüngste Rundfunkreporter der Bundesrepublik ist der 21jährige Oldesloer Kreisparkassenangestellte Günter Maletzko. Er gehört zu den Sportsprechern des Norddeutschen Rundfunks, die Herbert Zimmermann für die sonntäglichen Übertragungen von den Fußball- und Handballfeldern einteilt. Schon achtmal konnte man Maletzkos Stimme auf UKW hören. Morgen wird er die Schlußphase der Oberliga-Spiels Altona 93 gegen Hannover 96 wiederum auf UKW zwischen 16.30 und 17 Uhr schildern.

Der wortgewandte junge Mann stammt aus dem Riesengebirge. Vor acht Jahren kam er mit seinen Eltern aus der Ostzone nach Bad Oldesloe. Als 17jähriger fand er sein Hobby. Mit einem Tonbandgerät fuhr er im Vorjahre zu den Tischtennismeisterschaften in Neumünster, erbat sich einen Platz ganz vorn an den Tischen und machte eine regelrechte Wortreportage - nur für sich, zum Spaß, zur Probe. So fing es an.

Beim Gastspiel der Fußballmannschaft von Lokomotive Moskau im letzten Herbst in Hamburg durfte er eine Probeübertragung machen, die Herbert Zimmermann von seinen Fähigkeiten überzeugte. Am 30. November ging dann zum ersten Mal beim Spiel Altona 93 gegen Bergedorf 85 eine Reportage Günter Maletzkos über den Sender. "1:0 für Sie" sagten die Leute vom Aufnahmewagen. Seitdem spürt er kaum noch Mikrofonfieber wenn er sonntags in die Konferenzschaltung für Hunderttausende von sportbegeisterten Hörern eingeblendet wird.
ST

Samstag, 7. Feb. 1959
Anzeige.

Rosenmontag, 9. Feb. 1959 das "Große Kappenfest" des VfL im "Central-Café", Bad Oldesloe. Stimmung - Humor - Heiterkeit.
ST

Montag, 9. Feb. 1959
Neue Staffeleinteilung?

Um die Spielstärke des schleswig-holsteinischen Bezirksliga-Fußballs zu heben und der Verwässerung (endlich!) Einhalt zu gebieten, werden im Schleswig-Holsteinischen Fußballverband Pläne diskutiert, die die jetzigen sechs Bezirskliga-Staffeln auflösen wollen und dafür zwei Verbandsligen vorsehen, die je 16 Vereine (elf aus dem Bezirk Lübeck, zwölf aus dem Bezirk Kiel, sechs aus dem Nordbezirk und drei aus dem Westbezirk). Die Sieger dieser beiden Staffeln steigen dann ohne Ausscheidung in die Amateurliga auf; die beiden Amateurliga-Absteiger werden in diese Verbandsliga aufgenommen. Die Bezirke sollen jedoch bestehen bleiben. Und es könnte in der Tat auch noch lebensfähige Bezirksligen aufgestellt werden, möglicherweise mit den Mannschaften der jetzigen Amateurliga-Reserverunde!

Ohne Zweifel würde diese neue Verbandsliga, die ja den "Rahm" der sechs Bezirksliga-Staffeln von heute vereinigen würde, und mit Beginn der Saison 1960 stehen soll, die Spielstärke des Landes heben. Aber es ist keineswegs sicher, daß dieser Plan in die Tat umgesetzt wird! Natürlich hat dieser Plan auch seine Schattenseiten. Vor allem steht die Frage: wie sollen die Landkreise bei dieser Einteilung eine lebensfähige Kreisliga zusammenbekommen? Und in Kiel hat man ihn schon klipp und klar abgelehnt!

Lübeck dagegen ist für diesen "Grimmschen" Plan! Auf einer Zusammenkunft aller Vereine am vergangenen Freitag stimmte man - mit Ausnahme verschiedener A-Klassenvereine - fast einstimmig zu! Man hatte den sportlichen Gewinn dieser geplanten Neueinteilung erkannt und glaubt auch, finanziell klar zu kommen! Man darf wirklich gespannt sein, was aus diesem Plan (der ja keineswegs vorsieht, die vier Bezirke aufzulösen!) wird. Es wäre schade, wenn er lediglich aus Gründen der Bequemlichkeit wieder in der Schublade verschwinden würde - oder der Vereinsegoismus neue Triumphe feiern würde! Aber über das Knie brechen sollte man eine so wichtige Entscheidung auch nicht!
SPM

Montag, 9. Feb. 1959

Der Kieler Waldemar Melson (seit 37 Jahren Mitglied bei Union Teutonia) ist der zweite schleswig-holsteinische Fußballschiedsrichter, der - genau wie Präfke - noch mit 50 Jahren Amateurliga-Spiele leitet. Melson (man spürt es oft auch auf dem grünen Rasen, daß er von Beruf Polizeimeister ist!) wurde vor einigen Tagen 50. Und dennoch gehört er nach wie vor zu den besten Unparteiischen der Amateurliga!
SPM

Montag, 9. Feb. 1959
Turnhalle für Klaus-Groth-Schule.

Das Stadtparlament beschloß mit elf gegen sechs Stimmen bei sechs Stimmenthaltungen den Bau einer Turnhalle für die Klaus-Groth-Schule. Die Baukosten sind mit 282.000 DM veranschlagt. 30 Prozent davon werden als Landeszuschuß erwartet.

Bürgermeister Hermann Barth hatte am Ende der öffentlichen Sitzung nach Erledigung der eigentlichen Tagesordnung überraschend mitgeteilt, daß sich der Schul- und Kulturausschuß für den Bau der Turnhalle ausgesprochen habe. Dieser Ausschuß war am letzten Donnerstag zusammengetreten. Schulrat Rudolf Heitmann hatte an der Sitzung teilgenommen und darauf hingewiesen, daß das Land in diesem Rechnungsjahr noch Mittel aus dem Turnhallenbaufonds habe. Sie müßten allerdings binnen 14 Tagen angefordert werden.

Wie Bürgermeister Barhrth weiter sagte, liegen die Pläne des Stadtbauamtes für die Turnhalle bereits vor. Im Schlul- und Kulturausschuß ist auch die Frage erörtert woorden, ob nicht zugleich mit der Turnhalle als ausgebautes Dachgeschoß eine Aula mit 600 Plätzen geschaffen werden soll. Die Mehrkosten dafür betragen 189.000 DM. Der Bürgermeister erinnerte daran, daß noch der Erweiterungsbau mit den Klassen und Werkräumen ausstehe, der mit 589.000 DM veranschlagt sei. Die Stadt befinde sich bereits jetzt dicht an der Verschuldungsgrenze.

Als Vorsitzender des Schul- und Kulturausschusses setzte sich Stadtverordneter Georg Schömer für den Turnhallen- und Aulabau ein. Eine Aula könnte für das dort entstehende Stadtviertel ein kultureller Mittelpunkt werden. Es sollte, so meinte der Stadtverordnete, festgestellt werden, ob auch für die Aula ein Landeszuschuß zu erlangen sei. Bürgermeister Barth sah dafür nicht viel Aussichten.

An der äußerst lebhaften Aussprache beteiligten sicich Stadtrat Willy Mahrdt, Stadtrat Dr. Otto Krämer, die Stadtverordneten Heinrich Wolgast, Wolfgang Brembach und Johannes Ludwig sowie Stadtrat Carl Hoffmann. Die Zuhörer hatten den Eindruck, daß es zu keiner Entscheidung kommen würde, da sich der Finanzausschuß noch nicht mit dem Problem befaßt hatte und ursprünglich die Schaffung der schulischen Räume zur Beseitigung des Schichtunterrichts als vordringlich vor dem Turnhallenbau angesehen worden war.

Überraschend wurde dann aber doch der Turnhallenbau beschlossen. Wie Kämmerer Max Krause vor der Abstimmung festgestellt hatte, bleibt die Stadt auch bei der Finazierung dieses Projektes unter der zehnprozentigen Verschuldungsgrenze.
ST

Freitag, 13. Feb. 1959
Beliebter Treffpunkt der Jugend

Zehn Jahre Oldesloer Jugendheim. Ein gutes Beispiel. Die Kreisstadt, vertreten durch Bürgerworthalter Willy Rosch, Bürgermeister Hermann Barth und den Stadtverordneten Ernst Schröder vom Sport- und Jugendausschuß, und der Ortsjugendring Bad Oldesloe begingen festlich das zehnjährige Bestehen des Jugend- und Sportheims im Bürgerpark.

Der Fanfarenzug der deutschen Jugend des Ostens gab vor dem Gebäude den Auftakt zu der Feier im festlich geschmückten Saal des Heims, die weiter musikalisch verschönt wurde durch Gesänge des Oldesloer Jugendchors unter Leitung von Musikdirektor August König. Bürgermeister Barth betonte in seiner Begrüßungsansprache die Tatsache, daß das Jugendheim an einem 13. Februar (damals Sonntag) seiner Bestimmung übergeben worden sei und daß man das zehnjährige Bestehen auf den Tag, dazu an einem Freitag, feiere (gewiß ein gutes Omen!).

Der 1. Vorsitzende des Ortsjugendringes, Rolf Stegert, warf einen Rückblick auf die vergangenen Jahre. Bevor es in Bad Oldesloe ein Jugendheim gab, waren die Jugendgruppen auf Gaststätten und Schulräume angewiesen. Der 1947 gegründete Ortsjugendring, unterstützt vom damaligen Kreisjugendpfleger Heinz Peters, sah es darum als seine erste Aufgabe an, die Schaffung eines Jugendheims anzuregen.

So wurde Bad Oldesloe die erste Stadt im Kreise, die ein Jugendheim bekam! Die Ofenfabrik im Bürgerpark wurde ausquartiert, die Gaststätte geschlossen, der Schießstand demontiert. Das neue Heim wurde von Anfang an von Karl-Heinz Schmidt und Frau betreut. Die allgemeine Geldknappheit nach der Währungsreform unterbrach zwar zeitweilig auch den Fortschritt des Ausbaus, doch konnte sich das Heim, zum Teil durch Mithilfe des 1949 gegründeten Jugendaufbauwerks, zu dem Zustande hin entwickeln, durch den es jetzt seine Besucher erfreut.

1950/51 hatte man den Ausbau des Heims zur Jugendherberge beschlossen. Am 1. April 1952 war es bereit zur Aufnahme von 50 Gästen. Seitdem ist es von vielen jungen Menschen aus dem In- und Ausland stark beansprucht worden. Jedes Jahr konnte etwas verbessert werden, und es fehlt heute weder an Umkleideräumen für die Sportler, noch an einem Fahrradschuppen, noch am WC.
ST

Mittwoch, 25. Feb. 1959
Oldesloes Exer - mehr Auto- als Augenweide!

Sportler brauchen bessere Plätze. Hockey bleibt ein Stiefkind. Die Kreisstadt ist zwar für ihr herrlich gelegenes Travestadion berühmt, aber genügen ihre Sportplätze und Turnhallen für die rund 800 Erwachsenen und 1000 Kinder, die nach Mitteilung des Stadtverordneten Ernst Schröder in Bad Oldesloe Sport treiben? Darüber wurde auf dem Ausspracheabend des Verkehrsvereins in "Wiggers Gasthof" eifrig diskutiert.

Das an den VfL verpachtete Stadion ist zur Hauptsache der Amateurliga-Fußballmannschaft und den Leichtathleten vorbehalten. Der übrige Sport- und Spielbetrieb vollzieht sich auf den beiden provisorischen Plätzen des überharten und steinigen Exers, den man nach Ansicht des Leiters der VfL-Fußballabteilung, Rudi Herzog, nicht als Sportplatz gelten lassen kann. Deshalb halten die Vereine auch schon lange Ausschau nach einem anderen geeigneten Gelände.

Die vom Sprecher der Bürgerschützengilde, Walter jun., vorgetragene Anregung, den Volksfestplatz an der Sehmsdorfer Straße als Fußballfeld herzurichten, fand keine rechte Gegenliebe. Rudi Herzog meinte, der Boden sei zu sehr lehmig. Stadtverordneter Ernst Schröder: "Und wie sieht der Platz nach dem Volksfest aus?"

Schröders Ausweg: "Gegenwärtig ist der Exer keine Augen-, sondern eine Autoweide. Laßt die Zirkusse auf dem Volksfestplatz an der Sehmsdorfer Straße spielen! Sorgt dafür, daß die Wochenmarktautos nicht den Exer ruinieren! Wir haben so viel Geld in die Umkleideräume gesteckt. Tun wir noch etwas für die Herrichtung des Platzes, dann haben wir ein wunderschönes Sportgelände!" Stadtrat Carl Hoffmann bemerkte dazu, daß die Bäume zwischen dem Logenhaus und der Kindergartenbaracke gefällt werden würden, um Raum für einen Parkplatz zu schaffen. Dann werde das Befahren des Exers mit Kraftfahrzeugen verboten werden. Oberamtsrichter Dr. Walter Gelhausen bedauerte das Fehlen eines Hockeyplatzes in Bad Oldesloe. Die Mannschaften des THC Blau-Weiß können nur auswärts spielen.

In der Hallenfrage verwies Rudi Herzog auf das Beispiel Möllns, das eine vorbildliche große Halle geschaffen habe, die die Ausübung vieler Sportarten ermögliche. Auf seine Frage, wann die Mittelschulturnhalle fertig werde, antwortete Stadtbaumeister Walter Heinemann: "Mit Schulbeginn nach den Osterferien." Dr. Gelhausen: "Wird sie den Sportvereinen zur Verfügung stehen?" Bürgermeister Hermann Barth: "Ja." Dr. Gelhausen: "Warum hat man den Antrag des THC Blau-Weiß, Linien in den Fußboden einzulassen, eventuell sogar auf unsere Kosten, abgelehnt?" Der Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses, Stadtverordneter Georg Schömer: "Der Verwendungszweck der Turnhalle ist begrenzt. Es ist nicht möglich, dort Tennis zuzulassen."

Immerhin konnten die Vertreter der Stadt darauf hinweisen, daß der Bau einer vierten Turnhalle beschlossen worden ist, womit sich Bad Oldesloe erneut als durchaus turn- und sportfreudig erwiesen hat. Dennoch wäre sehr zu wünschen, daß der unseres Erachtens vernünftige Vorschlag, das Gelände auf dem Exer sportplatzgerechter herzurichten, in absehbarer Zeit verwirklicht werden möge.
ST

Freitag, 27. Feb. 1959
VfL frei von Sorgen um Fußballnachwuchs.

Die zur Zeit 431 Mitglieder, darunter 255 aktive, zählende Fußballabteilung des VfL Oldesloe wählte auf ihrer Jahreshauptversammlung in "Wiggers Gasthof" ihren bisherigen Spartenobmann Rudi Herzog einstimmig wieder. Für seinen bisherigen Stellvertreter Wilhelm Düllmann, der den Posten als Ligaobmann übernimmt, wurde Erich Zeising gewählt. Gerhard Rath wurde als Schriftführer wiedergewählt. Zehn weitere Mitarbeiter bestätigte die Versammlung in ihren Ämtern.

Schatzmeister Kurt Peter gab einen kurzen Überblick über die Kassenlage, die als sehr gut bezeichnet wurde. Heinz Pohl dankte Herzog und seinen Mitarbeitern im Namen aller aktiven und passiven Mitglieder für das bisher Geleistete. Einstimmig wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Spartenleiter Herzog gab seiner Überzeugung Ausdruck, daß die erste Amateurliga, mit deren Leistungen man vollauf zufrieden sein könne, sich in ihrer Klasse behaupten werde. Für die Mannschaften der Kreisklassen A und B wurde Reinhard Bittkowski zum Übungsleiter ernannt. Besonders unterstrich Herzog die Breitenarbeit mit der Jugend. Nicht nur die von ihm selbst betreuten sechs Mannschaften der Jugendabteilung, sondern auch die 70 Knaben haben unter ihrem Übungsleiter Wilhelm Stäcker gute Fortschritte gemacht. Leider sind für die Knaben in Stormarn nicht genügend gleichaltrige Gegner vorhanden, worunter der Spielbetrieb leidet.

Die Jugendabteilung hat sich mit der Bitte an den Landesverband gewandt, die Endspiele um die Norddeutsche Jugend-Fußballmeisterschaft im Jubiläumsjahr des VfL 1962 in Bad Oldesloe auszutragen.

In der anschließenden Aussprache über verschiedene Punkte wurde das Fehlen von Sportplätzen und einer geeigneten Sporthalle diskutiert. Begrüßt wurde die Erweiterung der Duschanlage bei den Umkleidekabinen auf dem Exer.
ST

Donnerstag, 5. März 1959
Sportplatz an der Klaus-Groth-Schule?

Bürgermeister Hermann Barth erklärte gestern, nach seiner Meinung über die Sportplatzdebatte im Verkehrsverein befragt, daß die Stadt nach wie vor die Schaffung eines Sportplatzes zwischen Wendum und Klaus-Groth-Schule anstrebe. Die Verhandlungen mit der Katholischen Kirchengemeinde, die das Grundstück gegen städtisches Gelände tauschen wolle, seien aber noch in der Schwebe.
ST

Montag, 16. März 1959
Das Los entscheidet!

Pokalspiele nicht mehr gesetzt. Erfreulicherweise ist im ganzen Fußball-Bundesgebiet das Interesse am Vereinspokal gestiegen. Der Pokal wird, wenn auch langsam, populär. Man sieht (endlich!) ein, wie interessant und zugkräftig Pokalspiele sind, wenn man den Eigengesetzen des Pokalwettbewerbs folgt. Grundgesetz des Pokals ist, die Spiele nicht zu setzen, sondern auszulosen, und der Norddeutsche Fußballverband hat sich jetzt endlich entschlossen, danach zu handeln.

Spiele um den DFB-Pokal innerhalb des norddeutschen Regionalverbandes werden in diesem Jahr ausschließlich gelost und nicht gesetzt, wie es in den letzten Jahren teilweise der Fall war. Es erfolgt allerdings eine Unterteilung der teilnehmenden Mannschaften mit dem Eingreifen der Oberligaklubs in die Gruppen Hamburg/Schleswig-Holstein bzw. Niedersachsen/Bremen.
SPM

Sonntag, 22. März 1959
Schiedsrichter am Ball.

Die Schiedsrichter des Kreisfußballverbandes Stormarn trafen sich zu ihrer Hauptversammlung in der Oldesloer Gaststätte "Zum Bürgerpark". Den Auftakt bildeten leichtathletische Übungen. Die Schiedsrichter waren mit viel Eifer bei der Sache. Anschließend wurde ein Trainingsspiel durchgeführt. Nach einem Abendessen begann die eigentliche Tagung.

Als Gäste begrüßte Obmann Konrad Wölk (VfL Oldesloe) den 1. Vorsitzenden des Kreisfußballverbandes Stormarn, Erwin Gesche, und den Spielausschußvorsitzenden Franz Bartkowiak. Erwin Gesche dankte den Schiedsrichtern für ihre im vergangenen Jahr geleistete Arbeit. Der Jahresbericht des Obmanns wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. Dann erfolgte die Neuwahl des Schiedsrichterausschusses. Er setzt sich wie folgt zusammen: Wölk (Obmann), Walter Stoller, Post, Vollert und Ramm (Beisitzer).

Die Tagung wurde am Sonntagmorgen mit Regelfragen und Fällen aus der Praxis fortgesetzt. Anschließend hielt Claus-Peter Kirchrath, Verbandstrainer des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, einen Vortrag über die Fußballweltmeisterschaft 1958 in Schweden.
ST

Montag, 23. März 1959

Anton Haase, der verdienstvolle Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, geht am 1. April in den Ruhestand. Am 31. März nimmt er Abschied von seiner langjährigen Tätigkeit. Im "Flensburger Hof" in Kiel wird der Vorstand des SHFV seinen Geschäftsführer verabschieden und dabei seine Verdienste um den schleswig-holsteinischen Fußball würdigen.
SPM

Montag, 23. März 1959
Keine Trompeten.

Als der Schleswig-Holsteinische Fußballverband beschloß, alle Lärminstrumente und Transparente von seinen Plätzen zu verbannen und seine Vereine für die Durchführung dieses Beschlusses verantwortlich zu machen, da hörte man es immer wieder: "Ein guter Beschluß, zweifelsohne. Aber wie sollen wir ihn in die Tat umsetzen? Sollen wir etwa am Eingang alle Zuschauer nach Trompeten usw. kontrollieren? Oder auf den Rängen an die 100 Ordner aufmarschieren lassen?" Holstein Kiel hat nun ein Beispiel gegeben, wie man dieses "heiße Eisen" anzupacken hat! Unter den 2000 Hamburger Schlachtenbummlern, die den Hamburger SV am Vorsonntag zum Holstein-Spiel begleiteten, befanden sich mindestens 100 mit blitzblanken Trompeten oder lautstarken Sirenen. Der Holstein-Vorstand bekam schon Kopfschmerzen! Da stellte sich Hugo Wetzel, ein Mann mit Humor und Verstand, ans Mikrophon, um folgende nette Rede zu halten: "Liebe Sportkameraden aus Hamburg! Holstein Kiel begrüßt Sie zum heutigen Punktspiel Ihres HSV gegen die Kieler "Störche" auf das herzlichste. Sie sind gekommen, Ihrer Mannschaft im Kampf um den Sieg Rückenstärkung zu geben und dafür haben wir Verständnis!

Wir bitten Sie aber dabei zu berücksichtigen, daß der Schleswig-Holsteinische Fußballverband das Benutzen von Lärminstrumenten auf seinen Sportplätzen untersagt hat. Die KSV Holstein muß sich selbstredend dieser Anordnung fügen und da Sie heute unsere Gäste sind, bitten wir Sie als Sportkameraden zu Sportkameraden, diese Bestimmung unseres Landes zu respektieren, und bei aller Begeisterung keine Lärminstrumente zu benutzen. Nehmen Sie alle Stimmkraft zur Hand, wenn Sie Ihren HSV anfeuern wollen, aber lassen Sie bitte Ihre Lärminstrumente in den Manteltaschen ruhen. Wir appellieren an Ihre Fairneß, und wünschen Ihnen für die nächsten 90 Minuten ein mitreißendes Spiel, das die bessere Mannschaft gewinnen möge."

Und dieser Appell an den Sportgeist erzielte die gewünschte Wirkung! 1:0 für Hugo Wetzel - und Holstein Kiel! Holstein zeigte es allen anderen Vereinen, wie es gemacht wird. Es kommt nur auf das Fingerspitzengefühl an. Und auf den Ton, der bekanntlich die Musik macht!
SPM

Donnerstag, 26. März 1959
Jugendherberge.

Umbauten mit einem Kostenaufwand von 3800 DM sollen nach einem Beschluß des Magistrats in den ehemaligen Räumen des Jugendaufbauwerks in Angriff genommen werden, sobald die dort noch untergebrachten Schwestern des Kreiskrankenhauses umquartiert sind. Dies ist für Anfang April zugesagt. Die Räume sollen dann für Jugendherbergszwecke hergerichtet und der Jugendherberge angeschlossen werden.
ST

 

 

 

Bis zum Jahr 1960