Die Spielzeit 1958/59

 


Freitag, 3. April 1959
50 Jahre bei der Heimatzeitung.

Bertram feiert Doppeljubiläum. Ein doppeltes Jubiläum begeht morgen der Maschinensetzer Heinrich Bertram beim "Stormarner Tageblatt". Er kann auf seine 50jährige Zugehörigkeit zum Verlag Julius Schüthe zurückblicken. Zugleich ist er dann vier Jahrzehnte an der Linotype-Setzmaschine tätig. Als der 14jährige sich am 4. April 1909 in der Druckerei einfand, führte ihn der Großvater des jetzigen Verlegers in seinen Beruf ein. Heute macht es Heinrich Bertram Spaß, den beiden Urenkeln seines Lehrherrn von den Anfangsgründen der Buchdruckerkunst zu erzählen.

Zu den althergebrachten Zunftbräuchen der Buchdrucker zählt das Gautschen nach der Gehilfenprüfung, eine Sitte, die der Äquatortaufe nicht unähnlich ist. Heinrich Bertram hat sie nicht, wie es üblich ist, in einer Wanne im Setzersaal erlebt. Seine Kollegen machten es gründlicher, indem sie ihn bei der Johannisfeier von dem Hormannschen Gasthofgrundstück aus in die Trave warfen.

Dem jungen Gehilfen tat das unfreiwillige Bad in voller Kleidung nichts, denn er war sportgestählt. 15 Jahre stand er im Tor der ersten Fußballmannschaft des Oldesloer Ballspiel-Clubs, einem Vorläufer des VfL Oldesloe, und erkämpfte mit ihr in den zwanziger Jahren den Aufstieg in die Spielklasse, die der heutige Landesliga entspricht. Nach seiner Fußballerzeit tat sich Heinrich Bertram als Sportkegler hervor. Er war der Beste einer Mannschaft, die bei den Norddeutschen Meisterschaften in Berlin, Hannover und Kiel ehrenvoll abschnitt.

Wieviel Zeilen mag der Jubilar in seinem langen Berufsleben gesetzt haben? Trotz der jahrelangen Unterbrechung durch die Soldatenzeit in den beiden Weltkriegen und durch die erzwungene Stillegung der Zeitung von 1943 bis 1949 gehen sie in die Millionen. Nur wer den zermürbenden Zeitungsbetrieb kennt, weiß diese Leistung recht zu würdigen.
ST

Montag, 6. April 1959
Wieder einmal ein Kompromiß.

Vertragsspieler-Höchstbezüge: 400 DM. Der DFB-Beirat, der erweiterte Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes, beschloß in seiner Frankfurter Wochenendtagung: Vertragsspieler können statt bisher 320 DM Monatsbezüge im Gesamtbetrag von 400 DM erhalten. Ursprünglich war an einen Anhebung der monatlichen Spitzenbezüge auf 500 DM gedacht. Es ist klar, daß mit dieser leichten Anhebung der legalen Bezüge das immer wieder zur Verletzung des Statuts drängende Problem nicht gelöst ist.
SPM

Montag, 6. April 1959
Wenig Interesse

Schleswig-Holsteins Verbandstrainer im Fußball, Claus-Peter Kirchrath, hält zur Zeit in allen Kreisen Vorträge über die allgemeine Situation im Fußball und über die Erkenntnisse aus der Fußballweltmeisterschaft in Schweden. Da Kirchrath ein Mann ist, der etwas vom Fach versteht, seinen Zuhörern also etwas zu sagen weiß, sollte man annehmen, daß überall dort, wo er erscheint, die Räume wegen Überfüllung geschlossen werden müßten - zumal kein Eintritt erhoben wird.

Am vergangenen Donnerstag war Kirchrath nun Gast im Kreis Lübeck. Die Jugendherberge am Burgtor diente als Versammlungsort. Aber: Ganze neun Zuhörer hatten sich eingefunden! Zwei Funktionäre vom Kreis, dazu der Geschäftsführer, fünf Gäste aus den Vereinen und ein Pressemann! Kann man da nicht nur noch mit dem Kopf schütteln? Und hätten manche Funktionäre und Spieler aus unseren Vereinen nicht alle Ursache, ihren Fußballhorizont ein wenig zu erweitern? Kirchraths Vortrag fiel unter diesen Umständen natürlich "ins Wasser". Aber zum Glück hielt zur gleichen Stunde (in einer anderen Gaststätte) die Lübecker Schiedsrichtervereinigung ihre Jahreshauptversammlung ab. Und dort konnte Kirchrath seinen ausgezeichneten und beifällig aufgenommenen Vortrag dann doch noch "loswerden". Die Schiedsrichter waren begeistert! Einer der neun Anwesenden in der Jugendherberge kommentierte diesen "Reinfall" wie folgt: "Kein Wunder, daß es hier leer blieb. Wo es doch weder Spesen, Bier noch Orden gab!"
SPM

Freitag, 17. April 1959
VfL Oldesloe unter neuer Führung ins 97. Jahr.

Werner Kiesel wurde Nachfolger von Heinz Peters. Mitgliederzahl auf 1174 gestiegen. Der VfL hat einen neuen Vorsitzenden. Die Jahreshauptversammlung im "Oldesloer Hof" wählte als Nachfolger für den aus beruflichen Gründen nicht wieder kandidierenden Heinz Peters den Wintersportler Werner Kiesel. Ein Höhepunkt der Versammlung war die Ehrung langjähriger Mitglieder. Für 50jährige Zugehörigkeit zum VfL erhielten Hermann Christ und Anton Heuseler, für 40jährige Mitgliedschaft Frieda Drögemöller, Heinrich Peemöller und Peter Frandsen das goldene und für 25jährige Mitgliedschaft Annemarie Lebius, Else Wolgast und Paul Heuseler das silberne Vereinsabzeichen.

Der scheidende 1. Vorsitzende Heinz Peters, der diese langjährige treue Mitgliedschaft besonders würdigte, überreichte außerdem für besondere Verdienste in der Turnsparte Heinrich Diedrichsen und Walter Busch die silberne Ehrennadel des Vereins.

Der neue 1. Vorsitzende Werner Kiesel ist Schleswig-Holsteiner. 1951 kam er nach Bad Oldesloe, wo er als Beamter beim Finanzamt tätig ist. In seiner Antrittsrede dankte er für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Nach reiflicher Überlegung habe er sich entschlossen, seine Freizeit für den Sport zu opfern, im guten Glauben, daß unsere Jugend durch den Sport zu sauberen Menschen erzogen wird.

1174 Mitglieder zählt der Verein heute. Er verfügt über neun verschiedene Sparten. Nach den vorliegenden Jahresberichten hatten alle gute Erfolge im abgelaufenen Geschäftsjahr zu verzeichnen. Angefangen bei der Fußballsparte, deren erste Mannschaft sich den Aufstieg in die höchste Klasse des Landes erkämpfte und zur Zeit als Neuling den sechsten Tabellenplatz hält, bis zur jüngsten Sparte Wintersport, die vor kurzem erst mit acht Mitgliedern aus den Alpen zurückkehrte und fünf silberne und eine goldene Ehrennadel für sportliche Leistungen mitbrachte.

Heinz Peters dankte in seinem Jahresbericht all denen, die die blau-weißen Farben des Vereins würdig vertreten haben. In seine Amtszeit fiel die Schaffung einer Trainingsanlage im Stadion und die Planung weiterer Stehterrassen für die angewachsene Zuschauerzahl, damit der treue Anhang nicht mehr auf dem glitschigen Abhang zu stehen braucht. Bedauert wurde, daß die Turnhallenfrage in der Stadt nicht zufriedenstellend gelöst werden konnte. Anstatt eine Mehrzweckhalle zu schaffen, wurde eine neue unzweckmäßige Halle gebaut, und eine weitere, wahrscheinlich im gleichen Stil, ist für die Klaus-Groth-Schule vorgesehen. Beide genügen nach Meinung des VfL nicht den sportlichen Ansprüchen.

Dankbar wurde die Erweiterung der Duschanlage auf dem Exer anerkannt. Die hier vorhandenen Sportplätze aber können als solche eigentlich nicht mehr bezeichnet werden. Moped- und Radfahrer benutzen die Wege als Rennbahn und erschrecken Personen, die glauben, in diesen Anlagen Entspannung zu finden. Heinz Peters schloß seinen Jahresbericht mit einem Dank an alle, die ihn in seiner zweijährigen Amtszeit unterstützt und ihm treu zur Seite gestanden haben.

Gerhard Rath wurde einstimmig zum 2. Kassierer wiedergewählt und Ernst Otto als kommissarischer Leiter der Leichtathletiksparte bestätigt. Über die finanzielle Lage des Vereins berichtete Kassenwart Kurt Peter. Die Versammlung genehmigte den Voranschlag des ordentlichen und außerordentlichen Haushaltsplanes und erteilte dem Gesamtvorstand Entlastung. Diese "Blitzversammlung", die in eineinhalb Stunden durchgeführt wurde, fand mit den Dankesworten des an diesem Abend geehrten Hermann Christ ihren Abschluß.
ST

Montag, 20. April 1959

Dr. Curt Waßmund, der um den Fußballsport so verdiente "Fußballdoktor" aus Pansdorf, hat sich (obwohl er am 6. Juni in das 66. Lebensjahr geht) nun doch noch einmal bereit erklärt, auf dem am 5. Juli in Flensburg stattfindenden Verbandstag des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes als 1. Vorsitzender zu kandidieren.

Das ist in der Tat eine erfreuliche Nachricht! Als es 1952 auf dem Verbandstag in Itzehoe zu dem "großen Knall" kam und der in vielen Ehrenämtern tätige Dr. Waßmund in ernster Stunde für ein Jahr das schwere Amt übernahm, ahnte er wohl selbst nicht, daß er mehr als sieben Jahre auf diesem Posten verbleiben würde. Aber immer wieder hat Dr. Waßmund, der vor dem Kriege einer der angesehensten und besten norddeutschen Schiedsrichter war, sich "breitschlagen" lassen - so wie jetzt wieder! Und darüber besteht kein Zweifel: Schleswig-Holstein kann sich keinen erfahreneren und angeseheneren Steuermann als Dr. Waßmund wünschen!
SPM

Montag, 20. April 1959
Malenter Sporthalle

Die so entzückend gelegene und von ihren zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland immer wieder als vorbildlich hingestellte Sportschule in Malente soll jetzt auch eine moderne Sporthalle bekommen. Der Bau soll noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden! Damit geht ein langgehegter Wunsch endlich in Erfüllung! Geplant war die Halle (die nun einmal zu einer Sportschule gehört) schon lange. Aber der Schleswig-Holsteinische Fußballverband wollte keine Schulden machen. Doch jetzt ist es endlich soweit. Wenn die Halle steht, wird Malente es mit jeder Sportschule der Welt aufnehmen können!
SPM

Montag, 4. Mai 1959

Heider SV und VfL Oldesloe fairste Amateurliga-Vereine. Als fairste Mannschaften der abgelaufenen Amateurliga-Saison erwiesen sich Meister Heider SV (wie schon im Vorjahr!) und Aufsteiger VfL Oldesloe. Beide Vereine brauchten in 30 Spielen nur sechs Verwarnungen hinzunehmen!
SPM

Mittwoch, 6. Mai 1959
Lautsprecher im VfL-Stadion als Erzieher

Der VfL erwägt, im Stadion eine Lautsprecheranlage zu errichten, um das Publikum vor jedem Fußballspiel auf die Folgen hinweisen zu können, die Ausschreitungen gegen Spieler und Schiedsrichter nach sich ziehen könnten. Ein Sonderfall hat gezeigt, daß die Ordnung bei den jetzigen Zuschauerzahlen durch Ordner allein nicht mehr aufrechterhalten werden kann.

Der 1. Vorsitzende Werner Kiesel kritisierte in einer Sitzung des erweiterten Vorstandes, daß Jugendliche nach Spielschluß in Scharen auf das Spielfeld laufen und dort die Spieler und Schiedsrichter belästigen. Fußballobmann Rudi Herzog machte den Vorschlag, jedem Jugendlichen, der innerhalb der Umzäunung angetroffen wird, die Freikarte zum Besuch der Fußballspiele zu entziehen.

Aufgrund einer Anregung Werner Kiesels sollen die sportlichen Beziehungen zur sowjetisch besetzten Zone durch Abschluß von Spielen gefördert werden. Der 1. Vorsitzende dankte dem Kassenwart Peter im Anschluß an den neuen Bericht der Kassenprüfer.
ST

Freitag, 8. Mai 1959
Gedenkstein im Stadion.

Wegen der Einrichtung eines Autoparkplatzes beim Kindergarten im Bürgerpark muß der Gedenkstein für die gefallenen Turner und Sportler versetzt werden. Der VfL will eine würdige Anlage im Stadion schaffen, in der der Gedenkstein mit einer weiteren Inschrift, die an die gefallenen Mitglieder des letzten Weltkrieges erinnert, seinen neuen Platz finden soll.
ST

Samstag, 9. Mai 1959

Der diesjährige Jugendverbandstag des Kreisfußballverbandes Stormarn fand im "Hotel Stadt Hamburg" in Bad Oldesloe statt. Von 25 Vereinen hatten 16 Vertreter entsandt. Jugendwart Helmut Zosel (VfR Todendorf) erstattete den Jahresbericht. Er wurde einstimmig angenommen und dem Kreisjugendausschuß Entlastung erteilt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Ausschußmitglieder Zosel, Schröder (SC Elmenhorst) und Arnold Fröhlich (VfL Rethwisch) wurden einstimmig wiedergewählt. Sportlehrer Bernhard Nowak (Bad Oldesloe) berichtete über Fortschritte und Schwierigkeiten im Schulfußball.
ST

Montag, 11. Mai 1959
Bitte an die Eltern der Sportjugend.

Der erweiterte Vorstand des VfL teilte in seiner letzten Sitzung die Turnhallenzeiten für die einzelnen Abteilungen aus. Dabei äußert der 1. Vorsitzende Werner Kiesel den Wunsch, die Eltern mögen ihre Kinder darauf hinweisen, daß die Turnhallen und schuleigenen Gelände nicht mutwillig beschädigt werden dürfen.
ST

Dienstag, 12. Mai 1959
Viel Lob für die neue Mittelschulturnhalle.

"Was lange währt, wird endlich gut." Das sagte Bürgermeister Hermann Barth bei der Einweihung der Turnhalle der Königin-Luise-Schule, zu der sich zahlreiche Gäste eingefunden hatten. Er spielte damit auf die lange Planungs- und Bauzeit an und erklärte sie teilweise mit dem Umbau der Oberschule, in deren Schatten der Turnhallenbau gestanden habe. Um so mehr freue sich die Stadt, der Mittelschule einen so schönen Raum für ihre Leibesübungen geben zu können. Nach den Entwürfen und unter Leitung des Stadtbauamtes entstand eine rund 350 qm große Halle in Stahlskelettbauweise mit Holzdachbindern. Das Mauerwerk besteht aus roten Vormauersteinen. Der Neubau fügt sich harmonisch in den Gebäudekomplex Oberschule/Mittelschule ein. Die Gesamtbaukosten einschließlich Einrichtung betragen 214.900 DM.
ST

Sonntag, 24. Mai 1959
KSV-Vorsitzender Berg.

Landessportverband ehrte Ohrt. Der Verbandstag des Kreissportverbandes Stormarn wählte Hansjoachim Berg (Hoisdorf) zu seinem 1. Vorsitzenden. Die Verdienste des aus Gesundheitsrücksichten zurückgetretenen bisherigen 1. Vorsitzenden Christian Ohrt (Bad Oldesloe) ehrte die Versammlung durch die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden.


2. Vorsitzender wurde Erwin Gesche (Reinfeld)
Kreisjugendwart Helmut Hannemann (Bad Oldesloe)
Frauenwartin Ilse Cors (Bad Oldesloe)
Beisitzer: Kurt Meinssen (Hoisbüttel), Kurt Peter (Bad Oldesloe) und Ernst Otto (Bad Oldesloe)
Kassenwart Else Wolgast (Bad Oldesloe)

Sportwart Bernhard Nowak (Bad Oldesloe) lehnte eine Wiederwahl ab; das Amt bleibt vorläufig unbesetzt.
Der 1. Vorsitzende des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, Karl Bommes, schilderte in humorvoller und brillanter Form die Arbeit in der Sportorganisation, gab einen Überblick über die Planung und streifte die finanzielle Unterstützung der Vereine, denen 1,8 Millionen DM zur Verfügung stünden, eine eingeplante Summe, die nach dem Standpunkt des Maßhaltens zur Verteilung gelange.

Sein Dank und seine Anerkennung für jahrelange Aufbauarbeit im Kreise Stormarn galt Christian Ohrt, dessen Vitalität trotz der 75 Jahre auf alle Sportzweige ausstrahle und Respekt abnötige. Langandauernder Beifall der Anwesenden galt sowohl Ohrt als auch Bommes für die Anerkennung seitens des Landessportverbandes.

Als letzte Amtshandlung nahm Christian Ohrt die Ehrung von drei Mitgliedern vor: Erwin Gesche, Richard Kickbusch als Mitbegründer des Kreissportverbandes und Hermann Budzinski vom TSV Gut Heil Dwerkathen-Lütjensee. Nach kurzer Aussprache über die Jahresberichte der Fachverbände erfolgte die einstimmige Entlastung des Vorstandes.
ST

Sonntag, 24. Mai 1959
Fußballparlament wählte Gesche wieder.

Tageblatt-Wanderpreis an Eichede. Der zehnte Kreisfußballverbandstag, der die Vertreter von 24 Stormarner Sportvereinen in Todendorf zusammenführte, wurde ein eindrucksvoller Beweis dafür, daß in unserem Kreis der Fußballsport eine schwungvolle Aufwärtsentwicklung genommen hat. Sie ist dem rührigen Vorstand unter der Leitung des 62jährigen Erwin Gesche (Preußen Reinfeld) zu verdanken. Seine Wiederwahl, die mit überwältigender Mehrheit erfolgte, war ein Beweis für das Vertrauen, das ihm Stormarns Fußballer schenken.

Der Verbandstag glänzte nicht nur durch die Anwesenheit von 144 Vereinsvertretern, das war die bisher größte Zusammenkunft des Verbandes, sondern auch durch die Teilnahme zahlreicher Gäste. An ihrer Spitze ist der 1. Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes Dr. Curt Waßmund zu nennen, ferner der Vorsitzende des Sportförderungsausschusses Fischer (Plön), der Vertreter des Landrats, Regierungsrat von Krosigk, der Kreisjugendpfleger Helmut Hannemann, die Vertreter aller politischen Parteien, des Kreisjugendrings und Kreissportverbandes und die Abgesandten der benachbarten Fußballverbände. Als Vertreter des gastgebenden Vereins begrüßte der Vorsitzende von Rasensport Todendorf, Hans Nehlsen, die Sportler. Grußworte riefen ihnen ebenfalls der Todendorfer Bürgermeister Peemöller und Amtmann Willers zu.

Eine besondere Note erhielt die Tagung durch einen ausgeprägten musischen Teil. Wer von Fußballern behauptet, sie seien rauhbeinige Gesellen, hätte den gemeinsamen Gesang aller Teilnehmer hören sollen. Es klang den Fußballern sicher gut in den Ohren, was in mehreren kurzen Ansprachen die Gäste über ihr Verhältnis zum Sport sagten. Der Kreisfußballverband ist in Stormarn seit Jahren ein machtvoller Faktor. Seine Bedeutung fand anläßlich dieses zehnten Verbandstages ihre gerechte Würdigung.

Da dem Fußballer die Ehre der einzige Lohn für seine Leistung ist, nahmen die Ehrungen an diesem Tage einen breiten Rahmen ein. Das schönste Bild war es sicherlich, als Fußballnachwuchs auf der Bühne antrat. Jeder Stormarner Verein, der eine oder mehr Knabenmannschaften unterhält, erhielt als Auszeichnung einen Fußball. Den Preis für sportliche Ritterlichkeit im Spiel erhielt die Ligamannschaft des TSV Trittau. Der Wanderpreis des "Stormarner Tageblattes" ging an den Kreismeister SV Eichede. Wanderpokale erhielten außerdem die Staffelmeister TSV Trittau Reserve, Post SV Oldesloe, Jungmannen Preußen Reinfeld, Jugend VfL Oldesloe, Knaben VfL Oldesloe. Der Meister bei den Schülern ist noch nicht ermittelt.

Die erforderliche Neuwahl des 1. Vorsitzenden leitete Dr. Curt Waßmund. Nachdem aus seinem Munde sowie aus den Worten mehrerer Tagungsteilnehmer die unschätzbare Arbeit des bisherigen Kreisvorsitzenden Gesche ihre Anerkennung gefunden hatte, gab es keinen Zweifel mehr, wer für dieses Amt die geeignete Persönlichkeit ist. Für zwei weitere Jahre wird Erwin Gesche Stormarns Fußball repräsentieren.

Neu gewählt mußte auch der 2. Vorsitzende werden, da Hans Nehlsen (VfR Todendorf) nach Flensburg verzieht. Er wurde herzlich verabschiedet. Als sein Nachfolger wurde Siegfried Peemüller (VfL Rethwisch) gewählt. Wiedergewählt wurden Kassenwart Herbert Carstens (Bargteheide) und der Beisitzer für die Vereine im Südteil des Kreises, Richard Kickbusch (Lütjensee). Als Mitglieder im Jugendausschuß wurden Schröder (Elmenhorst) und Arnold Fröhlich (Rethwisch) bestätigt. Der Schiedsrichterausschuß wurde in der vorgeschlagenen Form gewählt.
ST

Montag, 25. Mai 1959
Neue Staffeleinteilung

Mit Beginn der neuen Spielzeit tritt eine neue Klasseneinteilung des Fußballverbandes in Kraft. Je sieben Vereine der A-Klasse aus den Kreisen Stormarn und Segeberg werden zu einer Staffel zusammengefaßt. Diese 14 Vereine (einschließlich des Absteigers aus der 2. Amateurliga) bilden dann eine spielstarke Staffel, deren Niveau höher liegen wird als das der bisherigen A-Staffel.
ST

Montag, 1. Juni 1959
Kreisjugendpfleger kündigte

Der Kreis Stormarn wird sich einen neuen Jugendpfleger suchen müssen. Der jetzige, Helmut Hannemann, hat gekündigt, nachdem er gerade in das Angestelltenverhältnis nach Ablauf der Probezeit fest übernommen worden war. Der Grund ist darin zu suchen, daß er in Bad Oldesloe keine Wohnung fand und keine Aussicht sah, seine Familie nachkommen zu lassen. Helmut Hannemann wird, wie man hört, in gleicher Eigenschaft nach Flensburg gehen, wo ihm eine Wohnung zugesagt worden ist. Bis Mitte Juli widmet er sich aber noch seinen Stormarner Aufgaben.
ST

Samstag, 13. Juni 1959
Lübeck für die neue Verbandsliga

Auf dem Verbandstag des Bezirks Lübeck sprachen sich die Vereine für den auf dem Flensburger Verbandstag am 5. Juli zu diskutierenden Plan aus, nach der Amateurliga eine neue Verbandsliga (zwei Staffeln mit je 16 Vereinen mit der Trennungsgrenze Kiel-Rendsburg-Heide) mit Beginn der Saison 1960/61 spielen zu lassen. Dieser Plan dürfte am 5. Juli in Flensburg im Mittelpunkt des Interesses stehen. Das Eigenleben der Bezirke bleibt dadurch unberührt! Alle zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder wurden mit dem 1. Vorsitzenden Peter Tietz (LBV Phönix) an der Spitze, der nun schon in sein 14. "Dienstjahr" geht, wiedergewählt. Dem Verbandstag soll vorgeschlagen werden, eine Bestimmung zu erlassen, nach der für Spieler, die von Amateurvereinen zu Oberliga-Klubs übersiedeln, auch noch nach fünf (!) Jahren Ablösesummen zu zahlen sind. Eutin 08 wurde mit der Überreichung des Fair-Play-Pokals besonders geehrt. Aus der Versammlung heraus wurden spontan 571,40 DM für den Bau der neuen Malenter Sporthalle gesammelt!
SPM

Samstag, 20. Juni 1959
Fußball-Verbandstag kritisierte Schulsport

Norddeutsche Delegierte traten in Reinfeld zusammen. Nur zwei Amateurliga-Staffeln? Die Jahreshauptversammlung des Norddeutschen Fußballverbandes in Reinfeld nahm einen ruhigen Verlauf. Nahezu einstimmig wurden alle Vorstands- und Ausschußmitglieder wiedergewählt. Dr. Hermann Gösmann (Osnabrück) bleibt weiterhin 1. Vorsitzender.

Sehr eingehend befaßte sich Dr. Gösmann mit der Situation des Schulsports. Er erklärte unter anderem, daß Deutschland auf dem Gebiete des Schulsports noch heute auf dem Stand von 1862 stünde. Leider hätten alle Bemühungen des Deutschen Sportbundes und des Deutschen Fußball-Bundes, eine Änderung in dieser Richtung herbeizuführen, bisher noch keinen durchschlagenden Erfolg gebracht. Es fehle an klaren Richtlinien für die Leibesübungen in der Schule. Eine wertvolle Anregung gab Dr. Curt Waßmund (Pansdorf), der Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes. Um den Schulfußball populär zu gestalten, hat der Schleswig-Holsteinische Fußballverband zahlreiche Lehrer und Leibeserzieher in die Sportschule Malente eingeladen, um diese dort durch den Verbandstrainer unterweisen zu lassen.

Ernsthaft wurde von den Abwesenden erwogen, von 1960/61 an die norddeutsche Amateurliga (jetzt fünf Staffeln) aufzuteilen. Dabei soll die eine von Niedersachsen und Bremen, die andere von Hamburg und Schleswig-Holstein gebildet werden.
ST

Mittwoch, 24. Juni 1959
Ehrung eines alten Fußballers.

Anläßlich seiner 25jährigen Mitgliedschaft in der Fußballabteilung des VfL Oldesloe wurde dem früheren Aktiven Herbert Busch (Reinfeld) vom Obmann Rudi Herzog und seinem damaligen Mannschaftskameraden Wilhelm Stäcker, die Busch in Reinfeld besuchten, die silberne Ehrennadel des Vereins und eine Urkunde überreicht.
ST

 

 

Montag, 29. Juni 1959
Fußball-Verbandstag in Flensburg läßt Sonntag fruchtbringende Debatten erwarten. Am kommenden Sonntag treffen sich die Vertreter der schleswig-holsteinischen Fußballvereine in Flensburg zu ihrem diesjährigen Verbandstag, auf dem neben den üblichen Neuwahlen eine Reihe wichtiger Diskussionen zu erwarten ist, da einige interessante Anträge vorliegen. Daß Schleswig-Holsteins "Fußballdoktor" Curt Waßmund (seit Itzehoe 1952 an der Spitze des Verbandes) für zwei weitere Jahre zum 1. Vorsitzenden gewählt werden wird, dürfte sicher sein. Wo wäre auch der Mann, der Dr. Waßmund schon ablösen könnte?

In seinem Jahresbericht schreibt Dr. Waßmund unter anderem: Fälle, wie sie uns früher in unliebsamer Weise beschäftigten, sind uns im abgelaufenen Jahre erspart worden. Als segensreich und nachahmenswert hat sich das anfangs von vielen Seiten belächelte Verbot der Lärminstrumente und des Zeigens von Transparenten auf unseren Sportplätzen erwiesen. Es herrscht, aufs Ganze gesehen, Ruhe und Disziplin auf unseren Sportplätzen, jener sportlicher Geist bei aller Vereinstreue und bei allem leidenschaftlichen Mitgehen, um den uns andere beneiden. Spiel und Spieler sind uns zu wertvoll, um in die Niederungen zirzensischer Veranstaltungen hinabgestoßen zu werden. Wir dürfen mit Freude feststellen, daß so mancher, der uns angewidert und verärgert den Rücken gekehrt hatte, heute wieder als Zuschauer auf unseren Veranstaltungen zu sehen ist. Die Vereine leisten sich selbst mit der strikten Durchführung des Verbandsbeschlusses vom vergangenen Jahr den größten Dienst. Dank gebührt aber auch der Presse für ihre verständnisvolle Mitarbeit an dieser, wie uns scheint, nicht unwichtigen Aktion.

Sportlich haben unsere drei Oberliga-Vertreter unser Land bestens vertreten: VfR Neumünster durch eine bravouröse mannschaftliche Leistung, die bei dem schweren Wettbewerb zur Erringung des dritten Platzes im Norddeutschen Fußballverband führte, Holstein Kiel, besonders hart durch Spielerverletzungen betroffen, und LBV Phönix durch eine kaum für möglich gehaltene Energieleistung, die von dem fast hoffnungslos erschienenen Tabellenende den Erhalt der Oberliga einbrachte.

Nach schweren Kämpfen hat der VfB Lübeck die Rückkehr in die Oberliga geschafft. Wir beglückwünschen diesen rührigen Verein und seine kluge, von soviel Idealismus getragene Leitung zur Erreichung des gesteckten Ziels und begleiten ihn mit allen guten Wünschen auf dem neuen Weg. Der Heider SV ist am letzten Spieltag noch eben vor dem Ziel abgefangen worden und mußte Sieg und Platz seinem am letzten Tag besseren und glücklicheren Gegner von Eintracht Osnabrück überlassen. Aber auch den Heider Kameraden gebührt höchste Anerkennung für ihre Leistung.
SPM

 

 

 

Bis zum Jahr 1960