Schuljahr 1963 - 64  Zeitraum April - Juni

 

Sonnabend, 4. April 1964

Schwimmbecken kostet 20.390 DM

Die Kosten für das Lehrschwimmbecken neben der Mittelschule haben sich auf insgesamt 20.390 DM erhöht. Den Mehrbetrag hat das Stadtparlament nachbewilligt. Das Becken soll in diesem Sommer in Betrieb genommen werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.4.1964

 

Mittwoch, 8. April 1964

Neue Lehrkräfte für 17 Schulen

Mit Beginn des Schuljahres 1964/65 nahmen eine ganze Reihe von neuen Lehrkräften ihren Dienst an den Stormarner Volks- und Mittelschulen auf. Einige kamen direkt von der Pädagogischen Hochschule, andere waren bisher in Schulen außerhalb des Kreises tätig, und in mehreren Fällen war das Schulamt gezwungen, Lehrkräfte innerhalb der Schulen des Kreises umzudirigieren.

In Bad Oldesloe wechselte Walter Busch von der Stadtschule zur Mittelschule hinüber. Ebenfalls an die Mittelschule ging Erwin Süß (bisher Volksschule Reinfeld). Die Stadtschule erhielt drei Junglehrer von der Pädagogischen Hochschule: Gisela Jung, Heike Scheu und Klaus Thau. …

In Reinbek: An der Volksschule unterrichten nun Frau Margot Bruß (bisher Klaus-Groth-Schule Bad Oldesloe) und Frau Ulrike Kosnick. Leiter der Sonderschule wurde der Oldesloer Sonderschullehrer Werner Bruß. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.4.1964

 

Donnerstag, 9. April 1964

Neuer Direktor stellte sich vor

In der Aula des Theodor-Mommsen-Gymnasiums stellte sich den versammelten Schülern der neue Schulleiter, der 49jährige Obertudiendirektor Hans-Jürgen Siepermann, vor. Er war bisher Leiter eines Gymnasiums in Opladen. Seine Versetzung nach Bad Oldesloe ist inzwischen vom Kultusministerium ausgesprochen worden. Der Termin für die offizielle Einführung ist noch nicht bekannt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.4.1964

 

Sonnabend, 11. April 1964

Mittelschulrektor nach Itzehoe berufen

Rektor Hiller von der Königin-Luise-Schule ist mit der Schulaufsicht eines Bezirks im Kreise Steinburg beauftragt worden und hat mit Beginn des neuen Schuljahres seine Arbeit in Itzehoe, wo ein Schulrat bereits tätig ist, aufgenommen. Rektor Hillers Vater, der im Ruhestand in Bad Segeberg lebt, war bis zu seiner Pensionierung Rektor der Itzehoer Mittelschule. Mit der Leitung der Königin-Luise-Schule ist bis zur endgültigen Berufung eines neuen Schulleiters Konrektor Gehrke beauftragt worden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.4.1964

 

Sonnabend, 11. April 1964

67 neue Sextaner

Der 13. April ist für 67 Kinder der erste Schultag im Theodor-Mommsen-Gymnasium. Es veranstaltet für seine neuen Sextaner um neun Uhr eine kleine Feierstunde. Danach erfolgt die Aufteilung in zwei Klassen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.4.1964

 

Mittwoch, 22. April 1964

Die Meinung des Lesers

Stadtschulturnhalle auf dem Exer?

Jeder, der interessiert und aufmerksam die Mitteilungen der heimatlichen Presse verfolgte, wurde in letzter Zeit auf ein mit der Erweiterung des Stadtgebietes in Zusammenhang stehendem Problem hingewiesen: Ausweitung der vorhandenen Sportanlagen und Sportplätze, Schaffung eines Lehrschwimmbeckens – vielleicht sogar einer Schwimmhalle! – und Errichtung einer Sporthalle! Das sind Pläne, deren Erfüllung jeder Sportbegeisterte und jeder Jugendinteressierte wünschen und begrüßen wird. Die Jugend der Stadt braucht diese Einrichtungen, sie braucht sie um so mehr, je mehr die künftige Trabantenstadt anwächst und sich ausweitet. Kein Verantwortlicher wird diese berechtigten Wünsche beiseite schieben wollen.

Doch was nutzen alle diese sportlichen Einrichtungen für die Erwachsenen, wenn die Grundlagen der körperlichen Ertüchtigung und die Freude am Sport nicht schon unseren Kindern In der Grundschule mitgegeben werden kann?

Der Stadtschule fehlt eine Turnhalle!

Es besteht Einmütigkeit in allen Kreisen der Stadt und in den Gremien der Stadtvertretung darüber, daß der in der Salinenstraße vorhandene Bau nicht mehr als Turnhalle angesprochen und daß es nicht mehr verantwortet werden kann, die Kinder dort turnen zu lassen. Seit Jahren wurde auf den Elternversammlungen immer wieder scharfe Kritik an dem alten Gebäude geübt, und in Presseveröffentlichungen wurden als Bezeichnung für das Gebäude die Ausdrücke „Stall“ bzw. „Scheune“ gebraucht. Wie gesagt, an der Notwendigkeit und Dringlichkeit eines neuen Turnhallenbaues für die Stadtschule bestehen keine Zweifel. Der Magistrat hat auf eine Eingabe des Elternbeirates der Stadtschule die Dringlichkeit eines Turnhallenneubaues bestätigt und die Durchführung des Projektes für 1964/65 in Aussicht gestellt! Die Stadt könnte des Dankes der Kinder und der Elternschaft gewiß sein.

Über den Standort der Turnhalle für die Stadtschule könnten eigentlich keine zwei Meinungen bestehen. Die Turnhalle gehört in die unmittelbare Nähe der Schule. Nur dann kann sie für die Leibeserziehung der Kinder voll und richtig genutzt werden! Diese unabdingbare Forderung wird von jeder Lehrkraft hervorgehoben und wurde auch bei den anderen Schulen der Kreisstadt und den Nachbarstädten und Gemeinden als Selbstverständlichkeit beachtet. Auf dem Gelände der Stadtschule ist nach Abbruch der alten Halle ausreichend Platz für einen Neubau, Und das Stadtbauamt hat bereits durchaus brauchbare Entwürfe erarbeitet. Natürlich wäre es schön und zweckmäßig, wenn ein Lehrschwimmbecken in das Vorhaben einbezogen werden könnte. Doch darunter darf der Turnhallenneubau in keinem Falle leiden; dieser muß umgehend in Angriff genommen werden und zwar auf dem Gelände der Stadtschule!

Sollen beispielsweise die zur Zeit in der Schule vorhandenen 750 Kinder ständig den Weg zum Exer machen, um in einer eventuell dort errichteten Turnhalle turnen zu können? Falls ein derartiger Plan besteht, ist dann bedacht worden, welche Folgerungen sich daraus ergeben? Der Weg zum Exer hin- und zurück beansprucht mindestens 15 bis 20 Minuten. Es verblieben nach dem An- und Ausziehen der Kinder für die eigentliche Turnstunde kaum 20 Minuten. Das wäre keine ausreichende Zeit für die Leibeserziehung der Kinder!

Dabei müssen auf dem Wege zum und vom Exer viermal zwei sehr stark befahrene Hauptverkehrsstraßen überquert werden! Man muß einmal beobachten, wie die Kinder wie die Hasen über die Straße hopsen müssen, um ihre Schule zu erreichen. Durch die getrennte Lage der Turnhalle von dem Schulgelände weitere Gefahrenmomente zu schaffen, wäre unverantwortlich und hieße Schüler und auch die aufsichtsführenden Lehrer überfordern! An den Gefahrenpunkten Verkehrsampeln mit Druckknopfbedienung aufzustellen, verbietet sich von selbst, da dann der flüssige Fahrzeugverkehr in den verkehrsreichen Straßen häufig unterbunden würde und es zwangsläufig zu Verkehrsstauungen kommen müßte. Wenn 21 Klassen der Stadtschule in den Vormittagsstunden zwischen der Schule und der so ungünstig gelegenen Turnhalle hin- und herpendeln, lassen sich Verkehrsschwierigkeiten – ja vielleicht sogar ernste Gefahren nicht völlig ausschalten. Es wäre zu erwarten, daß sowohl die Schulaufsichtsbehörde als auch die Polizei erhebliche Bedenken gegen solche Pläne geltend machten. Daher sollte jeder Gedanke an eine Trennung der Stadtschule von der zu ihr gehörenden Turnhalle als eine Absurdität abgetan sein. Die Eltern der in der größten Schule der Kreisstadt eingeschulten Kinder wären nicht bereit. hier Konzessionen zu machen.

Die möglichen Pläne für ein Lehrschwimmbecken, eine Schwimmhalle und eine Sporthalle sind sehr zu begrüßen. Einer Verwirklichung auf Kosten der so dringend notwendigen Turnhalle für die Stadtschule muß ein entschiedenes „nein“ entgegen gesetzt werden! Elternschaft der Stadtschule Bad Oldesloe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.4.1964

 

Freitag, 24. April 1964

FOTO!!!!!

Während der Bau einer Sporthalle für größere Veranstaltungen in weite Ferne gerückt scheint, soll das Schul- und Sportplatzprojekt, das durch ein in der Vorhalle des Stadthausneubaues ausgestelltes Modell veranschaulicht wird, in den nächsten Jahren Wirklichkeit werden. Es handelt sich um die Sonderschule, die auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik zwischen Bahndamm und Kurpark entstehen wird. An den Gebäudekomplex schließt sich eine Sportanlage mit Schwimmbecken an. Vorerst wird die Straße zu dem an der Beste gelegenen Gelände ausgebaut.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.4.1964

 

Mittwoch, 29. April 1964

40jähriges Dienstjubiläum

Auf eine 40jährige Tätigkeit kann der 62jährige Studienrat Arthur Werner zurückblicken. Der Jubilar wirkt seit 1938 am Theodor-Mommsen-Gymnasium. Damals kam er von Bad Segeberg nach Bad Oldesloe. Der Pädagoge unterrichtet in den Fächern Latein, Französisch und Geschichte. Er ist zurzeit Klassenlehrer der U3a. Oberstudiendirektor Hans-Jürgen Siepermann und die Kollegen gratulierten Studienrat Werner zu seinem Jubiläum.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.4.1964

 

Mittwoch, 6. Mai 1964

Richtkranz über der Klaus-Groth-Schule

FOTO!!!!!

Diesen Blick nach oben taten gestern nachmittag die Oldesloer Stadtväter – an der Spitze Bürgerworthalter Koch und Bürgermeister Barth – gern. Sie hatten allen Grund, zufriedene Gesichter zu machen, konnten sie sich doch als Bauherren von den Arbeiten am Erweiterungsbau der Klaus-Groth-Schule überzeugen. Der Polier hob nach altem Brauch das Schnapsglas, um auf die Beständigkeit des Baues und auf das Wohl der Verantwortlichen zu trinken. Fröhlich flatterten die bunten Bänder des Richtkranzes im Wind.

Beim anschließenden Richtschmaus in der „Redderschmiede“ lobte Bürgermeister Barth die gute handwerkliche Arbeit. Dank sprach er auch dem Stadtbauamt aus, das für die Architektenarbeiten und Bauaufsicht zuständig ist. Mit den Planungen war, wie der Bürgermeister weiter ausführte, bereits im Januar 1962 begonnen worden. Am 15. Mai 1963 begann man mit den Erdarbeiten. Die Gesamtkosten für den Erweiterungsbau betragen (ohne Möbel und Einrichtungsgegenstände) 765.000 DM. Davon trägt die Stadt 383.000 DM.

Es handelt sich um einen zweigeschossigen Erweiterungsbau für elf Klassen mit einem Gruppenraum, einem Lehrerzimmer, einem Konrektorzimmer, eine Lehrküche und einen Werkraum im Keller mit den erforderlichen Nebenräumen. Unterhalb des Verbindungstraktes werden sich die Toiletten für Jungen und Mädchen mit gesonderten Treppeneingängen befinden.

Die zwei Klassentrakts, die parallel zueinander stehen, sind in Massivbauweise ausgeführt. In den Klassen werden sämtliche Wandflächen mit Steinemaille überzogen und die Fußböden mit schwimmendem Estrich und Linoleumbelag versehen. Die Flure erhalten Kunststeinfliesen als Belag.

Der Verbindungstrakt ist eine Stahlkonstruktion, die ringsherum verglast wird und als Pausenhalle dient. Den Abschluß zum Schulhof zwischen Erweiterungsbau und Turnhalle soll eine Pergola bilden.

Schulrat Heitmann überbrachte die Grüße des Kultusministers. Er erinnerte an die Anfänge der Schulbauten im Kreise. Damals mußte man noch Bemühungen anstellen, um das Geld „loszuwerden“. Doch das habe sich grundlegend gewandelt. Heute seien die Anforderungen der Gemeinden viel größer als die Mittel des Landes. Eine Folge davon sei der Bau in mehreren Abschnitten.

Als letzter Redner ergriff Rektor Volkmann das Wort. Er bedankte sich bei allen Stellen, die dieses Projekt gefördert haben. „Wenn dieser Erweiterungsbau genauso gut wird wie der erste, sind wir vollauf zufrieden!“

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.5.1964

 

Sonnabend, 9. Mai 1964

Loblied auf den Trave-Wanderweg

Erinnerungen des Fernsehgerichts-Vorsitzenden

Zahlreiche frühere Schüler der jetzigen Oldesloer Oberschule, die in Hamburg alle zwei Monate regelmäßig zusammenkommen, trafen sich mit Mitgliedern des Oldesloer Vesdoro zu ihrem nun schon zur Tradition gewordenen Mai-Spaziergang zum Forst Kneeden. Amtsgerichtsdirektor Dr. August Sommerkamp, Hamburg, wohlbekannt als Vorsitzender des Fernsehgerichts, gibt seine Eindrücke in den folgenden Zeilen wieder:

„Über den alten Friedhof an der Bahnhofstraße, wo am Ehrenmahl ein stilles Gedenken den zahlreich gefallenen Jugendfreunden gewidmet wurde, ging es auf den Trave-Wanderweg und den alten Oldesloer Schülern wurde warm ums Herz, als sie nun auf diesem schönen Weg, der ihnen alle Schönheiten des Travetals so mühelos erschloß, die Heimat erneut lieb gewinnen konnten. Es sei aber auch hier der Platz, um dem Magistrat und den städtischen Behörden der Stadt Bad Oldesloe, die den zahlreichen Heimatfreunden diese Kostbarkeit beschert haben, die vollste Anerkennung und den herzlichsten Dank so vieler alter Oldesloer auszusprechen.

Der Weg ist eine wahre Fundgrube für denjenigen, der wie der Schreiber dieser Zeilen seine Kinderzeit und seine Jugendjahre in Oldesloe erlebt hat und jahrelang mit seinen Jugendfreunden durch Busch und Baum gestreift ist. Dann wurde nach frohem Wandern das Forsthaus Kneeden erreicht, wo eine erste Erfrischung eingenommen wurde. Besonders wertvoll sind natürlich für alle Beteiligten die Gespräche von Mann zu Mann, die auch immer wieder die Wendung aufklingen ließen: „Weißt du noch?“

Allgemeines Einverständnis herrschte auch darüber, daß die Jugendjahre in Bad Oldesloe vor dem ersten Weltkrieg noch für alle von uns etwas Beglückendes gehabt haben. Es wurden die zahlreichen Bälle und Tanzvergnügungen in dem alten, nun verschwundenen schönen Kurhaussaal erwähnt. Und was liegt wohl näher für nicht mehr ganz junge Männer, als daß sie auch ein herzliches Gedenken all denen widmeten, die damals ihre Tänzerinnen gewesen waren und die ihre Feste durch ihren Charme und ihren Frohsinn verschönt hatten, und all die Namen von damals klangen wieder auf. Hanny, Henny, Grete, Linchen, Selma, Toni und viele andere mehr…

Aber die beliebteste Tänzerin von allen war doch diejenige gewesen, die – nicht mehr ganz jung – einem jungen Mädchen, das gerade seinen 21. Geburtstag feierte, auf dessen Frage, wie es damals in Oldesloe bei ihrem (der Befragten) 21. Geburtstag gewesen wäre, mit glücklichem Herzen antworten konnte: „Mein Kind, alles ein Walzer und Rosen!“

Bei angeregtem Gespräch gingen die kurzen und schönen Stunden schnell dahin. Das traditionelle Mittagessen – (Holsteiner Schinken und Spargel) wurde im Restaurant des alten Mitschülers Wigger eingenommen. Und bevor man endgültig die Heimreise antrat, wurde noch eine Kaffeestunde im Café Arnold eingelegt. Und einer der letzten, der die Rückfahrt antrat, summte leise vor sich hin: „Rosenlieder aus lachender Zeit, seines Frühlings tief leuchtende Seligkeit, ein Funken Liebe, heiß und vermessen wer könnte im Leben das je vergessen?“

Die Namen der Teilnehmer: Dittmer, Drögemöller, Gehrke, Krueger, Meyer, Meyer jr., Nugent, Nugent, Nugent jr., Rickert, Schmidt, Schoer, Schumann, Sengelmann, Siercke, Dr. Sommerkamp, Stamer, Stammler, Uhrmann, Dr. Vogler, Wiemer, Willhöft und Wulff.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.5.1964

 

Montag, 11. Mai 1964

Neues Gymnasium in Bad Oldesloe?

Oberstudiendirektor stellte sich den Eltern vor

Den Bau eines Gymnasiums an einem neuen Standort bezeichnete der Direktor der Theodor-Mommsen-Schule, Hans-Jürgen Siepermann, auf einer Versammlung der Gesamtelternschaft als recht wünschenswert, weil das alte Schulgebäude auch nach dem Um- und Erweiterungsbau nicht den schulischen Anforderungen entspreche.

„Wir als Schulleitung und die Eltern müssen an einem Strick ziehen. Wir haben nur ein gemeinsames Ziel, unseren Kindern eine möglichst umfangreiche Bildung zu vermitteln. Alles andere muß in den Hintergrund treten“, betonte der Oberstudiendirektor, der sich den Eltern gleichzeitig mit seinem „Programm“ vorstellte. Er versprach als Direktor alles zu tun, damit die Bildungsarbeit möglichst ungestört geschehen könne. Dazu gehöre auch die Beseitigung der Lärmbelästigung durch den Verkehr in der Hamburger Straße.

Zu Beginn der gut besuchten Elternversammlung in der Aula gab der Vorsitzende des Elternbeirates, Amtsgerichtsrat Dr. Clamann, einen Bericht über die Arbeit im letzten Schuljahr. „Wir haben dazu beigetragen, daß die Hamburger Straße auf dem Teilstück vor dem Gymnasium nun doch eine Teerdecke bekommt. Davon versprechen wir uns die wenigstens teilweise Eindämmung des starken Verkehrslärms. Die Fenster an der Straßenseite müßten einen besonderen Schallschutz bekommen. Auch fehlt eine Entlüftungsanlage. Um genug Luft zu bekommen, müssen in den Klassen die Fenster geöffnet werden.“ Dem Bericht über den Elternfonds war zu entnehmen, daß die Elternschaft im letzten Jahr 5409 DM gespendet hat. Diese Gelder wurden für die Anschaffung von Musikinstrumenten, für die Erweiterung der Bücherei, als Zuschüsse für Klassen- und Sportfahrten und für die Beschaffung von Lernmitteln sinnvoll verwendet.

Die vorgesehene Aussprache entfiel, weil aus den Reihen der Eltern keine Wortmeldungen kamen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.5.1964

 

Mittwoch, 13. Mai 1964

25 Jahre im Schuldienst

Der Lehrer an der Stadtschule Hans-Georg Krüger konnte auf eine 25jährige berufliche Tätigkeit zurückblicken. Der aus Brandenburg/Havel stammende Pädagoge erfreut sich bei seinen Schülern besonderer Beliebtheit wegen seiner Fähigkeit, den Biologie-Unterricht lebendig und anschaulich zu gestalten,

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.5.1964

 

Mittwoch, 13. Mai 1964

Zum Oberstudienrat ernannt

Mit Wirkung vom 1. Mai wurde Studienrat Arno Albrecht, der an der Theodor-Mommsen-Schule unterrichtet, zum Oberstudienrat ernannt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.5.1964

 

Sonnabend, 23. Mai 1964

Von Oberschulneubau keine Rede

Oldesloer Magistrat über solche Wünsche verstimmt

Befremdet zeigt sich der Magistrat über die in der Versammlung der Gesamtelternschaft geäußerten Wünsche nach einem Oberschulneubau. Die Schülerzahl ist seit 1953 von 678 auf 472 zurückgegangen. Wenn die laufenden Erweiterungsarbeiten abgeschlossen sein werden, so sollten nach der im Stadthause herrschenden Meinung die Räumlichkeiten auch dann noch ausreichen, wenn die Bevölkerungszahl in den nächsten Jahren erheblich ansteigen würde.

Im Stadthaus verweist man darauf, daß die in der Amtszeit von Oberstudiendirektor Dr. Tiedemann eingeleitete Erweiterung nach Plänen betrieben wird, die auch die volle Billigung der Kieler Regierungsstellen gefunden haben. Zwei hohe Beamte seien eigens zur Ortsbesichtigung nach Bad Oldesloe gekommen und hätten den Entwürfen uneingeschränkt zugestimmt.

Der Magistrat nimmt für sich in Anspruch, sehr schulfreundlich zu sein, doch läßt die Vorrangigkeit vieler anderer dringlicher Probleme, wie man im Stadthaus betont, eine Berücksichtigung der in der Elternversammlung geäußerten Wünsche nicht zu. Zumindestens in den nächsten 15 Jahren sei an einen Oberschulneubau gar nicht zu denken.

Der Rückgang der Schülerzahlen erklärt sich zum Teil durch die geburtenschwächeren Jahrgänge in der ersten Nachkriegszeit. Im Oldesloer Raum wurden seit 1953 etwa 3000 Einwohner umgesiedelt. Dadurch kommt das Anwachsen der Einwohnerzahl in der Kreisstadt selbst in der Schülerzahlen nicht so zum Ausdruck., Wie man es ohne Kenntnis der eben erwähnten Tatsache erwarten müßte.

Anteil der auswärtigen Schüler

 

1953

1963

1964

Gymnasium

52,1 %

43,9 %

46,4 %

Mittelschule

53,1 %

45,4 %

45,2 %

Schülerzahlen

Statistik vgl. FOTO!!!!!

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.5.1964

 

Sonnabend, 23. Mai 1964

Zaun um Lehrschwimmbecken

Das auf dem Mittelschulhof abgelegte Lehrschwimmbecken soll mit einem Zaun umgeben werden. Nach seiner Fertigstellung kann die Einrichtung ihrer Bestimmung übergeben werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.5.1964

 

Montag, 25. Mai 1964

Oberschulneubau nicht aktuell

Der auf einer Gesamtelternversammlung geäußerte Wunsch nach einem neuen Oberschulbau, veranlaßte den Stadtverordneten Krämer, den Magistrat um Aufklärung zu bitten. Bürgermeister Barth antwortete, daß so schnell nicht an eine neue Schule zu denken sei. Er wies dabei auf die … Statistik hin, nach der die Schülerzahl nicht zugenommen, sondern abgenommen habe.

Der Bürgermeister sagte weiter: „Die Hälfte der Schüler kommt aus den Landgemeinden. Diese Zahl wird sich auch in Zukunft nicht verändern. Wenn wir wirklich annehmen, die Einwohnerzahl verdoppelt sich in 15 Jahren und damit auch die Zahl der Schüler, kommen wir auf 700 Gymnasiasten. Das muß die Schule auch dann noch verkraften können!“

„Wenn wir mit dem Umbau fertig sind, ist es eine hundertprozentige Sache“, erklärte 1. Stadtrat Mahrdt. „Mich stört, daß der Direktor so wirklichkeitsfremde Ausführungen machte. Alles das, was die Stadtverordneten in 15 Jahren für dieses Gymnasium getan haben, wurde damit vom Tisch gefegt.“ (Zustimmung aus den Reihen der Stadtverordneten.) „Daß sich auch der Vorsitzende des Elternbeirates dem angeschlossen hat, ist mir unverständlich.“

Stadtverordneter Schömer hielt es für richtig, von einem aufbauschen der Angelegenheit zu sprechen. „Wir erregen uns über eine Sache, die es nicht wert ist. Der Direktor hat keinerlei Forderungen gestellt, sondern nur Feststellungen gemacht, aus seiner ersten Sicht vor sich hingesagt. Ich glaube, daß wir alle der Meinung sind, daß die Umbauten keine Ideallösung darstellen, sondern aus der Not geboren worden!“

„Wir sind doch alle Demokraten“, äußerte Stadtverordneter Ludwig. „Warum soll ein Schulleiter in einer Elternversammlung kein freies Wort sagen können. Ich gebe zu, daß er es in unvorsichtigerweise getan hat, aber er wird ja Gelegenheit haben, zeigen zu können, daß er kein radikaler Erneuerer ist.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.5.1964

 

Freitag, 29. Mai 1964

Lernmittelfreiheit kostet viel Geld

Weitere 25.000 DM muß die Stadt für die vom Landtag beschlossene Lernmittelfreiheit aufbringen. Diesen Betrag bewilligte der Stadtparlament. Auf die einzelnen Schulen entfallen: 1060 DM Volksschule, 1168 DM Sonderschule, 10.970 DM Mittelschule und 11.108 DM Gymnasium.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.5.1964

 

Sonnabend, 30. Mai 1964

Sammlung für das Kindervogelschießen

Die Vorbereitungen für das am 30. Juni stattfindende Kindervogelschießen sind in vollem Gange. Der Festausschuß hofft, daß die für die Durchführung des Festes erforderlichen Mittel durch eine Haussammlung aufgebracht werden. Diese vom Landrat genehmigte Sammlung ist für die Zeit vom 31. Mai bis zum 7. Juni vorgesehen. Auch in diesem Jahre haben sich wieder Eltern und Schulkinder zur Verfügung gestellt, um die Spenden einzusammeln. Sie leisten dadurch einen beträchtlichen Beitrag zum Gelingen des Vogelschießens.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.5.1964

 

Montag, 1. Juni 1964

Nur Eltern sammeln

Für das Kindervogelschießen am 30. Juni sammeln nur die Eltern Spenden ein. Diese Feststellung ist nötig, weil ein Druckfehler in der Sonnabendausgabe den Eindruck erweckte, es seien auch Schulkinder an der Sammlung beteiligt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.6.1964

 

Montag, 1. Juni 1964

Kreisschulsportfest am 19. September

24 Bezirksobleute, die für die Durchführung der Sommerbundesjugendspiele im Kreisgebiet organisatorisch tätig sind, tagten in Bad Oldesloe und berieten über die Auswahl der Wettkämpfe.

Kreisfachberater für Leibeserziehung Nowak begrüßte Schulrat Lüth, der für die sportlichen Belange der Lehrerschaft stets reges Interesse zeigt. Er sprach den Lehrern für Ihre Tätigkeit in den Bezirken seinen Dank aus. Ein Film „Schulgymnastik der Mädchen im 9. bis 12. Lebensjahr“ gab den Pädagogen Anregungen für die schulische Praxis.

Auf Wunsch der Versammlung findet das Kreisschulsportfest in diesem Jahr am 19. September in Bad Oldesloe statt. Ein abwechslungsreiches Programm sieht Dreikämpfe Pendel-und Rundenstaffeln, Läufe, Volkstänze und Endspiele im Fuß- und Handball vor. Die Sportveranstaltung soll ein gemeinsames Fest aller Schulgattungen werden. Ein entsprechender Arbeitsausschuß wird sich noch vor den Sommerferien konstituieren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.6.1964

 

Dienstag, 2. Juni 1964

Unterricht im Lehrschwimmbecken

Gestern war es soweit – Kurse auch in den Ferien

Gestern vormittag sprangen Nichtschwimmer der Mittelschule zum ersten Male in das neue Lehrbecken. Es hatte eine Wassertemperatur von 20 Grad. Der stellvertretende Schulleiter Konrektor Gehrke dankte allen Dienststellen, die an der Finanzierung und Errichtung der Schulschwimmstätte beteiligt waren.

Nach den Vorschlagsplänen des Sportreferenten für das Volks- und Mittelschulwesen in Kiel und dem Antrag der Mittelschule wurde dieses Lehrschwimmbecken in Zusammenarbeit mit dem Sportausschuß, dem Magistrat und dem Bauamt der Stadt errichtet. Die Fachlehrer wollen den Wert des Beckens für den Schulschwimmunterricht, der von anderer Seite angezweifelt worden ist, unter Beweis stellen und den hohen Prozentsatz an Nichtschwimmern (84 Prozent des sechsten Schuljahres der Mittelschule) in diesem Sommer stark reduzieren.

Das Becken, das vormittags und an zwei Nachmittagen auch der Oberschule zur Verfügung steht, findet weitere Verwendung beim Ferienschwimmen, das das Kreisschulamt seit vier Jahren erfolgreich fördert. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.6.1964

 

Donnerstag, 4. Juni 1964

Plastik für die Klaus-Groth-Schule

Der Magistrat beauftragte auf Grund eines vorliegenden Modells den Schöpfer der Möllner Till-Eulenspiegel-Plastik, Karlheinz Goedtke, mit der Schaffung einer Plastik für die Klaus-Groth-Schule. Es handelt sich um eine Kindergruppe in annähernd natürlicher Größe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.6.1964

 

Freitag, 5. Juni 1964

Harro Torneck kommt wieder

Das Programm für die Abschlußveranstaltung im Jugendvorlesewettbewerb 1964, die am 26. Juni in der Oberschulaula stattfindet, steht bereits fest. Harro Torneck vom Norddeutschen Rundfunk, in Bad Oldesloe bereits wohl bekannt, plaudert über neue Jugendbücher. Es musizieren Schüler und Schülerinnen der Theodor-Mommsen-Schule unter Leitung von Fritz Alshuth.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.6.1964

 

Dienstag, 9. Juni 1964

Hochbetrieb im neuen Lehrschwimmbecken

FOTO!!!!!

Erst Beinschlag, dann Armzug – nach dieser Methode unterrichtet Kreissportlehrer Nowak seit gestern nachmittag im neuen Lehrschwimmbecken hinter der Oldesloer Mittelschule 21 Mädchen und 26 Jungen aus Bad Oldesloe. In einem Sonderlehrgang des Kreisschulamtes wollen sie in zehn Stunden das Schwimmen erlernen. Die Teilnehmer, hauptsächlich Schüler der Stadtschule, sind sechs bis 13 Jahre alt. Bei den kleineren sind die Mütter mitgekommen. Sie verfolgen gespannt und wachsam jede Bewegung ihrer Sprößlinge im Wasser, Das Lehrschwimmbecken ist nun täglich vormittags und nachmittags mit Schwimmschülern besetzt. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.6.1964

 

Freitag, 19. Juni 1964

„Rotes Licht – Halt!“

Dieses Thema hatte sich Eva Skudrzik (Klasse 9a der Königin-Luise-Schule) zur Teilnahme am Verkehrs-Zeichenwettbewerb des ADAC Gau Hansa für Schüler gewählt. Sie errang damit den dritten Preis ihrer Gruppe. Der ADAC lud Eva zur Siegerehrung am 22. Juni nach Hamburg ein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.6.1964

 

Donnerstag, 25. Juni 1964

Mittelschule noch lange ohne Rektor

Wie bekannt, ist Rektor Hiller auf den Posten eines Schulrates in Itzehoe berufen worden. Die endgültige Entscheidung hat sich das Kultusministerium aber bis zum Ablauf einer sechsmonatigen Tätigkeit vorbehalten. Voraussichtlich wird also die Neuausschreibung der Stelle erst nach einer endgültigen Berufung Rektor Hillers erfolgen. Da die Auswahl der Bewerber und die Ernennung des Nachfolgers erfahrungsgemäß auch noch recht viel Zeit erfordern, dürfte kaum vor dem nächsten Frühjahr mit dem neuen Rektor zu rechnen sein. Eine Aussicht, über die man in Elternkreisen nicht gerade glücklich ist.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.6.1964

 

Donnerstag, 25. Juni 1964

Geologisches Gutachten angefordert

Die Stadt hat einen Auftrag für die geologische Untersuchung des für den Sonderschulbau vorgesehenen Grundstücks nahe der Papierfabrik vergeben, um ein Bild von dem Umfang der Gründungsarbeiten zu gewinnen. Vorliegende Angebote für die Gründungsarbeiten weisen ganz erhebliche Differenzen auf, die es angebracht erscheinen lassen, den Boden durch Sachverständige untersuchen zu lassen. Die Stadt will an dem Grundstück festhalten, weil es sich um städtischen Besitz in günstiger Lage handelt und weil sie hofft, daß sich die Gründungskosten in erträglicher Höhe halten werden. Man muß sich allerdings unter diesen Umständen fragen, ob die Stadt nicht besser getan hätte, die geologische Untersuchung vor der Planung vornehmen zu lassen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.6.1964

 

Donnerstag, 25. Juni 1964

Stadt spendete für das Kindervogelschießen

Die Stadt stellte dem Ausschuß für das Kindervogelschießen am kommenden Dienstag 1000 DM zur Verfügung und übernahm eine Ausfallbürgschaft in der gleichen Höhe. Der Sparkassenverein überwies dem Ausschuß 600 DM.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.6.1964

 

Freitag, 26. Juni 1964

Schuljugend dankt mit Ständchen

Am Dienstag schmückt sich Oldesloe zum Vogelschießen

2121 Schulkinder der Kreisstadt fiebern ihrem Fest, dem Vogelschießen am kommenden Dienstag, entgegen. Seit Tagen hört man hier und da in der Stadt das Probespiel der Schülerspielmannszüge. Ab heute ziehen sie durch die Straßen und danken den Spendern mit Ständchen.

Am Montag vormittag werden Schüler und Schülerinnen nach alter Sitte Laub aus dem Kneeden holen, anschließend werden in den Schulen Girlanden und Kronen gebunden.

Am Dienstag um sechs Uhr zieht der Spielmannszug des Gymnasiums weckend durch die Stadt. Um 7.45 Uhr wird das vorjährige Königspaar von der Stadtschule, ferner der Vogel von Tischlermeister Schöttler abgeholt. Auf acht Uhr ist die Abholung der Ehrengäste vom Markt angesetzt. Um 8.30 Uhr beginnt der Umzug. Er bewegt sich durch die Hamburger, Hindenburg- und Mühlenstraße, über die Lübeckertorbrücke, den Pferdemarkt, zurück zur Lübecker Straße, durch den Berliner Ring, die Mewesstraße, Brunnenstraße, Besttorstraße, Mühlenstraße, Hagenstraße, Hamburger Straße und Schützenstraße zum Exer.

Um 10 Uhr beginnen die Spiele auf dem Exer, das Vogelschießen und das Vogelpicken im Naturtheater und das Scheibenschießen in Sehmsdorf. Die Kinder sind in 57 Spielergruppen aufgeteilt. Die Endgruppe der Jungen umfaßt 130, die der Mädchen 91 Teilnehmer. Dem neuen Königspaar wird auf dem Ehrenplatz neben der Stadtschule gegenüber der Bismarckeiche gehuldigt.

Um 15 Uhr beginnt der Kindertanz in vier Zelten auf dem Exer, in der Turnhalle der Stadtschule und in elf Gaststätten. Trotzdem reichen die Lokalitäten kaum aus. Der Ausschuß für das Vogelschießen bittet deshalb die Bevölkerung, dafür Verständnis zu haben, daß die Tanzflächen allein den teilnehmenden Kindern vorbehalten bleiben müssen. Um 19.30 Uhr endet der Tanz. Um 20 Uhr beginnt der Abendumzug. Er hat folgende Route: Exer, Schützenstraße, Lorentzenstraße, Grabauer Straße, Hamburger Straße, Königsstraße, Kurparkallee, Brunnenstraße, Besttorstraße, Hude, Mühlenstraße, Hagenstraße und Hindenburgstraße zum Marktplatz. Eintreffen dort etwa um 20.45 Uhr. Stadtschulrektorin Mohr hält diesmal die Abschlußrede.

Die vereinigten Feuerwehrkapellen Oldesloe-Reinfeld, die Blasmusikkapelle Kellermann und die Spielmannszüge des Gymnasiums, der Volksschulen und der Sportvereine werden die Umzüge begleiten.

Die Schuljugend wünscht sich, daß die ganze Bevölkerung an ihrem Fest Anteil nimmt und dies u.a. durch Ausschmückung der Häuser mit Laub und Fahnen bekundet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.6.1964

 

Freitag, 26. Juni 1964

Kinder lesen vor

Heute nachmittag findet um 16.30 Uhr in der Aula der Theodor-Mommsen-Schule die Abschlußveranstaltung. des Jugendvorlesewettbewerbes 1964 statt. Hier wird auch der Kreissieger ermittelt, der Stormarn bei der Landesentscheidung in Kiel vertreten soll. Im Rahmen der Veranstaltung plaudert Harro Torneck vom NDR über neue Jugendbücher.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.6.1964

 

Freitag, 26. Juni 1964

Gymnasiastin Christine las am besten vor

Theodor-Mommsen-Schule stellte zum drittenmal Kreissiegerin im Vorlesewettbewerb

25 Schulsieger, ausgewählt aus über 1000 Kindern, die sich am diesjährigen Jugendvorlesewettbewerb in 30 Schulen des Kreises beteiligt hatten, trafen sich im Jugendheim am Bürgerpark zu einer Vorentscheidung. Die acht besten Vorleser sollten für die eigentliche Kreisentscheidung ausgewählt werden.

Bevor es in die Endrunde ging, durften sich Kinder und Begleiter an einer Kaffeetafel stärken, zu der sie das Kreisjugendamt eingeladen hatte. In der, trotz Badewetters, gut besetzten Aula der Theodor-Mommsen-Schule, begrüßte dann Kreisjugendpfleger Georg Bendrien u.a. den Vorsitzenden des Kreisschul- und Kulturausschusses, Willy Mahrdt, und Schulrat Heinrich Lüth.

Für die Kreisentscheidung hatten sich folgende Kinder qualifiziert: Ines-Cornelia Albrecht (Reinek), Monika Gutzeit (Grönwohld), Angelika Gast (Harksheide), Joachim Kuschel (Ahrensburg), Gitta Payka (Bad Oldesloe), Christine Schönemann (Bad Oldesloe), Christine Schulenburg (Ahrensburg) und Andreas Weber (Reinbek). In der neunköpfigen Jury wirkten unter der bewährten Leitung von Hauptlehrer Böhm (Tangstedt) Eltern, Buchhändler und Lehrer mit. Sie hatten kein leichtes Amt, denn sowohl die Buchauswahl, als auch das Leseniveau waren besser als in den Vorjahren.

Bemerkenswert, daß Vorlesen wohl doch mehr eine Sache für Mädchen ist. Unter den 25 Schulsiegern waren nur sechs Jungen. Vorgelesen wurde aus Büchern von seit vielen Jahren sich behauptenden Autoren wie Erich Kästner, Astrid Lindgren und Magda Trott (Goldköpfchen), aber auch die neueren Autoren waren vertreten wie Rolf Ulrici und Michael Ende.

Das Programm der öffentlichen Veranstaltung wurde aufgelockert durch frische Lieder, vorgetragen vom Schulchor und Schulorchester der Theodor-Mommsen-Schule unter der Leitung von Studienrat Fritz Alshuth. Besonderen Beifall bekam der zwölfjährige Werner Pörsch für seinen Vortrag am Flügel.

Während sich die Jury zur Beratung zurückzog, stellte Harro Torneck vom NDR Hamburg seinen aufmerksam lauschen den Zuhörern wieder einige ganz neu auf dem Markt erschienene Jugendbücher vor.

Und dann kam die große Entscheidung. 360 Punkte konnte die Jury im besten Fall für jeden Vorleser verteilen. Mit 326 wurde die Oldesloer Lehrerstochter Christine Schönemann von der Theodor-Mommsen-Schule Bad Oldesloe mit einem Ausschnitt aus dem Buch „Karlsson fliegt wieder“ von Astrid Lindgren, Kreissiegerin. Stadtrat Mahrdt überreichte ihr mit den besten Glückwünschen ein wertvolles Jugendlexikon als Ehrengabe der Stadt Bad Oldesloe.

Vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels überreicht die Kreisjugendpfleger Bendrien der Kreissiegerin noch eine Buchschenkkarte für Bücher nach freier Wahl und die Einladung zur Landesentscheidung, die voraussichtlich im Oktober in Kiel stattfindet. Die Theodor-Mommsen-Schule hat damit schon zum dritten Mal den Kreissieg davongetragen.

Für den zweiten Platz mit 118 Punkten wurde die Harksheider Mittelschülerin Angelika Gast mit einem Mädchenjahrbuch und einem Duden bedacht, die von den Oldesloer Buchhändlern gestiftet wurden. Auch Angelika las aus einem Buch von Astrid Lindgren („Wir Kinder aus Bullerbü“). Sie war zugleich Gruppensiegerin in der Gruppe der Volks- und Mittelschulen.

Alle nach Bad Oldesloe gekommenen Schulsieger erhielten vom Kreisjugendamt, das diesen wertvollen Wettbewerb nun schon zum vierten Mal veranstaltet, ein Erinnerungsbuch mit einer Widmung.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.6.1964

 

Sonntag, 28. Juni 1964

Stadtväter besichtigten Lehrschwimmbecken

Die Mitglieder des Jugendpflege- und Sportausschusses besichtigten das neue Lehrschwimmbecken an der Mittelschule. Bürgerworthalter Koch dankte allen, die an der Herstellung beteiligt waren. Stadtrat Schröder lobte die eifrige Nutzung des Lehrbeckens. An Hand von Zahlenmaterial gabt Sportbeirat Nowak die Erfahrungen über die Arbeitsweise im Becken bekannt. In vier Wochen waren hier 2515 Kinder aller Oldesloer Schulen. Täglich 115 Besucher sind ein beweis für die Schwimmfreudigkeit der Kinder. Anschließend fand während einer Kaffeetafel im Lehrerzimmer ein reger Gedankenaustausch statt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.6.1964

 

Montag, 29. Juni 1964

An zwölfter Stelle in der Bundesrepublik

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Einen schönen Erfolg erreichte die Mittelschule Bad Oldesloe bei den Deutschen Leichtathletik-Mannschaftsmeisterschaften 1965. Am Sonnabend fand in der Aula die Verleihung der Urkunden statt. Schulleiter Gehrke hatte zuvor den Vorsitzenden des Kreisleichtathletikverbandes, Bohn, begrüßt. In seiner Ansprache hob Konrektor Gehrke die Bedeutung schulischer Leibeserziehung hervor. Vorsitzender Bohn übergab dann den von der Volksbank gestifteten Wanderpreis für Sport- und Leistungsabzeichen weiterführender Schulen. Auf Landes- und auf Kreisebene konnte die Mittelschule jeweils den ersten Platz erringen. Bei der Gesamtwertung aller Schulen in der Bundesrepublik kam sie auf den beachtenswerten zwölften Platz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.6.1964

 

Montag, 29. Juni 1964

Mittelschüler beobachteten Raubüberfall

Als die Klasse 8c der Königin-Luise-Schule bei der Rückkehr von einer Studienfahrt nach der Insel Fehmarn in Oldenburg Station machte, bemerkte eine Gruppe der Jungen, wie plötzlich ein Mann mit Bart und dunkler Brille aus einem Bäckerladen stürmte, ein Auto bestieg und durch den dichten Nachmittagsverkehr davonraste. Aufgeregt berichtete die Ladeninhaberin, daß dieser Mann ihr die Ladenkasse und einige Kuchen geraubt habe. Die Jungen hatten sich geistesgegenwärtig die Nummer des Wagens gemerkt, und sie waren auch in der Lage, den Gangster zu beschreiben. Wir berichteten in der Sonnabendausgabe, daß es dem Räuber gelang, zu entkommen. Der Wagen wurde kurze Zelt später beschädigt aufgefunden. Ein Teil der Beute befand sich noch darin.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.6.1964

 

Montag, 29. Juni 1964

Laub mit Musik eingebracht

Viel Laub haben die Schulkinder heute aus dem Kneeden für das Kindervogelschießen eingebracht. Ein langer Umzug – elf Handwagen, drei Pferdewagen und ein Lieferauto – vorneweg der Spielmannszug der Stadtschule, brachte die grünen Äste zu den Schulen. Dort begann anschließend das Binden der Girlanden und der Krone.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.6.1964

 

Dienstag, 30. Juni 1964

Bücher für die erfolgreichsten Sammler

Das Ortskuratorium Unteilbares Deutschland überreichte den drei Sammlern, die zum 17. Juni die meisten Brandenburger-Tor-Plaketten verkauften, als Anerkennung Bildbände von Berlin. Es sind Paul Ludwig Kulms, Manfred Brembach (beide Theodor-Momrnsen-Schule) und Klaus Mews (Mittelschule). An der Sammlung beteiligten sich je zehn Schüler des Gymnasiums und der Mittelschule. Das Gesamtergebnis betrug 787,57 DM.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.6.1964

 

Dienstag, 30. Juni 1964

Stadtväter marschierten mit den Kindern

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Pünktlich um acht Uhr holte heute morgen der Spielmannszug der Stadtschule die Ehrengäste des Vogelschießens vom Oldesloer Markt ab. …

Genau genommen begann das Kindervogelschießen aber schon um sechs Uhr. Der Spielmannszug des Gymnasiums hatte die Bewohner der Kreisstadt geweckt und das Fest der Kinder angekündigt. Kurz vor Beginn des Umzuges wimmelte es in den Straßen von aufgeregten Kindern im Sonntagsstaat. Stolz trugen sie geschmückte Stöcke, von denen Bänder in allen Farben herunterhingen. Die Mädchen trugen Blumenkränze. Dann war es endlich soweit.

Vier Kapellen führten die einzelnen Schulen an. Erstmalig nahmen Stormarns Reiter der Moral, die in diesem Sommer wieder für Ordnung im Ausflugsgebiet am Großensee sorgen, an dem Umzug teil. Für Moral brauchten sie aber heute nicht zu sorgen. Alles klappte wie am Schnürchen. Die Veranstalter hatten Generalstabsarbeit geliefert.

Als die Kinder durch die Straßen der Kreisstadt zogen, stand die Bevölkerung Spalier. Viele der Erwachsenen hatten sich eine Blume angesteckt, um so den Kindern ein Zeichen der Verbundenheit zu geben. Geschäftsleute und Hausbesitzer hatten ebenfalls ihr Teil dazu beigetragen und ihren Häusern Blumenschmuck angelegt. Um bei eventuellen Unfällen schnell zur Stelle zu sein, versieht das Deutsche Rote Kreuz den Betreuungsdienst.

Eine nette Geste haben sich die Oldesloer Stadtväter (eine Stadtmutter war auch dabei) einfallen lassen. Beim Einbiegen in den Bürgerpark scherten sie aus dem Zug aus und nahmen den Vorbeimarsch ab. Die Kinder quittierten das mit lauten Hurra-Rufen. Dabei warfen sie ihre Stöcke in die Luft. Am Umzug nahmen auch pensionierte Lehrkräfte teil. Damit brachten sie zum Ausdruck, wie eng sie mit Oldesloes schönstem Kinderfest verbunden sind.

Um zehn Uhr begannen auf dem Exer die Spiele. Im Naturtheater wurde auf den Vogel geschossen, und in Sehmsdorf übte man sich im Scheibenschießen. Am Nachmittag bevölkern die Kinder 15 Tanzflächen. Sie sind die Hauptakteure, die Eltern dürfen nur vom Rande aus zusehen und die Getränke bezahlen.

Zum Abschluß des Kindervogelschießens findet um 20 Uhr ein Abendumzug statt, der am Exer beginnt und am Markt endet. Die Abschlußrede hält Stadtschulrektorin Mohr.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.6.1964

 


 

Bis zum Jahr 1970