Schuljahr 1965 - 66  Zeitraum Oktober - Dezember

Donnerstag, 7. Oktober 1965

Besichtigung der Klaus-Groth-Schule

Am kommenden Sonntag steht die Klaus-Groth-Schule für die Bevölkerung zur Besichtigung in der Zeit von 14 bis 17 Uhr offen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.10.1965

 

Donnerstag, 14. Oktober 1965

Gymnasiasten am Schraubstock

Dem Theodor-Mommsen-Gymnasium in Bad Oldesloe, dessen Unterricht seit langem durch Um- und Erweiterungsbauten beeinträchtigt ist, steht seit kurzem ein sehr zweckmäßig und komplett eingerichtete Werkraum im Erdgeschoß eines der beiden Anbauten zur Verfügung. Jeweils zwei bis drei Schüler arbeiten an den Tischen. Sie haben immer dann Werkunterricht, wenn für die Mädchen ihrer Klassen Nadelarbeiten auf dem Stundenplan stehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.10.1965

 

Sonnabend, 16. Oktober 1965

Rektorenstelle ausgeschrieben

Drei Bewerbungen sind bisher beim Kreisschulamt auf die Ausschreibung der Rektorenstelle an der Stadtschule im Nachrichtenblatt des Kultusministers eingegangen. Der Posten ist seit der Pensionierung der langjährigen Rektorin Frau Mohr zu Beginn der Herbstferien unbesetzt. Bei der Neubesetzung hat die Stadt als letzte Instanz des Recht, aus drei Vorschlagen des Kultusministers ihre Auswahl zu treffen. Noch ist die Bewerbungsfrist nicht abgelaufen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.10.1965

 

Sonnabend, 16. Oktober 1965

Volksbund wendet sich an die Jugend

Unter Vorsitz von Bürgermeister Barth fand im Sitzungsaal des Rathauses eine Besprechung über die Durchführung einer Werbeaktion des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. am 10. November in den Schulen statt. Daran nahmen auch der stellvertretende Kreisvorsitzende Hans Brunsen und der Ortsvorsitzende Heinrich Lüth teil. Die Aktion soll dazu dienen, insbesondere bei der älteren Schuljugend ein ehrenvolles Gedenken an die deutschen Gefallenen wachzuhalten. Zu diesem Zweck wird die Landesgeschäftsführerin des Volksbundes, Bunsen, in den Oldesloer Schulen sprechen. Auch ein Film mit dem Titel „Gräber an den Straßen Europas“ wird gezeigt. Den Tag beschließt eine von Gesang und Rezitation umrahmte Veranstaltung in der Aula der Oberschule. In den Gemeinden Reinfeld, Glashütte und Lütjensee werden ebenfalls derartige Werbeveranstaltungen organisiert.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.10.1965

 

Dienstag, 19. Oktober 1965

Jetzt macht das Lernen viel mehr Spaß

Die Klaus-Groth-Schule ist Bad Oldesloes schönster und modernster Volksschulkomplex. Kürzlich hatten die Eltern und andere interessierte Einwohner Gelegenheit, die Räume zu besichtigen.

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Hier ein Blick in den Verbindungsgang zwischen dem Neben- und dem Haupttrakt. Es hat gerade zur Pause geläutet, einige Jungen und Mädchen sind schon auf dem Wege nach dem Schulhof. In der Mitte Rektor Johannes Volkmann.

Nicht nur mit Säge und Hammer lernen die Jungen in dem modernen Werkraum umzugehen, sondern ihnen stehen auch elektrische Geräte, wie Bohrer und Schleifmaschine zur Verfügung.

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Den Tätigkeitsdrang der Jungen, auf unserem Bild sind es Schüler der achten Klasse, lenkt Werklehrer Zachen in die richtigen Bahnen. So entstehen unter den fleißigen Händen der jungen Oldesloer u.a. Marionettenfiguren für eine Puppenaufführung.

Kochunterricht in dem großen, hellen Unterrichtsraum für Hauswirtschaft. Hier finden die Schülerinnen das Handwerkszeug für ihren künftigen Beruf, den der Hausfrau. Was sie wissen müssen, um gut kochen zu lernen, sagt ihnen ihre Lehrerin.

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In dieser Stunde unterrichtet Frau Hoffmann (links) zwölf Schülerinnen der achten Klasse.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.10.1965

 

Mittwoch, 20. Oktober 1965

Als Referenten auf dem Scheersberg

Schulrat Heinrich Lüth und Mittelschullehrer Gerhard Fenner nahmen als Referenten an dem zwölften Lehrgang zur Lehrerfortbildung „Verkehrserziehung in der Schule“ auf dem Jugendhof Scheersberg teil, die das Kieler Verkehrsministerium und die Landesverkehrswacht veranstalteten. Schulrat Lüth referierte zum Thema „Das didaktische Anliegen der Verkehrserziehung“und der Stormariner Kreisfachberater für Verkehrserziehung, Fenner, zeigte an Beispielen, wie man die Verkehrserziehung in den Unterricht einbauen kann.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.10.1965

 

Freitag, 22. Oktober 1965

Schulklasse arbeitete auf dem Friedhof

Ihren Wandertag benutzte die Klasse 10c der Mittelschule dazu, Gräber auf dem Neuen Friedhof, für die keine Angehörigen mehr sorgen können, in einen ordentlichen Zustand zu bringen. Gärtner Hugo Erdmann führte die Aufsicht. Die Schüler kamen mit dieser guten Tat der Anregung ihres Klassenlehrers Gustav Hafemann nach.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.10.1965

 

Montag, 25. Oktober 1965

Stadtverordnete stellten unbequeme Fragen

… Wann Turnhalle für Stadtschule?

Warum wird nicht mit dem Bau der Turnhalle für die Stadtschule begonnen? – Wer trägt die Kosten für den Empfang nach dem Erntedankgottesdienst der Landesregierung im „Oldesloer Hof“? – Wie ist es möglich, daß mitten in der Stadt offene Abwassergräben existieren, die zur Rattenplage führen? – So lauteten einige der Fragen, die Stadtverordnete in der Sitzung im Rathaus stellten, nachdem sie die Mehrzahl der Vorlagen – überwiegend Planungsangelegenheiten – einstimmig verabschiedet hatten.

„Es ist eine Schande, daß sich im Turnhallenbau für die Stadtschule noch nichts gerührt hat“, sagte Stadtverordneter Willi Wigger (CDU). Er richtete an der Stadtbauamt die Frage, woran das liege. Stadtbaumeister Walter Heinemann: „Die Planung ist lange fertig, die Ausschreibung ist abgeschlossen. Mehrere Angebote sind eingegangen. Nun liegt die Angelegenheit beim Finanzausschuß. Die Frist zur Erteilung des Zuschlags ist bereits abgelaufen. Hierauf habe ich die Kämmerei aufmerksam gemacht.“ …

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.10.1965

 

Dienstag, 26. Oktober 1965

Lehrer haben Freude an Spiel und Sport

Der vor einem Jahr vom Kreisfachberater für Leibeserziehung ins Leben gerufene Lehrersport erfreut sich reger Teilnahme von Lehrern aller Schulgattungen, die nicht Sportfachlehrer sind und sich durch Spiele beweglich und gesund erhalten wollen. Gymnastische Lockerungsübungen, Faust-, Volley- und Basketballspiele sind das Kernstück der sportlichen Betätigung jeweils mittwochs von 15 bis 16.30 Uhr in der Turnhalle der Mittelschule. Dieser Sport der offenen Tür soll Ausgangspunkt für den „Zweiten Weg“ für Nichtorganisierte werden, die Freude an Sport und Spiel haben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.10.1965

 

Freitag, 29. Oktober 1965

Freundeskreis der Oldesloer Schüler in Hamburg trifft sich

Ein Essen bildet den Auftakt der festlich gestalteten November-Zusammenkunft des Freundeskreises der Oldesloer Schüler in Hamburg, die am kommenden Mittwoch um 20 Uhr im Restaurant Patzenhofer am Stephansplatz stattfindet. Anmeldungen nimmt Buchhändler Hans Werner Meyer in der Bahnhofstraße 53 entgegen. Am kommenden Montag trifft sich der Vesdoro-Stammtisch um 20 Uhr im Gasthaus Wigger.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.10.1965

 

Dienstag, 2. November 1965

Viele Kinder, wenig Eltern

Etwa 30 Schulklassen besuchten an vier Tagen der vergangenen Woche die Buchausstellung im Jugendheim anläßlich der Jugendbuchwoche. Die Stadtbücherei stellte in Zusammenarbeit mit der Büchereizentrale in Rendsburg Bücher aus, die sich die Kinder wünschen und die die Eltern schenken sollten. Die jungen Besucher waren zwischen sechs und 15 Jahre alt. Für das erste und zweite Schuljahr der Oldesloer Volksschulen sowie für die fünfte Klasse der Mittelschule und die Sexta des Gymnasiums las Gertrud Mielitz (Rendsburg) aus Büchern vor. Nicht nur aus der Kreisstadt kamen die Schulklassen, sondern auch aus Bargfeld, Reinfeld und Rethwischfeld. Etwas enttäuscht war die Bibliothekarin Fräulein Suhr über die recht geringe Anteilnahme der Eltern. Nur etwa 50 Eltern haben sich die Ausstellung angesehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.11.1965

 

Donnerstag, 4. November 1965

„Die Jahreszeiten“ in der Oberschule

Studienrat Alshuth bereitet mit dem Schulchor des Gymnasiums die Aufführung des Haydn-Oratoriums „Die Jahreszeiten“ vor. Sie ist für den 3. Dezember im Rahmen des Theodor-Mommsen-Festes vorgesehen. Die Solopartien übernehmen Käthe Möller-Siepermann (Bad Oldesloe), Günther Pods (Eutin) und Claus Ocker (Bremen). Ferner wirken die Hamburger Symphoniker mit.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.11.1965

 

Dienstag, 16. November 1965

Mittelschüler frieren nun nicht mehr

In den neun Klassenräumen des Mittelschul-Neubauflügels herrschten gestern Temperaturen von nur elf bis 14 Grad. Stadtverordneter Behrendt (GDP) fragte am Abend im Stadtparlament an, warum der ausgefallene Heizungskessel noch nicht wieder instandgesetzt sei. Der Auftrag dazu sei längst vergeben worden. Die Anfrage blieb ohne Antwort. Wie wir heute von der Schule erfahren, wird seit gestern an dem Heizungskessel gearbeitet. Heute sind alle Räume ausreichend beheizt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.11.1965

 

Dienstag, 23. November 1965

Tischtennis-Schulmeisterschaften des Gymnasiums

  • Klasse I (über 15 Jahre): 1. Jürs, 2. Elten (beide VfL), 3. Benthien und Krause (VfL).
  • Klasse II (15 Jahre und jünger): 1. Arndt, 2. Pachert, 3. Kleber und Mikschas (alle VfL).
  • Mädchen: 1. C. Wittkowski, 2. H. Wittkowski, 3. Ebell (alle VfL) und von Jenisch.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.11.1965

 

Dienstag, 23. November 1965

Theodor-Mommsen-Gymnasium siegte

Im (Anm.: Tischtennis-) Vergleichskampf Stormarnschule Ahrensburg gegen Theodor-Mommsen-Schule Bad Oldesloe trennten sich die Jungen 6:9 und die Mädchen 2:7. Während der Sieg bei den Jungen hart umkämpft war, gewannen die Oldesloer Mädchen ganz sicher.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.11.1965

 

Mittwoch, 24. November 1965

Kreisschulsportfest im Farbfilm

In der Oldesloer Mittelschule tagte der Arbeitsausschuß zur Durchführung der Sommerbundesjugendspiele. Die Programmgestaltung mit Dreikämpfen, Läufen, Staffeln für Landschulen und Rundenstaffeln für weiterführende Schulen sollen auch weiterhin durch Spiele und Volkstänze aufgelockert werden. Anschließend zeigte der Fachberater für Leibeserziehung Bernhard Nowak einen Farbfilm, den der langjährige Mitarbeiter der Kreisbildstelle, K.-R. Stupka aus Harksheide vom Kreisschulsportfest in Reinfeld gedreht hat. Der Film steht den Schulen im Januar nächsten Jahres zur Verfügung.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.11.1965

 

Donnerstag, 25. November 1965

Turnhalle wird geheizt

Die infolge der Umbauten nicht mehr heizbare Oberschulturnhalle wird durch eine provisorische Anlage beheizt werden, damit der Tonbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Der Magistrat bewilligte für diesen Zweck 3800 DM. Hierin sind die Betriebskosten nicht eingerechnet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.11.1965

 

Montag, 29. November 1965

118 Kinder lasen um die Wette

Plattdeutsches Vorlesen mit Kaffeetafel in der Ahrensburger Mittelschule

Ahrensburg. Mit Eifer und vor allem mit beachtlichem Können bewarben sich 118 Kinder im Alter von zehn bis 16 Jahren um die Siegerpreise beim plattdeutschen Vorlesen in der Mittelschule. Sie kamen aus den Kreisen Pinneberg, Segeberg, Lauenburg und Stormarn.

Bei der Bewertung standen die als Punktrichter tätigen zahlreichen Lehrkräfte vor einer nicht immer leichten Aufgabe, da in manchen Fällen die Punktunterschiede nur Zehntel oder Hundertstel betrugen.

Die jeweils drei besten der vier Vorlesegruppen sind:

  • Gruppe I (10/11 Jahre alt): 1. Kerstin Rieder (Ahrensburg), 2. Christian Hormann (Bad Oldesloe), 3. Angela Jürgensen (Elmshorn).
  • Gruppe II (12 Jahre alt): 1. Klaus Rudolf Hachmann (Elmshorn), 2. Bärbel Bremer (Ahrensburg), 3. Elisabeth Lohse (Elmshorn).
  • Gruppe III (13/14 Jahre alt): 1. Kenrick Wills (Bad Oldesloe), 2. Angelika Gräpel (Bad Oldesloe), 3. Marlies Freese (Elmshorn).
  • Gruppe IV (15/16 Jahre alt): 1. Gudrun Mergenthaler (Ahrensburg), 2. Klaus Gerken (Bad Oldesloe), 3. Margret Steffens (Elmshorn).

Bürgervorsteher Nonne überreichte jedem ein plattdeutsches Buch.

Eine große Anzahl von Kindern lag nur minimal hinter den Leistungen der Sieger zurück. Auch ihnen sagte man Dank und Anerkennung. Es ging kein Kind mit leeren Händen nach Hause.

Jugendkrinkbaas Hafemann teilte mit, daß im Mai 1966 die vier ersten Sieger an einem Lesewettbewerb in Aurich/Ostfriesland teilnehmen werden. Dort wird ein Landesentscheid ausgetragen. …

Dank gebührt, so betonte Gustav Hafemann (Bad Oldesloe) nicht nur den lesenden Kindern, sondern auch den Schulen und den Eltern, ferner den einzelnen Schulämtern und den Kreis Jugendpflegern, nicht zu vergessen die Stadtverwaltungen, die bisher jeden Vorleserwettbewerb tatkräftig unterstützt haben. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.11.1965

 

Dienstag, 30. November 1965

Künftig auch Schulkindergärten

Zur Förderung von noch nicht schulreifen Kindern

Kiel. Im Verlauf der Sitzung des Landtages … sagte Innenminister Schlegelberger, daß sich die Beteiligung der Gemeinden an der Kraftfahrzeugsteuer im Grundsatz bewährt habe. …

Einstimmig verabschiedete anschließend der Landtag das Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Unterhaltung und Verwaltung der öffentlichen Schulen in zweiter Lesung endgültig. Wesentlicher Inhalt des Gesetzes ist, daß an Volksschulen mit Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde Schulkindergärten eingerichtet werden können. Sie dienen der Förderung der Kinder, die schulpflichtig, aber noch nicht schulreif sind und gelten im Sinne dieses Gesetzes als Teile der Volksschule.

Weiter sieht das Gesetz vor, daß als Dörfergemeinschaftsschulen Volksschulen, die gleichzeitig für mehrere Ortschaften gelten, anerkannt werden. Bei der Entscheidung über Landes- und Kreisbeihilfen und Baubeiträge ist die Entwicklung zu Dörfergemeinschaftsschulen besonders zu fördern. Der Antrag der SPD-Fraktion, nach dem die Kreise Zuschüsse oder Darlehen zu den Beförderungskosten nach den Dörfergemeinschaftsschulen in bestimmten Fällen zahlen sollen, wurde vom Plenum abgelehnt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.11.1965

 

Dienstag, 30. November 1965

Zu Mittelschullehrern ernannt

Rektor Petzinna überreichte zwei Lehrkräften der Königin-Luise-Schule, Fräulein Hensel und Lehrer Süß, die Urkunde der Landesregierung über die Ernennung zum Mittelschullehrer. Damit ist zugleich die lebenslängliche Anstellung ausgesprochen. Fräulein Hensel hatte die zweite Prüfung in Deutsch und Erdkunde mit „gut“ bestanden, während Lehrer Süß, der vorher längere Zeit an der Matthias-Claudius-Schule in Reinfeld tätig war, die Prüfung für das zweite Fach Musik an der Hochschule in Kiel erfolgreich ablegte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.11.1965

 

Dienstag, 30. November 1965

Stadt gewährte Ausfallgarantie

Für die Aufführung des Oratoriums „Die Jahreszeiten“ beim Theodor-Mommsen-Fest des Gymnasiums übernahm die Stadt eine Ausfallgarantie bis 1000 DM.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.11.1965

 

Mittwoch, 1. Dezember 1965

Schulneulinge müssen angemeldet werden

Anfang dieses Monats müssen die Schulneulinge für das Jahr 1966 angemeldet werden. Die Termine sind in der Klaus-Groth-Schule am Montag und Dienstag, in der Stadtschule am Mittwoch, Donnerstag und Freitag kommender Woche.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.12.1965

 

Freitag, 3. Dezember 1965

„Ist Sprache ein Verständigungsmittel?“

So lautet das Thema des Festvortrages, den Oberstudiendirektor Siepermann morgen Vormittag beim Theodor-Mommsen-Fest in der Aula des Gymnasiums halten wird. Die Aufführung des Haydn-Oratoriums „Die Jahreszeiten“ leitet heute das Fest ein. Den Ausklang bildet morgen abend ein Ball der Schülermitverantwortung. Schüler und Schülerinnen haben lustige Kurzspiele als Einlagen in den Tanzpausen eingeübt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.12.1965

 

Freitag, 3. Dezember 1965

Haydns „Jahreszeiten“ lösten Beifallssturm aus

Kl. – Die Aufführung der „Jahreszeiten“ von Joseph Haydn in der Aula des Oldesloer Gymnasiums am Beginn des diesjährigen Theodor-Mommsen-Festes hat wieder einmal die Aufmerksamkeit auf ein Werk gelenkt, das zweifellos erst auf einer Schulbühne seinen ganzen Reiz zu entfalten vermag. Selten ist die Beglückung dieser Erde Bürger zu heißen, jauchzender ausgejubelt worden, als in der Tonsprache Joseph Haydns, im besonderen in diesem Oratorium, und die zeitweilig düsteren Hintergründe, wie etwa die Gewitterszene des Sommers oder des Wanderers Weg durch den Winterschnee, scheinen nur eingefügt zu sein, um alles Helle, Strahlende, Heitere, Lebensbejahende noch leuchtender hervortreten zu lassen. Das populäre Chorwerk ist seines dauernden Bestandes in der Chorliteratur sicher, auch das Publikum ist ihm treu geblieben; die Resonanz hat es bezeugt.

Das Ergebnis einer guten, intensiven Vorarbeit war eine ungewöhnlich ausgereifte, ausgewogene Leistung, das große Verdienst Fritz Alshuths. Was auf sein Geheiß erklingt, hat Form. Es ist eine Freude, ein so temperamentvolles Singen des großen Chors zu hören. Da lebt alles von gutem Geist, man spürt nichts Selbstherrliches, in allen Stücken ist das Niveau des Könnens und des Geschmacks gehalten. Von tiefer Wirkung des mit Wohllaut erfüllten Frühlingschors „Komm, holder Lenz“, der Bittgesang „Sei uns gnädig“ oder etwa der Gewitterchor, in dem Dramatik und Steigerungseffekte folgerichtig ausgesungen wurden. Perfektioniert? Das wäre hier gar nicht gut! Künstlich hochgeschraubt? Niemals! Und das war so sympathisch. Es ging auch im Technischen nicht um die Exaktheit eines genormten Stils, sondern um lebendige frische und saubere Form. Neben dem gut musizierenden Orchester – Hamburger Symphoniker –, das sich diesmal selbst übertraf, sich in einigen Instrumenten – Oboe und Hörner – ausgezeichnet bewährte, stand ein Solistentrio, das nahezu ideal besetzt war, an der Spitze Käthe Möller-Siepermann, Sopran. Mögen ihr eine lange Bühnenerfahrung zu einer meisterhaften Technik, zu großer Stilsicherheit und Beweglichkeit verholfen haben – bestechend bleibt die Musikalität. Der Glanz eines klaren Forte, die Leuchtkraft eines beseelten Piano macht die ganze Spannweite dieser herrlichen Stimme sichtbar. Auch die männlichen Partien setzen sich hervorragend ein. Günther Pods Tenor ist zwar nicht strahlend und von besonders voller Klangfarbe, aber gesund gewachsen und sehr überlegen auf Ausdruck geschult. Stimmlich einwandfrei disponiert war Claus Ocker, Baß. Alle drei Stimmen vereinigten sich in Wechselgesängen und Terzetten zu schönstem Wohlklang.

Die Aufführung – in diesem Rahmen vielleicht eine kaum zu wiederholende Interpretation – besaß alle Vorzüge, die eine gute Schulaufführung erwarten läßt. Es entfaltete sich unter Fritz Alshuths Leitung ein buntes, abwechslungsreiches, farbenreiches Leben.

Der Beifall der Zuhörer – ein ausdauernder Jubel – hat ausgedrückt, was sie an Dank und Anerkennung schuldig waren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.12.1965

 

Sonnabend, 4. Dezember 1965

Würdiges Theodor-Mommsen-Fest

Feierstunde in der Aula stark besucht

Zum 16. Male feierte das Theodor-Mommsen-Gymnasium das Theodor-Mommsen-Fest. Am Vormittag hatte sich in der Aula des Gymnasiums eine große Festgemeinde versammelt.

Oberstudiendirektor Siepermann begrüßte unter den Gästen Bürgermeister Barth, den 1. Bürgerworthalterstellvertreter und Vorsitzenden des Schul- und Kulturausschusses der Stadt, Schömer, den Leitenden Ministerialrat Tiedemann, den Vesdoro-Vorsitzenden Meyer, Vertreter der Schulen und Kirchen sowie Lehrer, Eltern und Schüler. Bürgerworthalter Koch und Vertreter des Kreises hatten wegen anderer dringender Verpflichtungen ihre Teilnahme an der Feier absagen müssen. Auch Dr. h.c. Mommsen, der die Festrede hatte halten wollen, konnte aus zwingenden Gründen nicht nach Bad Oldesloe kommen.

Oberstudiendirektor Siepermann überreichte die Theodor-Mommsen-Prämien an die Oberprimaner Bodo-Falk Hoffmann (OIs) und Peter Ruß (OIm), beide aus Bad Oldesloe. Die Prämien, wertvolle Bücher, stiftete auch in diesem Jahr Dr. h.c. Ernst Wolf Mommsen, ein Enkel des berühmten Historikers. Die beiden Schüler, denen die Wahl der Titel überlassen war, hatten sich Bücher ausgesucht, in denen Probleme der Weimarer Republik behandelt werden.

An den Anfang seines Festvortrages „Ist Sprache ein Verständigungsmittel?“ setzte Oberstudiendirektor Siepermann grundsätzliche, theoretische Feststellungen: Die Frage, ob die Sprache ein Verständigungsmittel sei, könne nicht ohne gewisse Einschränkungen mit „selbstverständlich“ beantwortet werden; abgesehen davon, daß zu allen Zeiten „Selbstverständliches“ plötzlich in Frage gestellt worden sei. Und weiter: Wir sprechen nicht eine Sprache schlechthin, sondern unsere eigene; jede Gemeinschaft, ob groß oder klein, schafft und entwickelt eine eigene Sprache, umgekehrt schafft die Sprache Gemeinschaft, Zusammengehörigkeitsgefühl; Sprache eint nach innen und schirmt nach außen ab, kann sich also auch als trennendes Element erweisen.

Dann konkretisierte der Festredner die Schwierigkeiten, die bei der Verständigung mittels Sprache auftauchen: Selbst die Kenntnis einer Fremdsprache sei keine Garantie für eine reibungslose Verständigung mit einem Angehörigen der betreffenden Nation. Wer sich mit dem Fremden in jeder Hinsicht richtig unterhalten wolle, müsse viele sprachliche Feinheiten und Doppelbedeutungen berücksichtigen.

Wie furchtbar sich Mißverständnisse in diesem Bereich auswirken können, schilderte der Festredner am Beispiel der Verhandlungen zwischen Amerikanern und Japanern über die Beendigung des Krieges im pazifischen Raum vor 20 Jahren. Die Japaner, bemüht, eine konkrete Stellungnahme Ihrerseits hinauszuschieben, drückten sich korrekt und vorsichtig in diesem Sinne aus. Die Amerikaner fühlten sich durch diese Formulierung aber provoziert, denn sie lasen aus ihr das Wort „ignorieren“ heraus, welche weitergehende, schärfere Bedeutung der japanischen Vokabel tatsächlich auch innewohnt. Dieses Mißverständnis habe zum Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki geführt.

Abschließend wies Oberstudiendirektor Siepermann auf die Möglichkeit des Mißbrauchs der Sprache durch totalitäre Systeme hin.

Unter der Leitung von Studienrat Alshuth gaben Chor und Orchester des Gymnasiums der Feierstunde einen stimmungsvollen Rahmen. Sie sangen und spielten Stücke von Gneist, Corelli und Fleischer.

Am Abend beim Ball der Schülermitverantwortung im „Oldesloer Hof“ hatten Gäste, unter ihnen Ministerialrat Dr. Tiedemann, Eltern, Lehrer und Schüler viel Spaß an einem Spiel, das geschickt aus Versen aus Goethes „Faust“ zusammengestellt war und zeigte, „Wie Faust sich benahm, als er zum ersten Male zu Gretchen kam“. Als später die „Original Tetje-Beatles“ mit selbstgebastelten Wollperücken und Besenstielen auftraten und eine Gruppe „entfesselter“ Fans nach der Musik der Rolling Stones Verschränkungsübungen machte, nahm das Lachen kein Ende.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.12.1965

 

Sonnabend, 4. Dezember 1965

Filmen ist nicht nur ihr Hobby

Mittelschüler zeigten ihre Spielfilmproduktion

„Das Filmen ist nicht nur ein Hobby! Für uns in der Mittelschule ist es seit Jahren ein pädagogisches Hilfsmittel!" Mit diesen Worten erläuterte Mittelschullehrer Helmut Stumme den Sinn einer Film-Arbeitsgemeinschaft auf einem Elternabend in der Aula der Königin-Luise-Schule.

Rektor Klaus Petzinna betonte, daß die Freude am Gestalten und nicht das schulische Muß die Arbeitsgemeinschaft so gut hat gedeihen lassen. Auch nach dem Unterricht verbringen die die Schüler und Schülerinnen viele

Stunden gemeinsam, um an ihren Filmen zu arbeiten. Die Tatsache, daß ihre Werke am Jahresende nur wenige Minuten Vorführungszeit beanspruchen mindert nicht die Freude an dem mit so großem Zeitaufwand Geschaffenen.

Mit vier kurzen Spielfilmen gaben die Mittelschüler einen Überblick über ihre Leistungen. Am Anfang stand der Film „Der Mülleimer“, in dem die Geschichte eines Schülers gezeigt wird, der plötzlich in den Bann der Kriminalromane gerät und die Arbeit dadurch vernachlässigt. Seine Klassenkameraden wissen ihn aber auf den rechten Weg zurückzuführen.

„Rollkragen und Selbstbinder“, gedreht von der Film-AG 1962/63 deutet auf die Schwierigkeiten hin, die ein adrett gekleideter „Neuer“ in einer Klasse von Rollkragenjünglingen hat. Die Hilfsbereitschaft des Neuen wandelt die ganze Klasse jedoch zu „Selbstbindern“.

In einer kleinen Szene spielte die diesjährige Film-AG den Gästen vor, wieviel Arbeit eine Filmsequenz bei der Aufnahme macht. Danach folgte die Uraufführung eines Minikrimis unter dem Titel „Ein Schaukelstuhl erzählt“. Sogar ein richtiger Filmmord geschieht, und den Schluß bilden einige Trickaufnahmen, wodurch die Darsteller nach und nach spurlos verschwinden.

Eine weitere Uraufführung setzte den Schlußpunkt unter den gelungenen Elternabend, der dazu dienen sollte, den Eltern und Gästen Rechenschaft über den Verbleib von Schulmitteln und Geldern aus dem Stiftungsfonds abzulegen. Der Film „Fahrraddiebe“, der im Schuljahr 1964/65 als Jahresarbeit gedreht wurde, fußt auf einer Geschichte aus einem Sprachbuch. Rolf gerät in große Verlegenheit, weil ihm das Fahrrad des Freundes gestohlen wird, das er unerlaubt benutzt hat. Nun beginnt die Jagd nach dem Täter, an der eine ganze Schulklasse teilnimmt. Der Dieb wird schließlich gestellt und muß zur Strafe eine lange Reihe von Fahrrädern putzen.

Jeweils 140 Besucher waren zu den Elternabenden am Donnerstag und gestern gekommen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.12.1965

 

Montag, 6. Dezember 1965

Auch Oldesloe muß sparen

Mehrere Projekte vorläufig auf Eis gelegt

Das Stadtparlament verabschiedete bei drei Gegenstimmen und einer Stimmenthaltung die zweite Nachtragshaushaltssatzung für das Rechnungsjahr 1965. Die Beurteilung der städtischen Finanzlage bei der Beratung war unterschiedlich und schwankte zwischen Pessimismus und Optimismus. Der Finanzdezernent Stadtverordneter Georg Schömer stellte auf der Grundlage des Erläuterungsberichtes, den der Bürgermeister schriftlich vorgelegt hatte, eine anhaltend ungünstiger gewordene Gesamtsituation fest. …

Kleinturnhalle

Im außerordentlichen Etat sind folgende Maßnahmen berücksichtigt: 320.000 DM für die Errichtung einer Kleinturnhalle für die Stadtschule. Die Stadt erwartet eine Beihilfe vom Kreis in Höhe von 144.000 DM. Der verbleibende Stadtanteil soll aus der Schulbaurücklage gedeckt werden. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.12.1965

 

Dienstag, 7. Dezember 1965

Kinder eher in die Schule

Ministererlaß: Schulreife 1966 großzügig auslegen

Kiel. Der schleswig-holsteinische Kultusminister hat in einem Erlaß die Leiter der Volksschulen und die Schulaufsichtsbehörden gebeten – soweit die gesetzlichen Voraussetzungen im Einzelfall bejaht werden können –, Anträgen für die Einschulung von Kindern, die in der Zeit vom 1. Januar bis 30. April 1960 geboren wurden, in der Regel zu entsprechen. Sie sollen sie also nur in besonders begründeten Ausnahmefällen ablehnen und Anträge für in der Zeit vom 1. Mal bis zum 30. Juni 1960 geborene Kinder ebenfalls „nicht zu eng behandeln“.

Empfohlen wird den Erziehungsberechtigten, deren Kinder in der Zeit vom 1. Januar bis zum 30. Juni 1960 geboren sind, von der Möglichkeit der vorzeitigen Schulaufnahme zu Ostern 1966 für eben alle Kinder Gebrauch zu machen, die für den Schulbesuch die erforderliche geistige und körperliche Reife haben.

Zu Ostern 1967 werden infolge der Umstellung des Schuljahresbeginns vom Oster- auf den Herbsttermin, die allerdings noch der Zustimmung des Schleswig-Holsteinischen Landtages bedarf, keine Schulaufnahmen stattfinden. Aber im Herbst 1967 sollen alle Kinder eingeschult werden, die bis zum 30. Juni 1967 das sechste Lebensjahr vollendet haben.

Wörtlich heißt es dazu in dem Erlaß des schleswig-holsteinischen Kultusministers von Heydebreck:

„Vorbehaltlich der Zustimmung des Schleswig-Holsteinischen Landtages steht die Umstellung vom Oster- auf den Herbstschuljahresbeginn für das Jahr 1967 bevor. Zu Ostern 1967 werden also keine Schulaufnahmen stattfinden, hingegen im Herbst 1967 alle diejenigen Kinder eingeschult werden, die bis zum 30. Juni 1967 das sechste Lebensjahr vollendet haben.

Im Interesse eines stufenweisen Überganges wäre es sehr wünschenswert, wenn es hierdurch gelänge, etwa zwei Drittel der ersten Hälfte des Geburtsjahrgangs 1960 zu Ostern 1966 vorzeitig einzuschulen, so daß im Herbst 1967 nunmehr das letzte Drittel des zusätzlich zur Einschulung heranstehenden halben Geburtsjahrsganges aufgenommen zu werden braucht. Die Schulärzte werden über diese Regelung durch den Innenminister gesondert unterrichtet werden.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.12.1965

 

Dienstag, 7. Dezember 1965

Nikolausgeschenk: einen Tag länger Ferien!

Noch sitzen unsere Jungen und Mädchen … tief über Bücher und Hefte gebeugt und schreiben eine Arbeit nach der anderen. Zum Lohne dafür hat ihnen der Kultusminister gestern am Nikolaustag ein Geschenk gemacht: Sie dürfen sich einen Tag länger von der Schule ausruhen. Der letzte Tag der am 23. Dezember beginnenden Weihnachtsferien ist also nicht der 4. Januar, sondern der 5. Januar.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.12.1965

 

Freitag, 10. Dezember 1965

Oberstudienrat a.D. Ernst Georg Schlegel gestorben.

 

Sonnabend, 11. Dezember 1965

Georg Schlegel gestorben

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Mitten aus einem noch immer von Arbeit erfüllten Leben riß gestern der Tod Oberstudienrat a.D. Georg Schlegel. Keiner der Zuhörer, die sich am Donnerstag zum Vortragsabend der Universitätsgesellschaft im Festsaal der Kreisberufsschule eingefunden hatten, ahnte, daß er den langjährigen Sektionsleiter zum letzten Male sehen würde. Lebhaft wie immer begrüßte Georg Schlegel die Besucher. Mit herzlichem Dank verabschiedete er am Schluß den Vortragenden, Prof. Dr. Blohm aus Kiel. Später am Abend dann befiel ihn ein Unwohlsein. Ein Arzt wies ihn ins Kreiskrankenhaus ein, wo er gestern an den Folgen eines Herzinfarktes verstarb.

Die Nachricht von seinem plötzlichen Tode löste vor allem in Kerns Internatsschule in Schloß Blumendorf Erschütterung aus. Georg Schlegel war dort bis zum gestrigen Tage Unterrichtsleiter. Er hatte sich nach seiner Pensionierung zu Ostern vorigen Jahres wohl eine Ruhepause gegönnt, war dann jedoch voller Tatkraft an eine neue Aufgabe herangetreten: die Unterrichtsleitung einer Privatschule. Dort gewann er in eineinhalbjähriger Tätigkeit Achtung und Vertrauen.

Beides besaß er in reichem Maße auch an der Theodor-Mommsen-Schule, wo er von 1947 bis 1964 tätig war. 1956 wurde er auf Grund seiner organisatorischen Fähigkeiten zum Oberstudienrat und stellvertretenden Direktor befördert. Seine Verbindlichkeit und seine Gabe, ausgleichend zu wirken und zu vermitteln, erwarben ihm viele Freunde innerhalb und außerhalb der Schule. Von Oktober 1961 bis zu seiner Pensionierung zu Ostern 1964 war er Leiter des Gymnasiums. Der 66jährige Pädagoge stand 44 Jahre im Dienste für die Jugend. Die Volkshochschule verliert in ihm einen wertvollen Berater.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.12.1965

 

Montag, 13. Dezember 1965

Nachruf

Am 10. Dezember 1965 verstarb plötzlich und unerwartet Herr Oberstudienrat a.D. Ernst Georg Schlegel.

Mit seinem Heimgang beklagt die Theodor-Mommsen-Schule den Verlust eines vorbildlichen Menschen und Erziehers. Über 16 Jahre hat er hier als Lehrer und Erzieher, seit 1956 als Verwaltungsoberstudienrat und im letzten Halbjahr bis zu seiner Pensionierung 1964 als Schulleiter gewirkt. Durch seine unermüdliche Tätigkeit und sein stets ausgleichendes Wesen hat er sich um die Schule sehr verdient gemacht. Der Verstorbene hat darüber hinaus über zehn Jahre die hiesige Sektion der Universitätsgesellschaft geleitet und die Arbeit der Volkshochschule als Dozent und Berater gefördert. Sein Tod ist auch für das Kulturleben der Stadt ein schwerer Verlust. Für die Stadt Bad Oldesloe: Hermann Barth, Bürgermeister.

Für die Theodor-Mommsen-Schule: Hans-Jürgen Siepermann, Oberstudiendirektor.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.12.1965

 

Mittwoch, 15. Dezember 1965

Mittelschule zu klein geworden

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Raumnot in der Oldesloer Königin-Luise-Mittelschule: Der Handarbeitsunterricht muß zu einem großen Teil auf dem Flur abgehalten werden.

Mit den schwierigen Verhältnissen in der überfüllten Schule beschäftigte sich die Schulpflegschaft unter Vorsitz von Hauptlehrer Brandenburg aus Grabau. Ein Rundgang während des Unterrichts machte die Raumnot besonders deutlich.

Der Schulpflegschaft lag folgendes Zahlenmaterial vor: Während im Landesdurchschnitt 29 Schüler in eine Klasse gehen, weist die Oldesloer Mittelschule 34,4 Schüler pro Klasse auf, Im Landesdurchschnitt stehen 1,31 Lehrpersonen je Klasse zur Verfügung, hier nur 1,21, wobei seit längerer Zeit erkrankte Lehrer mitgezählt sind. Hier werden 28.4 Schüler von einem Lehrer betreut. in Landesdurchschnitt sind es nur 221.

Nachdem von den Stadtvertretern erklärt worden war, daß in absehbarer Zeit aus finanziellen Gründen ein Erweiterungsbau nicht möglich sein wird, tauchte der Vorschlag auf, Baracken für einige Klassen zu errichten. Dazu aber fehlt, wie Gesprächsteilnehmer einwandten, der Platz. Damit bleibt als einziger Ausweg, wie Vertreter der Schulpflichtschaft bedauernd feststellten, nur die Wiedereinführung des Schichtunterrichts, über dessen Nachteile sich alle Beteiligten einig waren. Im Verlauf des Gespräches wurde übereinstimmend die Ansicht vertreten, daß bei weiterem Wachstum der Stadt die Königin-Luise-Schule nicht erweitert, sondern eine weitere zweizügige Mittelschule neu gebaut werden sollte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.12.1965

 

Mittwoch, 15. Dezember 1965

Warum zusätzlich noch zwei Turnhallen?

„Bad Oldesloe muß sparen“, war die Devise der letzten Stadtverordnetensitzung. Aber statt sich auf den Bau einer zentral gelegenen Sporthalle zu beschränken, werden noch zwei Turnhallen errichtet, und zwar einmal für die Stadtschule und einmal für die Sonderschule.

Die Sportverbände haben sich auf einen bestimmten Standort der Sporthalle in BO nicht festgelegt. Sie könne dort errichtet werden, wo sie auch von der Stadtschule und von der Sonderschule leicht erreichbar wäre. Den Bürgerpark sollte man deshalb nicht wählen, weil der schöne Baumbestand erheblich in Mitleidenschaft gezogen werden würde.

Nach meiner Ansicht ist der Bau zweier zusätzlicher Turnhallen mit einem Kostenaufwand von rund 800.000 DM angesichts der Notwendigkeit eines Sparprogramms für die Stadt nicht zu rechtfertigen. Arthur Behrendt, Stadtverordneter.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.12.1965

 

Donnerstag, 16. Dezember 1965

Dank an die 160 Schülerlotsen

Kreisverkehrswacht schenkt jedem ein gutes Buch

De Kreisverkehrswacht dankt den 160 Schülerlotsen, die täglich an 13 gefährlichen Straßenübergängen im Kreise ihren verantwortungsvollen Dienst versehen und überreicht jedem als Weihnachtsgeschenk ein gutes Buch.

Als „Weihnachtsmann“ fungiert Polizeiobermeister Fritz Kamm, der als Verkehrsreferent der Polizeiinspektion die Schülerlotsen für ihren Dienst an den Straßenübergängen ausbildet. Er übergibt heute und morgen in den Schulen die kleine Weihnachtsgabe an die Lotsen persönlich. In einem Begleitschreiben heißt es u.a.: „Die Kreisverkehrswacht Stormarn dankt Dir recht herzlich für Deinen Einsatz zur Sicherung des Schulweges Deiner Mitschüler. Du leistest damit einen aktiven Beitrag zur Hebung der Verkehrssicherheit.“

Wie die Verkehrswacht betont, ist es wohl dem Einsatz der Schülerlotsen mit zu verdanken, daß in diesem Jahr auf dem Schulweg in Stormarn kein Kind tödlich verunglückt ist. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.12.1965

 

Dienstag, 21. Dezember 1965

Zuschuß für die Kleinturnhalle

Für den Bau einer Kleinturnhalle, die der Stadt- und der Sonderschule zugute kommen soll, erhält die Stadt einen Zuschuß des Kreises von 50 v H. der voraussichtlichen Gesamtbaukosten. Der höchstens 150.000 DM betragende Zuschuß soll in zwei Raten von je 75.000 DM in den Rechnungsjahren 1966 und 1967 ausgezahlt werden. Dies beschloß der Kreistag in seiner letzten Sitzung. Er berücksichtigte dabei, daß die Stadt durch das Großturnhallenprojekt finanziell stark engagiert ist.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.12.1965

 

Dienstag, 21. Dezember 1965

Oldesloer Oberschülerinnen auf dem ersten Platz

Bei den Bezirksschulmeisterschaften, die in Bad Schwartau ausgetragen wurden, schnitt das Oldesloer Theodor-Mommsen-Gymnasium gut ab. Die Mädchenmannschaft mit B. Ebell und den Geschwistern Wittkowski siegte, während die Jungen-Mannschaften den zweiten bzw. vierten Platz belegten.

Bei den im Januar stattfindenden Landesmeisterschaften sollte die Vorjahrsplacierung (3. Platz) wieder möglich sein.

Die Ergebnisse:

  • Mädchen-Einzel: 2. C. Wittkowski, 3. B. Ebell.
  • Jungen-Doppel: 1. Krause/Elten2. Schulz/Müller, 3. R. Fritz/Weise.
  • Mannschaften Mädchen: 1. Theodor-Mommsen-Gymnasium, 2. Thomas-Mann-Schule Lübeck, 3. Gymnasium Bad Schwartau.
  • Mannschaften Jungen: 1. Oberschule Zum Dom Lübeck, 2. Theodor-Mommsen-Gymnasium I, 3. Gymnasium Bad Schwartau, 4. Theodor-Mommsen-Gymnasium II.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.12.1965

 

Donnerstag, 23. Dezember 1965

Vesdoro. Wir trauern um unseren langjährigen Vereinskameraden Willi Hildebrandt und werden ihn ehrenvoll im Gedächtnis behalten. Trauerfeier am 24. Dezember 1965, um 10 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes. Der Vorstand, Hans Werner Meyer.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.12.1965

 

Donnerstag, 30. Dezember 1965

2500 geprüfte Radfahrer

Verkehrsaufklärung an den Schulen wird verstärkt

Die Stormarner Verkehrswacht hat in diesem Jahr 400 Radfahrführerscheine an Jungen und Mädchen ausgegeben, die freiwillig in den Schulen an einer praktischen und theoretischen Prüfung teilgenommen haben.

Damit gibt es in unserem Kreis schon fast 2500 geprüfte Radfahrer. Diese Prüfungen haben wesentlich dazu beigetragen, daß die Zahl der im Verkehr mit Rädern verunglückten Kinder weiter zurückgegangen ist. 1966 sollen daher an den Schulen verstärkt solche Prüfungen in Zusammenarbeit mit der Polizei durchgeführt werden.

Nach Ansicht der Verkehrswacht und der Polizei sollten die Eltern dafür sorgen, daß sich ihre Kinder erst nach einer solchen freiwilligen Prüfung mit einem Fahrrad in den Verkehr begeben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.12.1965

 

 

 

Bis zum Jahr 1970