VfL Oldesloe
Die Spielzeit 1965/66 - Liga 4/4

 

Samstag, 2. April 1966
DGF Flensburg nicht leicht nehmen!

Abstiegskandidat beim VfL zu Gast. Mit dem DGF Flensburg empfängt der VfL Oldesloe morgen den bereits feststehenden Absteiger. gerade deswegen ist größte Vorsicht geboten. Die Gäste haben nichts mehr zu verlieren und möchten sich mit guten Leistungen aus der Amateurliga verabschieden. Am letzten Sonntag schlugen sie die hoch favorisierten Kilianer mit 5:3.

der VfL hätte durch seinen Sieg die große Chance wieder den dritten Tabellenplatz zu erlangen, den er kampflos an Phönix Lübeck abtreten mußte. Die Lübecker treffen am Sonntag in Neumünster auf den Meisterschaftsfavoriten Nummer 1, und es ist kaum anzunehmen, daß sie in ihrer derzeitig schwachen Verfassung für eine Überraschung sorgen können. Aber erst einmal soll der VfL sein Spiel gewinnen. In Flensburg mußte er sich mit einem mageren 2:0 zufriedengeben.
ST

 

Sonntag, 3. April 1966 - 24. Punktspiel
VfL Oldesloe - DGF Flensburg 1:0 (0:0)

Horst Liedtke rettete den Sieg. DGF Flensburg bereitete dem VfL Oldesloe große Sorgen. Das wohl bisher schwächste Spiel, das die Oldesloer von ihrer Mannschaft zu sehen bekamen. Zwar ging der VfL (ohne Struppek, Heitmann und Peters) stark ersatzgeschwächt in diese Begegnung, konnte aber den Ansprüchen in keiner Phase genügen, die an eine Spitzenmannschaft gestellt werden. Auch die Gäste zeigten sehr wenig, so daß man erkennen konnte, daß sie zu recht auf der Abstiegsliste stehen, aber ein Unentschieden wäre vielleicht gerechter gewesen.

Es zeigte sich deutlich, daß der VfL-Sturm ohne Struppek nichts wert ist, da sich keiner so recht das Schießen zutraut. Was nützen da 20:2 Ecken, wenn doch nichts herausspringt. Nach der Pause ging Horst Liedtke in den Sturm, dafür blieb Späth hinten. Dadurch kam etwas mehr Druck in die Fünferreihe, aber ein echt herausgespieltes Tor oder ein guter Schuß fehlten.

Die Deckung des VfL stand vor einer lösbaren aufgabe, da die Gäste ebenfalls zu harmlos wirkten, um die Oldesloer echt in Gefahr zu bringen. Girschkowski und Rainer Westphal sicher, schwächer dagegen Winterfeldt, der Peters nicht ersetzen konnte. Als Läufer sehr offensiv Wilkens, den man kurioserweise als besten Stürmer bezeichnen muß. Sehr einsatzfreudig zeigte sich Alfred Liedtke, der jedoch an diesem Tage kein Glück hatte. Äußerst schwach Fischer, der nicht in die Amateurliga hineingehört, die ihm erneut gebotene Chance dürfte er ein für alle Mal verspielt haben. Ein Trost mag für ihn sein, daß auch die anderen Spieler an diesem Tage nicht den Anforderungen genügten. In dieser Verfassung kann der VfL niemals den dritten Platz erreichen, vor allem, da er noch fünf Auswärtsspiele bei nur einer Begegnung zu Hause zu bestreiten hat.

Die Gäste spielten unbeschwert auf, da sie nichts mehr zu verlieren hatten. Zwar waren sie insgesamt sehr harmlos, aber aufgrund ihres Einsatzes wäre vielleicht ein Unentschieden verdient gewesen. Die Abwehr trug die gesamte Last des Spiels und konnte voll überzeugen. Unverständlich, wie sie bereits in den vergangenen 27 Spielen 90 Treffer hinnehmen mußte. Die Organisation wurde von Stopper M. Petersen vorgenommen, der auch manchmal im Sturm auftauchte. Sicher in der Verteidigung Hachmann, manchmal aber etwas zu hart. Im Sturm war Reiser noch der Gefährlichste, jegliche Unterstützung der Nebenleute fehlte jedoch.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Peter Winterfeldt - Karl-August Wilkens, Horst Liedtke, Uwe Westphal - Gerd Späth, Runald Fischer, Alfred Liedtke, Holger Dau, Ludwig Weisbach.

DGF Flensburg: Jansen - Thomsen, Hachmann - Sörensen, M. Petersen, Paasch - Frahm, Klinkhardt, H. Petersen, Reiser, Schubert.

Tor: 1:0 Horst Liedtke (80.). - Schiedsrichter: Brandt (Itzehoe). - Zuschauer: 750.

 

Donnerstag, 7. April 1966
Letzter Heimspielgegner ist Comet.

VfL ohne Heitmann, Struppek und Peters. Am OsterSamstag um 16.30 Uhr trifft der VfL Oldesloe in seinem letzten Heimspiel dieser Saison auf Comet Kiel, gegen den im Hinspiel nur ein mühsames 2:2 nach einer 2:0-Führung des VfL gelang. Die Kieler haben wir als schnelle und ehrgeizige Mannschaft in Erinnerung, die allerdings in der Wahl der Mittel manchmal nicht sehr wählerisch schien.

Die Oldesloer wissen, worum es geht. Nur ein Sieg kann die Aussicht auf den dritten Tabellenplatz erhalten, da die Lübecker Mannschaften keine Punkte verloren haben und den Anschluß hielten. Ohne Struppek, Heitmann und Peters steht der VfL vor einer sehr schwierigen Aufgabe, die nur mit einem durchschlagskräftigen Sturm gelöst werden kann. Der Sturm braucht Spieler, die nicht nach wenigen Spielzügen aufstecken, wenn nicht alles nach Wunsch läuft. So sollte Trainer Artur Jantz vielleicht Brandt diesmal eine Chance geben, dem Fischer gegen DGF Flensburg noch vorgezogen wurde. Er ist vor allem ein unermüdlicher Kämpfer.
ST

 

Samstag, 9. April 1966 - 25. Punktspiel
VfL Oldesloe - Comet Kiel 1:0 (1:0)

Tor von „Ala“ Liedtke entschied. Comet Kiel hinterließ einen ganz vortrefflichen Eindruck. Mit dem VfL geht es wieder bergauf und er kann die kommenden fünf Auswärtsspiele in Ruhe abwarten. Zwar traf er auf einen konsequenten und guten Gegner, der in der zweiten Halbzeit noch einige Schwächen aufdeckte, insgesamt bleibt jedoch ein zufriedenstellender Gesamteindruck aus einem schnellen und harten Treffen, in dem der VfL eindeutig die besseren Chancen besaß und verdient gewann. Mit Struppek sollte die Torausbeute in den nächsten Spielen höher werden.

Die Kieler haben einen vortrefflichen Eindruck hinterlassen, vor allem die Abwehr ist enorm stark. Der Sturm läßt etwas zu wünschen übrig, weil sich niemand recht etwas zutraut, wenn man von Reimers absieht, der mit Abstand Bester war. Neben ihm konnte noch Küper gefallen, der nach der Pause jedoch völlig unterging und von Westphal gehalten werden konnte. Aus der Deckung ragten Nasarow und Uslar heraus. Prächtig parierte der Torsteher in der 82. Minute einen Schuß von Heitmann. Uslar ließ Wilkens kaum eine Chgance zum Durchbruch, und die Oldesloer hatten gerade auf ihren Mittelstürmer so große Hoffnungen gesetzt - die gesamte Abwehr gab sich auf jeden Fall keine allzu deutlichen Blößen. Wenn die beiden Außenläufer Lorke und Reimann im Sturmspiel eingesetzt wurden, brannte es vor dem VfL-Tor besonders in der zweiten Hälfte, als die Kondition der Gastgeber etwas nachließ und sie ihre Halbstürmer zurückgezogen hatten. Die beste Chance machte Girschkowski in der 69. Minute zunichte, indem er einen scharfen Schuß Kowalskis hielt.

Die Oldesloer sind wieder im Kommen. Zwar ließ das Sturmspiel noch zu wünschen übrig, aber es zeigte sich stark verbessert. Schade ist nur, daß Wilkens so abgemeldet war, und daß Weisbach nicht früher mit in den Innensturm genommen wurde. Gerade ihm boten sich die besten Gelegenheiten, die er jedoch ausließ. Girschkowski hatte einen guten Tag. Beide Verteidiger sicher und gut im Abspiel. Überraschend gut auch Winterfeldt. Erneut stark Horst Liedtke, der es diesmal am schwersten gegen Reimers hatte, sich jedoch glänzend durchsetzen konnte. Der stärkere der Außenläufer insgesamt Dau, ohne Schwächen gegen Martinsen, während Späth zwar nicht wesentlich schwächer war, er vernachlässigte nur seinen Gegenspieler Kowalski etwas. Im Sturm die Überraschung Fischer, der durch die Verletzung von Uwe Westphal doch noch Berücksichtigung fand und sich großartig zu steigern wußte. Endlich sah man den Einsatz, den wir aus den Spielen der zweiten Amateure kennen und erlebten auch genaue Flanken. So kann das wirklich ein wertvoller Spieler werden, wenn er vor allem noch etwas schneller würde. Heitmann, erstmals wieder eingesetzt, hielt sich noch etwas zurück, ist aber wieder auf dem besten Wege, ein Spielmacher zu werden.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Peter Winterfeldt - Holger Dau, Horst Liedtke, Gerd Späth - Runald Fischer, Alfred Liedtke, Karl-August Wilkens, Gerd Heitmann, Ludwig Weisbach.

Comet Kiel: Nasarow - Hintz, Haase - Lorke, Uslar, Reimann - Sunies, Kowalski, Reimers, Martinsen, Küper.

Tor: 1:0 Alfred Liedtke (37.). - Schiedsrichter: Bergerhausen (Stockelsdorf). - Zuschauer: 600.

 

Samstag, 16. April 1966
Morgen gegen die Holstein-Amateure.

VfL will den dritten Rang verteidigen. Trotz überraschender Niederlagen hat der VfL Oldesloe die Moral nicht verloren. Zäh erkämpfte er sich in ansteigender Form den dritten Platz in der Amateurliga zurück. Diesen gilt es in den schweren Auswärtsspielen der kommenden Sonntag zu behaupten. Morgen müssen die Oldesloer zu den Amateuren von Holstein Kiel. Die Mannschaft weiß, was auf dem Spiele steht und will den Sieg der Herbstserie wiederholen. Damals triumphierte der VfL mit 3:1. Spielbeginn 15 Uhr.
ST

 

Samstag, 23. April 1966
Ein gefährlicher Gegner für den VfL.

Polizei Kiel zwar Abstiegskandidat, aber kampfstark. Peters wieder dabei. Seinen dritten Tabellenplatz, der die Teilnahme an der Deutschen Amateurmeisterschaft bedeutet, will der VfL Oldesloe morgen um 15 Uhr in Kiel auf dem Professor-Peters-Platz gegen Polizei Kiel verteidigen. Vor Abstiegskandidaten ist besondere Vorsicht geboten. Zu ihnen gehört auch die Polizei.

Der VfL wird also morgen auf eine Mannschaft treffen, die mit großem Einsatz dieses Heimspiel für sich entscheiden will. Die letzten Spiele der Kieler haben gezeigt, daß sie eine sehr gute Kondition besitzen und im Einsatz bis zur äußersten Grenze gehen. Diese Punkte sollten dem VfL eine Warnung sein. Der Gast wird nur dann mit seinem Gegner fertig werden, wenn er selbst eine geschlossene Einheit bildet und vor allem die Hintermannschaft sich keinen Schnitzer erlaubt. Horst Liedtke wird mit dem Schlußmann Girschkowski in erster Linie die Verantwortung zu tragen haben. Erfreulicherweise ist der linke Verteidiger Peters wieder dabei. Im Sturm muß der VfL immer noch auf Struppek verzichten. Uwe Westphal scheint sich beim Training leicht verletzt zu haben, so daß sein Einsatz noch fraglich ist. Bange machen gilt nicht: Unter diesem Motto fahren die Oldesloer nach Kiel. Sie wissen genau, daß auch dort nur mit Wasser gekocht wird.
ST

 

Sonntag, 24. April 1966 - 26. Punktspiel
Polizei SV Kiel - VfL Oldesloe 0:0

Stürmer hatten Schußstiefel vergessen. Offensiv spielender Polizei SV hätte wahrscheinlich VfL in die Knie gezwungen. Enttäuscht verließen rund 450 Zuschauer den Professor-Peters-Platz nach dem Spiel Polizei SV Kiel gegen VfL Oldesloe. Sie waren enttäuscht von der Leistung der Gäste, die zur Zeit den dritten Tabellenplatz einnehmen und unter Umständen Schleswig-Holstein bei der Amateur-Meisterschaft vertreten werden. Die Begegnung endete torlos, und es war in der Tat kein Unterschied zwischen der Spitzenmannschaft und den abstiegsbedrohten Kielern zu erkennen. Im Gegenteil: die besseren Torchancen hatte in beiden Halbzeiten der Polizei SV. Leider wurde eine nach der anderen überhastet vergeben. Den einen Punkt können die „Ordnungshüter“ aber gut gebrauchen. Einmal mehr war ihre Kampfmoral vorbildlich.

Mit einem furiosen Start starteten die Platzherren und bis zur 10. Minute kam Oldesloe kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Ein herrlicher Kopfball von Willer ging in der 9. Minute knapp am Tor vorbei. Fünf Minuten später war es Wendler, der in aussichtsreicher Position ebenfalls vorbeiköpfte. Danach machten sich die Gäste etwas freier, gestalteten das Spiel offen, wurden selbst aber nicht überlegen oder sogar zwingend offensiv. Einziger energischer „Stürmer“ war lediglich Linksverteidiger Peters, der mehrmals gefährlich nach vorn lief und einige Male herzhaft auf das Tor schoß.

Allzu umständlich spielte die VfL-Fünferreihe. Heitmann scheint doch allmählich „in die Jahre gekommen“, Alfred Liedtke war oftmals zu verspielt und Weisbach fühlte sich in seiner Mittelstürmerrolle anscheinend nicht wohl. So waren die einzigen erfreulichen Spieler nur Wilkens, der bereits genannte Peters und der offensive Horst Liedtke. Sie hatten aber auch noch Deckungsaufgaben zu erledigen. Sie wurden in dieser Beziehung wirklich „hart“ rangenommen, denn mit den schnellen Kieler Stürmern Zack und Wendler sowie Pohl und mit Abstrichen Mordhorst hatten sie viel zu tun.

Unverständlich - bei dieser relativ mäßigen Leistung der Gäste - das Konzept des Polizei-Trainers Berger, der Rechtsaußen Schütt gleich zu Anfang nach hinten beordert hatte. Mit fünf Stürmern hätten die Kieler diese Partie sicher für sich entschieden! Trotzdem spielten die vier Angriffsspieler auch in der zweiten Halbzeit die besseren Torchancen heraus: die größte davon vergab in der 47. Minute der allein vor Girschkowski stehende Wendler, der aber aus vier Metern Entfernung noch vorbeischoß.

In den letzten 20 Minuten verflachte die Begegnung, denn beide Mannschaften bemühten sich mehr Tore zu verhüten, als welche zu schießen. Keine der beiden Mannschaften war zum Schluß des Spiels über den Ausgang so recht glücklich. Neben den bereits erwähnten guten Spielern des VfL Oldesloe bot auch noch Girschkowski eine fehlerfreie Leistung. Sein Gegenüber Peper stand ihm nicht viel nach. Gut weiterhin bei den Kielern Willer und Dibbern.
SPM

Polizei SV Kiel: Peper - Neumann, Herdel - Purwien, Dibbern, Willer - Schütt, Zack, Wendler, Mordhorst, Pohl.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Peter Winterfeldt, Jürgen Peters - Gerd Späth, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens - Runald Fischer, Alfred Liedtke, Ludwig Weisbach, Holger Dau, Gerd Heitmann.

Tore: Fehlanzeige. - Schiedsrichter: Weiß (Rendsburg). - Zuschauer: 450.

 

Freitag, 29. April 1966
VfL muß zu Holstein Segeberg.

Gastgeber sind keine Punktelieferanten. Heitmann als Mittelstürmer? Vor einer nicht ganz leichten Aufgabe steht die Elf des VfL Oldesloe bei Holstein Segeberg. Die Gastgeber schweben noch in Abstiegsgefahr und haben am letzten Sonntag beim 3:2-Erfolg über Schleswig 06 ihre Gefährlichkeit bewiesen. Der VfL ist gewarnt, zumal er die Kampfstärke eines Abstiegskandidaten beim 0:0 in Kiel deutlich zu spüren bekommen hat.

Der Oldesloer Hintermannschaft muß auch morgen wieder ein Plus eingeräumt werden, doch dürfte das Spiel nur durch einen schußfreudigen Sturm entscheiden werden können. Der VfL wird um eine Mannschaftsumstellung sicher nicht herumkommen. Spielmacher Gerd Heitmann gehört in die Mitte, um seiner Aufgabe gerecht zu werden. Es sollte auch nicht vergessen werden, daß der Erfolg des Innensturms davon abhängt, ob die Außenstürmer die gegnerische Abwehr aufreißen können oder nicht. Den Läufern sei geraten, die Aktionen der Sturmreihe nicht unnötig einzuengen.

Die Gäste aus der Stormarner Kreisstadt dürften bei vollem Einsatz beide Punkte erringen. Die Platzherren werden den VfL jedoch auf eine harte Probe stellen und sich nicht wie ein Punktelieferant benehmen. Aus der Mannschaft der Gastgeber wurden nach der Begegnung mit Schleswig 06 Radzanowski, Rose, Siep und Kebeck lobend hervorgehoben. Soweit bisher bekannt, wird die Holstein-Elf in der Aufstellung vom Vorsonntag auf das Spielfeld laufen. Über die Aufstellung des VfL soll erst heute abend endgültig entschieden werden.
ST

 

Samstag, 30. April 1966 - 27. Punktspiel
Holstein Segeberg - VfL Oldesloe 1:0 (1:0)

Segebergs zweiter Streich: VfL Oldesloe bezwungen. „Goldenes Tor“ von Arp brachte die wertvollen Punkte. Wie immer in den Nachbarschaftsduellen zwischen Holstein Segeberg und dem VfL Oldesloe lieferten sich die beiden Mannschaften ein höchst spannendes Spiel! Die Segeberger siegten vollauf verdient 1:0 und konnten damit um einen Platz über den spielfreien SC Comet Kiel hinwegrücken, während die Oldesloer dem LBV Phönix den dritten Platz überlassen mußten. Schon in der 8. Minute stellten die Holsteiner den Sieg durch einen Treffer ihres Linksaußen Arp sicher. Alle noch so gutgemeinten Anstrengungen der Oldesloer scheiterten an der Betonabwehr der Gastgeber, aus der Rose und Radzanowski ganz besonders hervorragten. Im ganzen gesehen enttäuschte die VfL-Elf, die mit einer derartigen Leistung in der Deutschen Amateur-Meisterschaft wahrscheinlich nichts zu bestellen haben würde. Ihr Sturm ist eben zu schwach.

Es war in der Tat ein Großkampf, von dessen Ausgang eben gar zu viel abhing. Für die Oldesloer der dritte Tabellenplatz und für die Segeberger die weitere Zugehörigkeit zur ersten Amateurliga. Diese Tatsachen waren es dann auch, die oft keinen richtigen Spielfluß aufkommen ließen. Die Deckungsreihen waren bei beiden Vereinen die stärksten Mannschaftsteile, ganz besonders bei den Segebergern, die kaum besser besetzt sein konnten und jede noch so gut durchdachte Aktion der Gäste bald zunichte machte.

Beste Spieler auf dem Platz waren wohl die Torhüter, der junge Girschkowski in seiner eleganten und wendigen Art und Rose mit seiner bewundernswerten Ruhe. Beide erhielten wiederholt verdienten Beifall für glänzende Leistungen.

Die Oldesloer begannen sofort mit einem gewalltigen Elan, so daß man den Eindruck hatte, daß sie bemüht waren, das Spiel bereits schon früh zu entscheiden. Die Hintermannschaft der Gastgeber war aber darauf gefaßt und konterte eiskalt. Und so kam es schließlich bereits in der 8. Minute zu dem alles entscheidenden Treffer durch Arp nach überlegter Vorarbeit von Kruse.

Keiner der 1100 Zuschauer hat nach dem zügigen Hin und Her damit gerchnet, daß mit diesem Tor bereits das Endergbnis erzielt war. Es wurden aber auch gar zu viele Gelegenheiten ausgelassen. So Bischoff in der 13. Minute als er aus guter Position daneben „bombte“. In der 26. Minute verpaßte Holger Dau eine torreife Chance. Auch er verfehlte nur um Zentimeter das Ziel. Der Spielverlauf war jedenfalls im ersten Durchgang so, daß die Platzherren mit mindestens 2:0 hätten vorn liegen müssen.

Nach Wiederbeginn setzten nun die Gäste noch einmal alles auf eine Karte. Mittelläufer Horst Liedtke, übrigens der beste Feldspieler des VfL, war nur vorn zu finden. Er versuchte mit aller Gewalt, das Blatt zu wenden. In Zusammenarbeit mit seinem Bruder „Ala“ in der 86. Minute schien der Ausgleich tatsächlich greifbar nahe. Rose hatte aber ein gutes Auge und machte den plazierten Schuß von Horst Liedtke unschädlich.

Als dann schließlich der Abpfiff von Stancu ertönte, atmeten die Segeberger Anhänger erleichtert auf, während die Oldesloer etwas bedrückt die Heimfahrt antraten. Es war ein Kampf, wie sich ihn jeder Fußballanhänger wünscht, spannungsgeladen bis zur letzten Minute.

Den Segebergern muß man ein Gesamtlob erteilen, sie haben wiederum gekämpft wie am Vorsonntag gegen den Tabellenzweiten Schleswig 06 (3:2) und hatten keinen Ausfall zu verzeichnen. Arp spielte einmal wieder wie in alten Tagen und war somit in seiner unorthodoxen Art immer gefährlich. Der große Spielmacher war einmal mehr Emil Radzanowski.

Wie schon gesagt, hatte man sich vom VfL Oldesloe mehr versprochen. Die Elf hat offenbar eine Krise durchzustehen. Vor allem der Angriff ist verhältnismäßig harmlos. Lediglich Alfred Liedtke, der sich unheimlich abrackerte, konnte gefallen. Der Sturmtank Struppek fehlt irgendwie, Heitmann hat von seiner früheren Schnelligkeit und Entschlossenheit viel eingebüßt. Aus der Hintermannschaft sind Peters, Uwe Westphal und Horst Liedtke lobend zu erwähnen, sie haben sich wahrhaftig ganz groß eingesetzt.
SPM

Holstein Segeberg: Rose - Peters, Petersen - Kebeck, Radzanowski, Seydel - Wirbach, Siep, Bischoff, Kruse, Arp.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Peter Winterfeldt, Jürgen Peters - Uwe Westphal, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens - Gerd Späth, Günter Stolp, Alfred Liedtke, Holger Dau, Gerd Heitmann.

Tor: 1:0 Arp (8.). - Schiedsrichter: Stancu (Neustadt). - Zuschauer: 1100.

 

Samstag, 7. Mai 1966
Absteiger Husum nicht unterschätzen!

VfL kann sich keine Niederlage mehr leisten. Der VfL Oldesloe, der morgen auf den Absteiger Husum 18 trifft, wird sich sehr in acht nehmen müssen, denn die Gastgeber werden ihm kräftig einheizen wollen. Eine Niederlage würde den Travestädtern kaum noch eine Chance auf die Deutsche Amateurmeisterschaft lassen.

Husum 18 kann morgen unbeschwert aufspielen und wird sicher versuchen, dem VfL eine ähnliche Niederlage beizubringen wie im Treffen im Travestadion. Diese Blamage werden die Oldesloer aber noch nicht vergessen haben und sich stark für den Sieg einsetzen. Der VfL besitzt die beste Hintermannschaft der Amateurliga (nur 28 Gegentore!). Diese sollte auch mit dem Tabellenletzten fertig werden. Doch viel wichtiger ist der Erfolgswille der Sturmreihe, den man oft vermißt. Das bedingt eine große Kondition.

Wir nehmen an, daß die Elf des VfL sich die Teilnahme an den Spielen der Deutschen Amateurmeisterschaft nicht durch unnötige Niederlagen in den letzten Spielen verscherzen will. Die Abwehr sollte besonders auf Goldschmidt, Jannsen und Grünhoff achten. In der Läuferreihe müßte das Augenmerk auf Clausen und Kurtze liegen.
ST

 

Sonntag, 8. Mai 1966 - 28. Punktspiel
Husum 18 - VfL Oldesloe 0:2 (0:0)

Umgestellte Oldesloer erst im Endspurt. Das bisher schwächste Spiel in Husum. Es war eines der schwächsten Spiele in Husum überhaupt! Und das Husumer Fußballpublikum hatte schon recht, wenn es - ausgewiesen durch die bisher niedrigste Zuschauerzahl - auch keine besonderen Erwartungen in diese Begegnung setzte. Der VfL Oldesloe zeigte allenfalls in den letzten 25 Minuten (allerdings auch nur mit einer schwachen Andeutung!), daß ihm an einem doppelten Punktgewinn in Husum eigentlich doch sehr viel gelegen sein müßte. Bis dahin „plätscherte“ es bei ihm ebenso dahin wie bei den Husumern.

Gegenüber denm Vorsonntag hatte der VfL seine Mannschaft nahezu völlig umgestellt. Auf ihren vorsonntäglichen Posten standen nur noch Schlußmann Girschkowski und Stopper Horst Liedtke. Daß diese Umstellung von Vorteil war, kann gewiß niemand behaupten. Ein Mannschaftsspiel kam höchstens für einige Minuten zustande. In der Oldesloer Abwehr beherrschte fast durchgehend Verteidiger Späth den Husumer Linksaußen Laskowski, aber was gehört schon dazu, wenn der Gegenspieler „Blei in den Stiefeln“ hat? Auch Stopper Horst Liedtke war in entscheidenden Augenblicken immer da, wenn Grünhoff einmal durchbrechen wollte. Weit schwächer als die Gäste-Abwehr, in der Torwart Girschkowski kaum gefordert wurde, war der VfL-Angriff. Mittelstürmer (!) Peters wirkte so schwerfällig, was nützen seine scharfen Schüsse, wenn sie so unmöglich unplaziert kommen? Von den beiden Außen war Weisbach der Produktivere. Bester Oldesloer Stürmer war aber Alfred Liedtke, der zum Schluß seine Mannschaft wenigstens ein wenig anzukurbeln verstand.

Noch enger als das Oldesloer war das Husumer Angriffsspiel, denn die Husumer Elf ließ in noch größerem Maße elementarste Regeln außer acht. Darum ist schließlich auch der Sieg der Gäste doch ein wenig gerechtfertigt. Wer bei den Husumern nicht den Ball führte, stand wie angewurzelt und war darum natürlich schnell gedeckt. Laskowski drängte wie Goldschmidt viel zu früh nach innen. Dafür stand man in der Mitte einander im Wege. Es wurde entweder quer abgespielt, oder der Ball landete beim Gegner.

Wie weit entfernt von seiner Bestform ist doch Jannsen! Mit Abstand technisch bester spieler auf dem Platz war der Husumer Außenläufer Clausen, aber mannschaftsdienlich wirkte er darum keineswegs. Er kam oftmals nicht zurück, so daß beide Oldesloer Tore aus der von ihm verursachten Überzahl des Gegners fielen. Am mannschaftsdienlichsten durch seinen immerwährenden Einsatz und sein häufiges Direktspiel wirkte mit Kock der Spieler, der von der Veranlagung her keineswegs die besten Voraussetzungen mitbringt. Aber wenn alle Husumer Spieler sich immer so eingesetzt hätten wie er und Kurtze (und das schließlich dannn doch mit einem gewissen Erfolg), dann brauchten die Husumer nicht auf dem letzten Tabellenplatz zu stehen.

Die Zuschauer verließen zum Teil schon vor dem ende des „Trauerspiels“ den Ort des Geschehens, an dem sich ja auch nichts Sehenswertes ereignete.
SPM

Husum 18: Jungherr - Grabert, Thomaschewski - Kurtze, Harms, Clausen - Goldschmidt, Kock, Grünhoff, Jannsen, Laskowski.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Gerd Späth, Peter Winterfeldt - Karl-August Wilkens, Horst Liedtke, Holger Dau - Ludwig Weisbach, Alfred Liedtke, Jürgen Peters, Gerd Heitmann, Uwe Westphal.

Tore: 0:1 Alfred Liedtke (67.), 0:2 Heitmann (79.). - Schiedsrichter: Jensen (Lütjenburg). - Zuschauer: 200.

 

Mittwoch, 11. Mai 1966
Verbauen die Störche dem VfL den Weg?

Morgen in Kiel unter Flutlicht gegen Holstein-Amateure. Morgen abend trifft der VfL Oldesloe auf dem Holstein-Platz in Kiel unter Flutlicht auf Holstein-Amateure. Werden ihm die Störche den Weg zur Teilnahme an der Deutschen Amateurmeisterschaft verbauen?

Diese Frage werden sich die treuen Anhänger vom VfL stellen, wenn die Travestädter zum zweiten Punktspiel innerhalb von vier Tagen anzutreten haben. Daß es dazu kommen mußte, wäre nicht nötig, wenn die Elf alle Spiele, nicht nur die unglücklich verlorenen, mit dem nötigen Einsatz durchgeführt hätte.

Das Flutlicht wird den VfL nicht stören, denn der größte Teil der Mannschaft hatte bereits Gelegenheit, darunter zu spielen. Die Kieler gehen voll ausgeruht in diese Begegnung. Doch auch der VfL müßte sich in einer guten Verfassung befinden. Die Aufstellung am Sonntag war allerdings noch nicht ideal. Schade, daß Struppek immer noch nicht dabei sein kann! Seine Knieverletzung macht ihm Schwierigkeiten. Aber es sollte auch ohne ihn gehen, wenn der Sturm jede Gelegenheit ausnützt, um zum Torerfolg zu kommen. Von der Hintermannschaft ist zu erwarten, daß auch sie alles tun wird, um den Kieler Stürmern das Toreschießen so schwer wie möglich zu machen.

Im Sturm der Störche ist es Christiansen, den man besonders hervorheben muß, sowie Krüger, Baasch und Weller. In der Abwehr sind die Spieler Kösling und Ladehoff zu beachten. Im allgemeinen aber sind die Kieler eine Mannschaft, die ein technisches Spiel bevorzugt, was den Travestädtern ebenfalls mehr liegt.

Bei Flutlicht sollte man daran denken, den Ball möglichst niedrig zu halten, aber beim Schießen auf das Tor ist der halbhohe Ball zu bevorzugen. Alle guten Wünsche begleiten die Mannschaft. Zufrieden aber ist der VfL-Anhang erst dann, wenn diese Mannschaft bereit ist, mit ganzer Kraft zu kämpfen. Beginn: 20 Uhr.
ST

 

Donnerstag, 12. Mai 1966 - 29. Punktspiel
Holstein Kiel Am. - VfL Oldesloe 3:0 (1:0)

3:0 für Holstein. Was war nur mit den Oldesloern los? Die Mannschaft enttäuschte restlos, ließ nicht einmal den früher so oft gelobten Kampfgeist erkennen! Dabei stand für die Elf doch so viel auf dem Spiel: der dritte Platz und damit die Teilnahme an der Deutschen Amateurmeisterschaft! Holstein gewann unter Flutlicht verdient, wenn auch um ein Tor zu hoch. Die Elf bot zumindest in der ersten Viertelstunde und in den letzten 25 Minuten einiges. Oldesloe dagegen imponierte nur in der ersten Phase, als die ganze Mannschaft stürmte und ein Tor von Alfred Liedtke zum 1:1 wegen Abseits keine Anerkennung fand. Aber nach dem 3:0 waren die Kieler dem 4:0 wieder näher als die resignierenden Oldesloer, die nur noch zu einem Pfostenschuß kamen, dem 1:3.
SPM

Holstein Kiel Am.: Hagge - Debring, Ladehoff - Kardell, Baasch, Gräf - Hoffmann, Krüger, Christiansen, Weller, Skrobyla.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Peter Winterfeldt, Günter Stolp - Karl-August Wilkens, Horst Liedtke, Gerd Späth - Harry Struppek, Alfred Liedtke, Gerd Heitmann, Holger Dau, Jürgen Peters.

Tore: 1:0 Weller (10.), 2:0 Christiansen (75.), 3:0 Christiansen (77.). - Schiedsrichter: Thamm (Neumünster). - Zuschauer: 300.

 

Samstag, 14. Mai 1966
Letztes Spiel ist ein harten Brocken.

VfL trifft in Lägerdorf auf einen ehrgeizigen, hart spielenden Gegner. Auch in seinem letzten Punktspiel der Saison wird es der VfL Oldesloe schwer haben, denn er trifft morgen in Lägerdorf auf eine Mannschaft, die noch ehrgeizig sein muß.

Klar sind bis jetzt die Absteiger Kilia Kiel, DGF Flensburg und Husum 18. Aber der mögliche Vierte wird sich aus den Mannschaften Comet Kiel, Polizei Kiel, TSV Lägerdorf sowie Holstein Segeberg rekrutieren. Aus diesem Grunde werden es die Travestädter schwer haben, sich gegen die oft recht hart spielenden Gastgeber durchzusetzen. Bei dem Spiel gegen Holstein Kiel hat trotz der unglücklichen Niederlage der VfL gezeigt, daß noch Kampfgeist in ihm steckt und er die winzige Chance der eventuellen Teilnahme an der Deutschen Amateurmeisterschaft wahrnehmen möchte.

Hoffentlich hat Girschkowski seine Torwartschwäche überwunden und zeigt am Sonntag wieder eine Partie, die ihn als Torwart der Landesauswahl ausweist. Wenn die Travestädter sich noch einmal voll einsetzen, sieht es für sie auf jeden Fall in Lägerdorf nicht so schlecht aus, daß man nicht mit einem doppelten Punktgewinn für sie rechnen könnte. An den beiden Flügeln werden diesmal wieder Fischer und Weisbach stürmen. Wenn auch Fischer sich gut einsetzt, so trauen wir ihm eine gute Partie zu.
ST

 

Sonntag, 15. Mai 1966 - 30. Punktspiel
TSV Lägerdorf - VfL Oldesloe 0:0

0:0 - Lägerdorf muß weiter zittern. VfL Oldesloe sah nicht wie ein Teilnehmer an der Deutschen Amateurmeisterschaft aus. In einem für beide Mannschaften bedeutungsvollen Treffen trennten sich in Lägerdorf der TSV und der VfL Oldesloe mit einem leistungsgerechten 0:0. Da für beide Vereine zuviel auf dem Spiel stand, wurde teilweise etwas zerfahren gespielt, was letzten Endes auf Kosten einer schönen Begegnung ging. Daß es beim torlosen Remis blieb, lag in erster Linie an den Angfriffsreihen, die oft zu umständlich und ohne den letzten Biß vor dem gegnerischen Gehäuse operierten und dabei beiden Abwehrreihen oft genug Gelegenheit gaben, rettend einzugreifen. Beide Deckungsreighen erwiesen sich als sehr stabil und hatten größten Anteil an dem gerechten Unentschieden.

Ingesamt gesehen sahen die trotz sommerlicher Hitze erschienen Zuschauer eine recht gute, temperamentvolle und spannende Begegnung. Die erste echte Chance des Spiels hatte der Gastgeber in der 18. Minute, als Krause einen plazierten Flachschuß aus 16 Metern abfeuerte, der jedoch von Girschkowski prachtvoll zur Ecke gelenkt wurde. Dann war es Alfred Liedtke, der in der 27. Minute frei vor Rahn stehend das Leder über die Latte schoß. Nach ausgeglichenem Spiel ging es in die Pause. Nach dem Wiederbeginn versuchten die Lägerdorfer mit aller Macht, die Entscheidung zu erzwingen, sie hatten eine große Gelegenheit Sekunden nach dem Wiederbeginn. Sie kamen durch Ostermann zu einem Treffer, der allerdings wegen einer Torwartbehinderung von Hoffmann an Girschkowski nicht anerkannt wurde. Es dauerte nur wenige Sekunden, da gab es eine weitere gute Chance für den TSV durch Pajung, doch sein Schuß wurde von Späth im letzten Moment von der Torlinie geschlagen. Im Gegenzug gab es dann eine Riesenchance für die Gäste durch Dau, dessen Schuß jedoch von Rahn großartig pariert wurde. Alfred Liedtke hatte seine zweite Riesenchance in der 73. Minute, doch überhastet vergab er vor dem gegnerischen Gehäuse. Eine dramatische und mit vielen Höhepunkten gespickte Schlußviertelstunde, in der es an Spannung nicht fehlte, brachte nicht die Entscheidung.

Bester Mannschaftsteil wie bei den Gästen war beim TSV die Deckungsreihe. Allen voran Rahn, Eim, Otto Teggatz und Schlick. Auch der erstmals wieder eingesetzte Schwarzkopf machte neben Heidmann seine Sache recht ordentlich. Im Angriff, dem es an der nötigen Durchschlagskraft fehlte, wußte Krause am besten zu gefallen, Hoffmann mühte sich zwar, spielte aber recht glücklos. Ostermann und Pajung, die beide bei der Bundeswehr dienen, hatten nicht ihren besten Tag. Hier machte sich aber das unregelmäßige Training bemerkbar. Stark enttäuscht hat Wetzel.

Bei den Oldesloern hinterließ die Abwehr mit Girschkowski, Stopper Liedtke und Peters den stärksten Eindruck. Wilkens und Stolp schalteten sich zwar oft ins Angriffsspiel ein, fehlten nachher dann aber im Abwehrzentrum, was bei einem gefährlicheren Angriff als dem des TSV leicht hätte ins Auge gehen können. Im Angriff, der selten so druckvoll spielte, wie man es von einem Anwärter zur Deutschen Amateur-Meisterschaft erwarten kann, hinterließ Dau neben Weisbach den besten Eindruck. Enttäuscht hat Alfred Liedtke, der zwei klare Gelegenheiten vergab. Recht schwach spielte Fischer, der bei Eim gut aufgehoben war.

Nun muß Lägerdorf weiter zittern! Oldesloe aber braucht die Schlutuper Hilfe (Dienstag beim Phönix), um den dritten Platz halten zu können.
SPM

TSV Lägerdorf: Rahn - Schwarzkopf, Eim - Otto Teggatz, Schlick, Heidmann - Pajung, Wetzel, Krause, Hoffmann, Ostermann.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Gerd Späth, Jürgen Peters - Karl-August Wilkens, Horst Liedtke, Günter Stolp - Runald Fischer, Alfred Liedtke, Holger Dau, Gerd Heitmann, Ludwig Weisbach.

Tore: Fehlanzeige. - Schiedsrichter: Wruck (Stockelsdorf). - Zuschauer: 350.

 

Montag, 16. Mai 1966
Zwei wollen nach Amerika.

Zwei bekannte schleswig-holsteinische Fußballspieler tragen sich mit dem Gedanken, für ein paar Jahre nach Amerika zu gehen, um dort für den German Club of Hollywood zu spielen: Gert Girschkowski vom VfL Oldesloe und Heinz Holger Berndt, der Mittelstürmer des Regionalliga-Absteigers SV Friedrichsort. Beide haben ihre Fühler jedenfalls nach Amerika ausgestreckt, und in Hollywodd würde man diese beiden Spieler liebend gern nehmen. Man ist bereit, ihnen dort auch einiges zu bieten - nicht nur als Fußballspieler!

Die deutschen Auswanderer und mit ihnen die Österreicher, Ungarn und Jugoslawen sind pausenlos darum bemüht, den Fußball in Amerika populärer zu machen. Sie haben dort schon zahlreiche Vereine gegründet und einige Mannschaften auf die Beine gestellt, die durchaus Regionalliga-Format besitzen! Werden in Zukunft nun auch Gert Girschkowski, der schon wiederholt das Tor der schleswig-holsteinischen Auswahl hütete, und Heinz Holger Berndt in den USA spielen?
SPM

 

Mittwoch, 18. Mai 1966
Phönix bei der Amateurmeisterschaft.

Nach dem verdienten 3:1-Erfolg des LBV Phönix gestern gegen den TSV Schlutup ist das Rennen um die Teilnahme an den Rundenspielen der Deutschen Amateurmeisterschaft zu ungunsten des VfL Oldesloe beendet.

Vor 1800 Zuschauern lagen die Adlerträger bereits nach 30 Sekunden mit 0:1 im Rückstand, konnten dann aber durch eine ausgezeichnete Leistung der gesamten Elf bis zur 60. Minute das Endergebnis herausschießen. Damit war das Spiel für Phönix gelaufen. In der ersten Begegnung der Amateurmeisterschaft treffen die Lübecker am kommenden Sonntag auf den Zweiten des Rheinlands, SSV Mülheim. Der VfL wünscht als fairer Verlierer den Hansestädtern alles Gute für die kommenden Spiele.
ST

 

Donnerstag, 26. Mai 1966
Neuer Trainer beim VfL Oldesloe.

Wie wir erfahren, wird der bisherige Trainer von Holstein Segeberg, Fritz Andree, mit Beginn der neuen Spielzeit das Training der 1. Amateurliga-Elf des VfL Oldesloe übernehmen. Der bisherige Trainer Artur Jantz hat seinen Vertrag gekündigt. Fritz Andree war 14 Jahre bei Holstein tätig. - Am kommenden Mittwoch um 18.30 Uhr empfängt der VfL die Vertragsliga-Elf von Holstein Kiel im Travestadion zu einem Freundschaftsspiel.
ST

 

Freitag, 27. Mai 1966
VfL nun im Holstenpokal.

Auch in diesem Jahr nimmt der VfL Oldesloe an der Fußballrunde um den vom VfR Neumünster gestifteten Holstenpokal teil. Im ersten Spiel treffen die Oldesloer morgen um 18.30 Uhr im Travestadion auf den VfB Bordesholm. Der Gast spielt in der Eiderstaffel der 2. Amateure und steht dort an fünfter Stelle. Der Gastgeber sollte die Leistungsstärke dieser Mannschaft nicht unterschätzen. Der VfL will auch bei dieser Begegnung einige Nachwuchsspieler einsetzen, um sie auf ihre Aufgaben in den Liga-Punktspielen vorzubereiten. In dieser Pokalrunde dürfen während der gesamten Spielzeit der Torwart und ein Feldspieler ausgewechselt werden.
ST

 

Samstag, 28. Mai 1966 - Holstenpokal
VfL Oldesloe - VfB Bordesholm 6:1 (3:0)

VfL probierte neue Sturmformation aus. Horst Liedtke führte den Angriff. Der VfL Oldesloe benutzte sein erstes Spiel in der Holstenpokalrunde gegen den VfB Bordesholm zum Ausprobieren einiger Nachwuchsspieler. Er experimentierte zugleich mit einer neuen Sturmformation. Das Ergebnis war befriedigend. Allerdings darf man den glatten 6:1-Sieg gegen die in der 2. Amateurliga spielenden Bordesholmer nicht überschätzen, da die Gäste sich trotz aller Anstrengungen nicht als ebenbürtig erwiesen.

Der Gast stellte eine durchtrainierte Mannschaft, die aber in ihren Leistungen an die erste Amateurklasse nicht herankommt. Aufkommende Härten von Seiten der VfBer unterband der Schiedsrichter. Nach einem Foul an Alfred Liedtke in der 15. Minute gab er einen Elfmeter. Wilkens verwandelte eiskalt. in der 20. Minute lieferte Herzog Wilkens eine Vorlage, die dieser zur 2:0-Führung einsandte. Dann stellte Horst Liedtke durch einen glasharten Schuß eine klare Pausenführung sicher. Entlastungsangriffe des Gegners endeten an der gut funktionierenden Abwehr, wobei Peters hervorragend aussah und Stopper Krahn souverän den Mittelraum beherrschte. Besonders zu erwähnen sind seine Kopfbälle und der enorme Weitschlag.

Auch in der zweiten Halbzeit ließen die Oldesloer nichts anbrennen. Eine herrliche Kombination Liedtke-Liedtke erbrachte ein weiteres Tor. Wenig später traf Wilkens ins Schwarze. Einen weiteren Foulelfmeter, verursacht an Herzog, konnte Peters klar unterbringen. Dann passierte Horst Liedtke, der als Mittelstürmer, wenn er noch schneller wird, gefallen kann, ein Fehler. Das führte zum Ehrentreffer des Gastes. Er hatte ihn sich verdient.

Das Spiel hat seinen Zweck für den VfL voll erfüllt. Umstellungen brachten neues Leben in den Sturm, der sich in der Punktspielserie wirklich nicht mit Ruhm bedeckt hat. Die Neulinge haben nicht versagt. Am besten konnte uns gefallen: Stolp, wenn er seine Läuferaufgaben konsequent durchführt und nicht den Sturm einengt. Wilkens leistete ein enormes Pensum.
ST

VfL Oldesloe: Rolf Kröger - Gerd Späth, Jürgen Peters - Gerd Heitmann, Rolf Krahn, Günter Stolp - Ludwig Weisbach, Alfred Liedtke, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens, Frank Herzog.

VfB Bordesholm: Kollmar - Reimann, Petersen - Stegelmann, Schaaf, Bornholt - Sarb, R. Geisbauer, Koch, H. Geisbauer, Hansen.

Tore: 1:0 Wilkens (15., Foulelfmeter), 2:0 Wilkens (20.), 3:0 Horst Liedtke (40.), 4:0 Horst Liedtke (49.), 5:0 Wilkens (52.), 6:0 Peters (85., Foulelfmeter), 6:1 H. Geisbauer (87.). - Schiedsrichter: Becker (Elmenhorst). - Zuschauer: 300.

 

Dienstag, 31. Mai 1966
Andree verläßt Segeberg.

Fritz Andree hat einen neuen Rekord aufgestellt: 14 Jahre trainiert er ohne Pause die Fußball-Mannschaft von Holstein Segeberg! 14 Jahre! Aber jetzt, so meint er, müßte einmal neues Trainer-Blut nach Segeberg. Und deshalb bat er, seinen Abschied nehmen zu dürfen. Möglich, daß er nun den VfL Oldesloe übernehmen wird. Andree verläßt Holstein Segeberg in gutem Einvernehmen. Er war in jungen Jahren selbst ein ausgezeichneter Spieler (er stand von 1940 bis 1942 in der Schweinfurter Mannschaft mit Kupfer und Kitzinger, spielte nach dem Kriege unter anderem für den Lüneburger SK, TSV Schlutup, VfB Lübeck und Holstein Segeberg), aber, was viele nicht wissen, er war auch ein großartiger Handballspieler: 1944 erreichte er mit BTG Schweinfurt sogar das deutsche Endspiel, das gegen Polizei Hamburg verloren wurde.
SPM

 

Dienstag, 31. Mai 1966
Morgen Holstein im Travestadion.

Dritter der Regionalliga kommt mit starker Elf. Mit einem Leckerbissen für die Fußballfreunde wartet morgen der VfL Oldesloe auf. Er hat die Regionalliga-Mannschaft von Holstein Kiel, die den dritten Tabellenplatz belegt, zu einem Spiel im Travestadion, das um 18.30 Uhr beginnt, eingeladen.

Die Holsteiner haben zugesagt, in bester Besetzung nach hier zu kommen, und bereits die Namen der Spieler bekanntgegeben: Moeck, Ehlers, Saborowski, Witt, Rohwedder, Tams, Hönig, Kröpelin, Skrotzki, Pistauer, Harm. Der VfL wird seine Mannschaft erst morgen, nach einem leichten Training am heutigen Abend, nominieren. Wir glauben, daß die Oldesloer den Gästen aus der Landeshauptstadt ein gutes Spiel liefern werden.
ST

 

Mittwoch, 1. Juni 1966 - Freundschaftsspiel
VfL Oldesloe - Holstein Kiel 1:0 (1:0)

Sensationeller Oldesloer Erfolg. Zu einem sensationellen 1:0-Erfolg kam der Amateurligavierte VfL Oldesloe in einem Privatspiel über Holstein Kiel. Vor 800 Zuschauern fiel in der spannungsreichen Begegnung die Entscheidung bereits nach fünf Minuten: Horst Liedtke schoß einen von Moeck zu kurz abgewehrten Eckball unhaltbar ein. Der knappe, wenn auch etwas glückliche Sieg darf als verdient angesprochen werden. Er war der Lohn für eine hervorragende kämpferische Leistung, der auf einigen Posten umbesetzten Oldesloer Mannschaft, bei der absolut nichts von „Sommermüdigkeit“ zu erkennen war.

Hatten die Kieler, die bis auf Saborowski und Hönig in stärkster Besetzung angetreten waren, die VfL-Elf unterschätzt? Fast schien es so, denn im ersten Durchgang spielten sie enttäuschend. Das änderte sich schlagartig nach dem Seitenwechsel. Mit einem Male stürmte der Regionalligadritte unaufhörlich. Die „Störche“ vergaßen dabei aber - genau wie die Oldesloer, die Flügel einzusetzen. Das wäre die einzige Möglichkeit gewesen, die geschickt operierende VfL-Abwehr, aus der Torwart Girschkowski und Verteidiger Späth herausragten, zu überwinden.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Gerd Späth, Jürgen Peters - Gerd Heitmann, Rolf Krahn, Günter Stolp - Rudi Bendig, Alfred Liedtke, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens, Ludwig Weisbach - Auswechselspieler: Helmut Fett, Runald Fischer.

Holstein Kiel: Moeck - Balsam, Tams - Kröpelin, Harm, Rohwedder - Witt, Hartz, Koll, Weller, Skrotzki.

Tor: 1:0 Horst Liedtke (7.). - Schiedsrichter: Wruck (Stockelsdorf). - Zuschauer: 800.

 

Mittwoch, 1. Juni 1966
Dank an Trainer Jantz.

Vor dem Spiel gegen Holstein Kiel dankte VfL-Fußballobmann Rudi Herzog dem Trainer der Amateurliga-Elf Artur Jantz mit herzlichen Worten unter Überreichung eines Ehrentellers der Fußballabteilung für seine neunjährige Arbeit beim VfL Oldesloe.

1957 übernahm Artur Jantz die erste Fußballmannschaft des VfL als Trainer und führte sie gleich in der ersten Saison zur Meisterschaft in der 2. Amateurliga des Bezirks IV. Nach den Aufstiegsspielen, die erfolgreich verliefen, trat der VfL 1958/59 erstmals in Amateurliga an. Nach einer fast einjährigen Unterbrechung der Trainertätigkeit (1960/61) gelang es Artur Jantz und der Mannschaft nur mit Mühe, den Klassenerhalt in der Saison zu erkämpfen. Seit diesem Jahr ging es mit dem VfL stetig aufwärts. 1961/62: Herbstmeister; 1964: Landesmeister; 1965: dritter Platz und Teilnahme an den Rundenspielen zur Deutschen Amateurmeisterschaft, wobei die Elf im Halbfinale nur durch Losentscheid ausschied; in diesem Jahr steht der VfL nun auf Platz vier der Tabelle.

Der heute 50jährige Arbeitsamtsangestellte hat seinen Vertrag beim VfL zum Saisonende gekündigt. Er will sich als Jugendleiter im Kreisfußballverband Stormarn weiter dem Fußball, aber auch seiner Familie widmen. Dem VfL wird er auch weiterhin zur Verfügung stehen, wenn Not am Mann ist.
ST

 

Donnerstag, 2. Juni 1966
VfL morgen in Holtenau.

Morgen um 19 Uhr trifft die Amateurliga-Elf des VfL Oldesloe in Kiel in der Holstenpokalrunde auf TuS Holtenau. Die Oldesloer wollen auch in dieser Begegnung wieder jüngeren Spielern Gelegenheit geben, sich zu bewähren. ST

 

Freitag, 3. Juni 1966 - Holstenpokal
TuS Holtenau - VfL Oldesloe 2:3 (1:1)

VfL gewann in Holtenau mit 3:2. Gute Leistungen von Späth, Schwalke und Fett. Zu ihrem zweiten Spiel der Holstenpokalrunde trat der VfL in Kiel gegen TuS Holtenau an. Bei dem 3:2-Sieg der Gäste gefielen der unermüdliche Späth und der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Schwalke am besten. Kämpferisch am aktivsten war der linke Läufer Fett.

Vom Anpfiff weg stürmten die Oldesloer auf das Holtenauer Tor, und schon nach fünf Minuten hatte Heitmann nach einem Eckstoß die richtige Schußposition. Er sandte den Ball unhaltbar unter die Latte ins Netz. Nun entspann sich ein wechselvoller Kampf. Beide Sturmreihen machten es den gegnerischen Verteidigern recht schwer, die Tore sauber zu halten. Eine Minute vor der Halbzeit stand der Holtenauer Rechtsaußen etwa 30 Meter vom VfL-Tor entfernt und wollte den Ball vor das Tor heben, er senkte sich jedoch, ohne von einem weiteren Spieler berührt zu werden, in das Oldesloer Netz. Diesen Treffer hätte Torwart Wasmund verhindern können, wenn er nicht so frühzeitig die Torlinie verlassen hätte.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Platzherren zunächst mehr vom Spiel. Ihr Pulver war jedoch bald verschossen. Nun war der VfL an der Reihe. Mehrere gute Möglichkeiten blieben ungenutzt. In der 60. Minute hab Bruszies einen Flachpaß in die Mitte, direkt auf den Fuß von Brandt, der ohne Zögern einschoß. Wenig später eine ähnliche Situation. Bendig hob das Leder in den Strafraum, und wieder war es Brandt, der, diesmal mit dem Kopf, am überraschten Torwart vorbei einsandte. Drei Minuten danach gelang dem Halbrechten der Gastgeber mit einem 20-Meter-Schuß noch der Anschlußtreffer. In der Folgezeit bis zum Abpfiff hatten die Platzherren noch eine ganze Reihe guter Chancen, doch mehrfach retteten Wasmund und Krahn im letzten Augenblick.

Der mit mehreren Nachwuchskräften angetretene VfL siegte zwar gegen den in der 2. Amateurliga auf dem siebenten Platz stehenden TuS Holtenau, doch vermißte man das schnelle, direkte Abspiel.
ST

VfL Oldesloe: Hans-Werner Wasmund - Ewald Gellers, Günter Herfurt - Gerd Späth, Rolf Krahn, Helmut Fett - Gerhard Bruszies, Siegmar Brandt, Rudi Bendig, Gerd Heitmann, Runald Fischer (46. Wolfgang Schwalke).

Tore: 0:1 Heitmann (5.), 1:1 (44.), 1:2 Brandt (60.), 1:3 Brandt (??.), 2:3 - 
 

Samstag, 4. Juni 1966
VfL zum Stiftungsfest eingeladen.

Morgen folgt der VfL Oldesloe mit einer starken Mannschaft einer Einladung des TSV Wentorf bei Lütjenburg zu einem Freundschaftsspiel anläßlich eines Stiftungsfestes des gastgebenden Vereins. Das dort ausgetragene Spiel soll zugleich eine Werbung für den Fußballsport sein. Die Oldesloer wollen auch in diesem treffen wieder junge Nachwuchsspieler zum Zuge kommen lassen. Vor dem Spiel steht ein Empfang im Vereinslokal der Wentorfer in Hohwacht an der Ostsee auf dem Programm.
ST

 

Sonntag, 5. Juni 1966 - Freundschaftsspiel
TSV Wentorf - VfL Oldesloe 1:2 (1:0)

VfL schlug TSV Wentorf 2:1. Kommenden Sonntag gegen TSV Russee. In einem Freundschaftsspiel besiegte der VfL Oldesloe den TSV Wentorf 2:1. Die Gastfreundschaft des kleinen, aber rührigen Vereins vor und nach dem Spiel war vorbildlich. Jeder VfL-Spieler erhielt eine Erinnerungsgabe. Die Gäste bedankten sich durch die Überreichung des VfL-Tellers.

Dem Gast stellte sich eine kampfkräftige und mit letztem Einsatz spielende Mannschaft vor, die zeigen wollte, daß man Technik durch kraftvolles Spiel wettmachen kann. Der VfL ging allen harten Zweikämpfen aus dem Wege und versuchte, dem Spiel Niveau zu geben. Der Gastgeber stürmte und stürmte, und als Späth einmal nicht schnell genug abwehren konnte, war der schnelle Linksaußen zur Stelle und sandte unter dem Jubel der Zuschauer zum 1:0 ein. Der VfL mußte nun gegen eine konsequent spielende Deckung angreifen, spielte allerdings oft recht umständlich. Trotz noch so gut gemeinter Vorstöße kam er nicht zum Erfolg. Entscheidend war dabei auch die gute Leistung des Wentorfer Schlußmannes.

Die zweite Halbzeit brachte einen weiterhin angreifenden Gast, und in der 52. Minute konnte Herzog nach Vorlage aus der Mitte heraus zum Ausgleich einsenden. Das Tor der Wentorfer war laufend einem Bombardement ausgesetzt, aber die vielbeinige Verteidigung verhinderte einen Erfolg der Landesligisten. Ein gut geschossener Ball von Fischer prallte von der Torkante wieder ins Feld, und kein Stürmer der Oldesloer konnte diese Chance ausnutzen. In der 80. Minute klappte es endlich, als Struppek einen Ball von Heitmann aufnahm und unhaltbar einsandte. Einen recht kritischen Moment hatten die Oldesloer kurz vor Spielende zu überstehen, als die Deckung zu weit aufgerückt war, der Mittelstürmer den Wentorfer den Ball aufnahm und nur noch den Schlußmann des VfL vor sich hatte. Doch Kröger parierte großartig, und so blieb es bei dem Ergebnis bis zum Schlußpfiff.

Am kommenden Sonntag empfängt der VfL um 16.30 Uhr im Travestadion in einer weiteren Begegnung der Holstenpokalrunde den TSV Russee.
ST

VfL Oldesloe: Rolf Kröger - Gerd Späth, Jürgen Peters - Gerd Heitmann, Rolf Krahn, Siegmar Brandt - Runald Fischer, Horst Liedtke, Harry Struppek, Karl-August Wilkens, Frank Herzog.

Tore: 1:0 ??????, 1:1 Herzog (52.), 1:2 Struppek (80.). - Schiedsrichter: NN. - Zuschauer: NN.

 

Samstag, 11. Juni 1966
Der VfL möchte Staffelsieger werden.

Morgen gegen den TSV Russee. Mit einem Sieg über den TSV Russee morgen um 16.30 Uhr im Travestadion wären die ersten Amateure des VfL Oldesloe Sieger der Staffel IV in der Runde um den Holstenpokal des VfR Neumünster.

Dieses Spiel hatte eigentlich in Russe stattfinden sollen, wurde dann aber in die Stormarner Kreisstadt verlegt. So hat der VfL noch einmal die Möglichkeit, vor heimischem Publikum anzutreten. Ein Sieg würde die Oldesloer in die Zwischenrunde bringen, in der sie auf neutralem Platz gegen den Sieger der Staffel III antreten müßten.

Der Gast aus dem Kieler Randgebiet ist den Platzherren kein Unbekannter. Vor zwei Jahren hob dieser Verein den VfL, der gerade an den Aufstiegsspielen zur Regionalliga teilnahm, in einem Pokalspiel aus den Angeln. Diesmal wollen sich die Gastgeber keine Blöße geben und als Herren im Haus aufspielen. ST

 

Sonntag, 12. Juni 1966 - Holstenpokal
VfL Oldesloe - TSV Russee 0:7 (0:3)

Böse 0:7-Schlappe des müden VfL. Wahres Trauerspiel im Travestadion. Im letzten Spiel um den Holstenpokal leisteten sich die Oldesloer bei sommerlicher Hitze einen bösen Ausrutscher gegen den TSV Russee und verloren vollauf verdient 0:7. Damit sind die Kieler aufgrund des besseren Torverhältnisses in die Zwischenrunde gekommen, die zu erreichen der VfL allerdings auch nicht gewillt war, da die Mannschaft ihre Sommerpause haben wollte. In der 88. Minute vermochten die Oldesloer nicht einmal einen Elfmeter zu verwandeln.

Zu beachten ist, daß der TSV Russee am Tage vorher schon ein Pokalspiel absolviert und sogar eine Verlängerung durchgestanden hatte. Was der ausgeruhte Gegner bot, war spielerisch und einsatzmäßig geradezu erschütternd. Dabei kann man nicht gelten lassen, die Mannschaft hätte mit Ersatz gespielt, denn dem Schlußmann Kröger kann man nicht allein die Schuld geben. Eines hat sich auf jeden Fall gezeigt, daß der mit Vorschußlorbeeren bedachte neue Mittelstürmer Horst Liedtke nicht die Ideallösung ist. Er ist der Stopper der 1. Amateurliga, wo er seine Qualitäten immer unter Beweis gestellt hat. Der VfL hat damit die Sommerpause begonnen und nun Gelegenheit, neu aufzutanken. Bereits Mitte Juli wird Trainer Fritz Andree seine Tätigkeit aufnehmen.
SPM/ST

VfL Oldesloe (Ankündigung): Gert Girschkowski - Gerd Späth, Jürgen Peters - Gerd Heitmann, Rolf Krahn, Helmut Fett - Runald Fischer, Alfred Liedtke, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens, Ludwig Weisbach - Ersatz: Rolf Kröger, Frank Herzog, Rudi Bendig.

Tore: Boschmann (2), Schettler (2), Möschel, Schröder, Haase. - Schiedsrichter: NN. - Zuschauer: NN.

 

Montag, 27. Juni 1966
Erneut weniger Zuschauer.

In der Amateurliga sind die Zuschauerzahlen in der abgelaufenen Saison erneut um 2185 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen!

Am meisten von diesem Zuschauerschwund wurde DGF Flensburg - in der Saison 1964/65 als Aufsteiger mit 18.819 noch Zweiter hinter dem Meister Itzehoer SV - betroffen, mit einem Minus von 6835. Auch die sonst so treuen Dithmarscher Zuschauer sind weniger geworden: beim Heider SV ist ein Rückgang von 4211 Zuschauern zu verzeichnen, zum TSV Lägerdorf sind 3493 weniger gekommen. Kilia Kiel ( minus 1720), TSV Büdelsdorf (minus 1262) und Comet Kiel (minus 1190) haben ebenfalls Einbußen zu verzeichnen.

Bei sechs Vereinen konnten die Kassierer höhere Einnahmen verbuchen. Den Vogel schoß dabei Flensburg 08 mit einem Zuwachs von 7161 Zuschauern ab, denn es passierten 18.215 die Kassen. Obwohl Vizemeister Schleswig 06 nur eine Steigerung von 4755 zu verzeichnen hatte, brachte er es mit 20.611 auf die absolut höchste Zuschauerzahl. Während Holstein Segeberg noch über der Tausendergrenze lag, bewegten sich Holstein Kiel Amateure (plus 266), VfL Oldesloe (plus 101) und LBV Phönix (plus 100) in den unteren Regionen.

Von den Aufsteigern lag der TSV Schlutup mit 10.631 an der Spitze, die Heimspiele von Husum 18 besuchten 8239 und die des Polizei SV Kiel 2558 Zuschauer. Die Tabelle mit den Vergleichszahlen von 1961/62 bis 1965/66 weist aus, daß mit der Leistung auch das Zuschauerinteresse steht und fällt.

 

 

 

1961/62

1962/63

1963/64

1964/65

1965/66

  1.  

Büdelsdorfer TSV

---

16.914

13.587

10.919

9.657

  1.  

Comet Kiel

---

---

7.253

6.988

5.798

  1.  

Gut Heil Neumünster

6.115

5.145

4.041

4.261

---

  1.  

TuS Holtenau

9.830

6.106

5.014

3.623

---

  1.  

Kilia Kiel

13.345

7.564

14.401

6.325

4.605

  1.  

Flensburg 08

21.890

12.697

7.893

11.054

18.215

  1.  

Schleswig 06

15.891

18.013

12.444

15.856

20.611

  1.  

Heider SV

29.020

23.548

17.517

17.023

12.812

  1.  

Itzehoer SV

17.813

20.801

13.654

19.244

---

10.   

TSV Lägerdorf

---

7.481

5.998

7.821

4.328

11.   

LBV Phönix

38.669

11.495

8.978

10.457

10.557

12.   

VfL Oldesloe

22.166

11.288

15.711

14.192

14.293

13.   

Holstein Segeberg

---

---

15.309

8.695

9.792

14.   

Borussia Kiel

---

---

---

7.651

---

15.   

DGF Flensburg

---

---

---

18.819

11.984

16.   

Holstein Kiel Amateure

17.534

4.906

---

2.753

3.019

17.   

VfR Neumünster

---

---

---

---

15.497

18.   

TSV Schlutup

---

---

---

---

10.631

19.   

Husum 18

---

---

---

---

8.239

20.   

Polizei SV Kiel

---

---

---

---

2.558

 

Holstein Kiel Amateure trug einige Begegnungen als Vorspiele zur Regionalliga-Kämpfen aus, so daß die Zuschauerzahlen in der Statistik nicht mit erfaßt werden konnten. SPM

 

Montag, 27. Juni 1966
Wieder Oldesloe.

Zum zweiten Male hintereinander gewann der VfL Oldesloe den Fair-Play-Wanderpreis der Amateurliga. Diesmal mit 26 Punkten vor dem SC Comet Kiel.

Die Fair-Play-Rangliste: 1. VfL Oldesloe 26 Punkte, 2. Comet Kiel 32, 3. Husum 18 36, 4. VfR Neumünster 38, 5. Schleswig 06 40, 6. Heider SV 44, 7. Kilia Kiel 44, 8. Büdelsdorfer TSV 50, 9. Holstein Kiel Amateure 52, 10. Phönix Lübeck 54, 11. TSV Schlutup 54, 12. DGF Flensburg 56, 13. Flensburg 08 56, 14. Holstein Segeberg 66, 15. Polizei SV Kiel 68, 16. TSV Lägerdorf 84. SPM

 

 

 

 

 

Bis zum Jahr 1970