Kreisfußballverband Stormarn

Die Spielzeit 1966/67

 

Sonntag, 3. Juli 1966
Hans Hansen neuer Vorsitzender im Fußballverband.

Wachablösung auf dem Verbandstag in Kiel. Neuer Antrag: Mannschaft mit zwölf Spielern. Neu im Vorstand außerdem Petersen (Kiel) und Pooch (Lübeck). Vorbildliche Einmütigkeit. Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband hat einen neuen Vorsitzenden: Auf dem Verbandstag in Kiel wurde der 40jährige Journalist Hans Hansen (Flensburg 08) zum neuen Vorsitzenden des Verbandes einstimmig von den 214 Delegierten mit 1414 Stimmen gewählt. Er wurde Nachfolger des seit drei Jahren tätigen Walter Ohm (Neumünster, der beruflich nach Westdeutschland verzog und seit einem halben Jahr bereits vom 2. Vorsitzenden Georg Abel (Schleswig) vertreten worden war. Der Verbandstag in Kiel hatte auch diesmal wieder sehr viel Prominenz aufzuweisen, an der Spitze der schleswig-holsteinische Landtagspräsident Dr. Paul Rohloff und der Schatzmeister des Deutschen Fußballbundes, Jakob Köhnen (Lippstadt), der zusammen mit dem Landessportverbandsvorsitzenden Karl Bommes (Kiel) die Interessen des Sportes vor dem Verbandstag vertrat.

Der Landtagspräsident Dr. Rohloff, der bereits zum dritten Male nacheinander Gast des schleswig-holsteinischen Fußballverbandstages war, wies auf die stark angespannte finanzielle Situation Schleswig-Holsteins hin. Er bedauerte, daß das Land sich nicht in dem Maße helfen könne, wie es der Bedeutung des Sports entspreche. Sein Appell erging an die Mitarbeiter im Sport, von sich aus alles zu tun, bei der finanziellen Bewältigung der bedeutsamen Arbeit der Verbände und vereine durch Eigenleistungen zu helfen.

Rohloff bekannte sich ausdrücklich positiv zum Sport. Er meinte aber, in einem kurzen Grußwort solle man nicht nur Freundlichkeiten sagen, sondern auch bereit sein, unpopulär scheinende Fragen mit dem Blick für Realitäten anzusprechen. Sportler seien von Natur aus sachlich, mit Sportlern müsse man also auch sachlich sprechen können.

Der Parlamentspräsident aus Kiel bezeichnete dann die Sportvereine als notwendige Einrichtung für unsere Gesellschaft. Sie allein würden die Voraussetzungen dafür bieten, daß die junge Generation sportlich tätig und damit einen wesentlichen Beitrag für ihre eigene Gesundheit leiste. „Wenn Sportvereine heute nicht wären - wir würden sicherlich ein Volk von Fernsehsportlern sein!“ Abschließend lobte der Landtagspräsident die Initiative der Mitarbeiter im Sport. Sie würden beweisen, daß der Sport zu den wenigen Institutionen gehöre, bei denen das ehrenamtliche Element eine tragende Rolle spiele. Ihnen dafür die Anerkennung des Schleswig-Holsteinischen Landtages auszusprechen, sei ihm ein besonderes Anliegen.

Für die CDU setzte sich der frühere Eutiner Rechtsverteidiger Fritz Latendorf (Vorsitzender von Eutin 08 und Vorsitzender des Kreissportverbandes Eutin) ein. Er wies auf den Lehrgang der deutschen Fußballnationalmannschaft in Malente hin und appellierte an den Vorstand, einen „Tag der offenen Tür“ für das Training der Nationalmannschaft festzulegen, damit der jetzt gespannte Stacheldraht jedenfalls für einige Stunden für die Fußballenthusiasten Schleswig-Holsteins geöffnet werden könnte.

Der Vorsitzende der Freien Demokraten Schleswig-Holsteins, Otto Eisenmann (Itzehoe), dankte dem scheidenden Vorsitzenden Walter Ohm für die Initiative, die er in den letzten Jahren bewiesen hatte, während DFB-Schatzmeister Jakob Köhnen darauf hinwies, daß Schleswig-Holstein ein verband sei, in dem man noch über Schüler, Jugend und Fußballamateure spreche. Der Vorsitzende des Norddeutschen Fußballverbandes, Ernst Hornbostel, bezeichnete den Schleswig-Holsteinischen Fußballverband als einen gesunden Kompromiß zwischen Leistungs- und Breitenarbeit, während der erstmalig am Verbandstag teilnehmende Kieler Sozialpastor Hoerschelmann auf die gemeinsamen Bestrebungen von Kirche und Sport um den Menschen hinwies.

Landessportverbandsvorsitzender Karl Bommes (eigentlich hätte ich in München bei der Präsidialsitzung des Deutschen Sport-Bundes sein müssen) wies auf das glänzende Verhältnis zwischen Parlament und Regierung einerseits und dem Landessportverband andererseits hin. Er bezeichnete es als das Grundprinzip künftiger Förderungsmöglichkeiten, daß die Erstellung von Übungsstätten Sache der öffentlichen Hand sein müsse. Alle übrigen Mittel müßten in die Verbände gesteckt werden, wo die praktische Arbeit getan werde.

Die Berichte des Verbandsvorstandes wurden - übrigens erstmalig in der Geschichte des Fußballverbandes - ohne Diskussion entgegengenommen. Aus ihnen geht hervor, daß die Zahl der Mitglieder um weitere 2361 auf nunmehr 49939 und die der Mannschaften um 95 auf insgesamt 1956 angestiegen ist. Der Kassenbericht weist auf, daß immerhin für die Geschäftsstelle allein und für die Arbeit der Kreise und Bezirke ein Umsatz von 250000 DM festgestellt werden konnte, während für die Sportschule in Malente mit ihrer umfassenden Lehrgangstätigkeit ein Aufwand von 185000 DM notwendig war. Schatzmeister Löhndorf, der übrigens einstimmig entlastet wurde, wies dabei darauf hin, daß er in den vergangenen zwölf Jahren immerhin einen Kassenumsatz von fast drei Millionen DM hätte bewältigen können.

Der Verbandsjugendausschuß befürchtet eine Stockung in der Lehrarbeit in Malente, weil die Schulleiter infolge Einführung der Kurzschuljahre mit der Erteilung zusätzlichen Urlaubs nicht mehr so freizügig sein können wie früher. Der Verbandsjugendausschuß wies in seinem Bericht auf die pädagogisch ausgezeichnete Tätigkeit des Verbandstrainers hin, der durch das Vertrauen aller norddeutschen Verbände auch allein verantwortlich für die norddeutschen Auswahlmannschaften sei.

Der scheidende Verbandsschiedsrichterobmann Georg Czekalla (Lübeck) sagte, daß die Spiele der 1956 Mannschaften von insgesamt 1248 Schiedsrichtern geleitet würden. Das Verbandsgericht hat in vier Sitzungen im vergangenen Geschäftsjahr eine Berufung gegen ein Urteil des Verbandsspielausschusses, eine Anzeige wegen Spielerziehung in Verbindung mit Verstoß gegen das Amateurstatut und eine Beschwerde gegen einen Verbandstagsbeschluß wegen Satzungsverstoßes verhandelt und rechtskräftig entschieden.

Die Sportschule Malente - Schatzmeister Köhnen: „Ein Kleinod in Schleswig-Holstein!“ - meldet, daß die durchschnittliche Belegung bei einer Kapazität von 30 bei immerhin 25 gelegen hat, so daß die Sportschule gut ausgenutzt worden ist. Insgesamt besuchten 2324 Teilnehmer die Lehrgänge in Malente.

Die Ehrung der meister des laufenden Spieljahres nahm der Verbandsvorsitzende Walter Ohm vor. Er stellte die Verdienste des VfR Neumünster heraus, der Landesmeister der Amateure geworden war. Pokalmeister 1965 (Borussia Kiel) erhielt die Urkunde für den Pokalgewinn überreicht, während der VfB Lübeck als Jungmannenmeister geehrt wurde. Geehrt wurde auch der VfL Oldesloe, der sich als fairste Mannschaft der Amateurliga entpuppt hatte. Walter Ohm begrüßte den VfB Kiel, den MTV Heide und Borussia Kiel als neue Mitglieder der 1. Amateurliga.

Mit der goldenen Ehrennadel des Fußballverbandes wurden ausgezeichnet: Walter Ohm (Neumünster), Georg Czekalla (Lübeck), Rudolf Kurzke (Flensburg), Albert Maurer (Kiel), Gustav Fischer (Plön). Ohm gab bekannt, daß im vergangenen Jahr 28 Schiedsrichtern die silberne Ehrennadel überreicht werden konnte. Mit der goldenen Jugendleiterehrennadel des Verbandes wurden ausgezeichnet: Max Kühl (Neumünster), Bruno Kriese (Lübeck), Klaus-Dieter Wulf (Schleswig) sowie Fritz Seehausen (Heide).

Bei den Anträgen auf Satzungsänderungen wurde zunächst einstimmig beschlossen, daß die Meldegelder für untere Mannschaften bis 10 DM, für Mannschaften der Kreisligen bis 20 DM, für Mannschaften der Bezirksklassen bis 50 DM und für Mannschaften der Landesliga 100 DM erhoben werden können, wobei die zuständigen Verbandsorgane die jeweilige Höhe beschließen können.

Eine kurze Diskussion gab es über den Antrag des Verbandsvorstandes, wonach künftig auch bei Spielen der Regionalliga Spielabgaben an den Landesverband und an die Kreise zu entrichten ist. Gegen die Stimmen der Regionalliga-Vereine Holstein Kiel, Itzehoer SV und VfB Lübeck wurde dieser Antrag des Verbandsvorstandes angenommen. Einstimmig angenommen wurde auch ein Antrag des Verbandsvorstandes, wonach jede spielende Mannschaft aus zwölf Spielern bestehen soll, von denen allerdings nur elf auf dem Spielfeld anwesend sein dürfen.

Der Verbandstag genehmigte schließlich einen Antrag des Verbandsjugendausschusses auf Änderung der Spielzeiten in den Jugendklassen. Danach spielen Jungmannen künftig zweimal 40, Jugend künftig zweimal 35, Schüler künftig zweimal 30 und Knaben künftig zweimal 25 Minuten. In der Praxis werden diese Spielzeiten allerdings schon durchgeführt, doch bedurfte es auf dem Verbandstag einer Bestätigung wegen einer Änderung der Jugendordnung des Fußballverbandes.

Die Neuwahlen ergaben folgende Besetzungen: Vorsitzender wurde einstimmig Hans Hansen (Kiel), während der 2. Vorsitzende Georg Abel (Schleswig) ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurde. Eine einstimmige Wiederwahl gab es auch für Dr. Hans-Georg Skambraks (Niebüll) als Presse- und Werbewart. Neu in den Vorstand für den ausscheidenden Lübecker Peter Tietz kam der Kieler Bezirksvorsitzende Henning Petersen (Borussia Kiel). Verbandsspielausschußobmann blieb einstimmig Franz Bartkowiak (Bad Oldesloe). Neuer Verbandsjugendausschußobmann wurde Heinz Hering (Bad Segeberg), während der Lübecker Bundesligaschiedsrichter Gerhard Pooch mit erheblicher Mehrheit gegenüber dem Kieler Schellenberg zum neuen Verbandsschiedsrichterausschußobmann gewählt wurde.

Die bisherigen Ausschüsse bleiben in ihrer Besetzung bestehen, lediglich beim Verbandsjugendausschuß kamen mit Birger Petterson (Lübeck) und Bruno Ströh (Kiel) zwei neue Mitarbeiter hinzu. Verbandsgerichtsvorsitzender blieb einstimmig Kurt Siewers (Eutin). Die Beisitzer Siegfried Kordts (Schleswig) und Heinrich Ohde (Lübeck) wurden fast einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Neuer Klassenprüfer wurde Ahrens (Heide).

Der Verbandstag bestätigte einstimmig den vorgelegten Haushaltsvoranschlag und setzte als nächsten Tagungsort für den Verbandstag 1967 Husum fest. In Husum soll der Verbandstag allerdings nach einem Mehrheitsbeschluß des Kieler Verbandstages bereits am Samstag stattfinden, damit der Sonntag frei sein kann.

In der abschließenden Diskussion wies der neugewählte Verbandsvorsitzende Hans Hansen darauf hin, daß die Grundlage für eine gedeihliche Zusammenarbeit das Vertrauen aller sei. In diesem Sinne wolle er sein Amt als Vorsitzender des Verbandes übernehmen und dabei versprechen, sich mit aller Kraft für diesen verband einzusetzen. Hansen appellierte in diesem Zusammenhang aber an alle Mitarbeiter in den vereinen und verbänden, ihn und damit den Verbandsvorstand bei dieser Arbeit zu unterstützen. Wenn alle gemeinsam zusammenstehen würden, müsse aus dieser gemeinsamen Linie etwas werden, dann müsse der Verband weiterhin blühen, wachsen und zu jenem Faktor werden, wie man ihn sich in der schleswig-holsteinischen Welt des Sports wünsche.

Abschließend diskutierte man über die Frage, ob „eine Stunde der offenen Tür“ während des Besuches der Nationalmannschaft in Malente durchgeführt werden solle. Die Sprecher des Verbandsvorstandes (Dr. Waßmund, Georg Abel) wiesen allerdings darauf hin, daß die Nationalmannschaft Ruhe brauche und daß die Fußballanhänger sich nicht immer so verhalten würden, wie es wünschenswert sei. Deswegen müsse man wahrscheinlich von einem „Tag der offenen Tür“ bei der Nationalmannschaft in Malente - so bedauerlich das sei - absehen.

SPM

 

Montag, 4. Juli 1966
Hans Hansen Nummer 5.

Schleswig-Holsteins Fußballer wählten am Sonntag in Kiel den Journalisten Hans Hansen zu ihrem 1. Vorsitzenden. Hansen löste damit den Neumünsteraner Walter Ohm ab, der aus beruflichen gründen nach Westdeutschland übersiedelte. Hansen ist der fünfte „Fußball-Boß“ in Schleswig-Holstein seit der Gründung des Verbandes am 17. Juli 1948 in Rendsburg. Der jüngste, aber auch der schwergewichtigste!

1948 übernahm der Kieler Franz Grimm das Steuer des Fußball-Schiffs. Von 1949 bis 1952 stand der Lübecker Willi Steffen (ihm und dem Kieler leider so früh verstorbenen Carl Arpe haben die Schleswig-Holsteiner in erster Linie die Malenter Sportschule zu verdanken) an der Spitze. 1952, in einer besonders kritischen Situation, übernahm dann Dr. Curt Waßmund aus Pansdorf die Führung des Verbandes, um sie nach elfjähriger verdienstvoller Arbeit 1963 dem Neumünsteraner Walter Ohm zu übergeben. Und nun steht Hans Hansen auf dem Präsidenten-Platz.

Die Schleswig-Holsteiner wählten einen guten erfahrenen Mann. Wir sagen das nicht etwa, weil Hans Hansen seit mehr als 15 Jahren Mitarbeiter des „Sport-Megaphon“ ist. Aber der neue Vorsitzende weiß, was er will. Und was dem schleswig-holsteinischen Fußball fehlt!

SPM

 

Samstag, 9. Juli 1966
Im Bezirk Lübeck Fronten klar.

Meisterschaftsstart 20./21. Aug. In der Lübecker Fußball-Bezirksliga sind die Fronten geklärt! Bei einer Zusammenkunft mit den Vereinsvertretern der Bezirksliga-Vereine in Lübeck gab Spielausschußobmann Paul Schumacher (Lübeck) die neue Zusammensetzung der beiden Staffeln bekannt, die, wie stets, gutgeheißen wurde. Der Beginn der Meisterschaftsrunde wurde für den 20./21. Aug. festgesetzt, an den beiden vorhergehenden Wochenenden sollen die DFB-Pokalspiele um den Vereinspokal auf Bezirksebene abgewickelt werden.

Bei der Neueinteilung der Staffeln haben sich geringfügige Veränderungen ergeben. Trotzdem scheint, daß die Südstaffel rein papiermäßig als stärker angesprochen werden muß. Das ist die neue Staffeleinteilung:

  • Nordstaffel: Eutin 08, SV Fehmarn, FSV Lübeck, TSV Kücknitz, TSV Lensahn, TSV Neustadt, Oldenburger SV, Ostsee SV, Post SV Lübeck, VfL Bad Schwartau, Holstein Segeberg, SV Sereetz, TSV Siems, TSV Travemünde.
  • Südstaffel: TSV Bargteheide, Eichholzer SV, TSV Gudow, Kronsforder SV, Lübeck 76, Möllner SV, Rot-Weiß Moisling, TSV Nahe, VfL Oldesloe II, Preußen Reinfeld, ATSV Stockelsdorf, VfB Lübeck Amateure, TuS Lübeck 93, TSV Trittau.

VfL Bad Schwartau (bisher Süd) und der Kronsforder SV (bisher Nord) haben also die Staffel gewechselt. Dazu kommen in jeder Staffel zwei Aufsteiger TSV Lensahn und Oldenburger SV bzw. TSV Nahe und ATSV Stockelsdorf, die neben dem Absteiger aus der 1. Amateurliga, Holstein Segeberg, die Plätze von TSV Heiligenhafen, Viktoria 08 Lübeck, TSV Lütjensee, TSV Pansdorf und SV Wahlstedt einnehmen.

Bei der Aussprache über den Spielplan zeigte sich die Großzahl der Vereine bereit, auch am Samstag und Sonntagvormittag Spiele auszutragen. Wenig Neigung bestand dagegen dafür, den Spielplan mit dem der Jungmannen-Bezirksklasse zu koordinieren, um Reisekosten zu ersparen. Dabei war in erster Linie maßgebend, daß in der Schlechtwetterperiode zu viele Spielausfälle zu befürchten sind, weil nicht in jedem Falle ein Vorspiel durchgeführt werden kann.

Die Frage, ob nicht künftig Schiedsrichtergespanne angesetzt werden sollten, fand nur geteilten Beifall. Ablehnend verhielten sich dabei besonders ländliche Vereine, da diesen die finanzielle Belastung zu hoch scheint. Bezirksgerichtsvorsitzender Karl Wittner kündigte an, künftig mit allen Mitteln die Unfairneß zu bekämpfen. Er sagte dabei u.a., daß es zwar nur einen kleinen Kreis „Außenseiter“ gäbe, deren Namen aber mit einer Beharrlichkeit unter den Verwarnten immer wieder auf dem Spielformular erscheinen, die strenge Maßnahmen erfordere.

SPM

 

Samstag, 22. Okt. 1966
Schleswig-Holsteins Amateurfußball soll attraktiver gestaltet werden.

Neben der 1. Amateurliga des Landes mit 16 Vereinen strebt der Verband die Errichtung von zwei Verbandsligen (Nord und Süd mit je 16 Mannschaften) an, deren Meister künftig automatisch (ohne Aufstiegsrunde) in die Amateurliga aufsteigen sollen. Die vier Bezirksligen mit ebenfalls je 16 Vertretungen bleiben bestehen. Dieser vorläufige Plan des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes wurde in der Sportschule Malente vor Journalisten vom 1. Vorsitzenden, Hans Hansen (Kiel), vorgetragen. Als Termin für eine Einführung dieser eventuellen neuen Spielordnung wurde die Saison 1968/69 genannt, falls der Verbandstag 1967 eine Zustimmung erteilen sollte.

Der Vorstand will sich, wie weiter erklärt wurde, künftig auch für eine verbesserte Vorbereitung der Landesauswahl für die Amateur-Länderpokalspiele einsetzen. Dabei ist vor allem an Vorbereitungsspiele gegen andere Landesauswahl und an Begegnungen aus dem benachbarten Jütland gedacht.

ST

 

Montag, 31. Okt. 1966
Auch bei uns der zwölfte Mann.

Schleswig-Holstein kann mit dem Ergebnis des Berliner Bundestages (Anm.: am 23. Okt. 1996) zufrieden sein. Die langjährigen Bemühungen seines früheren Vorsitzenden Dr. Curt Waßmund erfuhren insofern eine Krönung, als Schleswig-Holstein von der nächsten Saison ab den zwölften Spieler einsetzen kann.

In Schleswig-Holstein begrüßt man diese Entscheidung, auch wenn der Antrag des nördlichsten Bundeslandes nicht in der vorgesehenen Form angenommen wurde. Aber durch die Bestimmung, daß der „Verein unanfechtbar über die Verletzung entscheidet“, ist in der Praxis Schleswig-Holsteins Antrag realisiert worden. Wenn der „Verein“ - sei es ein Arzt, der Trainer oder gar der Spielführer - darüber zu entscheiden hat, kann selbst ein aus taktischen Überlegungen „verletzter“ Spieler ausgewechselt werden. Das bedeutet praktisch, daß eine Mannschaft künftig aus zwölf Spielern besteht, von denen aber nur elf auf dem Spielfeld sein dürfen. Und ein ausgewechselter Spieler kann später nicht wieder eingesetzt werden.

Schleswig-Holstein wird diese Regelung von Beginn der Saison 1967/68 für alle Klassen einführen. Ein entsprechender Antrag beim Deutschen Fußballbund wird rechtzeitig gestellt werden. Daß der DFB diesen Antrag genehmigen muß, ist nach den Beschlüssen des Bundestages so gut wie zwingend vorgeschrieben.

Auch mit dem übrigen Verlauf des Berliner Bundestages ist man zufrieden. Es steht fest, daß vieles dafür gesprochen hätte, eine sofortige Entscheidung über die 2. Bundesliga zu treffen. Niemand wird es den Vertretern eines ausgesprochenen Amateurverbandes (Schleswig-Holstein hat keine Bundesliga, drei Mannschaften spielen in der Regionalliga) verübeln, daß sie dieser Regelung nicht zustimmen. In Schleswig-Holstein vertritt man die Auffassung, alles im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Regionalliga und des Amateur-Spielsystems zu tun. Man hätte sonst einen Blankoscheck unterschrieben, dessen Deckung nicht gegeben ist. Erst will man wissen, was nach der 2. Bundesliga kommt - wenn das klar ist, wird man auch im nördlichsten Bundesland nichts dagegen einzuwenden haben!

Wenn künftig Amateure die Absicht haben, den Verein zu wechseln, brauchen sie nicht bereits zum 30. April auszutreten, um zu Beginn der neuen Saison für den neuen Verein spielberechtigt zu sein. Wer zwischen dem 15. Juni und 15. Juli den Verein wechselt, ist am 1. August spielberechtigt! In Schleswig-Holstein begrüßt man auch diese Entscheidung, weil das Mannschaftsgefüge dann auch in den vielleicht noch entscheidenden Spielen eines Vereins erhalten bleibt. Der Lohn für eine Meisterschaft ist früher dadurch oft ausgeblieben, daß Spitzenspieler wegen der dreimonatigen Sperre nicht mehr in der Endphase zur Verfügung standen. Wer allerdings vor dem 15. Juni und nach dem 15. Juli austritt, der macht die bisherige Sperre wie üblich durch.

Schleswig-Holsteins Delegierte haben in Berlin erkennen können, daß auf dem Bundestag des DFB zwar Fragen des bezahlten Fußballs schwerpunktmäßig behandelt wurden, daß aber Amateurfragen verstärkt in den Blickpunkt rücken. Das ist vielleicht die positivste Feststellung, die man in Berlin treffen konnte.

SPM

 

Dienstag, 29. Nov. 1966

Schleswig-Holsteins Fußballverband hat zur Zeit 1300 Schiedsrichter zur Verfügung, die fast alle an jedem Wochenende auf dem Platz stehen, wenn die insgesamt 1956 Mannschaften in Schleswig-Holstein spielen. 37 von ihnen sind in der Amateurliga tätig. Von diesen wiederum leiten vier Spiele im Bereich des Norddeutschen Fußballverbandes, während zwei  von ihnen sogar für Aufgaben des Deutschen Fußballbundes eingesetzt werden.

ST

 

Montag, 16. Jan. 1967
Künftig Tordifferenz statt Torverhältnis.

Schleswig-Holstein wird sich voraussichtlich auf dem außerordentlichen DFB-Bundestag am 15. April in Frankfurt dafür aussprechen, daß an Stelle des bisher geltenden Torverhältnisses die Tordifferenz bei der Festlegung von Meistern und Absteigern in Frage kommt. Danach soll folgende Regelung gelten: Die größere Differenz zwischen den geschossenen und hingenommenen Treffern ist bei Punktgleichheit für die Plazierung ausschlaggebend; wenn diese Tordifferenz gleich bleibt, ist derjenige besser zu plazieren, der die meisten Tore geschossen hat! Auf der Klausurtagung des Fußballverbandsvorstandes in Malente wurde bekannt, daß die Reaktion in den Kreisen und Bezirken zu den Plänen des Fußballverbandes, eine Verbandsliga zu schaffen, überall positiv ist.

Die schleswig-holsteinische Fußballjugend ließ durchblicken, daß sich die Kurzschuljahre nicht in dem erwarteten negativen Ausmaße auf die Belegung der Verbandssportschule Malente ausgewirkt haben. So lagen für den nächsten Jugendlehrgang immerhin 80 Meldungen aus den Kreisen vor, während die Verbandssportschule bekanntlich nur 30 Schüler aufnehmen kann. Das Interesse für die Verbandssportschule in Malente ist im Fußballager also groß!

SPM

 

Montag, 6. März 1967
Ab August Spieleraustausch.

Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband weist noch einmal darauf hin, daß von der kommenden Saison an, also ab 1. Aug. 1967, in seinem Bereich und in allen Klassen (also auch in der Amateurliga) auch in Meisterschaftsspielen ein verletzter Spieler ausgetauscht werden darf! Das heißt also: eine Mannschaft besteht in Zukunft aus zwölf Spielern. Dieser zwölfte Spieler muß aber vorher fest nominiert und auch auf den Spielbericht eingetragen werden!

Der Deutsche Fußballbund hat den Austausch verletzter Spieler von der Saison 1967/68 an auf Antrag des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes schon gebilligt. Die Genehmigung des Verbandstages am 1. Juli in Husum scheint nur noch eine Formsache zu sein. Der Verband sollte jetzt nur recht schnell die genauen Richtlinien für dieses Auswechseln bekanntgeben, damit sich Vereine und Trainer rechtzeitig darauf einstellen können.

SPM

 

Montag, 13. März 1967
Kommt die Verbandsliga?

Der Spielausschuß des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes befaßte sich auf seiner letzten Sitzung in Malente mit der Neueinteilung der Spielklassen in Schleswig-Holstein und mit der damit verbundenen Einführung einer Verbandsliga. Die geplante Verbandsliga steht auf dem Verbandstag am 1. Juli 1967 in Husum zur Diskussion. Der Spielausschuß vertrat dabei die Auffassung, daß neben der bisherigen Amateurliga eine Verbandsliga mit zwei Staffeln zu je 16 Mannschaften geschaffen werden soll. Die Bezirksligen sollen künftig dann aus vier Staffeln mit bis zu 16 Mannschaften bestehen. Unterhalb der Bezirksliga soll eine Kreisliga geschaffen werden. Dabei soll den Kreisen die Möglichkeit gegeben werden, eventuell eine Zusammenfassung über die Kreise hinaus vorzunehmen. Die Kreisliga-Staffeln sollen ebenfalls bis zu 16 Mannschaften stark sein. Unterhalb der Kreisliga gibt es dann die A-, B-, C- und D-Klasse.

Spieltechnisch werden die Landes- und die Verbandsliga dem Spielausschuß des Verbandes unterstehen. Die vier Bezirksspielausschüsse organisieren die Spiele der Bezirksligen, während die Kreisliga und die Kreisklassen in den Bereich der Kreisspielausschüsse fallen.

Die Verbandsliga soll geteilt werden. Die Nordstaffel soll aus den Bezirken Nord und Ost (Kiel, Neumünster, Rendsburg, Plön, Eckernförde) gebildet werden. Die Verbandsliga Süd wird aus den Bezirken Lübeck und West gebildet. In die Verbandsliga würden am 1. Aug. 1968 die Absteiger der 1. Amateurliga aus der Saison 1967/68 kommen. Außerdem rücken in die Verbandsliga die Mannschaften der Aufstiegsrunde zur 1. Amateurliga auf, die sich für die höchste Amateurklasse nicht qualifizierten. Die Auffüllung aus den Bezirken wird dann auf der Grundlage aller Seniorenmannschaften in den Bezirken vorgenommen. Grundlage ist also für die Beteiligung der Bezirke an den beiden Verbandsligastaffeln die Zahl der Seniorenmannschaften am 30. Juni 1967, so daß gewährleistet ist, daß bereits zu Beginn der Saison jeder Bezirk weiß, wie viele Mannschaften er in die neue Verbandsliga entsenden kann.

Künftig sollen aus der Amateurliga die beiden letzten Mannschaften absteigen, die jeweiligen Staffelsieger der Verbandsliga steigen in die Amateurliga auf. Aus der Verbandsliga steigen wiederum die beiden letzten jeder Staffel ab, während der Aufstieg zur Verbandsliga für die Sieger der vier Bezirksliga-Staffeln in Frage kommt. Damit entfallen künftig Aufstiegsspiele zur Verbandsliga und zur Amateurliga.

Man darf wirklich gespannt sein, wie der Verbandstag in Husum entscheiden wird. Alle Vereine werden zugeben, daß diese Umgliederung eine Konzentration der Kräfte bedeuten würde, also zu einer Leistungshebung führen könnte. Die einzigen Bedenken einiger Vereinsvertreter: durch die weiteren Reisen könnte es zu erheblichen finanziellen Schwierigkeiten kommen, zumal abzuwarten bliebt, ob auch die Zuschauerzahlen steigen werden. Aber die sportliche Vernunft sollte sich doch durchsetzen. Denn irgend etwas muß nun einmal geschehen, damit es mit dem Fußball in Schleswig-Holstein endlich wieder aufwärts geht!

SPM

 

Samstag, 8. April 1967
Fußball-Jugendleiter geehrt.

Fröhlich weiterhin Kreisjugendwart. Auf dem Jugendverbandstag wählten die Jugendwarte der Vereine des Kreisfußballverbandes Stormarn in Lütjensee Arnold Fröhlich (VfL Rethwisch) erneut zum Kreisjugendwart. Walter Otto (TSV Lütjensee) und Horst Bahn (TSV Trittau) wurden als Beisitzer ebenfalls wiedergewählt.

Arnold Fröhlich konnte neben den zahlreich erschienenen Delegierten der Vereine auch viele Gäste begrüßen. Bürgermeister Alfred Rughase überbrachte die Grüße der Gemeinde und versicherte den Jugendvertretern in seiner Eigenschaft als Kreistagsabgeordneter, daß das Kreisparlament die ehrenamtliche Arbeit für die Jugend zu würdigen wisse und sie nach Kräften unterstützen werde. Nach Karl-Heinz Albrecht, der den Jugendverbandstag im Namen des TSV Lütjensee begrüßte, sagte der 1. Vorsitzende des Kreisfußballverbandes Stormarn, Siegfried Peemüller, den Mitarbeitern in den Vereinen und im Jugendausschuß Dank und Anerkennung für die im letzten Jahr geleistete erfolgreiche Arbeit.

Der Verbandsjugendwart des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, Heinz Hering, stellte in seinem Grußwort fest, daß die Arbeit der schleswig-holsteinischen Fußballjugend in den letzten Monaten viele belebende Impulse erhalten habe. Er lobte die im Kreis Stormarn geleistete gute Arbeit. Mit besonderer Freude und anerkennenden Worten zeichnete er Horst Bahn mit dem goldenen sowie Günter Rust (VfL Oldesloe) und Egon Kröger (SC Elmenhorst) mit dem bronzenen Jugendleiter-Ehrenzeichen aus.

Nach den straff und schnell abgewickelten Tagesordnungspunkten diskutierten die Jugendwarte u.a. über Fragen des Schiedsrichterwesens, einer Winterpause für Knabenmannschaften, Durchführung von Bubenspielen und der Terminplanung für Jugendauswahlspiele. der Verbandstag beschloß dann, 1968 in Fischbek zusammenzukommen.

ST

 

Mittwoch, 19. April 1967
22 Staffeln in der Überbrückungsrunde.

Steigender Beliebtheit erfreut sich die Überbrückungsrunde im Bezirk IV des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes. Im Jahre 1965 beteiligten sich 30 Mannschaften, im vorigen Jahr waren es 48 Mannschaften und diesmal sind 85 Mannschaften gemeldet. Sie setzen sich wie folgt zusammen: KFV Lübeck 36. KFV Stormarn 24, KFV Segeberg 17 und KFV Lauenburg 8. Für die Spiele sind 22 Staffeln eingeteilt worden.

ST

 

Samstag, 6. Mai 1967
Stolzer Tag für den Rümpeler SV.

KFV-Verbandstag weiht den Sportplatz mit ein. Abschluß und Höhepunkt der Woche des Sports in Rümpel ist heute nachmittag der 18. Kreisfußballverbandstag. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt: Wahl eines Nachfolgers für den ausscheidenden 1. Kreisvorsitzenden Siegfried Peemüller. Vor dem Verbandstag wird der Rümpeler SV von 1930 im Beisein vieler Ehrengäste seinen Sportplatz, der mit erheblicher Eigenleistung fertiggestellt worden ist, einweihen. Zum ersten Spiel auf diesem Platz werden Rümpel und Union Oldesloe antreten.

Auf der Tagesordnung des Kreisfußballverbandstages steht neben den Ehrungen, dem verwaltungsmäßigen Teil und den Wahlen auch die Beschlußfassung über die Tagungsorte für die Verbandstage 1968 und 1969. Über die gute Zusammenarbeit zwischen den 29 Vereinen und den Mitgliedern des Vorstandes äußern sich Kreisvorsitzender Siegfried Peemüller, sein Stellvertreter Franz Bartkowiak und Schatzmeister Herbert Carstens in dem Arbeitsbericht des geschäftsführenden Vorstandes sehr zufrieden. Sie bezeichnen das Zusammenwirken „wie ein gut reguliertes Uhrwerk“.

Aus dem Jahresbericht des Kreisspielausschusses, dem der Oldesloer Gerhard Schaar vorsteht, ist zu ersehen, daß in der laufenden Spielsaison 127 Mannschaften gemeldet worden sind. Das sind sechs mehr als im Vorjahr. Bei den Jugendmannschaften ist ein Zugang auf nunmehr 58 zu verzeichnen. Erfreut äußert sich Kreisjugendwart Arnold Fröhlich darüber, daß keine Mannschaften zurückgezogen wurden und die A-Jugend des VfL Oldesloe in der Punktspielserie der Jungmannen-Bezirksliga bis in die Spitzengruppe vorgedrungen ist.

Daß einige Vereine immer noch nicht die in der Satzung vorgeschriebene Zahl an Schiedsrichter stellen können, bedauert der Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses Konrad Wölk sehr. Um die Zahl der Schiedsrichter auf einen angemessenen Stand zu bringen, hat der Kreisfußballverband im vergangenen Jahr einen Nachwuchslehrgang durchgeführt. Ein zweiter, der im Januar dieses Jahres begonnen hat, ist noch nicht abgeschlossen.

Über Mängel an Arbeit konnte sich das Kreisgericht nicht beklagen. Es wurden 46 Feldverweise abgeurteilt. Ferner erhielten neun Spieler Sperren auf Grund von Anzeigen der Schiedsrichter. Außerdem mußte das Gericht über drei Proteste entscheiden. Aus der Kartei des Kreisgerichts geht hervor, daß im Berichtszeitraum 478 Verwarnungen ausgesprochen worden sind.

Der Haushaltsvoranschlag für 1967 sieht Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 7108 DM vor. Von dieser Summe stehen für Schulung der Schiedsrichter 450 DM und für Lehrgänge der Spieler in der Sportschule Malente 300 DM zur Verfügung.

ST

 

Samstag, 6. Mai 1967
Wechsel in der Führung des Kreisfußballverbandes.

Kickbusch löste Peemüller ab. Ehrung der neuen Meister. Feldverweise machen Sorgen. Der Kreisfußballverband Stormarn hat einen neuen 1. Vorsitzenden! Die Delegierten der 29 Stormarner Vereine wählten auf ihrem Verbandstag in der „Gaststätte Wagner“ in Rümpel Richard Kickbusch (Lütjensee) zum Nachfolger des aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehenden Oldesloers Siegfried Peemüller.

Der bisherige Vorsitzende verabschiedete sich mit einem Dank an alle Spieler für guten Sport. Besondere Worte richtete er aber an alle ehrenamtlichen Mitarbeiter: „Nicht die Spieler, denen der Sport zur Ertüchtigung dient und die ihn meist aus Spaß an der Freude betreiben, sind die eigentlichen Aktiven. Das sind vielmehr die ehrenamtlichen Helfer, die mit ihren Opfern an Zeit und Arbeitskraft die Bürde der Verantwortung tragen.“

Langanhaltender Beifall der Vereinsvertreter belohnte Siegfried Peemüller für seine über 15jährige Verbandstätigkeit im Fußballsport. Bei der Wahl des Nachfolgers ergab sich eine große Mehrheit für den bisherigen Beisitzer der Stormarner Südvereine im KFV-Vorstand, Richard Kickbusch.

Dieser betonte, daß es für ihn nicht leicht sei, das Erbe anzutreten, doch wolle er versuchen, den verband in der Sachlichkeit des bisherigen Vorsitzenden weiterzuführen. Richard Kickbusch sagte. „Uns stehen in den kommenden Jahren noch viele Probleme bevor. Dabei hoffe ich fest auf die Mithilfe aller Vereine.“

Unter dem Beifall der Besucher erhielt Ernst Kostbade (VfL Oldesloe) das Jugendleiter-Ehrenzeichen des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes in Silber und Walter Stoller (TSV Grabau), Werner Buck (SC Elmenhorst), Gert Girschkowski (VfL Oldesloe) und Heino Sahlmann (TSV Bargteheide) die silberne Ehrennadel des Kreisfußballverbandes Stormarn.

Die anschließenden Wahlen ergaben folgendes Bild: Schatzmeister Herbert Carstens (Bargteheide), Beisitzer der Südvereine Gustav Arend (Neuwahl) aus Trittau, Schriftführer Peter Jurczyk (Neuwahl) vom VfL Rethwisch und Kassenprüfer Baumann (Neuwahl) vom SV Preußen Reinfeld. Den Kreisjugendausschuß in der Zusammensetzung Arnold Fröhlich, Horst Bahn, Horst Becker, Walter Otto und Günter Rust bestätigte der Verbandstag.

Dann schritt der Vorstand zur Ehrung der Kreismeister. Die Titel errangen: A-Klasse JuS Fischbek, B-Klasse TuS Hoisdorf, C-Klasse SV Eichede II und D-Klasse Rümpeler SV II. Die Fair-Play-Pokale fielen an: Gemeinsame Kreisliga Stormarn/Segeberg SC Union Oldesloe, B-Klasse SC Elmenhorst II, C-Klasse TSV Trittau IV und D-Klasse SV Rehhorst II. In der A-Klasse hat der aussichtsreichste Bewerber, der SV Preußen Reinfeld II, noch zwei Spiele zu absolvieren, bevor er den Pokal in Empfang nehmen kann.

Etwas deprimiert teilte der Vorsitzende des Kreisgerichts, Helmut Zosel (Todendorf), den Delegierten mit, daß allein in der Zeit bis vom 20. Februar bis zum 30. April für die Spieler der vereine der Kreisklassen 36 Feldverweise und 230 Verwarnungen ausgesprochen werden mußten. In den davor liegenden zehn Spielmonaten waren es insgesamt 46 Feldverweise und 478 Verwarnungen. Nach dieser Äußerung herrschte im Saal betretenes Schweigen.

Dem Antrag des TSV Bargteheide auf Durchführung des Kreisfußballverbandstages 1968 anläßlich des 100jährigen Bestehens des Vereins wurde stattgegeben. Für das Jahr 1969 dürfte dem SV Grönwohld, der Bargteheide den Vorrang gelassen hatte, die Ausrichtung übertragen werden.

In einem abschließenden Referat berichtete der 2. Vorsitzende des KFV, Franz Bartkowiak, über das Ergebnis einer Tagung des Beirats des Deutschen Fußballbundes. Er hatte als Mitglied des Norddeutschen Fußballverbandes an der Sitzung, die sich mit zahlreichen Änderungsanträgen zum Bundesliga- und Vertragsligastatut zu beschäftigen hatte, teilgenommen.

ST

 

Dienstag, 16. Mai 1967
Verbandsliga kommt.

Alles spricht dafür, daß es vom 1. Aug. 1968 an im schleswig-holsteinischen Fußball eine Neugliederung geben wird: mit der Einführung der Verbandsliga. Dazu teilte der SHFV offiziell mit, daß auf dem Verbandstag folgender Antrag gestellt wird:

  1. Vom 1. Aug. 1968 gibt es zwischen der Landesliga und den Bezirksligen eine Verbandsliga, die aus den Staffeln Nord und Süd mit je 16 Mannschaften besteht. Die Staffel Nord wird aus den Bezirken I und II, die Staffel Süd aus den Bezirken III und IV gebildet.
  2. Der Anteil der vier Bezirke an der Verbandsliga wird auf der Grundlage der am 30. Juni 1967 für Punktspiele gemeldeten Seniorenmannschaften unter Berücksichtigung der Absteiger aus der Landesliga und der Aufsteiger in die Landesliga festgesetzt. Auf Grund dieser Mannschaftsmeldungen ergibt sich folgende Verteilung:
  • Staffel Nord: elf Mannschaften aus dem Bezirk Kiel, fünf aus dem Bezirk Nord.
  • Staffel Süd: zwölf Mannschaften aus dem Bezirk Lübeck, vier aus dem West-Bezirk.

Ausschlaggebend für die Qualifikation zur Verbandsliga ist der Tabellenstand am Ende der Doppelserie 1967/68.

  1. In den Bezirken gibt es vom 1. Aug. an nur noch je eine Bezirksliga.
  2. Aus der Landesliga steigen künftig - erstmalig am Ende der Saison 1968/69 - zwei Vereine in die Verbandsliga ab. Die Meister der beiden Verbandsligastaffeln steigen in die Landesliga auf. Der Aufstieg in die Landesliga und der Abstieg aus der Landesliga werden nach Ende der Doppelserie 1967/68 noch nach dem alten Modus geregelt.
  3. In die Verbandsliga steigen die Meister der vier Bezirksligen auf. In die Bezirksligen steigen die beiden letzten Mannschaften jeder Verbandsliga-Staffel ab.

Der Verbandsvorstand befaßte sich außerdem mit den notwendigen Änderungen der Satzungen, die zur Diskussion gestellt werden, wenn der Grundsatzantrag auf Einführung einer Verbandsliga vom Verbandstag genehmigt wird. Für die Billigung des Grundsatzantrages ist die einfache Mehrheit des Verbandstages erforderlich.

SPM

 

Samstag, 10. Juni 1967
Peter Tietz blieb Bezirksvorsitzender.

20 Jahre schon heißt der Vorsitzende des Fußballbezirks Lübeck Peter Tietz (LBV Phönix). Er wird den Bezirk nun auch im 21. und 22. Jahr führen, denn er wurde auf dem Lübecker Bezirkstag ebenso einstimmig wiedergewählt wie alle anderen zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder mit Schatzmeister Friedrich Oldenburg (VfB), Beisitzer Erwin Luchs (TSV Mölln) und Jugendwart Birger Pettersen (LBV Phönix). Als Vorsitzender des Bezirksgerichts wurde Karl Höppner (Stockelsdorf) für ein Jahr bestätigt. Vorher waren alle Rechenschaftsberichte des Vorstandes und der Ausschüsse einstimmig gebilligt worden. Damit fand die im letzten Jahr geleistete Arbeit im Bezirk volle Anerkennung. Kein Wunder also, daß dem Vorstand auch einstimmig Entlastung erteilt wurde. Geehrt wurden nicht allein die Meister, sondern auch der Sieger im „Fair-Play-Wettbewerb“ der „Lübecker Nachrichten“, Holstein Segeberg, der mit dem „Willi-Heß-Gedächtnispokal“ ausgezeichnet wurde.

Hans Hansen, der 1. Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes würdigte die Arbeit, die gerade im Lübecker Bezirk geleistet wurde. Er stellte mit Genugtuung fest, daß der Fußball in Schleswig-Holstein in letzter Zeit erfreuliche Fortschritte gemacht hätte, erstmals die 50.000-Mitglieder-Grenze überschritten werden konnte, mit dem Betriebssport eine faire Partnerschaft angestrebt wird und daß man jetzt bestrebt sein wird, sich rechtzeitig um fähige junge Menschen zu bemühen, die in die Aufgaben als verantwortliche Mitarbeiter im Kreis, Bezirk und Land hineinwachsen sollen.

Hansen sprach sich für die Schaffung einer Amateur-Oberliga Nord in zwei Staffeln aus. Wenn eine zweite Bundesliga kommt, sollte nach seiner Ansicht die Regionalliga Nord aufgelöst und dafür eine Amateur-Oberliga geschaffen werden. Eine Staffel sollte Hamburg und Schleswig-Holstein und die andere Staffel Niedersachsen und Bremen umfassen. Allerdings müßte zuvor eine Modifizierung des Amateurstatuts vorgenommen werden. Als weiter Aufgaben seines Verbandes bezeichnete Hansen die Neuordnung des gesamten Pokalsystems in Schleswig-Holstein.

Der Haushaltsvoranschlag für die kommende Saison wurde ebenso gebilligt wie ein Antrag des Vorstandes, die Meldegebühren der Bezirksliga-Mannschaften auf 40 Mark zu erhöhen. Der Bezirkstag folgte außerdem einem Vorschlag des Jugendausschusses, nach dem die Jungmannen-Bezirksliga in zwei Klassen zu je zwölf Mannschaften spielen soll. Der Bezirkstag ließ außerdem seine Bereitschaft erkennen, auf dem Verbandstag in Husum für die Neugliederung im schleswig-holsteinischen Fußball, also für die Einführung einer Verbandsliga zu stimmen.

SPM/ST

 

Montag, 26. Juni 1967
Vor wichtigen Entscheidungen.

Schleswig-Holsteins Fußballer halten am kommenden Samstag in Husum ihren diesjährigen Verbandstag ab. Er hat diesmal erhebliche Arbeit zu leisten:

  • Der Vorstand hat die Einführung einer Verbandsliga in zwei Staffeln beantragt, damit vor allem für den Mittelbau der Amateure neuer Schwung und stärkeres Interesse geschaffen werden können. Das Echo scheint recht positiv zu sein, allein im Nord-Bezirk fürchtet man durch die weiten Reisen finanzielle Schwierigkeiten für die Vereine.
  • Beschlossen werden muß auch die Einführung eine zwölften Spielers für Schleswig-Holstein mit Beginn der kommenden Saison, nachdem der DFB schon zugestimmt hat (das ist nur noch eine Formsache).
  • Neu gewählt werden müssen der 1. Vorsitzende, der Schatzmeister, ein Beisitzer und der Obmann des Verbandsjugendausschusses.

Eine wichtige Arbeitstagung also, die auch über Mangel an prominenten Gästen nicht zu klagen haben wird: Landtagspräsident Dr. Paul Rohloff, Sozialminister Otto Eisenmann, NFV-Präsident Ernst Hornbostel, dazu Vertreter der politischen Parteien und der Landtagsfraktionen haben ihr Erscheinen zugesagt.

In seinem Jahresbericht weist der Verbandsvorsitzende Hans Hansen (Kiel) darauf hin, daß die Zahl der Mitglieder im vergangenen Jahr um 4286 auf 54225 angestiegen ist. Die Zahl der Mannschaften stieg um 172 auf insgesamt 2128, während 17 neue Vereine als Mitglieder aufgenommen werden konnten.

Nach Auffassung des Vorstandes müßte es Aufgabe der Zukunft sein, dem Amateurfußball in Schleswig-Holstein neue Impulse zu verleihen. Dazu gehöre auch die Förderung der Amateurspitze. Der Verbandsvorstand werde jede Anregung unterstützen, die dieser Spitzenförderung dienlich sein kann.

Im vergangenen Jahr gab es in den Spielen der Amateurliga 130244 Zuschauer. Der Fair-Play-Wettbewerb wurde in diesem Jahr vom MTV Heide vor dem VfL Oldesloe und dem VfR Neumünster gewonnen. Wichtigstes Ereignis im Jugendfußball ist der Gewinn des NFV-Jugendländerpokals mit Siegen über Hamburg (4:0) und Bremen (6:1).

Verbandsschiedsrichterobmann Gerhard Pooch (Lübeck) berichtet, daß der Schiedsrichterbestand bei 2128 Mannschaften 1305 anerkannte Schiedsrichter ausmachte. Hinzu kommen 140 Schiedsrichteranwärter.

Das Verbandsgericht hatte fünf Sitzungen durchzuführen, bei denen Berufungsurteile und eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Amateurstatut verhandelt wurden.

Die Sportschule in Malente ist ihrem pädagogischen Auftrag in den 15 Jahren ihres Bestehens gerecht geworden. Man könne einmal eine unmittelbare Wirkung auf die Jugend selbst feststellen, andererseits aber auch eine mittelbare Wirkung durch die Ausbildung und Fortbildung weiterer Übungsleiter in Schleswig-Holstein. Die Wochenlehrgänge sind bei einer Kapazität von 30 Teilnehmern mit durchschnittlich 26 belegt gewesen. der Verband hat außerdem Lehrgänge durchgeführt für Schiedsrichter, für die Bezirke, Kreisübungsleiter, für Kreisjugendwarte und Jugendbetreuer sowie für seine Auswahlmannschaften.

Als großen sportlichen Erfolg der letzten Saison wird vom SHFV auch der Aufstieg des LBV Phönix in die Regionalliga gewertet, in der Schleswig-Holstein jetzt mit vier Vereinen vertreten ist.

In seinem Grußwort an die Delegierten hat der 1. Vorsitzende Hans Hansen darauf aufmerksam gemacht, daß der Fußballsport heute mehr als nur eine sportliche Betätigungsmöglichkeit sei. Wörtlich heißt es: „Der Fußballsport in unseren Tagen ist zu einer machtvollen Institution geworden, die Massen beherrscht, Massen begeistert, aber was viel entscheidender ist - Massen bewegt!“

SPM

 

 

Bis zum Jahr 1970