Kreissportverband Stormarn

Das Jahr 1967

 

Freitag, 3. März 1967
Samstag KSV-Jugendverbandstag.

Am kommenden Samstag findet der Jugendverbandstag des Kreissportverbandes Stormarn in der Gaststätte „Am Bürgerpark“ statt. Auf der Tagesordnung steht u.a. die Wahl des Kreisjugendwarts.

ST

 

Samstag, 11. März 1967
Nicht alles rosig beim KSV Stormarn.

Berg übt Kritik an Trägheit der Vereine. Ein Blick in den Jahresbericht. In seinem Jahresbericht zum morgen im „Oldesloer Hof“ stattfindenden Kreissportverbandstag nennt der 1. Kreisvorsitzende Hansjoachim Berg nicht nur die erfreulichen Tatsachen, sondern spart auch nicht mit ernstgemeinter Kritik.

Das geht aus der 50 Seiten starken Broschüre hervor, die zu dem Verbandstag erschienen ist. Hansjoachim Berg teilt darin mit, daß im Jahre 1966 fünf neue Mitgliedsvereine zu dem nun 60 Vereine umfassenden verband gestoßen sind. Für das kommende Jahr erwartet er das Hinzukommen des Reit- und Fahrvereins Trittau, eines Sportvereins in Bargfeld und eines im Raume Sattenfelde/Tremsbüttel. Erfreulich sei auch die Tatsache, daß inzwischen in 15 Vereinen 53 `Übungsleiter zur Verfügung stünden.

Betrübt äußerte sich der Vorsitzende des KSV über die in einigen Fällen desinteressierte Haltung der Vereinsvorstände gegenüber den Anregungen des Kreisverbandes. Dadurch werde auch die Arbeit der übergeordneten Gremien beeinträchtigt. In keinem Verhältnis zur Mitgliederstärke der Vereine steht, bis auf einige Ausnahmen, nach Ansicht von Hansjoachim Berg die Zahl der erworbenen Sportabzeichen. Ferner hält er es nicht für vertretbar, den Wettbewerb der Schulen um die vom KSV gestifteten Wanderpreise weiterhin durchzuführen. Es beteiligen sich in jedem Jahr eine Anzahl Schulen, doch es kommen keine neuen hinzu.

Etwas enttäuscht schreibt der KSV-Vorsitzende über den „Tag des Sports“: „Bei der Betrachtung dieser Veranstaltung muß offen die Frage gestellt werden, ob überhaupt noch ein Bedürfnis für ein solches Fest vorhanden ist, denn sowohl einige Verbände als auch die meisten Vereine scheinen keine hohe Meinung mehr von diesem Fest zu haben.“ Trotzdem aber möchte er aus dem „Tag des Sports“ sogar eine „Woche des Sports“ machen. Das solle aus Anlaß des 20jährigen Bestehens des KSV geschehen.

Stark vernachlässigt wurde dem Bericht zufolge die Frauenarbeit. Auch die Frauen hätten ein recht auf körperliche Ertüchtigung, doch sei es dazu auch notwendig, daß sie von sich aus an die Vereine herantreten. Voraussichtlich wird der KSV schon bald eine weitere Sparte aufnehmen. Es handelt sich dabei um den Modernen Fünfkampf. Der Olympiasieger von 1936 in dieser Sportart, Gotthard Handrick, hat sich bereit erklärt, den nachwuchs zu schulen.

Im kommenden Sportjahr will der Vorstand die Zusammenarbeit mit den Vereinen noch verstärken, besonders auch mit den Vereinen im Hamburger Randgebiet, die nicht dem, KSV angehören. Als erfreulich bezeichnet Kreissportwart Bernhard Nowak, daß 25 Mitglieder der verschiedenen Vereine den Übungsleiterlehrgang erfolgreich absolviert haben. Gemeldet waren insgesamt 46. Einige mußten aber wegen der Punktspielserien absagen oder vorzeitig ausscheiden.

Einen Dank spricht Kreissportjugendwart Heinz Peters den Leitern und Helfern aus, die ohne Vergütung und meistens unter Verzicht auf ihren Urlaub die Durchführung von Jugendfahrten und -lagern ermöglichten.

Von den insgesamt 346 Sportabzeichen, die von den Mitgliedern von 14 teilnehmenden Vereinen errungen wurden, entfielen allein 119 auf den TSV Bargteheide. Besonders beachtlich ist nach Meinung des Sportabzeichenobmanns Emil Mallien die Zahl von 48 Sportabzeichen, die von den Schülern der kleinen Volksschule Hoisdorf errungen wurden. Neun Schulen nahmen an dem Wettbewerb teil. Sie erreichten zusammen 218 Abzeichen.

Abschließend sei die Kassenübersicht des Kreissportverbandes erwähnt. Im Berichtsjahr wurden insgesamt 29880 DM eingenommen und 28981 DM ausgegeben, so daß ein bestand von 899 DM auf dem Konto des Verbandes verblieb. Der Haushaltsplan für das Geschäftsjahr 1967 schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 37105 DM ab.

ST

 

Sonntag, 12. März 1967
Mit Volkstanz allein ist es nicht getan.

Anregungen auf dem Kreissportverbandstag. Sportwoche im Juni in Bad Oldesloe. Für seine langjährige Mitarbeit im Kreissportverband wurde der Kreistagsabgeordnete Heinrich Vagt (Hoisdorf) im „Oldesloer Hof“ vom Kreissportverbandstag zum Ehrenmitglied ernannt. Vorsitzender Hansjoachim Berg überreichte ihm die Ehrenurkunde.

Ferner sprachen die Delegierten folgenden Mitgliedern der Sportvereine ihren Dank für langjährige Mitarbeit aus: Heinz Peters, Ilse Cors, Walter Busch, Heinz Pohl, Rudi Herzog, Dr. Walter Gelhausen, Ernst Stammerjohann, Friedrich Burandt, Siegfried Peemüller, Konrad Wölk (alle Bad Oldesloe), Ernst Brandt, Werner Kruse (beide Mollhagen), Hermann Lucas (Hoisbüttel), Alfred Vagt (Zarpen), Hans Rickers (Todendorf), Herbert Scheel, Heinz Lück (beide Bargteheide), Arnold Fröhlich (Rethwisch), Werner Postel (Reinfeld), Bruno Völker, Alfred von Dombrowski, Günther Mewes (alle Bad Oldesloe), Heinz Reuter (Mollhagen), Herbert Oehme (Ahrensburg) und Emil Mallein (Lokfeld).

In einem kurzen Grußwort gab Alfred Rughase (Lütjensee) in Vertretung des Kreispräsidenten bekannt, daß sich der Ausschuß für Gesundheit, Soziales und Sport künftig der Belange des Sports annehmen wird. Oldesloes Bürgerworthalter Georg Koch teilte mit, daß sich die Kreisstadt bemühen will, bald Umkleideräume im Kurparkstadion und einen Hockeyplatz bei der Papierfabrik zu schaffen.

Die Wanderpreise für die Sportabzeichenwettbewerbe der Schulen erhielten die Volksschule Tangstedt (kleine Schulen), Volksschule Hoisdorf (Volksschulen) und die Königin-Luise-Schule Bad Oldesloe (weiterführende Schulen). Die Hoisdorfer Schule hat damit den Wanderpreis schon zum neunten Male errungen. Den gleichen Wettbewerb für Vereine gewann der TSV Bargteheide (über 500 Mitglieder) und TuS Hoisdorf (bis 500 Mitglieder).

In Ergänzung zu seinem Jahresbericht teilte Hansjoachim Berg mit, daß demnächst der Ahrensburger Verein SSC Hagen in den Kreis der Stormarner Vereine im KSV aufgenommen werden möchte. Damit, so betonte Vorsitzender Berg, würde der KSV langsam zu einem echten Dachverband für Stormarn.

Heinrich Vagt sagte zu den Problemen, die die Schaffung von Dörfergemeinschaftsschulen für kleine Sportvereine mit sich bringt: „Die großen Vereine sollten die Patenschaften für die kleinen übernehmen. Die Konzentrierung besonders der jugendlichen Mitglieder auf die Vereine in den Schuldörfern würde der sportlichen Ertüchtigung und der kulturellen Arbeit in den kleinen Dorfvereinen sehr schaden.“

Die Wahlen ergaben folgendes Bild: 2. Vorsitzender Erwin Gesche, Kreisfrauenwartin Ilse Cors, Kreissportausschuß Bernhard Nowak, Emil Mallien, Harry Becker, Franz Bartkowiak, Hans-Joachim Wiese und Jürgen Scharnow (jeweils Wiederwahl). Als Kreissportjugendwart bestätigten die Delegierten Heinz Peters. Für den ausgeschiedenen Kurt Peter kam Franz Bartkowiak als Sozialwart und 2. Beisitzer in den Vorstand. Die Neuwahl eines Kassenprüfers fiel auf Heinz Arnold (Siek).

Einstimmig genehmigten die Delegierten das Protokoll des Verbandstages 1966 und die Berichte des Vorstandes und der Fachverbände. Dem Vorstand und der Kassenwartin wurde Entlastung erteilt.

In einem Referat über die heutige Situation des Stormarner Sports wies Bernhard Nowak u.a. darauf hin, daß es nötig sei, in den Vereinen moderner zu denken. Die Jugend ließe sich nicht mehr nur durch Volkstanz als kulturelle Betätigungsmöglichkeit im Verein halten, sondern man dürfe auch ihren Geschmack, der den Gesellschaftstanz bevorzugt, nicht außer acht lassen. Für diese Bestrebungen seien im Hamburg genügend Vorbilder vorhanden. Bernhard Nowak betonte ferner, daß die Vereinsvorstände etwas weiter vorausschauend denken und planen sollten. Dazu sei es notwendig, den jüngeren Mitgliedern eine Chance zur Mitarbeit zu geben.

Die Sportwoche 1967 wird voraussichtlich in der letzten Juliwoche in Bad Oldesloe stattfinden. Den diesjährigen Peter-Frandsen-Gedächtnislauf richtet der im Vorjahr siegreiche Verein TuS Hoisdorf aus. Die Winterveranstaltung des KSV mit der Wahl der Sportler des Jahres ist für die erste Oktoberhälfte geplant.

ST

 

Samstag, 10. Juni 1967

Der erweiterte Vorstand des Kreissportverbandes Stormarn faßte den Beschluß, in diesem Jahr von der herkömmlichen Form des Kreis-Turn- und Sportfestes - dem Tag des Stormarner Sports - abzugehen und statt der zentral gelenkten Veranstaltung anläßlich seines 20jährigen Bestehens eine Sportschau der verschiedensten Fachrichtungen auf das Kreisgebiet zu verteilen, um die Vielseitigkeit des Sportlebens einer möglichst breiten Schicht der Bevölkerung vorzuführen, wobei das Hauptgewicht auf die Durchführung bei ländlichen Vereinen liegt. Diese neue Idee des Vorsitzenden Hansjoachim Berg fand die allgemeine Zustimmung des Vorstandes, der Fachverbände und des Sportausschusses.

 

 

Bis zum Jahr 1970