VfL Oldesloe
Die Spielzeit 1966/67 - Liga 3/4

 

Samstag, 7. Jan. 1967
Der VfL will VfB Kiel von Platz 3 verdrängen.

Ein interessanter Gegner im Travestadion. VfL in bewährter Aufstellung. Der morgige Gegner des VfL Oldesloe im Punktspiel der Amateurliga ist besonders interessant. Denn mit dem VfB Kiel erscheint um 14 Uhr der Tabellendritte. Nur das schlechtere Torverhältnis drängt den punktgleichen VfL auf den vierten Platz zurück. Natürlich wollen die Oldesloer durch einen Sieg die Plätze tauschen und Rang 3 erobern.

Die Kieler haben sich auf Unentschieden spezialisiert. In den bisherigen 16 Begegnungen erzielten sie neuen Remis. Damit liegen sie an der Spitze vor Polizei Kiel (8) und dem VfL (7). Auch der VfL hat von der Serie der Unentschieden etwas gespürt. Die erste Begegnung zwischen dem Aufsteiger VfB und dem VfL endete damals mit einem für die Kieler als sensationell zu bezeichnenden 1:1. Inzwischen hat man sich an die guten Leistungen gewöhnt und rechnet diese ehrgeizige Mannschaft mit zu den besten Schleswig-Holsteins.

In Bad Oldesloe müssen sie nun beweisen, was sie wirklich können, denn der VfL hat eine schlagkräftige Mannschaft beisammen, die auch wieder Tore schießen kann. Aber der VfL sei gewarnt, denn die Kieler haben immerhin auch in Lübeck gegen Phönix 0:0 gespielt. Gerd Heitmann steht in der Reserve bereit; die Spieler, die sich in den letzten Wochen so gut eingespielt haben, sollen vorerst noch nicht getrennt werden.
ST

 

Sonntag, 8. Jan. 1967 - 17. Punktspiel
VfL Oldesloe - VfB Kiel 2:1 (2:1)

Oldesloer mußten lange bangen - aber Lippert vergab das 2:2. Auch gegen den Neuling VfB Kiel hinterließ der VfL einen guten Eindruck. Mit diesem verdienten, aber schwer erkämpften Sieg setzte sich der VfL auf den dritten Tabellenplatz und ist damit seinem großen Ziel, am Ende auch als Dritter die Serie zu beenden, ein großes Stück näher gekommen. Die Kieler waren der erwartet starke Gegner, brachten sich aber durch ihre Umständlichkeit im Sturm selbst um die besten Chancen. Glück für die Oldesloer war, daß Lippert in der 82. Minute die größte Chance des Spiels nicht verwerten konnte: er scheiterte an Girschkowski. Damit mußte sich der „Unentschieden-König“ VfB Kiel also diesmal knapp geschlagen geben!

Erstaunlich, wie auf dem hartgefrorenen und glatten Boden - der Rasen war dünn mit Schnee bedeckt - noch ein so schnelles und gutes Spiel zustande kommen konnte. Die Oldesloer hatten ingesamt mehr vom Spiel und hätten bereits zur Halbzeit mit einem beruhigenden Vorsprung vorn liegen können, wenn nicht die besten Möglichkeiten knapp neben das Tor gegangen wären.

Das Spiel wurde in der zweiten Halbzeit recht hart. Die Ursache ist in der Entgleisung von Lippert zu sehen, der in der 37. Minute im Fallen gegen Peters, der ihn vorher gefoult hatte, nachschlug. Eigentlich wäre hier ein Platzverweis angebracht gewesen. Auf der anderen Seite ließ Schiedsrichter Berner aber auch ein Foul von Peters in der 79. Minute ungeahndet.

Die Oldesloer haben ihre gute Form auch über die Weihnachtspause bewahren können und überzeugten für die Dauer von 90 Minuten voll. Die Abwehr ließ sich selten überrumpeln. Glänzend eingestellt war Westphal, der in der 18. Minute auf der Linie für Girschkowski rettete. Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft war Alfred Liedtke, der viel freien Raum hatte und somit zwischen Abwehr und Sturm beliebig pendeln konnte. Der Sturm nutzte zwar nicht alle Möglichkeitren aus, konnte aber gefallen. Schade, daß Goronzi in der zweiten Halbzeit so vernachlässigt wurde, er war neben Siep in der ersten Halbzeit der gefährlichste Stürmer.

Die Kieler waren ein schwerer Gegner, enttäuschten jedoch im Sturmspiel. Hier war noch Lippert einigermaßen gefährlich am Ball. Seine Schüsse blieben aber meist in der Dichte der Oldesloer Abwehr hängen. Seine besten Chance vergab er in der 82. Minute, als er nur den Ball über den fallenden Girschkowski hinwegzuheben brauchte; aber flach schoß, so daß der Oldesloer Torhüter mit dem Fuß retten konnte. Die Kieler Abwehr stand nicht so sicher wie gewohnt, sie fand sich mit dem glatten Boden nicht so gut zurecht und spielte viele Bälle in die Füße des Gegners. Neben dem guten Läufer Schröder fiel noch besonders Burkhardt Gutzeit auf, der auch gefährlich zu stürmen versteht, aber wieder eine Lücke in der Hintermannschaft hinterließ, die nicht sofort durch einen zurücklaufenden Stürmer geschlossen werden konnte.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Karl-August Wilkens, Alfred Liedtke - Uwe Goronzi, Holger Dau, Heinz Büll, Hans Siep, Jörg Wirbach.

VfB Kiel: Koche - Schönknecht, Burkhardt Gutzeit - Paulsen, Skovhede, Schröder - Kraus, Knösing, Lippert, Horst Gutzeit, Skobyrla.

Tore: 1:0 Büll (8.), 1:1 Paulsen (19.), 2:1 Büll (24.). - Schiedsrichter: Berner (Lübeck). - Zuschauer: 700.

 

Samstag, 14. Jan. 1967
Interessanter Kräftevergleich für den VfL.

Die Oldesloer wollen gegen die Stammelf von St. Pauli gut aussehen. An ihrem spielfreien Wochenende wird die Amateurliga-Elf des VfL Oldesloe einer Einladung des Hamburger Regionalliga-Vereins FC St. Pauli folgen und morgen um 14.30 Uhr auf dem Millerntor-Platz antreten.

Die Oldesloer fahren sehr gern nach Hamburg, können sie sich doch einmal mit einer Spitzenmannschaft Norddeutschlands messen und dabei prüfen, welche Stärke sie selbst haben. Trainer Kurt Krause hat dem VfL zugesagt, daß alle Stammspieler zum Einsatz kommen werden, allerdings wird der Nachwuchs zumindest in der zweiten Spielhälfte berücksichtigt werden.

Die Oldesloer Deckung steht vor einer schweren Aufgabe, den erfolgreichsten Sturm der Regionalliga zu stoppen, wobei Westphal die Sonderaufgabe zufällt, den Torschützenkönig Peter Osterhoff (17 Treffer bisher) zu bewachen. Für die Gäste geht es in erster Linie darum, sich mit Anstand aus der Affäre zu ziehen, und das trauen wir der ausgeglichenen Elf auch zu. Sie wird in der Stammbesetzung der letzten Spiele antreten. Ferner sollen Gerd Heitmann (gegen seinen früheren Verein) und der lange verletzt gewesene Horst Liedtke eingesetzt werden.
ST

 

Sonntag, 15. Jan. 1967 - Freundschaftsspiel
FC St. Pauli - VfL Oldesloe 3:0 (2:0)

3:0 - aber St. Pauli überzeugte nicht. Tapfere Oldesloer fingen unglücklich Tore ein. Stopper Wilkens mit großer Leistung. Obgleich St. Pauli in bester Besetzung spielte, obgleich fast alle Spieler mit Ehrgeiz kämpften und das Ergebnis eindeutig ist - ein Klassenunterschied war nicht festzustellen! Zu viele Mißverständnisse, zu viele Phasen absoluten Leerlaufs gab es bei St. Pauli. Zwar bot der Regionalligist die reifere spielerische Leistung, hatte auch die weitaus größere Zahl effektiver Torchancen, zwingend aber war die Überlegenheit zu keiner Zeit. Der VfL Oldesloe zeigte eine gefällige Partie, kämpfte jederzeit fair, im Sturm allerdings zu drucklos. Pech für die sympathischen Gäste, daß alle Tore unglücklich fielen - ein abgefälschter Schuß, ein Abpraller (Innenkante Pfosten), ein Abseitstor...

Es war vielleicht das erstaunlichste Fazit, in welch unterschiedlicher Verfassung sich die St.-Pauli-Spieler präsentierten. Fehlerfrei lediglich die engere Abwehr, veilleicht auch nur deshalb, weil sie nicht allzusehr auf die Probe gestellt wurde. Hoffmann fand sogar noch Zeit, sich manchmal recht wirkungsvoll in das Sturmspiel einzuschalten. In der Läuferreihe vermochte nur Porges zu überzeugen. Gehrke wartete mit überraschenden Unsicherheiten auf, während Wildes Leistung undiskutabel war. Er wirkte zu unkonzentriert, zudem vergab er vor der Halbzeit völlig frei vor dem leeren Tor eine Chance, die man nur einmal in 100 Spielen serviert bekommt. Im Sturm blieb Gretzler farblos, lediglich sein Tor und einige lange Sprints gefielen. Auch Kallius hatte sehr schwache Szenen, sein Abspiel kam meist nicht beim eigenen Mann an, war überdies oft zu eng angelegt. Der gefährlichste Stürmer war eindeutig Osterhoff, der von Bergmann oft gut ins Spiel gebracht wurde. Pape rackerte zwar unermüdlich, jedoch nicht gerade glücklich.

Die Stütze der Oldesloer war die Abwehr, die in Mittelläufer Wilkens ihren überragenden Mann hatte. Wilkens hat das Gespür für die geplante Aktion des Gegners und verhindert sie meist im Ansatz. In Zweikämpfen gegen fast jeden St.-Pauli-Spieler zeigte er sich unüberwindlich. Nach ihm ist Torwart Girschkowski zu nennen, der mehr als einmal Bälle parierte, die man anderenfalls als unhaltbar bezeichnet hätte. Wesentliche Hilfe erhielten sie von Peters, der auch oft offensiv wurde. Wichtigster Mittelfeldspieler war Alfred Liedtke, dessen Aktionsradius beträchtlich war. Wesentlich schwächer der Sturm der schleswig-holsteinischen Amateurligiusten, in dem Dau Talent verriet, ohne schon ausgereift zu wirken, und in dem Wirbach und Heitmann, der frühere St.-Paulianer, einige gute Szenen hatten - zu wenig, um die gegnerische Abwehr zu erschüttern.
SPM

FC St. Pauli: Christensen - Hoffmann, Gieseler - Wilde, Gehrke, Porges - Pape, Kallius, Gretzler, Bergmann, Osterhoff.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich (46. Horst Liedtke) - Karl-August Wilkens, Alfred Liedtke - Uwe Goronzi, Holger Dau, Heinz Büll (46. Hans Siep), Gerd Heitmann, Jörg Wirbach.

Tore: 1:0 Osterhoff (26.), 2:0 Gretzler (39.), 3:0 Osterhoff (73.). - Schiedsrichter: Lempelius (Hansa 10). - Zuschauer: 500.

 

Samstag, 21. Jan. 1967
Morgen Büdelsdorf im Travestadion.

VfL will sich für Vorjahrsniederlage revanchieren. Mit dem TSV Büdelsdorf kommt morgen um 14 Uhr eine Mannschaft ins Travestadion, die in dieser Saison nicht so recht an die früheren Leistungen anknüpfen konnte. Nur ungern erinnert sich der VfL an das letzte Heimspiel (Anm.: vom ?????), das er nach einer 2:0-Führung noch mit 3:5 an diese Elf verlor. Natürlich soll es diesmal nicht soweit kommen. Die Oldesloer brennen darauf, sich für die Niederlage zu revanchieren. Sie wollen ihren vierten Tabellenplatz unbedingt halten.

Dabei darf nicht vergessen werden, daß sowohl der SV Friedrichsort als auch MTV Heide je einen Verlustpunkt weniger aufzuweisen haben als der VfL, der allerdings schon einige Spiele mehr absolviert hat. Diese beiden Mannschaften stehen relativ günstig da, müssen aber beide noch gegen den VfL antreten. Der TSV Büdelsdorf unterlag auf eigenem Platz dem VfR Neumünster, der immer besser herauskommt, nur knapp mit 1:2 und zeigte dabei eine gute Leistung, bei der vor allem der Kampfgeist und die gute Kondition gefielen.

Der VfL weiß, worauf es ankommt. Er hat sich dementsprechend vorbereitet, so daß der Sieger eigentlich nur Oldesloe heißen könnte. Aber der Gast ist für jede Überraschung gut! Büll steht wegen einer Erkrankung nicht zur Verfügung.
ST

 

Sonntag, 22. Jan. 1967 - 18. Punktspiel
VfL Oldesloe - Büdelsdorfer TSV 3:2 (1:2)

Oldesloe machte aus 1:2 ein 3:2. Zweimal führten die Büdelsdorfer, doch dann trumpfte der VfL auf. Nach einer schwachen ersten Halbzeit, in der die Oldesloer Deckung viele Wünsche offen ließ, wußte sich der VfL stark zu steigern und kam nach dem 1:2-Pausenrückstand noch zu einem verdienten Erfolg, der allerdings in der 88. Minute noch einmal gefährdet schien, aber Girschkowski rettete durch wagemutigen Einsatz seiner Elf beide Punkte und machte damit seine Fehler zum 0:1 und 1:2 wieder gut. Die Büdelsdorfer hatten nach der ersten Halbzeit, in der sie verdient in Führung lagen, einfach nicht mehr die Kraft, die entfesselt stürmenden Oldesloer zu kontern.

Insgesamt gesehen boten die Oldesloer - ohne den erkrankten Büll - eine gute Leistung. Allerdings war die Abwehr in der ersten Hälfte nicht immer im Bilde und zog gegen den gefährlichen Drei-Mann-Sturm der Gäste des öfteren den kürzeren. Girschkowski machte nicht nur bei den beiden Toren eine schlechte Figur, sondern wirkte wie die gesamte Abwehr in den ersten 45 Minuten sehr unsicher. Erst nach der Pause gelang auch den beiden Außenläufern Alfred Liedtke und Bliebenich, das Spiel der Büdelsdorfer schon im Keim zu stören und ihnen so das eigene aufzuzwingen. Wenn jedoch die Gäste das Tempo der ersten Halbzeit durchgehalten hätten, sie würden beide Punkte aus dem Travestadion entführt haben. Im Sturm waren Goronzi und Wirbach die gefährlichsten Akteure. Goronzi kommt im Sturmzentrum besser zur Geltung und schoß auch prompt das Siegtor.

Die Gäste aus Büdelsdorf haben dem VfL das Siegen sehr schwer gemacht, gaben dann aber auch neidlos zu, daß die Oldesloer aufgrund der ausgezeichnete zweiten Spielhälfte den Sieg verdient hätten. Schade, daß diese faire und spielerisch clevere Mannschaft jetzt in Abstiegsgefahr gerät. Die Abwehr stand anfangs sehr sicher, wenn man von einigen kleinen Fehlern Sells absieht, der zu nervös wirkte. Dem starken Ansturm der Oldesloer aber konnte sie dann nicht standhalten und mußte die entscheidenden Treffer hinnehmen. Beste waren die beiden Routiniers Lothar und Manfred Gauda, die aufgrund zahlreicher Verletzungen wieder in die Mannschaft hineingenommen werden mußten. Im Sturm sehr agil Beuter, der es der Oldesloer Abwehr schwer machte und auch das Führungstor zum 1:2 erzielte. Schwächer dagegen Rüsing. Lubbe ist technisch noch gut, müßte aber mehr arbeiten.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Karl-August Wilkens, Alfred Liedtke - Gerd Heitmann, Holger Dau, Uwe Goronzi, Hans Siep, Jörg Wirbach.

Büdelsdorfer TSV: Sell - Jöhnk, Ehlert - Kohr, Manfred Gauda, Lothar Gauda - Rüsing, Hinrichsen, Lubbe, Hennings, Beuter.

Tore: 0:1 Hennings (9.), 1:1 Heitmann (30.), 1:2 Beuter (35.), 2:2 Wirbach (63.), 3:2 Goronzi (67.). - Schiedsrichter: Buthmann (Kiel). - Zuschauer: 700.

 

Samstag, 28. Jan. 1967
VfL fährt in bewährter Besetzung nach Kiel.

Abstiegskandidat Comet wird es den Oldesloern sicher nicht leicht machen. Das erste Auswärtsspiel im neuen Jahr hat der VfL Oldesloe beim Abstiegskandidaten Comet Kiel zu bestreiten und muß dabei erneut auf Gerd Heitmann verzichten, der der Mannschaft für fünf weitere Wochen nicht zur Verfügung steht.

Abstiegsgefährdete Mannschaften haben es den Oldesloern bislang immer sehr schwer gemacht, aber in der derzeitigen Verfassung sollte der VfL doch zu einem klaren Sieg kommen und damit seinen vierten Platz verteidigen. Das Hinspiel wurde erst nach schwerem Kampf mit 2:1 gewonnen. Zu der Zeit aber waren die Kieler besser als jetzt, und der VfL hatte damals im vierten Spiel seinen ersten Sieg errungen.

Trotzdem ist der Gegner keineswegs zu unterschätzen, eifriges Stürmen wie in der zweiten Halbzeit gegen Büdelsdorf, und eine etwas sichere Hintermannschaft sollten für den Gewinn von beiden Punkten sorgen. Der VfL wird mit der bekannten Aufstellung antreten. Eine Besetzung also, wie sie sich in vielen Spielen bewährt hat. Hoffentlich wird Uwe Goronzi auf dem Rechtsaußenposten nicht wieder so vernachlässigt wie in Hamburg gegen St. Pauli. Es wäre eine Überlegung wert, ihn in das Sturmzentrum zu stellen. Daß er dort seine besten Leistungen zu vollbringen vermag, hat er gegen Büdelsdorf bewiesen.
ST

 

Sonntag, 29. Jan. 1967
VfL spielte nicht.

Das Punktspiel Comet Kiel gegen VfL Oldesloe fiel wegen der Unbespielbarkeit des Kieler Platzes aus.
ST

 

Samstag, 4. Feb. 1967
Flensburg 08 - eine unberechenbare Elf.

Morgen im Travestadion. der VfL ist gewarnt. In bewährter Aufstellung. Mit Flensburg 08 kommt morgen eine Elf ins Travestadion, die in der letzten Saison zu den Überraschungsmannschaften zählte, diesmal aber nicht so recht in Schwung gekommen ist und bei 24 Minuspunkten durchaus noch Abstiegssorgen bekommen kann.

Die Gäste zeigten am letzten Sonntag jedoch eine erheblich stärkere Leistung als anfangs der Serie beim klaren 4:0 über den Polizei SV Kiel. Damit sei der VfL gewarnt, die Partie nicht allzu leicht zu nehmen. Die Flensburger überraschten schon von jeher durch sehr unterschiedliche Leistungen, und sie schlugen in guter Form jede Amateurliga-Mannschaft. Das Hinspiel in Flensburg hat der VfL nicht in bester Erinnerung, denn nur mit viel Glück und einem Eigentor von Blanke kam er zu einem schmeichelhaften 3:3, wobei die Gastgeber schon mit 3.1 geführt hatten.

Die Oldesloer spielen in ihrer bewährten Besetzung. Sie wollen auf jeden Fall durch einen Sieg den dritten Tabellenplatz vom VfB Kiel zurückholen, der diesmal spielfrei ist. Leider ist noch nicht genau abzusehen, ob bei der derzeitigen schlechten Witterung die Begegnung überhaupt durchgeführt werden kann. Es bleibt nur zu wünschen, daß nicht weiter Regen fällt, damit das Stadion noch etwas austrocknet. Der VfL ist jedoch bemüht, das Spiel über die Runden zu bringen, eine Entscheidung hierüber fällt jedoch erst am Samstagnachmittag oder Sonntag früh.
ST

 

Sonntag, 5. Feb. 1967 - 19. Punktspiel
VfL Oldesloe - Flensburg 08 2:2 (1:2)

Flensburgs tolle Abwehrschlacht kostete Oldesloer einen Punkt. Erst sechs Minuten vor dem Abpfiff glich Büll für den VfL aus. In einem bis zum Schluß spannenden Spiel verlor der VfL einen wichtigen Punkt, der am Ende bei der Abrechnung gerade fehlen könnte. In der ersten Halbzeit hatten die Gäste mehr vom Spiel und hätten durchaus mit einem höheren Torvorsprung in die Pause gehen können. Aber nach einem Fehler von Girschkowski, der einen Abschlag genau vor die Füße von Petersen schoß, traf dieser mit seinem Schuß nur den Pfosten. Nach der Pause beschränkte sich Flensburg nur noch auf die Verteidigung des knappen Vorsprungs und hatte hierbei auch das Glück des Tüchtigen, sonst wäre der Sieg doch noch bei den Oldesloern geblieben, die an diesem Tage nicht die erwartet starke Leistung boten.

Der VfL wird sicherlich mit dem Schicksal hadern, da aus einer derartigen Überlegenheit bei 19:2 Ecken nicht mehr als das eine Tor, das jedoch zum Ausgleich reichte, fallen konnte. Aber es ist schwer gegen eine Mannschaft zu spielen, die sich nur auf das Verteiduigen beschränkt und schon im Mittelfeld die Bälle bewußt ins Aus schlägt.

Der Sturm des VfL sah dabei nicht immer gut aus, es kamen die Pässe oft nicht an, und vor allem war immer wieder Lück dazwischen und vereitelte die besten Chancen. Der Abwehr sind beide Tore anzukreiden, die überflüssig fielen. Außerdem wurde auch nicht immer genügend gearbeitet, was vor allem für Bliebenich gilt, der in der ersten Halbzeit nur das unbedingt Notwendige tat, sich später aber steigerte. In der zweiten Halbzeit wurde der Sturm mit Vorlagen gefüttert, hier waren aber Wirbach und Siep auf dem linken Flügel an diesem Tage zu schwach, um alle Gelegenheiten positiv zu verwerten. Büll rackerte sich unermüdlich ab, hatte aber in Blanke einen sehr starken Gegner, der ihm wenig Raum ließ.

Die Flensburger sind mit diesem Unentschieden gut bedient. Sie hatten es jedoch in der ersten Halbzeit in der Hand gehabt, einen klaren Vorsprung herauszuholen, der zum Sieg gereicht hätte. Diese Mannschaft hat mit Schlott, Petersen und Koch Spieler in ihren Reihen, die eine Begegnung allein entscheiden können. Vor allem Schlott war der wirkungsvollste Stürmer auf dem Platz, wurde in der zweiten Halbzeit dann aber auch zurückgenommen und kam kaum über die Mittellinie hinaus. Das Abwehrsystem der Flensburger wurde zwar gekonnt, aber auch mit viel Glück vorgeführt. Gegen einen schußfreudigeren VfL wäre es nicht so günstig ausgegangen. Auf jeden Fall sollte diese Mannschaft in der Lage sein, den drohenden Abstieg aus eigener Kraft zu verhindern.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Karl-August Wilkens, Alfred Liedtke - Uwe Goronzi, Holger Dau, Heinz Büll, Hans Siep, Jörg Wirbach.

Flensburg 08: Lück - Dolle, Beckmann - Soch, Blanke, Jansen - Schlott, Petersen, Bünner, Hinrichsen, Matzen.

Tore: 1:0 Alfred Liedtke (8.), 1:1 Bünner (9.), 1:2 Schlott (35.), 2:2 Büll (84.). - Schiedsrichter: Schwendtner (Heikendorf). - Zuschauer: 700.

 

Samstag, 11. Feb. 1967
VfL Oldesloe will den dritten Platz verteidigen.

Erstmals wieder mit Horst Liedtke als Stopper. Wilkens stürmt. Das Schlagerspiel im Travestadion morgen um 14.30 Uhr heißt VfL Oldesloe gegen den Aufsteiger MTV Heide. Die Heider brachten im Hinspiel dem VfL eine empfindliche 1:3-Niederlage bei, obwohl sie lange Zeit in dieser Begegnung nur mit zehn Mann spielen konnten.

Zwar stehen die Oldesloer noch auf dem dritten Platz der Tabelle, nach Verlustpunkten gerechnet nimmt aber Heide diesen Platz ein. Nur durch einen Sieg kann der VfL seinen Platz verteidigen. Er hätte dann die größten Aussichten, auch die Saison als Dritter zu beenden. Denn daß die führenden Schleswiger oder Phönix sich Pannen erlauben, ist nicht anzunehmen, obwohl beide Mannschaften noch in Bad Oldesloe antreten müssen.

Der VfL ist ganz auf Revanche für die 1:3-Schlappe in Heide eingestellt. Er will ein besseres Spiel als gegen Flensburg 08 zeigen, damit er nicht wieder ins Hintertreffen gerät. Bor allem Torjäger Preuß, der die Torschützenliste mit 15 Treffern anführt, ist unschädlich zu machen, eine reizvolle und durchaus lösbare Aufgabe für Westphal, der in den letzten Spielen eine ausgezeichnete Form aufwies und immer zu den Besten seiner Elf zählte. Erstmals wieder mit von der Partie ist der lange Zeit verletzt gewesene Horst Liedtke, der Wilkens vom Stopperposten verdrängt. Hans Siep pausiert diesmal, dafür geht Karl-August Wilkens in den Sturm auf den Posten des Halblinken.

Wenn auch die Heider als äußerst starke und kampfkräftige Elf gelten, so haben sie auswärts doch erst wenig überzeugende Leistungen bieten können, und hierin sollte die Chance der Oldesloer liegen. Ein Sieg gegen die im Fair Play führenden Gäste sollte möglich sein.
ST

 

Sonntag, 12. Feb. 1967 - 20. Punktspiel
VfL Oldesloe - MTV Heide 1:1 (0:1)

12:0 Ecken für Oldesloe - aber nur 1:1. Wichtiger Auswärtspunkt für den MTV Heide, der auch weiterhin günstig im Rennen liegt. In einem enttäuschenden Spiel konnte der MTV Heide einen wichtigen Auswärtspunkt erzielen und liegt, nach Verlustpunkten gerechnet, auch weiterhin günstig im Rennen. Obwohl beide Mannschaften im Sturm nicht überzeugen konnten, fehlte es der Begegnung nicht an Spannung. Vor allem in der letzten Viertelstunde drängten die Oldesloer, die immerhin auf ein Eckenverhältnis von 12:0 kamen, noch einmal sehr stark, aber erneut fehlte es ihnen ein wenig an Glück, sonst wäre der Siegtreffer noch gefallen. Aufgrund der starken Abwehrleistung hat sich der Gast dieses Unentschieden verdient, wenn er auch davon profitierte, daß Schiedsrichter Lins eine unglückliche Hand bei der Vorteilsauslegung hatte.

Es war gewiß kein schönes Spiel, das den Zuschauern geboten wurde, aber immerhin hatten die Heider ihr Ziel, ein Unentschieden zu halten, erreicht. Wenn sie dabei auch etwas vom Glück begünstigt waren, so fragt doch später niemand mehr danach. Die Oldesloer wußten aus ihrer deutlichen Feldüberlegenheit kein Kapital zu schlagen. Dazu war ihr Sturm zu drucklos und einfallslos.

Der VfL hatte erstmals wieder den lange verletzt gewesenen Horst Liedtke dabei, der der Abwehr den erforderlichen Halt geben konnte. Der bisherige Stopper Wilkens ging dafür in den Sturm und es fiel ihm sichtlich schwer, auf Anhieb seine Aufgabe zu erfüllen. In der Abwehr glänzte neben Horst Liedtke vor allem Westphal, der Torjääger Preuß nie ins Spiel kommen ließ und schon war der Sturm der Gäste entschärft. Da auch Bliebenich wesentlich stärker spielte als am letzten Sonntag, hätte eigentlich nichts mehr passieren können, wenn nicht der Sturm so kraß versagt hätte. Was Goronzi auf dem rechten Flügel bot, war einfach zu wenig. Auch Büll und Dau zeigten nicht die gewohnten Leistungen, besonders wurden die Schüsse aus der zweiten Reihe vermißt, die den Oldesloern sonst immer zählbare Erfolge eingebracht hatten. So gingen in diesem Spiel nur zwei gefährliche Schüsse auf das Heider Tor. In der 64. Minute konnte Bohl noch auf der Linie retten, gegen den Schuß von Wilkens war aber auch Torhüter Hinrichs machtlos.

Von den Heidern hatte man eigentlich etwas mehr erwartet. Das gesteckte Ziel aber haben sie erreicht. Dabei gefiel allerdings auch nur die Abwehr, die in Hinrichs einen guten Schlußmann aufwies. Schlüter machte es Büll sehr schwer, übertrieb aber einge Male das Foulspiel. Ausgezeichnet sein Freistoß zum 0:1. In der 87. Minute bot sich nochmals die Gelegenheit für einen Freistoß, diesmal aber hatte Girschkowski aufgepaßt und rettete mit dem Fuß. Da sich die Gäste überwiegend auf die Abwehr beschränkten und dem VfL das Mittelfeld überließen, kam die sonstige Gefährlichkeit des Sturms nicht zur Geltung, zumal auch Torjäger Preuß völlig ausgeschaltet war. Was Schlichting dannn noch immer wieder gutzumachen versuchte, blieb Stückwerk, weil sich niemand zur Unterstützung anbot.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke, Alfred Liedtke - Uwe Goronzi, Holger Dau, Heinz Büll, Karl-August Wilkens, Jörg Wirbach.

MTV Heide: Hinrichs - Willumat, Bohl - Möller, Schlüter, Beitat - Kubsch, Lukowski, Schlichting, Böttcher, Preuß.

Tore: 0:1 Schlüter (36.), 1:1 Wilkens (74.). - Schiedsrichter: Lins (Elmschenhagen). - Zuschauer: 700.

 

Samstag, 18. Feb. 1967
Wird Goronzi an Ladehoff vorbeikommen?

VfL Oldesloe will sich bei den Kieler Holstein-Amateure revanchieren. Bereits heute um 14.30 Uhr trifft der VfL Oldesloe in Kiel auf die Amateure von Holstein Kiel. Für die Kieler ist diese Begegnung die letzte Chance, einen der ersten Plätze zu besetzen. Bei 18 Verlustpunkten kann sich die Mannschaft keinen doppelten Punktverlust mehr erlauben, will sie nicht abfallen.

Der VfL hat sich auf dieses schwere Spiel vorbereitet und weiß, wie schwierig es sein wird, die Kieler, die am letzten Sonntag immerhin den Heider SV auswärts mit 3:2 besiegten, zu Hause zu schlagen. Schon im Hinspiel mußten sich die Oldesloer nach einem harten Kampf mit einem Unentschieden zufriedengeben, das letzte Spiel in Kiel verloren sie sogar mit 0:3.

Demnach also keine guten Vorzeichen für einen Oldesloer Sieg. Aber der VfL möchte auswärts das wieder gutmachen, was er auf eigenem Platz bei den beiden Unentschieden gegen Flensburg 08 und MTV Heide versäumt hat. Diese beiden wichtigen Punkte müssen wieder hereinkommen, sonst geht die Rechnung mit dem dritten Platz nicht mehr auf.

Trainer Fritz Andree hat sich entschlossen, Uwe Goronzi in die Sturmmitte zu nehmen und Heinz Büll pausieren zu lassen. Dafür ist Hans Siep wieder mit von der Partie. Es ist zu hoffen, daß diese Umstellung auch hält, was sie auf den ersten Blick verspricht. Auf jeden Fall trauen wir der Elf einen Sieg über die allerdings leicht favorisierten Kieler zu.

Die Kieler Abwehr wird noch immer von Wilhelm Ladehoff organisiert, und Goronzi wird es schwer haben, an diesem erfahrenen Stopper vorbeizukommen. Im Sturm war bislang XY????? Christiansen mit 13 Treffern recht erfolgreich, aber gegen Heide ohne Tor, da ihm konsequente Manndeckung zugedacht wurde, die zum Erfolg führte.
ST

 

Samstag, 18. Feb. 1967 - 21. Punktspiel
Holstein Kiel Amateure - VfL Oldesloe 0:2 (0:0)

Oldesloe nach dem glatten 2:0 auf dem zweiten Platz. Es hätte eine Lust sein müssen, nach sauren Winterwochen wieder „richtigen“ Fußball spielen zu können. Denn das Wetter war geradezu frühlingshaft und der Platz präsentierte sich in hervorragenbder Verfassung. Den Holstein-Amateuren war aber nicht so zumute. Gegen den VfL Oldesloe mußten die Kieler nach einer erschreckend schwachen Partie mit 0:2 beide Punkte abgeben. Aber auch der VfL schien so etwas wie eine verfrühte Frühjahrsmüdigkeit in den Knochen zu haben. So erlebte man eine niveauschwache Partie, bei der die Zuschauer wahrhaftig nicht auf ihre Kosten kamen. Wenn der VfL Oldesloe schließlich doch zu einem verdienten Erfolg kam, so lag das daran, daß er in der zweiten Halbzeit doch etwas mehr Linie in sein Spiel zu bringen vermochte und aus den wenigen ernsthaften Chancen noch zweimal erfolgreich zuzuschlagen verstand.

Es ist eigenartig, zu Hause spielen die Amateur-Störche ohne jegliches Feuer. So fragte man sich auf der Tribüne, wie wohl vor einer Woche der 3:2-Erfolg der Kieler in Heide beim dortigen SV zustandegekommen sein kann. Die Kieler müssen einfach besser gespielt haben als in dieser Begegnung, in der man in der ersten Halbzeit den Eindruck gewinnen mußte, daß es sich hier wohl um eine Mannschaft handelte, die erstmals zusammenspielte. So planlos wurde das Leder gespielt, daß es nie mehr als über zwei Stationen lief, ehe es prompt in den Beinen des Gegners landete.

Der Sturm der Kieler fand überhaupt keine Bindung. Vor allem Christiansen schien von allen guten Geistern verlassen zu sein. Er, der sonst wirklich mit dem runden Leder umzugehen versteht und auch vor dem gegnerischen Tor weiß, was zu tun ist. Diesmal hatte er alles vergessen. Fast schien es so, als stolperte er über seine eigenen Beine. Aber auch Krüger wurde hiervon befallen, und der junge Kropf litt darunter, daß ihm nach einigen mißlungenen Aktionen das Selbstvertrauen abhanden kam. So hatte Girschkowski im ersten Durchgang nur eine ernsthafte Probe zu bestehen, als Krüger eine Christiansen-Vorlage mit dem Kopf verlängerte.

Aber auch die Oldesloer ließen eine klare spielerische Linie vermissen. Hier machte sich offensichtlich das Fehlen von Heitmann bemerkbar, der sich beruflich in München befindet. Es mag aber auch sein, daß der VfL die Nachricht, daß sich Wirbach unmittelbar vor dem Spiel bei einem Verkehrsunfall verletzt hatte, in die Glieder gefahren war. So blieb bei ihnen auch alles Stückwerk. Im Sturm hinterließ Wilkens anfangs noch den stärksten Eindruck. Vor allem durch seine Schnelligkeit bereitete er Hansen viel Kummer. In der Läuferreihe war Bliebenich die wertvollste Kraft. Obwohl er praktisch Ausputzer spielte, fand er immer noch Zeit, mit in dem eigenen Angriff aufzutauchen. In der 34. Minute schoß er einen brandgefährlichen Schuß aus dem Hinterhalt auf das Holstein-Gehäuse. Ziemke konnte diese Situation aber mit Bravour klären. Bei Horst Liedtke machte sich doch noch stark bemerkbar, daß er nach langer Pause erst sein zweites Spiel wieder absolvierte. Einen guten Eindruck hingegen vermochte Peters, der energisch in die konfusen Angriffe der Kieler hineinfuhr, zu hinterlassen.

Bei den Kielern gab es mehr Licht als Schatten. Als einziger verdiente sich Ziemke ein Lob. An ihm lag es nicht, daß dieses Spiel verlorenging. Lindstroem wußte sich meist nicht anders zu helfen, als das Leder zu seinem Torhüter zurückzuspielen. Im Sturm gab es keinen Spieler, der überzeugte. Schade, daß die Amateur-Störche eine derzeit launische Elf sind!
SPM

Holstein Kiel Amateure: Ziemke - Hansen, Lindstroem - Baasch, Ladehoff, Kanies - Hoffmann, Krüger, Christiansen, Medler, Kropf.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke, Alfred Liedtke - Uwe Goronzi, Holger Dau, Heinz Büll, Hans Siep, Karl-August Wilkens.

Tore: 0:1 Wilkens (54.), 0:2 Goronzi (81.). - Schiedsrichter: Bergerhausen (Stockelsdorf). - Zuschauer: 250.

 

Samstag, 25. Feb. 1967
Jetzt geht es für den VfL um die Wurst.

Oldesloer müssen im Travestadion zweiten Tabellenplatz gegen Schleswig 06 verteidigen. Eine Bewährungsprobe steht dem VfL Oldesloe morgen um 15 Uhr im Travestadion gegen Schleswig 06 bevor. Jetzt gilt es zu beweisen, daß die Mannschaft besser geworden ist und auch Vereine aus der oberen Tabellenhälfte schlagen kann.

Dabei steht gleichzeitig der zweite Platz des VfL auf dem Spiel, denn bei einem Sieg Schleswigs würden die Schleistädter diese Position bei nur 13 Verlustpunkten einnehmen, die Oldesloer hätten dann aber schon 17 Verlustpunkte aufzuweisen. Sie wären aus dem Rennen um die beiden ersten Plätze geworfen und hätten nur noch Chancen, den dritten Platz zu erreichen.

Für die Oldesloer spricht, daß sie ihr letztes Auswärtsspiel klar gewinnen konnten, die Gäste aber die beiden letzten Begegnungen gegen VfB Kiel (in Schleswig) und in Flensburg verloren. Das erste Spiel in Schleswig verlor der VfL mit 0:2 zwar dem Ergebnis nach klar, aber doch recht unglücklich. Der VfL war damals durchaus gleichwertig, es fehlte einfach etwas Glück.

Diesmal wollen es die Oldesloer besser machen. Sie haben sich viel vorgenommen. Dabei sticht besonders das Vorjahresergebnis in Bad Oldesloe gegen die gleiche Schleswiger Mannschaft hervor, die als klarer Favorit mit einer 0:4-Niederlage nach Haus geschickt wurde. Ein solches Ergebnis erwarten wir morgen zwar nicht, aber der VfL sollte seine Chance zu nutzen wissen. Da Wirbach nach einem Autounfall noch nicht wieder völlig wiederhergestellt ist, wird die gleiche Elf wie am letzten Sonntag in Kiel spielen.
ST

 

Sonntag, 26. Feb. 1967 - 22. Punktspiel
VfL Oldesloe - Schleswig 06 2:1 (1:1)

2:1 für Oldesloe - 06 in einer Krise. VfL hatte Glück gegen Schleswig und konnte so seinen zweiten Tabellenplatz festigen. Mit einem verdienten, wenn auch etwas glücklichen Sieg festigte der VfL Oldesloe seine Position als Tabellenzweiter, während die Schleswiger Mühe haben werden, ihre derzeitige Position zu halten. Die Elf steckt in einer Krise. Außerdem hat sie zu viele Stammspieler zu ersetzen, wenn auch die Ersatzspieler sich redlich Mühe gegeben haben, es fehlte doch vor allem im Sturm die Gefährlichkeit. Insgesamt kein hochklassiges Spiel, aber doch spannend bis zum Schluß und kämpferisch sehr stark.

Trotz des Sieges kann man mit der Leistung des VfL nicht zufrieden sein. Nach der ersten Halbzeit hätte aufgrund der zahlreichen Chancen eine deutliche Führung herausgeschossen werden müssen. Die Oldesloer Stürmer fanden jedoch zu keiner Zeit ein wirksames Mittel, die massierte Deckung der Gäste zu durchbrechen. Das Eckenverhältnis von 14:4 für den VfL spricht eine deutliche Sprache. Erst nach der Führung der Oldesloer wurden die Gäste offensiver. Der Ausgleich wäre ihnen fast noch in der 85. Minute geglückt, wenn nicht Westphal auf der Linie gerettet hätte. Das war nun die dritte Niederlage in ununterbrochener Folge. In dieser Verfassung werden es die Schleswiger - bisher Tabellendritter und lange Zeit ungeschlagen Spitzenreiter - schwer haben, ihre Position zu verbessern.

Beim VfL lief das Spiel fürs Auge recht gut. Durch die massierte Deckung der Gäste bedingt, hatten sie das Mittelfeld frei, hier bauten Alfred Liedtke und Bliebenich gekonnt auf. Im Sturm ging dann aber nur Wirkung von Wilkens und Büll aus, wobei der letztere einige sehr gute Chancen durch seine umständliche Art vergab. Nur Wilkens schoß gefährlich aufs Tor. Er erspähte auch als einziger die Lücken in der Abwehr und setzte seine Mitspieler immer wieder sehr geschickt ein. Büll ist trotz der Umständlichkeit wertvoll für die Elf, weil er immer wieder mehrere Abwehrspieler auf sich zieht. Kämpferisch geht die Leistung des VfL voll in Ordnnung. Hier stand keiner dem anderen etwas nach. In der Abwehr zeigte Girschkowski erneut einige Unsicherheiten, er ist weit von seiner Bestform entfernt. Peters zeichnete sich wieder durch sein enormes Arbeitspensum aus. Harms kam gegen ihn kaum ins Spiel, wenn er überhaupt einmal im Angriff zu finden war. Horst Liedtke ist weiter auf dem Weg, an seine guten früheren Leistungen anzuknüpfen; sein Abspiel ließ diesmal etwas zu wünschen übrig. Insgesamt ein verdienter Oldesloer Sieg. Es muß aber mehr beim VfL geschossen werden, immer geht es nicht so gut wie diesmal.

Die Schleswiger haderten mit dem Schiedsrichter Link wegen des Elfmeters und des zweiten Tores. Beide Male stand der Schiedsrichter jedoch so gut, daß er die Situation klar übersehen und seine Entscheidung treffen konnte. Beim zweiten Oldesloer Tor hatte er außerdem noch den Linienrichter zur Hilfe. Schillert hatte dem Ball in der 44. Minute so klar durch sein Handspiel eine andere Richtung gegeben, daß an der Entscheidung kein Zweifel bestehen kann.

Die Leistung der Gäste war in der Abwehr sehr gut. Hagge vertrat Cassel ausgezeichnet; er übertraf sein Gegenüber deutlich. Ramminger und Nanz zeichneten sich wiederholt durch ihre Einsatzfreudigkeit aus, so daß die Oldesloer Stürmer es wirklich schwer gegen sie hatten. Kähler I hatte seine Mühe mit Büll. Dabei kam ihm aber fast immer ein weiterer Spieler zur Hilfe. Der Sturm bestand meist nur aus drei Spielern, wobei von Kähler II die meiste Gefährlichkeit ausging. Alexander stand ihm nicht viel nach, Broer hatte aber seine liebe Not mit Westphal. Nahezu alle Angriffe blieben Stückwerk, wenn auch die Oldesloer Abwehr häufig dezimiert war, weil die Außenläufer immer wieder mit ins Sturmspiel eingriffen. Schade, daß diese sonst so hervorragende Elf durch die zahlreichen Verletzungen so entscheidend in ihrer Leistungsstärke beieinflußt worden ist.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke, Alfred Liedtke - Uwe Goronzi, Holger Dau, Heinz Büll, Hans Siep, Karl-August Wilkens.

Schleswig 06: Hagge - Nanz, Ramminger - Brey, Kähler I, Schillert - Harms, Kähler II, Röh, Alexander, Broer.

Tore: 0:1 Kähler II (42.), 1:1 Wilkens (44., Handelfmeter), 2:1 Goronzi (74.). - Schiedsrichter: Link (Kiel). - Zuschauer: 1200.

 

Montag, 27. Feb. 1967
Nur kleine Brötchen...

Die Vereine der Amateurliga backen auch in dieser Saison nur kleine Brötchen. Denn zu den bisher ausgetragenen 160 Punktspielen kamen nur insgesamt 93.480 Zuschauer. Eine erschreckend niedrige Zahl! Die beste Kasse hatte bisher Schleswig 06 mit 10.851 Zuschauern in neun Spielen, das macht einen Schnitt von 1205. Aber kein anderer Verein konnte die 1000-Grenze überspringen! Zu den Heimspielen des Heider SV kamen im Schnitt 898, zum Spitzenreiter LBV Phönix 827 Zuschauer. Alle anderen Klubs liegen unter 800!

Den „Tiefen-Rekord“ halten die Holstein-Amateuere, deren zehn Heimspiele von nur 1960 Zuschauern (das sind 196 pro Spiel!) besucht wurden. Beim TSV Lägerdorf waren es mit 229 nicht viel mehr. Aber auch beim Polizei SV Kiel (235) und Comet Kiel (398) dürften die Berechnungen kaum aufgehen.

Man sieht also: Unsere Amateurligisten leben von der Hand in den Mund. kein Wunder also, daß es jetzt um die ersten drei Plätze einen so harten Kampf gibt, hoffen doch noch viele Vereine, in der Regionalliga-Aufstiegsrunde oder in der Deutschen Amateurmeisterschaft das große Geld machen zu können...

Die amtliche Zuschauerstatistik des SHFV vom 24. Februar (Schnitt): 1. Schleswig 06 1205, 2. Heider SV 898, 3. Phönix Lübeck 827, 4. Flensburg 08 749, 5. VfR Neumünster 683, 6. MTV Heide 659, 7. SV Friedrichsort 609, 8. TSV Schlutup 606, 9. VfL Oldesloe 587, 10. VfB Kiel 552, 11. Büdelsdorfer TSV 522, 12. Borussia Kiel 431, 13. Comet Kiel 398, 14. Polizei SV Kiel 235, 15. TSV Lägerdorf 229, 16. Holstein Kiel Amateure 196.
SPM

 

Samstag, 4. März 1967
Friedrichsort - schwerer Gegner für den VfL.

Dau ersetzt Girschkowski. Wirbach ist wieder dabei. Behaupten sich die Oldesloe? Wenn der VfL Oldesloe morgen um 15 Uhr auf den SV Friedrichsort trifft, dann hat er gegen eine Mannschaft zu spielen, die ihre letzte Chance auf einen der oberen Plätze wahrnehmen muß. Denn bei 18 Minuspunkten und drei Spielen Rückstand ist ein zweiter oder dritter Platz nur noch möglich, wenn die Mannschaft auf eigenem Feld keinen Punkt mehr abgibt. Ein schweres Spiel also für den VfL, der es seinerseits in den letzten acht Begegnungen auf 14:2 Punkte brachte und seit der Niederlage gegen Phönix Lübeck ungeschlagen ist.

Kann er auch dieses Auswärtsspiel gewinnen, dann darf er mit Ruhe in die Zukunft sehen. Der dritte Platz sollte ihm dann nicht mehr zu nehmen sein, darüber hinaus ist die Chance auf Erhalt des zweiten Platzes wesentlich größer geworden. Durch das Fehlen von Gert Girschkowski, der an einer Familienfeier teilnimmt, erhält Uwe Dau wieder eine Chance, an sein früheres Können anzuknüpfen. Wir sind davon überzeugt, daß er die Situation meistern und durch seine Routine den eventuellen Trainingsrückstand wettmachen wird. Jörg Wirbach ist erfreulicherweise wieder einsatzfähig.
ST

 

Sonntag, 5. März 1967 - 23. Punktspiel
SV Friedrichsort - VfL Oldesloe 1:3 (0:2)

Friedrichsort verschenkte zwei Tore. Röder verschoß sogar Handelfmeter. Fortuna auf der Seite des VfL Oldesloe. So viel Pech, wie der SV Friedrichsort gegen den VfL Oldesloe hatte, dürfte kaum eine andere Mannschaft in der ganzen Saison gehabt haben. Durch unglückliche Aktionen der Verteidiger Schliebs und Friese schenkten die Platzherren den Gästen praktisch zwei Tore. Das Maß voll machte Rechtsläufer und Mannschaftskapitän Röder, als er in der 47. Minute einen Elfmeter so unplaziert schoß, daß Torhüter Dau den Ball sogar fangen konnte. Peters hatte vorher das Leder mit der Hand berührt. Allerdings machten die Gäste insgesamt gesehen einen besseren Eindruck. Oldesloe spielte konzentrierter, die Spieler waren durchweg schneller und kälter beim Ausnutzen der Torchancen. Man merkt es, der VfL Oldesloe hat sich endgültig gefangen. Allerdings: soviel Glück wie in Kiel wird die Elf in den nächsten Spielen kaum wieder haben.

Zu schnell für die Gäste fiel das 2:0, das Westphal herrlich eingeleitet hatte. Wie vor den Kopf geschlagen waren danach die Platzherren, denen an diesem Tage einfach nichts glücken wollte. Auch sie hatten Chancen - aber Fortuna war nicht auf ihrer Seite. So rutschte in der 40. Minute Mittelstürmer Reim, nachdem Wilke und Karstens ihn klug freigespielt hatten, drei Meter vor dem Tor über den Ball. Kurz davor hatte Wilke mit einem Bombenschuß nur die Latte getroffen. Und auch nach der Pause gaben die Kieler nicht auf, selbst nach dem verschossenen Elfmeter kämpften sie unverdrossen weiter. Den dritten Gegentreffer verdauten sie aber nicht mehr, und die Oldesloer verteidigten ihren Vorsprung geschickt.

Überhaupt war die Abwehr in der zweiten Halbzeit das Glanzstück des Tabellenzweiten. Dau im Tor ließ den wegen einer Familienfeier „beurlaubten“ Girschkowski nicht vermissen. Peters bot eine hervorragende Partie und auch Westphal war einer der stärksten Spieler in seiner Elf. In der Läuferreihe waren die Gebrüder Liedtke die ruhenden Pole, Bliebenich gut im Aufbau und gut im Zerstören. Der Sturm lebte von den Außen Wilkens und Wirbach. Beide sind schnell im Antritt und blendende Techniker. Wilkens sollte allerdings mit etwas weniger Stimme spielen. Wegen dauernden Meckerns verwarnte ihn Schiedsrichter Kiesewetter in der 73. Minute, nachdem der Unparteiische lange mit ihm Geduld gezeigt hatte. Der Innensturm mit Holger Dau, Goronzi und Siep wirkte manchmal etwas zu verspielt, schnell ist aber auch dieses Trio.

Die Friedrichsorter werden sicher mit ihrem Schicksal hadern - über ihr Pech, aber auch über ihr Unvermögen. Eine Chance, wie sie Röder hatte, darf einfach nicht vergeben werden, wenn man noch Ambitionen auf einen der vorderen Plätze hat. Und trotz ihrer Fehler waren Schliebs und Friese keine Ausfälle. Wenn ihre Gegner manchmal etwas schneller waren, so glichen sie das durch ihr Stellungsspiel aus. Torhüter Weiseborn zeigte einige Unsicherheiten, kein Wunder: bis zum vergangenen Wochenende hütete er das Tor der Reserve. Eine fehlerlose Partie bot Mittelläufer Kowalski, gut auch Scheer, Röder fiel dagegen etwas ab. Im Sturm der Platzherren waren Wilke und Kartsens die besten - leider nur etwas verspielt. Grandt und Reim hatten einige Male Pech, und Pusch spielte glücklos.

Der SV Friedrichsort mag sich aber trösten: diese Häufung von „Unglücksfällen“ kann es in einer Saison nur einmal geben. Die Hoffnung auf den möglichen dritten Tabellenplatz braucht der Regionalliga-Absteiger noch nicht aufzugeben. Er muß sich aber mächtig anstrengen, denn die Spiele werden immer schwerer.
SPM

SV Friedrichsort: Weiseborn - Schliebs, Friese - Röder, Kowalski, Scheer - Karstens, Wilke, Reim, Grandt, Pusch.

VfL Oldesloe: Uwe Dau - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke, Alfred Liedtke - Karl-August Wilkens, Holger Dau, Uwe Goronzi, Hans Siep, Jörg Wirbach.

Tore: 0:1 Wirbach (17.), 0:2 Goronzi (20.), 1:2 Karsten (63.), 1:3 Wilkens (67.). - Schiedsrichter: Kiesewetter (Wahlstedt). - Zuschauer: 600.

 

Samstag, 11. März 1967
In Friedrichsorter Besetzung gegen Lägerdorf.

Nur Dau macht Girschkowski wieder Platz. Der Gast in aufsteigender form. Nachdem der VfL Oldesloe in neun Spielen hintereinander ohne Niederlage geblieben ist und bei zwei Unentschieden immerhin 16:2 Punkte geholt hat, rechnet er auch gegen den TSV Lägerdorf, der morgen um 15 Uhr im Travestadion antritt, mit einem Sieg. Der VfL sollte sich jedoch hüten, seinen Gegner, der sich zur Zeit in Abstiegsgefahr befindet, zu unterschätzen. Immerhin vermochte der TSV den Heider SV mit 3:1 zu schlagen. Er bewies damit am letzten Sonntag, daß er wieder in guter Verfassung ist.

Für die Oldesloer spricht, daß der TSV auswärts bislang noch nicht überzeugen konnte und in Bad Oldesloe auch stets ohne Sieg geblieben ist. Der VfL wird die in Friedrichsort siegreiche Mannschaft nicht ändern, allerdings wird für Uwe Dau wieder Gert Girschkowski im Tor stehen. Der Sturm spielt erneut mit Uwe Goronzi in der Mitte, wobei wir hoffen, daß der Oldesloer Mittelstürmer diesmal eine bessere Leistung zeigt, als in Friedrichsort, wo er konditionell nicht ganz auf der Höhe schien. Erst dann wird das Sturmspiel den notwendigen Druck erzeugen, der benötigt wird, um die Lägerdorfer Deckung, die bestimmt mit der Aufgabe eines 0:0 nach Bad Oldesloe kommen wird, zu durchbrechen. Gewinnen die Oldesloer auch dieses Spiel, dann dürfte ihnen zumindest der dritte Platz nicht mehr zu nehmen sein, und auch die Aussichten auf den zweiten Platz würden damit immer besser, mit dem zu Beginn der Saison doch bestimmt kaum jemand gerechnet hat.
ST

 

Sonntag, 12. März 1967
VfL gegen Lägerdorf am 25. März?

Da der Rasenplatz des Travestadions nicht bespielbar war, mußte das Punktspiel der Amateurliga zwischen VfL Oldesloe und dem TSV Lägerdorf ausfallen. Der Verbandsspielausschuß des SHFV hat grundsätzlich den 25. März für notwendig werdende Nachholspiele bestimmt. Es kann also angenommen werden, daß sich der VfL und der TSV Lägerdorf nunmehr am Ostersamstag im Travestadion gegenüberstehen werden.
ST

 

Freitag, 17. März 1967
VfL Oldesloe muß in Kiel vorsichtig sein.

Absteiger will sich ehrenhaften Abgang verschaffen. Bereits morgen um 15.30 Uhr tritt der VfL Oldesloe in Kiel gegen den Absteiger Borussia an. Mit 38 Verlustpunkten bei nur zwei Siegen bleibt den Kielern keine Chance mehr zum Klassenerhalt. Das ist für die Oldesloer jedoch kein Freibrief, diese Begegnung auf die leichte Schulter zu nehmen. Der Gastgeber kann unbeschwert seine restlichen Spiele absolvieren und möchte sich einen guten Abgang aus der Amateurliga verschaffen.

Im Hinspiel gelang dem VfL ein Rekordsieg von 8:0 gegen eine allzu harmlose Kieler Elf, die zwar im Mittelfeld zu spielen verstand, aber im Sturm doch nicht über die notwendige Durchschlagskraft verfügte. Siegt der VfL auch in Kiel und verliert Verfolger Schleswig (Anm.: gegen den Heider SV) seine Punkte, dann dürfte den Oldesloern der zweite Platz wohl kaum noch zu nehmen sein, zumal der VfR Neumünster als weiterer Anwärter auf diesen Platz sein Rückspiel in Bad Oldesloe austragen muß.
ST

 

Samstag, 18. März 1967
VfL-Spiel fällt aus!

Wie heute vormittag aus Kiel mitgeteilt wurde, muß das Punktspiel der 1. Amateurliga Schleswig-Holstein VfL Oldesloe gegen Borussia Kiel in Kiel ausfallen. Der Platz der Gastgeber ist durch den anhaltenden Regen unbespielbar.
ST

 

Montag, 20. März 1967
VfL ohne Spiel weiter auf Platz 2.

Termine für Nachholtreffen liegen bereits fest. Zum zweiten Male hintereinander mußte der VfL Oldesloe zwangsweise pausieren. Nach dem Spielausfall vorletzten Sonntag in Bad Oldesloe gegen den TSV Lägerdorf sagte am Samstag Borussia Kiel das Punktspiel ab, da der Schiedsrichter den Platz für nicht bestellbar erklärt hatte. Dennoch behauptet der VfL mit nur 23 Spielen den zweiten Tabellenplatz in der Amateurliga vor VfB Kiel und Heider SV, die jeweils bereits 26 Spiele absolviert haben. Der VfL wird nun am Ostersamstag um 15.30 Uhr in Kiel gegen Borussia und am Sonntag, dem 2. April um 15 Uhr im Travestadion gegen den TSV Lägerdorf seine Nachholspiele austragen. Dies hat der Spielausschuß des SHFV bestimmt.
ST

 

Donnerstag, 23. März 1967
Polizei Kiel - Angstgegner des VfL.

Zweimal nicht über ein 0:0 hinausgekommen. Kann der VfL Oldesloe seinen zweiten Platz in der Tabelle hinter Phönix Lübeck halten und sich die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Regionalliga sichern? Er liegt zwar mit drei Minuspunkten weniger vor dem schärfsten Verfolger Schleswig 06, doch muß er zur Festigung der guten Ausgangsposition am Samstag aus der Begegnung gegen Polizei Kiel in der Landeshauptstadt zwei Punkte mitbringen. Das Spiel beginnt um 15.30 Uhr.

Wenn der VfL Oldesloe seine derzeit gute Form auch in diesem treffen findet, sollte ihm durchaus ein Sieg gelingen. Die bisherigen Ergebnisse aus Punktbegegnungen der beiden Mannschaften sollten den Oldesloern aber zu denken geben. Sowohl im Hinspiel, als auch in der letzten Auswärtsbegegnung kam der VfL nicht über ein 0:0 hinaus und erhielt allgemein schlechte Kritiken. Um nicht erneut eine unliebsame Überraschung zu erleben, sollte der VfL das Treffen sehr ernst nehmen. Auch dürfen die Oldesloer nicht vergessen, daß für Polizei Kiel eine Niederlage schon der Abstieg bedeuten kann. Solche Mannschaften sind oft sehr gefährlich.
ST

 

Dienstag, 28. März 1967
VfL im Pech. Oldesloer wieder ohne Spiel.

Der VfL Oldesloe ist vom Pech verfolgt. Zum dritten Male hintereinander blieb er ohne Spiel. Diesmal war der Platz des Kieler Polizei-SV nicht benutzbar. Abgesehen davon, daß die Oldesloer durch das anhaltende Pausieren ihre Form und den Spielfluß verlieren könnten, denn auch das beste Training vermag keinen Punktekampf zu ersetzen, wird die Terminfrage immer schwieriger. Der VfL muß noch sieben Spiele absolvieren. Schon am Pfingstsamstag, dem 13. Mai, beginnen aber bereits die Aufstiegsspiele zur Regionalliga, an denen die Oldesloer teilnehmen zu können hoffen. Das erste Nachholspiel muß der VfL am kommenden Sonntag um 15 Uhr im Travestadion gegen den TSV Lägerdorf austragen. es sieht so aus, als ob der SHFV-Spielausschuß bei der Ansetzung mindestens eines der beiden anderen Nachholspiele auf einen Wochentag wird ausweichen müssen. Trotz der noch ausstehenden drei Spiele hat der VfL mit nur 15 Verlustpunkten gute Aussichten, den zweiten Tabellenplatz zu behaupten, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt.
ST

 

Samstag, 1. April 1967
Lägerdorf kein bequemer Gegner!

Wie ist dem VfL Oldesloe die Pause bekommen? Das am 12. März wegen Unbespielbarkeit des Travestadions ausgefallene Punktspiel gegen den TSV Lägerdorf wird nun morgen um 15 Uhr nachgeholt, vorausgesetzt, daß das Wetter nicht wieder die Austragung verhindert. Ein erneuter Ausfall würde die Terminnot noch vergrößern.

Nach drei Wochen Zwangspause steigt damit das erste Spiel für den VfL vor eigenem Publikum gegen eine Mannschaft, die dem VfL einfach nicht liegt. In Lägerdorf mußte er sich mit einem mühsam erkämpften 1:1 zufrieden geben, das Jahr zuvor verdarb der TSV dem VfL mit dem 0:0 den dritten Platz im entscheidenden letzten Spiel. Vor eigenem Publikum haben die Oldesloer bislang jedoch immer erfolgreich gegen den TSV abgeschnitten und wollen das natürlich auch wiederholen. Ob sich die lange Pause nicht nachteilig ausgewirkt hat, muß sich erst auf dem Spielfeld herausstellen.

In der Tabelle haben die Oldesloer nur Vorteile, da sie jetzt, nach Minuspunkten gerechnet, bereits fünf Punkte Vorsprung vor dem SV Friedrichsort haben. Dieser Abstand sollte der Mannschaft eine gewisse Beruhigung geben, so daß sie ohne Nervosität aufspielen und dem eigenen Publikum zeigen kann, daß die Erfolge der letzten Monate nicht von ungefähr kommen.
ST

 

 

Bis zum Jahr 1970