Sportstätten in Bad Oldesloe
Das Jahr 1968 

 

Mittwoch, 31. Januar 1968
Rohre aus der Sporthalle herausgerissen.

Erheblichen Schaden haben noch unbekannte Täter in der neuen Sporthalle am Bürgerpark angerichtet. Offenbar mutwillig wurden in den Waschräumen die neuverlegten Rohrleitungen herausgerissen.
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Dienstag, 27. Februar 1968
Sporthalle wird verglast.

Trotz des winterlichen Wetters sind die Bauarbeiten in der neuen Sporthalle im Bürgerpark in den letzten Wochen gut vorangekommen. Es konnte bereits mit dem Einbau der großen Fensterflächen begonnen werden.
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Donnerstag, 21. März 1968
Um 9000 DM billiger.

Zufrieden zeigte sich Bürgermeister Barth mit der Endabrechnung für den Bau der Gymnastikhalle der Stadtschule. Dieser war mit 320.000 DM veranschlagt worden. Die tatsächlichen Kosten betrugen 311.275 DM, blieben somit um nahezu 9000 DM unter dem Voranschlag.
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Donnerstag, 11. April 1968
Bühne für 80.000 DM.

Die Sporthalle im Bürgerpark soll auch eine moderne Bühne für kulturelle Veranstaltungen erhalten. Die Stadt hat einen Hamburger Experten für Bühnenbau mit der Planung beauftragt. Man rechnet mit Kosten von 70.000 bis 80.000 DM. Der Einbau einer besonderen „Regiekanzel“ ist ebenfalls vorgesehen.
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Montag, 29. April 1968
Poggenseebad wird einen Groschen teurer. …

 

Mittwoch, 8. Mai 1968
Keine Duschanlage.

Die Hoffnung, daß das Freibad noch in diesem Jahr die dringend benötigte Duschanlage erhält, wird immer geringer. Die Kosten sind mit 11.400 DM veranschlagt. Nach Möglichkeit sollte dieser Betrag im 1. Nachtragshaushaltsplan erscheinen. Die Finanzlage der Stadt erlaubt dies, wie Bürgermeister Barth mitteilte, jedoch nicht. Somit werden die Badegäste noch länger auf das Abspülen nach dem Bad verzichten müssen.
ST

 

Samstag, 1. Juni 1968
14 Grad im Poggensee.

Die Wassertemperatur im Poggensee betrug heute vormittag erst 14 Grad. Doch mit der langsam zunehmenden Erwärmung der Luft während der letzten Tage hat nach Auskunft von Schwimmmeister Arpe auch die Zahl der Badegäste allmählich zugenommen.
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Mittwoch, 12. Juni 1968
Doppelweihe für Stormarnhalle.

Die Sporthalle im Bürgerpark, die ihrer Vollendung entgegengeht, soll erst nach den Schulferien Ende September eingeweiht werden. Wie Bürgermeister Hermann Barth mitteilte, ist zunächst eine Einweihung durch die Stadtschule und die Sonderschule vorgesehen, deren Schüler dort ihren Turnunterricht erhalten werden. Dann soll noch eine Einweihung durch die Sportvereine folgen. Der Name steht bereits fest: Stormarnhalle. Die Bauarbeiten sind so weit fortgeschritten, daß bereits mit dem Einbau des Schwingbodens begonnen werden konnte.
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Mittwoch, 19. Juni 1968
Stühle für die Stormarnhalle.

Inneneinrichtung kostet insgesamt 180.000 DM.

Für die Inneneinrichtung der Stormarnhalle und die Ausstattung mit losen Turngeräten hat der Magistrat Aufträge in Höhe von rund 70.000 DM vergeben. Dazu gehören auch 832 Stühle zum Preis von 33.500 DM und Klapptische für 2000 DM.

5000 DM kosten die Turnmatten, und für die Garderobenanlagen müssen 5500 DM aufgewendet werden. Insgesamt wird die Inneneinrichtung dieser Sporthalle 180.000 DM kosten.

Auch die Aufträge für die Außenanlagen mit den Erd- und Straßenbauarbeiten sind für 55.000 DM vergeben worden. Dazu kommen noch gärtnerische Arbeiten in Höhe von 12.000 DM.

Wie Bürgermeister Hermann Barth mitteilte, konnte sich der Magistrat dagegen über den künstlerischen Schmuck an einer Wand der Eingangshalle nicht einig werden. Drei heimische Künstler haben Entwürfe eingereicht. Auch in den anderen zuständigen Ausschüssen ist die Meinung über diese Entwürfe geteilt. Daher soll dem Stadtparlament die Entscheidung überlassen bleiben.
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Donnerstag, 27. Juni 1968
Auch die Gartenlaube geopfert.

Mißgeschick bei Beginn der Außenarbeiten an der Stormarnhalle im Bürgerpark: Versehentlich fiel ihnen auch die hölzerne Gartenlaube des Bürgermeisters zum Opfer! „Da lag ein Mißverständnis vor“, meinte Bürgermeister Barth.

Gestern wurden für die Anlage eines Parkplatzes mehrere Bäume gefällt. Auch ein Stück des Bürgermeistergartens mit einigen Obstbäumen mußte dem Parkplatz weichen. Abgebrochen wird das alte Toilettengebäude mit zwei Garagen auf dem städtischen Grundstück Nummer 4.

Die Erd- und Straßenbauarbeiten für die Außenanlage der Sporthalle kosten 55.000 DM. Dazu kommen 12.000 DM für gärtnerische Anlagen.
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Freitag, 28. Juni 1968
Für die Hockeyspieler.

Für die Anlage eines Hockeyplatzes am Kurpark will die Stadt einen Betrag in Höhe von 10.200 DM leisten. Sie übernimmt die Grobplanierung mit der Bodenanfuhr und die Einzäunung des Platzes. Die Spielfläche soll von der Hockeyabteilung des Tennisclubs in Selbsthilfe hergerichtet werden. Die Gesamtkosten des Platzes sind mit 15.200 DM veranschlagt. Für die Restfinanzierung wird ein Kreiszuschuß erwartet.
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Samstag, 6. Juli 1968
Toilette abgebrochen.

Im Bürgerpark gibt es jetzt keine öffentliche Toilette mehr: Im Zuge des Ausbaues der Parkplätze vor der neuen Stormarnhalle mußte das Toilettengebäude mit den beiden Garagen auf dem städtischen Grundstück Nr. 4 abgebrochen werden. Es wurde bisher hauptsächlich von den Wochenmarktbesuchern benutzt. Beim Kreisreiterturnier am letzten Sonntag standen für die Teilnehmer und Besucher die Toiletten der Sporthalle zur Verfügung. Ob diese aber auch künftig für die Marktbesucher offengehalten werden, ist noch ungeklärt.
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Montag, 15. Juli 1968
Aggressive Plastik wird Sporthalle schmücken.

 „Mauersegler“ blieben auf der Strecke. Stadtväter als Kunstsachverständige.

Die Stadtverordnetenversammlung wählte den Schmuck für die neue Sport- und Veranstaltungshalle auf dem Exer aus. … Drei Künstler hatten Entwürfe eingereicht. Der Bauausschuß empfahl den Entwurf Aßmann (Sportler vor abstraktem Gerüst in Eisen oder Kupfer), während der Schul- und Kulturausschuß den Entwurf Egler (Mauersegler in Weißmetallverguß) als geeigneter ansah.

Modelle wurden während der Sitzung herumgereicht. Als Georg Schömer (SPD) einen abstrakten Entwurf hochhielt, wurde er von einem Kollegen mit dem Zuruf „Verkehrt ‘rum!“ auf einen kleinen Irrtum bei der Betrachtung aufmerksam gemacht.

Stadtrat Wilhelm Moog (CDU) empfahl die Mauersegler: „Es ist eine Mehrzweckhalle. Deshalb sind neutrale Figuren vorzuziehen. Der Mauersegler wird im Volksmund als Glücksbringer angesehen. Wir sollten ihn auch als Glücksbringer in der Halle anbringen.“ Georg Schömer schloß sich dieser Interpretation an: „Gegenständliche Entwürfe sind für alle Besucher verständlich!“

Heinz Peters (SPD) äußerte allerdings andere Vorstellungen: „Diese sogenannten Mauersegler könnten auch Löwenzahlpusteln sein. Ich sehe keinen Symbolwert darin. Wir müssen den Mut haben, die andere Darstellung vorzuziehen.“ Stadtrat Bernhard Nowak (WBO): „Wir haben uns zu entscheiden für Harmonie, Ruhe, für alles das, was wir nicht haben, uns aber wünschen, oder für den aggressiven Entwurf des Künstlers Aßmann.“ Rudolf Timm (CDU) hielt den Entwurf „Mauersegler“ für wertvoller, weil der Künstler viel mehr Zeit bei dessen Ausführung benötige. Heinz Peters: „Seit wann bewertet man Kunstwerke nach Arbeitsstunden?“

Schließlich entschieden sich elf Stadtverordnete für den abstrakten Turner (Aßmann) und neun Abgeordnete für den Mauersegler (Egler). Damit wird die Halle doch mit einem „aggressiven Kunstwerk“ geschmückt werden.
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Mittwoch, 24. Juli 1968
Generalprobe in der neuen Halle.

Die Stormarner Kreissporthalle wurde inoffiziell in Betrieb genommen. In den späten Nachmittagsstunden rollte das runde Leder. Die Maler hatten die übrigen Bauhandwerker zu einem zünftigen Fußballspiel herausgefordert. Es fielen viele Tore. Pünktlich zum Feierabend wurde das Spiel abgepfiffen. Wie verlautet, soll die Halle am 12. Oktober mit einem großen sportlichen Programm eingeweiht werden.
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Montag, 12. August 1968
Poggensee wird wissenschaftlich angebohrt.

Aus den Ablagerungen früherer Vegetation lassen sich Jahrtausende rekonstruieren. …

 

Samstag, 17. August 1968
Union-Baracke.

Am Samstag kommender Woche will der SC Union seine Sportbaracke im Kurparkstadion offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Die Baracke diente früher dem evangelischen Kindergarten im Bürgerpark als Unterkunft und wurde dem Sportverein von der Stadt als Ersatz für den festen Bau eines Sport- und Jugendhauses geschenkt. Sie ist von Vereinsmitgliedern abgerissen und wieder neu aufgestellt worden. Kreis und Stadt gaben Zuschüsse. Am 24. August um 15 Uhr soll die Einweihungsfeier beginnen, die von Fußballspielen der Buben- und Alte-Herren-Mannschaft sowie Darbietungen des Union-.Spioelmannszuges unter Leitung von Paul Fedder umrahmt wird. Um 16 Uhr erfolgt dann der Anstoß zum Punktspiel SC Union gegen Preußen Reinfeld.
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Dienstag, 20. August 1968
Busbahnhof vor der Sporthalle.

Für die Besucher der neuen Stormarnhalle im Bürgerpark hat die Stadt jetzt vor dem städtischen Bürogebäude einen kleinen Omnibus-Bahnhof anlegten lassen. Dort sollen die Busse der Sportler abgestellt werden. Der neue Parkplatz vor der Sporthalle, dem der Bürgermeistergarten und einige Bäume geopfert werden mußten, geht seiner Vollendung entgegen. Die gläserne Wand der Halle erhält gegenwärtig noch eine Sonnenblende. Bis auf spezielle kleine Restarbeiten ist die Halle fertiggestellt. Sie soll von den Schulen Ende September als Doppelturnhalle eingeweiht werden. Die Sportler planen für den 12. Oktober eine besondere Einweihung mit einem großen sportlichen Rahmenprogramm.
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Freitag, 23. August 1968
SC Union im eigenen Klubheim. …

 

Samstag, 24. August 1968
Nun hat das Kurparkstadion ein Sportlerheim.

Ein Spannung versprechendes Fußballspiel und die Ankündigung, daß die Sportlerbaracke feierlich eingeweht werde, hatte zahlreiche Zuschauer in das Kurparkstadion gelockt. Die ehemalige Kindergartenbaracke ist seit ihrem Umzug von dem schattigen Bürgerpark zum sonnenüberfluteten Sportplatz am Kurpark kaum wiederzuerkennen. Sie hat dank der fleißigen Hände, die sich für die gute Sache regten, eine sehr vorteilhafte Verjüngungskur durchgemacht.

Außer den Sportlern, vornehmlich des SC Union Oldesloe, steht die Baracke dem Jugendspielmannszug als Übungsraum zur Verfügung. Bürgerworthalter Koch dankte während der Einweihungsfeier dem Vorsitzenden des SC Union, Willi Främke, im Namen der Stadt für die Mühe, die er und seine Vereinskameraden beim Wiederaufbau der Baracke und bei ihrer Ausstattung aufgewendet haben. Zu der kleinen Feier hatten sich die Stadtverordneten Brockmöller, Nowak, Frau Scherschinski, Schröder und Wölk, ferner DGB-Kreeisvorsitzender Bössow, die Kreisfußballverbandsvertreter Gesche und Bartkowiak und Freunde des SC Union eingefunden. Postsportvereins-Vorsitzender Maack stiftete als Wandschmuck ein Bild der alten Oldesloer Kranbrücke. Die Feier wurde mit einem Imbiß beendet.
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Samstag, 31. August 1968
Sporthalleneinweihung.

Die Sporthalle im Bürgerpark, die der Stadtschule und der Sonderschule als Turnhalle dient und erst in zweiter Linie für den Vereinssport und für kulturelle, politische und ähnliche Veranstaltungen zur Verfügung steht, soll am 28. September eingeweiht werden. Die beiden genannten Schulen haben die Gestaltung der Einweihungsfeier übernommen. Ihr Programm einüben können sie bisher nicht in der Halle, weil dort noch Handwerker tätig sind. Alle Turngeräte sind bereits angeliefert. In den nächsten Tagen ist mit der Lieferung des beweglichen Gestühls zu rechnen. Es handelt sich dabei um 832 Stahlrohrstühle mit hellgrauer Kunststoffschale. An festmontierten Sitzplätzen besitzt die Halle 216.
ST

 

Montag, 9. September 1968
Endgültig „Stormarnhalle“.

Die Sport- und Veranstaltungshalle auf dem Exer bekam kurz vor der Einweihung ihren offiziellen Namen: sie heißt nun endgültig „Stormarnhalle“.

… Eine lebhafte Debatte entspann sich, als es unter dem Punkt „Verschiedenes“ um die Benennung der Großturnhalle auf dem Exer ging. Einige Stadtvertreter setzten sich dabei so heftig für ihren Standpunkt ein, daß die Aussprache für einige Augenblicke persönlich zu werden drohte.

Der stellvertretende Bürgerworthalter Walter Busch (WBO) schlug den Namen „Travehalle“ vor. Das sei die bessere Wortwahl im Hinblick auf das „Travestadion“. Er kritisierte, daß sich die Bezeichnung „Stormarnhalle“ durch die Untätigkeit der Stadtvertretung in der Öffentlichkeit und in der Presse bereits festgesetzt habe. Sein Fraktionskollege Bernhard Nowak schloß sich dem Vorschlag „Travehalle“ an. Dieser Name klingt so „stadteigen“. Es handele sich schließlich um eine Oldesloer Halle.

Nun ging es darum, ob die Trave mehr zu Lübeck oder zu Oldesloe gehört. Heinz Peters (SPD) bezeichnete das hiesige Flußbett als „Blinddarmfortsatz“. Dann tat er einen Griff in die Geschichte, der sich aber, da er Stormarn fälschlicherweise zum ehemaligen Herzogtum erhob, als Fehlgriff erwies. Argumente dieser Art wurden mehrere ausgetauscht.

Die Befürworter der Bezeichnung „Stormarnhalle“ setzten sich langsam durch. Stadtrat Heinz Sonnenberg (SPD) sagte, schließlich solle die Halle zum kulturellen und sportlichen Mittelpunkt im Kreise Stormarn werden. Stadtverordneter Günther Brall (FDP) ergänzte: „Wir müssen auch dem Kreis einen gewissen Dank zollen. Ohne die finanziellen Beihilfen hätten wir die Halle überhaupt nicht bauen können. Ich denke auch an die künftige Schwimmhalle. Vielleicht bekommen wir dann auch wieder Geld?“

Nachdem der 1. Stadtrat Karl Gerlach (SPD) darauf hingewiesen hatte, daß nur eine Halle in dieser Größenordnung im ganzen Kreis gebaut werde und deshalb ein repräsentativer Name angemessen sei, stimmten lediglich die Abgeordneten der Wählergemeinschaft nicht dafür. Die anderen Stadtverordneten entschlossen sich für diesen Namen, der in Bad Oldesloe schon seit Wochen benutzt wird.
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Montag, 9. September 1968
Geld für Hockeyplatz.

Auf Antrag des Finanzausschußvorsitzenden Georg Schömer (SPD) gab das Stadtparlament 3800 DM im Vorwege für die Restfinanzierung des Hockeyplatzes frei. Bis zur Aufstellung des Nachtragshaushaltes kann nicht gewartet werden, da das gute Spätsommerwetter für den Weiterbau ausgenutzt werden soll. Falls es gelingt, noch in diesem Jahr den Rasen auszusäen, können vielleicht schon im nächsten Frühjahr die ersten Spiele auf dem neuen Platz ausgetragen werden.
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Donnerstag, 12. September 1968
Die Stormarnhalle wird zweimal eingeweiht.

Einmal durch die Schulen, dann durch die Sportler. …

 

Donnerstag, 12. September 1968
Sie dürfen ins Wasser.

Die Schließung des Freibades Poggensee bedeutet nicht das ende der Badesaison. Der Magistrat hat nämlich den Schulen erlaubt, die Einrichtung bei günstiger Witterung zu benutzen, um den Kindern Gelegenheit zu geben, Frei- und Wanderfahrtenschwimmzeugnisse zu erwerben.
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Montag, 23. September 1968
Es wird schon geturnt.

In der Stormarnhalle am Bürgerpark empfing zum ersten Male eine Schulklasse Turnunterricht. Die offizielle Einweihung wird am kommenden Samstagvormittag erfolgen. Inzwischen konnten auch die gesamten Außenanlagen termingerecht fertiggestellt werden. Der Parkplatz mit dem kleinen Busbahnhof hat die letzte Verschleißdecke erhalten, und auf den angelegten Flächen um die Halle ist sogar der Grasssamen schon aufgelaufen.
ST

 

Mittwoch, 25. September 1968
Einweihungsprogramm.

Für die Einweihung der Stormarnhalle am kommenden Samstag sieht das Programm nach einer Einleitungsmusik durch den Chor der Stadtschule und der Instrumentalgruppe des Theodor-Mommsen-Gymnasiums die Schlüsselübergabe an Bürgerworthalter Koch durch den Vorsitzenden des Bauausschusses, Stadtrat Gelhausen, vor. Dann wird der Bürgerworthalter eine Ansprache halten, an die sich die Grußworte von Gästen anschließen. Es folgen turnerische Darbietungen von Schülern der Stadtschule und der Realschule und eine Besichtigung der neuen Sport- und Veranstaltungshalle.
ST

 

Mittwoch, 25. September 1968
Sporthallenscheiben schußfest.

Selbst gegen „Bomben“ der Stadtväter immun. Ob die großen Glasscheiben der neuen Sporthalle auch schußfest sind, wollten die Mitglieder des städtischen Bauausschusses bei der technischen Abnahme ganz genau wissen. Mehrere Stadtväter legten sich den Fußball zurecht und schossen einige „Bomben“ ab. Die Scheiben aus Sicherheitsglas hielten den „Scharfschüssen“ stand. Auch gegen die Hallenwand wurde geballert.

Mit kritischen Augen prüften die Bauausschußmitglieder in Anwesenheit der Bauexperten die technischen Einrichtungen und Raffinessen der Stormarnhalle, die in vollem Licht erstrahlte. Es gab keine Beanstandungen seitens der Abnahmekommission.

Für die Einweihung am Samstag waren schon zwanzig Reihen mit je zwanzig blauen Stühlen aufgestellt. Zu dem Festakt um 11 Uhr ist die gesamte Bevölkerung eingeladen. Sie kann im Anschluß an die Einweihungsfeier die Halle besichtigen.
ST

 

Freitag, 27. September 1968
Einweihung der Stormarnhalle.

In 16 Monaten fertig geworden.

Im Mai 1965 …

 

Samstag, 28. September 1968
Meilenstein auf dem Weg zum Kreissportzentrum. Stormarnhalle eingeweiht.

Zahlreiche Vertreter der Stadt, des Kreises, der Vereine und der Bundeswehr nahmen am Vormittag an der Einweihung der Stormarnhalle im Bürgerpark teil. Viele Bürger nutzten die Gelegenheit, „eine der schönsten Hallen in unserem Lande“, wie Bürgerworthalter Georg Koch sagte, gleich am ersten Tage kennenzulernen.

Es zeigte sich, welch große Besucherzahl die Stormarnhalle fassen kann. Obwohl mehrere hundert Menschen erschienen waren, blieben die meisten Reihen unbesetzt. Dabei hatte der Hausmeister noch nicht einmal alle Stühle aufgestellt. Die Kreisstadt besitzt nun für den Schul- und Vereinssport, aber auch für Aufführungen und andere Veranstaltungen eine Stätte, wie sie in dieser Größe einmalig in ganz Stormarn ist.

Bürgermeister Hermann Barth begrüßte die Gäste und eröffnete den Reigen der Lobes- und Dankesworte an alle Personen und Stellen, welche die Halle geplant, gebaut und finanziert haben. „Ich bin glücklich, daß eine meiner letzten Amtshandlungen als Bürgermeister dieser Stadt der Einweihung dieser Halle dient“, sagte er. Diplomingenieur Herbert Schmedje dankte für das Vertrauen, das die Stadt ihm mit der Wahl seines Entwurfes bewiesen habe und übergab Bürgerworthalter Koch symbolisch den Schlüssel.

Der Bürgerworthalter nannte die Fertigstellung der Stormarnhalle einen „Meilenstein in der Entwicklung unserer Stadt auf dem Weg zum Kreissportzentrum“. Er ging auf die Vorgeschichte des Baues und auf die Schwierigkeiten bei der Finanzierung ein. Als er den 450.000 DM betragenden Zuschuß des Kreises Stormarn erwähnte, unterbrach langanhaltender, dankbarer Beifall der Zuhörer seine Rede. Auch der Eigenanteil der Stadt (411.000 DM) wurde beklatscht.

An die Ansprache des Bürgerworthalters schloß sich eine Reihe weiterer Dankes- und Grußworte an. Rektor Karl-Heinz Goldenbaum sprach für die Stadt- und die Sonderschule. Oberrechtsrat Ludwig Buschmann überbrachte in Vertretung des Landrats die Grüße des Kreises. „Die Stormarnhalle hat die Attraktivität Bad Oldesloes gesteigert“, sagte er. „Darüber freuen wir uns. Der Kreis Stormarn steht der Entwicklung seiner Kreisstadt mit Aufgeschlossenheit gegenüber!“

Dr. Walter Gelhausen bezeichnete die Halle als „Prachtstück“. Als Vertreter des Kuratoriums Kreissportzentrum dankte er allen Beteiligten für diese hervorragende Sportstätte. Er erwähnte die früheren Bemühungen seiner Arbeitsgemeinschaft, die Stadtvertretung für den Bau einer Großturnhalle zu gewinnen. „Der inzwischen verstorbene Stadtrat Mahrdt war der erste, der den Gedanken aufgegriffen hat. Gerade an dieser Stelle sollten wir heute den Namen Willy Mahrdt ehren!“

Als letzter Redner ergriff Schulrat Heinrich Lüth das Wort. Als Pädagoge sei er beim Anblick des geschaffenen Werkes voller Freude an diesem Tag. Er wandte sich an seine Schüler: „Euch Jungen und Mädchen rufe ich zu: Nutzt die Möglichkeiten, die Euch geboten sind!“

Dann zeigten größere und jüngere Schüler der Stadt- und der Realschule turnerische Übungen.

Großen Anklang fanden die Übungen der Realschüler mit einfachen Sitzbänken. Turn- und Sportlehrer Walter Busch bewies mit den von ihm erdachten Übungen, wie man konzentrierte Körperschulung auch mit einem nicht eigens für die Leibesübungen konstruierten Gerät betreiben kann. Die sechs Riegen hatten offensichtlich großen Spaß bei den exakten Vorführungen. Der Beifall der Zuschauer bedeutete nicht nur Anerkennung für die sich in prächtiger Verfassung vorstellenden Jungen, sondern auch Zustimmung zu der Feststellung Walter Buschs: „Diese Übungen allmorgendlich zehn Minuten lang, und die Ärzte hätten bedeutend weniger Arbeit!“

Die Einweihungsfeier wurde musikalisch umrahmt vom Chor der Stadtschule und von der Instrumentalgruppe des Gymnasiums. Als Chorleiter fungierte Konrektor a.D. Klimitz, der, obwohl nicht mehr im Dienst, zur Feier des Tages noch einmal die Leitung übernommen hatte.
ST

 

Montag, 14. Oktober 1968
Stadtväter haben ein Herz für den Sport.

Stadtparlament bewilligte weitere Mittel für die Stormarnhalle.

… In der Stadtverordnetenversammlung ging es um die Benutzungsordnung für die Stormarnhalle. Die Sitzung begann mit einem Dank an den Kreissportverband für die am Samstag in der Stormarnhalle gezeigte Schau. Bürgerworthalter Georg Koch (CDU) hob namentlich die Arbeit der Organisatoren Bernhard Nowak und Jürgen Scharnow hervor. „Ich glaube, daß die Halle nicht würdiger eingeweiht werden konnte“, sagte er.

Die Versammlung verabschiedete die Benutzungsordnung für die Stormarnhalle. In dieser Satzung werden auch die Gebühren festgesetzt. Danach sind (einschließlich Kosten für Reinigung, Licht und Heizung) folgende Entgelte zu zahlen: Übungsstunde pro Verein 5 DM, Veranstaltungen der Vereine 20 DM, Größere Sportveranstaltungen 100 DM, Großveranstaltungen über vier Stunden 150 DM, Ganztägige Tagungen 100 DM.

Diese Unkostenbeiträge reichen nicht aus, den laufenden Unterhalt der Halle zu bestreiten. Die Stadt muß außerdem jährlich 60.000 bis 70.000 DM zuschießen.

„Wenn wir die Halle kostengerecht vermieten wollten, müßten wir 25 DM pro Stunde nehmen!“ sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter-Klaus Lippert. „Die 5 DM sind nur ein Anerkennungsbetrag, den wir fordern müssen. Die Mehrheit meiner Fraktion hält diesen Betrag für gerechtfertigt.“

Zur besonderen Minderheit in der Fraktion gehörte offenbar Ernst Schröder (SPD). Er bezeichnete die Summe von 3 DM als ausreichend. Außerdem seien 20 DM für eine Vereinsveranstaltung zu hoch: „Wir sollten versuchen, mit weniger auszukommen!“

Für die CDU beantragte ihr Fraktionsvorsitzender Dieter Achterberg, die Benutzungsentgelte erst probehalber festzusetzen. „Bei den Etatberatungen können wir dann noch einmal überprüfen, ob sie praxisnah sind.“

Günther Brall schloß sich im Namen der FDP diesem Vorschlag an. Er meinte, man solle den Turnern und Basketballspielern, die die Halle häufig benötigen, zur Not Ermäßigung gewähren.

„So gefährlich kann es für die Vereine gar nicht werden!“ betonte Stadtrat Bernhard Nowak (WBO). „Die Stadt hat das Ihre getan, die Halle zu erstellen. Warten wir nun auf den Beitrag der Sportvereine!“

Anschließend wurde geklärt, ob in der Halle auch Fußball gespielt werden darf. In der Satzung ist diese Frage etwas undurchsichtig formuliert. Stadtverordneter Konrad Wölk (SPD) verdächtigte aus diesem Grunde sogar den Bürgermeister, „fußballfeindlich“ zu sein.

Bürgermeister Gottfried Baethge: „Warum fußballfeindlich? Das ist doch im Text geklärt!“ Konrad Wölk: „Da ist es aber etwas vorsichtig ausgedrückt!“ Günther Brall: „Was nicht verboten ist, ist erlaubt, Herr Wölk!“

Bürgerworthalter Koch und Stadtrat Heinz Sonnenberg stellten noch einmal fest: Es darf Fußball gespielt werden - aber nur nach Hallenregeln.

Schließlich stimmte nur Ernst Schröder gegen die Benutzungsordnung. Konrad Wölk enthielt sich der Stimme. Alle anderen Stadtverordneten beschlossen, gemäß dem Vorschlag von Dieter Achterberg zu verfahren.

Anschließend zeigten die Stadtväter ein weiteres Mal, daß sie den Wünschen der Sportvereine nach Möglichkeit entgegenkommen. Obwohl keine Zuschüsse für die Einrichtung der Stormarnhalle mit Geräten für den Vereinssport gezahlt werden, beschlossen die Parlamentarier, trotzdem 8070 DM aus dem Gewinnanteil der Kreissparkasse zu diesem Zweck auszugeben. Davon will man Tennisnetz, Hockeybande, Tischtennistische, Netze, Boxen und Ständer anschaffen.

„Wir sind dem Sport gegenüber durchaus gebefreudig“, sagte Stadtrat Werner Schmacka (CDU). „Das sollte der Öffentlichkeit einmal zur Kenntnis kommen!“
ST

 

Montag, 14. Oktober 1968
Häßliche Bretterwände. …

 

Mittwoch, 16. Oktober 1968
1969 Bau der Nordtangente?

Größtes Hindernis: schwieriger Grunderwerb.

Im nächsten Jahr soll mit dem Bau der seit fünf Jahren geplanten nördlichen Umgehungsstraße (Nordtangente) begonnen werden, um die engen Straßen in der Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Diese Mitteilung machte jetzt Bürgermeister Gottfried Baethge vor der Presse. Er habe vom Lübecker Straßenbauamt erfahren, daß für dieses Projekt genügend Mittel zur Verfügung stünden. Von den veranschlagten Gesamtkosten von etwa vier Millionen DM werde der Bund 3,5 Millionen DM tragen. Demnach müßte die Stadt selbst rund 500.000 DM Eigenmittel bereitstellen. Die für den Straßenbau eingebrachten städtischen Grundstücke, wie zum Beispiel der Geländestreifen im Bürgerpark, würde darauf angerechnet.

Die Stadtverwaltung habe die baureifen Pläne für die Straßenführung kürzlich an die Landesstraßenbaubehörde zur Weiterleitung an das Bundesverkehrsministerium eingereicht. „Wir hoffen, nun sehr bald den Bewilligungsbescheid aus Bonn zu bekommen, hob der Bürgermeister hervor.“

Die Grundstücksverhandlungen für die Trasse dieser neuen Umgehungsstraße seien aber noch nicht abgeschlossen. In drei Fällen würden die Grundeigentümer zu hohe Preise für die Landabgabe fordern. Notfalls müsse daher ein Enteignungsverfahren eingeleitet werden, um den Baubeginn für diese Straße nicht zu verzögern.

Aus der ursprünglichen Planung einer „nördlichen Tangentenstraße“, die den Verkehr von außerhalb an die Innenstadt heranführen soll, ist inzwischen eine echte Umgehungsstraße für den Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße 75 geworden. Früher war davon die Rede, daß an dieser Tangente im Bürgerpark auch größere Parkflächen geschaffen werden, wo die auswärtigen Besucher ihre Fahrzeuge abstellen können, um die Innenstadt vom ruhenden Verkehr zu entlasten. Die jetzt eingereichten Pläne sehen solche Parkflächen nicht mehr vor.

Es ist im Bürgerpark auch keine Abfahrt eingeplant. Die Straße wird auf einem hohen Damm durch den Bürgerpark bis zur Schützenstraße verlaufen. Aus Richtung Pferdemarkt wird sie auf einer neuen Spannbetonbrücke über die Trave geführt. Die Kosten für diese Brücke sind in den vier Millionen DM enthalten.

Nach Fertigstellung der Nordtangente soll der gesamte Durchgangsverkehr von der Bundesstraße 75 auf diese nördliche Umgehung verlegt werden. Sie wird offiziell als „B 75“ ausgezeichnet. Daher hat das Bundesverkehrsministerium auch die Bauhoheit dafür übernommen und bei der Planung und Linienführung die letzte Entscheidung.
ST

 

Dienstag, 22. Oktober 1968
Stundenplan für die Stormarnhalle.

Die Stadt konnte die Wünsche der Sportvereine hinsichtlich der Benutzung der Stormarnhalle erfreulicherweise im wesentlichen erfüllen.

Nach der Benutzungsordnung steht die Stormarnhalle jeden Werktag von 8 bis 17 Uhr und samstags von 8 bis 13 Uhr den Schulen zur Verfügung. Die Benutzungszeiten wurden von der Stadtschule mit den anderen Schulen abgesprochen und in einem Zeitplan festgelegt. Da die Halle bekanntlich in erster Linie als Großturnhalle für die Stadt- und die Sonderschule gebaut worden ist, besitzt die Stadtschule das Hausrecht sowie ein gewisses Vorrecht bei der Hallenbenutzung.

Für die Benutzung der Halle in der außerschulischen Zeit (werktags von 17 bis 22 Uhr) hat die Stadtvertretung aufgrund der vorliegenden Anträge der Sportvereine einen Raumbenutzungsplan genehmigt. Nicht berücksichtigt wurde vorläufig ein Antrag der Personalvertretung der Kreisverwaltung, die die Halle einmal wöchentlich 1 ½ Stunden lang für den Betriebssport zur Verfügung gestellt haben wollte.

Man erfüllte zuerst die Wünsche der Vereine, weil es sich hierbei um Sportarten handelt, die für die Großhalle besonders wichtig ist: Handball, Faustball, Fußball, Hockey und so weiter. Dem Personalrat der Kreisverwaltung wird eine der anderen Turnhallen angeboten werden.
ST

 

Mittwoch, 30. Oktober 1968
Die Meinung des Lesers.

Enteignung für die Nordtangente? …

 

Dienstag, 5. November 1968
Zur Stormarnhalle.

An der Einmündung zur Schützenstraße und zum Bürgerpark hat die Stadt weiße, innerörtliche Wegweiser mit der schwarzen Aufschrift „Stormarnhalle“ aufgestellt. Sie sollen auswärtigen Besuchern die Orientierung ermöglichen.
ST

 

Samstag, 16. November 1968
Hallenheizung fiel aus.

Nur wenige Wochen nach der Freigabe der Stormarnhalle für die Benutzung durch Schulen und Sportvereine gab es heute die erste Panne. Die Ölheizung versagte. Der Hausmeister bemühte sich um Abhilfe, konnte die Störung bis zum Mittag nicht beseitigen. Der Schulsport fiel deshalb heute aus.
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Dienstag, 19. November 1968
Heizung wieder intakt.

In der Stormarnhalle ist es wieder warm. Zwar war am Samstagvormittag die Heizung ausgefallen, doch bis zum frühen Nachmittag hatten Monteure den Fehler gefunden, so daß um 14 Uhr beim Anpfiff des ersten von 27 für Samstag/Sonntag angesetzten Handballspielen die Heizkörper wieder Wärme spendeten.
ST

 

Montag, 25. November 1968
Neue Hallenbadspende.

In der Stadtverordnetenversammlung dankte Bürgerworthalter Georg Koch dem Kaufmann Gerhard Nickel für seine 5000-DM-Spende zum Bau einer Schwimmhalle in der Kreisstadt. Unter dem Beifall der Anwesenden konnte der Bürgerworthalter eine weitere erfreuliche Nachricht anfügen: „Heute nachmittag ist bereits die zweite Spende für den Hallenbadbau eingegangen. Der Buchhändler Hans Werner Meyer hat 300 DM gestiftet. Das soll uns ein Ansporn sein. Den Plan weiterzuverfolgen. Wenn die Spenden unserer Bürger und Geschäftsleute auch in Zukunft so fließen, werden wir die Schwimmhalle bestimmt realisieren können!“
ST

 

Freitag, 6. Dezember 1968
Schon 6300 DM für Hallenbad.

Spendenfluß in Bad Oldesloe auf Sonderkonto hält an. …

 

Samstag, 14. Dezember 1968
Wo bleibt Oldesloes Hallenbad-Aktion? …

 

Montag, 16. Dezember 1968
Auftakt zur Schwimmhallendebatte. …

 

 

 

Bis zum Jahr 1970