Kreissportverband Stormarn

Das Jahr 1968

 

Freitag, 1. März 1968
Jugendsporttag einberufen.

Der Kreissportverband hat den Kreissportjugendtag für Samstag, den 16 März um 16 Uhr einberufen. Die Tagung, die im Jugendheim stattfindet, dient der Vorbereitung des KSV-Verbandstages.

ST

 

Samstag, 16. März 1968
Nicht nur schimpfen, sondern mitmachen!

Kreissportjugendwart Peters: Unsere 12.252 Jugendsportler brauchen Betreuer. „Geld für die Jugendarbeit steht bereit, aber an Erwachsenen Mitarbeitern fehlt es sehr. Wird es bei dem bequemen Schimpfen über die Jugend von heute bleiben, oder wird unser Ruf nach Jugendbetreuern Gehör finden?“

Diese Frage stellte Kreissportjugendwart Heinz Peters beim Kreissportjugendtag im Oldesloer Jugendheim. Wie er berichtete, hat der Kreis in diesem Jahr erstmalig 10.000 DM zur Verteilung an Jugendgruppenleiter bereitgestellt. Jeder Leiter erhält nunmehr monatlich fünf DM zur Deckung der Unkosten. Für größere Vereine wird die Pauschale entsprechend der Mitgliederzahl erhöht.

Gegenwärtig gibt es in Stormarn 107 Jugendgruppen mit 16.314 Mitgliedern. Von ihnen entfallen auf die Sportjugend 46 Gruppen mit 12.252 Jugendlichen. Die 61 anderen Jugendgruppen besitzen 4062 Mitglieder. Interessant ist ein Vergleich mit 1949. Damals bestanden 151 Jugendgruppen mit 10.222 Mitgliedern. Sie verteilten sich auf 56 Sportgruppen mit 5612 Mitgliedern und 95 andere Gruppen mit 4610 Mitgliedern.

Heinz Peters berichtete u.a., daß über 1200 Mitglieder der Sportjugend im vergangenen Jahr an Fahrten und Lagern teilgenommen haben. Die Sportjugend führte im Auftrage des Kreisjugendringes eine deutsch-italienische Jugendbegegnung in Eggental durch. Außerdem fanden 17 internationale Sportbegegnungen im Ausland bzw. in Stormarn statt. Diese Arbeit wurde mit einem finanziellen Aufwand von 23705,41 DM geleistet.

Die Sportjugend ist auch in diesem Jahr wieder beauftragt worden, eine internationale Jugendbegegnung durchzuführen, und zwar in Cala Figuera/Mallorca. Außerdem gab der Vorsitzende Informationen über die verschiedenen Beihilfemöglichkeiten sowie über die Olympiafahrt der deutschen Jugend nach Mexiko 1968. Letzter Anmeldeschluß der Mädchen und Jungen der Jahrgänge 1948 bis 1951 bei der deutschen Sportjugend in Frankfurt/Main ist der 31. März.

Bei den Vorstandswahlen wurde an Stelle der aus Stormarn verzogenen Ute Lochinger (bisher Bargteheide) Käthe Peters (Bad Oldesloe) zur Mädelwartin gewählt. Für die Beisitzer Karl-Heinz Schmidt (Bad Oldesloe) und Albrecht Hennings (Reinfeld) erfolgte Wiederwahl.

ST

 

Samstag, 30. März 1968
Randgebietvereine fast vollzählig im KSV.

Nur zwei stehen noch abseits. Heute Verbandstag in Bargteheide. Der Kreissportverband Stormarn hat sich um diejenigen Stormarner Sportvereine, die dem Hamburger Sportbund angehören, vervollständigt. Nur der Tennisclub Ahrensburg und der Sportverein Voran Ohe fehlen noch.

Dies stellt Hansjoachim Berg als 1. Vorsitzender des Kreissportverbandes in seinem Jahresbericht für 1967 fest, den er im Rahmen einer umfangreichen Schrift dem heute vormittag im Bargteheider „Schützenhof“ zusammengetretenen 20. Verbandstag vorlegt. Er nennt als neue außerordentliche Mitglieder aus dem, Hamburger Randgebiet die folgenden Vereine: Ahrensburger TSV, SSC Hagen, SV Glashütte, Tura Harksheide, TSV Reinbek, SV Großhansdorf und TSV Glinde. Als neue Mitglieder begrüßt er den Bargfelder SV und die Reit- und Fahrvereine Ahrensburg-Hamburg-Ost und Trittau.

Insgesamt gehören nunmehr dem KSV 63 Sportvereine mit 11.858 Mitgliedern an. Dazu gesellen sich die zehn außerordentlichen Mitgliedsvereine des Hamburger Randgebiets mit 8620 Mitgliedern. Die angeschlossenen Vereine betreiben 28 verschiedene Sportarten.

Wie der Vorsitzende feststellt, ist der Sport auf kommunalpolitischer Ebene beim Kreis durch den Sozial-, Gesundheits- und Sportausschuß vertreten, als dessen Vorsitzender Kreisrat Hubert Priemel (Ahrensburg) fungiert. Die beiden Sportvertreter werden als sogenannte Sachverständige gehört, dürfen aber an den Beschlüssen selbst nicht teilnehmen. Der neue Ausschuß tagte 1967 siebenmal in Sportangelegenheiten. Die Summe von 205.000 DM, die der Kreis im Etat für 1968 für Sportzwecke ausweist, ist in Zusammenarbeit mit dem Sportausschuß des Kreises und dem Kreisprüfungsausschuß des KSV errechnet worden. der überwiegende Teil wird in Sportplatzbauten fließen.

1967 meldeten sich 46 Teilnehmer zur Ausbildung als nebenberufliche Übungsleiter. Von ihnen absolvierten 23 Männer und Frauen den Lehrgang mit Erfolg. Alle bisher ausgebildeten Übungsleiter werden in diesem Jahr zur weiteren Schulung zusammengezogen werden. Besonderen Wert legt der KSV-Vorstand auf die Frauenarbeit. 1967 fanden zwei gut besuchte Lehrgänge statt, für dieses Jahr sind vier weitere geplant.

ST

 

Samstag, 30. März 1968
Ein Bild regen sportlichen Lebens in Stormarn.

KSV zeichnete verdiente Sportpioniere und Mitarbeiter aus. Berg wiedergewählt. 123 Delegierte aus 74 Stormarner Sportvereinen nahmen am 20. Verbandstag des Kreissportverbandes im „Schützenhof“ in Bargteheide teil. Die Tagung, zu der KSV-Geschäftsführer Jürgen Scharnow (Bad Oldesloe) eine umfangreiche Schrift mit Berichten aller Sparten zusammengestellt hatte, vermittelte ein umfassendes Bild regen sportlichen Lebens.

Ihr Interesse an der Arbeit des Verbandes bezeugten Assessor Ingo Adrian, der den Landrat vertrat, der Vorsitzende des Kreissozial-, Gesundheits- und Sportausschusses, Hubert Priemel (Ahrensburg), Kreisrat XY????? Vagt (Hoisdorf) und Bürgermeister Karl Eduard Claussen (Bargteheide).

Langjährige Mitarbeit würdigte der Verband durch Überreichung von Ehrenbriefen an Heinrich Groth, Hans Behnke und Hans-Jens Walter (alle Bargteheide), Walter Busch (Bad Oldesloe) und Paul Fresch (Siek). Ehrenurkunden für zehnjährige Tätigkeit erhielten Dieter Carstens (Bargteheide), Hans Köthe (Hoisdorf), Walter Otto und Hans Redder (Lütjensee), Walter Brandenburger, Werner Kiesel, Günter Rust und Erwin Tschauder (alle Bad Oldesloe), Walter Friedrich und Gustav Hagen (Wilstedt). Anerkennungsurkunden bekamen Walter Hamann, Erwin Quednau, Paul Ramcke, Fritz Schulz, Josef Wiegard, Ingrid Ohrenberg, Alfred Liedtke, Horst Liedtke und Werner Petersen (Bad Oldesloe), Volker Gehrken (Elmenhorst), Peter Will (Trittau), Hans-Georg Liebe, Helmut Schneider und Günther Voy (Hoisbütttel), Jürgen Bünner (Hoisdorf), Fritz Fischer (Lütjensee).

Den Wettbewerb für ein- bis vierklassige Landschulen gewann die Volksschule Elmenhorst, den für die ausgebaute Volksschulen die Volksschule Hoisdorf und den für weiterführende Schulen die Realschule Bad Oldesloe. Vertreter dieser Schulen konnten die Besitzurkunden für die endgültige Verleihung der Wanderpreise entgegennehmen.

Frau Domscheit vom SSV Großensee, die die Bedingungen für das Sportabzeichen über den Zweiten Weg erfüllte, erhielt die goldene Nadel. Mit Urkunden des Schleswig-Holsteinischen Leichtathletikverbandes wurden der TSV Trittau und der Wilstedter SV für ihre gute Plazierung im Mannschaftsmehrkampf ausgezeichnet.

Um auch die Vereine aus dem Hamburger Randgebiet in den KSV aufnehmen zu können, war eine Satzungsänderung notwendig, die der 2. Vorsitzende Erwin Gesche (Reinfeld) beantragte. Sie wurde von der Versammlung genehmigt. Vertreter der Vereine ist als Beisitzer im KSV-Beirat Hans Loof (Ahrensburg).

Die satzungsgemäßen Ergänzungswahlen zum Vorstand ergaben die einstimmige Wiederwahl des 1. Vorsitzenden Hansjoachim Berg, der Kassenwartin Else Wolgast, des Sportwartes Bernhard Nowak und des Schriftführers Jürgen Scharnow. Um den Vereinen mit weniger als 200 Mitgliedern ein größeres Mitspracherecht einzuräumen, wählte die Versammlung Lehrer Walter????? Lorentzen vom VfL Tremsbüttel zum Beisitzer.

Die Versammlung begrüßte eine Verfügung des Kultusministeriums, die eine Klärung in der Frage der Hallenbenutzung für Schule, Verein und Gemeinde bringt.

Ein Referat des Kreissportwarts Nowak befaßte sich mit den Problemen der allgemeinen Jugendarbeit und der Unruhe in der Jugend. Jugend solle man nicht bewußt führen wollen, sondern man solle Hilfen anbieten und Einsichten vermitteln, um den Reifungsprozeß zu beschleunigen. Vorstände von Vereinen und Verbänden sollten ihre Arbeitsaufgaben nicht allein in der Feststellung von Ergebnissen, Erfolgen, Plazierungen von Mannschaften sehen, vielmehr darin, über die Jugend und mit der Jugend sprechen und diskutieren. Auch beim Sport liege die Schwierigkeit nicht in er körperlichen Ausbildung, sondern in der Menschenführung. „Dafür aber benötigen wir prädestinierte Mitarbeiter, die über ein biologisches Grundwissen und die Kenntnis der Wechselbeziehungen von Körper, Seele und Geist verfügen. Mit körperlichen Veränderungen sind auch Veränderungen und Schwankungen im Seelenleben verbunden. Darum muß der Übungsleiter, Trainer, Helfer um die Folgerungen für den Trainingsaufbau wissen.“

Sportwart Nowak wehrte sich energisch gegen die ständigen Angriffe und Forderungen der Vereine, die Sportlehrer der Schulen müßten sich für die Vereinsarbeit zur Verfügung stellen. Er zeigte Parallelen zu anderen berufen auf und forderte eine bessere Schulung von Mitarbeitern durch KSV und Fachverbände, um so die Lücken in der fachlichen Führungsarbeit zu schließen.

ST

 

Samstag, 12. Oktober 1968
Bunter Bilderbogen des Sports.

Vierstündige Schau des Kreissportverbandes in der Stormarnhalle. Vor 350 beifallsfreudigen Zuschauern - mehr ließen sich nicht unterbringen - rollte der Kreissportverband in der Stormarnhalle einen bunten Bilderbogen des Stormarner Sports auf. Wettkampf und Schau waren gut gemixt, wenn auch etwas zu stark mit Zutaten angereichert. Bei einem vierstündigen Programm werden schließlich auch die interessiertesten Zuschauer müde.

So lief das Programm ab: Erfreulich kurz der offizielle Auftakt. Bürgermeister Gottfried Baethge übergibt die Halle den Sportvereinen mit der Bitte zur Nutzung, ihre Einrichtung pfleglich zu behandeln; immerhin muß die Stadt jährlich 60.000 bis 70.000 DM für ihre Unterhaltung ausgeben.

Der Kreissportverbandsvorsitzende Hansjoachim Berg (Hoisdorf) ermuntert die Vereine, die neue Wettkampfstätte rege zu benutzen. Dann ehrt der Kreissportverband prominente Stormarner Sportler. Er stellt vor: Walter Heitmann (Delingsdorf), den populären Traberzüchter, -trainer und -fahrer, Europameister Rolf Witthöft (Bad Oldesloe), einen der besten Motorsportgeländefahrer der Welt, Europameister Hartmut Bubat (Bargteheide), den erfolgreichen Minigolfspieler und Jürgen Blin (Trittau), den Deutschen Boxmeister im Schwergewicht.

Startschuß zum ersten Lauf des Sprinterzweikampfes, bei der Kürze der Strecke - 35 Meter - mehr Demonstration als ernsthafte Prüfung, dennoch nicht ganz ohne Risiko. Glücklicherweise stellen sich Verletzungen zweier Läufer - durch Anprall an die Hallenwand und durch Zurückschnellen des Zielgummibandes - als leicht heraus.

Zur besten deutschen Klasse zählen die Badminton-Damen und -Herren des VfB Lübeck, die dem Publikum vorführen, wie schwer das Spiel mit dem leichten Federball ist. Der gerade erst zusammengestellten Basketballmannschaft des Oldesloer Postsportvereins gelingt ein 22:13-Sieg über den Walddörfer SV. Mit fernöstlichen Riten und exakten Demonstrationen werben die Karatekämpfer des Ahrensburger TSV für ihren uns sehr fremdartig anmutenden Sport.

Nach dem zweiten Sprinterlauf Siegerverkündung: 1. Bernd Hausmann, 2. Jens Gloe (beide Holstein Kiel), 3. Bernd Heilmann, 4. Lothar Sparfeld (beide VfL). Wie spannend Faustball sein kann, beweist der VfL und der VfB Lübeck in einem Treffen, das die eine Klasse höher spielenden Gäste mit 43:13 für sich entscheiden. Varietereif die Leistungen von Jürgen und Ebby, vom Eisenbahnsportverein Lübeck, Deutsche Meister 1966 im Kunstkraftsport.

So vielseitig die Halle verwendbar ist, für die Leichtathleten eignet sie sich kaum, wie auch der Paarlauf über zehn Runden beweist. Wer mit der Führung abgeht, ist sehr schwer zu überholen. Die Reihenfolge am Ziel ist die gleiche wie schon wenige Meter nach dem Start: 1. Holstein Kiel, 2. Ahrensburger TSV (Wolter/Meins), 3. TuS Hoisdorf (Ringel/Hübscher).

Höhepunkt des Abends das Kunstturnen der jungen Meisterturner von Gut Heil Itzehoe unter Leitung von Georg Bischof, Vater des Olympiaturners Jürgen Bischof. Besondere Attraktion: ein Zwillingsbrüderpaar führt Saltos mit doppelter Schraube aus, was außer ihm nur noch ein einziger Turner in der Bundesrepublik vermag! Beifallsstürme auch für die jüngste der Turnerinnen, eine Siebenjährige, die ihren Kameradinnen am Stufenbarren und im Bodenturnen nur wenig nachsteht.

Gefällig und hübsch anzuschauen die Tänze auf Rollschuhen, ausgeführt von den Weltmeisterschaftsteilnehmern Ingrid und Helmut Stoltenberg und dem Juniorensiegerpaar Doris und Reinhard Schmidt aus Kiel. Dann ein Tennis-Doppel. Peter-Klaus Lippert und Holger Wohlers geben Rolf Lippert und Claus Kindt Revanche für die Niederlage in der Clubmeisterschaft des THC Blau-Weiß, wobei sich zeigt, daß die Umstellung auf die Halle nicht ganz leicht ist. Nun ziehen Kunstradfahrer ihre Kreise. Erstaunlicher Gleichklang vor allem im Zweier, bei dem die beiden Hamburger Jugendmeister des Vorjahres vom Curslacker Radfahrverein verwegene Gleichgewichtsübungen perfekt beherrschen. Ganz zum Schluß bringen die Handballer noch einmal Stimmung in die Halle. Die Rahlstedter Panzersoldaten gehen 5:2 in Führung, dann aber heißt es 5:5 und 6:6. Nur ganz knapp mit 9:8 können die Gäste, bei denen einige Oberligaspieler mitwirken, den VfL niederhalten. Beim abschließenden Staffellauf der Damen wird der TSV Bargteheide Sieger vor dem TuS Hoisdorf.

Die Organisation der Veranstaltung, für die Bernhard Nowak und Jürgen Scharnow verantwortlich zeichneten, war bis auf spät eintretende Verzögerungen im Zeitplan ebenso vorzüglich wie die Ansage. Im ganzen ein Galaabend des Sports, der noch stärkeren Eindruck hinterlassen hätte, wäre das Programm mehr gestrafft worden.

ST

 

 

Bis zum Jahr 1970