VfL Oldesloe
Die Spielzeit 1967/68 - Liga 1/4

 

Montag, 17. Juli 1967
Der Kreis der Meisterschaftsanwärter wieder sehr groß.

Am 12./13. Aug. wieder um Amateurliga-Punkte. Favoriten: VfL Oldesloe, SV Friedrichsort und VfR Neumünster. Da der LBV Phönix den Aufstieg in die Regionalliga Nord schaffte (mit erstaunlichen 11:1 Punkten!), wird es in der schleswig-holsteinischen Fußball-Amateurliga, die am 12./13. Aug. in die neue Saison startet, auf jeden Fall einen neuen Meister geben. Anwärter auf den Titel gibt es genug, wie Vizemeister VfL Oldesloe, den VfR Neumünster, SV Friedrichsort, um nur drei zu nennen. Wer wird das Rennen machen? Von den drei Aufsteigern stehen erst zwei fest: Holstein Segeberg und TSV Kücknitz. Da der TSV Brunsbüttelkoog wieder zurückversetzt wurde (Fall Bannasch), muß der 16. Platz der Amateurliga zwischen dem Eichholzer SV, den Amateuren des Itzehoer SV und DGF Flensburg sowie dem Rendsburger TSV noch ausgespielt werden.

 

Montag, 17. Juli 1967
VfL Oldesloe - Mannschaft wird verjüngt.

Nach der mißglückten Aufstiegsrunde kam der VfL Oldesloe zu der Erkenntnis, daß er im Verlaufe dieser Saison an eine Verjüngung der Stammelf denken muß. Aus diesem Grunde werden von Beginn an den jüngeren Kräften, die aus eigenem Nachwuchs stammen, Chancen gegeben, sich in die Mannschaft hineinzuspielen. Auf keinen Fall soll die Verjüngung von heute auf morgen geschehen, um einen erheblichen Leistungsabfall zu vermeiden. Aufgrund des vorhandenen Spielermaterials und des talentierten Nachwuchses, der zumindest in der 2. Amateurliga eingesetzt werden kann, rechnet sich der VfL die Chance aus, wieder zu den ersten drei Vereinen am Ende der Saison zu gehören.

Einen Einlauftip wollte Spartenleiter Rudi Herzog nicht abgegeben, da er der Auffassung ist, daß unter etwa sechs bis sieben Mannschaften jeder Meister werden könne. Der Tip: Schleswig 06 vor VfL Oldesloe, TSv Schlutup oder Flensburg 08. Neuzugänge: Paul Löper (von Union Oldesloe zurück),  Jankowski und  Kunze (beide Polizei SV Hamburg); aus dem eigenen Nachwuchs: Fred Girschkowski (ein Bruder des jetzigen Stammtorhüters), Peter Metzing, Bernd Oldenburg und Reinhard Schick; Abgänge: Uwe Goronzi nach Bergedorf als Vertragsspieler; Trainer bleibt Fritz Andree.
SPM

 

Samstag, 29. Juli 1967
Chance für Fußballnachwuchs.

VfL setzt morgen gegen Sperber neue Spieler ein. Nachdem der VfL Oldesloe in der Regionalliga-Aufstiegsrunde zwar spielerisch einen guten Gesamteindruck hinterlassen, aber punktmäßig doch enttäuscht hat, laufen nun die Vorbereitungen zur neuen Amateurliga-Runde auf vollen Touren.

Die Oldesloer wollen sich im Lauf der Saison verjüngen, den Nachwuchsspielern Reinhard Schick, Bernd Oldenburg, Peter Metzing und Fred Girschkowski (Bruder vom Torwart Gert) sollen Chancen eingeräumt werden, sich in die erste Mannschaft hineinzuspielen. Leicht werden es diese jungen Spieler gewiß nicht haben. Neuzugänge hat der VfL vom PSV Hamburg zu verzeichnen, und zwar  Jankowski und Kunze, außerdem kam Paul Löper von Union zurück.

Das erste Vorbereitungsspiel findet morgen um 16 Uhr gegen den Regionalligisten SC Sperber statt. Die Gäste haben sich nach ihrem Aufstieg in der ersten Saison gut behaupten können. Sie wollen auch in der kommenden Spielzeit gut abschneiden. Mit den beiden Abwanderern vom Hamburger SV, Peter Wulf und Horst Dehn, sollte dieses Vorhaben gelingen. Aller Voraussicht werden diese beiden Spieler bereits morgen mit dabei sein.

Der VfL will ebenfalls seine Neuerwerbungen zum Zuge kommen lassen und auch Nachwuchsspieler einsetzen, um sie frühzeitig zu erproben. Wenngleich Sperber als Favorit zu bezeichnen ist, die Oldesloer werden ihre Chance haben.
ST

 

Sonntag, 30. Juli 1967 - Freundschaftsspiel
VfL Oldesloe - Sperber Hamburg 2:2 (2:1)

VfL führte 2:0 - doch Sperber zog gleich. Guter Oldesloer Auftakt, doch Hamburger blieben einiges schuldig. Etwas enttäuscht verließen die nur knapp 400 Zuschauer nach Spielende das Stadion. Nach einer guten ersten Halbzeit verflachte das Spiel zwischen dem VfL und dem SC Sperber zusehends, woran vor allem die Gäste aus der Regionalliga ihren Anteil hatten, da sie nicht mehr als das unbedingt Notwendige zu tun bereit waren. Das Unentschieden schmeichelt ihrer Leistung etwas. Die Oldesloer waren eifriger und hatten auch die besseren Einschußmöglichkeiten auf ihrer Seite. Mit dem Saisonauftakt können die Oldesloer zufrieden sein.

Nach der guten ersten Halbzeit erwartete man von den Hamburger Gästen eine Steigerung, die sie jedoch nicht brachten. So hatten die Oldesloer insgesamt etwas mehr vom Spiel und ein knapper Sieg wäre als verdient zu bezeichnen. Beim VfL standen die Nachwuchsspieler nicht alle zur Verfügung, so daß nur Oldenburg seine Chance in der zweiten Halbzeit als Läufer erhielt, die er auch zu nutzen verstand und einen soliden Eindruck hinterließ. Überhaupt konnte die Abwehr des VfL überzeugen, es gab hier keinen schwachen Punkt. Wilkens und Stolp zeichneten sich mehrfach aus. Gegen die namhaften Stürmer der Gäste zog sich die Abwehr zumindest gut aus der Affäre. Schade, daß im Sturm Panier in seinem ersten Spiel für die 1. Amateure so wenig eingesetzt wurde. Überwiegend lief der Ball über den linken Flügel. Siep ließ ein gutes und klares Spiel erkennen, gute Unterstützung fand er streckenweise bei Alfred Liedtke und Büll. Pech hatte Alfred Liedtke mit einem Schuß ans Außennetz in der 70. Minute und an die Latte in der 73. Minute.

Der Gast hat in Bad Oldesloe zweifellos enttäuscht, nicht das man in diesem Freundschaftsspiel einen Kampf auf Biegen und Brechen erwartet hätte, aber ein wenig mehr hätten die Spieler schon leisten können. Gespannt war man natürlich auf das Abschneiden der beiden Ex-HSVer Dehn und Wulf, wobei Wulf den besseren Eindruck hinterließ, er wird sich in diese Mannschaft hineinfinden und wertvoll für sie sein. Dehn spielte nur eine Halbzeit, das aber zumeist im Zeitlupentempo, einfach zu langsam für die Regionalliga. Gespannt aber dürfte es sein, Neuling Hendriks weiter zu beobachten, der in der ersten Halbzeit zum Teil sehr wirkungsvoll zu spielen verstand. Die meiste Arbeit leistete Piechowiak. Gefährlich vor dem Tor war stets Manfred Rabe.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Günter Stolp, Jürgen Peters - Holger Dau, Karl-August Wilkens, Horst Liedtke (58. Alfred Liedtke) - Hans-Jürgen Panier, Heinz Büll, Alfred Liedtke (46. Bernd Oldenburg), Hans Siep, Ludwig Weisbach.

Sperber Hamburg: Woost - Deininger, Hoff - Piechowiak, Krützfeld, Höret - Dehn (46. Zabel), Hendriks, Schwartau (35. Berg), Wulf, Manfred Rabe.

Tore: 1:0 Siep (10.), 2:0 Eigentor Hoff (13.), 2:1 Rabe (14.), 2:2 Berg (77.). - Schiedsrichter: Becker (Elmenhorst). - Zuschauer: 400.

 

Mittwoch, 2. Aug. 1967
Sichtungsspiel des VfL.

Morgen tritt die Amateurliga-Elf des VfL Oldesloe um 18.15 Uhr im Travestadion zu einem Sichtungsspiel gegen die 2. Amateurliga des VfL an. Bei diesem Treffen werden alle Nachwuchskräfte und alle Neuzugänge mitwirken. Trainer Fritz Andree will so einen Überblick über den Leistungsstand der Spieler gewinnen.
ST

 

Donnerstag, 3. Aug. 1967 - Freundschaftsspiel
fL Oldesloe - VfL Oldesloe II 2:3 (1:2)

Einen guten Überblick verschaffte sich Trainer Fritz Andree über den Leistungsstand der beiden VfL-Mannschaften. Die zweite Vertretung gewann das Spiel aufgrund der besseren kämpferischen Einstellung und des Eifers.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Peter Spieler, Jürgen Peters - Holger Dau, Karl-August Wilkens, Günter Stolp - Hans-Jürgen Panier, Heinz Büll, Hartmut Scheibel (Alfred Liedtke), Hans Siep, Ludwig Weisbach.

VfL Oldesloe II: Hans-Werner Wasmund - Rainer Westphal, Siegmar Brandt - Bernd Oldenburg (Wolfgang Schwalke), Rolf Krahn, Peter Metzing - Dietmar Gniechwitz, Ulrich Kürbis, Harald Gniechwitz, Gerd Heitmann, Peter Eltz.

Tore: Büll, Alfred Liedtke für die VfL-Liga.

 

Samstag, 5. Aug. 1967
VfL-Ligaspieler Ehrengäste in Wentorf.

Die Liga-Elf des VfL Oldesloe ist vom TSV Wentorf bei Lütjenburg zu einem Stiftungsfest eingeladen worden. Auf einem Unterhaltungsabend werden die Gastgeber in einem Sketch heute u.a. die Spieler „Ala“ Liedtke, „Tille“ Peters und Gert Girschkowski karikieren, die bereits im Vorjahr bei einem Freundschaftstreffen in Wentorf mitwirkten. Morgen sieht das Programm ein Fußballspiel zwischen dem TSV Wentorf und dem VfL Oldesloe vor. Als humorvolle Einlage ist das Vorspiel zwischen einer Damenmannschaft und dem TSV-Vorstand geplant.
ST

 

Sonntag, 6. Aug. 1967 - Freundschaftsspiel
TSV Wentorf - VfL Oldesloe 2:5 (1:2)

Auf Einladung der Wentorfer verbrachte die Liga das Wochenende an der Ostsee. Das Spiel war bei dem Stiftungsfest fast Nebensache.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Günter Stolp - Holger Dau, Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke - Hans-Jürgen Panier, Heinz Büll, Alfred Liedtke, Gerd Heitmann, Ludwig Weisbach.

Tore: Büll (3), Alfred Liedtke und ein Eigentor. - Schiedsrichter: ?????. - Zuschauer: ?????.

 

Montag, 7. Aug. 1967
Start bei den Amateuren.

In der Amateurliga erfolgt am kommenden Wochenende der Start in die neue Saison. Da der LBV Phönix den Sprung in die Regionalliga schaffte, wird es auf jeden Fall einen neuen Meister geben. Wir meinen: Nie war die Frage nach dem neuen Titelträger offener als diesmal. Wir können weit und breit keine klaren Favoriten erkennen, in diesem Jahr kann es beinahe jeder schaffen!

Vizemeister VfL Oldesloe? Oder die beiden ehemaligen Oberligisten SV Friedrichsort und VfR Neumünster? Oder schlägt endlich einmal wieder die Stunde für Schleswig 06 oder den Heider SV? Es würde aber keineswegs überraschen, wenn es ein anderer Verein schaffen sollte...

Inoffiziell wurde die Saison 1967/68 allerdings schon am gestrigen Sonntag mit dem Spiel Flensburg 08 - Holstein Kiel Amateure eröffnet. Mit 1:1 teilte man sich die Punkte, das erste Tor der neuen Saison erzielte der Holsteiner Krüger.

Geklärt wurde am gestrigen Sonntag aber auch die Frage nach dem 16. Verein, nach jener Mannschaft also, die für den schwer bestraften TSV Brunsbüttelkoog in der Amateurliga spielen darf. Der Itzehoer SV gewann in Rendsburg gegen DGF Flensburg 2:1, er ist also nach Holstein Kiel der zweite schleswig-holsteinische Klub, der in der Regionalliga und in der höchsten Amateurklasse vertreten ist.
SPM

 

Donnerstag, 10. Aug. 1967 - Freundschaftsspiel
VfL Oldesloe - TSV Trittau 0:1 (0:0)

Dieses Freundschaftsspiel brachte eine echte Überraschung. Der VfL ist noch nicht in guter Form.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal (46. Rolf Krahn), Günter Stolp (46. Wolf-Dieter Bliebenich) - Holger Dau, Karl-August Wilkens, Horst Liedtke - Hans-Jürgen Panier, Heinz Büll, Reinhard Schick (46. Alfred Liedtke), Gerd Heitmann, Ludwig Weisbach (46. Hans Siep).

 

Samstag, 12. Aug. 1967
Vor schwerer Aufgabe in Flensburg.

VfL Oldesloe hofft trotzdem auf ersten Punktgewinn. Morgen beginnt für die Amateurliga-Elf des VfL Oldesloe wieder der Ernst der Punktspielserie. Nach den Vorbereitungstreffen, die für die Oldesloer nicht ganz zufriedenstellend ausfielen, geht die Reise zu Flensburg 08. Der VfL muß sich darauf gefaßt machen, daß die Gastgeber sich bis zum Letzten einsetzen werden, um beide Punkte zu behalten. Die Flensburger mußten nämlich am Vorsonntag im ersten Spiel auf eigenem Platz bereits einen Punkt abgeben. Für die Oldesloer ist der Gegner in der Fördestadt kein Unbekannter. Bisher gab es bei Begegnungen der beiden Mannschaften stets gute Kritiken. Beim VfL, der mindestens auf einen Punkt hofft, muß diesmal Peters pausieren. Er ist verletzt. Dadurch erhält Panier seine erste Chance.
ST

 

Sonntag, 13. Aug. 1967 - 1. Punktspiel
Flensburg 08 - VfL Oldesloe 1:2 (0:2)

Nach acht Minuten war alles entschieden. Oldesloe überzeugte nur in der ersten Viertelstunde. Bei 08 fehlte der Vollstrecker. Der Vorjahrszweite VfL Oldesloe begann in Flensburg im Stile einer Regionalliga-Elf und hatte dazu das Glück, daß die Flensburger Abwehr in den ersten 15 Minuten bedenklich schwamm. In dieser Zeit wirbelte der gesamte Oldesloer Sturm die Deckung der Platzherren derart durcheinander, daß man im Lager der Blau-Gelben eine derbe Niederlage befürchten mußte. Das Oldesloer Feuerwerk entpuppte sich jedoch bald nur als Strohfeuer. Aber immerhin war die Entscheidung durch die beiden Treffer in der 4. und 8. Minute so gut wie gefallen, zumal den Flensburgern der Vollstrecker fehlte.

Nach dem guten Start der Oldesloer riß mit zunehmender Spieldauer der Faden immer mehr, und was die Gäste nach dem Anschlußtreffer von Flensburg 08 zeigten war nicht mehr als durchschnittliche Landesligakost. Unterstützt durch die gut funktionierende Läuferreihe wurden die Angriffe zunächst schulmäßig vorgetragen, man sah in dieser Zeit eigentlich alles, was dem Fußballspiel die Würze gibt: steiles schnelles Spiel mit abschließenden genauem Torschuß. In der zweiten Halbzeit hatte dann die Deckung der Gäste alle Hände voll zu tun, den knappen Vorsprung zu halten. Souverän tat sie das aber nicht. Wilkens, Dau und Girschkowski waren jetzt die Stützen der Mannschaft, in der sich aber inzwischen eine tiefe Nervosität breitgemacht hatte.

Flensburg 08 konnte bei leichten Vorteilen der Gäste nach der ersten Viertelstunde bis zur Pause das Spiel offen gestalten und hatte in der zweiten Halbzeit sogar zeitweise etwas mehr von der Partie. Was die Sturmreihe jedoch an Torschüssen bot, war erschreckend wenig. Damit konnte man den gut aufgelegten Girschkowski nicht beeindrucken. Wennn hierin nicht bald Abhilfe geschaffen werden kann, wird es auch in diesem Jahr mit einem Platz in der oberen Tabellenhälfte nichts werden. Die Chance zum Ausgleich war mehrfach vorhanden, sie wurde nacheinander von allen Stürmern kläglich vergeben. Bezeichnend für Flensburg 08 dürfte es sein, daß die in den beiden Punktspielen erzielten Treffer durch Elfmeter fielen. Diesmal in der 48. Minute sogar ein Elfmeter nicht verwandelt werden konnte. Weder Gansor noch Dolle in der Wiederholung - Girschkowski hatte sich bereits vor der Ausführung des Elfmeters bewegt - konnten den Oldesloer Schlußmann überwinden. Blanke bis zu seinem Ausscheiden, Koch und Schlott sowie Bünner waren in der nicht harmonisch aufeinander abgestimmten Elf noch die stärksten Spieler.

Flensburg 08: Lück - Bogensee, Matzen - Dolle, Blanke (58. Beckmann), Koch - Bünner, Schlott, Gansor, Iwersen, Hammerich.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Günter Stolp - Holger Dau, Karl-August Wilkens, Horst Liedtke - Hans-Jürgen Panier, Hans Siep, Alfred Liedtke, Gerd Heitmann, Ludwig Weisbach.

Tore: 0:1 Dau (4.), 0:2 Weisbach (8.), 1:2 Koch (55., Foulelfmeter). - Schiedsrichter: Lind (Kiel). - Zuschauer: 800.

 

Mittwoch, 16. Aug. 1967
Lob für Girschkowski.

Ausgezeichnete Kritiken bekam Gert Girschkowski vom VfL Oldesloe für seine Torhüterleistung im Spiel einer Schleswig-Holstein-Auswahl gestern abend auf der Lübecker Lohmühle gegen den Hamburger SV (Anm.: 1:1, Tore durch Hartz und Löffler). Der Oldesloer kam nach der Pause in die Mannschaft und hielt sein Tor gegen einen Sturm rein, in dem mit Uwe Seeler und Gerd Dörfel zwei Nationalspieler standen. Hervorragend auch Wilhelm Lindemann (VfB Lübeck). Der früher ebenfalls für den VfL Oldesloe spielende Versicherungsangestellte ließ Gerd Dörfel sehr schlecht aussehen.
ST

 

Mittwoch, 16. Aug. 1967
BU morgen beim VfL.

Die Amateurliga-Elf des VfL Oldesloe hat morgen um 18.30 Uhr die Regionalliga-Mannschaft von Barmbek-Uhlenhorst im Travestadion zu Gast. Auch bei diesem Treffen will der VfL-Trainer Fritz Andree Nachwuchskräfte einsetzen. Die Uhlenhorster werden bis auf den gesperrten Spiegel in stärkster Besetzung antreten. Es wird also auch der frühere HSV-Lizenzspieler Harry Bähre dabei sein. Am Samstag um 15 Uhr stellt sich die Amateurliga-Mannschaft der Norddeutschen Jugendauswahl für ein Trainingsspiel zur Verfügung. Aus diesem Grunde hat der SHFV den VfL vom Punktspiel am Wochenende entbunden.
ST

 

Donnerstag, 17. Aug. 1967 - Freundschaftsspiel
VfL Oldesloe - SV Barmbek-Uhlenhorst 1:2 (0:2)

Nur knapp 200 Zuschauer erlebten im Travestadion eine interessante Begegnung zwischen der Amateurliga-Elf des VfL Oldesloe und dem Regionalligisten Barmbek-Uhlenhorst. Verdient entschieden die Hamburger dieses Freundschaftstreffen mit 2:1 für sich. Die Gäste stellten die bessere Mannschaft. Sie überraschten vor allem durch Kampfkraft und Einsatzfreudigkeit. In dieser Verfassung werden sie in der kommenden Saison in der Regionalliga den Abstieg nicht zu fürchten brauchen.

Die Leistung der Oldesloer war in der ersten Halbzeit nicht zufriedenstellend. Es gab zuviel Leerlauf. Außerdem fehlte im Sturm die notwendige Bindung und die Schußfreudigkeit einzelner Spieler. Erst als nach der Pause Büll und Alfred Liedtke ins Spiel kamen, wurde es etwas besser. Geschossen aber wurde weiterhin zu wenig und zu schlecht.

Die Gäste hatten bereits in der 7. Minute eine Führungschance, als sie einen Elfmeter zugesprochen erhielten. Aber Krützfeldt traf nur den Pfosten. Das gleiche Pech hatte Neudorf in der 12. Minute, als sein Kopfball nur den Pfosten traf. Besser machte Krützfeldt es dann in der 15. Minute, Girschkowski hatte einen gefährlichen Schuß von Neudorf zu kurz abgewehrt; den Nachschuß konnte er nicht mehr parieren. das 0:2 fiel in der 38. Minute durch Henning. Es war zu diesem Zeitpunkt vollauf verdient. Pech hatte Heitmann in der 42. Minute mit einem scharfen Schuß, den Torhüter Rebensdorf knapp zur Ecke leiten konnte.

Wenngleich das Spiel der Oldesloer nach der Pause etwas gefälliger wirkte, fehlte im Sturm doch der nötige Tordrang. So reichte es dann nur zum 1:2-Anschlußtreffer in der 89. Minute durch Horst Liedtke mit einem Schuß aus gut 25 Metern.
ST

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Wolf-Dieter Bliebenich, Günter Stolp (46. Peter Spieler) - Holger Dau, Karl-August Wilkens, Horst Liedtke - Hans-Jürgen Panier, Hans Siep, Reinhard Schick (46. Alfred Liedtke), Gerd Heitmann (46. Heinz Büll), Ludwig Weisbach.

SV Barmbek-Uhlenhorst: Aufstellung unbekannt.

Tore: 0:1 Krützfeldt (15.), 0:2 Henning (38.), 1:2 Horst Liedtke (89.). - Schiedsrichter: NN. - Zuschauer: 200.

 

Freitag, 18. Aug. 1967
Fußballjunioren gegen Vizemeister.

Interessante Prüfung für NFV-Nachwuchs. Der norddeutsche Fußballnachwuchs bereitet sich mit drei Spielen auf den diesjährigen Länderpokal-Wettbewerb des DFB vor. Als ersten Gegner haben sich die Junioren den Vizemeister der schleswig-holsteinischen Amateurliga 1966/67 VfL Oldesloe ausgesucht, gegen den sie morgen um 15 Uhr im Travestadion antreten werden.
ST

 

Samstag, 19. Aug. 1967 - Freundschaftsspiel
VfL Oldesloe - NFV-Jugendauswahl 2:2 (0:2)

NFV-Nachwuchs begeisterte. Der Heider Hussner überragte alle. Es ist schon lange her, daß die Zuschauer im Travestadion einen so gekonnten Fußball zu sehen bekamen! Die vom schleswig-holsteinischen Verbandstrainer Klaus-Peter Kirchrath betreute Jugendauswahl des Norddeutschen Fußball-Verbandes spielte streckenweise so modern und technisch perfdekt, daß sie aus dem Staunen und aus der Freude darüber gar nicht mehr herauskamen.

Besonders in den ersten 40 Minuten wurde der Amateurligist VfL Oldesloe, der sich als Trainingspartner der NFV-Jugend zur Vorbereitung auf das DFB-Länderpokalspiel am 21./22. Okt. in Koblenz gegen die Südwest-Auswahl zur Verfügung gestellt hatte, nach allen Regeln der Fußballkunst vorgeführt. Da spielten die 16- bis 18jährigen die alten Routiniers mit ihrem technischen Können und jugendlichen Elan einfach an die Wand. Stets waren sie schneller am Ball, zeigten einige prachtvolle Spielzüge und schossen aus allen Lagen. In dieser Zeit blieb für den Gastgeber nicht mehr als die Statistenrolle übrig. Später ließen dann die Kräfte der jungen Talente nach und der VfL konnte das Spiel offen gestalten. Deshalb kann das 2:2 am Ende auch als gerechtes Ergebnis gelten, auch wenn Helffenstein für seine Elf in der 75. Minute den Sieg vergab, als er einen von Wilkens verschuldeten Handelfmeter gegen den Pfosten setzte.

Es ist schwierig, aus der großartigen Truppe von Kirchrath, die sogar in ihrer mannschaftlichen Geschlossenheit gefiel, einige Spieler herauszuheben. Dennoch fällt es bei einem leicht: Der Heider Halblinke Hussner zeigte eine ganz große Partie! Er war die beherrschende Figur auf dem Platz. Beide NFV-Tore fielen nach seiner glänzenden Vorarbeit. Beim 0:2 schlug er einen 40-Meter-Paß zu Brune, der dann nur noch einzuknallen brauchte. Der junge Heider, dessen Vater Richard schon ein großartiger Halbstürmer war und mehrere Male in der Landesauswahl stand, steht vor einer großen Fußballkarriere. Er hat alles, was dazu nötig ist. Gefallen haben auch Menssing, Brune und Bünting sowie Verteidiger Helffenstein. Von den beiden Torhütern hinterließ Dammeier den besseren Eindruck. Von den in Oldesloe eingesetzten 16 Jungen wird man ganz sicher einige in wenigen Jahren in der Regionalliga und der Bundesliga wiedersehen.

Der VfL Oldesloe hatte es natürlich sehr schwer, gegen diese Talentfülle gut auszusehen. Deshalb ist es um so anerkennswerter, daß die Elf nie aufsteckte und im zweiten Durchgang dann mit der besseren Kondition sogar mithalten konnte. Gut diesmal Weisbach und Stolp. SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Wolf-Dieter Bliebenich, Günter Stolp - Holger Dau, Karl-August Wilkens, Horst Liedtke - Hans-Jürgen Panier, Hans Siep, Alfred Liedtke, Gerd Heitmann (Heinz Büll), Ludwig Weisbach.

NFV-Jugendauswahl: Dammeier (Blumenthaler SV) - Helffenstein (Möllner SV), Mohr (Holsatia Elmshorn) - Rüppel (Hannover 96), Bartkiewicz (Eintracht Braunschweig), Wohlers (TSV Brunsbüttelkoog) - Menssing (Concordia Hamburg), Brune (Hannover 96), Bünting (Werder Bremen), Hussner (Heider SV), Schröder (Arminia Hannover) - Auswechselspieler:

Haladyn (TuS Hamburg), Klingbiel (Eichholzer SV), Wittmann (VfL Wolfsburg), Emmrich (TuS Krempe), Hildebrandt (SV Wahlstedt).

Tore: 0:1 Bünting (8.), 0:2 Brune (34.), 1:2 Alfred Liedtke (60.), 2:2 Siep (67.). - Schiedsrichter: Becker (Elmenhorst). - Zuschauer: 300.

 

Samstag, 26. Aug. 1967
VfL Oldesloe muß vorsichtig sein.

Zu seinem zweiten Punktspiel fährt der VfL Oldesloe morgen zum Aufsteiger TSV Kücknitz. Die Gastgeber starteten mit einer Heimniederlage gegen Schleswig 06, überraschten dann aber den MTV Heide auf eigenem Platz mit einem 1:1. Dabei hatten die Kücknitzer lange Zeit mit 1:0 geführt. Der Aufsteiger kann also mehr, als man ihm nach dem Start zutrauen durfte, und der VfL ist gut beraten, wenn er seinen Gegner nicht unterschätzt, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Gerade gegen die Neulinge haben die Oldesloer stets Schwierigkeiten gehabt.

Aber die Travestädter haben sich gut auf die neue Saison vorbereitet und sie möchten wieder in der Spitzengruppe mitreden. Nach dem Sieg in Flensburg, wo der VfL fast eine Halbzeit lang ganz ausgezeichneten Fußball geboten hat, müßte auch die Kücknitzer Hürde genommen werden können. In der Aufstellung hat sich nichts geändert, da sowohl Peters als auch Westphal noch verletzt sind.
ST

 

Sonntag, 27. Aug. 1967 - 2. Punktspiel
TSV Kücknitz - VfL Oldesloe 1:1 (0:0)

Lange langweilig in Kücknitz - Fehlpässe und verpaßte Chancen.

Oldesloe enttäuschte. Kücknitz erkämpfte ein Unentschieden. Ein Spiel der Fehlpässe, ein Spiel der verpaßten Gelegenheiten könnte man das 1:1 zwischen dem Aufsteiger TSv Kücknitz und dem letztjährigen Vizemeister VfL Oldesloe überschreiben. In der ersten halben Stunde war auf dem schmalen und sehr unebenen Platz in der Kücknitzer Kiesgrube bis auf einen Lattenschuß von Heitmann in der 13. Minute nichts, aber auch gar nichts zu sehen. Ein Fehlpaß jagte den anderen, Kampf und Krampf wurde auf beiden Seiten groß geschrieben. Gleich nach dem Wechsel gung es dann los: In der 46. Minute zeigte Schiedsrichter Stancu auf den Elfmeterpunkt, als Bliebenich mit dem durchgelaufenen Krienke auf Tuchfühlung kam, mehr aber auch nicht! Stancu hätte seine Pfeife lieber nicht mit Luft versorgen sollen in dieser Szene. Der Kücknitzer Schmidt verwandelte den Strafstoß beinahe „zu sicher“ - gegen den Innenpfosten. Immerhin war das das Signal für beide Mannschaften, endlich entschlossener auf beide Tore zu drängen.

Nach dem Elfmetergeschenk häuften sich die verpaßten Gelegenheiten. Eine Minute nach dem Ausgleichstreffer knallt Büll aus mehr als 20 Metern gegen die Latte; in der 85. Minute gelang Krienke auf der Gegenseite das gleiche Kunststück. Die Krönung des ganzen vollbrachte Siep eine Minute vor dem Abpfiff: Völlig frei vor Baberske knallte er fünf Meter vor Baberske über dessen Tor, wo er sich die Ecke nur hätte auszusuchen brauchen. Aber irgendwie paßte diese Szene zu der Vorstellung des Vizemeisters aus Oldesloe. In der augenblicklichen Verfassung hat er keine Chance, diesen Platz zu verteidigen. Dadurch soll nicht die große kämpferische Leistung des Aufsteigers aus Lübeck herabgesetzt werden, der mit seinen noch begrenzten Möglichkeiten erstaunlich gut mithielt. Aber wie behäbig spielten die „alten Herren“ aus Oldesloe.

Von Horst Liedtke kam kaum ein Paß an den eigenen Mann, Wilkens hatte mit dem schnellen Krienke mehr Mühe, als ihm lieb sein konnte, Heitmann war längst nicht der Spielgestalter seiner Elf, der er ja einmal war. Alfred Liedtke rackerte in seiner bekannten Art, ohne die geringste Wirkung zu erzielen. Der Hauptfehler der Oldesloer: Beide Außenstürmer „versauerten“. Dabei hätte der VfL schon nach seinem ersten Angriff über Linksaußen Weisbach erkennen müssen, daß der seinem Verteidiger Kieth läuferisch haushoch überlegen war und einfach weglief. Nach diesem einen Paß in den ersten Minuten wurde er jedoch nicht noch einmal geschickt. Warum, bleibt das große Geheimnis der Oldesloer. Gefallen konnte lediglich Stolp, der gut abwehrte und auch im Aufbau noch die besten Vorlagen verteilte. Girschkowski bekam nicht allzuviel zu tun, restlos überzeugend war seine Leistung dennoch nicht.

Die Kücknitzer haben sich prächtig geschlagen (immer gemessen daran, daß hier ein Aufsteiger gegen den Vizemeister spielte). Ein großes Talent stellte sich mit dem aus der Jungmannen gekommenen Stopper Kotz vor, der nur noch etwas sachlicher werden und seinen „Hang zum Schauspiel“ aufgeben muß. Ansonsten bleibt für Trainer Pingel noch eine Menge Konditionsarbeit übrig. Allein der Innensturm mit Krienke und Splinter hielt volle 90 Minuten durch. Den einen Punkt haben sich alle redlich verdient. Was Oldesloe an technischen Fähigkeiten mehr in die Waagschale werfen konnte, glichen sie durch ihren Kampfgeist aus. Genau die richtige Methode für einen Aufsteiger, zu Punkten zu kommen. Auch andere Mannschaften werden das in Kücknitz noch zu spüren bekommen.
SPM

TSV Kücknitz: Baberske - Kieth, Lenschow - Halaczinski, Kotz, Grube - Richter, Schmidt, Krienke, Splinter, Rosenthal (46. Weiß).

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Wolf-Dieter Bliebenich, Günter Stolp - Holger Dau, Karl-August Wilkens, Horst Liedtke - Hans-Jürgen Panier (65. Heinz Büll), Hans Siep, Alfred Liedtke, Gerd Heitmann, Ludwig Weisbach.

Tore: 1:0 Schmidt (46., Foulelfmeter), 1:1 Büll (73.). - Schiedsrichter: Stancu (Neustadt). - Zuschauer: 1400.

 

Samstag, 2. Sept. 1967
Büdelsdorf war immer Angstgegner des VfL.

Die Oldesloer wollen sich morgen die ersten Heimpunkte holen. Der VfL Oldesloe trifft morgen in seinem ersten Heimspiel um 15 Uhr im Travestadion auf eine Elf, die ihm von jeher große Schwierigkeiten bereitet hat: TSV Büdelsdorf.

Die Spiele gegen die Rendsburger Vorstädter hatten meistens einen sehr knappen Ausgang, in Büdelsdorf blieb der VfL sogar in den letzten Jahren sieglos. Gut in Erinnerung ist uns noch die sensationelle 3:6-Niederlage vor zwei Jahren, obwohl die Oldesloer schon mit 2:0 geführt hatten. Mit dem 3:2-Sieg der letzten Saison wurde diese Niederlage zwar wieder wettgemacht, aber wenn der Büdelsdorfer Name fällt, denkt doch nahezu jeder Oldesloer Anhänger an dieses Ereignis.

Nun, der VfL ist inzwischen sicher klüger geworden, aber die Gäste haben am vergangenen Sonntag gezeigt, daß sie auch in dieser Saison manchem Favoriten Punkte abnehmen werden; das 2:2 gegen den MTV Heide beweist das. Der VfL jedoch braucht beim Start auf eigenem Platz unbedingt einen doppelten Punktgewinn, um nicht gleich zu Beginn der Saison ins Hintertreffen zu geraten.

Wenn die Mannschaft den Gast bezwingen will, muß sie ganz anders aufspielen, als in Kücknitz. Vor allem hat sich die Läuferreihe auf ihr zweifellos vorhandenes Können zu besinnen und den Sturm entsprechend aufzubauen. Dabei darf vor allem nicht vergessen werden, daß der VfL auch über Außenstürmer verfügt! Durch die Krankheit von Weisbach ist der VfL gezwungen, Umstellungen vorzunehmen.
ST

 

Samstag, 2. Sept. 1967

Zu den Heimspielen des VfL gibt es zukünftig eine Stadionzeitung. Die Texte der „Fußball-Rundschau“ verfaßt Lothar Barthel, die Anzeigenwerbung liegt in Händen von Gert Girschkowski.

 

Sonntag, 3. Sept. 1967 - 3. Punktspiel
VfL Oldesloe - Büdelsdorfer TSV 0:0

Büdelsdorf mauerte und holte ein 0:0. Oldesloe ist noch weit von seiner Vorjahrsform entfernt. Daß es der VfL gegen den Büdelsdorfer TSV erneut sehr schwer haben würde, war vorauszusehen, aber die Mannschaft enttäuschte ihre Anhänger sehr und machte es dem Gast relativ einfach, die zu breit angelegten Angriffe immer wieder rechtzeitig zu stoppen. Der Büdelsdorfer TSV war mit der Einstellung, ein Unentschieden zu erreichen, nach Oldesloe gekommen, und der Teilerfolg ist auch verdient, wenngleich die Oldesloer mehr vom Spiel hatten. Lediglich in den letzten 20 Minuten zeigte der VfL etwas von seinem früheren Können, hatte in dieser Spielphase aber Pech mit seinen Schüssen.

Was sich schon in Kücknitz andeutete, setzt sich jetzt auch auf heimischem Boden fort: der VfL ist weit von seiner Vorjahrsform entfernt und er wird es in dieser Verfassung schwer haben, seine führende Rolle in der Amateurliga zu behaupten. Dem Spiel fehlt es an Ideenreichtum, es wurde zu umständlich und breit gespielt, so daß die recht aufmerksame Deckung des Gastes die Angriffe bereits in der Entfaltung stören konnte. Ein Lichtblick aber war der erstmals in einem Punktspiel eingesetzte Linksverteidiger Spieler, der durch seine Kaltschnäuzigkeit überraschte und es dem sonst guten Ruhdel sehr schwer machte. Auch Lubbe hatte in direktem Zweikampf mit ihm stets das Nachsehen. Im Sturm bot noch die beste Leistung Heitmann, der es wenigstens immer wieder mit Schüssen versuchte, wenn er dabei auch etwas Pech hatte.

Die Büdelsdorfer sind mit dem Ergebnis ducrhaus zufrieden. Mehr hatten sie nicht erhofft. Aber dieses Unentschieden kam auch gegen einen VfL zustande, der von seiner Bestform entfernt ist. Mit dem Sturm können die Gäste ebenfalls nicht viel Staat machen, wenn man von einigen gefährlichen Angriffen absieht, denen aber der Torschuß als krönender Abschluß fehlte. Aus der Abwehr ragte Ziemke hervor, der einige schwierige Bälle sicher meisterte. Stopper Neumann und Jöhnk boten dagegen die besten Leistungen. Geschickt wurde Bethge mit ins Sturmspiel eingesetzt, aber seine Bemühungen blieben ohne Unterstützung.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Günter Stolp, Peter Spieler - Alfred Liedtke (82. Wolf-Dieter Bliebenich), Karl-August Wilkens, Horst Liedtke - Hans-Jürgen Panier, Holger Dau, Heinz Büll, Hans Siep, Gerd Heitmann.

Büdelsdorfer TSV: Ziemke - Jöhnk, Alexander - Bethge, Neumann, Kuhr - Ruhdel, Hennings, Jastremski, Lubbe, Hinrichsen.

Tore: Fehlanzeige. - Schiedsrichter: Meyer (Klausdorf). - Zuschauer: 650.

 

Samstag, 9. Sept. 1967
VfL mit Weisbach, aber ohne Peters und Panier.

Spieler bekommt gegen den gefährlichen SV Friedrichsort eine neue Chance. Wenn der VfL Oldesloe morgen um 15 Uhr gegen den Tabellendritten SV Friedrichsort (6:2 Punkte) antritt, dann steht vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob er seine gute Vorjahresform endlich wiedergefunden hat. Ist das nicht der Fall, wird er um die erste Niederlage in dieser Saison kaum herumkommen, da die Kieler zur Zeit in prächtiger Verfassung sind und auch am letzten Sonntag in Segeberg bei ihrem klaren 3:0-Erfolg keine Zweifel daran aufkommen ließen.

Beim VfL steht Weisbach wieder zur Verfügung, dafür aber ist Panier nicht einsatzbereit, Peters ist noch immer verletzt. So wird der am letzten Sonntag so gut eingeschlagene Spieler erneut in die Mannschaft kommen, gegen die gefährlichen Außenstürmer des SV Friedrichsort dürfte das eine echte Bewährungsprobe werden.

Die Bilanz gegen die Kieler ist für den VfL durchaus positiv. Im letzten Jahr gewann er in Kiel mit 3:1, auf eigenem, Platz mußte er sich allerdings mit einem 2:2 nach einer 2:0-Führung zufriedengeben. Aber die Gastgeber haben sich verbessern können und rechnen sich eine gute Chance auf einen der beiden ersten Tabellenplätze aus, auf die sie im letzten Jahr kaum Hoffnung hatten. Alles spricht somit für einen Erfolg der Friedrichsorter. Die Oldesloer sind gut beraten, wenn sie sich auf ein unentschieden einstellen würden, das für sie ein gutes Ergebnis wäre.
ST

 

Sonntag, 10. Sept. 1967 - 4. Punktspiel
SV Friedrichsort - VfL Oldesloe 2:0 (0:0)

Oldesloe haderte mit dem Schicksal. Büll vom Platz und zwei irreguläre Tore. Dennoch siegten die Friedrichsorter verdient. Als Schiedsrichter Kiesewetter nach 90 Minuten die Begegnung auf dem Friedrichsorter Fördeplatz abpfiff, schimpften die Oldesloer Spieler und der Anhang auf den Unparteiischen, der tatsächlich schwach gepfiffen hatte. Zwei umstrittene Tore und ein Feldvereis des Rechtsaußen Büll in der 69. Minute hatten dem VfL Oldesloe das Genick gebrochen. Die Tatsache, daß beide Friedrichsorter Tore „Geschenke“ des Unparteiischen waren, ändert nichts daran, daß die Platzherren verdient beide Punkte in Friedrichsort behielten. Nach dem Wiederanpfiff hatten die Gastgeber ein leichtes Plus, das den 2:0-Sieg rechtfertigt. Hätte der großartige Girschkowski in der zweiten Halbzeit nicht einige Male kraftvoll reagiert, der Erfolg des SV Friedrichsort hätte auch höher ausfallen können.

Die erste Halbzeit verlief ohne Höhepunkte. Beide Mannschaften schienen zu großen Respekt voreinander zu haben. Es fehlte auf beiden Seiten jegliches Risiko. Die torreichen Gelegenheiten hüben und drüben waren an den Fingern einer Hand abzuzählen. Leben kam erst nach dem Wechsel ins Spiel. Vor allem die Platzherren drückten jetzt aufs Tempo. In der 57. Minute passierte es dann. Horst Liedtke brachte nach einem Abwehrversuch Luck, nachdem der Ball von Liedtke bereits gespielt war, zu Fall. Unmißverständlich zeigte Kiesewetter aber auf den Elfmeterpunkt. Roth behielt die Nerven und nutzte diese Chance zum Führungstor eiskalt. Zweifellos war diese Elfmeterentscheidung sehr hart! Auch beim 2:0 hatte Kiesewetter eine Hand mit im Spiel. Bevor Luck das Leder einschoß, hatte Kowalski den VfL-Stopper Wilkens unfair gesperrt. Die meisten Zuschauer hatten es gesehen, nur der Schiedsrichter nicht! „Aller guten Dinge sind drei!“ rief ein Oldesloer Anhänger aus, als Kiesewetter in der 69. Minute Büll des Feldes verwies. „Ihr seid zu dumm da hinten!“ hatte Büll seinen Abwehrkameraden zugerufen. Das hat der Unparteiische wahrgenommen und Büll vorzeitig in die Kabine geschickt. Wen wundert es daher, daß die Spieler des VfL Oldesloe mit hängenden Köpfen das Spielfeld verließen.

Die Friedrichsorter hatten eine gute zweite Halbzeit. Immer wurden jetzt die Angriffe über die Außenstürmer vorgetragen. Vor allem Kowalski war gut aufgelegt und schoß aus allen Lagen. Sehr talentiert der 18jährige Luck, der sehr starke Szenen hatte. Nicht so stark diesmal Grandt, der bei Stolp auf Granit biß. Eifrig wie immer Wilko Mißfeldt, der einige Male aber ungenau abspielte. In der Abwehr ragte das solide Spiel Roths heraus. Auch Klüttich bot gegen Büll eine gute Gesamtleistung. Bei Friedrichsort fehlten in dieser Begegnung mit Reim, Röder, Karstens und Pusch vier Stammspieler.

Der VfL Oldesloe hat in Friedrichsort nicht enttäuscht. Im Mittelfeld sah er sogar gut aus. Vor allem Siep verteilte die Bälle recht geschickt, zum Teil unterstützt von Heitmann, dem jedoch die Spritzigkeit fehlte. Enttäuscht hat dagegen Dau, er blieb sehr blaß. Von den „Spitzen“ konnte nur Büll überzeugen. Er war auch der einzige, der vor dem Friedrichsorter Tor für Gefahr sorgte. Von Weisbach war kaum etwas zu sehen. Bester Spieler beim VfL war zweifellos Girschkowski. In dieser Phase ist er unbestritten Nummer 1 in Schleswig-holstein. Bei hohen Bällen unschlagbar, zeigte er diesmal auch bei Flachschüssen seine Reaktionsschnelligkeit. Neben ihm verdiente sich Stolp die beste Note. Wilkens und Horst Liedtke hat man in Kiel schon stärker gesehen.
SPM

SV Friedrichsort: Klose - Friese, Klüttich - Roth, Vosgerau, Scheer - Kowalski, Mißfeld, Luck, Wilke, Grandt.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Günter Stolp, Peter Spieler - Alfred Liedtke, Karl-August Wilkens, Horst Liedtke - Heinz Büll, Holger Dau, Gerd Heitmann, Hans Siep, Ludwig Weisbach.

Tore: 1:0 Roth (58., Foulelfmeter), 2:0 Luck (67.). - Schiedsrichter: Kiesewetter (Malente). - Zuschauer: 600. - Platzverweis: Büll (VfL Oldesloe, 69.).

 

Donnerstag, 14. Sept. 1967
Zuwachs für den VfL.

Der VfL hat wieder Zuwachs von Holstein 08 Segeberg erhalten. Es handelt sich um die Fußballspieler Otto Arp und Werner Kruse. Im vorigen Jahr waren bereits Hans Siep und Jörg Wirbach zum VfL gestoßen. (Anm.: Wirbach spielt inzwischen allerdings beim TSV Langenhorn) ST

 

Samstag, 16. Sept. 1967
Der Tabellenzweite morgen im Travestadion.

VfL probiert Eltz als Linksaußen aus. Ohne den Scharfschützen Büll. Ob der VfL Oldesloe die unter unglücklichen Umständen zustandegekommene Niederlage gegen den SV Friedrichsort ohne Nachwirkungen überstanden hat, wird sich morgen im Travestadion gegen den ungeschlagenen Tabellenzweiten VfB Kiel erweisen. Die Kieler hatten schon am Ende der letzten Saison gezeigt, daß sie sich weiter verstärken konnten; diese Aufwärtsentwicklung hat sich fortgesetzt, und in der jetzigen Verfassung kann die Mannschaft jeden Gegner schlagen. Den ersten Punkt gab sie ausgerechnet auf eigenem Platz ab. Dadurch ging die Tabellenführung verloren, die jetzt der Heider SV mit der gleichen Punktzahl einnimmt.

Natürlich möchten die Kieler gern zurück an die Spitze. Dazu ist aber ein Sieg über den VfL Oldesloe notwendig. Nun, die Oldesloer sind sich darüber im klaren, daß sie keine weitere Niederlage einstecken dürfen, wollen sie nicht den Anschluß an die Spitzengruppe schon vorzeitig verlieren. Die Mannschaft zeigte sich in Kiel stark verbessert, verlor nur durch unglückliche Umstände und unter Mithilfe des Schiedsrichters Kiesewetter, der einen rabenschwarzen Tag erwischte. So unglücklich kann es nun einfach nicht immer laufen, wenngleich morgen der des Feldes verwiesene Büll als einziger Scharfschütze in der Mannschaft sehr fehlen wird. Erstmals eingesetzt wird der Nachwuchsspieler Eltz auf der Linksaußenposition.
ST

 

Sonntag, 17. Sept. 1967 - 5. Punktspiel
VfL Oldesloe - VfB Kiel 2:4 (1:0)

Erstmals nach 18 Monaten verlor Oldesloe zu Hause. Die erste Heimniederlage in einem Amateurliga-Punktspiel seit dem 6. März 1966 (3:6 gegen den Büdelsdorfer TSV) brachte Spitzenreiter VfB Kiel dem VfL Oldesloe bei. Der Sieg des bislang ungeschlagenen Tabellenführers geht in Ordnung, auch wenn berücksichtigt werden muß, daß der Oldesloer Sturm großes Pech mit seinen Schüssen hatte und drei der vier Gegentore aus klaren Abwehrfehlern resultierten. Die Gäste waren einfach cleverer und wußten ihre Chancen zu nutzen, zudem hatten sie mit Kraus den überragenden Feldspieler auf ihrer Seite, der völlig allein die Oldesloer Abwehr in Verlegenheit brachte. Wie schon gewohnt, gab es auch diesmal einen Elfmeter gegen den VfL, der in der 2. Minute von Wilkens an Lau verursacht wurde. Knösing traf nur den Pfosten. Die Entscheidung war allerdings zu hart gewesen. Es war überhaupt kein Foul zu sehen. Der Kieler ließ sich effektvoll fallen.

Der VfL bot trotz der Niederlage kein schlechtes Spiel. Er unterlag aber einem Gegner, der in dieser Verfassung durchaus das Zeug hat, bei der Vergabe des Meistertitels ein Wörtchen mitzureden, obgleich es etwas früh ist, derartige Prognosen zu stellen. Die Oldesloer haben im Sturm streckenweise ausgezeichnet - vor allem in der ersten Halbzeit - gespielt. Es haperte dann aber immer wieder mit dem Torschuß, da Bomber Büll an allen Ecken und Kanten vermißt wurde. Die gefährlichsten Schüsse kamen von Wilkens, der als bester Oldesloer bezeichnet werden muß. Pech hatte er in der 70. Minute mit einem Freistoß, der nur die Unterkante der Latte traf. Ein weiterer Schuß von Heitmann rollte auf der Linie entlang. Diese Chancen hätten durchaus weitere Treffer für den VfL zur Folge haben können, aber das Glück stand auf der seite der Besseren. Neben Wilkens konnten noch Stolp in der Verteidigung und Heitmann im Sturm am besten gefallen. Girschkowski wirkte nicht so sicher wie in Friedrichsort. Spieler hatte Schwierigkeiten mit dem erfahrenen Lau. Auf der anderen Seite rackerte sich Weisbach ab, scheiterte aber nur zu oft an dem Routinier Gutzeit, und war dieser einmal ausgeschaltet, kam Meyer, der oft in der Abwehr zu finden war, zur Hilfe.

Die Gäste boten eine ausgezeichnete Gesamtleistung und verkrafteten den verschossenen Elfmeter und die Oldesloer Pausenführung souverän. In der zweiten Halbzeit boten sie streckenweise modernsten Fußball und zeigten deutlich, daß sie vor allem an Technik vieles dazugelernt haben. Bester Mann war Kraus, der aber leider allzu oft auf sich allein gestellt war. Imponierend war die Konditionsleistung vom Maschmeyer, der sich nach der klaren Führung immer öfter mit ins Sturmspiel einschaltete und auch zu schießen versteht. Von Schröder kamen die besten Pässe in den Sturm, meistens von Kraus oder Lau aufgenommen. Bad Oldesloe hat eine Kieler Mannschaft gesehen, die in dieser Form erst einmal geschlagen werden will. SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Günter Stolp, Peter Spieler - Alfred Liedtke, Karl-August Wilkens, Horst Liedtke - Ludwig Weisbach, Holger Dau, Gerd Heitmann, Hans Siep, Peter Eltz (73. Jürgen Peters).

VfB Kiel: Knoche - Maschmeyer, Gutzeit - Schröder, Skovhede, Paulsen - Lau, Knösing, Kraus, Meyer, Skobyrla.

Tore: 1:0 Heitmann (37.), 1:1 Kraus (56.), 1:2 Lau (63.), 1:3 Kraus (74.), 2:3 Siep (83.), 2:4 Kraus (84.). - Schiedsrichter: Stancu (Neustadt). - Zuschauer: 600.

 

Samstag, 23. Sept. 1967
VfL zum VfR Neumünster mit Peters. Horst Liedtke soll den Scharfschützen Schöning an die Kette legen. Morgen muß der VfL Oldesloe zum VfR Neumünster. bei Betrachtung des Tabellenstandes ist klar, wer hier als Favorit zu bezeichnen ist, da der Gastgeber bei 8:4 Punkten den vierten Platz einnimmt, während die Oldesloer bei 4:6 Punkten jetzt auf dem zehnten Rang liegen.

Das bisherige Abschneiden des VfL ist enttäuschend, man hatte der Elf zu Beginn der Saison doch mehr zugetraut als einen einzigen Sieg in den ersten fünf Spielen! Auf eigenem Platz ist der VfL sogar noch sieglos, verpaßte er doch die Chance, durch einen doppelten Punktgewinn gegen den VfB Kiel den Anschluß an die Spitzengruppe zu halten. Nun, bei 4:6 Punkten ist noch nichts verloren, aber die Mannschaft muß nun schnell zu Punkten kommen, um nicht aussichtslos in Rückstand zu geraten, denn das Aufholen ist bekanntlich sehr schwer.

Gegen den VfR Neumünster hat Trainer Fritz Andree die Mannschaft etwas verändert. Spieler wurde herausgenommen und steht als zwölfter Mann zur Verfügung, während Peters erstmals wieder voll eingesetzt wird. Außerdem tauschen Alfred Liedtke und Dau ihre Plätze. Dadurch erhofft man sich eine weitere Belebung des Sturmspiels, allerdings ist hier Voraussetzung, daß der Halbrechte Alfred Liedtke nicht allzu eigensinnig auf eigenen Erfolg spielt, sondern seine Mannschaftskameraden entsprechend einzusetzen weiß.

Der VfR kam zuletzt in Heide zu einem klaren 3:0-Erfolg, wobei besonders Linksaußen Schöning ein glänzendes Spiel lieferte und mit zwei Treffern den größten Anteil am Sieg hatte. Mit sechs Toren führt er außerdem die Torschützenliste an. Also eine schwere Aufgabe für Horst Liedtke, der Rechtsverteidiger spielen soll!
ST

 

Sonntag, 24. Sept. 1967 - 6. Punktspiel
VfR Neumünster - VfL Oldesloe 1:1 (1:0)

Girschkowski rettete das Oldesloer 1:1. VfR war dem Sieg nahe. Auf beiden Seiten fehlten gute Angriffsspieler. Im ersten Zusammentreffen mit einer Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel kam der VfR Neumünster mit dem 1:1 gegen den VfL Oldesloe zu einem recht beachtlichen Ergebnis. Der VfR hätte diese Partie sogar gewinnen können, wenn nicht Schmidt und Schümann zweimal nur die Latte getroffen und außerdem VfL-Torsteher Girschkowski so hervorragend gehalten hätte. Er war es, dem die Oldesloer in erster Linie das 1:1 zu verdanken haben, wenngleich ein Fehler von ihm zur 1:0-Führung der Neumünsteraner führte. Die Oldesloer hatten ihre stärkste Zeit in den ersten zehn Minuten und dann in der Schlußphase, nachdem sie in der 67. Minute überraschend durch ihren Rechtsaußen Weisbach zum Ausgleich gekommen waren.

Ein Königreich für gute Stürmer! Diesen Wunsch wird nicht nur Oldesloe-Trainer Fritz Andree geäußert haben, auch dem Trainer des VfR Neumünster, Alfons Heitmann, wurde einmal mehr bestätigt, wo die Schwäche seiner Mannschaft liegt. Wäre Weisbach nicht der Sonntagsschuß aus spitzem Winkel zum 1:1 gelungen und hätte nicht Girschkowski in der 35. Minute bei einer Flanke von Burandt den Ball aus der Hand fallen lassen, wäre diese Partie torlos ausgegangen, was alles über die Leistungen beider Stürmerreihen sagt.

Der blonde Dau war bei den Oldesloern mit Abstand der beste Mann. Ausgezeichnet seine Kondition und enorm sein Laufpensum. Erstaunlich, wie gut auch noch Peters mithielt, der Krüger wie auch später Gabriel absolut unter Kontrolle hatte. Horst Liedtke hatte mit dem einfach zu ballverliebten Schöning zwar erhebliche Mühe, er war jedoch in seiner Deckungsarbeit so konsequent, daß dem Torjäger kein Treffer gelang, und das will schon was heißen. Wilkens, der ausgezeichnete Girschkowski sowie Stolp trugen wesentlich dazu bei, daß in Neumünster ein Punkt erkämpft werden konnte. Von den Stürmern ist der Eifer zwar zu loben, geschossen wurde jedoch herzlich schlecht. Alfred Liedtke wirkte als Mittelstürmer bei weitem nicht beweglich genug, und Eltz sah gegen Siegel selten einen Ball.

Der VfR hätte diese Partie aufgrund der vielen guten Chancen gewinnen können. Es war Pech, daß Schümann bei einem schönen Fallrückzieher nur die Latte traf und mit einem sehr plazierten Schuß keinen Erfolg hatte. Beide Male reagierte Girschkowski großartig. Pech auch, als Schmidts Schuß in der 56. Minute gegen die Latte krachte. Aber insgesamt brachte der Sturm der Neumünsteraner zuwenig. So war es auch nicht verwunderlich, daß Trainer Heitmann in der 57. Minute den wenig Einsatz zeigenden Krüger gegen Gabriel herausnahm. Luth im Tor strahlte erneut Zuverlässigkeit aus und Siegel entwickelt sich immer mehr zu einem der besten Kräfte des VfR. Auch Kiepert erfüllte sein Pensum zuverlässig. Wydorski und Rodewald verrieten erhebliche Zuspielschwächen, beide waren auch nicht spritzig genug, um den Sturm wirkungsvoll unterstützen zu können. Stopper Burchardt war erneut der ruhende Pol in der Abwehr, was er im wesentlichen durch seine große Routine erreichte. Zu den einsatzfreudigsten Spielern des VfR gehörte auch erneut der Halbrechte Burandt. SPM

VfR Neumünster: Luth - Siegel, Kiepert - Wydorski, Burchardt, Rodewald - Krüger (57. Gabriel), Burandt, Schmidt, Schümann, Schöning.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Horst Liedtke, Jürgen Peters - Holger Dau, Karl-August Wilkens, Günter Stolp - Ludwig Weisbach, Alfred Liedtke, Gerd Heitmann, Hans Siep, Peter Eltz.

Tore: 1:0 Schmidt (35.), 1:1 Weisbach (67.). - Schiedsrichter: Lind (Kiel). - Zuschauer: 1200.

 

Mittwoch, 27. Sept. 1967
Büll gegen Heide dabei.

Heinz Büll steht der Amateurliga-Elf des VfL Oldesloe am kommenden Sonntag gegen den Heider SV wieder zur Verfügung. Er stand in Malente vor dem Fußballgericht, weil er beim Spiel gegen den SV Friedrichsort wegen Widerrede vom Platz gestellt worden war. Die Richter sprachen eine Sperre bis zum 29. September aus. Der Schiedsrichter dieses Treffens, Kiesewetter (Malente), war nicht zur Verhandlung erschienen. Das Gericht legte ihm deshalb zehn DM Strafe auf.
ST

 

Samstag, 30. Sept. 1967
Heider SV ist hoher Favorit.

VfL Oldesloe möchte ein Unentschieden herausholen. Mit Neumünsteraner Elf. Wenn der Heider SV, Spitzenreiter der Amateurliga, morgen um 15 Uhr in das Travestadion einläuft, soll der VfL Oldesloe eine schwere Aufgabe lösen. Der Papierform nach gilt Heide als hoher Favorit.

Die Gäste führen mit 12:2 Punkten die Tabelle an und sind nach sieben Spielen noch ungeschlagen; sie befinden sich in einer weit besseren Form als im Vorjahr, wo der VfL beide Spiele gewinnen konnte und auf eigenem Platz sogar mit einem klaren 5:0 die Oberhand behielt. Vor allem die Deckung steht vor der schwersten Aufgabe, da die Heider mit 17 Treffern die höchste Torausbeute zu verbuchen haben, daran ist Verteidiger Pulter mit vier Treffern beteiligt.

Trainer Fritz Andree hat es bei der Hintermannschaft belassen, die sich in Neumünster im großen und ganzen bewährt hat, also mit Horst Liedtke und Peters. Da auch Büll wieder zur Verfügung steht, kann der VfL sein derzeit stärkstes Aufgebot einsetzen. Die beiden Segeberger Neuzugänge sind ebenfalls ab 1. Oktober spielberechtigt. Kruse wartet am Sonntag als zwölfter Mann auf seinen ersten Einsatz. Schon ein Remis wäre für den VfL als großer Erfolg zu bewerten, aber einfach wird es nicht sein, diese Aufgabe zu lösen.
ST

 

Bis zum Jahr 1970