VfL Oldesloe
Die Spielzeit 1967/68 - Liga 3/4 

 

Samstag, 6. Jan. 1968
Büdelsdorf ist ein gefährliches Pflaster.

VfL trotz bester Besetzung vor einer schweren Aufgabe. Sein erstes Spiel im neuen Jahr hat der VfL Oldesloe beim recht heimstarken Büdelsdorfer TSV zu bestreiten, wo er stets mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte und froh war, dort ein Unentschieden zu retten. Auch diesmal sind die Aussichten auf einen überzeugenden Sieg nicht gerade rosig, denn die Gastgeber befinden sich in unmittelbarer Abstiegsgefahr und müssen auf eigenem Platz Punkte machen, um am Ende nicht unter den Absteigern zu sein.

Gegen solche Mannschaften hat sich der VfL schon immer recht schwer getan, wenngleich auch er in dieser Saison gezeigt hat, daß er härter spielen kann und kämpferisch jedem Gegner ebenbürtig ist. Trainer Fritz Andree hat die bestmögliche Elf aufbieten können, also wieder mit Jürgen Peters. Auf Rolf Krahn wurde freiwillig verzichtet, da bei dem zu erwartenden Schneeboden dem leichteren und flinkeren Peter Spieler der Vorzug zu geben ist, obwohl beide sonst als gleichwertige Kräfte zu bezeichnen sind.
ST

 

Sonntag, 7. Jan. 1968 - 17. Punktspiel
Büdelsdorfer TSV - VfL Oldesloe 0:1 (0:0)

Oldesloe hatte mehr Kondition. Die bessere Puste und ein prächtiger Torwart verhalfen zum 1:0. Zwei Faktoren konnten die Gäste aus Oldesloe diesem knappen Sieg zuschreiben: ihrem ausgezeichneten Torhüter Girschkowski und ihrer besseren Kondition. Fast drei Viertel der Spielzeit befanden sich die Büdelsdorfer im Strafraum des VfL Oldesloe; aber die Hintermannschaft der Gäste stand sicher.

Vom Anspiel an waren die Büdelsdorfer - auf nahezu unbespielbarem Platz, der Schnee lag 16 Zentimeter hoch - im Bilde. Sie spielten mit weiten Pässen und die Bälle kamen gut über die Flügel. Schon in der 8., 12. und 16. Minute mußte VfL-Torhüter Girschkowski sein ganzes Können aufbieten, um einen Vorsprung der Büdelsdorfer zu verhindern. Allerdings war in der 20. Minute der Oldesloer Halbstürmer Stolp nur einen Meter vor dem gegnerischen Tor und konnte den Ball ebenfalls nicht unterbringen. Die beste Leistung zeigte Girschkowski dann in der 35. Spielminute, als er einen Bombenschuß des an diesem Tage gut aufgelegten Bruno Jastremski großartig parierte. Eines hatten die Oldesloer dem BTSV voraus: das direkte Spiel. So kam es, daß in der 74. Minute Heitmann angespielt wurde, kein Büdelsdorfer Spieler legte besonderen Wert auf die Deckung dieses Spielers, er lief frei durch und konnte aus acht Metern Entfernung unhaltbar einschießen.

Beste Spieler beim BTSV Torwart Ziemke, Verteidiger Bethke und Jöhnk. Sehr gut auch Außenstopper Ehlert sowie die Gebrüder Bruno und Ulrich Jastremski, auch Katins kam nach längerer Anlaufzeit gut ins Spiel.

Aus einer insgesamt guten Mannschaftsleistung möchte man bei den Gästen aus Oldesloe den guten Torhüter Girschkowski, Linksverteidiger Peters, Mittelläufer Liedtke sowie Heitmann und Stolp besonders hervorheben. Es gab keinen schwachen Punkt in der Abwehr, die zeitweilig Schwerstarbeit zu verrichten hatte. Im Sturm verblüffte die Leistung von Heitmann. Diese Kondition hatte man ihm nicht mehr zugetraut, und das noch bei Schnee! Leider gelang Gniechwitz einiges daneben, so daß der rechte Flügel nicht wie erwartet zur Geltung kam. Eine gute kämpferische Leistung einer Mannschaft, die sich in dieser Besetzung immer besser aufeinander einspielt! SPM/ST

Büdelsdorfer TSV: Ziemke - Jöhnk, Bethke - Kuhr, Neumann, Ehlert - Bertermann, Katins, Hinrichsen, Bruno Jastremski, Ulrich Jastremski.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Peter Spieler, Jürgen Peters - Holger Dau, Horst Liedtke, Hartmut Scheibel - Harald Gniechwitz, Gerd Heitmann, Karl-August Wilkens, Günter Stolp, Otto Arp.

Tor: 0:1 Heitmann (74.). - Schiedsrichter: Lind (Kiel).- Zuschauer: 300.

 

Samstag, 13. Jan. 1968
Der Tabellenzweite im Travestadion.

VfL möchte durch einen Sieg über Friedrichsort an die Spitzengruppe herankommen. Eine Bewährungsprobe muß der VfL Oldesloe morgen um 14 Uhr im Travestadion ablegen, wenn er dem Tabellenzweiten SV Friedrichsort gegenübertritt. Erst in diesem Spiel wird sich zeigen, ob der Formanstieg des VfL dazu ausreicht, auch gegen Mannschaften der Spitzengruppe gut auszusehen. Denn nur durch einen Sieg über Friedrichsort bleibt dem VfL die Chance auf den zweiten Tabellenplatz erhalten, denn der Abstand von fünf Punkten ist schon erheblich.

Das Hinspiel verlor der VfL in Kiel äußerst unglücklich mit 0:2, obwohl er spielerisch gleichwertig gewesen war; aber durch eine schwache Schiedsrichterleistung begünstigt, kamen die Gastgeber damals zu zwei irregulären Toren, die die Partie entschieden. Natürlich möchten die Oldesloer dafür Revanche nehmen. Sie brennen darauf, dem SV endlich eine Niederlage beizubringen und damit näher an die Spitzengruppe heranzukommen.

Vorgesehen ist die gleiche Besetzung wie in Büdelsdorf. Sollte Jürgen Peters von seiner Grippeerkrankung noch nicht genesen sein, wird Günter Stolp in die Verteidigung zurückgehen, seinen Platz nimmt Hans Siep ein, und Ludwig Weisbach ist dann der zwölfte Mann. Fraglich ist allerdings, ob die Partie überhaupt stattfinden wird, denn das Travestadion ist nicht vom Schnee geräumt worden, weil der Untergrund nicht tief genug gefroren war, um Räumfahrzeuge darauf fahren lassen zu können. Erst heute mittag soll sich entscheiden, ob gespielt werden kann oder nicht.
ST

 

Samstag, 20. Jan. 1968
Schlägt VfL aus diesmal Schlutup? Aber Gastgeber TSV gilt als Favorit. Starke Abwehrreihen, schwache Stürmer. Da die als Bewährungsprobe für den VfL Oldesloe geltende Partie gegen den SV Friedrichsort den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer gefallen ist, müssen die Oldesloer nun in Schlutup zeigen, ob wieder mit ihnen zu rechnen sein wird und ob sie sich Hoffnungen auf den zweiten oder dritten Tabellenplatz machen können.

In den Punktspielen ist der VfL gegen den TSV Schlutup bislang ohne Niederlage. Die Gastgeber stehen mit nur 13 Verlustpunkten relativ auf dem dritten Platz hinter Heide und Friedrichsort und haben gute Aussichten auf die Vizemeisterschaft. Voraussetzung ist aber, daß sie die Heimspiele gewinnen - also muß auch gegen den VfL ein Sieg herausspringen. leicht favorisiert sind die Schlutuper diesmal aufgrund ihrer ganz ausgezeichnete Abwehrklette, die erst 16 Gegentreffer zuließ. Im Sturm scheinen dagegen die gleichen Schwierigkeiten vorhanden zu sein, wie beim VfL, denn die Lübecker kamen auf erst 22 Treffer, während der VfL sogar nur 20 Tore schoß.

Die Abwehrreihen beider Vereine werden demnach im Mittelpunkt stehen, falls nicht wider Erwarten bei einer Mannschaft endlich auch im Sturm der Knoten platzten sollte. So könnte man mit einem 0:0 rechnen, mit dem beiden Mannschaften aber nicht gedient sein dürfte, weil dadurch der Abstand zum SV Friedrichsort größer werden könnte. Die Partie wurde auf Wunsch des TSV Schlutup von 11 Uhr auf 14 Uhr verlegt.
ST

 

Sonntag, 21. Jan. 1968 - 17. Punktspiel
TSV Schlutup - VfL Oldesloe 0:1 (0:1)

Wilkens-Tor bedeutete Oldesloer Sieg. In dieser Verfassung sollte der VfL in den Kampf um die Spitze eingreifen können. Mit dem VfL Oldesloe ist in Zukunft wieder zu rechnen! Nicht allein der 1:0-Sieg in diesem Schlüsselspiel, vor allem die Art, wie dieser Erfolg errungen wurde, gibt zu berechtigten Hoffnungen für die Stormarner Anlaß. Aus einem festgefügten Abwehrblock heraus verstanden sie es, ihr Spiel mit weiträumigen Ballpassagen aufzuziehen. Dabei gefielen besonders die ideenreichen Angriffszüge, die zumeist über die Flügel vorgetragen wurden und stets Gefahr vor dem Schlutuper Gehäuse erzeugten. Bei den Gastgebern hingegen wollte in dieser bedeutungsvollen Partie nichts zusammenlaufen. Ihr früherer Spielmacher Hans-Jürgen Preiß fehlte ihnen sehr. Es fand sich kein Akteur, der ihn auch nur annähernd vertretenn konnte. Weder Böttcher noch Steffen oder gar Rath vermochten dem Spiel ihrer Elf Linie zu geben.

Beide Mannschaften wirkten in den Anfangsminuten sehr nervös und waren vornehmlich darauf bedacht, Gegentore zu vermeiden. Aber die Oldesloer hatten sehr schnell erkannt, wie der Gastgeber an diesem Tage zu bezwingen war. Mit wenigen Spielzügen strebte man dem gegnerischen Tor zu und nahm dann jede sich bietende Gelegenheit war, um zählbare Erfolge anzubringen. Dennoch boten sich den Schlutupern einige vielversprechende Einschußmöglichkeiten. Einmal war es Jürgens, der aus nur wenigen Metern den vorzüglichen Girschkowski nicht zu überwinden vermochte. Auch Rath vergab zweimal aus guten Schußpositionen klägtlich. Darüber hinaus vereitelte Girschkowski weitere erfolgversprechende Gelegenheiten der Schlutuper durch prachtvolle Paraden.

Mit den Oldesloern gewann die spielerisch wie auch taktisch bessere Elf diese abwechslungsreiche Auseinandersetzung. Es hat schon imponiert, wie alle Spieler rastlos in Bewegung waren. Das Spiel ohne Ball beherrschten sie ausgezeichnet. Die Elf besaß ihre Stützen in dem katzengewandten Girschkowski, dem Ruhe und Übersicht ausstrahlenden Horst Liedtke sowie dem unermüdlichen Dau. Stolp und Peters erwiesen sich als zuverlässige Verteidiger und gaben sich kaum einmal eine Blöße. Im Angriff zog Heitmann seine Kreise und setzte seine Mitspieler nach Gefallen ein.

Bei den Schlutupern hat Hans-Jürgen Preiß eine große, kaum zu schließende Lücke hinterlassen. Es wird schwer für sie werden, den Platz in der Spitzengruppe zu behaupten. Die ganze Mannschrft wirkte nervös und fand kaum einmal ein Mittel zu einer echten Einheit. Hinzu kam, daß sie in Behnke und Rath zwei glatte Ausfälle hatten. Aber auch Böttcher, Jürgens und Knorr ließen viele Schwächen erkennen. Zufrieden konnte man eigentlich nur mit Feigl und Winkel (tändelt allerdings zu häufig) sein. Auch Söchtig erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen.
SPM

TSV Schlutup: Söchtig - Lübke, Feigl - Schwichtenberg, Winkel, Knorr - Behnke, Steffen, Rath, Böttcher, Jürgens (75. Herre).

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Günter Stolp, Jürgen Peters - Holger Dau, Horst Liedtke, Hartmut Scheibel - Hans-Jürgen Panier, Gerd Heitmann, Karl-August Wilkens, Hans Siep, Otto Arp.

Tor: 0:1 Wilkens (22.). - Schiedsrichter: Link (Kiel). - Zuschauer: 600.

 

Samstag, 27. Jan. 1968
VfL Oldesloe ist siegesgewiß.

Doch Vorsicht vor der starken Abwehr des Polizei SV! Der VfL Oldesloe hat eine gute Möglichkeit, am Sonntag seinen guten Tabellenplatz weiter zu verbessern, wenn ihm ein Sieg über die stark abstiegsgefährdeten Polizisten aus Kiel gelingen sollte. Die Kieler hatten einen ausgezeichneten Start, fielen dann aber immer weiter zurück und liegen jetzt mit 10:24 Punkten an vorletzter Stelle. Auffallend schwach die Leistung der Stürmer, sie erzielten bisher nur 13 Treffer. Stark dagegen scheint die Abwehr zu sein, denn die Elf mußte lediglich 21 Tore einstecken (vier davon jedoch am letzten Sonntag in Flensburg, als Torhüter Peper einen schwachen Tag erwischt hatte). Die Oldesloer haben bereits 23 Gegentreffer aufzuweisen.

Das Hinspiel in Kiel entschied der VfL nach spannendem Verlauf knapp mit 1:0 für sich. Das ist aber keine Garantie, daß es diesmal auch klappen wird, wenngleich die Oldesloer Mannschaft von heute wieder stärker geworden ist und die Kieler ein Formtief aufzuweisen haben.

Die Oldesloer müssen ohne ihren beim Schlutuper Spiel verletzten Torhüter Gert Girschkowski auskommen, der beim Zusammenprall mit Steffen einen Rippenbruch erlitten hat. Dadurch bekommt sein Bruder Fred die erste Chance, in einem Punktspiel der 1. Amateurliga einmal das Tor zu hüten. In der jetzigen Verfassung ist Gert Girschkowski praktisch nicht zu ersetzen, wenn auch sein Bruder ein ähnlich talentierter Torhüter ist, dem aber noch die Erfahrung fehlt. Ansonsten wird die gleiche Besetzung aufgeboten wie in Schlutup.

Trotz der kämpferisch starken Leistung der Kieler wäre alles andere als ein klarer Oldesloer Sieg eine Überraschung - für die Oldesloer dann aber eine unangenehme, die sie sich nicht leisten können, falls sie noch den zweiten oder dritten Platz erreichen wollen.
ST

 

Sonntag, 28. Jan. 1968 - 18. Punktspiel
VfL Oldesloe - Polizei SV Kiel 0:0

Viel Glück für Polizei. 90 Minuten lang klebte Oldesloe das Pech an den Schuhen. Mit einem enttäuschenden 0:0 mußte sich der VfL gegen die stark abstiegsgefährdeten Kieler zufriedengeben, obwohl er die tonangebende Elf auf dem Feld war und auch spielerisch seinem Gegner deutlich überlegen war. Die Mannschaft fand an diesem Tage aber einfach nicht den Weg zum Tor. Gefährliche Schüsse von Heitmann gingen knapp daneben. In der 48. Minute traf er mit einem Freistoß nur die Latte. In der 59. Minute mußte Mordhorst auf der Linie einen Schuß von Panier retten. Pech auch für den VfL, daß ein Tor in der 30. Minute von Heitmann keine Anerkennung fand, weil die Flanke von Wilkens angeblich in der Luft schon im Aus gewesen sein soll. Der Linienrichter machte auf Befragen des Schiedsrichters Besel diese Äußerung, obwohl er nicht auf Ballhöhe stand, und von seiner Sicht eine Entscheidung darüber kaum möglich gewesen sein kann! Die Chancen für den VfL, in der Tabelle weiter aufzurücken, sind weiter gesunken. Der erneute Punktverlust auf eigenem Platz kann bei der Endabrechnung sehr wichtig sein. Überhaupt haben die Oldesloer in dieser Saison auswärts ihre besten Spiele gezeigt und dort die Punkte gesammelt, die sie in die Spitzengruppe führten.

Eine gute Gesamtleistung des VfL, trotz der fehlenden Tore, wenn auch im Sturm nicht alle Leistungen befriedigen konnten. Allen voran bot Heitmann eines seiner besten Spiele, er war die Schaltstation auf dem Feld, auch war er der einzige Stürmner, dessen Schüsse dem ausgezeichneten Peper gefährlich werden konnten. Enttäuschend Siep, der sich zwar abrackerte, aber mit seinen Pässen meist den Gegner fand. Die Abwehr war vor keine schwere Aufgabe gestellt, die Kieler hatten nur sehr wenig Torgelegenheiten und wußten diese auch nicht zu nutzen. Fred Girschkowski vertrat seinen Bruder nach anfänglicher Nervosität sehr gut. Kämpferisch stark, auch im Sturmspiel, Stolp und Peters.

Die Kieler waren in der Abwehr der erwartet starke Gegner. Sie trauten sich jedoch nur sehr selten über die Mittellinie hinaus und waren lediglich auf Torsicherung bedacht. Es ist ihnen diesmal auch gelungen, aber nur, weil sie das Glück auf ihrer Seite hatten. Sie sollten aber in Zukunft nicht so rauhbeinig spielen! Die Fouls auf ihrer Seite waren in diesem Spiel kaum noch zu zählen. Eine rechtzeitige Verwarnung eines Sünders (besonders unangenehm fiel Mordhorst auf) wäre angebracht gewesen. Torhüter Peper war der beste Spieler seiner Elf. In der Abwehr gefielen dann noch Mordhorst, bis auf seine Unfairneß, und Schütt. Im Sturm gab es kaum eine gute Leistung, wenn man vielleicht Lange in der ersten Halbzeit herausnimmt, der am Ball einiges gezeigt hat. Der einzige wirklich gefährliche Schuß der Kieler kam in der 81. Minute von Zack auf das Tor. Girschkowski klärte aber sehr sicher.
SPM/ST

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Günter Stolp, Jürgen Peters - Holger Dau, Horst Liedtke, Hartmut Scheibel - Hans-Jürgen Panier, Gerd Heitmann, Karl-August Wilkens, Hans Siep, Ludwig Weisbach.

Polizei SV Kiel: Peper - Neumann, Schütt - Purwin, Willer, Mordhorst - Reimers, Lange (55. Rieger), Zack, Pohl, Scheer.

Tore: Fehlanzeige. - Besel (Lübeck). - Zuschauer: 450.

 

Samstag, 3. Feb. 1968
Schußgewaltiger Sturm wartet in Kiel.

VfL vor schwerer Aufgabe gegen Holstein-Amateure. Noch immer verletzte. Morgen tritt der VfL Oldesloe um 14.30 Uhr in Kiel gegen die Amateure von Holstein an. Die Gastgeber verfügen über einen schußgewaltigen Sturm, und die Oldesloer wissen, daß es für sie schwer sein wird, sich durch einen weiteren Auswärtssieg ein günstige Position für den Endkampf zu schaffen.

Aber sie wollen alles daran setzen, auch die Holsteiner, die bislang sogar nur 16 Verlustpunkte aufzuweisen haben, zu schlagen. Der Sturm der Kieler brachte es auf insgesamt 26 Treffer. Größten Anteil hieran haben Mittelstürmer Krüger (11 Treffer) und Halbstürmer Medler (7 Treffer). Auf diese beiden Vollblutstürmer wird die Oldesloer Abwehr besonders achten müssen. Die Abwehr scheint nicht ganz sattelfest zu sein, 33 Tore mußte die Elf in 18 Spielen einstecken. Das sollte die Oldesloer jedoch nicht zu leichtsinnigem Spiel veranlassen. Diese Holstein-Mannschaft muß sehr ernst genommen werden, denn sie möchte endlich wieder einmal an den Deutschen Amateurmeisterschaften teilnehmen.

Im Oldesloer Lager hat man noch Sorgen wegen der zahlreichen Verletzungen, die sich die Spieler durch die harte und teilweise unfaire Gangart der Kieler Polizisten am letzten Sonntag zugezogen haben. Wenn alle Mannschaften so spielen würden, gäbe es nur noch verletzte Spieler - und das unter Amateuren! Wenn alles klappt, kommt auch Gert Girschkowski wieder zum Zuge.
ST

 

Sonntag, 4. Feb. 1968 - 19. Punktspiel
Holstein Kiel Am. - VfL Oldesloe 1:0 (1:0)

Hoffmann entschied die Partie. War der Rasen im Holstein-Stadion überhaupt bespielbar? Diese Frage stellten sich in Kiel die Zuschauer. Die meisten von ihnen hätten hierauf nur mit einem Nein geantwortet. Auch in den Reihen des VfL war man der Ansicht, daß der völlig aufgeweichte Rasen, auf dem eine mehrere Zentimeter hohe Schneeschicht lag, nicht bespielbar war. Schiedsrichter Brandt aber pfiff die Partie an. Wie der Platz nach den bewegten 90 Minuten aussah, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Holstein Kiel tat der Unparteiische bestimmt keinen Gefallen, auch wenn letzten Endes dank des 1:0-Sieges beide Punkte in Kiel blieben.

In diesem Schneematsch - die Spieler hatten zum Teil schon beim Auflaufen Standschwierigkeiten - erwiesen sich die Gastgeber als technisch besser und alles in allem cleverer. Ein entscheidendes Plus besaßen sie im Mittelfeld. Vor allem Hoffmann sprühte vor Spiellust. Immer wieder schaltete er sich geschickt ein und setzte seinen Angriff in Szene. Sein Laufpensum auf diesem morastigen Boden war enorm. Über eine Stunde lang war er Holsteins Schaltstation. In dieser Zeit hatten die Kieler auch einige großartige Szenen. Hätte der Angriff druckvoller gespielt, der Holstein-Anhang hätte nicht bis zum Abpfiff um den Sieg bangen müssen. Doch Cornelsen, Kropf und Medler fehlte der notwendige Biß. Neben Hoffmann gefielen bei Holstein noch Kanies, Koch, Debring und mit Abstrichen Krüger. Torhüter Batelt wurde kaum beschäftigt.

Vom VfL Oldesloe waren die Kieler Zuschauer enttäuscht. Vor allem ihr Angriff blieb farblos. Kein Stürmner verdiente eine positive Kritik. Völlig „blind“ spielte Weisbach, der in keiner Phase Amateurliga-Format hatte. Auch bei Wilkens und Heitmann gab es wenig lichte Momente. Am Ball kann Heitmann immer noch recht viel, doch sein Arbeitspensum reichte nicht aus. Dieses Spiel zeigte einmal mehr die Achillesferse des VfL Oldesloe auf. Weit und breit fehlt im Angriff ein energischer, schußsicherer Stürmer. Fast mühelos bremste die Holstein-Abwehr dieses Angriffsquintett. Die besten Spieler standen beim VfL in der Deckung. Dau arbeitete sehr fleißig und beschattete Medler gut. Auch Liedtke machte als Ausputzer kaum Fehler. Von seiner früheren Form ist er aber noch weit entfernt. Girschkowski wurde nur selten geprüft. Beim Kieler Tor schien ihm die Sicht versperrt gewesen zu sein. Unhaltbar war Hoffmanns Schuß auf jeden Fall nicht. Beide Verteidiger erfüllten ihr Soll, ohne aber herauszuragen.

Der VfL muß nun wohl seine Hoffnungen, die Vizemeisterschaft in der Amateurliga zu verteidigen, begraben. In der Schlammschlacht spielten die Kieler nach dem einzig richtigen Rezept: den Ball weit schlagen und sofort abspielen. Es muß in aller Deutlichkeit gesagt werden, daß Amateurfußballer aus Freude dabei sind! Der Unparteiische hätte dieses Spiel vielleicht anpfeifen können, wenn er Profis vor sich gehabt hätte, bei Amateuren sollte er zuerst an die Gesundheit der Spieler denken, was er unterließ. Man kann nur hoffen, daß er von zuständiger Stelle auf seine Pflichten hingewiesen wird.
SPM/ST

Holstein Kiel Am.: Batelt - Biewald, Voß - Kanies, Debring, Koch - Hoffmann, Kropf, Krüger, Medler, Cornelsen.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Günter Stolp, Jürgen Peters - Holger Dau, Horst Liedtke, Hartmut Scheibel - Hans-Jürgen Panier, Gerd Heitmann, Karl-August Wilkens, Hans Siep, Ludwig Weisbach.

Tor: 1:0 Hoffmann (21.). - Schiedsrichter: Brandt (Itzehoe). - Zuschauer: 200.

 

Samstag, 10. Feb. 1968
So leicht steckt der VfL nicht auf!

Oldesloer scharf auf den dritten Tabellenplatz. Eltz wird als Linksaußen erprobt. Hat der Vizemeister VfL Oldesloe doch noch eine Chance, im Endspurt den dritten Platz der Amateurliga zu erreichen? Diese Frage bewegt die Oldesloer Fußballfreunde, nachdem die Elf aus den letzten beiden Spielen nur einen Punkt geholt hat. Mit 19 Zählern auf der Minusseite sieht das Bild ungünstig, aber nicht ganz hoffnungslos aus.

Wenn der VfR Neumünster morgen um 14.30 Uhr ins Travestadion einläuft, können die Oldesloer diesen Gegner aus dem Rennen um den Anschluß nach vorn werfen, denn die Neumünsteraner haben ebenfalls 19 Minuspunkte und können sich genau wie der VfL keine weitere Niederlage mehr erlauben. Einer der beiden wird also auf jeden Fall auf der Strecke bleiben, auch bei einem Unentschieden besteht kaum noch Hoffnungen, den dritten Platz zu erobern.

So wird der VfL alles daransetzen, um seine letzte, hauchdünne Chance zu wahren und mit einem Heimsieg über den abwehrstarken VfR Neumünster den Anschluß wieder herzustellen. Schwer wird das werden, das hat schon das erste Spiel bewiesen, wo der VfL nur mit einigem Glück an einer Niederlage vorbeikam und in der zweiten Halbzeit ein 1:1 nach toller Abwehrschlacht zu retten verstand.

Der Einsatz von Jürgen Peters ist fraglich, deshalb wurde Trainer Fritz Andree zur Umstellung gezwungen, da auch Peter Spieler nicht zur Verfügung steht. Karl-August Wilkens nimmt den Platz von Hartmut Scheibel ein, dieser geht in die Verteidigung zurück. Neu in die Mannschaft kommt Peter Eltz auf dem Posten des Linksaußen. Eigentlich eine gute Mischung zwischen erfahrenen und ganz jungen Spielern, die dem VfR das Siegen sehr schwer machen müßte.
ST

 

Sonntag, 11. Feb. 1968 - 20. Punktspiel
VfL Oldesloe - VfR Neumünster 1:0 (1:0)

Bessere erste Halbzeit entschied. 0:1 unglücklich für Neumünster. In diesem für beide Vereine wichtigen Spiel gab es zwei grundverschiedene Halbzeiten. Während der VfL anfangs die bessere Elf war und gute Möglichkeiten für einen deutlichen Vorsprung bis zur Pause hatte, kamen die Gäste in den zweiten 45 Minuten immer stärker auf und hätten ein Unentschieden verdient gehabt; aber es fehlte in der Fünferreihe ein Vollstrecker. So war der VfL heilfroh, dieses knappe Ergebnis über die Zeit retten zu können und bewahrte sich damit eine hauchdünne Chance auf einen der vorderen Plätze. Neumünster besitzt jedoch nun keine Möglichkeiten mehr.

Insgesamt eine gute Leistung beider Mannschaften, wenn man von der Schußschwäche auf beiden Seiten absieht. Die Torhüter braucten somit nicht ihr gesamtes Können unter Beweis zu stellen. Die Oldesloer waren in diesen Tagen die Glücklicheren und haben so nun doch noch eine Chance auf den dritten Platz, wenn sie in dieser Weise weitermachen. Die Abwehr wurde diesmal von Stolp glänzend organisiert, der darüber hinaus noch den eminent gefährlichen Krüger schier zur Verzweiflung brachte und nicht an sich vorbeikommen ließ. Auf der anderen Seite hatte Scheibel mit dem besten Spieler vom VfR, Schöning, etwas mehr Mühe, hielt sich jedoch gut. Der einzige Mangel in der Läuferreihe war das zweitweilig schwache Abspiel (Wilkens!). Im Sturm machten Weisbach und Heitmann eine wesentlich bessere Figur als in Kiel, und auch Gniechwitz erledigte sein Pensum gut. Heitmann hatte in der 44. und in der 68. Minute zwei ausgezeichnete Torgelegenheiten, die er vergab. Eltz hat auch nicht schlecht gespielt, ist für einen Außenstürmer aber doch etwas zu langsam.

Der VfR konnte ebenfalls gefallen, ließ im Mittelfeld die Partie offen, um dann in der zweiten Halbzeit zu einer leichten Überlegenheit zu gelangen, die sich aber nicht im Torerfolg auszahlen konnte, weil den Stürmern der Mut zum beherzten Torschuß fehlte. So konnte das verdiente Unentschieden nicht erreicht werden. Die Abwehr war nicht ganz so sicher wie gewohnt, vor allem bei Burchardt schlichen sich leichte Unsicherheiten ein. Glück hatten sie in der 35. Minute, als Weisbach im Strafraum allein durch war, jedoch gesperrt und festgehalten wurde, ohne daß der Schiedsrichter den fälligen Pfiff ertönen ließ. Im Sturm war das Spiel etwas zu sehr auf Schöning zugeschnitten, der zwar am Ball sehr schnell ist, aber gegen Scheibel nicht wie gewohnt zum Zuge kam. Auf der anderen Seite war Krüger bei Stolp gut aufgehoben. Bei den Halbstürmern war nur wenig zu sehen, auch  Schmidt blieb farblos, wenn auch im Mitteldfeld um jeden Ball gekämpft wurde.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Hartmut Scheibel, Günter Stolp - Holger Dau, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens - Ludwig Weisbach, Gerd Heitmann, Harald Gniechwitz, Hans Siep, Peter Eltz.

VfR Neumünster: Luth - Burandt, Rodewald -  Schmidt, Burchardt, Bauer - Krüger, Siegel, RSchmidt, Schümann, Schöning.

Tor: 1:0 Gniechwitz (23.). - Schiedsrichter: Meumann (Lübeck). - Zuschauer: 450.

 

Samstag, 17. Feb. 1968
Hat der VfL in Heide Chancen?

Schlagerspiel mit Spannung erwartet. Arp spielt statt Eltz Linksaußen. Zum Schlagerspiel der Amateurliga reist der VfL Oldesloe morgen zum Heider SV. Der VfL kam durch seinen schwer erkämpften 1:0-Sieg über den VfR Neumünster erneut auf den vierten Platz, hat aber bereits mehr Verlustpunkte aufzuweisen als die folgenden Mannschaften Schlutup, Holstein-Amateure und Schleswig 06. Wollen die Oldesloer also ihren ausgezeichneten Platz halten, dann müßten sie in Heide ein kleines Wunder vollbringen und den Spitzenreiter auf eigenem Platz besiegen.

Zur Halbzeit sah der „kleine HSV“ bereits wie der sichere Meister aus, hatte er doch sieben Punkte Vorsprung vor dem SV Friedrichsort. Aber dieser Vorsprung ist nach drei Niederlagen in unmittelbarer Folge bis auf einen Punkt weggeschmolzen. Genau wie Friedrichsort hat auch der Heider SV zwölf Verlustpunkte auf seinem Konto. Die Gastgeber des VfL laufen jetzt also Gefahr, die Tabellenspitze zu verlieren, sollten sie auch gegen die Oldesloer die Punkte einbüßen. Aber sie wollen es nicht soweit kommen lassen und werden mit allen Mitteln versuchen, endlich wieder einen Sieg zu erringen und das Formtief zu überwinden.

Für den VfL Grund genug, sich vor diesem Gegner in acht zu nehmen, der immer für einige Tore gut ist. Vor allem in Meinke besitzt er einen Stürmer, der es bereits auf zwölf Treffer brachte und aus allen Lagen zu schießen versteht, wenn er einen guten Tag erwischt. In der jetzigen Verfassung dürfte der VfL ein ernsthafter Gegner für die Heider sein. Die Partie ist als offen zu bezeichnen. Jedes Ergebnis ist möglich, wenngleich ein Oldesloer Sieg doch eine kleine Sensation wäre. Der VfL hat seine Mannschaft vom letzten Sonntag nur auf einer Position verändert. Für Peter Eltz wird Otto Arp auf dem Posten des Linksaußen stehen. Beginn 14.30 Uhr.
ST

 

Sonntag, 18. Feb. 1968 - 21. Punktspiel
Heider SV - VfL Oldesloe 2:0 (1:0)

Heider SV hatte den VfL fest „im Griff“. Endlich wieder meisterhaft. Feddrau verschoß Elfmeter. Eine meisterliche Partie bot der Heider SV im Treffen gegen den VfL Oldesloe und für Verbandstrainer Klaus-Peter Kirchrath wird die Fahrt zu diesem Spiel sicher Aufschluß über Anlagen und Leistungen einiger Akteure erbracht haben. Das Heider 2:0 geht vollauf in Ordnung, die Elf scheint wieder zu kommen. Sie hatte ihren Gegner von vornherein in der Spielanlage einiges voraus. Selbst mit den diesmal schwierigen Bodenverhältnissen kamen die Heider besser zurecht. Der Rasen war schneefrei, aber wegen der tieferliegenden Frostschicht war das Schneewasser zum Teil nicht eingesickert und der Boden wirkte daher seifenglatt. Großes Lob gebührt allen 23 Akteuren - einschließlich Schiedsrichter Wolf - für ihre trotz der widrigen Verhältnisse ausgezeichneten Leistungen.

Das Interessanteste an diesem Treffen war die Heider Spielanlage mit ständigem Wechsel von Steil- und Querpässen. Dieser Paßwechsel im Zusammenhang mit überlegten Mittelfeldaktionen gab dem Heider SV vom Anstoß weg ein Übergewicht. Die Oldesloer Elf hatte es dabei schwer, einen Spielrhythmus zu finden. Außerdem spielte sie zunächst mit dem Wind, und das war unter den gegebenen Umstände problematisch, da Wind und Nässe dem Ball eine hohe Geschwindigkeit gaben. Die Heider machten sich das geschickt zunutze, ließen den Gegner kommen, verstanden auch recht gut ohne Ball zu spielen und arbeiteten serienweise gute Torgelegenheiten heraus. Mehrfach vergaben sie allerdings klare Chancen durch engmaschiges Spiel vor dem Tor. Die Gelegenheit zum 3:0 verschenkte Feddrau in der 90. Minute, als ein Oldesloer dem Sturmtank Meinke die Füße weggezogen hatte. Feddrau schoß den Foulelfmeter plaziert, aber zu schwach und der erstklassige Girschkowski hatte die Ecke geahnt.

Der Heider SV hatte in Schmidt, Feddrau und Kühn drei Spieler, die aus dem Mittelfeld die Angriffe einfädelten. Im Sturm war der Kämpfertyp Meinke am wirkungsvollsten. Die Abwehr erwies sich mit Hein, Wegner und Pulter als ein geschlossenes Bollwerk, wobei Pulter noch oft Gelegenheit fand, sich in das Angriffsspiel einzuschalten.

Beim VfL Oldesloe lief der Ball besser, als sich die Mannschaft in der zweiten Halbzeit mehr auf die Heider Spielweise einstellte. Den Hauptanteil hieran hatten vor allem der unermüdliche Horst Liedtke sowie Dau und Wilkens. Ein hervorragendes Spiel lieferte Girschkowski. Gut auch Stolp und Scheibel. Der Angriff dagegen kam - abgesehen von einigen herausragenden Aktionen Heitmanns - nicht recht zur Wirkung.
SPM

Heider SV: Jacobsen - Wegner, Pulter - Peleikis, Hein, Schmidt - Meinke, Feddrau, Patzer, Kühn, Wiechmann.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Hartmut Scheibel, Günter Stolp - Holger Dau, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens - Ludwig Weisbach, Gerd Heitmann, Harald Gniechwitz, Hans Siep, Otto Arp.

Tore: 1:0 Meinke (9.), 2:0 Patzer (60.). - Schiedsrichter: Wolf (Kiel). - Zuschauer: 800.

 

Samstag, 2. März 1968
Gelingt Struppek das Comeback?

Der frühere Torjäger des VfL spielt morgen in Itzehoe Mittelstürmer. Unterschätzen wird der VfL Oldesloe die Amateure des Itzehoer SV bestimmt nicht, wenn er ihnen morgen um 15 Uhr auf deren Platz entgegentritt. Die Gastgeber liegen in der Tabelle an elfter Stelle und damit nur drei Plätze hinter dem Vizemeister VfL.

Die Oldesloer wissen, wie schwer es ist, gegen diese Elf zu einem Torerfolg zu kommen, haben sie doch in zwei Spielen nur jeweils ein Tor schießen können. Das erste Punktspiel gegen den Aufsteiger endete 1:1, wobei der VfL erst in der Schlußminute zum Ausgleich kam, die zweite Begegnung (Pokalspiel) entschied der VfL mit 1:0 nach Verlängerung für sich. Schwer genug war ihm aber auch dieser Sieg geworden, zumal die Itzehoer eine recht harte Gangart an den Tag legten.

Auch die morgige Begegnung wird aller Voraussicht nach hart werden. Der VfL braucht den Gegner aber nicht zu fürchten; die Oldesloer haben bewiesen, daß sie in entscheidenden Momenten auch die notwendige Härte besitzen, die ihnen früher meist fehlte. Allerdings steht für beide Parteien nicht mehr viel auf dem Spiel. Den Oldesloern bleibt eine lediglich theoretische Chance, am Ende ganz mit vorn zu sein; zu rechnen ist damit jedoch nach der Niederlage in Heide nicht, das Konto ist mit 21 Verlustpunkten bereits zu hoch belastet, auch wenn die Amateurliga an Leistungsstärke ausgeglichen scheint.

Bei Karl-August Wilkens ist noch ein Fragezeichen zu setzen, weil er beim Abschlußtraining leicht verletzt war, sein Einsatz ist noch nicht endgültig sicher. Besonders gespannt darf man dabei auf den Einsatz von Harry Struppek sein, der dem Sturm wieder frischen Wind geben soll. In der 2. Amateurliga hat er gute Spiele gezeigt, und es ist zu erwarten, daß er auch in der ersten Mannschaft für ein Tor gut ist.
ST

 

Sonntag, 3. März 1968 - 22. Punktspiel
Itzehoer SV Am. - VfL Oldesloe 0:1 (0:0)

Sonntagsschuß reichte Oldesloe. Magere Leistungen des VfL in Itzehoe. Ein Sonntagsschuß von Wilkens in der 57. Minute, als er den Ball aus 35 Metern voll traf und unhaltbar den einzigen Treffer erzielte, entschied eine von beiden Mannschaften nicht überzeugende Partie. Oldesloe gewann diese Punkte zwar verdient, stellt aber mit dieser Mannschaft auch nur noch einen Schatten von einst dar. Besonders das Abspiel fand - wie bei den Itzehoern - zu oft den Weg zum Gegner, so daß das Spiel über weite Abschnitte zu sehr dem Zufall überlassen war. Besonders die Stürmerleistungen waren auf beiden Seiten so schwach, so daß die Abwehrreihen meistens in Aktion waren. Dort standen auch die weitaus besseren Akteure.

Besonders gespannt war man in Itzehoe auf große Leistungen von Landesauswahl-Torwart Girschkowski; aber die Itzehoer Stürmer konnten ihn nicht zu einer Glanzparade zwingen, da das Sturmspiel zu umständlich angelegt war, zudem die Oldesloer Abwehr hauteng deckte, was den ISV-Amateuren gar nicht behagte. Außerdem war Liedtke ein schlagsicherer Ausputzer und die Verteidiger ließen ihre Außenstürmer nicht zur Entfaltung kommen.

Die Itzeheoer hatten einen großen Leistungsabfall gegenüber den Vorsonntagen und konnten trotz einer leichten Feldüberlegenheit diese in keiner Phase zu Torchancen ausnutzen, da der Ball im Mittelfeld zu langsam und zu kurz gespielt wurde und es mit diesem Rezept kein Durchkommen bei der Oldesloer Abwehr gab. Bessere Leistungen sah man von der Abwehrreihe, wo besonders Torwart Hansen-Kohlmorgen in sicherer Manier sein Tor hütete, Gleixner seinem Gegenspieler nichts erlaubte und Hamann durch kämpferischen Einsatz überzeugte. Die Itzehoer müssen nun sehr aufpassen, wenn sie nicht schnell wieder zu den abstiegsbedrohten Mannschaften zählen wollen. SPM

Itzehoer SV Am.: Hansen-Kohlmorgen - Bernsee, Gleixner - Ridders (72. Fuß), Hamann, Bünning - Rau, Höring, Freese, Krebs, Becker.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Hartmut Scheibel, Günter Stolp - Holger Dau, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens - Ludwig Weisbach, Gerd Heitmann, Harry Struppek, Hans Siep, Harald Gniechwitz.

Tor: 0:1 Wilkens (57.). - Schiedsrichter: Meyer (Kiel). - Zuschauer: 250.

 

Samstag, 9. März 1968
VfL möchte Punktekonto verbessern.

Wiederholung des hohen Herbstsieges über Lägerdorf. Vorsicht vor harter Gangart. Morgen um 15 Uhr trifft der VfL Oldesloe auf die Mannschaft, gegen die er in dieser Saison den bisher eindrucksvollsten Sieg mit 4:1 Toren erzielt hat. Er hat also die Chance, das Tor- und Punktekonto aufzubessern um in der Tabelle noch weiter nach vorn zu rücken.

Aber nur bei einem deutlichen Sieg wird der VfL Holstein Segeberg überrunden können, das auf eigenem Platz gegen Büdelsdorf zum Sieg kommen sollte. Das Oldesloer Torverhältnis ist noch immer negativ, der Sturm erzielt einfach zu wenig Treffer, nur Polizei Kiel hat es auf noch weniger gebracht.

Wann werden wir die Oldesloer wieder in der Verfassung sehen, die sie in der letzten Saison auf den zweiten Platz gebracht hat? Entscheidend ist nicht die Zahl der hingenommenen Gegentore. Vielmehr haben die vielen ausgelassenen Chancen die Oldesloer derart zurückgeworfen, daß die Aussichten auf den dritten Platz praktisch vernichtet sind.

Auch gegen die abstiegsgefährdete Lägerdorfer Mannschaft, der zudem eine recht harte Gangart zu eigen ist, wird der Sieg schwer fallen, da der Gegner mit 29 Verlustpunkten noch nicht in Sicherheit ist, zumal sich die hinter ihnen stehenden Mannschaften von MTV Heide und TSV Büdelsdorf mit Sicherheit retten werden.

Die Oldesloer haben sich jedoch etwas vorgenommen und wollen ihr Publikum nicht enttäuschen. Harald Gniechwitz war beim 4:1 in Lägerdorf neben Gerd Heitmann der beste Stürmer und an allen Toren beteiligt. Diese Leistung hat er in den späteren Spielen nie wieder erreicht, ohne dabei besonders schwach gewesen zu sein.
ST

 

Sonntag, 10. März 1968 - 23. Punktspiel
VfL Oldesloe - TSV Lägerdorf 0:0

Alle Stürmer ohne Schußstiefel. So entführte Lägerdorf unerwartet Punkt aus Oldesloe. Mit dieser Punkteinbuße auf eigenem Platz verspielten die Oldesloer auch ihre allerletzte Chance auf den dritten Platz, mit dem sie insgeheim immer noch gerechnet hatten. Was die Mannschafte gegen eine schwache Lägerdorfer Elf bot, war nicht mehr als Format der Bezirksliga, auch wenn berücksichtigt werden muß, daß der Boden durch den einsetzenden starken Schneefall sehr glatt geworden war. Insgesamt ist das Unentschieden für die Gäste ein wenig glücklich, denn die Oldesloer hatten drei klare Torgelegenheiten, bei denen allerdings das Glück erneut fehlte.

Der Auftakt war recht vielversprechend für Lägerdorf. Der Gast nahm das Spielgeschehen sofort in die Hand, aber es war gleich zu erkennen, daß die Schwäche wie beim VfL im Sturm liegt, und so bekam Girschkowski während der gesamten 90 Minuten keinen schwierigen Ball zu halten. Gegen die drucklos spielenden Gäste hatte die Oldesloer Hintermannschaft einen relativ ruhigen Sonntag, nur selten kam ein Stürmer über die Strafraumgrenze vor das Oldesloer Tor. Im Sturm sah es trostlos aus. Wer erfüllte an diesem Tage schon die in ihn gesetzten Erwartzungen? Vor der Pause keine echte Torchance, später dann insgesamt drei, die aber nicht genutzt wurden. Glück für Lägerdorf, daß Schmidt in der 64. Minute richtig stand und für seinen geschlagenen Torhüter den Ball von der Linie schlagen konnte. Zehn Minuten später ließ Babbe einen Schuß von Liedtke fallen, Gniechwitz war erneut der Pechvogel, der im Nachsetzen das leere Tor nicht traf. Die letzte Chance in der 88. Minute vergab Arp, indem er das Leder mit der Hand ins Netz beförderte.

Wenn die Oldesloer wenigstens noch Chancen hatten, so fehlten diese bei den Gästen. Aus diesem Grunde schmeichelt das Unentschieden ihrer Leistung ein wenig. Babbe machte einen unsicheren Eindruck bei den wenigen gefährlichen Torschüssen. Dagegen war Verteidiger Schmidt voll auf dem Posten und stand Weisbach an Schnelligkeit nicht nach. Achse im Mittelfeld sollte Teggatz sein, aber er kam nicht zur Wirkung, weil er stets rechtzeitig gestört wurde. Lägerdorf verteidigte dann allerdings mit viel Geschick und Härte. Dabei half ihnen das Glück auch ein wenig, und dieser eine Punkt, auswärts erzielt, kann am Ende sehr wertvoll sein.

Es wurde also nichts mit der erhofften Aufbesserung des Torkontos für den VfL. Wenn wenigstens noch die Gäste eine ansprechende Partie geboten hätten, daß man sagen könnte, der VfL scheiterte an einer starken Mannschaft, aber nicht einmal das war der Fall. Genau wie die Oldesloer übertrafen sich die Gäste an Umständlichkeit und Harmlosigkeit vor allem im Sturm. Dieses Spiel wollen wir ganz schnell vergessen, es war wirklich keine Werbung für den Fußball. In der 2. Amateurliga sieht man bessere Begegnungen.
SPM/ST

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Hartmut Scheibel, Günter Stolp - Holger Dau, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens - Ludwig Weisbach, Gerd Heitmann, Harald Gniechwitz, Hans Siep, Otto Arp.

TSV Lägerdorf: Babbe - Wachholtz, Schmidt - Schwarzkopf, Prieß, Teggatz - Pajung, Krause, Ostermann, Brzoska, Kurth.

Tore: Fehlanzeige. - Schiedsrichter: Berner (Lübeck). - Zuschauer: 250.

 

Samstag, 16. März 1968
Revanchedurst wird dem VfL gegen Holstein Segeberg nicht nützen.

Gegen den tüchtigen Gast muß er all sein Können aufbieten. Guter Rat für Gniechwitz. Morgen findet im Travestadion die mit großer Spannung erwartete Begegnung zwischen dem VfL Oldesloe und Holstein Segeberg statt. Die Oldesloer wollen unbedingt Revanche für die im Hinspiel erlittene deutliche Niederlage gegen den Aufsteiger und haben sich dementsprechend gut vorbereitet.

Die Mannschaft wird es gegen die zuletzt so erfolgreichen Segeberger äußerst schwer haben, zu einem Erfolg zu kommen. Immerhin schaffte Holstein aus den letzten sieben Spielen 12:2 Punkte ohne Niederlage. Somit ist es auch auswärts stark zu beachten und wird dem VfL eine erbitterte Gegenwehr leisten.

Denkt man an die letzten Leistungen des VfL, so muß man befürchten, daß er erneut gegen Segeberg verlieren wird. Aber die schwache Leistung vom Lägerdorfer Spiel wird sich wohl nicht wiederholen. Wenn der Sturm etwas besser zur Geltung käme, würden auch gegen die starken Abwehrspieler der jungen Gäste Tore fallen. Vor allem sollte sich Harald Gniechwitz auf sein Können besinnen und sich nicht auf Schönspielerei versuchen. Sobald man von ihm eine sachliche Spielweise zu sehen bekommt, wird er gefährlich. Das ist schließlich ausschlaggebend und nicht die Art, wie Tore erzielt werden! Der VfL stellt seine Mannschaft nicht um. ST

 

Sonntag, 17. März 1968 - 24. Punktspiel
VfL Oldesloe - Holstein Segeberg 0:2 (0:0)

Segeberg-Sieg auch in Oldesloe. Aber diesmal hatte Holstein viel Glück. Dem Aufsteiger Holstein Segeberg stand in Oldesloe wahrlich die Glücksgöttin Fortuna zur Seite! Die technisch weitaus besseren Oldesloer waren tonangebend und mußten zwei vermeidbare Treffer einstecken. Aber ganz gleich wie: Der Aufsteiger holte schon wieder zwei Punkte und schraubte seine Erfolgsbilanz in den letzten Wochen auf 14:2 Punkte. Das ist eine großartige Leistung!

Die Oldesloer hatten in der ersten Hälfte - mit dem starken Wind im Rücken - eine ganze Reihe von Chancen, scheiterten aber an dem auf der Linie ausgezeichneten Hoffmann. Pech hatte Wilkens in der 17. Minute, als er das leere Tor nicht traf, und Heitmann schoß in der 31. Minute gegen die Latte. Auch nach der Pause hatten die Oldesloer ihre Chancen, aber in der 50. Minute war der Pfosten im Weg, und in der 69. Minute traf Gniechwitz das leere Tor nicht.

Insgesamt bot der VfL keine schlechte Leistung, wenngleich durch den starken und böigen Wind vieles dem Zufall überlassen blieb. Die Hintermannschaft hätte das zweite Tor verhindern müssen, Sorgenfrei stand völlig ungedeckt. Auch der erste Treffer kam noch durch Mithilfe zustande, denn der Freistoß wurde an der Mauer von einem Oldesloer abgefälscht. Die beste Leistung bot Scheibel, der den sonst gefährlichen Maschmann nicht zum Zuge kommen ließ und ihn so demoralisierte, daß er gegen Petersen ausgewechselt wurde. Liedtke konnte ebenfalls überzeugen; seine Ausflüge in den Sturm brachten stets Gefahr, aber auch ihm fehlte das Glück. Im Sturm spielte man recht gefällig, ohne daß eine herausragende Leistung zu verzeichnen gewesen wäre.

Die Segeberger boten eine geschlossene Leistung. Erstaunlich aber, daß diese Mannschaft in den letzten Spielen so erfolgreich gewesen ist, denn nicht immer hat man soviel Glück. Die Hintermannschaft ist recht sicher, wenn auch Hoffmann im Stellungsspiel einige Fehler unterliefen. Auf der Linie war er ausgezeichnet. Stopper Radzanowski fiel auf durch seine weiten, jedoch unkontrollierten Schläge aus der Abwehr heraus. Evers spielte gegen Gniechwitz, der enttäuschte, recht erfolgreich. Die erste Halbzeit beschränkten sich die Gäste auf die Verteidigung, später hatte man das Glück, schnell zu zwei Toren zu kommen. Bis auf einen Lattenschuß in der 47. Minute gab es kaum eine Chance mehr für Holstein. SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Hartmut Scheibel, Günter Stolp - Holger Dau, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens - Ludwig Weisbach, Gerd Heitmann, Harald Gniechwitz, Hans Siep, Otto Arp.

Holstein Segeberg: Hoffmann - Holzmann, Mau - Evers, Radzanowski, Bossert - Sorgenfrei, Jenning, Buß, Seydel, Maschmann (64. Petersen).

Tore: 0:1 Petersen (64.), 0:2 Sorgenfrei (67.). - Schiedsrichter: Besel (Lübeck). - Zuschauer: 700.

 

Samstag, 23. März 1968
Nicht nur Oldesloe drückt dem VfL gegen den VfB Kiel die Daumen.

Doch die Chancen gegen den Tabellendritten sind gering. Heitmann für Gniechwitz. Der VfL muß morgen den schweren Gang nach Kiel antreten, wo er auf den Dritten, den VfB Kiel trifft. Die Kieler sind recht gut in Fahrt und haben bei nur 16 Verlustpunkten sogar noch eine Chance auf einen der beiden ersten Plätze. Dazu bedarf es aber eines Sieges auf eigenem Platz über den VfL Oldesloe!

Das Hinspiel entschieden sie mit 4:2 recht deutlich für sich, wobei sie eine ausgezeichnete Leistung boten und dem VfL kaum eine Siegchance ließen. Auf eigenem Platz sind sie noch stärker einzuschätzen und es wäre schon eine Überraschung, wenn die Oldesloer ausgerechnet hier zu einem Erfolg kommen sollten. Dazu sind die Stürmer zu schußschwach, um die stabile Deckung des Gegners durchbrechen zu können. Wenn es gegen Holstein Segeberg nicht geklappt hat, wie dann in Kiel?

Natürlich werden die Verfolger Schleswig und Schlutup dem VfL die Daumen drücken, daß er ihnen Schrittmacherdienste leisten möge, aber die Mannschaft muß sich erheblich steigern, wenn sie gut abschneiden will. Trainer Fritz Andree muß auf Harald Gniechwitz verzichten, der in seiner jetzigen Verfassung aber ohnehin nicht die Sturmspitze ist, die er spielen soll. Gerd Heitmann geht dafür in die Mitte, Günter Stolp rückt erneut in den Sturm auf und Peter Spieler verteidigt für ihn.

Eigentlich hätte Harry Struppek wiederum eine Chance in den ersten Amateuren verdient gehabt, aber er wird zur Zeit dringender in der 2. Amateurliga benötigt, die morgen ihr Schlagerspiel gegen den TSV Bargteheide auszutragen hat und dabei den fünften Platz festigen kann, der zum Aufstieg in die Verbandsliga berechtigt.
ST

 

Sonntag, 24. März 1968 - 25. Punktspiel
VfB Kiel - VfL Oldesloe 0:4 (0:2)

Klägliches 0:4 des VfB Kiel. Weisbachs Hattrick entschied. Dieser VfL war eine Augenweide. Der VfB-Anhang staunte nicht schlecht, als der Unparteiische nach 90 „müden“ Minuten die Begegnung abpfiff. Ausgerechnet der VfL Oldesloe, der vor einer Woche noch zu Hause dem Aufsteiger Holstein Segeberg mit 0:2 unterlag, sorgte auf der Waldwiese für eine Überraschung und siegte völlig verdient mit 4:0 Toren. Der Tabellendritte VfB enttäuschte auf der ganzen Linie. Er zeigte das bisher mit Abstand schlechteste Heimspiel. Vor allem der Angriff war ein einziger Torso. Dagegen überraschte der konditionsstarke VfL Oldesloe angenehm. Spielerisch hatte er ein deutliches Plus, das auch den Sieg, selbst in dieser Höhe, vollauf rechtfertigt. Den Unwillen des Publikums rief die Tatsache hervor, daß beide Mannschaften in fast gleicher Spielkleidung antraten. Die einzige echte Unterscheidung bestand in den Stutzen. Das war einfach zuwenig! Schiedsrichter Schmidt hätte dieses eigentlich bemerken müssen!

Was war bloß mit dem VfB Kiel los? In dieser so wichtigen Begegnung schienen die Bewegungsspieler von allen guten Geistern verlassen zu sein. Im Angriff gab es Leerlauf, Kraus spielte unmöglich, aber auch bei Christiansen und Horn vermißte man jegliches Feuer. Lediglich Skobyrla hatte einige vielversprechende Szenen. Pech für ihn, daß sein 18-Meter-Schuß in der 21. Minute vom Torpfosten zurücksprang. Auch Horn (27. Minute) fehlte bei einem Kopfball auf die Latte das Glück.

In der VfB-Deckung gab es erstaunlich viel Fehlleistungen. Maschmeyer fand zu dem dreifachen Torschützen Weisbach überhaupt keine Einstellung. Mindestens ein dutzendmal entwischte ihm der pfeilschnelle VfL-Rechtsaußen. Die beste Note verdiente sich noch Schröder. Mit spielentscheidend war auch die schwache Leistung im Mittelfeld. Hier klaffte in der Tat ein großes Loch. Wer hier die Fäden knüpfen sollte, war bei dem konfusen Spiel der Platzherren noch nicht einmal zu erkennen.

Im Gegensatz zum VfB konnte der VfL Oldesloe gefallen. Die Grundlage zum klaren Erfolg legte die sichere Abwehr. Auch im Mittelfeld, hier lösten sich Stolp, Dau und Heitmann geschickt ab, dominierte der Gast. Am meisten aber imponierte das sichere Zuspiel aller Akteure. Mitunter lief das Leder über sechs und mehr Stationen. Schade, daß der VfL erst so spät zu einer großen Form aufgelaufen ist! Überragender Spieler war zweifelsohne Weisbach, der nicht nur dreimal ins Schwarze traf, sondern auch beim vierten Treffer die Vorarbeit leistete. Auch Stolp hatte viele gute Momente. In der Deckung gefiel am meisten erneut der fangsichere Girschkowski, stark auch Liedtke. Sehr eifrig Dau, der zweimal gegen Horn im letzten Moment retten konnte.
SPM

VfB Kiel: Knoche - Schröder, Maschmeyer - Meyer, Skovhede, Paulsen - Lau, Christiansen, Kraus, Horn, Skobyrla.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Hartmut Scheibel, Peter Spieler - Holger Dau, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens - Ludwig Weisbach, Hans Siep, Gerd Heitmann, Günter Stolp, Otto Arp (74. Sven Jürgensen).

Tore: 0:1 Weisbach (8.), 0:2 Weisbach (31.), 0:3 Weisbach (83.), 0:4 Stolp (86.). - Schiedsrichter: Schmidt (Schleswig). - Zuschauer: 600.

 

Samstag, 30. März 1968
Optimistische VfL-Elf empfängt Meisterschaftsanwärter.

Zwei ehrgeizige Mannschaften treffen sich im Travestadion. Nach seinem sensationellen 4:0-Sieg am vorigen Sonntag in Kiel räumt man dem VfL Oldesloe auch gegen den Meisterschaftsanwärter SV Friedrichsort, den er nach dem geänderten Spielplan bereits morgen um 15 Uhr im Travestadion empfangen wird, eine Erfolgschance ein.

Vor allem möchte der VfL gern Revanche für die Hinspielniederlage von 0:2, die nicht dem Spielverlauf entsprach. Die Kieler hatten diese beiden Punkte in erster Linie dem damals so sehr versagenden Schiedsrichter Kiesewetter aus Bad Segeberg zu verdanken.

Schade ist nur, daß der VfL seine große Chance auf den dritten Platz verspielt hat, indem er gegen Lägerdorf und Bad Segeberg unnötig drei wichtige Punkte verlor, die jetzt natürlich in der Endabrechnung fehlen werden. Wie stünde der VfL da, wenn er aus diesen Heimspielen alle vier Punkte geholt hätte! Mit nur 21 Verlustpunkten wäre noch eine gute Chance vorhanden, den VfB Kiel einzuholen.

Nun, ein Sieg wird morgen nicht gerade einfach sein. Die Friedrichsorter verloren in Schleswig 3:5 und machten dabei nicht gerade einen Eindruck als Titelanwärter! Dafür wollen sie in Bad Oldesloe beide Punkte kassieren und damit der Meisterschaft ein gutes Stück näherrücken. Gegen eine Oldesloer Mannschaft in der Verfassung von Kiel dürfte das aber nicht zu schaffen sein.
ST

 

Sonntag, 31. März 1968 - 26. Punktspiel
VfL Oldesloe - SV Friedrichsort 1:0 (0:0)

Goldenes Tor von Wilkens schlug Friedrichsort. 9:1 Ecken sprechen für VfL. Nach dem überraschenden 4:0 in Kiel gegen den VfB mußte jetzt auch der SV Friedrichsort beide Punkte dem VfL überlassen. Der Kieler Titelanwärter bot in Oldesloe eine ansprechende Leistung, verfiel jedoch in den Fehler, die Deckung zu sehr zu verstärken und vernachlässigte somit das Angriffsspiel. Hatten die Gäste den VfL etwas überschätzt? So jedenfalls wurde der VfL feldüberlegen, was sich auch in dem Eckenverhältnis von 9:1 widerspiegelte. Wenn auch die Oldesloer nicht so stark wie in Kiel spielten, der Sieg geht aufgrund der guten Gesamtleistung in Ordnung. Allerdings verpaßte der Sturm erneut eine Reihe von guten Chancen und versäumte gegen die starke Deckung des Gegners rechtzeitig zu schießen.

Der SV Friedrichsort war nach seiner 3:5-Niederlage in Schleswig und dem Oldesloer Erfolg in Kiel hinreichend gewarnt und hatte sich ganz auf ein Unentschieden eingestellt, zumal die Elf noch ersatzgeschwächt ohne Kowalski, Grandt und Klüttig antreten mußte. Das Konzept schien auch aufzugehen, die Abwehr spielte kompromißlos und gekonnt und war dem Oldesloer Sturm im Kopfballspiel haushoch überlegen. Versäumt wurde jedoch das Kontern und dazu boten sich gute Gelegenheiten, da die Oldesloer oft weit aufrückten und die Abwehr etwas vernachlässigt wurde.

Wenn aber die Kieler einmal mit vier Stürmern angriffen, dann wurden sie meistens rechtzeitig abgeblockt. Die wenigen Schüsse, die auf das Tor kamen, hielt Girschkowski recht sicher. Der VfL konnte mit seiner Feldüberlegenheit zunächst wenig anfangen, er scheiterte immer wieder an der sicheren Gäste-Deckung und der Umständlichkeit seiner Stürmer. Das wurde erst in der letzten halben Stunde besser und da boten sich plötzlich eine Reihe von Einschußmöglichkeiten, die jedoch Klose, bis auf den Schuß von Wilkens, alle vereiteln konnte. Der VfL konnte seinen Anhang durchaus überzeugen. Es zeigte sich, daß der vorsonntägliche Erfolg keine Eintagsfliege gewesen ist, aber auf eigenem Platz tut sich der VfL recht schwer. Es wurde zwar immer wieder versucht, die Abwehr der Gäste mit steilen Angriffen zu überwinden, aber dabei wurde zu hoch gespielt, so daß die größeren Spieler des SV Friedrichsort immer mit dem Kopf rettend dazwischen waren.

Der auffälligste Spieler war Wilkens, der als offensiver Läufer im Sturm die entscheidende Rolle spielte und es war kein Zufall, daß gerade er das Tor schoß. Enttäuschend war die Leistung von Arp, der in der zweiten Halbzeit hätte gegen Gniechwitz ausgetauscht werden müssen, da er einfach zu wenig geboten hat. Weisbach, mit vielen Vorschußlorbeeren in die Begegnung gegangen, kam nicht so zurecht, da er in Kösling einen ausgezeichneten und unbequemen Gegenspieler hatte, enttäuschte aber trotzdem nicht. In der Abwehr zeichnete sich wie gewohnt Liedtke als ruhender Pol aus. Durch seine Ruhe und Übersicht überstand der VfL auch die gefährlichsten Situationen, während Spieler einen schweren Stand gegen den ausgezeichneten Reim hatte.

Der SV Friedrichsort trat seine Heimreise enttäuscht an. Er hatte sich einen Punkt ausgerechnet, aber die Niederlage kann er sich selbst zuschreiben. Nur aus der Abwehr heraus zu spielen, das kann gegen eine Mannschaft wie den VfL Oldesloe nicht gutgehen! Wer erwartet hatte, daß nach dem Führungstreffer ein Kieler Sturmwirbel ausbrechen würde, der wurde enttäuscht. Gerade zu diesem Zeitpunkt kam der VfL zu seinen besten Szenen. Torhüter Klose war der beste Kieler in der Abwehr, daneben gefiel die gute Leistung von Vosgerau und Kösling, während Rautenberg etwas zu langsam wirkte, kam Scheer besser zum Zuge und versuchte sich im Angriff. Im Sturm eine ausgezeichnete Leistung von Mißfeldt, der aber in Dau auf einen guten Abwehrspieler traf. Hätte dieser Stürmer die notwendige Unterstützung gefunden, die Kieler wären nicht mit einer Niederlage nach Hause gefahren. Bezeichnend schien aber, daß zum Beispiel Pusch meist in der eigenen Abwehr zu finden war und Hass überhaupt nicht zum Zuge kam.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Hartmut Scheibel, Peter Spieler - Holger Dau, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens - Ludwig Weisbach, Hans Siep, Gerd Heitmann, Günter Stolp, Otto Arp.

SV Friedrichsort: Klose - Friese, Kösling - Rautenberg, Vosgerau, Scheer - Reim, Mißfeld, Hass (75. Wilke), Roth, Pusch.

Tor: 1:0 Wilkens (73.). - Schiedsrichter: Bergerhausen (Stockelsdorf). - Zuschauer: 500.

 

Bis zum Jahr 1970