Sportstätten in Bad Oldesloe
Das Jahr 1969 

Montag, 13. Januar 1969
Im Vordergrund: Sportprobleme.

Die erste Fragestunde des Stadtparlaments in diesem Jahr, von der vorher befürchtet worden war, sie würde mangels Anfragen ausfallen, entwickelte sich wieder Erwarten zu einem teilweise recht angeregten Zwiegespräch zwischen Stadtverordneten und Bürgern.

Insgesamt gab es während der eineinhalb Stunden dauernden Sitzung, die von dem stellvertretenden Bürgerworthalter Georg Schömer (SPD) geleitet wurde, elf Fragen und Diskussionsbeiträge aus den Reihen der Zuhörer.

Dabei stand dieses Mal der Sport im Vordergrund des Interesses. Der größte Teil der Debatte kann mit dem Satz umschrieben werden: „Wo werden die Oldesloer in Zukunft Fußball spielen, schwimmen und eislaufen?“

Rudi Herzog, Fußballobmann des VfL, fragte besorgt, wie der Spielbetrieb aufrecht erhalten werden soll, wenn beim Bau der Nordtangente sämtliche Spielfelder auf dem Exer zeitweilig ausfielen. Aus der Presse habe er entnommen, daß die Finanzierung dieser Straße gesichert zu sein scheine. Leider warte er bis heute auf eine Benachrichtigung der Stadt, wohin die Fußballspieler ausweichen könnten, während der Bürgerpark eine Großbaustelle sei.

Jörn Peter Schell, technischer Leiter der VfL-Fußballabteilung, ergänzte, daß es sich immerhin um 22 Mannschaften handele, die zusätzlich untergebracht werden müßten. Die Vertreter des VfL wollten weiterhin wissen, wie lange der Bau voraussichtlich dauern werde und ob im Anschluß daran auf dem Exer tatsächlich wieder Sportplätze oder vielleicht doch Parkplätze angelegt werden sollen.

Bürgermeister Gottfried Baethge, Stadtrat Werner Schmacka (CDU) als Vorsitzender des Planungsausschusses und mehrere Stadtverordnete nahmen zu diesen Fragen Stellung.

Dabei zeigte sich, daß konkrete Pläne zur Aufrechterhaltung des Sportbetriebes während der Bauzeit noch nicht vorliegen. Mehrfach wurde auf das Kurparkstadion hingewiesen. Dieses Stadion sei ursprünglich als Ausweichstätte für den Exer gebaut worden. Man werde es notgedrungen zeitweise stärker belasten müssen. Auch wolle die Stadt versuchen, jeweils wenigstens einen der Plätze im Bürgerpark trotz Bauarbeiten spielbereit zu halten.

Im übrigen bleibe die Planung in ihrer bekannten Form bestehen. Es gebe keinen Grund, so betonten Stadtrat Schmacka und andere Abgeordnete, an der Aufrichtigkeit der Stadtvertretung zu zweifeln: Es seien zwei Spielfelder auf dem Exer geplant und keine Parkflächen, und diese Planung werde ausgeführt.

Ein Vater und Wintersportfreund fragte, warum das Betreten der Eisfläche des Poggensees durch teilweise unlogische Verbote behindert werde: „Bei entsprechender Witterung sind wir doch nicht vom Poggensee fernzuhalten!“

Für den Fall aber, daß seinen Kindern doch einmal ein Unfall zustoße, wünsche er sich einige Rettungsgeräte, die leicht erreichbar am Strand aufgestellt sein sollten.

Bürgermeister Baethge sagte die Prüfung dieser Angelegenheit zu, betonte jedoch, daß die Stadt keinerlei Verantwortung für die dauernd wechselnde Tragfähigkeit der Eisdecke übernehmen könne. Stadtverordneter Dieter Achterberg (CDU) schlug vor, die Faustballfelder auf dem Exer bei geeigneter Witterung in Eisbahnen zu verwandeln. Dort werde niemand einbrechen. Gustav Bomann (SPD) meinte, die Tennisplätze eigneten sich noch besser als vorübergehendes Eislaufparadies.

Ein weiterer Fragesteller bemängelte den Zustand des Poggensees - allerdings in seiner sommerlichen Form als Badeanstalt. „Für eine Stadt, die das Prädikat „Bad“ im Namen führt, ist es unmöglich, den Bürgern ein solches Freibad anzubieten“, sagte er.

Die meisten Stadtverordneten gaben ihm recht, während Elfriede Scherschinski (SPD) anderer Meinung war: „So schlecht ist der Poggensee nicht!“ Die Versammlung erörterte mehrere Änderungsvorschläge, vertröstete die Fragesteller im wesentlichen aber auf die geplante Schwimmhalle.

„Vor 30 Jahren war die Trave ein erstklassiges Freibad“, meinte Dr. Käselau als Zuhörer der Fragestunde. „Warum heute nicht mehr? Oberhalb Oldesloes wird immer noch gebadet. Ich glaube, das Wasser ist gar nicht so schlecht, sonst wären in Nütschau schon Badelustige krank geworden!“ …
ST

 

Montag, 20. Januar 1969
150.000 DM für Schwimmhalle.

Einstimmig überwies das Stadtparlament 150.000 DM aus dem der Stadt zustehenden Gewinnanteil der Kreissparkasse an die Schwimmhallenrücklage.

Zusammen mit den von privater Seite gespendeten Beiträgen sind damit im Augenblick 156.300 DM für den Bau eines Oldesloer Hallenbades vorhanden.

Der Gewinnanteil der Kreissparkasse ist zweckgebunden und darf nur für die Bereiche „Sport und Kultur“ ausgegeben werden. Eine Deckung des Haushaltsfdefizits wäre mit diesen Geldern also nicht möglich.
ST

 

Mittwoch, 22. Januar 1969
Schwimmhallenverein löst sich auf.

Bürgermeister zur Leitung eines Kuratoriums bereit.

Der Schwimmhallenverein, im Sommer 1966 mit viel Optimismus ins Leben gerufen, soll nach dem Vorschlag seines Vorstandes aufgelöst und durch ein Kuratorium oder eine Aktionsgemeinschaft ersetzt werden.

Wie Vorsitzender Heinz Sonnenberg in der Einladung zur Jahreshauptversammlung des Schwimmhallenvereins am 3. Februar mitteilt, steht die Auflösung auf der Tagesordnung. Der Vorstand sei im vergangenen Jahr, auch wenn dies nach außen nicht in Erscheinung getreten sei, nicht passiv gewesen. Am Jahresende habe er einen neuen Vorstand beisammen gehabt, der als ein Spiegelbild der Bevölkerungsstruktur anzusprechen gewesen sei. Doch in Beratungen mit dem neuen Bürgermeister, der sich für alle Fragen, die mit der Schwimmhallenplanung zusammenhängen, sehr aufgeschlossen zeige, sei der Vorstand in Übereinstimmung mit Bürgermeister Baethge.zu der Auffassung gekommen, daß ein ganz neuer Anfang gemacht werden sollte.

Der Schwimmhallenverein denkt dabei an die Übernahme des Vorsitzes durch Bürgermeister Baethge. Dieser erklärte sich bereits vor einiger Zeit in einer Pressekonferenz bereit, die Leitung eines Kuratoriums oder einer Aktionsgemeinschaft zu übernehmen, wie dies das Stormarner Tageblatt in seiner Ausgabe vom 14. Dezember in einem Artikel unter der Überschrift „Wo bleibt Oldesloes Hallenbad-Aktion?“ empfohlen hatte.
ST

 

Dienstag, 4. Februar 1969
Schon bald Schwimmhallen-Kuratorium.

Bürgermeister Gottfried Baethge ergreift die Initiative.
 

Montag, 10. Februar 1969

Während der Stadtverordnetenversammlung wurde Kritik an den Sitzungsvorlagen geübt, die sich nicht in jedem Fall als hieb- und stichfest erwiesen. …

Bei der Abrechnung der Baukosten für die Stormarnhalle hatte sich eine Nachforderung in Höhe von 63.500 DM ergeben, die von der Stadt allein aufgebracht werden muß.

„Herrliche Verträge, die da abgeschlossen worden sind!“ sagte Stadtverordneter Gerhard Manns (CDU). „Ich kann ihnen nur versichern, daß das künftig anders sein wird“, antwortete Bürgermeister Baethge.

Die Restsumme wird folgendermaßen finanziert: 43.988 DM aus dem noch verbliebenen Rest des Gewinnanteils der Kreissparkasse Stormarn und 19.512 DM aus der Sportrücklage. …
ST

 

Donnerstag, 13. Februar 1969
Schwimmhallenspenden.

Wieder sind der Stadt zwei Spenden für die Aktion Schwimmhalle zugegangen:

-        3000 DM stellte die Spar- und Darlehnskasse eGmnH Bad Oldesloe bereit. Sie überwies diese Summe gleich auf das bei ihr eingerichtete Spendenkonto.

-        200 DM sammelte der Landfrauenverein in seiner Jahreshauptversammlung und zahlte den betrag in bar auf der Stadtkasse ein.

Inzwischen hat die Stadt Spendenkonten für die Aktion Schwimmhalle bei den Geldinstituten der Kreisstadt eingerichtet.
ST

 

Mittwoch, 12. März 1969
Rethwisch spendete für Schwimmhalle.

Die Summe auf dem Konto für die geplante Schwimmhalle in Bad Oldesloe wächst. Unter Vorsitz von Bürgermeister Hans Hagen beschloß die Gemeindevertretung von Rethwisch, auf das Spendenkonto für die Schwimmhalle 1000 DM zu überweisen.
ST

 

Mittwoch, 12. März 1969
3000 DM-Spende für Schwimmhalle.

Wie Bürgermeister Baethge mitteilte, ist erneut eine größere Spende für die Schwimmhalle eingegangen: die Volksbank stiftete 3000 DM.

Die Stadt bleibt nicht untätig. Der Planungsausschuß wird sich demnächst mit der Standortwahl beschäftigen, wobei Grundsatz sein soll, daß die Schwimmhalle auf städtischem Besitz errichtet wird, um Kosten zu sparen. Von fünf bis sechs möglichen Grundstücken sollen die beiden geeignetsten ausgesucht und zur Wahl gestellt werden, nachdem die notwendigen Untergrunduntersuchungen erfolgt sind. Im Rathaus will man auch prüfen, ob es möglich ist, im Zusammenhang mit der Halle zugleich ein Freiwasserbecken zu schaffen. Es ist ferner daran gedacht, das Oldesloer Soleverkommen für die geplante Anlage nutzbar zu machen.
ST

 

Montag, 17. März 1969
4000 DM für Hallenmiete.

Der VfL Oldesloe hat im Februar 325 DM für den Übungsbetrieb der Fußballer, Turner, Faustballer, Handballer, Basketballspieler und Trampolinspringer in der Stormarnhalle entrichten müssen. Für die Jahresnutzung wird der Verein demnach voraussichtlich über 4000 DM aufbringen müssen. Hinzu kommen 1640 DM an Gebühren für andere Hallen. - Für die Unterhaltung der Stormarnhalle wird die Stadt in diesem Jahr voraussichtlich 72.000 DM aufbringen müssen.
ST

 

Donnerstag, 20. März 1969
Für die Schwimmhalle.

2000 DM hat die Commerzbank dem Schwimmhallenfonds gespendet. Anläßlich der Übersiedlung in das neue Geschäftslokal Hindenburgstraße 54 hat Bankdirektor Frenschowski (Hamburg) am Dienstag dem Bürgermeister einen Scheck für die Aktion Schwimmhalle in Aussicht gestellt.
ST

 

Donnerstag, 3. April 1969
Oldesloe packt drei Millionenprojekte an.

Zunächst Nordtangente. 1970: Realschulneubau und Dörfergemeinschaftsschule.

Drei große Bauprojekte, die voraussichtlich einen Kostenaufwand von weit über zehn Millionen DM erfordern werden, bereitet gegenwärtig die Stadtverwaltung vor: die Nordtangente, die Realschule und die Dörfergemeinschaftsschule.

Als erstes dieser Projekte wird die Nordtangente in Angriff genommen werden können. Bonn als Träger der Maßnahme hat die Pläne genehmigt. In wenigen Monaten wird man mit dem ersten Bauabschnitt beginnen.

Er reicht von der Einführung an der Hamburger Straße (Bundesstraße 75) zwischen der Aral-Tankstelle und dem Ellerbrock’schen Grundstück bis zur Schützenstraße. Parallel laufen als gesonderter Bauabschnitt die Arbeiten an dem Brückenwerk über die Trave am Rande des Bürgerparks bei der Ströh’schen Mühle. Die Ausschreibung für die beiden Bauabschnitte wird in Kürze erfolgen. Im Bundeshaushalt sind für die Maßnahme 3,8 Millionen DM eingeplant. …
ST

 

Montag, 14. April 1969
Bisher Auswahl zwischen sechs Standorten.

Schwimmhalle stand im Vordergrund der Fragestunde für Oldesloer Bürger. ..

 

Montag, 21. April 1969
Kasper erspielte 526 DM.

526 DM übergab der Ortsjugendring der Stadt für den Schwimmhallenfonds. So hoch war der Gesamterlös der zwei Aufführungen, die der Oldesloer Kasper veranstaltet hatte. Insgesamt sahen 521 Kinder und Erwachsene die beiden Stücke „Das kunterbunte Ei“ und „Die Räuber Krips und Kraps“. Das junge Publikum verfolgte das Spiel mit großer Freude, und die Erwachsenen schmunzelten, wenn ab und zu Anspielungen auf die Schwimmhalle in die Handlung eingeflochten wurden. Der Ortsjugendring dankt dem Wirt des „Oldesloer Hofes“ sowie allen anderen Firmen und Helfern, die sich kostenlos in den Dienst der Aktion gestellt haben.
ST

 

Dienstag, 22. April 1969
100 DM für Schwimmhalle.

Der Ortsverband der Ruhestandsbeamten und Hinterbliebenen (BRH) hat auf das Konto der Aktion Schwimmhalle eine Spende von 100 DM überwiesen. Einmütig hatte die Mitgliederversammlung einem entsprechenden Vorschlag des Vorstandes zugestimmt.
ST

 

Dienstag, 22. April 1969
Die Meinung des Lesers.

Zum Standort des Oldesloer Hallenbads. Jede öffentliche Meinungsäußerung zu dieser Frage fordert eine gegensätzliche heraus. Auch sie erwartet Widerspruch. Nur so klären sich die Fronten für Entscheidungen.

Die Eutiner Waldbühne lebt trotz aller Wetterrisiken. Gegen Regengüsse, ich erlebte einen vor dem 3. Akt vom „Freischütz“, die Schirme mobil und Plane notwendig machten, wird man sich dort gewappnet haben. denn es hatte sich erwiesen, wie leicht gespielte Wirklichkeit ihre Illusionskraft einbüßt.

Unsere Naturbühne lebt nicht, so schön sie als Bild sich auch macht. Sie hat die Erwartungen nicht erfüllt und blieb ohne rechten Sinn. Trotzdem, ich gebe es zu, war das im Eifer abgewandelte Wort vom Un-Sinn nicht notwendig. Plänen mit großen Aufführungen, Kräften von auswärts und Forderung auf Kaution bei Ausfall … Regenmäntel und Wolldecken … blieb eine Dauerverwirklichung versagt, mußte es von vornherein. Für kleine bescheidene Aufführungen mit eigenen Kräften als Sing-, Tanz-, Spielgruppen, nach der Bauernregel: „Wetter morgen so wie heute“ kurzfristig gewagt, hat der Antrieb gefehlt. Die sehr gute Turandot-Aufführung der Morgenstern-Bühne, ohne viele Requisiten, sah eine beschämende Kleinzahl von Gästen.

Hätte die Frage- und Sägestunde zu einem mit Eifer geführten Fechten Raum und Zeit gegeben, so wäre ihr Sinn kund geworden, und eine Aussprache über das „Wo“ der genügend vorhandenen geeigneten Plätze hätte die Frage: Kurpark oder Naturbühne vorerst offen gelassen. Carl Bodenhagen, Bad Oldesloe.
ST

 

Freitag, 2. Mai 1969
Schwimmhallenfonds wächst weiter.

172.157 DM Guthaben wiesen die Spendenkonten der Aktion Schwimmhalle am Ende des Monats April aus. Darin ist eine Rücklage der Stadt von 150.000 DM enthalten.

Die jüngsten Einzahlungen: Die Oldesloer Forma Fleischfresser spendete zusammen mit der Belegschaft 1000 DM. Der VfL Oldesloe überwies 500 DM.

Am 8. Mai wird der Planungsausschuß zusammentreten, um die Standortfrage zu klären. Die Gründung des geplanten Kuratoriums wird, wie Bürgermeister Baethge mitteilte, in Kürze folgen.
ST

 

Montag, 12. Mai 1969
Wo Sportplatz?

Stadtverordneter Dieter Achterberg (CDU) forderte in der Stadtverordnetenversammlung den Sport- und Jugendpflegeausschuß auf, endlich einen Vorschlag zu machen, wo eine neue Sportplatzanlage hinkommen solle. Es sei dringend nötig, Ersatz für die Spielfelder zu schaffen, die während des Baues der Nordtangente auf dem Exer ausfallen würden. Sicher sei es nicht einfach, einen Standort zu finden, zumal sich das für den Platz der Dörfergemeinschaftsschule am Masurenweg vorgesehene Gelände als „Moorloch“ zu erweisen scheine. Im übrigen bat er den Ausschuß, sich Gedanken über zusätzliche Bolz- und Kinderspielplätze zu machen. „Für die Jugend wird viel zu wenig ausgegeben“, fügte Stadtverordneter Ernst Schröder (SPD) hinzu. Er bedauerte, daß die Mittel für den Bau von Kinderspielplätzen beim Haushaltsausgleich gestrichen worden seien.
ST

 

Montag, 12. Mai 1969
Dusche muß warten.

 „Wie weit ist es mit der Dusche am Poggensee?“ fragte Stadtverordnete Elfriede Scherschinski im Stadtparlament. „Die Maßnahme wird über den außerordentlichen Haushalt finanziert“, antwortete Bürgermeister Baethge. „Dieser Haushalt befindet sich jedoch noch im Genehmigungsverfahren. Bevor er nicht genehmigt ist, können wir keine außerordentlichen Ausgaben tätigen.“
ST

 

Freitag, 16. Mai 1969
Für die Schwimmhalle.

150 DM Überschuß in ihrer Reisekasse stifteten die Teilnehmer an der in diesem Frühjahr veranstalteten VHS-Studienfahrt nach der Tschechoslowakei für den Schwimmhallenfonds. ST

 

Samstag, 24. Mai 1969

Die Meinung des Lesers. Schwimmhalle gehört in den Kurpark! …

 

Donnerstag, 29. Mai 1969
Wechsel im Jugendheim.

Das Ehepaar Reimer und Reimer Sühlsen aus Marne wird am 1. Juli die Leitung des städtischen Jugendheims und der Jugendherberge am Bürgerpark übernehmen. Der bisherige Leiter Karl-Heinz Schmidt soll nach den Vorstellungen des zuständigen Ausschusses als Sachbearbeiter für Sport- und Jugendpflege in der Stadtverwaltung übernommen werden. Seine Frau wird noch bis zum Jahresende die Küche der Jugendherberge führen. Seit 20 Jahren liegt die Leitung in den Händen des Ehepaares Schmidt.
ST

 

Freitag, 30. Mai 1969
Premiere für Bühne.

Am kommenden Mittwoch wird die Bühneneinrichtung der Stormarnhalle eingeweiht. Teile der beweglichen Bühne dienten bereits als Podium, beispielsweise beim Jubiläumskonzert des Männerchores. Nunmehr wird sie komplett aufgebaut mit sieben Meter hohen Vorhängen und allem Zubehör für das Spiel „Die sieben Faulen“, das Mädchen und Jungen der Königin-Luise-Schule aufführen werden. Alle Freunde der Realschule sind willkommen. 110 Besucher finden in der Halle Platz. Der Eintritt ist frei.
ST

 

Dienstag, 3. Juni 1969
Schwimmhallenpfennige.

 Die Meierei Bad Oldesloe Hugo Möller oHG will im kommenden Jahr für jede im Stadtgebiet verkaufte Viertelliterpackung ihrer Schlagsahne einen Pfennig in den Schwimmhallenfonds spenden. Für die Sahne hatte sie im November vergangenen Jahres die Anton-Fehr-Plakette in Silber verliehen bekommen, und zwar als zweiter Betrieb in der Bundesrepublik. Diese seltene Auszeichnung wird nur vergeben, wenn 15 Jahre hintereinander bei der Qualitätsprüfung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft stets die höchste Punktzahl erreicht werden kann. Aus Anlaß des „Internationalen Tages der Milch“ kündigte die Oldesloer Meierei ihre Schwimmhallenspende an.
ST

 

Mittwoch, 4. Juni 1969
Bühne der Stormarnhalle hatte Premiere.

Zum ersten Male war die Bühne in der Stormarnhalle, die die Stadt für 30.000 DM angeschafft hat, in voller Größe aufgebaut: Die Realschule zeigte eine Aufführung, deren Text eigens zu diesem Zweck verfaßt worden war. Die Bühne hat nach Auskunft des städtischen Kulturamtes im großen und ganzen die Erwartungen erfüllt. Schwierigkeiten bereitet jedoch der komplizierte Auf- und Abbau, den der Hausmeister allein nicht innerhalb eines Tages bewerkstelligen kann. Für kleinere Veranstaltungen wird es sich deshalb kaum lohnen, die Bühne zu benutzen. Der Spielbetrieb in der Halle müßte sonst zu lange ausfallen.
ST

 

Samstag, 7. Juni 1969
Scheck für Schwimmhalle.

Einen Scheck über 1000 DM …

 

Donnerstag, 26. Juni 1969
Für die Schwimmhalle.

Der Chor der Königin-Luise-Schule hat 100 DM für die Schwimmhalle gesammelt. Bürgermeister Baethge, der einen Scheck über diesen Betrag entgegennehmen und dem Fonds zuführen konnte, bezeichnete die Initiative der Jungen und Mädchen als sehr erfreulich.
ST

 

Samstag, 28. Juni 1969
Reichen die Oldesloer Sportstätten?

CDU-Ortsverband informierte sich bei Fachleuten. Auf einer vor allem von Vertretern der Sportverbände und der Sportlehrer gut besuchten Veranstaltung des CDU-Ortsverbandes in „Wiggers Gasthof“ wurden im Gespräch am runden Tisch Sportplatzfragen erörtert.

Die CDU sei, so erklärte der Ortsvorsitzende Carsten Homann, an dieser Frage sehr interessiert, um der Fraktion im Stadtparlament für die notwendigen Entscheidungen einen möglichst genauen Überblick über die Probleme und Möglichkeiten zu verschaffen.

Walter Busch vertrat als Vorsitzender des VfL die Auffassung, daß Bad Oldesloe durch das großzügige Verständnis der Stadt mit Hallen ausreichend versorgt sei. Allerdings müßten in den nächsten drei bis fünf Jahren zwei Jugendplätze und ein Platz für die Seniorenmannschaften gebaut werden. Wenn das nicht gelinge, bestände die Gefahr, daß die Fußballer sich in den benachbarten Gemeinden wie Reinfeld, Elmenhorst oder Rümpel als Gäste anmelden müßten.

Bürgermeister Gottfried Baethge meinte: Die Sportler hätten keinen Grund zur Klage. Als nächstes solle der Sportplatz am Wendum geschaffen werden. Einen Ersatz für die durch den Bau der Nordtangente ausfallenden Spielfelder auf dem Exer hielt er erst für 1972 für erforderlich. Im übrigen sei er dafür, umgehend die Schulhöfe auszubauen und der Jugend zum Spiel zugänglich zu machen.

Der Vorschlag eines anderen Teilnehmers, das Gelände zwischen dem jetzigen Müllplatz als Sportplatz herzurichten, fand wenig Beifall.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Stadtparlament, Dieter Achterberg, setzte sich dafür ein, nach erfolgtem Ausbau des Sportplatzes am Wendum schrittweise ein großzügig geplantes Sportzentrum im Westen der Stadt zu verwirklichen. Rudolf Timm war der Auffassung, daß vorher in unmittelbarer Nähe der Schulen Kleinspielfelder für den Schulsport zu schaffen seien.

Jürgen Scharnow gab der Stadt für die Planung neuer Sportanlagen den Rat, mit den Sportverbänden enger zusammenzuarbeiten, damit nicht, wie beim Kurparkstadion ein Grandplatz entstehe, der nachher zu hohen Unfallziffern führen könnte.
ST

 

 2. Juli 1969
Stadtväter spendeten für Schwimmhalle.

Die SPD-Stadtverordneten spendeten für die Schwimmhalle 500 DM. 100 DM zahlte Heinz Peters, Breslauer Straße 16, auf das Spendenkonto Schwimmhalle ein. Damit stehen bisher 177.521 DM zur Verfügung.

Wie Bürgermeister Baethge dazu sagte, befriedigt ihn dieser Stand noch keineswegs. Anfang August wird er das Kuratorium Schwimmhalle zur ersten Arbeitssitzung einberufen. Alle Persönlichkeiten, die zum Eintritt in das Kuratorium aufgefordert worden sind, haben Ihre Bereitwilligkeit erklärt, an der Verwirklichung des Projektes mitzuarbeiten.
ST

 

Donnerstag, 3. Juli 1969
Warmes Wasser im Schwimmbecken.

Morgen früh beginnt der erste Ferienkurs.

In dieser Woche ist mit der Fertigstellung der neuen Heizungsanlage für das Schwimmlehrbecken der Realschule zu rechnen, so daß die Nichtschwimmer auch bei kühlerem Wetter mit 20 bis 22 Grad Wassertemperatur rechnen können. Damit wird das Bad auch bis Ende September zu nutzen sein.
ST

 

Donnerstag, 3. Juli 1969
Erste Jugendspende.

125,70 DM sammelte die Spielschar „Wesermünde-Stormarn“ unter Leitung von Agnes Albrecht für die geplante Schwimmhalle. Das Geld wird in diesen Tagen auf das Spendenkonto überwiesen. Während der letzten Jahreshauptversammlung hatte der Ortsjugendring zehn Sammelbüchsen an die Jugendleiter ausgehändigt, die in ihren Gruppen für das Oldesloes Zukunftsbad werben soll. Die erste Gruppe, die ihre mit Pfennigen, Groschen und Markstücken gefüllte Dose zurückgab, war die Spielschar. Die anderen neun Büchsen sind noch auf Wanderschaft und werden sicherlich ebenso „gefüttert“ werden.
ST

 

Freitag, 4. Juli 1969
Becken ohne Wasser.

Nicht rechtzeitig fertig wurden die Handwerker mit der Herrichtung des Lehrschwimmbeckens an der Königin-Luise-Schule. Der Ferienschwimmkurs für Kinder, den Realschullehrerin Cors leitet, gerät deshalb etwas in Verzug. Heute morgen wurden die Anmeldungen entgegengenommen - am leeren Becken. Morgen früh finden Trockenübungen in der Turnhalle statt. Wenn alles klappt, soll es Montag um 9 Uhr zum erstenmal ins Wasser gehen.
ST

 

Donnerstag, 24. Juli 1969
2000 Badegäste.

Mit fast 2000 Badegästen kam das Freibad Poggensee an die diesjährigen Besucherrekorde der heißen Tage im Juni heran. Die Wassertemperatur beträgt zur Zeit 23 Grad.
ST

 

Montag, 4. August 1969
Die Meinung des Lesers. Erst Freibad, dann Schwimmhalle.

Noch einmal Thema Schwimmhalle. Sie sind sicher auch schon vor der Hitze geflüchtet, oder sie haben sich gewünscht, fliehen zu können. Ist Ihnen aufgefallen, wie viele Oldesloer Hitzeflüchtige man im Bargteheider Freibad trifft? Mir scheint, mit dieser Anlage - von Mai bis September künstlich temperiertes Wasser - haben sich die Bürger von Bargteheide etwas Nachahmenswertes geschaffen.

In Bad Oldesloe wächst derweil das Schwimmhallenkonto Pfennig um Pfennig, Mark um Mark - doch leider ist nicht abzusehen, wann die Summe reichen wird. Ein geeigneter Standort wird sich schon finden. Wir können gewiß noch ohne drängende Termine suchen. Wie allerdings die ohnehin schwindsüchtige Stadtkasse die Erhaltungs- und Betriebskosten tragen soll, steht in den Sternen.

Der Gedanke drängt sich auf, ob man nicht auch hier mit einem beheizten Freibad einen Anfang machen könnte. Das wäre doch schon eine deutliche Verbesserung gegenüber dem jetzigen Zustand. Dann könnte auch derjenige, der sich nicht in den Poggensee traut, ohne allzu lange Anfahrt die dringende Erfrischung finden. Auch bei uns wäre dann Schwimmsport möglich.

Für solch eine Anlage reicht leicht schon jetzt das Geld. Wenn die Summe später weiter gewachsen ist, könnte ja die Halle folgen. Das Kuratorium sollte sich bei seiner Zusammenkunft in der nächsten Woche überlegen, ob nicht die gewünschte Anlage auf Grund eines einheitlichen Planes, aber in verschiedenen Ausbaustufen je nach der finanziellen Entwicklung errichtet werden kann. Es dürfte doch technisch möglich sein, mit dem Schwimmbecken zu beginnen und die Halle dann später zu bauen.

Dies soll keine Stellungnahme gegen eine Schwimmhalle sein, aber der Spatz in der Hand ist immer noch besser als die Taube auf dem Dach. Dr. Klaus Klingner, Bad Oldesloe.
ST

 

Mittwoch, 6. August 1969
Gutes Badewasser.

Mitarbeiter des Hygienischen Instituts in Kiel haben auch in diesem Jahr dem Poggensee wieder Wasserproben entnommen. Das Ergebnis, das jetzt vorliegt, ist überaus erfreulich: Die biologische Beschaffenheit des Wassers ist ausgesprochen gut. Auch das augenblicklich auftretende sogenannte Blühen des Wassers beeinträchtigt diesen Zustand in keiner Weise; denn bei dem „blühenden“ Wasser handelt es sich nur um eine naturbedingte Anreicherung des Sees mit abgestorbenen Blütenpollen.
ST

 

Donnerstag, 7. August 1969
Letzter Stand.

Der Schwimmhallenfonds ist, wie Bürgermeister Baethge mitteilte, dank kleinerer und größerer Spenden aus der Bevölkerung auf 178.169,72 DM angewachsen.
ST

 

Donnerstag, 7. August 1969
Dusche Ausgeschrieben.

Die Stadt hat jetzt die Arbeiten für die Einrichtung einer Duschanlage im Strandbad Poggensee ausgeschrieben. Teurer als die Duschen wird der hierfür notwendige Anschluß des Freibandes an das Stromnetz. Die Stadt rechnet mit Kosten von insgesamt 15.000 DM.
ST

 

Dienstag, 12. August 1969
Schon in zwei Jahren Schwimmhallenbau?

Oldesloe strebt kombiniertes Frei- und Hallenbad an. …  

Dienstag, 12. August 1969
10.000-DM-Spende der Hako-Werke.

Hako-Geschäftsführer Tyll Necker kam zur ersten Sitzung des Schwimmhallen-Kuratoriums, in das ihn Bürgermeister Gottfried Baethge berufen hat, mit einem 10.000-DM-Scheck seiner Firma. Freudestrahlend nahm der Bürgermeister die großzügige Spende entgegen. Damit ist der Schwimmhallenfonds auf 188.500 DM angewachsen.
ST

 

Mittwoch, 20. August 1969
Bunter Abend des Schwimmhallenfonds.

Auf Anregung des Bürger- und Verkehrsvereins unter Mitarbeit zahlreicher anderer Oldesloer Vereine wird am 20. September ein großer Bunter Abend zu Gunsten des Schwimmhallenfonds in der Stormarnhalle stattfinden.

Wie der Bürger- und Verkehrsverein mitteilt, hatte sein Vorstand in der letzten Sitzung beschlossen, eine große Veranstaltung zu Gunsten des Schwimmhallenfonds durchzuführen. „Aus diesem Grund hatte der Verein die Vorsitzenden vieler anderer Vereine zum Montag, dem 18. August, ins Café Vaterland gebeten, um mit ihnen zu beraten. Die Zusammenkunft zeigte eine große Bereitschaft für eine solche Veranstaltung. Man einigte sich darauf, am 20. September in der Stormarnhalle ein buntes Programm zu bringen, das jedem Bürger der Stadt Freude bereiten dürfte.“
ST

 

Donnerstag, 21. August 1969
Was wird die Nordtangente kosten?

Auf Bad Oldesloe entfallen lediglich 661.000 DM. …

 

Samstag, 23. August 1969
Geld für Poggensee.

Auf Empfehlung des Sozial-, Gesundheits- und Sportausschusses hat der Kreisausschuß der Stadt Bad Oldesloe eine Beihilfe in Höhe von 7000 DM zum Ausbau des Freibades Poggensee bewilligt. Es handelt sich um den Kreisanteil für die seit langem geplante und gewünschte Dusche. Mit dem Ende des schönen Wetters ist die Besucherzahl sprungartig zurückgegangen, obwohl das Wasser des Poggensees noch 19 Grad warm ist. Insgesamt hatte das Strandbad, bedingt durch lange Schönwetterperiode, einen weit stärkeren Besuch als erwartet. An Eintrittsgeldern sind bisher rund 3500 DM mehr kassiert worden, als im Haushalt angesetzt sind.
ST

 

Mittwoch, 27. August 1969
Für Schwimmhallenfonds Taschengeld geopfert.

Eine Schülerabordnung der Sonderschule besuchte Bürgermeister Baethge im Stadthaus und überreichte ihm 78,91 DM für den Schwimmhallenfonds. Dieser Betrag war der Erlös aus einer Taschengeldsammlung unter den Schülern und Schülerinnen der Schule. Der Bürgermeister begrüßte die Kinder mit herzlichen Worten und bat sie, allen Spendern seinen Dank zu übermitteln.
ST

 

Freitag, 29. August 1969
Party-Spaß für den Schwimmhallenfonds.

Auf eine gute Idee kam eine Oldesloer Mitbürgerin während einer Party in ihrer Wohnung: Sie lud ihre Gäste zu einem Kegelwettspiel zu Gunsten des Schwimmhallenfonds ein.

Bei geringem Geldeinsatz pro Wurf und der Chance, ein spannendes Buch zu gewinnen, machten alle begeistert mit. Beim Kassensturz wurden rund 50 DM gezählt, die die Gastgeberin auf das Konto Schwimmhalle bei einem Oldesloer Geldinstitut einzahlte.

Wir können dieses Beispiel nur zur Nachahmung empfehlen. Es gibt ja viele Möglichkeiten, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Die Teilnehmer haben einen Riesenspaß und fördern gleichzeitig eine gute Sache.
ST

 

Montag, 1. September 1969
Dann lieber Bolzplatz.

Das als Hockeyplatz vorgesehene Gelände an der Papierfabrik sei im Augenblick eine einzige Unkrautfläche rügte Stadtverordneter Dieter Achterberg (CDU) in der Stadtverordnetenversammlung. Als Bürgermeister Baethge erklärte, der Platz sei dem betreffenden Verein zum weiteren Ausbau übergeben worden, meinte Dieter Achterberg: „Wenn sich da weiterhin nichts tut, sollten wir unseren früheren Beschluß aufheben und dort lieber einen Bolzplatz bauen!“ Ferner stellte Achterberg als Vorsitzender der CDU-Fraktion den Antrag, einen Sportstättenplan für Bad Oldesloe zu erarbeiten. Während für den Hallensport sehr viel getan worden sei, fehle es immer noch an Sportstätten für Schulen und Vereine.
ST

 

Montag, 1. September 1969
Sperrbalken fehlt.

Den Sperrbalken, der die Einfahrt von Kraftfahrzeugen auf dem Exer verhindern soll, vermißt Stadtverordneter Heinz Peters (SPD). Wie er vor dem Stadtparlament sagte, habe er einen Autofahrer beobachtet, der bis zum Minigolfplatz durchgefahren sei, eine Mutter mit zwei kleinen Kindern erheblich gefährdet habe und, zur Rede gestellt, den Fußweg auch noch als Fahrbahn reklamieren wollte. Die Angelegenheit soll untersucht werden.
ST

 

Samstag, 6. September 1969
Bald ein Hockeyplatz.

Auf dem, Hockeyplatz am Kurpark tut sich was. Aber nicht erst auf Anfrage eines CDU-Politikers. Die Firma Lythall stellte ihre Geräte uneigennützig zur Verfügung und mit dem Einsatz der Hockeyspieler und der Stadtgärtner ist es möglich, daß der Platz am Sonntag fertig eingesät ist. Der Bolzplatz dürfte also zu den Akten gelegt werden können. Claus Kindt, THC Blau-Weiß Bad Oldesloe.
ST

 

Dienstag, 9. September 1969
Größere Turnhallen.

Die neuen Grundsätze des schleswig-holsteinischen Kultusministeriums über die Größe von Schulturnhallen sind ab sofort gültig. Wie die Pressestelle der Landesregierung dazu in Kiel mitteilte, sollen nach den neuen Richtlinien auch Schulen mit einer Größe bis zu acht Klassen künftig statt einer Kleinturnhalle eine Normalturnhalle von 12 mal 24 Metern erhalten. Bisher waren Normalturnhallen nur für Schulen mit neun bis zwölf Klassen gebaut worden.
ST

 

Mittwoch, 10. September 1969
Letzter Badetag.

Bis zum kommenden Sonntag bleibt das Freibad Poggensee noch geöffnet. Das milde Spätsommerwetter hat die Besucherzahl nach den kalten Augusttagen in letzter Zeit wieder etwas ansteigen lassen.
ST

 

Samstag, 20. September 1969
Fast 1000 DM für den Schwimmhallenfonds.

Schöner Erfolg des Bunten Nachmittags.

Wären am Nachmittag noch einige Zuschauer mehr in die Stormarnhalle gekommen, dann hätte der Vorsitzende des Bürger- und Verkehrsvereins, Alwin Thies, zum Abschluß des Bunten Nachmittags Bürgermeister Baethge einen Tausendmarkschein für den Schwimmhallenfonds überreichen können - so waren „nur“ 926,84 DM zusammengekommen aus Eintrittsgeldern und Pausensammlung.

Immerhin war die Veranstaltung ein schöner Erfolg, und zwar nicht nur im Hinblick auf die Schwimmhalle, sondern auch als Ausdruck der Solidarität. Schon lange nicht mehr hat in Bad Oldesloe die gemeinnützige Initiative eines Vereins ein so spontanes Echo bei Akteuren und Publikum gefunden wie diesmal. Wenn die Stormarnhalle nur knapp zur Hälfte besetzt war, so ist zu bedenken, daß sie wohl immer bei lokalen Veranstaltungen sehr schwer zu füllen sein wird. Der Saal des „Oldesloer Hofes“ wäre jedenfalls bei diesem Besuch knüppeldickevoll gewesen.

Richard Lieske sprach zu Beginn als Conferencier von einem Programm der guten Laune, treffender hätte er formuliert: Für jeden etwas. Die Geschmäcker sind nun einmal verschieden. Auch bei uns differieren Neigungen und Begabungen, die im kulturellen und geselligen Leben zutage treten. Entsprechend unterschieden sich die Darbietungen voneinander. Zustande kam eine unterhaltsame Mischung von Chorlied, Musical, Kabarett, Variete und - denkt man an den Sternmarsch der Spielmannszüge und der Feuerwehrkapelle - Volksfest. Der Bogen spannte sich vom Volkslied bis zum Broadway-Hit, von gemütvoller SchrammeImusik bis zum deftigen Sketsch.

Soll man die verschiedenen Auftritte im einzelnen kritisch würdigen? Das wäre bei diesem Anlaß kaum angebracht. Sicher kränkte es die übrigen Mitwirkenden nicht, würde Käthe Möller-Siepermann, vor allem wegen des einschmeichelnden „My Fair Lady“-Songs, hervorgehoben. Nicht nur für sie gab es Beifall über Beifall. Dabei hatten es übrigens die Solisten gar nicht so leicht, in der bei Tageslicht doch etwas streng wirkenden, gläsern-sachlichen Stormarnhalle den berühmten Funken ins Publikum überspringen zu lassen.

Der Applaus brandete, sich ständig erneuernd, an die Bühne, als Altwn Thies in der - etwas zu lang geratenen - Schlußapotheose allen Mitwirkenden mit Worten und mit Blumen dankte: Käthe Möller-Siepermann, dem Männerchor von 1844 und der Singakademie (unter Bruno Brückmann), dem Doppelquartett (unter Fritz Alshuth), den Wiener Schrammlern mit Paul Pelikan, dem Magier Paul Zaremba, Rudi Niebisch und Günther Geffe von der Jungen Bühne, Richard Lieske, der Feuerwehrkapelle und den Spielmannszügen. Alle hatten sich unentgeltlich zur Verfügung gestellt, ferner bleiben die Leistungen einiger Oldesloer Firmen unberechnet, desgleichen die Freigabe der Stormarnhalle.

Wer nun meint, sein Fehlen beim Bunten Nachmittag bedauern zu müssen, kann es wiedergutmachen: durch eine Spende auf das Konto Schwimmhalle.
ST

 

Montag, 22. September 1969
Freibad geschlossen.

Mit dem heutigen Tage hat das Freibad Poggensee für die Badesaison endgültig seine Pforten geschlossen. Das schöne Spätsommerwetter der vergangenen Wochen hatte eine Hinausschiebung des ursprünglich für Mitte des Monats vorgesehenen Termins bewirkt.
ST

 

Donnerstag, 2. Oktober 1969
Spenden für den Schwimmhallenfonds.

Wieder sind kleinere und größere Spenden für den Schwimmhallenfonds eingegangen.

  • 300 DM überwies eine jetzt in Rickling lebende Oldesloerin. Die Spenderuin ist Frau Margarethe Fey, Witwe des ehemaligen Oldesloer Diakons und Kirchenrechnungsführers Fey.

Ferner gingen ein:

  • 150 DM von der Landsmannschaft der Schlesier.
  • 2000 DM von Freiherr von Jenisch und
  • 10 DM von einem ungenannten Spender.
  • 3000 DM zeichnete die Firma Newman-Green als Baustein.
    ST

 

Dienstag, 21. Oktober 1969
Autos Hauptgewinn bei der Schwimmhallen-Lotterie.

Veranstalter: Oldesloes Bürger- und Verkehrsverein.

Vom 22. November bis einschließlich 13. Dezember soll erstmalig in Bad Oldesloe eine Weihnachtslotterie aufgezogen werden, deren Reinerlös der Bürger- und Verkehrsverein als Veranstalter dem Konto für den Bau der Schwimmhalle zuführen will.


Freitag, 7. November 1969

Weitere Spenden für den Schwimmhallenfonds.

Auf die Konten für den Schwimmhallenfonds ist wieder eine Reihe von Spenden eingezahlt worden.

  • Firma Dernehl 500 DM (zweite Rate der Spende von 1500 DM),
  • Landfrauenverein 100 DM
  • Kreissportschau 1178 DM
  • Tennis- und Hockey-Club (Tombola-Überschuß) 700 DM
  • Jugendgruppe des THC Blau-Weiß 100,91 DM (Sammelbüchse). ST

 

Mittwoch, 12. November 1969
Schwimmhallenlotterie von Kiel genehmigt. Die Vorbereitungen für die Weihnachtslotterie zugunsten des Schwimmhallenfonds stehen kurz vor dem Abschluß. Die Genehmigung des Innenministers liegt jetzt vor. Wegen der Freistellung von der Lotteriesteuer wird noch verhandelt.

Morgen ist letzter Termin für die feste Zusage von Spenden. Der Bürger- und Verkehrsverein muß am Freitag die Gewinnliste einreichen. Bisher sind umfangreiche Spenden für Gewinne gezeichnet worden. Die Gewinnaussichten haben sich, wie Vorsitzender Alwin Thies versichert, außerordentlich verbessert. Der Verkauf der Lose beginnt am 22. November auf dem Markt und endet am 13. Dezember. Der Veranstalter bittet die Bevölkerung um rege Teilnahme.
ST

 

Mittwoch, 26. November 1969
Schwimmhallenspende statt Weihnachtsgruß.

Der Oldesloer Ring Politischer Jugend, der vor Jahren die Initiative für den Bau einer Schwimmhalle ergriffen hatte, wünscht sich in diesem Jahre von den Oldesloer Firmen einen Verzicht auf die traditionellen Weihnachts- und Neujahrsgrüße. Lieber wäre ihm eine Einzahlung der eingesparten Beträge auf die Konten der Oldesloer Schwimmhallenfonds.
ST

 

Donnerstag, 27. November 1969
Einer wird gewinnen: die Schwimmhalle.

Hochkonjunktur für die Losverkäufer auf dem Oldesloer Marktplatz.

Die Weihnachtslotterie, die der Bürger- und Verkehrsverein zugunsten des Schwimmhallenfonds veranstaltet, verspricht ein großer Erfolg zu werden. Bis gestern nachmittag waren nach Auskunft des Verkehrsvereinsvorsitzenden Alwin Thies schon fast 6000 Lose verkauft worden.

Übermorgen, am ersten verlaufsoffenen Samstag, hofft der Veranstalter, an einem Tag gleich 3000 Lose absetzen zu können. Wer vom Oldesloer Bürgermeister persönlich bedient werden möchte, sollte am Samstag ab 16 Uhr zu dem Verkaufsstand - dem Wohnwagen auf dem Marktplatz - gehen: Dann will Bürgermeister Baethge versuchen, möglichst viele der kleinen Glückszettel an den Mann zu bringen.

Bekanntlich warten Gewinne im Werte von 16.783,50 DM auf die Spielteilnehmer. Das sind über 55 Prozent des 30.000 DM betragenden Lotteriekapitals. Da Geschäftsleute jedoch für 11.000 DM Sachpreise gestiftet haben, wird dem Schwimmhallenfonds nach Abzug aller Unkosten ein ansehnlicher Betrag verbleiben. 15.000 bis 16.000 DM sollen überwiesen werden. Wenn die Lotteriesteuer im Hinblick auf den gemeinnützigen Zweck von 16,6 auf 5,5 Prozent ermäßigt werden würde, könnten es sogar fast 20.000 DM sein. Ein entsprechender Appell an Finanzminister Qualen wird vorbereitet.

Voraussetzung für einen so hohen Reingewinn ist allerdings: Alle 30 000 Lose müssen bis zum 13. Dezember verkauft werden. Mitglieder des Hausfrauenbundes, des Clubs junger Hausfrauen, des Landfrauenbundes und des Technischen Hilfswerkes stehen täglich während der Geschäftszeit als ehrenamtliche Verkäufer auf dem Markt bereit. Alwin Thies bittet alle Bewohner in Stadt und Land, die einen möglichst schnellen Bau der Schwimmhalle wünschen, sich weiterhin so zahlreich wie bisher an der Lotterie zu beteiligen. Gute Gewinnchancen sind gegeben, etwas Spannung (bis zur Ziehung am 14. Dezember) wird garantiert - im Vordergrund aber stehen die Spenden für die gute Sache, für die Aktion „Schwimmhalle“.

 

Donnerstag, 4. Dezember 1969
Schon die Hälfte der Lose verkauft.

Über 15.000 Lose der Lotterie zugunsten des Oldesloer Schwimmhallenfonds sind bereits verkauft worden. Der Bürger- und Verkehrsverein hofft sehr, daß er in den verbleibenden zehn Tagen auch noch die zweite Hälfte seines Losbestandes - also noch einmal etwa 15.000 Lose zu je einer DM - absetzen kann.

Am kommenden Samstag von 16 bis etwa 18 Uhr beabsichtigt Bürgerworthalter Georg Koch dem Beispiel des Bürgermeisters zu folgen und auf dem Oldesloer Markt als Losverkäufer aufzutreten.

Die Initiatoren der Lotterie sind mit dem bisherigen Ergebnis sehr zufrieden. Vereinsvorsitzender Alwin Thies wußte zu berichten, daß beispielsweise Bewohner des Pölitzer Weges in hellen Scharen gemeinsam zum Loskauf geströmt seien. „Es ist was erstemal in der Geschichte der Kreisstadt, daß eine Weihnachtslotterie für einen gemeinnützigen Zweck veranstaltet wird, und man hört von Käufern und Verkäufern immer nur freundliche Worte.“

Alwin Thies: „Die Oldesloer kommen mir wie eine einzige große Familie vor, die sich mit aller Energie vorgenommen hat, so bald wie möglich eine Schwimmhalle zu bauen!“
ST

 

Montag, 8. Dezember 1969
Das 20.000. Los ist heute fällig.

Nur 250 Lose der Weihnachtslotterie des Bürger- und Verkehrsvereins zugunsten des Schwimmhallenfonds fehlten heute mittag noch, um die Zahl 20.000 vollzumachen.

Der Veranstalter hofft, daß bis heute abend dieses Zwischenziel erreicht wird. Wenn dann die letzte Runde der Lotterie in dieser Woche so gut ausgeht wie alles in der voraufgegangenen Zeit, bestehen gute Chancen, daß bis zum kommenden Samstag um 18 Uhr noch alle 30.000 Lose abgesetzt werden.
ST

 

Mittwoch, 10. Dezember 1969
Die letzten 9000 Schwimmhallenlose.

Noch rund 9000 Lose warten in der Weihnachtslotterie des Bürger- und Verkehrsvereins zugunsten des Schwimmhallenfonds auf ihre Käufer. 21.000 wurden bereits abgesetzt.

Bürgerworthalter Georg Koch will am kommenden Freitag zwischen 15 und 18 Uhr im Lotteriewagen auf dem Marktplatz als Losverkäufer tätig werden. Wenn man bedenkt, daß in den beiden voraufgegangenen Wochen je 10.000 Lose verkauft wurden, sollte man eigentlich hoffen dürfen, daß die gleiche Zahl auch in dieser Woche erreicht und damit der Lotteriebestand geräumt wird.

Am kommenden Sonntag werden ab 14 Uhr im „Oldesloer Hof“ die Gewinne im Gesamtwert von 16.783,50 DM ausgelost, von denen jeweils ein Teil in einem Fenster der Firma Carl Hoffmann Ing. ausgestellt ist. Bei der Ziehung der Gewinnlose will am Sonntag die Tanzgruppe Malente die Besucher mit ihren Darbietungen erfreuen.
ST

 

Freitag, 12. Dezember 1969
Für die Schwimmhalle.

Der Einwohner Heinrich Lübcke hat für 1000 einzelne DM 1000 Lose der Schwimmhallenlotterie des Bürger- und Verkehrsvereins erworben. Jetzt teilte er dem Bürgermeister mit, daß er Haupotgewinne, die ihm zufallen könnten, für eine amerikanische Versteigerung zur Verfügung stellen würde. Den eventuellen Erlös will er dann dem Schwimmhallenfonds zuführen.
ST

 

Samstag, 13. Dezember 1969
Letzte Lotteriestunden mit Musik.

Das Finale der großen Weihnachtslotterie des Bürger- und Verkehrsvereins Bad Oldesloe zu Gunsten der Schwimmhalle findet morgen um 14 Uhr im Saal des „Oldesloer Hofes“ statt.

Vorsitzender Alwin Thies wünscht sich viele Zuschauer, wenn der siebenjährige Frank Dittmer die Lostrommel dreht und sein Vater, Rechtsanwalt Wolfgang Dittmer, als bestellter Notar darüber wacht, daß alles seinen ordnungsgemäßen Gang geht. Zwei Schülerinnen, Dörte Harms und Anke Pelikan, werden die Nummern herausziehen, auf die die rund 500 Gewinne fallen sollen. Die Mädchen dürfen, so lautet die Vorschrift, keine langärmeligen Kleider und keine Fingerringe tragen. Zwei Ausrufer werden die Entscheidungen der Glücksgöttin laut verkünden.

Zur Unterhaltung der Zuschauer während einiger Pausen hat Vorsitzender Thies die Malenter Tanzgruppe für die Vorführung von Tänzen aus dem 18. Jahrhundert bis zur Neuzeit gewonnen. Auch für Musik ist gesorgt. Die Chance, etwas zu gewinnen, bietet sich noch bis heute um 18 Uhr. Dann endet der Losverkauf auf dem Marktplatz. Mit Platzkonzerten machen die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendspielmannszug heute nachmittag auf die Lotterie noch einmal aufmerksam.

Gestern sind 2668 Lose verkauft worden. Das geschah unter tatkräftiger Mitwirkung von Bürgerworthalter Georg Koch, der durch seine besondere Freundlichkeit zahlreiche zusätzliche Käufer gewinnen konnte. Wenn heute noch rund 4000 Lose verkauft würden, dann wäre der gesamte Bestand von 30.000 geräumt. Eigentlich sollte das doch wohl - zumindest annähernd - möglich sein!
ST

 

Sonntag, 14. Dezember 1969
Glücksgöttin Dörte zog 506 Gewinnnummern.

Erfreulicher Abschluß der Schwimmhallenlotterie. …

 

Mittwoch, 17. Dezember 1969
Die Gewinner holten ihre Autos ab. …

 

Donnerstag, 18. Dezember 1969
Wieder Spenden für Schwimmhallenfonds.

Wieder sind dem Fonds für den Bau einer Schwimmhalle zwei Spenden zugeflossen.

  • 2000 DM als Sachspende der Firma Borowski & Hopp, die Baggerarbeiten ausführen will.
  • 100 DM als erste Barspende des SV Preußen Reinfeld, der in einem Brief an Bürgermeister Baethge die Erwartung ausspricht, daß er die Schwimmhalle, wenn es soweit ist, an einem Nachmittag benutzen dürfe. Hierzu der Bürgermeister: „Das ist ein durchaus legitimer Wunsch, der berücksichtigt werden wird.“
    ST

 

 

 

Bis zum Jahr 1970