Saison 1968 - 69

 

Samstag, 12. Oktober 1968
Basketball im VfL Oldesloe.

Ab kommender Woche Training in der Stormarnhalle. Die Überlegung, wie dem jungen Menschen möglichst frühzeitig der Zugang zum sportlichen Spielen eröffnet werden kann, veranlaßte den VfL-Vorsitzenden Walter Busch, dem VfL-Vorstand die Gründung einer Basketballabteilung vorzuschlagen. Der VfL-Vorsitzende bedauert, daß Basketball als Schulspiel in Deutschland bisher nur eine geringe Bedeutung besitzt. In den Volks- und den Realschulen wird es nahezu gar nicht, in einigen Oberschulen nur in den letzten Klassen gespielt. In den Vereinen ist die Situation nicht viel günstiger, und dies, obwohl es schon lange zu einem Wettspiel und zu einer olympischen Disziplin geworden ist. Zum anderen ist das Basketballspiel vorzüglich als Schulspiel geeignet, da es im erzieherischer Hinsicht große Möglichkeiten bietet. Die durchgeformten Sportspiele verlangen vom Schüler - in Schule und Verein - Übungsbereitschaft, Lernwillen, Trainingszucht und Geduld. Man kann nicht von heute auf morgen Basketballspielen lernen.

Der VfL kann nach der Einweihung der Stormarnhalle und deren Übernahme durch die Vereine dem Wunsch zahlreicher Interessierter entsprechen, künftig innerhalb des Vereins neben Fußball, Handball, Faustball und Tischtennis auch Basketball anzubieten. Schüler, Jugendliche und Erwachsene werden ab kommenden Montag um 18.30 Uhr durch den Realschullehrer Siem Speck in dieser Spielart geschult. Speck hat während seiner Studienzeit in Hamburg am Institut für Leibesübungen der Universität wertvolle methodische und praktische Erfahrungen sammeln können.
ST

 

Montag, 10. Februar 1969
Siege gegen frühere Angstgegner.

Noch relativ jung ist die Basketballabteilung des Postsportvereins, die seit Oktober 1967 besteht. Ihr gehören inzwischen 20 Jugendliche an. Trainer ist der Hamburger Landesligaspieler Heinz Hagen (Bargteheide). Er intensivierte das Training, das bald entsprechende Erfolge zeigte. Während die ersten Freundschaftsspiele gegen vorwiegend Hamburger Mannschaften hoch verloren gingen, wurden gegen dieselben Mannschaften inzwischen Siege erspielt.

Die erste Punktspielserie im Landesverband Schleswig-Holstein muß mit gemischten Mannschaften durchgeführt werden, weil nicht genug Jugend- beziehungsweise Herrenmannschaften vorhanden sind. Folgende Mannschaften beteiligen sich: TB Kiel-Brunswik, Phönix Lübeck I und II, TSV Neustadt, Hohenwestedt, TuS Nortorf, SV Großenbrode und TSV Heiligenhafen.

Die Mannschaft des Post SV nimmt nach der Halbserie einen guten Mittelplatz ein und steht an fünfter Stelle von neun Mannschaften. Für die Rückrunde rechnet sich der Post SV einen noch besseren Platz aus.
ST

 

Samstag, 22. Februar 1969
Zweiter Trainingsabend für Basketball.

Die Basketballabteilung des VfL hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens so viele Mitglieder gewonnen, daß sie einen zweiten wöchentlichen Trainingsabend einrichtet, und zwar für die jüngeren Spieler jeweils dienstags von 16.30 bis 18 Uhr in der Turnhalle der Realschule. Die älteren Spieler trainieren wie bisher montags von 18.30 bis 20 Uhr in der Stormarnhalle. Übungsleiter ist Realschullehrer Siem Speck.
ST

 

Samstag, 10. Mai 1969
Fünf Jahre Minigolf in Bad Oldesloe. In diesem Jahr feiert der MGC Bad Oldesloe von 1964 sein fünfjähriges Bestehen. Es waren seinerzeit fünf Golfer, die de

n Entschluß faßten, diesen Verein zu gründen. Sie nahmen gleich an der ersten in Schleswig-Holstein durchgeführten Landesmeisterschaft teil, für die zu jener Zeit noch keine Qualifikation erforderlich war.

Im darauffolgenden Jahr besaß der Landesverband eine Mitgliederzahl von 250, die sich bereits 1966 auf 600 erhöht hatte. Eine gute Entwicklung konnte man auch beim MGC Bad Oldesloe verfolgen. Allein sechs Landesmeistertitel holte er in die Kreisstadt. Zweimal war H????? Bubat in der Einzelwertung erfolgreich. Bei den Damen war es K????? Bubat und bei den Junioren W????? Weidner. Außerdem gewann die Herren- und die Juniorenmannschaft je einen Titel.

Bei den jährlich ausgetragenen Länderpokalturnieren standen in den letzten drei Jahren jeweils zwei Oldesloer in der Schleswig-Holstein-Auswahl. Den schönsten Erfolg brachte im vorigen Jahr Harald Bubat mit nach Haus, der als bisher einziger schleswig-holsteinischer Spieler in der Nationalmannschaft spielte. Er wurde Europameister.

Das 1966 zum ersten Mal veranstaltete Trave-Pokal-Turnier hat inzwischen in ganz Deutschland einen guten Ruf. Der Vorstand mußte in diesem Jahr die Teilnehmerzahl begrenzen, um einen einwandfreien Ablauf des Turniers zu garantieren. Dieser kleine, aktive und sportlich so erfolgreiche Verein findet allerdings nicht genügend Zuspruch. Dabei ist Minigolf eine Sportart, die man in jedem Alter spielen kann.
ST

 

Kreissportverband Stormarn
Das Jahr 1969

 

 

Samstag, 1. März 1969
Der Sport bekennt sich zum Kreis Stormarn.

Resolution beim Jugendtag: Über unausgekochte Vorstellungen bestürzt.

 

Donnerstag, 24. April 1969
Nur 12 von 100 Stormarnern treiben Sport.

Kreissportverband legt zur Jahresversammlung aufschlußreichen Zahlenspiegel vor. Nachdem der Verbandstag des Kreissportverbandes - bedingt durch die unsichere Witterungslage - im März kurzfristig abgesagt werden mußte, wird diese Jahresversammlung nun morgen um 19.30 Uhr im Bugenhagenheim in Trittau nachgeholt.

40 Sportvereine wollen 150 Delegierte entsenden. Neben den Ehrenmitgliedern des Verbandes werden außerdem zahlreiche Ehrengäste erwartet. Das Referat „Anforderungen an die Sportvereine unserer Gesellschaft“ wird im Mittelpunkt dieses Abends stehen. Referent ist Kreissportwart Bernhard Nowak (Bad Oldesloe). Im Zusammenhang mit diesem Referat hat KSV-Geschäftsführer Jürgen Scharnow (Bad Oldesloe) statistisches Material zusammengetragen. Daraus ist ein interessantes Zahlenspiel über den gesamten Sportbetrieb innerhalb des Kreissportverbandes Stormarn entstanden:

  • Von 182.886 Einwohnern im Kreis betreiben nur 12,38 Prozent Sport in Vereinen.
  • In 49 von 94 Gemeinden und Städten bestehen Möglichkeiten zu sportlicher Betätigung.
  • Die Gesamtmitgliederzahl der Stormarner Sportvereine liegt bei 22.654. Dabei handelt es sich um 64,7 Prozent männliche und 35,3 Prozent weibliche Mitglieder.
  • Die Zahl der Aktiven beläuft sich auf 19.978 = 88,1 Prozent, die der Passiven auf 2676 = 11,9 Prozent.
  • In den einzelnen Altersklassen zeigt die Statistik folgendes Bild: Mitglieder bis zu 6 Jahren 6,6 Prozent, von 6 bis 14 Jahren 27,5 Prozent, von 14 bis 18 Jahren 11,1 Prozent, von 18 bis 21 Jahren 6,2 Prozent, von 21 bis 25 Jahren 7,9 Prozent, über 25 Jahre 40,7 Prozent.
  • Angeboten werden 33 Sportarten. In zwei Sportvereinen werden 15 Sportarten betrieben, in einem Sportverein 12, in zwei Vereinen 9, in einem Verein 7. Drei Sportvereine bieten sechs Sportarten an, zwei Vereine fünf, neun Vereine vier, zehn vereine drei und ebenfalls zehn vereine zwei. 35 Vereine haben sich auf eine Sportart spezialisiert: Fechten, Fußball, Handball, Kegeln, Reiten, Rudern, Schach, Schießen, Tauchsport oder Tennis.
    ST

 

Freitag, 25. April 1969
„Das Brachland Sport muß bestellt werden!“

Jahresversammlung des Kreissportverbandes im Trittauer Bugenhagenheim. Zum 21. Verbandstag des Kreissportverbandes in Trittau waren 136 Delegierte aus 52 Stormarner Vereinen im Bugenhagenheim zusammengekommen. Pastor Reymann begrüßte als Hausherr die Teilnehmer. Die Jungen Europäischen Föderalisten sorgten für das leibliche Wohl der Sportler.

KSV-Vorsitzender Hansjoachim Berg (Hoisdorf) stellte die in einer umfangreichen Broschüre bereits vorher veröffentlichten Berichte der Vorstandsmitglieder und der Fachverbände zur Diskussion. Sie fanden sämtlich einstimmige Zustimmung. Besonders begrüßt wurde die Mitteilung, daß die Zahl der nebenberuflichen Übungsleiter in Stormarn inzwischen auf über 100 angewachsen ist.

Bei den turnusmäßigen Wahlen wurden Erwin Gesche (Reinfeld) als 2. Vorsitzender, Ilse Cors (Bad Oldesloe) als Frauenwartin, Franz Bartkowiak (Bad Oldesloe) als Sozialwart und Walter Lorenzen (Tremsbüttel) als Beisitzer für Vereine mit weniger als 200 Mitgliedern einstimmig wiedergewählt. Der zur Zeit auf Kur weilende Kreisjugendsportwart Heinz Peters (Bad Oldesloe) wurde in seinem Amt bestätigt.

Ehrenbriefe erhielten Max Fischer (Preußen Reinfeld), Heinz Holtz (SSV Jersbek), Adolf Schultz (Schützenverein Trittau), Else Wolgast (VfL Oldesloe), Herbert Carstens (TSV Bargteheide), Franz Bartkowiak (VfL Oldesloe) und Richard Kickbusch (TSV Lütjensee). Anerkennungsurkunden wurden an Gerhard Schippmann, Gerhard Vogel (beide FC Ahrensburg), Hermann Scharnberg (TSV Lütjensee) und Margot Kersten (TuS Hoisdorf) ausgegeben. Mit Ehrenurkunden wurden ausgezeichnet: Kurt Meinßen (Hoisbütteler SV), Emil Mallien ((Preußen Reinfeld), Fritz Marwedel (VfL Oldesloe), Dieter Hamann (JuS Fischbek), Heinrich Wrieth (Schachgemeinschaft Südstormarn), Otto Solkowsky (Barsbütteler SV) und Karl Kiesing (TuS Hoisdorf).

In den Ehrenrat kamen Paul Gresch (SV Siek), Karl Thiesing (TuS Hoisdorf), Jens Walter (TSV Bargteheide), Hermann Meins, Otto Groß (TSV Zarpen), Helmut Maack ((Post SV Oldesloe) und Frau Rudolf (Reit- und Fahrverein Hoisdorf).

Der Kreissportverband plant, wie mitgeteilt wurde, im Spätherbst wiederum eine große Sportschau in der Oldesloer Stormarnhalle, nachdem die erste zur Eröffnung viel Anklang gefunden hat. Auch eine Sportwoche, deren Termin noch nicht genau feststeht, ist vorgesehen.

Kreissportwart Bernhard Nowak (Bad Oldesloe) referierte über die „Anforderung an die Sportvereine unserer Gesellschaft“. Er rief aus: „Das Brachland Sport muß bestellt werden! Es muß versucht werden, neue Vereine in den Gemeinden zu gründen, wo der Sport noch nicht Fuß gefaßt hat!“ Von den 94 Stormarner Gemeinden gebe es zur Zeit nur 49, wo Sportvereine bestünden.

Einen Tadel erteilte der Vorstand dem Kreissportjugendausschuß, weil dieser sich vor einigen Wochen in einem Schreiben an den Landesinnenminister gewandt und gegen eine Auflösung des Kreises Stormarn, die damals im Rahmen der Gebietsreform diskutiert worden war, plädiert hatte. Hansjoachim Berg erklärte, der Sport dürfe sich in politische Belange nicht einmischen. Die Sportjugend habe zwar eine eigene Satzung, doch auch für sie habe nur der Vorstand des Kreissportverbandes verbindliche Erklärungen abzugeben. Landessportverbandsvorsitzenden Karl Bommes (Kiel) habe die Stormarner Sportjugendinitiative als unerfreulich empfunden, zumal sie sich sogar unhöflicher Formulierungen bedient habe.
ST

 

 

 

Bis zum Jahr 1970