VfL Oldesloe
Die Spielzeit 1968/69 - Liga 3/4

 

Samstag, 4. Jan. 1969
Auf die VfL-Abwehr wird es ankommen.

Ein Sieg gegen den TSV Rendsburg könnte die Tabellenführung einbringen. Im ersten Spiel des Jahres erwartet die Landesliga-Mannschaft des VfL Oldesloe morgen um 14 Uhr den Tabellenvierten TSV Rendsburg, der als Aufsteiger bislang fast sensationell abgeschnitten hat und zudem in Schwidrowski den Stürmer besitzt, der die Torschützenliste mit 16 Treffern klar anführt.

Viel wird davon abhängen, wie die Oldesloer Abwehr mit diesem Spieler fertig wird. Läßt sie ihm soviel Raum wie im ersten Spiel, könnte es leicht erneut zu einer Überraschung kommen. Das Hinspiel verlor der VfL in Rendsburg mit 1:4; Schwidrowski schoß dabei zwei Tore. Insgesamt war es damals ein hochklassiges Spiel, in dem der VfL ein gleichwertiger Gegner war, jedoch seine Abwehr vernachlässigte. Aus diesem Fehler wird Trainer Fritz Andree gelernt und seinen Abwehrspielern eingeschärft haben, ihre Aufgabe nicht zu leicht zu nehmen. Die Rendsburger sind durchaus zu schlagen, zumal sie auswärts noch nicht so stark erscheinen wie auf eigenem Platz. Ebenso wie der VfL verloren sie im Pokalspiel gegen einen Verbandsligisten; Tungendorf zeigte dabei die Grenzen des Aufsteigers auf.

Der morgige Spieltag könnte die Tabellenspitze wesentlich verändern. Morgen treffen nämlich die mit an der Spitze liegenden Mannschaften von Holstein Segeberg und TSV Büdelsdorf aufeinander, von denen mindestens einer Federn lassen dürfte. Ein Sieg gegen Rendsburg böte dem VfL die Chance, einen der Anwärter auf die Meisterschaft zurückzuwerfen.

Obwohl Uwe Goronzi am 1. Jan. spielberechtigt ist, wird er zunächst noch nicht eingesetzt werden; die Pause von sechs Monaten war für ihn doch zu lang, um sofort wieder in der Landesliga bestehen zu können.
ST

 

 

Samstag, 11. Jan. 1969
Eis wird verbrannt.

Der VfL Oldesloe will morgen um jeden Preis das Fußballspiel gegen den MTV Heide austragen. Nach einer neuen Methode bemühte man sich heute morgen, den Platz im Travestadion bespielbar zu machen. Das Eis wurde kurzerhand „verbrannt“.
ST

 

Samstag, 11. Jan. 1969
Trainer greift auf Heitmann zurück.

VfL erwartet Angstgegner MTV Heide. Klappt es im Sturm diesmal besser? Der VfL Oldesloe, der am letzten Sonntag eine durch das Wetter erzwungene Pause eingelegt hat, trifft morgen im Travestadion auf seinen Angstgegner MTV Heide. Der VfL weiß: Um die Heider zu besiegen, muß er eine gute Form aufweisen. Bei den bisherigen Spielen der beiden Mannschaften gab es nur 1967 einen Sieg für die Oldesloer. In Heide verlor der VfL zwei Treffen recht deutlich, die anderen Begegnungen endeten unentschieden.

Der MTV war als klarer Abstiegskandidat in die Saison gegangen, hat aber durch sein bisheriges Abschneiden alle Fachleute überrascht. Nach Abschluß der Herbstserie stand er mit 18:14 Punkten großartig da. Sein Sturm brachte es auf 33 Tore. Allerdings gab es am Vorsonntag eine überraschende 0:3-Niederlage auf eigenem Platz gegen Schlutup. Das scheint jedoch nur ein einmaliger Ausrutscher gewesen zu sein. Gegen den VfL will der MTV wieder einen Sieg erringen, um seine Position weiter zu verbessern.

Die Oldesloer haben sich sehr sorgfältig auf das Spiel vorbereitet und wissen, daß sie vor keiner leichten Aufgabe stehen. Doch wollen sie diese Aufgabe lösen. Trainer Fritz Andree hat sich entschlossen, Gerd Heitmann mit in die Mannschaft zu nehmen, der zuletzt voll trainiert hat und wieder genug Kondition für 90 Minuten zu besitzen scheint.
ST

 

Sonntag, 12. Jan. 1969
Spielausfälle.

Trotz besten Vorsatzes der VfL-Fußballsparte fiel das Punktspiel VfL Oldesloe gegen MTV Heide im Travestadion aus. Auch alle anderen vier für den Sonntag angesetzten Landesliga-Spiele mußten der Platzverhältnisse wegen abgesagt werden.
ST

 

Samstag, 18. Jan. 1969
Gestern war der Platz noch vereist.

Erst morgen entscheidet sich, ob der VfL Oldesloe beim VfB Kiel spielen kann. Der VfL Oldesloe hofft, morgen endlich sein erstes Landesliga-Spiel in diesem Jahr austragen zu können, nachdem bereits zwei Begegnungen wegen der schlechten Platzverhältnisse ausgefallen sind. Die Oldesloer müssen den VfB Kiel aufsuchen, so steht es im Spielplan. Allerdings ergab eine telefonische Rückfrage gestern abend, daß der Kieler Platz noch vereist war. Es kommt nun auf die Temperaturen der nächsten 24 Stunden an, ob der Rasen vielleicht doch so weit abtaut und abtrocknet, daß gespielt werden kann.

Die Oldesloer haben wegen der Zwangspause ihr Trainingspensum verstärkt, um konditionell auf der Höhe zu bleiben, und sehen der schweren Aufgabe in Ruhe entgegen. Seinen Vorjahreserfolg (4:0) wird der VfL zwar kaum in dieser Höhe wiederholen können, aber mehr als das 0:0 vom Heimspiel möchte die Elf doch gern erreichen, um wieder an die Tabellenspitze vorzustoßen, an der zur Zeit Friedrichsort vor Segeberg steht. Trainer Fritz Andree will Hans Körner spielen lassen. Holger Dau soll mit in den Sturm, während Hans Siep diesmal für die Verbandsliga-Elf aufgestellt worden ist.
ST

 

Montag, 20. Jan. 1969
Winter stärker als der Fußball.

In der Landesliga Schleswig-Holstein gab es gestern nur ein Spiel. Dabei kam Flensburg 08 gegen die Amateure des Itzehoer SV zu einem 3:0-Sieg, wodurch sich die Mannschaft vom siebenten zum fünften Tabellenplatz vorschob. Die Spitzengruppe mit dem VfL Oldesloe auf dem dritten Platz blieb unverändert, da alle übrigen Spiele den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer fielen.
ST

 

Samstag, 25. Jan. 1969
Abstiegskandidaten sind gefährlich.

Nur nach der Papierform hat der VfL leichtes Spiel gegen die Holstein-Amateure. Morgen um 14.30 Uhr erwartet der VfL Oldesloe den Tabellenvorletzten Holstein Kiel Amateure und hofft sehr, daß nach drei Wochen wetterbedingter Zwangspause endlich wieder eine Begegnung stattfinden kann. Der VfL hat sich bemüht, das Stadion in bespielbaren Zustand zu versetzen und glaubt an die Durchführung des Punktekampfes.

Das letzte Punktspiel des VfL fand am 15. Dez. statt. Gegner war ebenfalls Holstein Kiel. Die Oldesloer kamen damals zu einem eindeutigen 5:0-Erfolg und möchten dieses Ergebnis natürlich gern wiederholen. Die Kieler wissen selbst, wie nahe sie dem Abstieg sind und werden kämpferisch alles aufbieten, um zumindest - wenn sie nicht ganz das Schlußlicht übernehmen wollen - zu einem Unentschieden zu gelangen.

Zwar tat sich der VfL gegen abstiegsgefährdete Mannschaften stets schwer, aber wenn er die Spielpause gut überstanden hat, sollte man an dem Sieg über die Gäste nicht zweifeln.
ST

 

Sonntag, 26. Jan. 1969 - 17. Punktspiel
VfL Oldesloe - Holstein Kiel Am. 5:0 (0:0)

Eine Stunde 0:0 - dann noch 5:0! VfL nahm Holstein-Amateure im Endspurt „auseinander“. Kieler harmlos. Nur zehn Minuten benötigte der VfL, um die Holstein-Amateure, die bis zur 60. Minute allerdings ausgezeichnet mithalten konnten, dann aber mit ihrer Kraft am Ende waren, 5:0 zu schlagen. Die Zuschauer sahen kein großes Spiel, aber nach der langen Zwangspause konnte man wohl auch nicht viel mehr erwarten. Zudem war der Platz noch recht tief und schwer zu bespielen.

 Durch den klaren Erfolg setzte sich der VfL wieder an die Spitze der Landesliga, und zwar vor Holstein Segeberg, allerdings nur aufgrund des besseren Torverhältnisses.

Die Kieler hielten sich in den ersten 45 Minuten auffallend zurück, ließen den VfL kommen, der jedoch in den Fehler verfiel, immer wieder in die Breite zu spielen. Erst nach dem Führungstor platzte beim VfL der Knoten, und die Kieler hatten in der letzten halben Stunde keine Chance mehr. Der Sieg des VfL hätte sogar noch höher ausfallen können.

Der VfL bot eine zufriedenstellende Leistung, ohne daß einzelne Spieler besonders herausragten. Vielleicht sieht man dabei jedoch von Biemann ab, der in der Abwehr hervorragend spielte und wohl der beste Abwehrspieler auf dem Felde war. Im Sturm gab es zunächst viel Schatten. Erst in der zweiten Halbzeit bewies der VfL, daß er auch Tore schießen kann. Sehr schnell und gefährlich dabei Sorgenfrei, der nur seinen Platz etwas mehr halten müßte. Heitmann hat sich nach seiner langen Pause erstaunlich schnell wieder in die Mannschaft gefunden. Das Debüt von Körner fiel recht ordentlich aus, ihm fehlte es in manchen Situationen lediglich noch an Erfahrung. Pech hatte er in der 47. Minute, als sich ihm etwa zwei Meter vor dem Tor eine Chance bot, aber er zielte über das Gehäuse.

Die Kieler konnten eine volle Stunde lang gleichwertig im Mittelfeld mithalten, ohne jedoch zu ganz klaren Torchancen zu kommen. Sie sind einfach zu harmlos im Sturm, um eine clevere Abwehr überwinden zu können! Die eigene Hintermannschaft sah zuerst sehr gut aus, Voss und Puchmeier sorgten für Ordnung in den eigenen Reihen, aber nach einer Stunde war die Kraft verbraucht, da mußten die jungen Spieler dem schweren Boden Tribut zollen und zusehen, wie die Oldesloer ihre Kraftreserven freimachten und dem Gegner klar überlegen waren. Die Unsicherheiten fingen dann auch bei Torhüter Ledwolk an, der viele Bälle nicht festhielt und auch an zwei Toren nicht ganz schuldlos war. Baran hatte seine Mühe mit dem flinken Sorgenfrei, und auch Voss konnte nicht immer rechtzeitig klären. Im Sturm nur sehr wenige Lichtblicke, zu umständlich wurde der Ball gespielt. Nur wenn Petke am Ball war, dann wurde es einige Male gefährlich, er ist sehr schwer vom Leder zu trennen, spielte aber zu eigensinnig.
SPM

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Rainer Biemann, Günter Stolp - Horst Liedtke, Karl-August Wilkens, Holger Dau - Peter Sorgenfrei, Gerd Heitmann, Walter Stursberg, Hans Körner, Hans-Jürgen Panier.

Holstein Kiel Am.: Ledwolk - Schermer, Baran - Puchmeier, Voss, Mohr - Petke, Schlünz, Drews, Biewald, Lindstroem.

Tore: 1:0 Heitmann (61.), 2:0 Sorgenfrei (68.), 3:0 Stursberg (71.), 4:0 Liedtke (84.), 5:0 Sorgenfrei (89.). - Schiedsrichter: Meumann (Lübeck). - Zuschauer: 600.

 

Samstag, 1. Feb. 1969
Schlutup ein unangenehmer Gegner.

VfL muß heute die Tabellenführung verteidigen. Wenn der VfL Oldesloe heute um 14.30 Uhr als frischgebackener Tabellenführer seine Position beim TSV Schlutup verteidigen muß, steht er damit vor einer schweren, aber nicht unlösbaren Aufgabe.

Die Lübecker sind in dieser Saison als recht unfaire Mannschaft verschrien worden, haben auch eine Reihe von Platzverweisen hinnehmen müssen und stehen auf dem drittletzten Platz. Im letzten Spiel gegen Brunsbüttelkoog boten sie keine schlechte Leistung, verloren nur unglücklich, übertrieben aber wiederum das Maß der Härte und handelten sich so gerade keine Sympathien beim Neuling in Brunsbüttelkoog ein.

In Oldesloe holte der TSV im Hinspiel mit mehrfachem Ersatz ein 1:1 heraus, das für die Oldesloer den Chancen nach sogar noch glücklich war. Spielerisch allerdings war der VfL überlegen, so daß man von einem gerechten Ergebnis sprechen konnte. In Schlutup hat der Gastgeber natürlich Vorteile. Auf eigenem Platz war der TSV stets ein unberechenbarer Gegner, aber die Oldesloer sollten sich auch von dem schlechten Ruf, der den TSV verfolgt, nicht anstecken lassen und versuchen, ihr Spiel zu machen.

Trainer Fritz Andree will die Mannschaft aller Voraussicht nach nicht ändern, sondern in der gleichen Besetzung spielen lassen wie beim 5:0 über die Holstein-Amateure. Als Auswechselspieler soll jedoch auf jeden Fall Siep ins Spiel kommen.
ST

 

Samstag, 1. Feb. 1969 - 18. Punktspiel
TSV Schlutup - VfL Oldesloe 0:0

0:0 - zehn Stürmer mit Ladehemmung. Spitzenreiter enttäuschte in Schlutup. Ein Spiel zweier starker Hintermannschaften! Das war das Fazit der 0:0-Begegnung zwischen dem TSV Schlutup und dem Meisterschaftsaspiranten VfL Oldesloe. Schlutups Trainer Heinz Metzelt faßte die 90 Minuten so zusammen: „Ein gerechtes Ergebnis, obwohl meine Mannschaft in der Schlußphase die größeren Spielanteile hatte.“ Auch der Oldesloer Trainer Fritz Andree war mit dem Ergebnis zufrieden. „Unser Nahziel war, einen Punkt zu sichern. Wir waren uns von vornherein darüber im klaren, daß es bei der stabilen Schlutuper Abwehr schwer werden dürfte. Trotzdem hätten wir es packen können, wenn die Flügelstürmer stärker ins Spiel gebracht worden wären.“ Er verhehlte aber auch nicht, daß er mit dem Ergebnis zufrieden, jedoch nicht mit dem Spiel seiner Mannschaft.

Wenn auch nicht außer acht gelasssen werden darf, daß der über weite Flächen sumpfige Boden hohe Forderungen an die Akteure stellte, war der Spielablauf im ganzen gesehen recht farblos. Vor allem von den Gästen war in spielerischer Hinsicht einiges mehr erwartet worden. Die Oldesloe (sie spielten 1-3-3-3) schienen vor allem darauf bedacht, ein Unentschieden zu schaffen. Das gelang. Den Beweis, zu den Spitzenmannschaften gezählt zu werden, blieben sie jedoch schuldig. Vor allem hat der Angriff enttäuscht. Wo war die Schußgefährlichkeit von Torjäger Stursberg? Wo blieben die rasanten Flankenläufe von Sorgenfrei und Panier? Nichts war zu sehen, was den VfL-Angriff hätte auszeichnen können. Wenn von „Senior“ Heitmann, er versuchte wenigstens noch, etwas Linie in die reichlich zerfahrenen Aktionen zu bringen, abgesehen wird, war der Sturm ein harmloses Lüftchen. Ganz anders die Abwehr. Sie wurde von dem als „letzten Mann“ spielenden Wilkens ausgezeichnet organisiert. Zu ihm bildeten Biemann, Stolp, der unverwüstliche Horst Liedtke und - der manchmal zu unsauber „einsteigende“ - Holger Dau eine ausgezeichnete Ergänzung. Torwart Girschkowski wurde nur einige wenige Male ernstlich geprüft, konnte (besonders bei den überwiegend hohen Bällen) nicht in Verlegenheit gebracht werden.

Auch der Schlutuper Sturm war eine einzige Enttäuschung. Was der inzwischen reichlich behäbig gewordene Steffen, der zu viel spielen wollende Jürgens (ein Unding bei diesem schweren Boden!), Schnoor, Feigl und überraschend auch H-J. Böttcher brachten, war einfach zu wenig. Auch das Austauschen von U. Böttcher für Feigl brachte keine Wende. So wurde zwangsläufig die Deckung zum Hauptleistungsträger. Lübke und Knorr hatten ihre Gegenspieler fest im Griff. Schwichtenberg und Winkel waren zu stark in Abwehraufgaben eingespannt, um ihren Stürmern die diesmal besonders notwendige Unterstützung geben zu können. Nach anfänglicher Unsicherheit wurde Gieseler (glänzend sein Freistoß in der 87. Minute, der nur um Millimeter über die Querlatte zischte) einmal mehr zum letzten Pfeiler in einem nur schwer zu überwindenden Abwehrbollwerk.

Wird das Fazit dieser enttäuschenden Auseinandersetzung gezogen, ist nicht zu übersehen, daß sich Oldesloe noch wesentlich steigern muß. Vor allem dann, wenn der Wunsch verwirklicht werden soll, die Regionalliga-Aufstiegsrunde zu erreichen! Aber auch der TSV Schlutup wird noch einiges zulegen müssen, um nicht am Ende doch noch Sorgen zu bekommen.
SPM

TSV Schlutup: Eggert - Lübke, Knorr - Schwichtenberg, Gieseler, Winkel - H.-J. Böttcher, Steffen, Jürgens, Feigl (63. U. Böttcher), Schnoor.

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Rainer Biemann, Günter Stolp - Horst Liedtke, Karl-August Wilkens, Holger Dau - Peter Sorgenfrei, Gerd Heitmann, Walter Stursberg, Hans Körner, Hans-Jürgen Panier.

Tore: Fehlanzeige. - Schiedsrichter: Lins (Elmschenhagen). - Zuschauer: 150.

 

Samstag, 8. Feb. 1968
Flensburg kommt mit starkem Sturm.

VfL will sich für die empfindlichste Niederklage seit Jahren rächen. Vor einem schweren Heimspiel steht morgen um 14.30 Uhr der VfL Oldesloe, wenn er mit Flensburg 08 die Mannschaft empfängt, die ihm mit 0:6 die seit Jahren empfindlichste Niederlage im Hinspiel beigebracht hat. Die Oldesloer wollen durch eine gute Leistung diese blamable Niederlage vergessen machen. Ob ihnen das aber gegen die starke Flensburger Mannschaft gelingen kann?

Der VfL ist zur Zeit noch Spitzenreiter der Landesliga. Er möchte diese Position auch noch nach dem Flensburger Spiel einnehmen. In erster Linie ist dazu aber eine bessere Leistung im Sturm notwendig, da die Flensburger Abwehr nur sehr schwer zu überwinden ist und nach dem VfL mit nur 23 Gegentoren die sicherste Abwehr hat. Der Sturm der Gäste ist dagegen recht agil, hier ist vor allem auf Bünner zu achten, der bereits zwölf Tore für seine Mannschaft schoß.

Trainer Fritz Andree hat trotz der schwachen Leistung von Schlutup seinen Sturm nicht umgebaut. Er hofft durch die erneute Aufstellung auf ein besseres Verständnis untereinander. Entscheidend dürfte dabei die Leistung von Stursberg sein. Läßt er sich so ausschalten wie in Schlutup, gibt es kaum eine Chance für den Oldesloer Sturm. Insgesamt spricht die Stärke beider Mannschaften für ein knappes Ergebnis, ein Unentschieden ist ebenfalls möglich.
ST

 

Sonntag, 9. Feb. 1969 - 19. Punktspiel
VfL Oldesloe - Flensburg 08 0:2 (0:2)

21:7 Ecken für Oldesloe - aber 2:0 für 08. Flensburger brachten dem VfL die erste Heimniederlage bei. Nicht unerwartet mußte der VfL Oldesloe seine erste Saison-Heimniederlage einstecken! Gegen eine Flensburger Mannschaft, die großartig eingestellt war und den 2:0-Sieg auch verdient hatte, wenngleich er glücklich ausgefallen ist. Die Oldesloer waren in der zweiten Halbzeit deutlich feldüberlegen, wußten aber die zahlreichen Torchancen nicht zu nutzen. Pech für die Oldesloer, daß ein regelgerechtes Tor von Heitmann wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannt wurde und der Schiedsrichter ein deutlich sichtbares Handspiel in der 77. Minute im Strafraum der Gäste nicht ahndete.

Auf dem sehr glatten Schneebboden fanden sich die Flensburger wesentlich besser zurecht, obwohl die Oldesloer in der ersten Viertelstunde einige große Chancen hatten. Wer weiß, wie die Partie verlaufen wääre, wenn die Stürmer des VfL nicht zu Beginn des Spiels gleich so unentschlossen gewesen wären! Dann unterliefen dem VfL zwei klare Abwehrfehler und die clevere Mannschaft der Gäste führte mit 2:0. Die Partie war damit gelaufen.

Der VfL hat sich redlich bemüht, seinen Gegner streckenweise eingeschnürt. Entweder aber scheiterten die Stürmer an ihren eigenen Unfähigkeiten oder an dem großartigen Torhüter Lück, der seiner Mannschaft diese beiden wichtigen Auswärtspunkte rettete. Großartig, wie er in der 54. Minute den nahezu unhaltbaren Schuß von Heitmann abwehrte.

Die Oldesloer Abwehr machte die spielentscheidenden Fehler, besonders Horst Liedtke und Dau mit einer schwachen Partie. Und damit war die Unterstützung für den Sturm ausgefallen. Recht sicher wirkte Girschkowski, villeicht hätte er beim zweiten Tor die Flanke von Lembrecht abfangen können. Die besten Leistungen sah man von Biemann und Wilkens, die ihre Gegenspieler recht gut beherrschten. Der Sturm dagegen war eine einzige Enttäuschung. Hier waren mit Stursberg und Sorgenfrei zwei Ausfälle zu verzeichnen, denen aber auch nichts gelingen wollte. Und gerade diesen beiden Spielern boten sich die besten Einschußmöglichkeiten, die sie alle kläglich vergaben. Einzige Lichtblicke in dieser Fünferreihe waren Heitmann und Körner.

Ganz anders dagegen die Gäste aus Flensburg, die hervorragend eingestellt waren und den Sieg verdient haben. Was nützt den Oldesloern die Überlegenheit und ein Eckenverhältnis von 21:7, wenn die Flensburger aus wenigen Chancen Tore zu machen verstanden? Ganz ausgezeichnet Torhüter Lück und vor ihm die gesamte Abwehr. Zwar passierten auch hier Fehler, aber bei dem glatten Boden ließ es sich kaum vermeiden. Sehr gut gefallen konnten die beiden Mittelfeldspieler Tams und Cornehlsen, die den Sturm immer wieder ankurbelten. Im Angriff in der ersten Halbzeit ein glänzender Lembrecht, auch Bünner hatte gute Momente, konnte sich sonst aber nicht durchsetzen. In der zweiten Hälfte waren die Stürmer meist in der eigenen Abwehr zu finden, um gegen die drückend überlegenen Oldesloer die wichtige Führung zu verteidigen. Diese Flensburger Mannschaft hat durchaus noch eine Chance, auf einen der ersten beiden Plätze zu kommen!
SPM

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Rainer Biemann, Günter Stolp - Horst Liedtke, Karl-August Wilkens, Holger Dau - Peter Sorgenfrei, Gerd Heitmann, Walter Stursberg, Hans Körner, Hans-Jürgen Panier.

Flensburg 08: Lück - Dolle, Blanke - Koch, Matzen, Cornehlsen - Lembrecht, Tams, Bünner, Petersen, Hopp (75. Schulze).

Tore: 0:1 Petersen (22.), 0:2 Bünner (31.). - Schiedsrichter: Kiewald (Audorf). - Zuschauer: 600.

 

Samstag, 15. Feb. 1969
Abwehr - Schleswigs schwacher Punkt.

Darin liegt die einzige Chance für den VfL. Sturm muß besser harmonieren! Nach seiner ersten Heimniederlage gegen Flensburg 08 muß der VfL Oldesloe nun zum äußerst schweren Auswärtsspiel nach Schleswig, wo er bisher noch keinen doppelten Punktgewinn erzielen konnte. Zwar sind die Schleswiger in diesem Jahr nicht so stark wie sonst, aber sie verfügen doch über einen recht gefährlichen Sturm.

Er brachte es immerhin schon auf 44 Treffer. Damit weist Schleswig nach Rendsburg die meisten Tore in der Landesliga auf. Den größten Anteil daran haben die beiden Stürmer Metauge (12) und Broer (9) - auf diese Spieler wird die Abwehr des VfL ein besonderes Augenmerk richten müssen.

Auf eigenem Platz ist Schleswig noch immer für jede Mannschaft ein sehr schwerer Gegner. Auswärts hat es seine Schwächen, das zeigte auch die 3:5-Niederlage im Hinspiel gegen den VfL. Überhaupt ist die Abwehr das Sorgenkind, denn Torhüter Cassel mußte bereits 33 Treffer zulassen, der VfL nur 23 (zehn davon in zwei Spielen!). Hier sollte also die Chance für die Oldesloer liegen, vorausgesetzt, daß der Sturm diesmal besser harmoniert und nicht wieder eine Riesenzahl von Chancen kläglich vergibt.

In der Oldesloer Mannschaft stehen doch nun wirklich erfahrene Spieler, die die nötige Nervenstärke aufbringen sollten, frei vor dem Tor überlegt einzulenken und nicht überhastet und nervös zu vergeben. Auf jeden Fall wird dies für den VfL ein Schlüsselspiel sein, denn bei einer weiteren Niederlage rutscht er weit von der Tabellenspitze weg. Ein schweres Auswärtsspiel folgt dann schon am nächsten Sonntag in Segeberg.

Trainer Fritz Andree weiß, wo die Schwächen seiner Elf liegen, und hat daraus auch Konsequenzen gezogen. Leider war eine Aufstellung noch nicht zu erfahren, da sich die Verantwortlichen des VfL zur Zeit in Urlaub befinden. Es ist jedoch zu erwarten, daß der jeden Sonntag in der Verbandsliga gute Spiele zeigende Hans-Jürgen Bröcker endlich seine Chance bekommt, die er auch gewiß zu nutzen verstehen wird. Der Abwehrblock steht im großen und ganzen, hier werden keine Veränderungen erwartet. Alles in allem rechnet man aber mit einem Sieg der Schleswiger, es sei denn, der VfL knüpft im Sturmspiel wieder an seine gute Zeit an.
ST

 

Montag, 17. Feb. 1969
Da mußte auch der Fußball kapitulieren.

Gewaltige Schneemassen und ständiges Schneetreiben zwangen „König Fußball“ am Sonntag zur beinahe vollständigen Kapitulation. Urplötzlich brach der Winter noch einmal mit seiner ganzen Macht über den Norden herein, machte Straßen und sogar Schienenwege unpassierbar und legte damit auch den gesamten Fußballbetrieb lahm. Die große Frage heißt jetzt: Wie wird es am nächsten Wochenenede sein? Mit weiteren Spielausfällen muß - leider! - gerechnet werden! SPM

 

Samstag, 22. Feb. 1969
Holstein Segeberg gegen VfL fällt aus.

Ausfallen muß morgen das Landesliga-Punktspiel zwischen den Fußballmannschaften von Holstein Segeberg und dem VfL Oldesloe. Die Absage erfolgte wegen des unter einer dicken Schneedecke liegenden und deswegen nicht bespielbaren Platzes. ST

 

Montag, 24. Feb. 1969
Es wird spannend!

In der Landesliga wird es noch hochinteressant. So spannend verlief eine Meisterschaftssaison eigentlich noch nie! Man höre und staune: nach 22 Spieltagen können sich noch immer acht Mannschaften Meisterschaftshoffnungen machen! Die ersten zwei Klubs qualifizieren sich für die Regionalliga-Aufstiegsrunde, der Tabellendritte nimmt an der deutschen Amateurmeisterschaft teil.

Doch wer wird sich dafür qualifizieren können? Nach Verlustpunkten sieht die Spitze im übrigen so aus: Eichholzer SV (mit den Spielen arg in den Rückstand geraten) mit 13 vor VfL Oldesloe mit 15, Friedrichsort und Holstein Segeberg mit je 16, VfB Kiel 17, Flensburg 08, Rendsburger TSV und Büdelsdorfer TSV mit je 18 Verlustpunkten. Wer wagt es, unter diesen Umständen heute schon eine Voraussage zu treffen?
SPM

 

Samstag, 1. März 1969
VfL will den Anschluß nicht verlieren.

Büdelsdorf im Stadion. Abwehr wahrscheinlich schwacher Punkt des Gastes. Morgen um 15 Uhr trifft der VfL Oldesloe auf den Tabellenvierten Büdelsdorfer TSV. Er steht damit wieder vor einer schweren Aufgabe, die er aber meistern muß, wenn er nicht den Anschluß zur Spitzengruppe verlieren will.

Die Oldesloer sind gegenüber den beiden Spitzenmannschaften Friedrichsort und Flensburg mit drei Spielen im Rückstand, die aller Voraussicht nach in der Woche nachgeholt werden müssen. Der VfL geht also schweren Zeiten entgegen, er hofft aber, daß er morgen seinem treuen Anhang nach der letzten Heimniederlage gegen Flensburg endlich wieder ein gutes Spiel zeigen und auch beide Punkte in Oldesloe behalten kann.

Die Büdelsdorfer gehören zu den Überraschungsmannschaften. Zur Halbzeit waren sie punktgleich mit dem VfL, der nur durch das bessere Torverhältnis Herbstmeister wurde. Sie kamen zu überzeugenden Siegen gegen den VfL Oldesloe und Rendsburg und ließen sie durch spielerisch gute Leistungen aufhorchen. Zwar gewannen sie am letzten Sonntag das Spitzenspiel auf eigenem Platz (vor über 3000 Zuschauern!) erneut gegen Rendsburg (Anm.: 1:0), konnten dabei aber nicht recht überzeugen. Trotzdem wird der VfL mit einem spielerisch starken BTSV zu rechnen haben, der lediglich kleine Schwächen in der Abwehr zu haben scheint.

Trainer Fritz Andree hat Uwe Goronzi für den Sturm nominiert, er wird also nach seiner Rückkehr aus Bergedorf erstmals für die Landesliga spielen. Man darf gespannt sein, ob von diesem erfahrenen Spieler neue Impulse für das zuletzt schwache Sturmspiel des VfL kommen. Gelingt ihm sein Einstand auf Anhieb, dann sollte der Sturm auch wieder zu Torerfolgen kommen.
ST

 

Sonntag, 2. März 1969 - 20. Punktspiel
VfL Oldesloe - Büdelsdorfer TSV 3:0 (2:0)

3:0 - das Oldesloer Spiel lief glänzend. Ziemke war bester Büdelsdorfer. Man hatte es in Bad Oldesloe kaum für möglich gehalten, daß der VfL im Spitzenspiel einen so eindeutigen Sieg erringen würde. Aber die Oldesloer waren ihrem Gast auf dem glatten Schneeboden so klar überlegen, daß der Erfolg leicht hätte höher ausfallen können. Stursberg und Sorgenfrei trafen jeweils nur den Pfosten, und in der 77. Minute rettete Müller auf der Linie. Außerdem hatte Ziemke einen großen Tag. Er bewahrte seine Mannschaft vor einer noch höheren Niederlage. Entscheidend für den Sieg des VfL war, daß er die bessere Einstellung mit aufs Feld brachte und sich auf dem Boden auch besser halten konnte. Der VfL hat damit für die kommenden schweren Spiele eine sehr gute Ausgangsposition geschaffen.

Etwas überraschend kommt dieser klare Oldesloer Sieg, aber er ist vollauf verdient und wurde echt herausgespielt. Zwar enttäuschte die Büdelsdorfer Mannschaft, aber in den zweiten 45 Minuten deutete sie an, daß sie zu Recht zu den Spitzenmannschaften gezählt werden muß, es fehlte aber im Sturm an Entschlossenheit, die herausgespielten Chancen zu nutzen. So hatte Girschkowski nur einige schwere Bälle zu halten, sein Gegenüber bekam jedoch mehr die Gelegenheit, sich auszuzeichnen.

Beim VfL gab es nur wenig Anlaß zu negativer Kritik. Eines aber läßt sich erneut nicht verheimlichen, der Sturm braucht einfach zu viele Chancen, um zu einem Tor zu kommen. Wenn die Fünferreihe etwas besser geschossen hätte und auch noch öfter, die Torausbeute wäre wesentlich höher ausgefallen. Spielerisch bot der VfL dagegen eine sehr gute Leistung auf dem schwer bespielbaren Platz. Man versuchte immer wieder, mehr den Ball und den Gegner laufen zu lassen, spielte das Leder direkt und hatte auch Erfolg damit. Die Hintermannschaft wurde erst in der zweiten Halbzeit ernsthaft auf die Probe gestellt. Girschkowski hatte wenig Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Er wirkte aber sehr sicher. Hervorragend die Spielleistung von Stolp, der einige Male zwar riskant spielte, dabei aber das Glück des Tüchtigen hatte. In der Läuferreihe ein Dau, der im Sturmspiel seine besten Szenen hatte und mit einem frühen Tor seiner Mannschaft den notwendigen Rückhalt gab. Einen schwachen Punkt gab es in der Abwehr nicht. Das Sturmspiel bekam durch Goronzi neue Impulse. Aufgrund seiner uneigennützigen Spielweise wurde er ein wertvoller Spieler und Ballschlepper. Fast wäre ihm auch ein Tor gelungen, aber seinen gefährlichen Kopfball hielt Ziemke in der 58. Minute ganz großartig. Stark verbessert zeigte sich Stursberg, der sich auch gut mit Goronzi verstand. Nicht nur sein Treffer zum 2:0 war großartig herausgespielt, er setzte sich wiederholt sehr gut in Szene.

Der Büdelsdorfer TSV hat an diesem Tage enttäuscht. Von der zuletzt gelobten Mannschaft hatte man mehr erwartet. Sie kam auf dem glatten Boden erst in der zweiten Halbzeit zurecht. Hervorragend die Leistung von Ziemke, der eine höhere Niederlage verhinderte. Ansonsten war die Abwehr nicht frei von Schwächen. Jöhnk und Neumann hatten des öfteren gegen die Oldesloer Stürmer das Nachsehen. Lediglich Hennings und auch Müller boten eine zufriedenstellende Leistung. Gegen das direkte Spiel der Oldesloer wußten aber auch sie selten das richtige Mittel. Im Sturmspiel gab es in der ersten halben Stunde nichts zu sehen. Erst als Jastremski ins Spiel kam, wurde die Oldesloer Abwehr etwas mehr unter Druck gesetzt, aber es fehlte ein Spieler, der Mut zum beherzten Schuß hatte. Hansen bemühte sich zwar immer wieder, an Wilkens konnte er aber nicht vorbeikommen, ebensowenig wie Hinrichsen an Biemann oder Maske an Stolp. Mit dieser Niederlage verlor der BTSV zunächst den Anschluß zur absoluten Spitzengruppe.
SPM

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Rainer Biemann, Günter Stolp - Horst Liedtke, Karl-August Wilkens, Holger Dau - Peter Sorgenfrei, Uwe Goronzi, Walter Stursberg, Hans Körner, Wolfgang Fleischhammel (72. Hans-Jürgen Panier).

Büdelsdorfer TSV: Ziemke - Müller, Kuhr - Hennings, Neumann, Jöhnk - Maske, Bergner, Hansen, Mordhorst (37. Jastremski), Hinrichsen.

Tore: 1:0 Dau (6.), 2:0 Stursberg (34.), 3:0 Dau (47.). - Schiedsrichter: Berner (Lübeck). - Zuschauer: 700.

 

Samstag, 8. März 1969
Ein Punkt würde dem VfL genügen.

Oldesloer in bewährter Aufstellung zum Schlagerspiel nach Friedrichsort. Die herausragende Begegnung der Landesliga beginnt morgen um 15 Uhr in Kiel, wenn Titelverteidiger und Spitzenreiter SV Friedrichsort den derzeitigen Tabellendritten VfL Oldesloe erwartet. Vor allem nach der guten Leistung, die der VfL gegen den Büdelsdorfer TSV gezeigt hat, dürfte einiges drin sein. Zwar kann sich der VfL auch heute gegen die sehr starken Kieler kaum eine Siegeschance ausrechnen; aber einen Punkt möchten die Oldesloer doch entführen. Damit hätten sie dann einen weiteren großen Schritt zur Teilnahme an die Regionalliga-Aufstiegsrunde getan.

Wenn auch der Oldesloer 3:0-Erfolg Schlagzeilen gemacht hat, so ist der Heimerfolg des SV Friedrichsort mit 4:0 über Holstein Segeberg ebenso nicht zu vergessen; am Sonntag davor brachten die Segeberger sogar das Kunststück fertig, in Flensburg mit 4:2 die Oberhand zu behalten. Entscheidend für die Erfolge der Kieler scheint deren starker Sturm zu sein. Die Ausgeglichenheit ihrer Fünferreihe spiegelt sich in der Torschützenliste wider.

Will der VfL einen Teilerfolg erringen, so muß er aus der verstärkten Abwehr heraus spielen, um möglichst einen frühen Treffer zu vermeiden. Trainer Fritz Andree hat für diese Begegnung die gleiche Mannschaft benannt, die gegen Büdelsdorf erfolgreich war. Die Oldesloer Mannschaft hofft auf eine starke Kolonne von Schlachtenbummlern, die der VfL in Kiel bei seiner wohl schwersten Auswärtsaufgabe unterstützen.
ST

 

Montag, 10. März 1969
In der Landesliga wurden von den acht für Samstag und Sonntag angesetzten Punktspielen nur zwei ausgetragen. Alle übrigen, darunter auch der Schlager SV Friedrichsort gegen VfL Oldesloe, fielen wegen der schlechten Platzverhältnisse aus.
ST

 

Samstag, 15. März 1969
Wird der VfL spielen können?

Die große Frage in Bad Oldesloe lautet, kann das Schlagerspiel morgen um 15 Uhr gegen den Eichholzer SV stattfinden? der VfL wird sich bemühen, das Travestadion bespielbar zu machen. Eine Entscheidung über die Austragung kann aber erst heute nachmittag gefällt werden. Sollte die Partie stattfinden, dann steht der VfL Oldesloe vor einer schweren Begegnung, denn er trifft auf einen Gegner, der auswärts als die stärkste Mannschaft gilt und hier seine größten Erfolge feiern konnte.
ST

 

Montag, 17. März 1969
In der Landesliga fielen wegen der schlechten Platzverhältnisse und wegen des Schneesturms und der damit verbundenen schlechten Straßenverhältnisse alle für Samstag und Sonntag angesetzten Spiele aus. In Flensburg (gegen Holstein Segeberg) und Rendsburg (gegen TSV Lägerdorf) hätte man zwar spielen können, aber die anreisenden Mannschaften erreichten ihr Ziel nicht, so daß auch diese Begegnungen nicht angepfiffen werden konnten.
ST

 

Samstag, 22. März 1969
Brunsbüttelkoog nicht unterschätzen!

Endlich wieder ein Punktspiel für den VfL Oldesloe? Endlich wieder ein Fußballspiel! Nach den letzten Meldungen aus Brunsbüttelkoog ist dort der Platz in guter Verfassung, so daß morgen um 15 Uhr voraussichtlich gespielt werden kann.

Es wird auch höchste zeit; denn der VfL weiß schon kaum noch, wie er die ausgefallenen Spiele nachholen soll. Am 11. Mai beginnt nämlich bereits die Aufstiegsrunde zur Regionalliga. Zur Zeit können sich die Oldesloer berechtigte Hoffnungen machen, daß sie daran teilnehmen werden. Voraussetzung wäre allerdings ein Erfolg in Brunsbüttelkoog gegen den auf keinen Fall zu unterschätzenden Aufsteiger; mit 23:21 Punkten nimmt die Mannschaft einen Platz im Mittelfeld ein.

Die schwache Stelle der Gastgeber des VfL scheint auf den ersten Blick die Abwehr zu sein, denn in 22 Spielen mußten schon 42 Tore hingenommen werden. Der Brunsbüttelkooger Sturm schoß dagegen nur 36 Tore. dennoch strauchelte beim BSC Brunsbüttelkoog schon mancher Gegner. Auch die Oldesloer bekamen dies bereits zu spüren, als sie in einem Freundschaftsspiel über ein 0:0 nicht hinauskamen. Im ersten Punktspiel besiegte der VfL seinen Gegner mit 2:0, aber keineswegs ohne Mühe.
ST

 

Sonntag, 23. März 1969 - 21. Punktspiel
BSC Brunsbüttelkoog - VfL Oldesloe 2:1 (1:0)

Brunsbüttelkoogs größerer Einsatz entschied zum 2:1. Die Oldesloer wollten spielen, aber nicht kämpfen. In einem jederzeit spannungsgeladenen und packenden Spiel gewann mit dem BSC die bessere Mannschaft 2:1. Die Platzherren stürmten druckvoller und waren einsatzfreudiger. Die BSCer waren bissiger und zum Kämpfen bis zum Umfallen bereit. Die Gäste dagegen nicht. Dreimal verhinderten Pfosten und Latte Torerfolge für den BSC. Das spielerische Moment kam in diesem temporeichen und von ständigem Wechselgeschehen bestimmten Treffen etwas zu kurz.

Der VfL bot als Titelanwärter eine enttäuschende Leistung. Die spielerischen Mittel reichten nicht aus, um eine so einsatzfreudige Elf wie die des BSC zu schlagen. Es fehlten der Mannschaft das nötige Feuer und die letzte Einsatzbereitschaft. Von dem Sturm mit seinen Auswahlspielern Stursberg und Sorgenfrei war nicht viel zu sehen, und es spricht für sich, daß Mittelfeldmotor Liedtke auch noch der gefährlichste Stürmer war. Sehr gute Leistungen zeigten Girschkowski und Wilkens und der hervorragende Liedtke. Eine gute Verteidigerpartie bot auch noch Stolp. Im Sturm gefiel der junge Körner durch seinen Fleiß und das Aufbauspiel. Zu gefallen wußte auch der energische Goronzi.

Beim BSC setzten sich alle Spieler vorbildlich ein. Die Mannschaft kämpfte verbissen um die Punkte und war in ihrer ganzen Spielanlage nur auf den Erfolg ausgerichtet. Die Bälle wurden schnell und direkt gespielt, zwar mißlang manches Zuspiel, aber die BSCer waren dadurch durschschlagskräftiger. Herausragende Spieler beim BSC waren Dalinger, der unermüdlich arbeitende Schmischke, Bleck und Günter Witt sowie Rutzen im Tor, der seine Abschläge aber verbessern muß.

Damit bleibt der VfL in der Rückrunde auswärts ohne Sieg. Er brachte es nur auf 5:7 Punkte. Keine stolze Bilanz für eine Mannschaft, die gern noch die Meisterschaft oder wenigstens den zweiten Platz erreichen möchte! Außerdem muß die Elf die Vereine, die noch Aussicht auf die Meisterschaft haben, alle auswärts aufsuchen. Das verringert die Chancen der Oldesloer ganz erheblich.
SPM/ST

BSC Brunsbüttelkoog: Rutzen - Bleck, Günter Witt - Dalinger, Schmischke, Böttger - Hehl, Horst Witt, Neukirch, Voß, Rau.

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Rainer Biemann, Günter Stolp - Horst Liedtke, Karl-August Wilkens, Holger Dau - Peter Sorgenfrei, Uwe Goronzi, Walter Stursberg, Hans Körner, Wolfgang Fleischhammel (65. Hans Siep).

Tore: 1:0 Dalinger (21.), 2:0 Hehl (75.), 2:1 Goronzi (77.). - Schiedsrichter: Lins (Elmschenhagen). - Zuschauer: 400.

 

Samstag, 29. März 1969
Stolp soll Oldesloer Sturm verstärken.

VfR Neumünster morgen zu Gast beim VfL. Gastgeber mit neuem Rezept. Nach einer durchaus vermeidbaren 1:2-Niederlage in Brunsbüttelkoog braucht der VfL Oldesloe nun morgen auf eigenem Platz gegen den VfR Neumünster unbedingt einen Sieg, um den Anschluß an Tabellenführer Friedrichsort nicht zu verlieren. Dadurch bekommt diese Begegnung eine große Bedeutung für die Oldesloer.

Auch für den VfR Neumünster, der noch gegen den Abstieg zu kämpfen hat und bei 18:28 Punkten keinesfalls aus dem Schneider ist, steht viel auf dem Spiel. Wie sich die Mannschaft steigern kann, bewies sie letzten Sonntag beim unerwarteten 2:1-Erfolg über den Rendsburger TSV. Sollte diese Form auch Sonntag vorhanden sein, dann sind die Neumünsteraner für den VfL ein schwerer Gegner.

Aber die Oldesloer wollen es jetzt wissen. Sie besitzen die Chance, am Ende ganz vorn zu sein, haben aber auch eine große Konkurrenz vor allem im SV Friedrichsort, Flensburg 08, VfB Kiel und Holstein Segeberg. Auch Aufsteiger Eichholz könnte durchaus noch mitmischen, scheint zur Zeit jedoch etwas außer Form zu sein.

Spielerisch waren die Oldesloer trotz der Niederlage nicht schlecht, aber sie brachten nicht genügend Einsatz mit. Hierin wurden sie von Brunsbüttel klar übertroffen. Auch der VfR Neumünster ist bekannt als kämpferisch starke Mannschaft.

Uwe Goronzi steht dem VfL am Sonntag nicht zur Verfügung. Er heiratet am Freitag in Braunschweig. Für ihn wird Hans Siep in die Mannschaft genommen. Da der VfL zudem mit vier Spitzen im Sturm operieren will, pausiert Hans Körner, Günter Stolp rückt in den Sturm auf und seinen Platz als Verteidiger nimmt Thomas Mandelkau ein.
ST

 

Sonntag, 30. März 1969 - 22. Punktspiel
VfL Oldesloe - VfR Neumünster 2:1 (0:0)

Oldesloer 2:1 in der 90. Minute. Durch Stolp. Starker VfR hatte kein Glück. Da ist der VfL Oldesloe gerade noch einmal davongekommen! Mit dem Schlußpfiff erzielte er das so überaus wichtige Siegtor und konnte damit den Anschluß zur Spitze halten. Verdient ist dieser Sieg keineswegs, denn die Gäste waren nicht nur gleichwertig, sie spielten kämpferisch stärker als der VfL und sahen in keiner Phase wie ein kommender Absteiger aus. Die Oldesloer dagegen boten eine enttäuschende Leistung auf dem schweren Boden und werden in dieser Verfassung ihre Position nicht halten können.

Den stärksten Eindruck beim VfL hinterließ einmal mehr die Abwehr, wenn auch bei Girschkowski leichte Unsicherheiten festzustellen waren. Schwer hatte es der Sturm der Gäste, aber immer wieder war, vor allem an Wilkens, kaum ein Vorbeikommen. Auch der erstmals wieder eingesetzte Mandelkau hinterließ einen starken Eindruck, er leistete zudem für das entscheidende Tor die wichtige Vorarbeit. Im Sturm des VfL gab es dagegen nur sehr wenige Lichtblicke. Hier gefielen lediglich der kämpferisch sehr starke Stolp und Siep als Verbinder im Mittelfeld. Was dagegen Sorgenfrei auf dem rechten Flügel zeigte, war einfach nicht ausreichend für die Landesliga. Die Angriffsreihe harmonierte selten und ließ in den entscheidenden Momenten auch kämpferischen Einsatz vermissen.

Die Gäste aus Neumünster ließen verständlicherweise die Köpfe hängen. Das Unentschieden war so greifbar nahe, sie hatten es außerdem hoch verdient, spielten aber ohne Glück! Die Abwehr machte die entscheidenden Fehler. Wäre der Sturm des VfL cleverer gewesen, weitere Schwächen hätten ausgenutzt werden können. Die größten Unsicherheiten stellte man bei Luth fest, der das zweite Tor unbedingt verhindern mußte. Ausgezeichnet verstand sich dagegen die Mittelfeldachse mit dem Sturm. Oft nur mit drei Stürmern im Angriff, hatten die Gäste ihre Chancen, schossen jedoch zu schlecht, um Girschkowski ernsthaft in Verlegenheit bringen zu können. Wirkungsvollste Spieler der Gäste waren  Schmidt und Stegelmann im Angriff und im Abwehrblock Kollwitz, trotz seiner Fehlers beim 0:1, und  Schmidt. Auf jeden Fall wird der VfR in dieser Form nicht absteigen, dafür spielte die Mannschaft zu stark.
SPM

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Rainer Biemann, Thomas Mandelkau - Horst Liedtke, Karl-August Wilkens, Holger Dau - Peter Sorgenfrei, Hans Siep, Walter Stursberg, Günter Stolp, Wolfgang Fleischhammel.

VfR Neumünster: Luth - Kollwitz, Rodewald - Schaaf, W. Schmidt, Geisbauer - Klein, Stegelmann, Meyer, R. Schmidt, Schlotfeldt.

Tore: 1:0 Sorgenfrei (52.), 1:1 R. Schmidt (70.), 2:1 Stolp (90.). - Schiedsrichter: Besel (Lübeck). - Zuschauer: 200.

 

Montag, 31. März 1969
VfL am Rothenbaum:

Gert gegen Fred. Die Landesliga des VfL Oldesloe trifft morgen um 19 Uhr in einem Privatspiel am Rothenbaum auf die Fohlenelf des Hamburger SV. Im Blickpunkt des Spielgeschehens dürfte vor allem das „Duell“ der Torhüterbrüder Gert und Fred Girschkowski stehen. Anschließend sind beide Vereine von einer Brauerei zu einem Essen eingeladen worden. ST

 

 

Bis zum Jahr 1970