VfL Oldesloe
Die Spielzeit 1968/69 - Liga 4/4

 

Donnerstag, 3. April 1969
Schon am Samstag gegen Eichholz.

VfL erwartet einen schweren Gegner. Am Oster Samstag um 16 Uhr trifft der VfL Oldesloe im Travestadion auf den Eichholzer SV, der als auswärtsstärkste Mannschaft bekannt ist und den Oldesloern gewiß einiges Kopfzerbrechen bereiten wird. Es hat zwar den Anschein, daß die Eichholzer derzeit nicht in bester Verfassung sind, das beweist das 1:1 auf eigenem Platz gegen TSV Lägerdorf, aber auch der VfL ist weit von seiner besten Form entfernt.

In ihren letzten Spielen konnten die beiden Mannschaften überhaupt nicht überzeugen. Der Eichholzer SV besitzt mit 18 Verlustpunkten noch eine gute Ausgangsposition für die Meisterschaft, doch die Begegnung mit dem VfL muß zumindest einen Punkt bringen. Aber auch die Oldesloer wissen, um welchen Einsatz es geht. Sie müssen auf eigenem Platz gewinnen und sich gegenüber dem letzten Spiel erheblich steigern, denn in der Verfassung vom vergangenen Sonntag werden sie gegen Eichholz kaum bestehen können.

Trainer Fritz Andree kann Uwe Goronzi wieder einsetzen. Es wäre empfehlenswert, dafür Sorgenfrei einmal pausieren zu lassen, der völlig außer Form ist und in den letzten Spielen kaum etwas gezeigt hat. Die genaue Aufstellung war noch nicht zu erfahren, da sie erst heute nach dem Training erfolgt. Es ist aber damit zu rechnen, daß sich die Elf kaum von der der letzten Begegnung unterscheiden wird.
ST

 

Samstag, 5. April 1969
VfL braucht guten Sturm für Schleswig.

Nur einen Tag Pause nach dem heutigen schweren Spiel gegen Eichholz. Nach dem schweren Heimspiel am heutigen Samstag um 16 Uhr gegen den Eichholzer SV muß der VfL Oldesloe bereits am Ostermontag wieder spielen, und zwar trifft er in Schleswig auf die in dieser Saison enttäuschende Elf von 06.

Die Schleswiger hatten sich zu Beginn dieser Serie ebenfalls eine gute Meisterschaftschance ausgerechnet, hatten dann aber nicht die gewünschten erfolge und stehen jetzt mit 22:24 Punkten nur auf dem elften Platz. Sie könnten sich aber durch erfolge wieder ins Gespräch bringen. Man darf gespannt sein, wie die Oldesloer die Forderungen konditionell überstehen, bisher fielen sie allerdings stets durch eine gute Kondition auf, und das könnte in Schleswig, wo der VfL noch nie gewinnen konnte, ausschlaggebend sein.

Trainer Fritz Andree konnte noch keine Mannschaftsaufstellung benennen. Am heutigen Samstag wird der gleiche Stamm zu Verfügung stehen., der gegen Neumünster zu einem 2:1 kam. Hinzu kommen noch Uwe Goronzi und Peter Spieler. Bis auf Karl-August Wilkens, der am Montag aus familiären Gründen nicht spielen kann, soll aller Voraussicht nach auch die gleiche Besetzung in Schleswig antreten.

Wenn der Sturm endlich einmal wieder zu seiner eigentlichen Leistungsstärke zurückfindet und vor allem Sorgenfrei wieder in Normalform spielt, dann müßte der Oldesloer Plan, zumindest einen Punkt aus Schleswig zu entführen, gelingen. Unschätzbar aber wäre der Wert eines ersten Auswärtserfolges in der Rückserie, gäbe er doch der Mannschaft für die kommenden schweren Spiel den nötigen Rückhalt.
ST

 

Samstag, 5. April 1969 - 23. Punktspiel
VfL Oldesloe - Eichholzer SV 1:2 (1:1)

Eichholzer Siegtor in der 88. Minute. Wilkens Führungstor reichte nicht. In einem schwachen Spiel ohne Höhepunkte mußte der VfL Oldesloe eine unverdiente Niederlage einstecken und ist damit vorerst aus dem Kreis der Titelanwärter ausgeschieden. Den Gästen aus Eichholz muß eine taktisch kluge Leistung bescheinigt werden, zudem war die Mannschaft kämpferisch stärker als der VfL und glich dadurch die Vorteile der Platzherren, die es auf 14:4 Ecken brachten, wieder aus. Pech für die Oldesloer war, daß das Ausgleichstor von Sieverts aus abseitsverdächtiger Position erzielt wurde. Das Eichholzer Siegtor fiel außerdem erst in der 88. Minute durch Knakowski. Das hinderte die Lübecker aber nicht, nach dem Schlußpfiff jubelnd die Arme hochzureißen.

Beim VfL Oldesloe enttäuschte einmal mehr der Sturm, der trotz optischer Überlegenheit nichts zustande brachte, weil in ihm mit Stursberg ein Spieler falsch eingesetzt wurde, der in die Mitte gehört, weil zudem Sorgenfrei wieder eine schwache Partie bot und auch Goronzi überhaupt nicht zurechtkam. Die Hauptarbeit lastete somit auf Siep und Stolp, die beide wenigstens noch kämpferisch stark waren. Trainer Andree sollte seinen Sturm völlig neu formieren, so wird der VfL jedenfalls nur noch unangenehme Überraschungen erleben. In der Abwehr war auch nicht alles gewohnt sicher, viele Fehlpässe waren festzustellen, zudem fielen beide Tore nach klaren Abwehrfehlern und waren vermeidbar. Mandelkau hat sich trotz seines entscheidenden Fehlers beim 1:2 einen Stammplatz erspielt. Dau rackerte sich zwar erneut enorm ab, aber auch bei ihm fehlte der Biß, außerdem spielte er auch glücklos.

Auch beim Eichholzer SV lief nicht alles nach Wunsch. Die Schwächen in der Abwehr in den ersten 45 Minuten hätte eine clevere Mannschaft wesentlich entschlossener ausnutzen können. Müller machte erstaunlich viele Fehler, rettete aber in der zweiten Hälfte mit Glanzparaden seiner Mannschaft den Sieg! Enorm stark Treu, der mit seinem Kopfballspiel den VfL klar beherrschte. Schwächen im Abspiel zeigte Streit und auch Herre. Im Sturm die stärkste Leistung von Sieverts, der Biemann des öfteren vor unlösbare Probleme stellte, trotz des großen Tempos, das er vorlegte, konnte er gut durchhalten. Hielscher hielt sich überwiegend in der eigenen Hälfte auf und versuchte bei Konterschlägen seine Stürmer geschickt einzusetzen. Etwas schwach die Leistung von Hammerich, auch Rieken machte es nach der Pause kaum besser. Knakowski schaffte es nur einmal, seinen Bewacher Mandelkau zu versetzen, das bedeutete immerhin den Sieg für Eichholz, das damit seine Chance auf Platz zwei wahrte!
SPM

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Rainer Biemann, Thomas Mandelkau - Holger Dau, Karl-August Wilkens, Horst Liedtke - Peter Sorgenfrei, Hans Siep, Uwe Goronzi, Günter Stolp, Walter Stursberg.

Eichholzer SV: Müller - Herbst, Hudoffsky - Treu, Streit, Herre - Knakowski (88. Dziomba), Hielscher, Schmidt, Hammerich, Sieverts.

Tore: 1:0 Wilkens (30.), 1:1 Sieverts (32.), 1:2 Knakowski (88.). - Schiedsrichter: Wolf (Kiel). - Zuschauer: 800.

 

Montag, 7. April 1969 - 24. Punktspiel
Schleswig 06 - VfL Oldesloe 5:0 (4:0)

Das war eine böse Überraschung in Schleswig. Bitter war es für den VfL Oldesloe nach der Niederlage am Samstag, am Ostermontag in Schleswig gleich mit 0:5 unterzugehen. Die Oldesloer zeigten in Schleswig aber auch gar nichts, was ihren guten Tabellenplatz gerechtfertigt hätte. Bis zum dritten Tor konnte die Mannschaft noch einigermaßen mithalten. Sie versuchte sich mit weiten und steilen Vorlagen über die Flügel, überbrückte den Raum schnell und tauchte mehrfach gefährlich vor dem Schleswiger Tor auf. Die reiferen Torchancen hatten aber auch zu diesem Zeitpunkt schon die Schleswiger. Die Gäste hatten das Pech, auf eine glänzend aufgelegte Schleswiger Mannschaft zu treffen, die mit Elan begann und bis zum Schluß dieser Begegnung tonangebend blieb. Die schnelle Torfolge wird viel dazu beigetragen haben, den Kampfgeist der Platzherren zu steigern, den Oldesloern brachen diese Tore aber das Genick. Bei 06 aber lief es wie am Schnürchen. Der Erfolg: ein 5:0-Sieg, den man, ehrlich gesagt, in dieser Höhe kaum erwartet hatte.

Ein gut aufgelegter Schleswiger Sturm sowie eine stabile Hintermannschaft waren der Schlüssel zum Erfolg der Platzherren. Im Sturm gefiel Wöhlk durch sein kluges Spiel, Metauge, der keinen leichten Stand hatte und sehr hart gedeckt wurde, kam immer wieder zum Zuge, und auch Frahm, der längere Zeit pausierte, fand sich sofort wieder. Für schöne Flanken sorgte Zühlke, der sich aber in körperlicher Hinsicht nicht immer durchzusetzen wußte. In der Hintermannschaft war Torwart Cassel stets im Bilde. Kähler und Lüth organisierten die Abwehr. Ein großes Pensum und eine hervorragende Leistung brachte Brey. Im Mittelfeld zog Alexander die Fäden, unterstützt von Lüth und Wöhlk, der sowohl ganz vorn als auch im Mittelfeld zu finden war.

Bei den Oldesloern überraschte die Unsicherheit ihres Schlußmannes, der bei den Toren nicht gut aussah. In einigen Fällen hatte er noch Glück. Durch diese Unsicherheit steckte er die Hintermannschaft an. So kam Liedtke nicht wie gewohnt ins Spiel und auch Biemann überragte nicht. Im Sturm konnten anfangs Stursberg und Goronzi am besten gefallen. Sie bemühten sich eifrig, scheiterten aber an der Deckung der Schleswiger. Die beiden Außenstürmer hatten mit ihren Bewachern einen schweren Stand. Die Mannschaft der Oldesloer zeigte im zweiten Durchgang keinen Zusammenhang mehr. Sie war völlig durcheinander und hatte kein Konzept.
SPM

Schleswig 06: Cassel - Heick, Brey - Alexander, Kähler, Lüth - Callsen, Wöhlk, Metauge (65. Happel), Frahm, Zühlke.

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Rainer Biemann, Thomas Mandelkau - Holger Dau, Horst Liedtke, Günter Stolp - Peter Sorgenfrei (46. Hartmut Scheibel), Uwe Goronzi, Walter Stursberg, Hans Siep, Wolfgang Fleischhammel.

Tore: 1:0 Metauge (28.), 2:0 Eigentor Liedtke (29.), 3:0 Alexander (32.), 4:0 Cassel (43., Foulelfmeter), 5:0 Wöhlk (55.). - Schiedsrichter: Stancu (Neustadt). - Zuschauer: 900.

 

Freitag, 11. April 1969
Nun rückt sogar Wilkens in den Sturm.

Morgen um 16 Uhr trifft der VfL Oldesloe im Travestadion auf den Aufsteiger Rendsburger TSV und steht damit vor einer neuen schweren Aufgabe. Es müßte schon ein kleines Wunder geschehen, wenn die Oldesloer diesmal doch den Spieß umdrehen würden und sich für die 1:4-Niederlage vom Hinspiel revanchieren könnten. Da aber auch im Fußball Wunder sehr selten sind, muß man damit rechnen, daß die Rendsburger dem VfL die dritte Niederlage hintereinander beibringen werden, auch wenn sie sich selbst zur Zeit nicht in bester Verfassung befinden. Immerhin spielten sie gegen die Amateure von Holstein Kiel nur 1:1 und trennten sich mit dem gleichen Ergebnis von Holstein Segeberg.

Trainer Fritz Andree hat sich entschlossen, die Mannschaft auf einigen Positionen umzubesetzen. Auf Günter Stolp, der beruflich verhindert ist, muß er verzichten. Peter Sorgenfrei soll diesmal als zwölfter Spieler nominiert werden. Dafür erhält Hans-Jürgen Bröcker im Sturm eine Chance, Hartmut Scheibel wird in der Abwehr eingesetzt. Durch die Hereinnahme von Karl-August Wilkens in den Sturm erhofft man sich eine neue Belebung der Fünferreihe. Vielleicht schaffen es Wilkens und Bröcker in Gemeinschaftsarbeit, endlich wieder einmal Tore zu schießen!
ST

 

Samstag, 12. April 1969 - 25. Punktspiel
VfL Oldesloe - Rendsburger TSV 2:0 (2:0)

Wilkens riß Oldesloe zum Sieg mit. 2:0-Erfolg über den Aufsteiger Rendsburg. Gäste in der zweiten Hälfte überlegen. In einem bis zum Schluß spannenden und hart umkämpften Spiel kam der VfL zun einem überraschend klaren 2:0-Sieg, der aufgrund der in der ersten Halbzeit gezeigten Leistungen auch verdient ist, wenngleich die Gäste in den zweiten 45 Minuten mehr vom Spiel hatten und durchaus einen Treffer hätten schießen müssen. Die Abwehr des VfL war jedoch auf dem Posten und behielt diesmal auch in kritischen Situationen einen klaren Kopf, so daß die gefährlichen Angriffe des Aufsteigers und Tabellendritten scheitern mußten.

Diese Leistungssteigerung hatte man den Oldesloern kaum noch zugetraut, zumal sie auf eine Rendsburger Elf trafen, die ebenfalls eine imponierende Leistung zeigte und die letzte Chance auf den zweiten Platz wahren wollte. Aber die Abwehr der Gäste gab dem VfL-Sturm einfach zuviel Spielraum, so daß der überragende Wilkens nach Belieben schalten konnte. Seine Hereinnahme in den Sturm zahlte sich voll aus. Die Rendsburger hatten in der zweiten Spielhälfte Feldvorteile, erzielten insgesamt 13:4 Ecken, blieben aber gegen die sehr sichere Abwehr des VfL ohne Erfolg.

Mit Wilkens stand endlich ein Spieler im Sturm, der lange Pässe geben konnte und der auch durch seinen vorbildlichen Einsatz die gesamte Mannschaft zum Kämpfen mitriß. Da auch Bröcker zumindest in der ersten Halbzeit mit seinem Gegenspieler Schliebs gut zurechtkam, lief das Oldesloer Spiel streckenweise sehr gut, auch Stursberg kam wesentlich besser zur Geltung, das mag aber auch daran gelegen haben, daß Zeruhn nicht in bester Verfassung war. Die Abwehr stand sehr sicher. Liedtke gefiel mit seiner Übersicht. Biemann und Siep lösten ihre Aufgaben der Bewachung der besten Stürmer Schwidrowski und Deutschmann - somit war der Sturm der Gäste fast entschärft.

Die Rendsburger hatten sich etwas mehr ausgerechnet. Ihre Gesamtleistung war auch keineswegs enttäuschend, der Sturm vermochte sich nur nicht gegen die starke VfL-Abwehr durchzusetzen. Schnoor machte seine Sache gut, glänzend, wie er in der 35. Minute den Schuß von Goronzi zur Ecke lenkte. Schliebs und Zeruhn waren die schwachen Punkte in der Deckung, ihnen gelang nur sehr wenig, dagegen sehr stark Büttner, wenn sein Zuspiel auch besser werden muß. Der Sturm gefiel besonders durch sein technisch gutes Spiel. Im Mittelfeld waren die Vorteile nicht zu übersehen. Da aber die Sturmspitzen entschärft waren, lastete die Hauptarbeit auf Katins und Bauer, sie konnten es aber allein nicht schaffen.
SPM

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Rainer Biemann, Thomas Mandelkau - Holger dau, Horst Liedtke, Hartmut Scheibel - Uwe Goronzi, Karl-August Wilkens, Walter Stursberg, Hans Siep, Hans-Jürgen Bröcker.

Rendsburger TSV: Schnoor - Schliebs, Mölle - Büttner, Zeruhn, Wiepert - Kramp, Katins, Deutschmann, Bauer, Schwidrowski.

Tore: 1:0 Stursberg (18.), 2:0 Goronzi (38.). - Schiedsrichter: Bergerhausen (Stockelsdorf). - Zuschauer: 200.

 

Samstag, 19. April 1969
Mit „Frankfurter“ Stursberg zum VfB.

VfL hat den Mittelstürmer heute in Kiel zur Verfügung. Wenn der VfL Oldesloe heute um 16 Uhr beim Tabellenzweiten VfB Kiel antritt, dann weiß er, daß er seine letzte Chance nutzen muß, um die Regionalliga-Aufstiegsrunde doch noch zu erreichen. Sollte der VfL in Kiel für eine Überraschung sorgen, dann ist der Mannschaft auch noch einiges für die folgenden Spiele in Friedrichsort und Bad Segeberg zuzutrauen. Aber der VfB Kiel hat im letzten Spiel glänzende Form bewiesen und den MTV Heide mit 4:0 besiegt, wobei die beiden gefährlichsten Stürmer der Kieler, Christiansen und Lau, jeweils zwei Tore schossen. Christiansen jagt Torschützenkönig Schwidrowski (Rendsburg), der mit 21 Treffern bisher am erfolgreichsten war. Christiansen hat es auf 20 gebracht und Lau immerhin auf 12! Schafft es die Oldesloer Abwehr, diese beiden Stürmer zu „entschärfen“? Das wäre schon der halbe Weg zu einem Auswärtssieg!

Trainer Fritz Andree hat die Mannschaft bis auf Hans-Jürgen Bröcker nicht umgestellt. Auf dem linken Flügel soll Günter Stolp spielen. Bröcker steht zusammen mit Peter Sorgenfrei als Auswechselspieler zur Verfügung. Walter Stursberg hält sich zur Zeit in Frankfurt auf, trainiert dort fleißig bei den Amateuren von Eintracht Frankfurt, und ein Anhänger des VfL Oldesloe ermöglicht ihm durch finanzielle Unterstützung die Teilnahme am Spiel in Kiel!
ST

 

Samstag, 19. April 1969 - 26. Punktspiel
VfB Kiel - VfL Oldesloe 3:0 (1:0)

VfB Kiel wie eine Regionalliga-Elf. Glänzende Mannschaftsleistung beim 3:0 über Oldesloe. Christiansen überragte erneut. Der VfB Kiel ist an der 0:2-Niederlage gegen den Tabellenführer SV Friedrichsort nicht „zerbrochen“. Im Gegenteil: die Mannschaft befindet sich in einer „Nun-erst-recht-Stimmung“. Nach dem 4:0-Sieg über den MTV Heide mußte jetzt auch der große Konkurrent VfL Oldesloe mit 3:0 die spielerische Überlegenheit der „Männer“ von der Waldwiese anerkennen. Die Kieler unterstrichen damit ihre Anwartschaft auf einen der ersten beiden Plätze, die zur Teilnahme an der Regionalliga-Aufstiegsrunde berechtigen. Der VfL Oldesloe war nur in der ersten Halbzeit ein gleichwertiger Gegner. Das 2:0 durch Schröder, 15 Sekunden nach Wiederanpfiff, versetzte dem Gast den k.o. Das Endergebnis hätte bei den zahlreichen Einschußmöglichkeiten der Kieler höher ausfallen müssen. Deutlich ist das Eckenverhältnis mit 15:9 für den VfB.

Nach dem 2:0 lief es plötzlich beim VfB! Im Stil einer Regionalliga-Mannschaft spielte und kämpfte er. Herrlich, wie Christiansen Regie führte und uneigennützig seine Nebenspieler einsetzte. Zack und Knösing gingen glänzend auf seine Ideen ein und rissen immer wieder Lücken in die gegnerische Abwehr. Aber auch Horst Gutzeit steigerte sich und zeigte eine gute Leistung. Mit Abstrichen gefiel wieder Lau. Knoche wurde nur einmal in der ersten Halbzeit ernsthaft geprüft. Ansonsten nahmen ihm Purwin, Debring und Schröder die Arbeit ab.

Der VfL Oldesloe gefiel nur im ersten Durchgang. Hier hatte er sogar leichte Feldvorteile. Nach dem 0:2-Rückstand gab er sich schon geschlagen. Die Achillesferse in dieser routinierten Mannschaft war der lange Girschkowski, der sehr unsicher wirkte. Seine Schwäche lag besonders in der mangelnden Strafraumbeherrschung und in den schlechten Reaktionen bei flachen Schüssen. Den Beweis, Nummer eins im Tor in Schleswig-Holstein zu sein, blieb er in Kiel schuldig. Unverständlich war es, daß der kleine Scheibel und nicht der körperlich stärkere Liedtke auf den langen Christiansen angesetzt wurde. Christiansen gab seinem Bewacher fast immer das Nachsehen. Fleißig Horst Liedtke in der Abwehr und Stursberg im Angriff. Die Fünferreihe hatte nur zwei wirkliche Torchancen. Beide wurden in der 18. und 53. Minute nicht genutzt. Weder Siep noch Stursberg konnten das Leder, wenige Meter vor dem Tor stehend, ins Netz befördern.

Die Kieler dürften die Regionalliga-Aufstiegsrunde erreichen - die Oldesloer aber könnten schon ihre letzte Chance verspielt haben!
SPM

VfB Kiel: Knoche - Purwien, Debring - Paulsen, Skovhede (68. Bock), Schröder - Lau, Knösing, Christiansen, Zack, Gutzeit.

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Rainer Biemann, Thomas Mandelkau - Holger Dau, Horst Liedtke, Hartmut Scheibel - Uwe Goronzi, Karl-August Wilkens, Walter Stursberg, Hans Siep, Günter Stolp.

Tore: 1:0 Zack (20.), 2:0 Schröder (46.), 3:0 Lau (67.). - Schiedsrichter: Conrad (Sörup). - Zuschauer: 800.

 

Samstag, 26. April 1969
Der VfL kämpft um seine letzte Chance.

Beim Titelverteidiger Friedrichsort. Doch noch dritter Platz? Ohne Wilkens. Sein vorletztes Auswärtsspiel hat der VfL Oldesloe morgen beim Titelverteidiger SV Friedrichsort auszutragen. Er steht damit erneut vor einer schweren Aufgabe, die in der zuletzt gezeigten Verfassung wohl nicht zu lösen sein wird. Allerdings waren auch die Kieler bei ihrer überraschenden 0:1-Niederlage in Heide nicht in bester Form - hier könnte eine Chance des VfL liegen, wenn er mit entsprechendem Siegeswillen antritt.

Schade ist nur, daß die Oldesloer auf Wilkens verzichten müssen. Wenn die Oldesloer einen Teilerfolg aus Kiel mitbringen sollten, dann hätten sie sich doch noch eine Ausgangsposition für den Kampf um den dritten Platz geschaffen. Mit zwei Heimspielen und dem abschließenden Spiel in Bad Segeberg müßte dann das Ziel zu erreichen sein, an der Deutschen Meisterschaft der Amateure teilnehmen zu können! Eine lohnende Aufgabe für die Mannschaft - für dieses Ziel sollte man noch einmal die letzten Kraftreserven aufbieten, vielleicht klappt es ja doch noch!
ST

 

Sonntag, 27. April 1969 - 27. Punktspiel
SV Friedrichsort - VfL Oldesloe 0:2 (0:0)

Horst Liedtke überragte beim 2:0-Sieg. Friedrichsort verlor das Spitzenspiel. Nerven strapaziert. Der SV Friedrichsort treibt ein grausames Spiel mit den Nerven seiner Anhänger. Bis an die Grenze des Ertragbaren geht der Landesmeister, und er läuft dabei Gefahr, den Bogen zu überspannen und sich die Sympathien der Zuschauer zu verscherzen. Nach der 0:1-Niederlage in Heide folgte nun die 0:2-Schlappe auf eigenem Platz gegen den VfL Oldesloe. Der Landesmeister braucht nach diesem „Reinfall“ aus dem letzten Spiel gegen den VfR Neumünster beide Punkte, um an der Aufstiegsrunde teilzunehmen. Die gegen den VfL gezeigte Leistung läßt wenig Hoffnung, daß das Ziel erreicht wird. Der VfL, der 1964 als Meister und 1967 als Vizemeister bereits an der Regionalliga-Qualifikationsrunde teilgenommen hat, wahrte durch diesen Erfolg seine winzige Hofffnung und rechnet auf Schrittmacherdienste.

Nur in den ersten 25 Minuten deutete der SV Friedrichsort wenigstens an, daß er bemüht ist, durch einen Sieg die Aufstiegsrunde zu erreichen. Grandt in der 14. und Scheer in der 16. Minute hatten klare Einschußmöglichkeiten, aber Girschkowski oder Stolp reteten auf der Linie. Danach riß der Faden und der noch amtierende Meister wurde „schwarz“ wie die Nacht. Weder in der Abwehr noch im Angriff geschweige denn im Mittelfeld wurde durchdachter Fußball gespielt. Alles war Stückwerk. Kein Spieler erreichte die Note genügend. Wer so unklug spielt, kann seinen Titel nicht erfolgreich verteidigen. In der ersten Halbzeit mit dem Wind spielend, schnürten die Platzherren ihren Gegner ein und beraubten sich des notwendigen Raumes für ihre Aktionen.

Anders dagegen der VfL. Er erreichte zwar nicht seine spielerische Linie wie im Spiel gegen den VfB Kiel vor sieben Tagen, dafür wirkte er konzentrierter und war besser auf seine Aufgabe eingestellt. Jeder Spieler deckte konsequent und ließ den Meister nicht ins Spiel kommen. Girschkowski konnte mit viel Glück sein Tor reinhalten. Herausragend Horst Liedtke, der die Abwehr organisierte, assistiert von Scheibel und Biemann. Der Sturm bestand aus den beiden Spitzen Stursberg und Bröcker. Gefährlich war besonders Stursberg, der sich stets auf „Wanderschaft“ befand und nicht an die Kette gelegt werden konnte. Dau, Sorgenfrei und Siep wurden zwar als Stürmer in der Mannschaftsaufstellung geführt, ihre Aufgabe war allerdings Verstärkung der Abwehr, und nur wenn es der Gegner erlaubte, sah man sie vorne. Die „Doppelrolle“ spielten sie gekonnt und das führte zum Erfolg.
SPM

SV Friedrichsort: Rupprecht - Kösling, Friese - Kowalski, Vosgerau (70. Rolf Mihsfeld), Scheer - Pusch, Roth, Grandt, Horst Mihsfeld, Wilke.

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Günter Stolp, Thomas Mandelkau - Rainer Biemann, Horst Liedtke, Hartmut Scheibel - Peter Sorgenfrei, Holger Dau, Walter Stursberg, Hans Siep (63. Uwe Goronzi), Hans-Jürgen Bröcker.

Tore: 0:1 Bröcker (51.), 0:2 Stursberg (69.). - Schiedsrichter: Kracht (Flensburg). - Zuschauer: 700.

 

Samstag, 3. Mai 1969
Kommt der VfL doch noch nach vorn?

Morgen kommt Angstgegner MTV Heide. Aufstellung unverändert. Der VfL Oldesloe tritt jetzt zum Endspurt im Kampf um eine Position an, die ihm entweder die Teilnahme an der Aufstiegsrunde oder an der Deutschen Amateurmeisterschaft brächte. Morgen um 15 Uhr empfängt er im Travestadion seinen Angstgegner MTV Heide. Bisher konnten die Oldesloer den MTV Heide erst einmal besiegen, meistens endeten die Partien unentschieden.

Einen Punktverlust darf sich der VfL jetzt aber nicht mehr leisten, wenn er die Chance auf einen der vorderen Tabellenplätze wahren will. Trainer Fritz Andree hat seine Mannschaft entsprechend auf dieses wichtige Spiel vorbereitet. Die Elf wird in der gleichen Besetzung wie beim 2:0-Sieg in Friedrichsort beginnen. Gegen den MTV muß der VfL zumindest in der zweiten Hälfte bedingungslos stürmen. Die Aufgabe ist nicht leicht, denn die Heider können unbeschwert aufspielen, sie haben nicht mehr als einen guten Mittelplatz zu verlieren. Entscheidend wird sein, wie die Oldesloer Stürmer diesmal mit der Deckung der Gäste zurechtkommen. Im ersten Spiel taten sie sich recht schwer und schafften nur ein 1:1. ST

 

Sonntag, 4. Mai 1969 - 28. Punktspiel
VfL Oldesloe - MTV Heide 4:1 (2:0)

Außenstürmer des VfL überragten beim 4:1 über Heide. Der VfL Oldesloe kann weiter mitreden um den begehrten zweiten Platz. Er ließ in einem streckenweise recht guten Spiel seinem bisherigen Angstgegner kaum eine Chance und hätte weitaus höher gewinnen müssen. Allein Stursberg hatte Gelegenheiten für drei oder vier Tore, wußte aber nur eine auszunutzen. Die Heider kamen in ihrer offensien Spielweise dem Gastgeber nur entgegen. Sie hatten ja auch nichts mehr zu verlieren. Entscheidend für den Spielausgang war die gute Leistung beider Außenstürmer des VfL, die immer wieder den nötigen Druck ausübten und die Abwehr des MTV schlecht aussehen ließen.

Diese Partie hätte noch eindeutiger für den VfL ausgehen müssen. Nur eine Viertelstunde lang war der Gast ein gleichwertiger Gegner, dann wurde er klar ausgespielt. Beim VfL lief der Ball eine Stunde lang glänzend. Chancen über Chancen wurden herausgespielt, zwei Tore aber mußte ein Abwehrspieler schießen. So gut Stursberg auch diesmal wieder gespielt hat, er hätte seine klaren Möglichkeiten besser ausnutzen müssen. Die besten Kräfte standen im Sturm auf den Außen. Bröcker und Sorgenfrei boten ihre wohl besten Spiele und kurbelten den Innensturm immer wieder an. Schwächen gab es lediglich bei allen Stürmern im Abschluß. In hartumkämpften Spielen kann das wieder einmal entscheidend sein. Die Abwehr wurde vor keine großen Probleme gestellt, wenn man von der ersten Viertelstunde einmal absieht, denn da griffen die Gäste beherzt an. Aber Horst Liedtke war einmal mehr unüberwindlich und spielte seine Rolle als „letzter Mann“ auch konsequent bis zum Schlußpfiff. Insgesamt eine zufriedenstellende Oldesloer Leistung. Es darf aber nicht übersehen werden, daß der Gegner nicht seine gewohnte Form erreichte.

Der MTV Heide enttäuschte auf der ganzen Linie. Von dieser Mannschaft haben wir schon wesentlich bessere Spiele gesehen. Die Abwehr wies zu große Lücken auf. Der Sturm deutete zwar einige Male seine Gefährlichkeit an, wurde jedoch von der Oldesloer Abwehr rechtzeitig abgeblockt.
SPM

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Günter Stolp, Thomas Mandelkau - Rainer Biemann, Horst Liedtke, Hartmut Scheibel - Peter Sorgenfrei (65. Karl-August Wilkens), Holger Dau, Walter Stursberg, Hans Siep, Hans-Jürgen Bröcker.

MTV Heide: Becker - Willumat, Beitat - R. Möller, Kubsch, Kühnel - Herrmann, Holst, Preuß, Lukowski, Meggers.

Tore: 1:0 Stursberg (15.), 2:0 Bröcker (37.), 3:0 Biemann (52.), 4:0 Biemann (59.), 4:1 Holst (88.). - Schiedsrichter: Ramm (Itzehoe). - Zuschauer: 450.

 

Samstag, 10. Mai 1969
Für VfL geht es um einen hohen Preis.

Morgen letztes Heimspiel gegen die Amateure des Itzehoer SV. Sein letztes Heimspiel bestreitet der VfL Oldesloe morgen um 15 Uhr gegen die Amateure des Itzehoer SV. Diese Partie muß er unbedingt gewinnen, wenn er seinen dritten Platz halten und die letzte Chance auf Platz zwei wahren will.

Die Entscheidung über Platz zwei könnte bereits heute ohne Mitwirkung des VfL fallen. Gewinnt der SV Friedrichsort sein letztes Spiel gegen den VfR Neumünster, ist ihm die Teilnahme an der Regionalliga-Aufstiegsrunde sicher. Bei einem Unentschieden könnte der VfL ihn nur durch ein Entscheidungsspiel überholen - immer vorausgesetzt, daß die Oldesloer in den beiden noch ausstehenden Begegnungen keinen Punkt mehr abgeben.

Die beste Ausgangsposition im Kampf um die Meisterschaft besitzt der jetzige Spitzenreiter VfB Kiel. Er hat jedoch noch zwei schwere Spiele gegen Schleswig bzw. Eichholz zu absolvieren. Verliert er beide, müßte er den SV Friedrichsort und möglicherweise sogar den VfL Oldesloe vorbeiziehen lassen.

Gegen die Itzehoer wird es für den VfL nicht leicht werden. Die Gäste brauchen noch Punkte, um sich endgültig aus der Abstiegszone zu entfernen. So werden sie im Travestadion alles auf eine Karte setzen. Von der Spielanlage her müßten die Oldesloer zu einem deutlichen Sieg kommen, vor allem nach den gezeigten Leistungen gegen Friedrichsort und Heide. Aber die Gefahr, daß der Gegner, wie häufig beim VfL, jetzt im Unterbewußtsein unterschätzt wird, ist doch sehr groß.

Trainer Fritz Andree will die Mannschaft nicht umstellen. Er stützt sich auf die alte Regel, daß eine siegreiche Elf nicht verändert werden sollte. So spielt auch Hans-Jürgen Bröcker, und man darf hoffen, daß er an seine letzte Leistung anknüpfen kann, ebenso Peter Sorgenfrei, der sein Formtief völlig überwunden zu haben scheint. ST

 

Sonntag, 11. Mai 1969 - 29. Punktspiel
VfL Oldesloe - Itzehoer SV Am. 4:1 (1:1)

Oldesloer Sieg erst nach Elfmeter gesichert. Itzehoe führte 1:0. Der VfL Oldesloe tat sich in seinem letzten Heimspiel sehr schwer und gewann erst im Endspurt doch noch sicher gegen die sich tapfer wehrenden Gäste. Die Itzehoer hatten das Pech, daß sich ihr Torhüter Kruse bereits in der 4. Minute verletzte und in der 27. Minute durch Hamann ersetzt werden mußte; nach der Pause ging Trainer Fuchs zwischen die Pfosten. Die Oldesloer wußten aus diesem Vorteil kein Kapital zu schlagen, schossen insgesamt sehr schwach und legten ihre Nervosität kaum ab.

Die Nervosität der Oldesloer legte sich auch nach der Führung durch den Elfmeter - einen Kopfball von Stursberg hatte Bünning mit der Hand von der Linie geschlagen - nicht ganz, so daß es kaum ein gutes Zusammenspiel gab. Zudem wurde zu wenig und sehr schlecht geschossen. Auch die Itzehoer konnten kaum in einer Phase des Spiels überzeugen, vor allem ihre Abwehr spielte sträflich leichtsinnig. Die Oldesloer hatten gleich zu Beginn der Partie einen Lattenschuß von Sorgenfrei nach einer Ecke von Siep zu verzeichnen. Das erste Tor aber schossen die Gäste, die in der ersten Halbzeit in Brzoska einen gefährlichen Mittelstürmer hatten. Durch dieses Tor ließen sich die Oldesloer völlig aus der Fassung bringen, so daß selbst die sonst so sichere Abwehr Schwächen bei den Konterschlägen des ISV zeigte. Als dann der Torwartwechsel eintrat, Hamann kaum einen Ball festhalten konnte, erwartete man von den Oldesloer Stürmern eine Steigerung, aber Hamann bekam bis zur Pause keinen gefährlichen Schuß aufs Tor. Fuchs hatte es in der zweiten Halbzeit zwar schwerer, aber der Bann wurde erst mit dem Elfmeter gebrochen. Die Oldesloer trafen noch dreimal die Latte, einmal wurde auf der Linie gerettet.

Die Itzehoer hatten nichts mehr zu verlieren. Sie spielten anfangs frei auf, aber durch die unglückliche Verletzung von Kruse wurden sie aus der Bahn geworfen. Sie fanden sich während des gesamten Spiels nicht mehr und spielten wie ein Absteiger! Die Abwehr, die die Hauptlast des Spiels zu tragen hatte, wies erschreckende Schwächen auf. Den Ersatztorhütern kann man kaum eine Kritik geben, Fuchs machte seine Sache jedoch erstaunlich gut. Beide Verteidiger hatten große Mühe mit den Oldesloer Außenstürmern und wußten kaum ein Mittel gegen sie. Aufbau ging von der Läuferreihe selten aus. SPM

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Günter Stolp, Thomas Mandelkau - Rainer Biemann, Horst Liedtke, Hartmut Scheibel - Peter Sorgenfrei, Holger Dau, Walter Stursberg, Hans Siep (65. Karl-August Wilkens), Hans-Jürgen Bröcker.

Itzehoer SV Am.: Kruse (27. Hamann, 46. Fuchs) - Bülau, Krebs - Bernsee, Tödt, Gleixner - Becker, Bünning, Brzoska, Bornholdt, Holzmann.

Tore: 0:1 Brzoska (20.), 1:1 Sorgenfrei (22.), 2:1 Stursberg (55., Handelfmeter), 3:1 Bröcker (77.), 4:1 Wilkens (78.). - Schiedsrichter: Link (Kiel). - Zuschauer: 400.

 

Montag, 12. Mai 1969
Da der VfB Kiel in Schleswig 1:2 verlor, wahrten die Oldesloer ihre Chance, Platz zwei zu erreichen - allerdings können sie das nur schaffen, wenn die Kieler am Samstag dem Eichholzer SV unterliegen und der VfL am Sonntag sein Spiel in Segeberg gewinnt. Als erster schleswig-holsteinischer Teilnehmer an der Aufstiegsrunde steht der SV Friedrichsort fest. Er siegte mit 5:1 gegen den VfR Neumünster.
ST

 

Samstag, 17. Mai 1969
Für den VfL ist nun noch alles drin.

Nach dem morgigen Spiel in Segeberg Zweiter, Dritter oder abgerutscht. Der VfL Oldesloe (35:23 Punkte) fährt morgen zu Holstein Segeberg (33:25), um dort sein letztes Punktspiel auszutragen. Durch einen Sieg würde er Dritter, falls der VfB Kiel (36:22) heute sein Spiel gegen Eichholz gewinnen kann. Verlieren die Kieler und gewinnt der VfL in Segeberg, ist der VfL doch noch Zweiter.

Durch überraschende Ergebnisse aber könnten noch fünf Vereine punktgleich auf dem dritten Platz landen. Sie müßten dann den schleswig-holsteinischen Teilnehmer an der Deutschen Amateurmeisterschaft unter sich ausspielen. Soweit wollen es die Oldesloer aber nicht kommen lassen. Sie möchten den Segebergern gern einmal auch auswärts ihre Stärke beweisen, obwohl oder besser weil sie gerade dort stets schlecht ausgesehen haben und in den letzten Jahren deutlich ihre Spiele verloren. Die erste Partie gewann der VfL mit 1:0 sehr knapp, die Segeberger standen damals jedoch noch günstiger und kamen als Favorit und Anwärter auf die Herbstmeisterschaft ins Travestadion. Durch einen Sieg wurde der VfL dann selbst Herbstmeister.

Die Segeberger wahrten ihre letzte Chance auf den dritten Platz durch einen 3:1-Sieg in Heide und wollen jetzt durch einen Erfolg über den VfL doch noch das Ziel erreichen. Einen Strich durch die Rechnung könnte ihnen Schleswig (34:24) machen, das zu gleicher Zeit gegen Schlutup spielt und bei einem Sieg Dritter wäre.

Holstein hat in Maschmann den herausragenden Torschützen, der es auf immerhin elf Treffer brachte; eine reizvolle Aufgabe für Stolp, den Segeberger Linksaußen zu entschärfen. Überhaupt wird die Abwehr die Hauptarbeit zu tragen haben, denn die Oldesloer werden mit Sicherheit versuchen, aus der verstärkten Deckung heraus zum Erfolg zu kommen. Die Torsicherung geht aber vor. ST

 

Sonntag, 18. Mai 1969 - 30. Punktspiel
Holstein Segeberg - VfL Oldesloe 1:2 (0:1)

Segeberg: Spiel mit Regionalliga-Format. VfL doch noch am Ziel: Dritter der Tabelle. Beide Mannschaften boten bei leichtem Regen zeitweise ein Spiel mit Regionalliga-Format. Das Nachbarschaftsderby zwischen den alten Rivalen Oldesloe und Segeberg hatte seine Anziehungskraft in der Kalkbergstadt nicht verfehlt. Vor einer ansehnlichen Zuschauermenge boten beide Mannschaften eine erstklassige Partie, die von den Gästen aus Oldesloe knapp mit 2:1 gewonnen wurde. Ein etwas schwerer Wermutstropfen für die Holsteiner, die aufgrund des Spielverlaufs zumindest ein Unentschieden verdient gehabt hätten. Überglücklich natürlich der VfL mit seinem Anhang, der mit einem doppelten Punktgewinn wohl kaum gerechnet hatte.

Zwei Tore von Stursberg vor und nach der Pause reichten dem VfL, um den Sieg davonzutragen. Dabei muß man aber feststellen, daß dieser Sieg als überaus glücklich zu bezeichnen ist, da die Holsteiner über weite Strecken den Ton angaben, aber im Sturm zu harmlos operierten. Besonders in der ersten Halbzeit hätten sie das Spiel für sich entscheiden müssen, da die Gäste außer dem Tor von Stursberg selten einmal über die Mittellinie kamen und große Mühe hatten, über die Runden zu kommen. Erst nach der 2:0-Führung kamen die Oldesloer besser ins Spiel, mußten aber noch einmal um ihren Sieg bangen, als Dankert auf 1:2 verkürzen konnte. Dabei sah die Deckung der Gäste nicht gut aus.

Holstein hatte es in der Hand, das bessere Ende für sich auszumachen. Aber die vielen Einschußmöglichkeiten wurden nicht genutzt, um den Oldesloern zu zeigen, wer der Herr im Hause ist. Und wenn einmal geschossen wurde, so in der 25. und 30. Minute, als Bossert sich glänzend durchgesetzt hatte, dann aber an dem ausgezeichnet reagierenden Schlußmann Girschkowski scheiterte. Dies gilt auch für die 78. Minute, als Haack einen Bombenschuß abfeuerte, aber nur den Pfosten traf. Trotzdem hatte man im Oldesloer Lager noch schwere und bange Minuten zu überstehen, um den knappen Sieg mit nach Hause zu nehmen. Alles in allem boten beide Mannschaften eine hervorragende und hochdramatische Partie, die mit viel Beifall aufgenommen wurde, aber den Segeberger Anhang insofern nicht befriedigte, als ihre Mannschaft aufgrund der größeren Spielanteile zumindestens ein Remis verdient gehabt hätte.

Bester Spieler bei den Gästen war Liedtke, der als letzter Mann immer im Bilde war und unauffällig aber wirkungsvoll die Fäden in seiner Mannschaft zog. Stolp steigerte sich erst nach der Pause. Gefährlich war Stursberg, der mit seinen beiden Toren den Sieg sicherstellte.

Bei Holstein gebührt Radzanowski ein Sonderlob, er war vorne und hinten zu finden und an diesem Tag wohl als bester Mann auf dem Platz zu bezeichnen. Gut auch Mau, der allerdings an dem 0:2 nicht schuldlos war, und Seidel, der wieder einen guten Tag erwischt hatte. Im Sturm konnte nur Haack gefallen, der sich unermüdlich einsetzte, aber mit seinen Schüssen kein Glück hatte.
SPM

Holstein Segeberg: Hoffmann - Dankert, Holzmann - Mau, Radzanowski, Seydel - Bischof, Bossert, Rieckmann, Haack, Maschmann.

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Günter Stolp, Thomas Mandelkau - Rainer Biemann, Horst Liedtke, Hartmut Scheibel - Peter Sorgenfrei, Holger Dau, Walter Stursberg, Hans Siep, Hans-Jürgen Bröcker.

Tore: 0:1 Stursberg (38.), 0:2 Stursberg (54.), 1:2 Dankert (75.). - Schiedsrichter: Bergerhausen (Stockelsdorf). - Zuschauer: 700.

 

Montag, 19. Mai 1969
VfL doch noch am Ziel: Durch 2:1 über Holstein Dritter der Tabelle.

Dem VfL Oldesloe ist also im Endspurt doch noch die Teilnahme an der Deutschen Amateurmeisterschaft gelungen! Den Grundstock hierzu hatte der großartige 2:0-Erfolg in Friedrichsort gelegt, dem sich weitere Siege anschlossen.
ST

 

Samstag, 31. Mai 1969
Zum ersten Spiel um die Amateurmeisterschaft nach Bellheim/Pfalz.

Phönix ein routinierter Gegner für den VfL. Zu seinem ersten Spiel in der Deutschen Amateurmeisterschaft muß der VfL Oldesloe nach Bellheim reisen. Die Bellheimer sind als äußerst kampfstark bekannt und verfehlten die Meisterschaft in der Landesliga Pfalz um nur einen Punkt, genau wie die Oldesloer. Die Elf wurde Zweiter mit acht Punkten Vorsprung vor dem Dritten der Tabelle.

Für den VfL Oldesloe scheint die Aufgabe auf den ersten Blick kaum lösbar, aber es ist auch bekannt, daß sich die Oldesloer Mannschaft mit der Schwere der Aufgabe stets zu steigern gewußt hat, und wir dürfen hoffen, daß das Ziel, in Bellheim einen Punkt zu erringen, nicht unerreichbar ist. Aber auch eine Niederlage mit nur einem Tor Unterschied wäre bereits als Erfolg zu werten und im Rückspiel am 7. Juni im Travestadion durchaus noch auszubügeln.

Die Oldesloer Mannschaft ist mit ihren Betreuern bereits gestern abend nach Bellheim abgereist und hat in der Nähe des 6000 Einwohner zählenden Städtchens ihr Quartier aufgeschlagen. Erst nach dem heutigen Training wird Trainer Fritz Andree die endgültige Mannschaftsaufstellung bekanntgeben. Es ist damit zu rechnen, daß eine Umbesetzung der Elf, die im Endspurt den dritten Platz schaffte, nicht vorgenommen wird.

In der Amateurmeisterschaft wird ein Hin- und Rückspiel ausgetragen, bei Punkt- und Torgleichheit nach einer Verlängerung im zweiten Spiel entscheidet das Los. Und hier sind die Oldesloer ein gebranntes Kind, denn wer erinnert sich nicht noch an das Spiel gegen Hannover 96 Amateure am 12. Juni 1965, als es nach Verlängerung 2:1 für den VfL stand! Da die erste Begegnung mit 0:1 verloren worden war, mußte das Los entscheiden - die Amateure von Hannover waren die Glücklicheren und wurden später Deutscher meister. Bleibt zu hoffen, daß das Klos diesmal nicht gezogen werden muß!
ST

 

Sonntag, 1. Juni 1969 - Amateurmeisterschaft
Phönix Bellheim - VfL Oldesloe 1:1 (0:0)

1:1 - Oldesloe hat nun große Chancen. Der VfL Oldesloe schaffte im ersten Spiel der Vorrunde um die Deutsche Amateurmeisterschaft bei Phönix Bellheim ein überaus wertvolles 1:1 und hat damit im Rückspiel am kommenden Sonntag eine große Chance, die nächste Runde zu erreichen. Die Oldesloer boten eine hervorragende Partie, sie zeigten vor allem eine großartige Abwehrleistung, so daß der Vertreter des Deutschen Fußballbundes, Walter Baresel aus Hamburg, nicht mit Lob sparte. Der durch heftige Regenfälle aufgeweichte Rasen machte den Spielern beider Mannschaften zu schaffen. Daß sich trotzdem ein schnelles und farbiges Spiel entwickelte, spricht für die Kondition der Akteure. Der beste Mann auf dem Platz war Oldesloes Torwart Girschkowski, der mit tollen Glanzparaden das 1:1 hielt. In dieser Form sollten die Oldesloer weiterkommen.

Ein Spiel, wie man es bisher in Bellheim sehr selten sah, boten die beiden Mannschaften. Baresel lobte beide Mannschaften und bemerkte, daß sich mancher Regionalliga-Verein davon ein Stück abschneiden könnte.

Die Gäste aus Bad Oldesloe boten eine überragende Abwehrleistung, denn die Gastgeber waren zwar spielerisch überlegen, was schon aus dem Eckballverhältnis von 16:6 für Bellheim hervorgeht, sie vermochten jedoch nicht die sehr klug gestaffelte VfL-Abwehr zu überwinden. Der beste Mann auf dem Feld war Tormann Girschkowski, der mit Glanzleistungen aufwartete. Schon in den ersten Minuten gab es tormögliche Chancen, und zwar in der 2. Minute für Bellheim und in der 8. Minute für die Gäste, als Biemann knapp neben den Pfosten schoß. Einen scharfen Schuß mußte Girschkowski in der 40. Minuten meistern, sein Hechtsprung ins rechte Eck brachte ihm viel Beifall des Publikums ein. In der 57. Minute wurde Bröcker ausgewechselt, dafür Wilkens ins Spiel genommen. Es war unverkennbar, daß die Gäste sich zunächst auf Abwehr einstellten. Sie ließen die einheimischen Stürmer anrennen, um diese abzufangen und mit weiten Schüssen ihren eigenen Sturm einzusetzen. In der 52. Minute schoß Stursberg an dem geschlagenen Tormann der Bellheimer vorbei, doch konnte Schuschu noch auf der Linie retten. Die Überlegenheit der Gastgeber im Feldspiel glichen die Gäste durch kluge Abwehr wieder aus. Die Sturmspitze der Gäste mit Stursberg, Siep und Bröcker lag vorn auf der Lauer und brachte manche gefährliche Situation vor dem Bellheimer Tor. Aus einem solchen schnellen Vorstoß konnten die Gäste auch in der 72. Minute durch Dau in Führung gehen. Sie konnten jedoch nicht verhindern, daß schon nach einigen Minuten wieder der Ausgleich fiel.

Was bei den Gästen besonders gefiel, war ihre schnelle und sichere Ballannahme, genaues und schnelles Abspiel und die Ausnützung des freien Raumes. In der Abwehr führte Liedtke Regie, unterstützt von seinen Nebenleuten. Im Sturm war es Stursberg, der gefährliche Angriffe einleitete. Doch wurde er gut beschattet und bekam nur selten zum Stich. Die schwerste Aufgabe lag bei Mandelkau, der den gefährlichen Fürst zu bewachen hatte. Daß er ihn ausschaltete, verdarb den Gastgebern das Konzept. Das Ergebnis ist durchaus gerecht und verdient für beide Mannschaften. Die besten Spieler bei Oldesloe: Girschkowski, Liedtke, Siep und Stursberg. Bei Bellheim: Fürst, Zwick, Rudi Haag und Schuschu.
SPM/ST

Phönix Bellheim: Mendel - Weck, Dann - Rudi Haag, Klausner, Schuschu - Fürst, Hoffmann (60. Schulz), Zwick, Albert Haag, Niklas.

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Günter Stolp, Thomas Mandelkau - Rainer Biemann (78. Hans Körner), Horst Liedtke, Hartmut Scheibel - Peter Sorgenfrei, Holger Dau, Walter Stursberg, Hans Siep, Hans-Jürgen Bröcker (57. Karl-August Wilkens).

Tore: 0:1 Dau (72.), 1:1 Schuschu (75.). - Schiedsrichter: Störzer (Ottenhausen). - Zuschauer: 1000.

 

Samstag, 7. Juni 1969
VfL stellt Weichen auf Sieg.

Oldesloer wollen durch Erfolg über Phönix Bellheim unter die letzten acht kommen. Mit großer Spannung wird das Rückspiel in der ersten Runde zur Deutschen Amateurmeisterschaft zwischen dem VfL Oldesloe und dem FC Phönix Bellheim erwartet. Nach dem guten Abschneiden der Oldesloer im Hinspiel gegen die Pfälzer vor einer Woche (1:1) hofft der Verein, durch einen Sieg morgen um 15.30 Uhr im Travestadion die Runde der letzten acht zu erreichen.

In der Form vom Vorsonntag sollte dieses große Ziel durchaus erreichbar sein. Für den VfL wäre das ein Riesenerfolg, denn eine solche Steigerung hätte man ihm vor einigen Wochen nicht mehr zugetraut. Aber schon immer wußte sich die Mannschaft in entscheidenden und schweren Spielen zu steigern, während leider umgekehrt mancher Punkt in „leichten“ Treffen vergeben wurde.

Die Weichen beim VfL sind auf Sieg gestellt. Sollte die Partie nach der regulären Spielzeit noch unentschieden stehen, wird zweimal 15 Minuten verlängert. Danach müßte das Los entscheiden. Dem Losglück aber will sich die Mannschaft nicht anvertrauen, sie will den Gegner, der zum Favoritenkreis der Endspielteilnahme gehört, auf jeden Fall geschlagen nach Hause zurückschicken. Trainer Fritz Andree hatte keine Veranlassung, die erfolgreiche Mannschaft umzubesetzen. ST

 

Sonntag, 8. Juni 1969 - Amateurmeisterschaft
VfL Oldesloe - Phönix Bellheim 0:0 n.V.

Das Los entschied gegen den VfL. Nach 120 Minuten 0:0, dann mußte gelost werden. Glückliche Bellheimer! Der VfL Oldesloe scheint das Lospech gepachtet zu haben. Als es nach 120 dramatischen Minuten bei sengender Hitze immer noch 0:0 stand, mußte die Münze des Spielausschußvorsitzenden Franz Bartkowiak entscheiden, welche Mannschaft in die zweite Runde zur Deutschen Amateurmeisterschaft kommen sollte. Und wie schon im Juni 1965 entschied sich das Los gegen die Oldesloer. Jubelnd sprangen die Bellheimer in die Höhe, sie hatten das geschafft, was sie nach dem 1:1 auf eigenem Platz sich nicht mehr zugetraut hatten. Pech für die Oldesloer, denn sie waren in der zweiten Halbzeit und vor allem in der Verlängerung die eindeutig bessere Mannschaft mit den klareren Torchancen, die aber nicht genutzt wurden.

Der VfL Oldesloe war wirklich vom Pech verfolgt. Aber er muß sich sagen lassen, daß er die Entscheidung in den zweiten 45 Minuten hätte schaffen können, aber Stursberg vergab die beste Gelegenheit in der 77. Minute nach einem Fehler von Schuschu. Der Oldesloer Mittelstürmer zielte zu genau, so daß der Schuß knapp neben dem Pfosten landete. Die beste Chance des Spiels war dahin! In der Verlängerung hatten die Oldesloer dann auch die bessere Kondition, sie schnürten den Gegner streckenweise ein, aber mit viel Glück kamen die Bellheimer über die Runden. Liedtke landete dann in der 115. Minute einen Kopfball an die Latte, der Nachschuß von Stursberg ging über das Tor. Körners Schuß eine Minute später verfehlte das Ziel nur um wenige Zentimeter. Auf jeden Fall schied die bessere Mannschaft durch das Los aus, wenn auch die Bellheimer in der ersten Halbzeit einige gute Möglichkeiten hatten. Besonders aber in der 98. Minute, als Girschkowski einen Ball verfehlte und Zwick gegen die Latte köpfte. Auch im Nachschuß landete das Leder erneut unter der Latte.

Der VfL hat vielleicht insgesamt nicht an seine beste Form anknüpfen können. Trotzdem lieferte er seinem routinierten Gegner ein gutes Spiel und gefiel besonders in der Abwehr. Herausragend Liedtke, der eines seiner besten Spiele bot und auch zum Schluß noch die Kraft hatte, mit nach vorne zu gehen. Er hätte fast die Entscheidung gebracht. Die interessantesten Zweikämpfe konnte man zwischen Mandelkau und dem gefährlichen Fürst erleben. Anfangs hatte der Oldesloer Probleme, dann aber bekam er seinen schnellen Gegner fest in den Griff und Fürst hatte es sehr schwer, aus dieser Umklammerung herauszukommen. Auch Stolp hatte seinen Gegenspieler Niklas gut unter Kontrolle. Leider konnte der Sturm nicht an die glänzende Leistung der Abwehr herankommen, denn auf der Gegenseite stand ebenfalls eine Mannschaft, deren besserer Teil die Deckung war. So war Stursberg meistens gut bei Schuschu aufgehoben und Sorgenfrei hatte seine Mühe mit dem harten Dann. Etwas günstiger hätte es Bröcker haben können, aber er kam dieses Mal nicht wie gewohnt zurecht und es haperte auch mit seinem Abspiel. So ging doch immer wieder die meiste Gefahr von Dau und Siep aus, die zwischen der Abwehr und dem Sturm pendelten, aber wenig Glück hatten und nicht die spielerische Linie finden konnten. Dennoch gab es Chancen zum Sieg, die mußten einfach genutzt werden. Die Folgen des Lospechs hat sich der VfL somit selbst zuzuschreiben.

Der Gast aus Bellheim lieferte dem VfL ein gutes und vor allem ein sehr faires Spiel, konnte jedoch nach der Pause nicht mehr ganz mithalten. Wenn nicht mit Klausner ein so hervorragender Organisator in der Abwehr gestanden hätte, die Mannschaft hätte kaum mehr in die Verlängerung zu gehen brauchen, sie wäre vorher geschlagen worden. Auch in Mendel hatte sie einen zuverlässigen Schlußmann, der seine beste Tat in der 46. Minute vollbrachte, als er einen gefährlichen Aufsetzer von Dau meisterte, den man bereits im Tor gesehen hatte.

Beiden Mannschaft gebührt ein großes Lob für dieses Spiel in großer Hitze. Mit Phönix Bellheim geht nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft in die Runde der letzten acht.
SPM

VfL Oldesloe: Fred Girschkowski - Günter Stolp, Thomas Mandelkau - Rainer Biemann, Horst Liedtke, Hartmut Scheibel - Peter Sorgenfrei (73. Karl-August Wilkens, 98. Hans Körner), Holger Dau, Walter Stursberg, Hans Siep, Hans-Jürgen Bröcker.

Phönix Bellheim: Mendel - Weck, Dann - Rudi Haag, Klausner, Schuschu - Fürst, Hoffmann (91. Schultz), Zwick, Albert Haag (105. Klossek), Niklas.

Tore: Fehlanzeige. - Schiedsrichter: Oltmann (Hamburg). - Zuschauer: 1300.

 

 

 

Bis zum Jahr 1970