1. Oktober 1979
Bei Union reichte die Kraft nicht
Nach einem 0:2 Rückstand erkämpfte sich der SV Eichede noch ein Remis

Das erste Stormarner Kreisderby in der Fußball-Landesliga Süd zwischen dem SC Union Oldesloe und dem SV Eichede endete am Sonntag vor gut 400 Zuschauern im Oldesloer Kurparkstadion mit einem insgesamt gesehen gerechten 2:2-(1:0)-Unentschieden. Beide Mannschaften hatten am Ende Grund, mit dem Ergebnis zufrieden und unzufrieden zu sein. Der gastgebende SC Union wird mit Recht dem 2:0-Vorsprung ein wenig nachweinen, konnte am Ende, als ein Teil seiner Spieler konditionell nichts mehr zuzusetzen hatte, sogar noch von Glück sagen, wenigstens einen Punkt behalten zu haben. Bei den Eichedern war die Situation natürlich genau umgekehrt. Sie waren glücklich, nach einem schon aussichtslos erscheinenden Rückstand noch ein Remis herausgeholt zu haben, mußten sich das Spiel leicht für sich hätten entscheiden können, wenn sie statt nur in den letzten 20 Minuten über die gesamte Distanz voll konzentriert zur Sache gegangen wären.
SC Union Oldesloe:
Spieler, Brandt, Petzold, Olufs, Borrek, Albrecht, Kürbis, Thom, Rohheuser, Gossow, Tjarks.
SV Eichede:
Kohfeldt, H. J. Pfeiffer, W. Pfeiffer, Dau, Müller (ab 73.Minute Kielhorn),Wagener, Klitzke, Kramp (ab 54. Minute Rundshagen), Niemeyer, Brockmöller, U. Pfeiffer

Tore: 1:0 (13. Minute) Kürbis, der einen Fehlanschlag von Kohfeldt aufnahm, Dau aussteigen ließ und überlegen einschoß. 2:0( 62. Minute) Gossow mit einem präzisen Kopfball nach einer Ecke von Kürbis. 2:1 (63. Minute) Niemeyer, der eine Ecke von Wagener verwandelte. Klitzke hatte die Union-Abwehr zuvor getäuscht, als er die auf ihn gezogene Ecke durchließ; 2:2 (84. Minute) Niemeyer. Der scharfe Schuß des SVE-Mittelstürmers wurde unhaltbar für Torhüter Spieler abgefälscht.
Schiedsrichter: Redetzki (VfB Lübeck), der in seinen Entscheidungen nicht immer ganz unumstritten war, aber gewiß besser agierte, als es mancher Spieler und Zuschauer wahrhaben wollte. Beide Mannschaften machten ihm im übrigen die Aufgabe mit vielen offenen und versteckten Fouls nicht leicht.

Zuschauer: Mindestens 400 bei herrlichstem Fußballwetter.



Nach nervösem Beginn beider Teams fanden sich die Oldesloer, die von Anfang an den größeren kämpferischen Einsatz zeigten, bals besser ins Spiel und ihre Führung aus der elften Minute war durchaus folgerichtig. Klose-Ersatz Kohfeldt im Eicheder Tor, der an diesem Gegentreffer mit seinem verunglückten Abschlag die Hauptschuld trug, war auch in den folgenden Minuten nicht gut im Bilde und hätte um ein Haar in der 16. Minute einen weiteren Treffer hinnehmen müssen. Zunächst traf Borrek mit einem kapitalen Freistoß nur das Lattenkreuz und als Kohfeldt dann hinter dem Abpraller hinterherirrte verpaßten Kürbis und Tjarks kläglich riesige Tormöglichkeiten. Letzterer traf dabei erneut das Torgestänge.

Für den Rest der ersten Halbzeit blieben weitere Höhepunkte dann aus. Die Gastgeber erspielten sich zwar eine optische Überlegenheit, aber vor dem SVE-Tor waren sie mit ihrem "Latein" dann regelmäßig am Ende und die Eicheder enttäuschten gar auf der ganzen Linie.



In den ersten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste dann zunächst bange Momente zu überstehen, denn durch einen Zehn Minuten-Zeitstrafe, die sich Brockmöller vor der Pause wegen absichtlichen Handspiels eingehandelt hatte, waren sie zahlenmäßig in der Minderheit. Sie überstanden diese Periode aber unbeschadet und konnten von der 5.. Minute an den Spieß umdrehen, denn nun mußte Tjarkswegen eines groben Fouls für 10 Minuten das Spiel von draußen ansehen. Aber auch dem SC Union machte zunächst die zahlenmäßige Unterlegenheit nichts aus. Im Gegenteil: Als Gossow etwas überraschend in dieser zeit das 2:0 erzielte, schien die Partie für den Aufsteiger endgültig gelaufen.

Einen Zwei-ZTore-Vorsprung, so glaubte der Betrachter, würde diese konfuse Eichedeer Elf niemals mehr aufholen können. Aber es kam anders, als man dachte. Kaum 60 Sekunden nach dem 2:0 konnte Niemeyer endlich eine Gäste-Aktion erfolgreich abschließen und danach ging es wie ein Ruck durch das Eicheder Team. Die Mannschaft, die bis dahin in keiner Weise zu überzeugen wußte, besann sich nun auf ihre kämpferischen Qualitäten und fighte zurück.



Beim SC Union, der in der 74. Minute, als Gossow und Kürbis nacheinander die Latte trafen, noch einmal die Gelegenheit hatte, das Spiel für sich zu entscheiden, schwanden die Kräfte. Die Chancen der Gäste häuften sich nun, aber Niemeyer (Pfosten), Kielhorn und Wagener verpaßten kurz hintereinander große Möglichkeiten, ehe Niemeyer mit seinem zweiten Treffer das Blatt wendete.

In den Schlußminuten wäre es dann fast noch zu einem Eklat in diesem ohnehin schon wenig schönen Spiel - beide Mannschaften übertrieben oft den körperlichen Einsatz - gekommen. Als Niemeyer in wenig schöner Art und Weise die Ausführung eines Freistoßes verhindern wollte, verlor Borrek die Nerven und ließ sich zu einer klaren Tätlichkeit hinreißen. Zu seinem Glück aber hatten weder Schieds- noch Linienrichter davon etwas mitbekommen, so daß Union vollzählig das Remis über die Zeit retten konnte.




Stormarner Tageblatt vom 26. November 1979
Am Ende mußte Union noch zittern
Aber die Männer vom Kurparkstadion schafften einen 2:1-Erfolg über FC Dornbreite

Unter der vorzüglichen Leitung von Schiedsrichter Münch (SV Henstedt/Rhen) hatten sich trotz der kalten Witterung über 200 Zuschauer im Kurparkstadion eingefunden, um Zeuge eines bis zur letzten Minute spannenden Spieles zu sein. Die Oldesloer hatten in diesem Spiel endlich wieder den gesperrten Gossow und den von einer langen Krankheit genesenen Spiewek dabei, was sich sehr positiv auswirken sollte. Die Spieler um "Oldtimer" Helmut Nossol waren einhellig der Meinung, daß dieses Heimspiel unter allen Umständen gewonnen werden mußte, wenn man auch weiterhin noch eine berechtigte Hoffnung auf den Klassenerhalt haben wollte. Deshalb begannen sie dieses kampfbetonte Spiel, das übrigens einen durchaus fairen Anstrich hatte, recht offensiv, denn im Angriff lag für sie die beste Verteidigung, was mit einem 2:1-(1:0)-Erfolg auch belohnt wurde.

SC Union Oldesloe:
Spieler, Petzold, Holger Brandt, Metzing, Olufs, Gossow, Kürbis, Thom, Kurt Stobbe, Spiewek, Helmut Nossol

FC Dornbreite Lübeck:
Diestelow, Kummerow, Scharnowski, Huck, Wulf, Clasen, Grunow, Schörling, Stüber, Reise, Höfner.

Die Oldesloer begannen recht elanvoll und kamen in der siebenten Minute bereits zu ihrer 1:0-Führung. Einen Freistoß von Petzold leitete Nossol mit dem Kopf weiter zum freistehenden Thom, der aus acht Metern Entfernung einschießen konnte. Dieses frühe Führungstor setzte bei den Unionern weitere Kräfte frei. So hatte sich Kürbis in der neunten Minute im Alleingang freigespielt. Sein Schuß wurde aber von Torwart Distelow gemeistert. Nach guter Vorarbeit von Grunow setzte anschließend Schörling den Ball knapp neben den rechten Pfosten.



Durch ein Foul an Spiewek erhielten die Oldesloer in der zwölften Minute einen Foulelfmeter zugesprochen. Metzing knallte den Ball aber direkt auf den Torwart und vergab damit eine sichere Torchance. Die Angriffswelle der Oldesloer rollte aber weiter. Nach einer guten Kombination zwischen Thom und Kürbis schoß Kurt Stobbe den Ball knapp am linken Pfosten vorbei. Ähnlich erging es auf der Gegenseite Clasen in der 24. Minute nach guter Vorarbeit von Schörling. In der 37. Minute mußte Spieler dann erstmalig sein ganzes Können unter Beweis stellen, um einen Weitschuß von Reise unschädlich zu machen. Im zweiten Durchgang entwickelte sich zunächst ein verteiltes Spiel, wobei die Konterangriffe der Dornbreiter nicht ungefährlich blieben. Aber auch die Oldesloer hatten ihre Chancen. So setzte Stobbe einen Kopfball nach einer Vorlage von Kürbis in der 56. Minute nur knapp über die Latte, und in der 67. Minute hätte ein Alleingang von Holger Brandt über fast das ganze Spielfeld schon einen Erfolg verdient gehabt, doch Kurt Stobbe schob die Vorlage am Tor vorbei.

In der 70. Minute fiel dann das vorentscheidende 2:0 für die Gastgeber. Verteidiger Kummerow fälschte einen Flankenball von Kürbis so unglücklich ab, daß er seinen Weg ins Tor fand. Danach wurde noch ein gezielter Schuß von Gossow von Torwart Diestelow gehalten. Dann aber gingen die Oldesloer zu einem devensiven Spiel über, um auf alle Fälle den Vorsprung zu halten. Sie wurden durch die jetzt aufkommenden Dornbreiter stark unter Druck gesetzt. In der 85. Minute war es dann Linksaußen Höfner, der einen von Grunow gegen die Latte gesetzten Ball im Nachschuß zum 2:1 einschob.





In den letzten Minuten bis zum Schlußpfiff gerieten die Oldesloer, bei denen die Kräfte merklich nachließen, dann noch gehörig ins Schwimmen. Die Mannschaft kämpfte zwar aufopferungsvoll, aber kaum ein Spieler behielt nun noch die Übersicht. Hätte nicht der Pfosten zwei Minuten vor dem Abpfiff für den schon geschlagenen Spieler bei einem Schuß von Reise gerettet, dann wäre den Oldesloern wohlmöglich doch noch ein Punkt "durch die Lappen" gegangen. Um so größer war dann der Jubel, als Schiedsrichter Münch die Zitterpartie beendete. Zwei überaus wichtige Punkte waren im Kurparkstadion geblieben!




Montag, 18. Februar 1980
Ein Sieg aus verstärkter Deckung
Glücklicher Einstand für Union-Trainer Last: 2:0-Erfolg über SV Hansühn

Über 200 Zuschauer hatten sich zu diesem für die Oldesloer so äußerst wichtigen Spiel im Kurparkstadion eingefunden und waren von der guten und übersichtlichen Leitung von Schiedsrichter Wels (SV Itzehoe) in angenehmer Weise überrascht. Auf der Spielerbank hatte der neue Trainer Christian Last mit dem Aushilftrainer Uwe Pophal Platz genommen und die Losung herausgegeben, aus einer verstärkten Abwehr heraus möglichst zu einem Erfolg zu kommen, was schließlich auch mit 2:0 (1:0) gelang, obgleich die Oldesloer ohne ihre Stammspieler Kurt Stobbe, Uwe Pophal und Gossow auskommen mußten.

SC Union Oldesloe:
Spieler, Petzold, Metzing, Oluffs, Borrek, Thom, Kürbis, Spiewek, Holger Brandt, Nossol und Fischer. In der 71. Minute kam Rabener für Spiewek ins Spiel.
SV Hansühn:
Späth, Stolt, Steffen, Kahl, Kromm, Kröger, Hagemeister, Doormann, Thomsen, Pitschel und Reis. Ab 46. Min. Hollesen für Hagemeister und ab 73. Minute Bahr für Kahl.
Die Platzherren diktierten aus einer verstärkten Abwehr heraus im ersten Durchgang durchaus das Spielgeschehen. Sie wollten dieses Spiel unbedingt zu ihren Gunsten entscheiden, nachdem sie bereits das Hinspiel in Hansühn mit 2:1 gewinnen konnten. In der achten Minute mußte Torwart Späth einen Freistoß von Spiewek halten, und der Nachschuß wurde durch Borrek abgewehrt. Eine Minute später ging ein Schuß von Spiewek nur knapp am Pfosten vorbei.



Erst in der 24. Minute wurde der Sturm der Hansühner erstmalig im Strafraum der Oldesloer tätig, aber der Schuß von Kröger verfehlte knapp sein Ziel. Bei dem nächsten Angriff der Gäste konnte Spieler einen Schuß von Mittelstürmer Thomsen knapp zur Ecke abwehren.

In der 30. Minute verfehlte ein Schuß von Borreck nur knapp das Ziel, aber eine Minute später war es Thom, der nach guter Vorarbeit von Borreck die Oldesloer mit 1:0 in Führung bringen kann. Dieser Führungstreffer löste bei den Oldesloern weitere Impulse aus, und nach einer guten Vorarbeit von Fischer schoß Holger Brandt aus kurzer Entfernung auf das Tor. Sein Schuß wurde aber vom Torwart Späth sicher gehalten.

Die Oldesloer waren mit der Devise ihres Trainers Last nach dem Wechsel auf das Spielfeld gekommen, nach einem weiteren Treffer das Spiel von sich aus defensiver zu gestalten. In der 56. Minute fing Holger Brandt einen weiteren Abschlag seines Torwarts Spieler auf, ließ drei Hansühner Abwehrspieler stehen und schoß zum 2:0 im oberen linken Toreck ein.





Jetzt setzten die Hansühner alles auf eine Karte, nahmen zwei neue Spieler auf das Feld und diktierten das Spielgeschehen, wobei sie aber die gut gestaffelte Abwehr der Gastgeber - vorneweg Torwart Spieler - nicht überwinden konnten.

Eine Anschlußchance hatte der noch neu ins Spiel gekommene Hollesen in der 68. Minute. Sein Schuß aus zehn Metern Entfernung ging nach guter Vorarbeit von Pitschel aber knapp am rechten Pfosten vorbei.

Auch herausgespielte Chancen durch Kürbis und Nossol konnten in der Folgezeit für die Oldesloer nicht mehr genutzt werden. Die größte Chance zur Erreichung eines Ehrentreffers für die Gäste hatte Linksaußen Reis in der 90. Minute, aber sein aus zehn Metern abgegebener Schuß wurde von Torwart Spieler gut unter Kontrolle gebracht.