Schuljahr 1962 - 63  Zeitraum Januar - März

 

Sonnabend, 5. Januar 1963

Gebt Landschülern die gleichen Chancen!

Dorf darf nicht hinter Stadt zurückstehen – Kurs auf schulische Weiterentwicklung

lin. – Vor kaum einem halben Jahr sprachen im Kreis Stormarn nur wenige von der Dörfergemeinschaftsschule als einer erstrebenswerten Einrichtung. Das änderte sich inzwischen. Im Süden des Kreises wurde in Kuddewörde eine Dörfergemeinschaftsschule für den Schulverband Kuddewörde/Lauenburg und Grande/Stormarn gerichtet. Andere Gemeinden, zum Beispiel Köthel, haben bereits Fühlung mit der Nachbarschaft genommen, um Möglichkeiten für einen geeigneten Zusammenschluß zu erkunden. Die Gemeindevertretung Timmerhorn hat sich jüngst für den Anschluß an eine im Raum um Bargteheide zu errichtende Gemeinschaftsschule entschieden. In Tralau wird unter dem Namen Zentralschule für die aus den Dörfern Vinzier, Tralau und Nütschau bestehende Gemeinde Tralau eine kleine Gemeinschaftsschule in Kürze entstehen. Auch jenseits der Nordgrenze unseres Kreises, in Sülfeld, sind Vorarbeiten für eine Zentralschule im Gange, um für die drei Dörfer Sülfeld, Tönningstedt und Borstel ein neuzeitliche Schulsystem zu schaffen.

Das Aufgehen der ländlichen, bäuerlichen Gesellschaft in die industrielle Gesellschaft ist unaufhaltsam fortgeschritten. Wo gibt es in Stormarn noch Dörfer, reinbäuerlicher Struktur? Wohl hören wir oft, daß im Zuge der Landesplanung der dörfliche Charakter eines Ortes erhalten bleiben soll. Aber selbst dort dürfte wohl die Mehrzahl der Schulkinder nicht mehr aus den Kreisen der Landwirtschaft stammen.

Gleichrangig mit dem Wechsel der Bevölkerungsstruktur auf dem Lande ist der Wechsel in den Wissenserfordernissen, die das Leben heute in allen Berufszweigen an den jungen Menschen stellt. Da kommt der junge Maurer mit dem Fragenkomplex der Chemie zusammen etwa bei einem Spezialmörtel beim Ansetzen von Isoliermasse. Ähnlich geht es dem Jungtischler, -maler, -schlosser und nicht zuletzt dem jungen Landwirt. Sein Berufssymbol könnte heute fast eine große Retorte sein, um anzuzeigen, daß bei Fütterung, Düngung, Pflanzenschutz, Saatgutbehandlung und sofort immer und immer mit der Chemie zusammenkommt. Ja, auch in der menschlichen Ernährung und damit im Haushalt spielt sie von Tag zu Tag eine größere Rolle. Das kam vor kurzem in einer Fernsehsendung vorzüglich zum Ausdruck, als die Schule eines kleinen dänischen Dorfes gezeigt wurde, in der die Kinder in einem Chemielaboratorium lernten, um das sie wohl noch manche größere Schule beneiden könnte. Hinzukommt um nur noch zwei Beispiele herauszugreifen, die Elektrizität und die Technik mit ihren physikalischen Gesetzen. Hier kann nur ein frühzeitiges Vertrautwerden mit der Materie den heranwachsenden jungen Menschen in die Lage versetzen, im Berufsleben mit ihnen fertig zu werden. Dieses umfangreiche Wissen vermittelten bislang fast ausschließlich nur die großen, zumeist in der Stadt gelegenen Schulen.

Es wäre selbst dem begabtesten Lehrer nicht möglich, einen neuzeitlichen und auf dem Laufenden bleibenden Unterricht in Deutsch, in einer Fremdsprache, im Rechnen, in Geographie, in Turnen, in Chemie, in Physik zu erteilen, um nur einige Fächer zu nennen. Das besagt, daß für einen den heutigen Wissenserfordernissen angepaßten Schulunterricht eine größere Zahl von fachlich vorgebildeten Lehrkräften zur Verfügung stehen muß. Das ist aber in keiner Weise an den kleinen, ein- bis etwa vierklassigen Landschulen möglich.

Dazu kommt der Schulgebäude. Wir brauchen wohl kein Wort darüber zu verlieren, daß Chemie- und Physikunterricht, der für die Jugend heute immer notwendiger werden der hauswirtschaftliche Unterricht und auch der Sportunterricht – die Zahl der Kinder mit körperlichen Haltungsmängeln ist heute im Gegensatz zu früher auf dem Lande größer als in der Stadt! – ihre eigenen, gut ausgerüsteten Räume benötigen.

Und blicken wir auch einmal auf die Kinder selbst. Wenn die Kinder in größeren Gruppen das Gleiche lernen, dann Sporen sie sich mehr an. Auch werden sie nicht so abgelenkt. Sie lernen besser und gründlicher.

Bejaht man solche Gedankengänge, dann spielt die Frage, daß die Kinder außerhalb des Heimatortes zur Schule gehen sollen, spielt die Frage des gemeinsamen Transportes zur Schule, die Notwendigkeit, den Unterricht auf diesen Transport auszurichten, keine Rolle. Schließlich fahren schon jetzt viele Kinder, die weiter kommen wollen, vom Dorf zur Stadt in die Schule. Werden nicht viele von ihnen dann in ihrer nahe gelegenen Dörfergemeinschaftsschule bleiben können?! Wir haben auf dem Lande auch in anderer Hinsicht die Entwicklung zu größeren Zusammenschlüssen. Einst vermarktete jeder Bauer seine Milch selbst, dann kam die dörfliche Meierei, heute haben wir Zentralgenossenschaften. Haben sich nicht auch die Amtsverwaltungen, gegen die anfänglich soviel Bedenken geäußert wurden, bewährt.

Gewßs kann die Entwicklung nicht von heute auf morgen für alle Schulen in andere Bahnen gelenkt werden. Es sollte aber im Rahmen einer weitsichtigen Planung dafür gesorgt werden, daß der Weg zu einer gesunden Weiterentwicklung durch dörflichen Individualismus nicht verbaut wird. Gegenargumente wie der Hinweis auf die Schule als dörfliches Kulturzentrum haben gewiß ihre Berechtigung (wenn sie auch manchmal mehr oder weniger gefühlsbetont sind), doch wichtiger ist es, der auf dem Lande lebenden Jugend die gleichen Ausbildungsmöglichkeiten zu geben wie der städtischen Jugend.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.1.1962

 

Donnerstag, 10. Januar 1963

Winterwanderung

st. – Die ganze Mittelschule hatte heute Wandertag. Die Klassen machten ausgedehnte Wanderungen durch die herrliche Winterlandschaft in der Umgebung. Dazu mußten sich die Schüler besonders warm anziehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.1.1963

 

Freitag, 11. Januar 1963

400 Radfahr-„Führerscheine“

st. – Die Stormarner Verkehrswacht hat im letzten Jahr über 400 Radfahr-„Führerscheine“ an Schüler ausgegeben, die freiwillig an einer Radfahrerprüfung teilnahmen. Sie mußten theoretisch und praktisch im Verkehr beweisen, daß sie am Fahrradlenker absolut verkehrssicher sind. Diese Radfahrerprüfungen in Zusammenarbeit mit den Schulen und der Polizei trugen wesentlich dazu bei, daß die Zahl der mit Rädern verunglückten Kinder im Kreis weiter zurückgegangen ist. Als besonders erfreulich bezeichnet es die Verkehrswacht, daß zahlreiche Eltern ihren Kindern erst nach Aushändigung des „Führerscheines“ ein Fahrrad kauften.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.1.1963

 

Donnerstag, 17. Januar 1963

Mittelschüler besuchten Landtag

t. – Schülerinnen und Schüler der Königin-Luise-Mittelschule waren zu Gast beim Landtag in Kiel. In einem Vortrag hob der Pressereferent des Landtagspräsidenten, Heinz, einige Besonderheiten hervor, die es nur in dem Bundesland Schleswig-Holstein gibt. Ferner erzählte er, daß die Parlamentsstenografen die Temperamente der Abgeordneten an der durchschnittlichen Sprechgeschwindigkeit ablesen können. So haben schleswig-holsteinische Abgeordnete eine Sprechgeschwindigkeit von durchschnittlich 270 Silben pro Minute. Die Vergleichszahlen sind für Nordrhein-Westfalen 290, Bayern 320 und Berlin 360. Danach stellten sich bei einer Tasse Kaffee drei Abgeordnete zur Beantwortung von Fragen der Mädchen und Jungen zur Verfügung: Frau Weiß (FDP), Klinke (SPD) und Köberle (CDU). Die gestellten Fragen, die von jedem Abgeordneten aus der Sicht seiner Partei beantwortet wurden, behandelten Straßenbau, Schulwesen, Bau von Krankenhäusern, Preiserhöhungen bei Milch und anderen lebenswichtigen Dingen und andere zur Landespolitik gehörende Gebiete.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.1.1963

 

Montag, 21. Januar 1963

Fröhliche Tafelrunde beim Vesdoro

st. – Auf dem traditionellen Grünkohlessen des Vereins ehemaliger Schüler der Oberrealschule Oldesloe (Vesdoro) bei seinem Mitglied, Gastwirt Wigger, nahmen Oberstudiendirektor Dr. Tiedemann, ehemalige Lehrkräfte und drei Primaner der Theodor-Mommsen-Schule teil, ferner zwei Vertreter des Vesdar (Vereinigung ehemaliger Schüler der Schlee-Schule Altona) und des Hamburger Freundeskreises. Vorsitzender Hans Werner Meyer hieß sie in einer launigen Ansprache willkommen. Nach dem Essen erheiterte Mitglied Goldenbaum die gut gelaunte Tafelgesellschaft mit plattdeutschen Geschichten von Rudolf Tarnow.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.1.1963

 

Donnerstag, 24. Januar 1963

Oldesloer Mittelschule ladet ein

Veranstaltungsfolge für Eltern und Freunde

n. – Die Mittelschule wird in diesem Jahr zum Abschluß des Schuljahres keine Ausstellung in der bisher üblichen Form durchführen. Sie beabsichtigt, der Öffentlichkeit durch eine Veranstaltungsfolge im Februar weitere Bereiche ihres Schaffens und Wirkens zu zeigen. Dabei soll die Breite der Schularbeit und der Wille des Schülers zur tätigen Mitarbeit deutlich werden.

Eltern und Freunde der Schule können am 29. Januar in der Aula den Schmaltonfilm „12 Uhr mittags (High noon)“ mit Gary Cooper und Grace Kelly in den Hauptrollen sehen. Danach diskutieren Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen mit der Filmarbeitsgemeinschaft über den Film.

Am 1. Februar folgt ein niederdeutscher Abend. Im Mittelpunkt steht das Spiel „Dee Eenspänner“, dargeboten von der Arbeitsgemeinschaft „Plattdeutsch“, umrahmt von plattdeutschen Liedern und Gedichten.

„So arbeiten wir in Physik“ ist der Titel für eine physikalische Experimentiergruppe am 6. Februar. Der Musikabend „Aus der Welt der kleinen Leute“ am 8. Februar wird von Jungen und Mädchen des fünften bis siebenten Schuljahres gestaltet.

„Jung mit Schwung“ ist der Leitgedanke eines Turnnachmittags am 16. Februar in der Turnhalle der Mittelschule. Mit dem „Ihlensalat“ sticht die MS „Königin Luise“ am 20. Februar in See. Dieses „Drama in fünf Sprachen“, nämlich in Hochdeutsch, Plattdeutsch, Französisch, Englisch und Spanisch, läßt vermuten, daß die Schüler in diesem Laienspiel ihre Sprachkenntnisse und ihren Humor entfalten werden.

An einem weiteren Abend werden die zehnten Klassen mit Berichten und Farbdias „auf große Fahrt gehen“.

Der Aufgang zur Aula wird mit Nadel- und Werkarbeiten geschmückt. Gemeinschaftszeichnungen mit Themen aus dem Schulleben verlaufen friesartig bis ins zweite Stockwerk.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.1.1963

 

Donnerstag, 24. Januar 1963

Mündliches Abitur im Februar

st. – Der Beginn des mündlichen Abiturs ist für den 18. Februar festgesetzt worden. Es sind zwei Prüfungstage für die 30 Abiturienten vorgesehen. Die schriftliche Prüfung ist bereits abgeschlossen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.1.1963

 

Montag, 28. Januar 1963

Gute Aussichten für Nichtschwimmer

n. – Die letzte Vorbesprechung über den Bau eines Lehrschwimmbeckens zwischen Stadtbaumeister Heinemann und dem Fachberater für Schwimm- und Sportstättenbau beim Kultusministerium ergab, daß das nichtüberdachte Becken ein Ausmaß von 8 mal 12,5 Meter haben wird. Es gilt als Modell für das Bundesgebiet. Deshalb werden höhere Zuschüsse erwartet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.1.1963

 

Dienstag, 29. Januar 1963

Wildwestfilm als Erziehungsfaktor

Oldesloer Mittelschule eröffnete Veranstaltungsreihe

st. – Eine volle Aula war in der Mittelschule der sichtbare Beweis dafür, daß die Bemühungen und die Initiative der Schulleitung, mit mehreren Veranstaltungen an die Öffentlichkeit zu treten, von den Eltern und Freunden der Schule dankbar aufgenommen worden ist.

Wie Mittelschulrektor Hiller in seiner Begrüßungsansprache mitteilte, wird die Mittelschule diesmal zum Abschluß des Schuljahres keine Ausstellung in der bisher üblichen Form durchführen. Er sagte: „Wir wollen es bewußt einmal anders machen, um jene Bereiche zu erfassen, die in der schulischen Arbeit weniger sichtbar sind, aber es verdienen, deutlich gemacht zu werden!“ Die Veranstaltungsreihe soll weitere Bereiche des Schaffens und Wirkens der Schule herausstellen, Zu einem Bestandteil der Arbeit gehört die Beschäftigung der Schüler mit den Massenmedien Film, Rundfunk, Fernsehen und Presse.

Zuerst lag die Gestaltung des Abends in Händen der Filmarbeitsgemeinschaft unter der Leitung der Lehrer Stumme und Lorenz. Es wurde der Schmaltonfilm „12 Uhr mittags“ gezeigt. Die Gäste hatten Gelegenheit, das mit finanzieller Unterstützung der Elternschaft angeschaffte Tonfilmgerät bei der praktischen Vorführung zu erleben. Anschließend diskutierten Schüler und Schülerinnen der zehnten Klassen den Film nach inhaltlichen und filmkundlichen Merkmalen. Immer wieder klang bei der Aussprache hin durch, daß dieser Wildwestfilm, der schon längst als ein „Klassiker“ in die Filmgeschichte eingegangen ist, die Pflichterfüllung in den Vordergrund gestellt hat. Ein Sheriff bewahrte eine Stadt vor Banditen, indem er sich ihnen stellte, ohne dabei der Hilfe der anderen Bewohner gewiß zu sein. Die Diskussion wird sicherlich im Unterricht fortgesetzt werden. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.1.1963

 

Freitag, 1. Februar 1963

Mittelschüler schenkten „lütte Frünnen“

FOTO!!!!!

lin. – „Hunnert lütte Frünnen sünd negenunnegentig mehr as een grote.“ Unter diesem Motto stand der Plattdeutsche Abend der Oldesloer Königin-Luise-Schule, der nach einem kurzen Begrüßungswort von Rektor Hiller unter der Leitung von Mittelschullehrer Hafemann in beachtenswert flottem Tempo abrollte.

Das dreißig Nummern zählende Programm umfaßte so ziemlich alle Gebiete volkstümlichen Kulturlebens. Natürlich fehlte auch nicht Volksmusik und –gesang. Von dem frischen Eifer der Schülerinnen und Schüler fast aller Jahrgänge angesteckt, ging das zahlreiche Publikum in der gefüllten Aula willig und dankbar mit. Jeder genoß die Gemütlichkeit, die Ausdrucksfähigkeit und die große Wärme der plattdeutschen Modersprak.

Das kleine Spiel in acht Bildern „De Eenspänner“ erntete nicht nur wegen seines humorvollen Inhalts, sondern auch wegen des „gekonnten“ Spiels herzlichen und verdienten Beifall.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.2.1963

 

Sonnabend, 2. Februar 1963

Verkehrsunterricht in der Schulpraxis

st. – Der erste Lehrgang der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein in diesem Jahr hatte das Thema „Verkehrsunterricht in der Schulpraxis“. Unter den 25 Teilnehmern aus allen Stadt- und Landkreisen des Landes befand sich der Stormarner Kreisfachberater für Verkehrserziehung, Mittelschullehrer Gerhard Fenner (Bad Oldesloe). Der fünftägige Lehrgang, der im Wallrothhaus auf dem Scheersberg stattfand, ging gestern zu Ende. Zwei weitere Lehrgänge sollen folgen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.2.1963

 

Dienstag, 5. Februar 1963

Lions-Club überreicht Preise

st. – Einen Buchpreis und eine Dag-Hammarskjöld-Gedenkmünze wird Eckart Tesdorpf morgen vormittag in einer kleinen Feier in der Mittelschule im Auftrage des Lions-Clubs den Siegern im Aufsatzwettbewerb des Clubs überreichen. Das Thema hatte gelautet: „Bemühungen der UNO, den sozialen Fortschritt und die Lebensbedingungen bei größerer Freiheit zu fördern“. Eine weitere Dag-Hammarskjöld-Münze wird Kerns Internatsschule in Schloß Blumendorf erhalten, und zwar auf einem Elternabend am Donnerstag, auf dem Lions-Club-Präsident Hans Koch einen Bericht in Wort und Bild über die Reise der schleswig-holsteinischen Regierungsdelegation nach Kamerun, der er angehört hatte, geben wird.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.2.1963

 

Dienstag, 5. Februar 1963

Rundfunkphysik im Schulunterricht

n. – Morgen abend setzt die Mittelschule ihre Veranstaltungsreihe fort. Sie zeigt experimentelle Versuche aus der Rundfunktechnik-Hochfrequenz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.2.1963

 

Mittwoch, 6. Februar 1963

Physikraum wurde zum Funkhaus

Mittelschüler experimentierten vor den Eltern

st. – Rektor Hiller begrüßte am dritten Veranstaltungstag der Mittelschule im modernisierten Physikraum Schulrat Lüth, Eltern und ehemalige Schüler. Da die Technik den Mensehen unserer Zeit formt, muß auch die Schule die grundlegenden physikalischen Gesetze vermitteln. Damit begründete der Schulleiter das Thema des Abends „So arbeiten wir in Physik“, zu dem Lehrer Oehmke einleitend die Aufgabenstellung erklärte.

Zur Erläuterung der Arbeitsweise der Abschlußklassen führten einige Schülergruppen acht ausgewählte Experimente aus der Unterrichtseinheit „Hochfrequenzphysik – Rundfunktechnik“ vor. Die Versuchsreihen beschränkten sich auf Schwingkreisschaltungen und deren Grundlagen, wobei die Frequenzen stufenweise bis zur Ultrahochfrequenz (UKW 2,10 Meter) erhöht wurden.

Eine Jungengruppe zeigte die Wirkungsweise der Selbstinduktion in Spulen mit 300 bis 12.000 Windungen, Eine andere Gruppe machte durch Einschalten eines Lautsprechers die Induktion bei Schwingkreisschaltungen von mehreren 100 Hertz hörbar und beeinflußte und steuerte den Elektronenstrom, der aus einer beheizten Katode einer Elektronenröhre – Triode Typ EC 92 – heraustrat.

Die Tätigkeit einer Rundfunkanstalt erläuterte die „Sendung eines Schallplattenprogramms“, wo der Empfang mittels eines Kofferrundfunkgerätes verdeutlicht, wurde.

In allen Versuchen und Erörterungen kam der technische Fortschritt der heutigen Schularbeit zum Ausdruck.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.2.1963

 

Mittwoch, 6. Februar 1963

Dörfergemeinschaftsschule gewinnt Freunde

Fünf Mittelstormarner Dörfer grundsätzlich einig – Haupteinwand: der lange Schulweg

st. – Voraussichtlich wird die erste rein stormarnsche Dörfergemeinschaftsschule im Raum von Bargteheide entstehen. Landrat und Kreisschulverwaltung führten in letzter Zeit eingehende Besprechungen mit den Bürgermeistern, Gemeindevertretungen und Schulausschüssen der für einen solchen Zusammenschluß in Frage kommenden Gemeinden Delingsdorf, Timmerhorn, Kleinhansdorf, Jersbek und Hammoor.

Von einigen Gemeinden liegen bereits grundsätzliche Beschlüsse vor dahingehend, daß die Errichtung einer Dörfergemeinschaftsschule gewünscht wird und daß die entsprechenden Planungsvorarbeiten mit Nachdruck – auch durch personelle Beteiligung – zu zu unterstützen sind.

Bei dem Für und Wider, das bei dem Besprechungen vorgebracht wurde, ergab sich, und das muß ausdrücklich vorab festgestellt werden, fast ausnahmslos die Erkenntnis, daß der auf dem Lande auf wachsenden Jugend die gleiche Bildungsgrundlage geschaffen werden muß für ihr späteres berufliches Vorwärtskommen, wie der in der Stadt oder in Großgemeinden aufwachsenden Jugend. Nur ganz vereinzelt glaubte man, der Auffassung der Pädagogen widersprechen zu können, die erklärten, daß in den ein- bis mindestens dreiklassigen Schultypen nicht die Möglichkeit zu einer solchen neuzeitlichen Schulung vorhanden sei.

Für den Zusammenschluß zu einer fünf- bis siebenstufigen Schule sprechen materielle und personelle Gründe. … Die ganze Vielfalt des technischen Instrumentariums für den fortschrittlichen Unterricht kann nicht für jede kleine Schule beschafft, dort nicht untergebracht und nicht eingesetzt werden. Durchschlagender ist die Personalfrage. Auch das wurde bei dem Besprechungen anerkannt, daß immer weniger Lehrkräfte, vor allem geeignete, für die vielen kleinen Schulen zu bekommen sind. Schulleiter für kleine Schultypen melden sich bei Stellenausschreibungen kaum noch. Hinzu kommt, daß der Lehrer beim besten Willen nicht mehr in all den vielen nötigen Fächern ein Könner sein kann. So entstehen immer wieder Bildungslücken zum Nachteil der Jugend.

Gegen die Dörfergemeinschaftsschule wird in allererster Linie und fast ausschließlich der Schulweg angeführt. … Gewiß, der Schulweg wird oft weiter werden. Aber viel? Bei einer Amtsbesprechung in Trittau stellte der Bürgermeister von Grande fest, daß ein erheblicher Teil der Kinder seiner Gemeinde zur alten Schule 3,5 bis 4 Kilometer lange Wege habe zurücklegen müssen. Zur neuen Dörfergemeinschaftsschule sind es kaum 500 Meter mehr.

An der Grenze zwischen Fresenburg und Schlamersdorf liegt ein Arbeiterwohnhaus. Die Kinder mußten früher von dort bis nach Poggensee zur Schule, das waren auch 3,5 Kilometer. Und die Schlamersdorfer Kinder, die zur Oldesloer Mittel- oder Oberschule gingen, hatten reichlich 4,5 Kilometer zu laufen.

Einem der Bürgermeister der in Rede stehenden Gemeinde wurde von einer Mutter die Hölle heiß gemacht, ob des zu erwartenden Schulweges nach Bargteheide. Und dann stellte er fest, daß ein noch nicht schulpflichtiges Kind dieser Mutter in Bargteheide den Kindergarten besuchte! Bemerkenswert ist auch die von Schulärzten getroffene Feststellung, daß die Kinder mit Schulwegen von 3 bis 3,5 Kilometer weder in ihrer Leistung noch in ihrer Gesundheit Mängel aufweisen.

Es mag auch gesagt sein, daß sich auch die Pädagogen nicht sämtlich einig darin sind, ob nun unbedingt schon die Kinder in den ersten Grundschuljahren auf die Dörfergemeinschaftsschulen geschickt werden sollen. Ein Schuldirektor vertrat die Auffassung, daß man möglichst dem Schulanfänger die vertraute Atmosphäre des Heimatdorfes erhalten solle. Auch in einem Wegweiser des Kultusministeriums ist von dieser Möglichkeit gesprochen.

Die Beibehaltung dieser vielen dörflichen Grundschulen steht und fällt aber mit dem Vorhandensein von geeignetem Lehrpersonal. Nach amtlicher Auffassung dürfte nur eine nicht ausreichende Anzahl von Junglehrerinnen zur Verfügung stehen. Und gerade diese jungen Lehrkräfte bedürfen verstärkt – ohne Ihnen mit dieser von pädagogischer Seite getroffenen Bemerkung nahe treten zu wollen –, der Beratung und Führung durch den Schulleiter.

Daß die Beibehaltung der Grundschulklassen in den einzelnen Dörfern eine wesentliche Verteuerung bedeuten würde, sei am Rande erwähnt. Es möge in diesem Zusammenhang aber auch der Hinweis gestattet sein, daß man, fährt man durch die schleswig-holsteinischen Lande, vielfach weit außerhalb der Dörfer, oft auf der Grenze zwischen Nachbargemeinden, Schulen antrifft. Also auch hier wurde den Kleinschülern schon seit Jahren ein mehr oder weniger weiter Weg und eine gewisse Herauslösung aus der Dorfatmosphäre zugemutet.

In einem besteht jedoch überall Einigkeit, und das kam auch in den eingangs erwähnten Besprechungen klar zum Ausdruck. Die Schulwege müssen so gestaltet werden, daß die Kinder nicht den Gefahren des ständig zunehmenden Kraftverkehrs ausgesetzt sind. Das kann durch Anlage von Fuß- und Radwegen geschehen. Im Bargteheider Raum werden zur Zeit solche schon geschaffen. Das kann aber auch durch einen planvollen Einsatz von öffentlichen Verkehrsmitteln und speziellen Schulfahrzeugen geschehen. Das verlangt nur etwas guten Willen und gutes Zusammenarbeiten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.2.1963

 

Mittwoch, 6. Februar 1963

Mittelschüler musizieren

st. – Einen Musikabend veranstaltet die Königin-Luise-Schule am kommenden Freitag um 20 Uhr in ihrer Aula. Der Schulchor wird Lieder aus der Welt der kleinen Leute, über Blumen, Tiere und seltsame Dinge singen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.2.1963

 

Freitag, 8. Februar 1963

Besinnliche Stunde für Eltern

Oldesloer Mittelschüler sangen von Blumen und Tieren

st. – Zahlreiche Eltern und Freunde der Königin-Luise-Schule fanden sich in der Aula zu einem volkstümlichen Konzert ein, dessen Motto „Aus der Welt der kleinen Leute“ lautete und Lieder über Blumen, Tiere und seltsame Dinge zum Inhalt hatte. Es schenkte den Erwachsenen eine Stunde der Besinnung, wie es Mittelschulrektor Hiller in seiner Begrüßung gehofft hatte.

Frau Lorenz war es gelungen, durch die Auswahl von Liedern und überleitenden Gedichten ein durch alle Stimmungsbereiche führendes Programm zusammenzustellen. Es paarte sich der kindheitsgemäße Inhalt mit der Schönheit der melodischen Linie durchsetzt mit rhythmischen Feinheiten. Das zeigte sich bereits zu Beginn im Kanon „Fröhlich fanget an“ von Vulpius, wo klangreinen Stimmen den ersten Beifall ernteten.

Nach einem Flötensextett von Telemann leitete das Gedicht „Löwenzahn“ von Lulu von Strauß und Torney über zur heiteren Stimmung des Satzes von Armin Knab „Löwenzahn, zünde deine Lichtlein an“, der in dem steten Wechsel der Modulation die gute Chorführung von Frau Lorenz erkennen ließ. In Mozarts „Allegretto“ brachte Susi Burn ein technisch ausgereiftes Spiel auf der Altflöte, begleitet von ihrer Lehrerin am Flügel. Die Themen „Spatzen, Fink und Frosch“ gefielen in ihrer Allegrobewegung. Besinnlicher Ausklang waren ein Flötensextett von Cerelli und das Schlußlied „Alle Leut gehn jetzt nach Haus“ von August Hoffmann.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.2.1963

 

Freitag, 8. Februar 1963

Vesdoro tagte

st. – Auf der Hauptversammlung der Vereinigung ehemaliger Schüler der Oberrealschule Bad Oldesloe im „Deutschen Haus“ wies der 1. Vorsitzende Hans Werner Meyer in seinem Jahresbericht besonders auf die gute Finanzlage des Vereins hin. Der Vorstand wurde in seiner bisherigen Zusammensetzung von den Mitgliedern bestätigt. Eine Änderung ist nur bei den Schriftführern eingetreten. Zum 1. Schriftführer wählten die Mitglieder Rechtsanwalt Kuhlmann und zum 2. Schriftführer Verleger Herbert Schüthe. Am 16. Februar findet ein Ball statt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.2.1963

 

Montag, 11. Februar 1963

Vesdoro will Grabstätte pflegen

st. – Der Stadtverordnete Wigger wies im Stadtparlament darauf hin, daß der Grabstein für Geheimrat Bangert, den um die Heimatforschung hochverdienten Verfasser der Stadtgeschichte, reparaturbedürftig sei. Der Verein ehemaliger Schüler der Oberrealschule Oldesloe sei bereit, sich an den Reparaturkosten zu beteiligen und die Pflege des Grabes zu übernehmen. Er fragte, ob die Stadt die restlichen Kosten tragen wolle. In diesem Zusammenhang bat der Stadtverordnete, dafür zu sorgen, daß die Pflege der Gräber anderer verdienter Bürger, wie das von Bürgermeister Mewes und Prof. Hansen, für den Fall sichergestellt werden möge, daß keine Angehörigen mehr in der Stadt lebten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.2.1963

 

Montag, 11. Februar 1963

Erkältungskrankheiten grassieren

st. – Infolge Erkältungskrankheiten fehlen in einigen Klassen der Theodor-Mommsen-Schule bis zu einem Drittel der Schüler. Auch der Lehrkörper ist stark betroffen. Zur Zeit sind acht Lehrkräfte nicht im Dienst. Bis auf die Schließung einer Klasse am letzten Freitag konnte der Unterricht bisher aufrechterhalten werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.2.1963

 

Montag, 11. Februar 1963

Aufmerksame Zuhörer

Der Stadtverordnetensitzung wohnten als Zuhörer auch die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Politik an der Mittelschule unter Leitung ihres Lehrers bei.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.2.1963

 

Montag, 11. Februar 1963

Mittlere „Schul-Laufbahn“ begehrt

Zahl der Abiturienten wird von Jahr zu Jahr abnehmen

Kiel. Von der Wirtschaft des Landes sind in den vergangenen Wochen wieder Klagen über den Mangel an Nachwuchs laut geworden. Die Zahl der Schulabgänger reicht nicht aus, um das Angebot an Lehrstellen in den meisten Wirtschaftszweigen zu befriedigen. Die Zahl der offenen Stellen wächst von Jahr zu Jahr, obgleich die Zeit der extrem niedrigen Schulentlassungszahlen vorüber ist.

Wie das Statistische Landesamt in Kiel jetzt feststellte, werden Ostern 1963 rund 19.000 Schülerinnen und Schüler aus den öffentlichen Volksschulen (ohne Aufbauzüge) entlassen. Das sind 4000 mehr als 1961, dem Jahr mit der geringsten Abgangsquote. Im kommenden Jahr wird die Zahl um weitere 300 steigen. Nach den Schätzungen der Statistiker werden zwischen 1965 und 1972 jährlich 18.000 bis 19.000 Jungen und Mädchen entlassen werden.

Eine günstige Prognose wird für die Schulabgänger mit mittlerer Reife gestellt. Ostern 1963 werden rund 6400 Schüler die Mittelschulen, Aufbauzüge oder die Untersekunden der Gymnasien verlassen. Diese Zahl wird voraussichtlich bis 1970 auf rund 7000 steigen. Für die darauf folgenden Jahre zeichnet sich dann wieder ein geringfügiger Rückgang an.

Die Zahl der Abiturienten dürfte stark zurückgehen. 1963 rechnet man noch mit 2600. Dann wird ihre Zahl jedoch von Jahr zu Jahr abnehmen, bis sie nach Meinung der Statistiker 1965 und 1966 unter 2000 absinken und damit ihren tiefsten Stand erreichen wird. Für eine Reihe von Jahren soll sie sich dann bei 2000 einpendeln.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.2.1963

 

Dienstag, 12. Februar 1963

Anwärmgeräte für die Schulmilch

Doch die Beschaffung dauert noch ein Weilchen

st. – Infolge der Kälte ist der Schulmilchverbrauch stark zurückgegangen. Die Stadtschule und die Mittelschule haben die Milch wegen des Fehlens von Anwärmmöglichkeiten völlig abbestellt. In der Theodor-Mommsen-Schule und in der Klaus-Groth-Schule wird nur noch halb so viel Milch wie beispielsweise im November getrunken.

Im November lieferte die Meierei 3500 Liter an die Schulen, im Dezember nur noch rund 1000 Liter, wobei nicht nur die Kälte, sondern auch die Weihnachtsferien den Verbrauch verminderten. Aber im Januar ging er dann noch weiter zurück, denn als Eisstückchen in der Milch schwammen, entschloß sich nach der Mittelschule auch die Stadtschule, die Milch abzubestellen.

Elternbeiräte und Schulen wandten sich an die Stadt. Der Schul- und Kulturausschuß schrieb der Meierei. Diese erklärte sich jetzt grundsätzlich zur Beschaffung von vier Anwärmegeräten bereit. Sie wird Zuschüsse hierfür aus Bundesmitteln beantragen und hofft, daß die Schulen vor Beginn des nächsten Winters die Geräte erhalten werden. Man schätzt die Kosten auf etwa 3000 DM. Für die laufenden Stromkosten wird dann wohl die Stadt aufkommen.

Inzwischen sucht die Meierei nach einer anderen Möglichkeit, die Milch leicht an gewärmt an die Schulen zu liefern. Allerdings ist dies schwierig, denn der Weg über die Einzelhändler in die Klassenräume ist umständlich.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.2.1963

 

Mittwoch, 13. Februar 1963

Tüchtige Leichtathleten in der Mittelschule

n. – Wie wir aus der Fachzeitschrift „Leichtathletik“ Nr. 6/63 entnehmen, hat sich die Mittelschule Oldesloe bei ihrem Durchgang zur Deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaft im Mannschaftsmehrkampf der Gruppe II unter den Schulen im Bundesgebiet gut plaziert. Die Jungenmannschaft der Schülergruppe A (1948/49) nimmt mit Werner Lafin, Fred Girschkowski, Ernst Hank und Rainer Ebell unter 3066 Schulmannschaften den 142. Platz ein. Die Schüler-B-Mannschaft mit Erhard Hiller, Holger Wessendorf, Rüdiger Sluga und Wolfgang Drews errang sogar den 26. Platz von 2251 teilnehmenden Mannschaften. Noch größer ist der Erfolg der Schülerinnen A; hier erzielten Waltraut Dettke, Brigitte Hermann, Inge Olufs und Dorit Grantzau einen 13. Platz (bei rd. 2000 Mannschaften). Die gleiche Plazierung (13.) finden wir in der Bestenliste für die B-Schülerinnen Jutta Reimers, Gisela Skroblin, Ursula Ebel und Marlies Stürmer. Einen 73. Platz bei den A-Schülerinnen belegten Brigitte Pohl, Bärbel Paelegrim, Marion Noack und Jutta Klinck. Dieser Mannschaftswettkampf war im Herbst vorigen Jahres unter Aufsicht des Kreisleichtathletikverbandes und des Kreissportverbandes durchgeführt worden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.2.1963

 

Freitag, 15. Februar 1963

Turnnachmittag wegen der Grippe verlegt

st. – Die Mittelschule muß den für morgen geplanten Turnnachmittag „Jung mit Schwung“ wegen zahlreicher Grippeerkrankungen in der Schülerschaft um eine Woche auf den 23. Februar verlegen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.2.1963

 

Montag, 18. Februar 1963

Beste Stimmung beim bo-bi-ba

st. – In bester Stimmung verlebten die zahlreichen Besucher des Bockbierballes des Vesdoro (Verein ehemaliger Schüler der Oberrealschule Oldesloe) die Wochenendnacht im Café Arnold. Festausschussvorsitzender Fritz Guercke sorgte für einen humorvollen Auftakt. Viel Beifall fand ein Sketsch, von einem Mitglied in vorgerückter Stunde zum Besten gegeben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.2.1963

 

Montag, 18. Februar 1963

Mittelschule muß Laienspiel verlegen

st. – Das für Mittwoch vorgesehene Laienspiel „Ihlensalat“ ist wegen der Grippewelle, deretwegen eine größere Anzahl von Lehrern und Schülern der Schule fernbleiben muß, auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben worden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.2.1963

 

Montag, 18. Februar 1963

Mittelschulklasse vorübergehend geschlossen

st. – Eine Klasse der Königin-Luise-Schule wurde wegen Grippe für zwei Tage geschlossen. Morgen soll der Unterricht wieder aufgenommen werden. Zeitweise fehlten 80 von 600 Schülern. Nach den neuesten Feststellungen scheint die Zahl der Erkrankungen zurückzugehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.2.1963

 

Mittwoch, 20. Februar 1963

Abiturienten der Theodor-Mommsen-Schule

st. – Alle 30 Oberprimaner der Theodor-Mommsen-Schule haben das Abitur bestanden. Die mündliche Prüfung fand an den vergangenen beiden Tagen unter Vorsitz von Oberstudiendirektor Dr. Tiedemann statt.

Klasse Ols:

Hilke Andreae, Bad Oldesloe, (Berufswunsch: Studienrätin); Friederike Brandsch, Grabau, (Studienrätin); Sabine Ermler, Bad Oldesloe, (Inspektorin); Arne von Kittlitz, Schulenburg, (Neuphilologe); Susanne Beyer, Bad Oldesloe, (Studienrätin); Lotte Bischoff, Reinfeld, (Apothekerin); Ilse Busack, Bad Oldesloe, (Volksschullehrerin); Curt Colberg, Bad Oldesloe, (Theologe); Manfred Giese, Bad Oldesloe, (Marine-Offizier); Frank-Bernd Gottschalk, Bad Oldesloe, (Musik und Theaterwissenschaft); Wolfgang Hartmut, Bad Oldesloe, (Jurist); Birgit Hormann, Aumühle, (Mittelschullehrerin); Günther Jonischkies, Großensee, (Volksschullehrer); Hinrich Kröger, Sülfeld, (Apotheker); Adelheid Meyer, Kisdorferwohld, (Volksschullehrerin); Heidrun Pawelzik, Bad Oldesloe, (Soziologin); Helmut Ragoß, Bad Oldesloe, (Studienrat); Bernd-Bodo Stramm, Bad Oldesloe, (Offizier); Wolfgang Thies, Bad Oldesloe, (Jurist); Herbert Zeichner, Bad Segeberg, (Journalist).

Die ersten vier wurden von der mündlichen Prüfung befreit.

Klasse OIm:

Wolfgang Albrecht, Bad Oldesloe, (Dipl.-Ingenieur); Wolfgang Bohnstedt, Bad Oldesloe, (Jurist); Claus-Dieter Hamdorf, Wakendorf I, (Dipl.-Ingenieur); Ulrich Heider, Bad Oldesloe, (Dipl.-Ingenieur); Viktor Melosch, Rethwischfeld, (Dipl.-Landwirt); Bruno Scharnberg, Trittau, (Dipl.-Physiker); Christian Schwarck, Mollhagen, (Journalist); Frank Sonder, Bad Oldesloe, (Apotheker); Peter Specht, Bad Oldesloe, (Zahnarzt); Konrad Stumpf, Bad Oldesloe, (Arzt).

Der erste wurde von der mündlichen Prüfung befreit.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.2.1963

 

Donnerstag, 21. Februar 1963

Bauarbeiten für Schule vergeben

st. – Für den III. Bauabschnitt der Klaus-Groth-Schule hat der Magistrat die Bauarbeiten für 420.000 DM vergeben. Die billigsten Bieter bei einer öffentlichen Ausschreibung waren einheimische Firmen. In einem Anbau sollen acht Klassen- und entsprechende Nebenräume geschaffen werden. „Dann ist die Klaus-Groth-Schule voll ausgebaut“, wie Bürgermeister Barth gestern feststellte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.2.1963

 

Donnerstag, 21. Februar 1963

Pausenklingel

st. – Der Magistrat bewilligte die Mittel für eine elektrische Pausenklingel in der Stadtschule. Der Auftrag wurde gleich vergeben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.2.1963

 

Sonnabend, 23. Februar 1963

Turner im Charlestonkostüm

Schwungvolles Programm der Oldesloer Mittelschüler

st. – Mit einer gelungenen Turnveranstaltung unter dem Motto „Jung mit Schwung“ zeigte die Mittelschule Eltern und Freunden Ausschnitte aus der Arbeit für die körperliche Ertüchtigung der Schüler.

Rektor Hiller konnte unter den zahlreichen Eltern Gäste begrüßen, die am Sport stets interessiert sind, so Stadtrat Schröder und die Stadtverordneten Ludwig und Wigger vom städtischen Sport- und Jugendpflegeausschuß und Oberstudiendirektor Dr. Tiedemann.

Das abwechslungsreiche Programm wurde flott abgewickelt. Jungen der Abschlußklassen ernteten für ihre Mutübungen am Hochreck und am Barren Beifall, die Mädchen für ihre bestechende Haltung am Stufenbarren.

Ein Volkstanz der Klasse 5a, der „Dos-à-dos-Mixer“, leitete zu einem Klassenturnen der 6a über, wo bei Übungen der Winter-Bundesjugendspiele dieser gemischten Klasse die Selbständigkeit der Turnarbeit und die Mitverantwortung der Riegenführer besonders auffielen. Die spezielle Aufgabe im Mädchenturnen, das Rhythmische und Musische zu pflegen, trat bei der Ballgymnastik der größeren Mädchen in Erscheinung. Bei der Gerätehindernisstaffel bewältigten die jüngsten Schüler der 5b/c mit sichtbarer Freude die Hindernisse in spielerischer Form. Mit den drei modernen Volkstänzen „Oh Sunnah“; „Yankee Doodle“ und der „Doubleska-Polka“ gestaltete die Klasse 7a das Programm recht abwechslungsreich. Flug- und Hechtrollen wechselten schwungvoll mit den mutigen und geschickt ausgeführten Kastensprüngen des neunten Schuljahres, es folgten „Short cake“ und „Del Rio“, zwei lustige Volkstänze, dargeboten von kostümierten Charleston-Tänzern der Klasse 8a/b.

Begeistert über die Darbietungen äußerte sich der Vorsitzende des Ortsausschusses für Leibesübungen, Christian Ohrt. Die Veranstaltung hätte einen guten Überblick über die Turnarbeit der Schule vermittelt, nachdem die leichtathletische Arbeit bereits im Herbst die Anerkennung des Landessportverbandes gefunden habe. Die Schule erziehe zur Einsatzfreudigkeit und Bereitschaft, auch außerschulisch bei Sportveranstaltungen mitzuhelfen.

Nach einem Handball- und einem Basketballspiel dankte der Schulleiter den Eltern für den Besuch und das Interesse an der Turn- und Sporterziehung ihrer Kinder.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.2.1963

 

Sonnabend, 2. März 1963

Abschied vom Oldesloer Gymnasium

Unter den Ehrengästen zwei „goldene“ Abiturienten

st. – In einer eindrucksvollen Feier entließ Oberstudiendirektor Dr. Tiedemann die 30 Abiturienten der Theodor-Mommsen-Schule. An der Feier nahmen außer mehreren Vertretern der Stadt und der städtischen Körperschaften die Eltern der Abiturienten und zahlreiche Gäste aus Stadt und Land teil.

Sie erhielt ihre besondere Note durch die Anwesenheit von zwei „goldenen“ Abiturienten des Jahrgangs 1912 und fünf „silbernen“ Abiturienten des Jahrgangs 1938. Außerdem war es die erste Schulfeier, in der sich die Gäste über das neue, schöne Gestühl freuen konnten.

Den Wandel der Zeitverhältnisse charakterisierte Dr. Thiedemann in seinem Grußwort an die Jubiläumsabiturienten. Ein Erlaß aus dem Frühjahr 1912 besagte, daß der Fußballsport nicht in das Programm des Knabenturnens aufgenommen werden durfte. Ein zweiter Erlaß mahnte, die Jugend vor den Schäden der aufkommenden Kinematographie zu schützen, da sie zu leichtfertigen Ausgaben verleite und zu langem Verweilen in schlechter Luft zwinge. 1938 hatte sich die Lage so gewendet, daß sogar das Boxen Prüfungsfach für das Abitur war.

Als Sprecher der Abiturienten sprach Christian Schwarck (Mollhagen) von den wichtigen Problemen, die sie als junge heranwachsende Staatsbürger beschäftigt hatten: die Wiedervereinigung und die Vollendung der Einigung Europas. Schwer mache die ältere Generation es oft der Jugend, in ihrer Liebe zum Vaterland und in ihrem ungestümen Vorwärtsdrängen nicht irre zu werden, eine Situation, die besonders augenfällig beim Besuch des Bundestages geworden sei. Dies zunächst negative Erlebnis habe zu der wichtigen Erkenntnis beigetragen, daß wahre Freiheit nur in der Relativität möglich sei.

In seiner Abschiedsansprache wies Dr. Tiedemann auf die unzerstörbaren, ewigen Werte der geistigen Welt hin. Mit der Überreichung der Reifezeugnisse entließ er die Abiturienten unter den besten Wünschen für ihren Lebensweg aus der Gemeinschaft der Schulfamilie. Bei dieser Gelegenheit übergab er Heidrun Pawelzik für ihre Arbeit als Schulsprecherin und in der Schülermitverantwortung und Christian Schwarck für seine Tätigkeit beim Aufbau der Schülerbücherei je ein wertvolles Buch als Erinnerungsgabe.

Der Schulchor unter Leitung von Studienrat Alshuth umrahmte die Feier.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.3.1963

 

Sonnabend, 2. März 1963

Im Rhythmus und Gewand der 20erJahre

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Mit einem selbstgeschneiderten Charlestonkleid hatten die Mädchen des achten Schuljahres der Oldesloer Mittelschule an ihrem Turnnachmittag vor Eltern und Freunden Turnhemd und -hose vertauscht. Die Jungen hatten sich mit Hut, Weste und langer Hose ein würdiges Aussehen verliehen. Das war der rechte Rahmen für zwei schwungvolle Tänze, den „Short cake“ und den „Del Rio“, für deren Vorführung die jungen Tanzpaare viel Beifall ernteten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.3.1963

 

Montag, 4. März 1963

Konzert der Theodor-Mommsen-Schule

Kl. – Das Programm umfaßte geistliche Chorlieder, Madrigale, Chöre mit Klavierbegleitung von Johannes Brahms und Abendlieder, zwischen den einzelnen Gruppen ältere Orchestermusiken. Das Konzert in solcher Vielgestaltigkeit hätte den Ausführenden, dem Schulchor und dem Schulorchester, reichlich Gelegenheit geboten, ihr Können zu zeigen. Genutzt wurden die Möglichkeiten nicht. Die Chöre waren bewußt behutsam vorgetragen, viel zu behutsam. Schubert und Mozart: Sanctus und Ave, verum corpus. Dem Chor haftete eine gewisse Schwerfälligkeit an, verstärkt durch übermäßig langsame Tempi. Die musikalische Substanz der zum Teil herrlichen Chöre versank mitunter ganz in elegischer Stimmung, und so kam es zu keiner rechten musikalischen Formulierung, zu keiner Verbindlichkeit. Es fehlte die Spannung, die Gestaltung, und das war ein entscheidender Mangel. Der berühmte „Funke“ wollte nicht überspringen. Nur in zwei Stücken gewann der Chor die lebendige, klangüberzeugende Form, die wir sonst an ihm loben: „Wir lieben sehr im Herzen“ von Friderici und „Rundadinella“ von Schein.

Das Orchester entledigte sich seiner Aufgaben mit Anstand, und die Solisten des Abends, Birgit Hormann, Heidrun Pawelzik und Frank-Bernd Gottschalk blieben mit drei Brahms-Liedern deutlich in dem bezeichneten konservativen Rahmen.

Ein guter Ausklang: der „Abendruf“ von Spitta. Damit konnte man in den Beifall, der Studienrat Fritz Alshuth, dem Leiter des Abends gezollt wurde, noch freudig mit einstimmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.3.1963

 

Dienstag, 5. März 1963

Morgen „Ihlensalat“

st. – Die Königin-Luise-Schule veranstaltet morgen ihren wegen Grippeerkrankungen zahlreicher Mitwirkender verschobenen Theaterabend. Schüler und Schülerinnen werden das Laienspiel „Ihlensalat“ aufführen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.3.1963

 

Dienstag, 5. März 1963

50 Sieger im Turnen

st. – Die Klaus-Groth-Schule veranstaltete zum zweiten Male seit der Einführung die Bundesjugendspiele. Für die Jungen war ein Vierkampf mit Übungen am Reck, Barren, Bock, Kasten oder Pferd sowie im Bodenturnen vorgeschrieben. Die Mädchen turnten am Stufenbarren, Bock und auf der Matte. Als vierte Übung kam die Ballgymnastik hinzu. 27 Jungen und 23 Mädchen gingen als Sieger aus den Wettkämpfen hervor.

Davon erhielten eine Ehrenurkunde: Angelika Stapelfeld, Ernst-Udo Vagt (beide 78 Punkte), Marion Lierenz (75,5), Karin Pitzer (73,5), Reinhard Henseler (72,5), Horst Hildebrandt (72).

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.3.1963

 

Mittwoch, 6. März 1963

Buntes Treiben auf der „Marie-Luise“

Fremdsprachlicher Unterricht im Schülerlaienspiel

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pr. – Auch die letzte Veranstaltung einer Reihe von Abenden für die Eltern und Freunde der Mittelschule war ein schöner Erfolg. Vor einer vollen Aula fand die Uraufführung des Laienspiels „Ihlensalat“ statt. Es stammt aus der Feder des Mittelschullehrers Helmut Stumme, der auch die Regie führte.

Bei den Proben muß er gar nicht so einfach gewesen sein, alle 39 Mitwirkenden unter einen Hut zu bringen. Auf der kleinen provisorischen Bühne drängten sich die Spieler, denn die Ereignisse überschlugen sich.

Der Verfasser wollte in diesem Stück die drei Fremdsprachen, die auf der Schule gelehrt werden, vereinen. Damit die Jungen und Mädchen die nötige Lust bekamen, benutzte er außer den Fremdsprachen auch noch Plattdeutsch und Hochdeutsch. Der Unterricht fand diesmal auf der „MS Marie-Luise“ statt.

Die Besatzung, echte Schleswig-Holsteiner mit einem harten Zungenschlag, wartete auf die Gäste, die nach und nach eintrudelten. Franzosen, Engländer und sogar ein spanisches Königspaar. Die bunten Kostüme ließen jeweils das entsprechende Land erkennen. Auf der Bühne entstand ein Kauderwelsch. Nur der rasende Reporter Fixphot konnte sich mit allen verständigen. Er war auf der Jagd nach Sensationen.

Hinter dem Titel des Stückes „Ihlensalat“ verbargen sich Blutegel, die der Lord unbedingt auf der Verlobungsfeier mit der Prinzessin zu verspeisen wünschte. Reporter Fixphot, der die besten Verbindungen hatte, verschaffte sie ihm.

Zum Schluß fand für die Schiffsbesatzung und ihre Gäste eine Marionetten-Darbietung statt. Das Spielchen mit den Puppen hatte Mittelschullehrer Fritz Rehkopf einstudiert.

In seiner Ansprache wies Schulleiter Hiller auf den Sinn dieser Veranstaltung hin. Die Eltern sollten in Form eines Spieles den fremdsprachlichen Unterricht kennenlernen. Anhaltender Beifall belohnte die Initiative der Schule.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.3.1963

 

Donnerstag, 7. März 1963

Meister Schöttler liefert den Vogel

Ehrentag eines alten Oldesloer Ehepaares

st. – Heute haben der ehemalige Obermeister der Tischlerinnung Johannes Schöttler und Frau Emma ihren Ehrentag; sie feiern goldene Hochzeit. Zwar sind sie beide nicht hier gebürtig, aber schon seit dem Jahre 1910 in der Kreisstadt wohnhaft. Längst zählen sie deshalb zu den „alten Oldesloern“.

… „Jedes Jahr habe ich einen Vogel“, sagt der Meister Schöttler scherzhaft. Er meinte damit den Vogel aus Holz, den er jedes Jahr für das Oldesloer Vogelschießen anzufertigen hat. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.3.1963

 

Donnerstag, 7. März 1963

Mittelschule verabschiedet drei Klassen

st. – Drei zehnte Klassen mit rund 80 Schülern und Schülerinnen verabschiedet die Mittelschule in einer Feierstunde am 15. März. Zwei Tage zuvor wollen die Abgänger ihren Abschlußball im „Oldesloer Hof“ veranstalten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.3.1963

 

Sonnabend, 9. März 1963

„Musizierende Engel“ schmücken die Aula

Schönes Geschenk für Oldesloer Oberschule – Andenken an gefallenen Abiturienten

st. – Die Theodor-Mommsen-Schule hat ein schönes Geschenk erhalten: zwei handgemalte Kopien der berühmten musizierende Engel des Genter Altars, den die Brüder van Eyck um 1400 schufen. Die Spender sind eine Oldesloer Ehepaar, dessen Sohn von 1933 bis 1940 die Oldesloer Oberschule besuchte und 1944 als Leutnant in Rußland fiel.

„Dies soll ein Andenken an unseren Sohn sein“, sagte die Mutter gestern, als sie zusammen mit ihrem Mann von den in der Aula aufgehängten Bildern Abschied nahm. Über 60 Jahre waren sie im Besitz ihrer Familie. Sie hatten einen Ehrenplatz in ihrem Heim. Schon einmal, im Jahre 1936, hatte sich das Ehepaar von ihnen getrennt und sie für etwa sechs Monate der Schule als Leihgabe überlassen. Da es nun aus Bad Oldesloe wegzieht, entschloß es sich, die Bilder als Vermächtnis hierzulassen.

Die Kopien stammen von M. Fischer von Horn. Er fertigte sie im Jahre 1920 im Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin an, kurz bevor die wertvollen Originale, die der preußische Staat ordnungsgemäß gekauft hatte, auf Grund des Versailler Vertrages an die Stadt Gent zurückgegeben werden mußten. Die Kopien sind mit großer Akkuratesse, in Formen und Farben getreu den Originalen, gemalt. Einer der beiden Kunsterzieher des Gymnasiums, Studienrat Schulte-Dahling, sah im vergangenen Sommer in Gent den Altar. Er lobte die Kopien als werkgetreue, gute Wiedergaben.

Oberstudiendirektor Dr. Tiedemann dankte den Spendern gestern bei ihrem Abschiedsbesuch. Auf die Frage des Ehepaares, warum die Schule bisher nicht, wie es andere Schulen getan haben, eine Gedenktafel mit den Namen der im zweiten Weltkrieg gefallenen Lehrer und Schüler aufzuweisen habe, antwortete der Direktor, daß es nicht möglich sei, die Namen vollständig zusammenzutragen. Als die Schule in den letzten Kriegstagen Lazarett wurde, seien alle Akten ausgelagert worden, dabei sei ein großer Teil von ihnen verloren gegangen. Eine unvollständige Namenstafel habe die Schule aus Pietätsgründen nicht anbringen wollen.

Das Ehepaar hatte volles Verständnis hierfür. Es regt an, ein Denkmal für Lehrer und Schüler ohne Nennung von Namen zu schaffen, und stellte hierfür eine namhafte Spende in Aussicht.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.3.1963

 

Sonnabend, 9. März 1963

Die Meinung des Lesers

Wer liefert den Vogel?

In Ihrem Bericht über die goldene Hochzeit des Herrn Schöttler wurde am 7. März in großer Überschrift „Meister Schöttler liefert den Vogel“geschrieben, daß Herr Schöttler bisher immer den Vogel zum Kinderfest gefertigt habe. Ich möchte hierzu folgendes mitteilen: wie dem Festausschuß bekannt ist, wird der Zielvogel schon seit 1949 von mir als ortsansässigem Drechsler ehrenamtlich gefertigt.

Ich habe mich nach dem Tode des Drechslers Vorbeck dem Festausschuß gegenüber laut Brief vom 10. Juni 1949 bereit erklärt, den Vogel als heimatliches Festsymbol zum Kinderfest weiter zu fertigen. Herr Schöttler lieferte lediglich die Flügel. Aus Tradition wurde der Vogel aber immer von seinem Hause abgeholt. Die Malerarbeiten führten immer die Malermeister Löding bzw. Behm aus. Walter Gaudlitz, Bad Oldesloe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.3.1963

 

Montag, 11. März 1963

Mittelschüler das Schwimmen gelehrt

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Mit einem Nelkenstrauß überraschte Gustav Rausch (Reinfeld) in seiner Eigenschaft als Sachbearbeiter für Leistungsabzeichen im Kreisleichtathletikverband die Oldesloer Mittelschullehrerin Fräulein Cors gelegentlich einer Feierstunde in der Königin-Luise-Schule. Fräulein Cors hatte in den vergangenen Monaten die Jungen und Mädchen der Mittelschule, die ein Leistungsabzeichen erringen wollten, nach Lübeck ins Hallenbad begleitet und dort die Schwimmausbildung geleitet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.3.1963

 

Dienstag, 12. März 1963

Oldesloes Mittelschule an der Spitze

Beachtliche Erfolge in der körperlichen Ertüchtigung

n. – Sportliche Auszeichnungen nahm die Mittelschule in einer Feierstunde entgegen, zu der sich die neunten und die zehnten Klassen in der Aula versammelt hatten.

Der Vorsitzende des Kreisleichtathletikverbandes, Bernhard Bohn, stellte die vorbildliche Breitenarbeit der Schule heraus, die nach der statistischen Auswertung des Landesverbandes mit 304.116 Punkten im Mannschaftskampf weitaus an der Spitze aller Schulen des Landes Schleswig-Holstein steht. Er gratulierte dem Rektor, dem Kollegium und den Schülern zu diesem Erfolg und sprach die Anerkennung des Landesfachverbandes aus. Unter dem Jubel der Schüler überreichte er Rektor Harry Hiller die Urkunde des SHLV. Der Kreis stiftete zusätzlich ein Bandmaß.

21 Schülern wurde das silberne Sportabzeichen verliehen, neun erhielten den Grund- und Leistungsschein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Von den 190 Leistungsabzeichen für die Schule überreichte der Schulleiter 27 Abzeichen in Silber, 6 Abzeichen in Gold.

Einen werteren Höhepunkt bildete die Verleihung des Wanderpreises durch den Kreissportverband, der von der Volksbank in Bad Oldesloe für die prozentual höchste Zahl von Sport- und Leistungsabzeichen an weiterführende Schulen gestiftet worden war. Der Vertreter des Kreissportverbandes, Gustav Rausch, schilderte die Entwicklung dieses Wettbewerbes, an der in Stormarn Christian Ohrt großen Anteil hat. Sieger 1962 wurde die Mittelschule Bad Oldesloe mit 47,06 Prozent. Rausch dankte auch den Fachlehrern für Leibeserziehung Fräulein Ilse Cors und Hans-Joachim Goldbeck für die intensive Sportförderung, überreichte Mittelschullehrer Bernhard Nowak, der die Initiative für diese Wettkämpfe ergriff, die Urkunde über die erzielten Erfolge der Schule. Rektor Hiller nahm die Ehrenplakette in Empfang. Schulrat Heinrich Lüth bekundete seine Freude an den Auszeichnungen, warnte aber vor jeder Einseitigkeit. Mit einem Chorlied unter der Leitung von Mittelschullehrer Goldbeck schloß die Feierstunde. Probleme der Jugenderziehung und der Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein wurden bei einer anschließenden Kaffeetafel diskutiert.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.3.1963

 

Mittwoch, 13. März 1963

Entlassungsfeier

st. – In einer Feierstunde werden morgen um 9 Uhr die Schulabgänger der Klaus-Groth-Schule entlassen. Die Feier wird von Chordarbietungen und Lesungen umrahmt. Nach der Ansprache von Klassenlehrer Ahrendt verteilt Rektor Volkmann für Bestleistungen Prämien und verabschiedet die Schüler.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.3.1963

 

Donnerstag, 14. März 1963

Erst morgen

st. – Die Entlassungsfeier für die Abgangsschüler der Klaus-Groth-Schule findet morgen um 9 Uhr statt, nicht, wie irrtümlich berichtet, heute.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.3.1963

 

Freitag, 15. März 1963

Plattdeutsche Abschiedsworte in der Aula

Oldesloes Mittelschule entließ 80 Jungen und Mädchen – Dank an Lehrerin

st. – Die Mittelschule verabschiedete 80 Abgänger, die mit dem Zeugnis der Reife ins Berufsleben treten. Ein Flötenquartett von Händel begleitete den letzten Einzug in die geschmückte Aula, wo Rektor Hiller die Eltern der Abgänger, Bürgerworthalter Koch, Bürgermeister Barth, den Vorsitzenden des Schul- und Kulturausschusses Schömer und die ehemaligen Lehrer Dr. Hirschmann-Günzel und Niedzwetzki begrüßte.

Gedichte von Klaus Groth und chorische Darbietungen unter der Leitung von Musiklehrer Goldbeck bildeten den Rahmen der Feierstunde.

Die Ansprache hielt der Klassenlehrer der 10b Hafemann in Plattdeutsch. Evelyn Kühn sprach als Vertreterin der drei Abgangsklassen Abschieds- und Dankesworte. Nach Musik von Händel und Prätorius überreichte Rektor Hiller den Schülern die Zeugnisse und verabschiedete sie.

Prämien für besondere Leistungen und vorbildliche Amtsführung der Klassengeschäfte erhielten: Gisela Döring, Evelyn Kühn, Hans-Jürgen Mudrack und Hans-Joachim Kaatz (alle 10a). Ingrid Kindt, Brigitte Kropp, Hans-Günter Boy, Volker Koch, Joachim Stapelfeldt (alle 10b), Heike Clausen, Frauke Piechota, Jutta Fleischhammel, Klaus-Dieter Bruhns, Volker Hoppe und Dieter Kühn (10c).

Da mit Ablauf des Schuljahres Frau Albrecht aus dem Schuldienst ausscheidet, dankte ihr der Schulleiter für ihre Arbeitsleistung und Pflichttreue auch im Namen der Landesregierung und überreichte der scheidenden Kollegin einen Nelkenstrauß.

Klasse 10a – 15 Mädchen, 10 Jungen:

Anna-Maria Becker (Industriekaufmann), Heidelore Bohl (Import-Exportkaufmann), Karin Dobbertin (Bürokaufmann), Gisela Döring (Steuerberaterin), Ute Hafemann (Technische Zeichnerin), Astrid Hein, Poggensee (Kindergärtnerin), Evelyn Kühn (Postassistentenanwärter), Ingeborg Relling (Schülerin), Annelies Rickert (Bürokaufmann), Bärbel Schlömp (Technische Zeichnerin), Christa Schulze (Schülerin), Karola Vandeck (Sparkassenangestellte), Ingrid Vanselow (Direktrice), Ilona Vollendorf (Sprachenschule), Antje Widerström (Reisebürokaufmann), Helmut Ahlf (Verwaltungsangestellter), Karl-Heinz Andresen (Verwaltungsangestellter), Jochen Behrens (Radio- und Fernsehtechniker), Volker Bern (Werkzeugmacher), Wolfgang Brall (Groß- und Einzelhandelskaufmann), Hartmut Görke (Revisor), Hans-Joachim Kaatz, Reinfeld (Buchhändler), Hans-Jürgen Mudrack (Maschinenschlosser), Hans-Jörg Müller (Zimmermann), Henning Ruhser (Schüler, Diplomingenieur).

Klasse 10b – 18 Mädchen, 15 Jungen:

Renate Cebulla (Steuerberatergehilfin), Paula Ehlers (Fachschule in Lübeck), Roswitha Grzelak, Steinfeld (Sparkassenangestellte), Barbara Herrmann, Sülfeld (Chemielaborantin), Ingrid Kindt (Fachschule in Lübeck), Brigitte Kropp, Treuholz (Verwaltungsangestellte), Lisa Küllsen, Grabau (Postangestellte), Annette Luther (Industriekaufmann), Karin Matzen, Rethfurt (Hauswirtschaftslehrling), Elli Müller, Sülfeld (Verwaltungsangestellte), Ingrid Rüdiger (Rechtsanwaltsgehilfin), Marianne Schmidt, Sülfeld (Drogistin), Astrid Schulz, Dwerkathen (Verwaltungsangestellte), Ulrike Schwirz, Barsbüttel (Höhere Handelsschule), Herta Tews, Borstel (Bürogehilfin), Anne Tidow, Nahe (Steuerberatergehilfin), Renate Vollmert, Trittau (Sparkassenangestellte), Viola Wilhelm (Drogistin), Hans-Günter Boy, Bargfeld (Elektroinstallateur), Volkert Koch, Flensburg (Maschinenbauschlosser), Jürgen König (Kraftfahrzeugmechaniker), Heinz-Peter Kuhlke (Steuerberatergehilfe), Dirk Lau, Dwerkathen (Rundfunk- und Fernsehtechniker), Norbert Leinius (Kommunalverwaltung), Jürgen Liedtke (Importkaufmann), Frank-Helge Meisner (Fachschule in Lübeck), Hartmut Noth (Radio- und Fernsehtechniker), Lothar Pohlenz (Speditionskaufmann), Karl-Peter Reimers (Industriekaufmann), Joachim Stapelfeldt, Mollhagen (Wirtschaftsoberschule), Joachim Schlobohm (Feinmechaniker), Michael Teschendorff (Polizeibeamter), Manfred Thurau (Verlagskaufmann).

Klasse 10c – 10 Mädchen, 12 Jungen:

Heike Clausen, Wakendorf I (Schule), Anke Drube, Lasbek (Bankkaufmann), Monika Eggers, Grabau (Ärztliche Assistentin), Jutta Fleischhammel, Meddewade (Krankenschwester), Jutta Kost, Schulenburg (Internat), Hannelore Maibom, Trittau (Drogistin), Frauke Piechota, Meddewade (Industriekaufmann), Karin Pierog, Rethwisch (Postangestellte), Christa Pöhlsen, Pölitz (Sparkassenangestellte), Helga Schultz (Kauffrau), Hans-Jürgen Arciszewski, Wakendorf II (Groß- und Außenhandelskaufmann), Uwe Borstelmann, Wakendorf II (Polizeibeamter), Klaus-Dieter Bruhns, Pölitz (Sparkassenangestellter), Dieter Dabelstein, Neritz (Ingenieur), Edmund Heisel, Wakendorf II (Groß- und Außenhandelskaufmann), Volker Hoppe, Wakendorf II (Verwaltungsangestellter), Dieter Kühn (Werkzeugmacher, Ingenieur), Klaus Eggert, Trenthorst (Kraftfahrzeugmechaniker, Ingenieur), Henry Schwiecker, Stubben (Sparkassenangestellter), Udo Martens, Schmachthagen (Kraftfahrzeugmechaniker), Hans-Heinrich Brüggmann, Eichede (Finanzinspektor).

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.3.1963

 

Freitag, 15. März 1963

Belohnung für gute Schüler

st. – Rektor Volkmann überreichte heute morgen im Rahmen der Entlassungsfeier für die Abgangsschüler der Klaus-Groth-Schule zwei Prämien. Monika Maede und Burkhard Schröder zeichneten sich durch gute Leistungen und durch ihre vorbildliche Haltung während der Schulzeit besonders aus und wurden dafür mit je einem Buch belohnt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.3.1963

 

Freitag, 15. März 1963

Die Volksschule gab Starthilfe für das Leben

Wir sprachen mit vier von 800 – Alle freuen sich auf den künftigen Beruf

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prü. – Zum letzten Mal erklang für 28 Jungen und Mädchen der Klaus-Groth-Schule das Klingelzeichen; zum letzten Mal gingen die Schüler der Abgangsklasse die Freitreppe im Innern des modernen Schulgebäudes hinunter; zum letzten Mal auch durchschritten sie das Tor, um sich von nun an als Lehrling im Alltag zu bewähren.

Eine kleine Frist hat ihnen die Schule bis zum Beginn der Lehre noch gelassen. 14 Tage können Sie sich nun erholen und dabei von ihrem zukünftigen Beruf träumen. Die Zeitspanne zwischen Entlassung und Neubeginn soll aber auch nach den Worten Rektor Volkmanns bewirken, daß die Jungen und Mädchen die Leere verspüren und sich darauf freuen, wieder in Anspruch genommen zu werden.

Auch für Jutta Belling, Monika Maede, Burkhard Schröder und Horst-Dieter Wirth hat, wie man zu sagen pflegt, der Ernst des Lebens begonnen. Die 15jährige Jutta will Friseuse werden. Ihre Lehrzeit dauert drei Jahre. „Ich mache ab und zu meiner Mutter die Haare und habe so zu diesem Beruf Lust bekommen!“ begründete sie ihre Berufswahl.

Monika kann gut rechnen. Ihre drei Mitschüler bestätigen es. Sie hat in der Zeitung ein Stellenangebot gelesen und sich gleich vorgestellt. Stolz berichtete sie: „Ich wurde auf Anhieb genommen!“ Monika wird sicher ein tüchtiger Bürokaufmann werden.

Elektrokaufmann – das ist das Ziel Burkhards. „Ich bastele gerne und repariere zu Hause alles, was mir in die Quere kommt!“ Er hat sich seinen zukünftigen Betrieb genau angesehen. In seiner Freizeit spielt er Fußball. Außerdem gilt er als Leseratte.

Im Abschlußzeugnis Horst-Dieters steht im Englisch eine Zwei. Als zukünftiger Industriekaufmann will er während seiner Lehrzeit auf Französisch lernen, weil er gerne ins Ausland möchte. Mit der Lehrstelle klappte es schnell. „Ich brauchte nur einen Aufsatz über die Fußballweltmeisterschaft zu schreiben!“

Die Berufswünsche der anderen Schüler sind: Modelltischler, Dekorateur, Maschinenschlosser, Kraftfahrzeugmechaniker und kaufmännische Sparten. Alle Schüler haben bereits Lehrstellen. Einige von ihnen besuchen noch für ein Jahr das Aufbauwerk in Segeberg. Ein Mädchen wird an der Handelsschule in Kiel weiterlernen.

Klassenlehrer Ahrendt bescheinigte seinen Schülern, daß sie vor allen Dingen im letzten Jahr viel Fleiß bewiesen hätten. Der Unterricht war abwechslungsreich, denn die Schulleitung ist bemüht, außer den fachlichen Grundkenntnissen auch praktische Lebenshilfe zu vermitteln. Dazu sagte Rektor Volkmann: „Die Aufgabe der Volksschule ist u.a., den jungen Menschen eine Starthilfe zu geben, die sie befähigt, in der Gesellschaft tätig zu werden!“

Themen wie „Unsere Zeitung“, „Woche der Brüderlichkeit“ und der „Aufbau des Gemeinwesens“ bildeten interessante Diskussionsgrundlagen. Darüber hinaus müssen die Schüler im letzten Schuljahr Referate ausarbeiten und vor der Klasse vortragen. Das Tonband diente zur Rednerschulung und für Sprechübungen. Gute Erfahrungen hat die Schulleitung mit dem Schulfunk gemacht, der im Rahmen des Unterrichts einen festen Bestandteil hat. Mit der Abgangsklasse besuchte Lehrer Ahrendt zur Ergänzung und als Anschauungsunterricht das Amtsgericht und die Volksbücherei.

Wenn die Jungen und Mädchen in der Schule aufgepaßt haben, wird es Ihnen nicht schwer fallen, sich im Berufsleben zu behaupten. Damit hat das Lernen aber nicht aufgehört; denn wer weiterkommen will, lernt nie aus.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.3.1963

 

Sonnabend, 16. März 1963

… Vier Schüler aus der Abgangsklasse der Oldesloer Klaus-Groth-Schule berichteten uns über ihre Berufswahl. Insgesamt haben gestern rund 800 Stormarner Jungen und Mädchen die Volksschule verlassen. 280 beendeten ihre Mittelschulzeit. 100 traten aus den Aufbauzügen hinaus ins Leben, und 75 schlossen den Besuch der Sonderschulen ab. Somit entließen diese Stormarner Schulen in diesem Jahr rund 1250 Jungen und Mädchen. Ihnen stehen etwa 2300 Schulanfänger gegenüber.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.3.1963

 

Montag, 18. März 1963

Fröhlicher Schulabschluß

st. – Zusammen mit ihren Eltern und Lehrern beendeten die Mädchen und Jungen der zehnten Klassen der Königin-Luise-Mittelschule mit dem traditionellen Abschlußball im „Oldesloer Hof“ ihre Schulzeit. Nach den Klängen der Kapelle Arno Hopf tanzten sie bis in die Morgenstunden. Im Laufe des Abends wurde der „Luisen-Walzer“ uraufgeführt. Für ihren humorvollen und spritzigen Vortrag der Klassenzeitung ernteten Evelyn Kühn und Hans-Joachim Kaatz mehrfach stürmischen Beifall.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.3.1963

 

Mittwoch, 20. März 1963

Lehrer nehmen Abschied von der Schulstube …

st. – Für für 19 Lehrer an Stormarn zu Volks-, Mittel- bzw. Sonderschulen schlägt in diesen Tagen mit dem Ablauf des Schuljahres die Abschiedsstunde. Nach jahrzehntelangem verdienstvollen Wirken treten sie in den Ruhestand. Schulrat Heitmann oder Schulrat Lüth besuchen sie noch einmal in ihren Schulstuben und überbringen ihnen die Dankesurkunde des Kultusministers. Häufig veranstalten auch die Gemeinden oder die Schulen eine Abschiedsfeier.

In Bad Oldesloe wird die an der Stadtschule tätige Lehrerin Ruth von Tannböck pensioniert. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.3.1963

 

Freitag, 22. März 1963

Zum Schulleiter in Wulksfelde gewählt

st. – Der an der Klaus-Groth-Schule tätige Lehrer Dieter Morawietz wurde von der Wulksfelder Gemeindevertretung zum Leiter der dortigen Schule gewählt. Er soll Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Hauptlehrers Edgar Bauersachs werden. Die Wahl bedarf noch der Zustimmung des Kultusministeriums.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.3.1963

 

Mittwoch, 27. März 1963

Diesmal saßen die Lehrer auf der Schulbank

Thema: Verkehrserziehung – Erste Tagung des Schulamtes und der Verkehrswacht

st. – Die erste gemeinsame Pädagogentagung über das Thema „Verkehrserziehung an den Schulen“ veranstalteten das Kreisschulamt und die Kreisverkehrswacht. Sie wurde vom Kreisfachberater für Verkehrserziehung, Mittelschullehrer Gerhard Fenner, geleitet. Der Vorsitzende der Verkehrswacht, Alfred Max Dörfler, konnte dabei 20 Rektoren, Schulleiter und Lehrer sowie den Verkehrsaufklärungsbeamten der Stormarner Polizeiinspektion, Polizeimeister Friedrich Kamm, begrüßen.

Diese Tagung sollte eine Ergänzung zu den Kursen der Landesverkehrswacht sein, weil daran immer nur eine begrenzte Anzahl Lehrer teilnehmen kann. Mit Unterstützung des Schulamtes konnten nun einem größeren Kreis von Pädagogen die Ziele und praktischen Möglichkeiten der Verkehrserziehung an den Schulen vor Augen geführt werden. …

Kreisfachberater Fenner demonstrierte seinen Kollegen, wie sie Verkehrserziehung und -aufklärung in die einzelnen Unterrichtsfächer eingebaut werden sollte. Er brachte dazu Stundenbeispiele aus dem Deutschunterricht, die erkennen ließen, daß die Verkehrserziehung kein Opfer an Zeit bedeutet, sondern ein pädagogischer Gewinn für den gesamten Unterricht sein kann.

Die Forderung der beiden Referenten, eine bestimmte Stundenzahl für die Verkehrserziehung und -aufklärung für verbindlich an allen Schulen zu erklären, fand die Zustimmung der Tagungsteilnehmer. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.3.1963

 

Mittwoch, 27. März 1963

Der erste Schultag

st. – Im amtlichen Teil gibt heute der Magistrat bekannt, daß die Einschulung der Schulanfänger bei den Oldesloer Volksschulen am Dienstag, dem 2. April, erfolgt. Die Uhrzeiten für die einzelnen Klassen werden den Eltern noch direkt von der Schule mitgeteilt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.3.1963

 

Bis zum Jahr 1970