VfL Oldesloe
2. Vierteljahr 1962 - 1963

Samstag, 6. Okt. 1962
Flensburg 08 im VfL-Stadion.

Die Oldesloer wieder mit Torwart Dau. VfL Oldesloe und Flensburg 08 stehen sich morgen um 15 Uhr im Travestadion gegenüber. Beide benötigen unbedingt Punkte und werden, nachdem sie am Vorsonntag ihren ersten Auswärtssieg in dieser Saison verzeichnen konnten, alles daran setzen, um durch weiteren Punktgewinn vom Tabellenende wegzukommen. Im Vorjahr unterlag der VfL im Stadion 2:3.

Die Flensburger kamen am Vorsonntag gegen die Amateure des VfR Neumünster zu einem 3:1-Sieg, zeigten dabei große Kampffreudigkeit und weit mehr Einsatz als die Neumünsteraner. Bester Teil ihrer Mannschaft: die Läuferreihe mit Flanz, Zimmermann und Müller. Drei Unentschieden und einen Sieg konnten sie in ihren bisherigen sieben Spielen erzielen. Also keine allzu schlechte Ausbeute. Immerhin ein Gegner, der ernst zu nehmen ist.

Nach dem 1:0-Sieg am Vorsonntag gegen Kilia könnte man annehmen, der VfL hätte es morgen mit 08 nicht schwer, um zu beiden Punkten zu kommen. Diese Annahme wäre falsch, denn die Flensburger werden mit weit mehr Einsatz als Kilia aufwarten. Dazu hat der VfL vielleicht doch das Pech, Clasen ersetzen zu müssen, der sich am Vorsonntag beim Spiel eine leichte Gehirnerschütterung zuzog. Sollte er dennoch dabei sein und der VfL zumindest die Form des Vorsonntags erreichen, müßte ein Erfolg herausspringen, zumal Torwart Dau wieder dabei ist.
ST

Sonntag, 7. Okt. 1962
VfL Oldesloe - Flensburg 08 1:1 (0:0)

Alfred Liedtkes 1:1 in der 82. Minute. VfL kann zu Hause nicht mehr siegen. 08 spielerisch besser! Allgemein ein Spiel, in dem sich der Tabellenstand der beiden Mannschaften abzeichnete: wenig Farbe, dafür aber hoher kämpferischer Einsatz aller Spieler, so daß die Zuschauer doch noch auf ihre Kosten kamen. Flensburgs Spiel wirkte zwingender, während die Oldesloer vorsichtig mit ihrem Vier-Mann-Sturm aus der Defensive heraus zum Erfolg zu kommen versuchten. Die Hauptlast des Kampfes hatten beide Abwehrreihen zu tragen. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf und ist gerecht.

Es scheint tatsächlich so, daß der VfL Oldesloe auf eigenem Platz nicht mehr gewinnen kann! Was von ihm gezeigt wurde, liegt noch weitab von der Vorjahresform. Wenn auch Chancen über Chancen erkämpft wurden, so fehlte nach wie vor im Sturm, in dem Meins, Heitmann und Liedtke überzeugten, der Vollstrecker. Alfred Liedtke schaffte den Ausgleich und half auch in der Abwehr aus, wo er sich neben Horst Liedtke und Peters durchaus behauptete. In der Verbindung befriedigte neben Wilkens auch Röpers Spielweise. Zwar fehlte letzterem noch die Übersicht, ist sonst aber eine große Kämpfernatur. Dau hatte Pech mit seiner Faustabwehr, die zum Gegentor führte, war sonst aber recht sicher.

Die Flensburger stellten in allen Belangen die bessere Mannschaft, die vor allem im Zusammenspiel viel mehr zeigte. Aber auch ihr Sturm wirkte in der Auswertung recht umständlich. Bogensee vergab so zwei klare Chancen. Neujahr hatte viel Glück mit seinem Treffer und wirkte sonst recht nervös. Beste Stürmer: Flanz, Hauke und Hinrichsen. In der Verbindung war Müller der Regisseur für den Sturm. Koch führte sich als Stopper gut ein. Von beiden Verteidigern gefiel Heel, während Zimmermann den fehlenden Blanke nicht voll ersetzen konnte. Groß in Form war Neukirchen, der den größten Anteil an dem Unentschieden hat.

Ein wertvoller Punkt für die Flensburger, die nach der Pause zwar nachließen und nach ihrem Führungstreffer den Vorsprung durch verstärkte Abwehr zu halten versuchten, was vielleicht ein Fehler war. Bei einem Eckenverhältnis von 8:3 für den VfL hätte eigentlich ein Sieg herausspringen müssen, aber wie gesagt: dem Oldesloer Sturm fehlte der Vollstrecker!
SPM

VfL Oldesloe: Uwe Dau - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Karl Röper, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens - Harry Struppek, Egon Lütge, Gerd Heitmann, Alfred Liedtke, Herbert Meins.
Flensburg 08: Neukirchen - Heel, Zimmermann - Büge, Koch, Müller - Flanz, Neujahr, Hauke, Bogensee, Hinrichsen.
Tore: 0:1 Neujahr (74.), 1:1 Alfred Liedtke (82.). - Schiedsrichter: Pooch (Lübeck). - Zuschauer: 750.

Samstag, 13. Okt. 1962
Heider SV kommt mit Revancheabsichten.

VfL schnitt gegen den "kleinen HSV" gut ab. Wie wird es morgen im Stadion? Morgen um 15 Uhr beginnt im Travestadion das Schlagerspiel VfL Oldesloe - Heider SV. Im Vorjahr mußte der "kleine HSV" drei Punkte an den VfL abgeben. In diesem Jahr ist der Titelverteidiger aber hoher Favorit. Der VfL eroberte in seinen beiden vorangegangenen Spielen drei Punkte und will auch diesmal gut abschneiden. Wird er in Stammbesetzung die Form des Vorjahres erreichen?

2:3 unterlag der Heider SV im Vorjahr im Stadion und erreichte im April dieses Jahres in Heide auch nur ein 1:1 gegen den VfL. Für den Ex-Oberligisten war das damals peinlich, zumal die Oldesloer in Heide ohne Struppek, Peters, Alfred Liedtke, Wilkens und Clasen spielten. Die Heider Elf wird diesmal mit Gerdau, sonst aber in gleicher Besetzung wie im April, im Stadion erscheinen. Es ist anzunehmen, daß sie vorsichtiger zu Werke gehen wird, dies um so mehr, als sie am Vorsonntag gegen Lägerdorf (1:1) dicht am Rande einer Niederlage stand. Bisher noch ungeschlagen, mußten die Heider in ihren bisherigen Spielen viermal die Punkte mit dem Gegner teilen.

Der VfL tritt nur mit Stammspielern an und dürfte deshalb nicht unbedingt als Punktlieferant gelten, wenn er die Form wie gegen Kilia (1:0) noch etwas verbessern könnte. Dies sollte der Elf eigentlich nicht schwer fallen. Nur müßten ihre Stürmer weniger Einzelaktionen starten und dafür etwas selbstloser aufspielen. Kampfgeist und der feste Wille zum Erfolg waren immer vorhanden.
ST

Samstag, 13. Okt. 1962
VfL-Protest vor dem Spielausschuß.

Heute um 20 Uhr verhandelt der Spielausschuß des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes in Malente über den vom VfL Oldesloe eingelegten Protest gegen die Wertung des am 15. Sept. ausgetragenen Spiels LBV Phönix - VfL Oldesloe (3:2). Der VfL wirft dem Schiedsrichter einen Regelverstoß vor.
ST

Samstag, 13. Okt. 1962
VfL-Protest abgelehnt.

Wir hatten es vorausgesagt: der VfL Oldesloe verlor in Malente seinen Protest gegen die Wertung des am 15. Sept. mit 2:3 beim LBV Phönx verlorenen Amateurliga-Punktspiels mit Pauken und Trompeten! Dazu die 100 Mark Protestgebühr und die nicht geringen Unkosten für die Mitglieder des Spielausschusses, der Zeugen usw.

Schiedsrichter Stancu (Neustadt) und der "zuständige" Linienrichter bestätigten, daß der nach der Spielunterbrechung notwendig gewordene Niederwurf nicht dort, wo der verletzte Iden am Boden lag, vorgenommen wurde, sondern dort ausgeführt wurde, wo der Ball sich in etwa beim Pfiff zur Spielunterbrechung befand!

Da gab es für den Spielausschuß gar nichts mehr zu entscheiden! Unverständlich, daß die Oldesloer nicht noch ganz schnell vor der Urteilsverkündung ihren Protest zurückzogen, um jedenfalls die 100 Mark Protestgebühr zu retten!
SPM

Sonntag, 14. Okt. 1962
VfL Oldesloe - Heider SV 1:2 (0:0)

Obwohl VfL sein bestes Spiel bot, siegte Heide 2:1. Gerdaus lässige Rückgabe führte in der 88. Minute zum 1:2. Bei den Heidern fehlten Eichler, Scheppan und Waberski! Bis zur 60. Minute sah der Titelverteidiger Heider SV, der sich infolge Umbesetzung erst nach der Pause zu einer überzeugenden Spielweise fand, keineswegs als verdienter Sieger aus. Denn die Oldesloer Elf zeigte ihr bisher bestes Spiel in dieser Saison, sie begann recht vielversprechend und gab zu erkennen, daß sie auf dem Wege ist, wieder eine den Durchschnitt überragende Mannschaft zu werden! Sie scheiterte letzten Endes an ihrem Schußpech und an dem hervorragenden Torwart Jacobsen. Die Heider Elf fand sich erst in den letzten 30 Minuten zu einer zweckdienlichen und überzeugenden Spielweise, auf Grund derer der Sieg, wenn auch durch zwei glückliche Tore, verdient erscheint. Gerdau schoß in der 88. Minute ein Eigentor - typisch für ihn! Aber in den letzten 120 Sekunden schaffte der VfL das 2:2 nicht mehr.

Auf Grund der vortrefflichen mannschaftlichen Geschlossenheit war der VfL Oldesloe über weite Strecken tonangebend. Ja, wenn er einen kaltblütigen Vollstrecker besäße, dann wäre den Chancen nach der notwendige Vorsprung schon vor der Pause erreicht worden, dann hätte die großartig überzeugende VfL-Hintermannschaft, in der diesmal auch Röper und Westphal eine gute Partie lieferten, vielleicht keinen Gegentreffer zugelassen! Die VfL-Sturmmaschine lief auf vollen Touren, und es wäre falsch, wenn man einen Spieler aus diesem Quintett besonders hervorheben würde. Beide Außenstürmer, Clasen wie Meins, hatten es nicht leicht gegen Reh und Dittler, und Heitmann hatte in Gerdau einen recht souveränen Gegenspieler vor sich. Dennoch schufen sie brandgefährliche Momente vor dem gegnerischen Tor. Sehr geschickt löste Alfred Liedtke seine Doppelaufgabe und konnte in der Abwehr wie im Angriff gefallen, auch der schnelle Lütge, der mehrmals der gegnerischen Abwehr das Nachsehen gab. Bei etwas mehr defensiver Haltung hätte diese VfL-Elf die beiden Gegentore nicht hinnehmen brauchen.

Die Heider Elf mußte auf drei gute Spieler verzichten (vor allem wurde der erkrankte Waberski vermißt!), hatte dafür aber die beiden Soldaten Meinke und Beiroth sowie Patzer dabei, die immerhin den Sieg herausschossen. Im ersten Durchgang war man enttäuscht vom Titelverteidiger, zumindest von seinen Sturmleistungen. Die HSV-Deckung mag bei Anlegen strengsten Maßstabes hier und da Schwächen gezeigt haben, aber so leicht war sie doch nicht aus den Angeln zu heben! Immerhin stellte die Hintermannschaft den besten Teil der Elf dar, in der besonders Jacobsen, Reh, Wichmann und Gerdau hervorzuheben sind. Aber auch Harder wurde seiner Außenläuferpartie gerecht. Zunächst klappte es in der Verbindung zum Sturm nicht ganz. Es gab vielfach Leerlauf und auch Fehlpässe am laufenden Band, was aber anscheinend auf die Umbesetzung zurückzuführen war. Hervorzuheben ist die Manndeckung dieser Elf, die sich hauptsächlich bei Reh, der Clasen nicht von den Fersen ging, vorteilhaft bemerkbar machte. Beste Stürmer: Patzer und Feddrau. Meinke wurde dagegen nicht immer seinem guten Ruf gerecht, wenn er mit dem starken Peters in Berührung kam, und Beiroth erging es nicht besser gegen Westphal. Pulter fiel durch seine Wendigkeit auf, spielte aber meistens zurückgezogen. Wenn der Sturm sich in den letzten 30 Minuten dann doch noch zu einer produktiven Leistung aufraffte, trugen zu dem zählbaren Erfolg besonders Harder und Wichmann bei.

Alles in allem war es das beste Spiel, das bisher im Verlauf dieser Saison in Bad Oldesloe gezeigt wurde. Die VfL-Elf hat bewiesen, daß sie mehr zu leisten vermag als der Tabellenplatz es besagt. Die Heider kamen zu zwei verdienten Punkten und haben sich damit gut aus der Affäre gezogen.
SPM

VfL Oldesloe: Uwe Dau - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Karl Röper, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens - Herbert Meins, Egon Lütge, Gerd Heitmann, Alfred Liedtke, Bertold Clasen.
Heider SV: Jacobsen - Reh, Dittler - Harder, Gerdau, Wichmann - Meinke, Feddrau, Patzer, Pulter, Beiroth.
Tore: 0:1 Patzer (61.), 0:2 Meinke (74.), 1:2 Eigentor Gerdau (88.). - Schiedsrichter: Saul (Neumünster). - Zuschauer: 1000.

Montag, 15. Okt. 1962
Was ist mit Koll, Struppek?

In der Saison 1961/62 füllten ihre Namen so oft die Überschriften der Sportseiten, waren Gerd Koll (Holstein Kiel) und Harry Struppek (VfL Oldesloe) als Torschützenkönige der Oberliga Nord bzw. der Amateurliga die gefeiertsten Stürmer Schleswig-Holsteins!

In dieser Saison aber scheinen Koll (im Vorjahr 28 Treffer) und Struppek (25) nichts als Ladehemmungen zu haben. Sie brachten es in den bisherigen Punktspielen erst auf je ein Tor! Kaum zu glauben! Ja, sie scheinen sogar völlig den Faden verloren zu haben, denn Koll saß gestern im Holstein-Spiel gegen Hildesheim genauso auf der Reservebank wie Struppek beim Oldesloer 1:2 gegen den Heider SV!

Erklärungen gibt es keine. Es sei denn, daß man Koll zubilligt, durch den kurzen England-Aufenthalt außer Form gekommen zu sein, und bei Struppek vermerkt, daß er jung verheiratet ist! Wie schnell sich doch die Zeiten ändern! Gestern noch gefeiert, heute beinahe schon vergessen!
SPM

Samstag, 27. Okt. 1962
Ohne Horst Liedtke und Struppek.

VfL muß morgen zum TSV Lägerdorf. Morgen muß der VfL Oldesloe reisen. Er steht um 15 Uhr der TSV-Elf in Lägerdorf gegenüber. Die TSVer, die vor zwei Jahren abstiegen, nachdem der VfL sich die beiden Punkte zu seinem Klassenerhalt von ihm geholt hatte, stieg in dieser Saison wieder auf und schnitt bisher besser ab als der VfL.

Gegen den Heider SV schafften die Lägerdorfer ein 1:1, während die Oldesloer 1:2 unterlagen. Abgesehen von der eindeutigen 4:9-Niederlage gegen Friedrichsort blieb die TSV-Elf zu Hause ungeschlagen. Bester Teil ist die Hintermannschaft mit Schonscheck, Flick, Schwarzkopf, Junge, Schlick und Mielke. Recht erfolgreich waren im Sturm bisher Krause und Kosieski. Allgemein eine recht kampf- und konditionsstarke Mannschaft.

Der VfL wird voraussichtlich auf Horst Liedtke (Hochzeit) und Struppek (verletzt) verzichten müssen. Dies dürfte nicht so sehr ins Gewicht fallen, wenn Bliebenich (Bundeswehr) wieder mitmachen könnte. In der Form wie gegen Heide, aber mit etwas mehr Schußglück, müßte dem VfL ein Sieg glücken.
ST

Sonntag, 28. Okt. 1962
TSV Lägerdorf - VfL Oldesloe 3:0 (1:0)

Lägerdorf spielte Oldesloe 3:0 aus. Aber der VfL Oldesloe Ist nur noch ein Schatten von einst! Es besteht kein Zweifel daran, daß man sich in Lägerdorf den Erfolg nicht ganz so leicht vorgestellt hatte. Daß es dennoch so kam, lag nicht zuletzt daran, daß die Oldesloer - ohne Horst Liedtke, der den Hafen der Ehe angesteuert hat, und Struppek - viel zu harmlos waren, um den rein auf Zweckmäßigkeit spielenden TSVern gefährlich werden zu können. Selbst wenn berücksichtigt wird, daß Schlußmann Dau vorübergehend verletzt ausscheiden mußte, darf der doppelte Punktgewinn als verdient angesprochen werden.

Leistungsgerecht aus dem Grunde, weil sich die Lägerdorfer besser auf den durch wiederholte Hagelschauer aufgeweichten Boden einstellten. Sie legten weniger Wert auf Schönspielerei, sondern versuchten, durch schnelles, langes Direktspiel zum Zug zu kommen. Diese von Übungsleiter Böge gegebene Marschrichtung erwies sich als richtig, denn die Oldesloer waren dadurch meistens in die Defensive gedrängt. Überhaupt bestach der TSV-Angriff (wird von Heidmann abgesehen, der eben nun doch einmal nur ein Abwehrspieler ist!) durch Schnelligkeit. Bei allem Tempo vergaß die Fünferreihe auch das Schießen nicht, und nur dem wirklich ausgezeichneten Dau war es zu danken, daß der Pausenrückstand nicht größer war. Die Abwehr, in der Stopper Schlick der überragende Spieler war, operierte konzessionslos und kaufte dem zu umständlichen VfL-Sturm sehr schnell den Schneid ab.

Selbst wenn berücksichtigt wird, daß der vorübergehende Ausfall von Schlußmann Dau - nach dem 2:0 mußte er in die Kabine und wurde durch Verteidiger Westphal ersetzt - die Oldesloer um den letzten Zusammenhang brachte, bleibt festzustellen, daß die VfL-Spieler ihre ausgezeichnete Vorjahresform kaum einmal aufblitzen ließen! Das Angriffsquintett stellte einen einzigen Torso dar, weil einfach ein Mann fehlte, die verworrenen Fäden zu ordnen. Da zu allem Überfluß auch noch unzulänglich geschossen wurde, mußten Treffer ausbleiben. Das um so mehr, als Röper und Bliebenich kaum Zeit fanden, etwas für die Unterstützung der Fünferreihe zu tun. Erhebliche Schwierigkeiten hatte der Repräsentative Wilkens mit dem Wirbelwind Krause, dessen Leichtgewichtigkeit ihm im Hinblick auf den glitschigen Boden sehr zustatten kam. Es war deshalb geradezu ein Glück, daß Peters und "Unglücksrabe" Westphal auf dem Posten waren, denn sie mußten manches für ihren oft genarrten Stopper ausbügeln. Die Leistungen des lange pausierenden Dau wurden bereits gewürdigt. Er war selbst nach seinem vorübergehenden Ausscheiden noch der ruhende Pol und tat alles, um die Niederlage nicht noch deutlicher werden zu lassen.
SPM

TSV Lägerdorf: Schonscheck - Wendlandt, Schwarzkopf - Wenzel, Schlick, Junge - Broska, Hoffmann, Krause, Mielke, Heidmann.
VfL Oldesloe: Uwe Dau - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Karl Röper, Karl-August Wilkens, Wolf-Dieter Bliebenich - Herbert Meins, Alfred Liedtke, Egon Lütge, Gerd Heitmann, Bertold Clasen.
Tore: 1:0 Krause (35.), 2:0 Eigentor Westphal (57.), 3:0 Mielke (60.). - Schiedsrichter: Luckow (Lübeck). - Zuschauer: 3500.

Samstag, 3. Nov. 1962
VfL beim heimstarken TuS Lübeck.

Ohne Dau, Wilkens und Struppek. Schwere Aufgabe für die Oldesloer. Morgen um 15 Uhr steht der VfL Oldesloe in Lübeck dem Tabellensechsten TuS Lübeck gegenüber, der zu Hause noch ungeschlagen ist und seinen Heimnimbus gegen den Tabellenvorletzten wahren will. Der VfL spielt ohne Torwart Dau, Wilkens und Struppek.

TuS Lübeck überzeugte am Vorsonntag gegen Spitzenreiter SV Friedrichsort, obgleich er 2:4 unterlag. Er besitzt in dieser Saison eine heimstarke Elf, so daß der VfL vor einer schweren Aufgabe steht. Die sehr gute TuS-Hintermannschaft wird so leicht keinen Gegentreffer zulassen, vor allem dann nicht, wenn der VfL-Sturm in der schlechten Form des Vorsonntags spielen sollte. Im TuS-Sturm Kulling, Wiesniewski, Stollinger, Tank und Pistorius ist Stollinger als erfolgreicher Vollstrecker bekannt.

Durch den Ausfall von drei Stammspielern ist der VfL gezwungen, wieder einmal umzubesetzen. Wie sich das auswirken wird, muß man abwarten. Allgemein sieht man den TuS Lübeck als Favoriten in diesen Kampf gehen. Im Rückspiel des Vorjahres unterlag der VfL in Lübeck (0:1), obgleich man damals den VfL als Favoriten betrachtete. Wenn diesmal für die VfL-Elf ein Erfolg herauskommen sollte, wäre das eine große Überraschung.
ST

Sonntag, 4. Nov. 1962
TuS Lübeck 93 - VfL Oldesloe 1:0 (0:0)

TuS schoß kein Tor und gewann dennoch mit 1:0! Oldesloes großes Pech: Löpers Eigentor in der 80. Minute! Bis zur 80. Minute "bemühten" sich beide Mannschaften, möglichst kein Tor erzielen. Auf beiden Seiten wurden die besten Gelegenheiten vergeben, und nur das unglückliche Eigentor von Löper - als Stollinger in den Strafraum flankte, wurde der hochspringende Löper von Tank bedrängt und traf den Ball mit dem Kopf so unglücklich, daß er genau in den Winkel des eigenen Tores ging! - trug dazu bei, daß TuS auf eigenem Platz weiterhin ungeschlagen bleibt. Es war ein höchst schmeichelhafter Erfolg. Über eine Elf allerdings, die weit von der Form des Vorjahres entfernt ist.

Die Platzherren gewöhnen sich immer mehr den "Phönix-Stil" an, es wird "gedattelt", mal hierhin, mal dahin gespielt und selten einmal Raum gewonnen. Die Stürmer bekommen kaum einmal ein gutes Zuspiel aus der Halbreihe, und untereinander scheinen sie sich auch nicht zu verstehen. Die besten Gelegenheiten blieben ungenutzt, weil die Flanken der Außen meist in der Luft verpufften, da die Halbstürmer überall waren, nur nicht dort, wo sie sein sollten. Besonders Tank entwickelt sich immer mehr zu einem behäbigen Mittelfeldspieler, aber auch der kleine Wiesniewski wurde seiner Rolle nicht gerecht. Pistorius hielt sehr schlecht Platz, Kulling wurde wenig eingesetzt und wenn, dann versagte er kläglich. Gerade ihm und Stollinger boten sich immer wieder genug Chancen, zu Torerfolgen zu kommen. In der Läuferreihe gefiel lediglich Melahn. Der lange Köpcke war oft zu umständlich und schlecht im Abspiel. Ohlsen hatte seine besten Szenen, als er 20 Minuten vor dem Ende mit Kulling den Platz tauschte. Einen guten Eindruck hinterließ Rechtsverteidiger Scharnweber.

Was ist nur aus dem VfL Oldesloe geworden? Die Mannschaft ist nur noch ein Schatten! Herausragender Spieler war Mannschaftsführer Peters (er hatte nach einem Alleingang in der 64. Minute Pech, als sein Schuß gegen die Latte krachte), der ein vorzügliches Verteidigerspiel zeigte. Auch Westphal stand gegen Pistorius seinen Mann. Die beiden Außenläufer Löper (er heulte beinahe vor Wut nach dem Eigentor) und Schwalke kämpften zwar verbissen, sie verstehen es aber noch nicht, ein Spiel aufzuziehen. Daran krankte das ganze Spiel der Oldesloer, die mit ihrem Innentrio Clasen, Lütge, Heitmann technisch versierte Spieler besitzen, die allerdings vom Toreschießen nicht allzuviel halten. Röper und Meins traten sehr wenig in Erscheinung.
SPM

TuS Lübeck 93: Kramer - Scharnweber, Engel - Melahn, Ohlsen, Köpcke - Kulling, Wiesniewski, Stollinger, Tank, Pistorius.
VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Paul Löper, Horst Liedtke, Wolfgang Schwalke - Karl Röper, Bertold Clasen, Egon Lütge, Gerd Heitmann, Herbert Meins.
Tor: 1:0 Eigentor Löper (80.). - Schiedsrichter: Weiß (Rendsburg). - Zuschauer: 500.

Samstag, 10. Nov. 1962
VfL hofft auf seinen zweiten Heimsieg.

Struppek wieder im Sturm. Holstein Kiel konnte bisher auswärts nicht gewinnen. Morgen um 14.30 Uhr empfängt der VfL Oldesloe im Travestadion zum vorletzten Heimspiel der Herbstserie die Amateure von Holstein Kiel, die als Tabellendreizehnte auswärts noch ohne Sieg sind und ebenso wie der Tabellenvorletzte VfL Oldesloe dringend Punkte benötigen. der VfL spielt ohne Uwe Dau, Alfred Liedtke und Röper, aber wieder mit Struppek im Sturm. Er will seinen zweiten Heimsieg erringen.

Mit insgesamt 8:14 Punkten steht der Ex-Amateurmeister derzeit nicht viel besser da als der vorjährige Herbstmeister VfL Oldesloe (6:18). Gegen den diesjährigen Aufsteiger Büdelsdorfer TSV reichte es am Vorsonntag für die Kieler auf eigenem Platz zur zu einem 0:0. Keineswegs kann man ihnen morgen die Favoritenrolle einräumen. Im Vorjahr blieb der VfL in beiden Spielen unbesiegt (2:1, 1:1).

Die Oldesloer konnten am Vorsonntag gegen TuS Lübeck gefallen, obgleich sie 0:1 durch Eigentor unterlagen. Sie zeigten in diesem Spiel nicht mehr, aber auch nicht weniger als in den durchschnittlichen Leistungen des Vorjahres. Ihrem Sturm fehlt in dieser Saison ein Vollstrecker und etwas Fußballglück, was beides im Vorjahr vorhanden war. Sollte sich dieses ändern - vielleicht schon morgen -, wird auch der Erfolg nicht ausbleiben.
ST

Sonntag, 11. Nov. 1962
VfL Oldesloe - Holstein Kiel Am. 4:0 (1:0)

Endlich wieder Oldesloe! Gleich mit 4:0 über Holstein Kiels Amateure erfolgreich. Der VfL Oldesloe landete nach langer Zeit endlich einmal wieder einen klaren und verdienten 4:0-Sieg, der auf Grund einer vortrefflichen mannschaftlichen Geschlossenheit und vor allem durch seine höhere Kampfmoral zustande kam. Die Holstein-Elf war zwar keine vier Tore schlechter, zeigte vor allem nach der Pause auch ein recht schönes Mittelfeldspiel, zum zählbaren Erfolg reichten aber die Leistungen des recht umständlich operierenden Sturmes nicht aus. Es war ein schnelles, kampfbetontes Spiel, das im zweiten Durchgang seine Höhepunkte hatte.

Nach sieben Heimspielen war dieses für den VfL der zweite Heimsieg. Großen Anteil hieran hat seine Hintermannschaft, in der der Abwehrblock Westphal, Horst Liedtke, Peters durch seine kompromißlose Spielweise gefallen konnte und für Buls' Gehäuse keine großen Gefahrenmomente zuließ. Aber auch die beiden neuen Außenläufer Löper und Schwalke gefielen durch ihre Störaktionen, vor allem Löper, der nach der Pause auffallend offensiv wurde und zum Torerfolg beitrug. Recht fleißig Dirigent Heitmann, der diesmal mannschaftsdienlich und erfolgreich aufspielte. Nach längerer Pause mit Struppek und Wilkens im Sturm klappte es besser denn je, obgleich Struppek zunächst seine Abgaben nicht an den Mann bringen konnte. Meins war besser als Clasen, aber beide brandgefährlich. Torwart Buls klärte zweimal recht knapp und konnte gefallen.

Die Holsteiner werden mit dem Schicksal hadern. Aber was nutzt ein gut aufgezogenes Mittelfeldspiel vor allem nach der Pause, wenn die Aktionen drucklos durchgeführt werden und vor dem gegnerischen Strafraum wenig und dennoch schlecht geschossen wird? Bester Stürmer Gabriel, der bei Horst Liedtke aber nicht zum Schuß kam. Lankeit ließ einige harmlose Fernbomben los, wirkte aber sonst schwerfällig. Sehr umsichtig Nitschmann und auch Müller-Lönnies. Beide gemeinsam mit Broszat brachten die größten Gefahrenmomente für das Oldesloer Tor. In der Hintermannschaft gefielen neben Berczuck und Harm im Lauf auch beide Verteidiger, obgleich Kösling mit Wilkens Schwierigkeiten hatte. Rupprecht trifft keine Schuld an den vier Treffern.
SPM

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Paul Löper, Horst Liedtke, Wolfgang Schwalke - Herbert Meins, Bertold Clasen, Harry Struppek, Gerd Heitmann, Karl-August Wilkens.
Holstein Kiel Am.: Rupprecht - Kösling, Sanders - Kardel, Berczuck, Harm - Müller-Lönnies, Broszat, Gabriel, Lankeit, Nitschmann.
Tore: 1:0 Heitmann (20.), 2:0 Heitmann (66.), 3:0 Löper (68.), 4:0 Wilkens (75.). - Schiedsrichter: Münster (Lübeck). - Zuschauer: 600.

Samstag, 17. Nov. 1962
Vorsicht vor dem Gut Heil-Sturm!

VfL-Deckung muß achtsam sein. Mit Lütge, ohne Clasen nach Neumünster. In seinem letzten Auswärtsspiel der Herbstserie trifft der VfL Oldesloe morgen um 14.30 Uhr in Neumünster auf dem Gut Heil-Platz Tungendorfer Straße auf den ETSV Gut Heil Neumünster, der am Vorsonntag zu hause Itzehoe 2:3 unterlag. Der VfL will nach seinem 4:0-Sieg über Holstein Kiel auch diesmal zum Punktgewinn kommen. Er spielt ohne Clasen, dafür Lütge, sonst in der Aufstellung wie am Vorsonntag.

Tabellenzehnter Gut Heil erzielte auf eigenem Platz bisher recht überraschende Ergebnisse. So konnte er Kilia 8:2 und den Heider SV 4:2 schlagen. Gegen Schleswig 06 erreichte er ein 1:1. Durch den Einsatz einiger Nachwuchsspieler kam er in dieser Saison zu einer recht kampfstarken Elf. Seine Torausbeute (24:29) gegenüber der des VfL (18:29) beweist, daß der Gut Heil-Sturm in der Auswertung erfolgreicher abschnitt. Dagegen dürften sich beide Hintermannschaften die Waage halten. Auf jeden Fall steht der VfL vor einem schweren, doch keineswegs unlösbaren Problem.

Trainer Artur Jantz tut gut daran, daß er in der fast gleichen Aufstellung spielen läßt wie am Vorsonntag, denn es stellte sich heraus, daß durch Umstellung bzw. Hereinnahme jüngerer Spieler die Elf an Schlagkraft gewonnen hat. Sollte die Elf in diesem Spiel die gleiche Form des Vorsonntags gegen Holstein Kiel erreichen, ist ein weiterer Punktgewinn zu erwarten.
ST

Sonntag, 18. Nov. 1962
Gut Heil Neumünster - VfL Oldesloe 2:2 (0:0)

Oldesloe führte schon 2:0. Und sah nach gutem Spiel wie der sichere Sieger aus. Aber dann kam Gut Heils großer Endspurt zum 2:2-Ausgleich! Nahezu 45 Minuten haben die Zuschauer warten müssen, um Gut Heil in der gewohnten Form zu erleben. Elanvoll wurde dann die zweite Halbzeit angegangen, aber schnell kam man wieder zur Mittelmäßigkeit zurück. Der VfL Oldesloe war drauf und dran, beide Punkte in Neumünster zu gewinnen, und das hat dieses Spiel unterstrichen, der VfL Oldesloe Ist wieder im Kommen! Er spielte weitaus stärker als es der zweitletzte Tabellenplatz vermuten läßt!

Bei Gut Heil war der Innensturm erschreckend schwach. Schildt, sonst immer einer der Besten und Fleißigsten, fiel stark ab, aber auch Lüdemann und Helmers blieben harmlos. Erst als in der zweiten Halbzeit eine Umstellung vorgenommen wurde, als Schulz für Lüdemann in der Mitte stürmte und Helmers und Schmuck die Plätze tauschten, kam mehr Druck in das Spiel der Neumünsteraner! Einer der besten Gut Heils Stopper Duggen, der den erheblich verbesserten Oldesloer Struppek halten konnte und in der ersten Halbzeit, als Oldesloe stark drängte, die Abwehr der Neumünsteraner tadellos organisierte.
Mit dem VfL geht es aufwärts, das hat das Spiel in Neumünster unterstrichen! Sehr gefährlich und mannschaftsdienlich der Halbrechte Wilkens, der im Auftrage von Verbandstrainer Kirchrath besonders beobachtet werden sollte. Blendend auch Verteidiger Peters, der frühere Phönix-Stürmer. Liedtke gefiel durch sein sachliches Spiel. Stark im Aufbau Löper, der auch ein Tor erzielte. Oldesloe hat in der ersten Halbzeit eindeutig überlegen gespielt. Mangelndes Schußglück und die ausgezeichnete Form von Duggen verhinderten es, daß nicht vorzeitig Tore für den VfL fielen. Erstaunlicherweise setzte die Elf auch nach dem Wechsel ihren Druck fort, was auch zu beiden Treffern führte.

In der Schlußphase des Spiels kamen endlich die Gut Heiler besser aus sich heraus, um ein Unentschieden zu erreichen, das, wenn man die vollen 90 Minuten wertet, beiden Mannschaften doch gerecht wird. Nach diesem Spiel muß Gut Heils Trainer Wilhelm aber Überlegungen anstellen, ob er dem einen oder anderen blutjungen Spieler (Schildt, Lüdemann?) nicht eine Pause gönnen muß.
SPM

Gut Heil Neumünster: Kaiser - Wehling, Wydorski - Asmuß, Duggen, Schmuck - Trapp, Helmers, Lüdemann, Schildt, Schulz.
VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Paul Löper, Horst Liedtke, Wolfgang Schwalke - Egon Lütge, Karl-August Wilkens, Harry Struppek, Gerd Heitmann, Herbert Meins.
Tore: 0:1 Heitmann (52.), 0:2 Löper (61.), 1:2 Schildt (66., Handelfmeter), 2:2 Schulz (70.). - Schiedsrichter: Luckow (Lübeck). - Zuschauer: 500.

Samstag, 1. Dez. 1962
Der VfL will vom Tabellenende weg.

Voraussetzung ist ein Sieg über Frisia Husum. Morgen um 14 Uhr hat der VfL Oldesloe in seinem letzten Punktspiel der Herbstserie den diesjährigen Aufsteiger Frisia Husum zu Gast. Die Platzherren werden auf der Hut sein; denn der VfL will und muß als Tabellenvorletzter unbedingt beide Punkte erobern.

Neunmal konnte die Frisia-Elf in ihren bisherigen 13 Spielen Punktgewinn verbuchen. In den beiden letzten Spielen erreichte sie bei Holstein Kiel zwar nur ein 3:3 und unterlag in Holtenau 1:2, dennoch stellt sie eine starke Mannschaft dar, die von ihrem Trainer Studienrat Erich Koschner taktisch gut beraten wird. Die Husumer sind ohne Zweifel stärker als in der Saison 1959/60, wo sie in beiden Spielen der VfL-Elf unterlagen. Bester teil der Mannschaft ist der Innensturm. Besonders erfolgreich waren die Stürmer Petersen und Niebuhr.

In den beiden vorangegangenen Spielen konnte der VfL Punktgewinne verbuchen. Anscheinend hat er seine Formkrise überstanden. Nach wie vor herrscht gute Kameradschaft in der Mannschaft. Noch immer muß Torwart Uwe Dau wegen seiner Verletzung pausieren. Er hat in Buls aber einen recht guten Vertreter. Man will in der gleichen Aufstellung wie gegen Gut Heil Neumünster (2:2) spielen und rechnet mit einem Erfolg.
ST

Sonntag, 2. Dez. 1962
VfL Oldesloe - Frisia Husum 1:0 (0:0)

Endlich wieder Struppek. Verdient 1:0 für VfL. Roos vom Platz. Wilkens verschoß Elfmeter. Dieses 1:0, das Vorjahres-Torschützenkönig Harry Struppek herausschoß, läßt den VfL Oldesloe aufatmen! Man hätte sich im Oldesloer Lager aber auch heftigste Vorwürfe machen müssen, wenn auch nur ein Punkt verloren gegangen wäre. Chancen hatte der VfL genug, aber Wilkens vermochte in der 16. Minute nicht einmal einen Handelfmeter zu verwandeln! Hinzu kommt, daß Frisia gar nicht ins Spiel kam und nach Meinung einiger Schlachtenbummler die wohl schwächste Leistung seit langem bot. Außerdem wurde Roos in der 70. Minute wegen ungebührlichen Benehmens dem Schiedsrichter gegenüber vom Platz gestellt. Sieht man die Sache so, dann kann Frisia mit dem 0:1 noch sehr zufrieden sein!

Infolge der Platzglätte kam die Technik zu kurz. Obgleich es nach den Anpfiff schon lichterloh vor dem Oldesloer Tor brannte und das Eckenverhältnis zur Pause 4:1 für die Husumer (!) stand, hatte der VfL Oldesloe In beiden Durchgängen mehr vom Spiel. Der Erfolg war darauf zurückzuführen, daß mit Westphal, Horst Liedtke und Peters drei hervorragende Kräfte in der Abwehr standen. Beide Außenläufer spielten mit großem Einsatz, vor allem Löper. Im Sturm wirkte Lütge gegen Nußbaum recht schwach und lustlos, während Heitmann und Wilkens mehrmals ihr brillantes Können zeigten, aber in der Auswertung versagten. Struppek, von Pohns I gut bewacht, schaffte das Siegestor. Meins überzeugte wie immer mit seiner Technik. Buls war zweimal glänzend auf dem Posten als er nahezu unhaltbare Bälle noch meisterte.

Von dem vielgepriesenen Schneid der Frisia-Elf war nicht viel zu merken. Sie begannen recht vielversprechend, hatten in Petersen, Niebuhr und Carl auch drei schneidige Stürmer, die aber zuwenig angespielt wurden. Roos spielte meistens in der Verbindung und Eckmann übte sich als Doppelstopper. Beide waren sich ihrer Aufgaben aber nicht bewußt. Dietze wollte alles mit Kraft machen, wurde dabei unfair und stand kurz vor dem Feldverweis. Ein Glück für Elf, daß Nußbaum, Nommensen, Pohns I und Clausen in der Hintermannschaft gute Leistungen boten und der VfL-Sturm ausgesprochenes Schußpech hatte. Dazu rettete Moebes mehrmals im letzten Moment. Auftrieb bekam die Frisia-Elf erst in den letzten 15 Minuten, als Nußbaum mit nach vorn ging. Dennoch wurden zu wenig die Flügel eingesetzt, so daß es der Oldesloer Abwehr nicht allzu schwer gemacht wurde, ihren knappen Vorsprung zu halten.
SPM

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Paul Löper, Horst Liedtke, Wolfgang Schwalke - Egon Lütge, Karl-August Wilkens, Harry Struppek, Gerd Heitmann, Herbert Meins.
Frisia Husum: Moebes - Nommensen, Nußbaum - Clausen, Pohns I, Eckmann - Petersen, Roos, Niebuhr, Dietze, Carl.
Tor: 1:0 Struppek (66.). - Schiedsrichter: Wolf (Kiel). - Zuschauer: 650. - Platzverweis: Roos (Frisia Husum, 70.).

Samstag, 8. Dez. 1962
VfL Favorit für Ratzeburg.

Treffen mit altem Gegner aus der Bezirksklasse. Morgen um 13.30 Uhr treffen die 1. Amateure des VfL Oldesloe in der ersten Runde der diesjährigen DFB-Pokalspiele auf den Tabellendritten der 2. Amateurliga (Südstaffel im Bezirk Lübeck), Ratzeburger SV. Wer wird in diesem klassenunterschiedlichen Spiel eine Runde weiterkommen? Der VfL spielt mit zwei Nachwuchsspielern.

Beide Vereine lieferten sich vor 1958 heiße Punktkämpfe, als der VfL noch in der Bezirksklasse spielte. Die Ratzeburger gehörten in den vorangegangenen Jahren immer der Spitzengruppe an, schafften aber noch nicht den Aufstieg in die Landesklasse. Für die VfL-Elf stellt der SV also einen beachtenswerten Gegner dar, dem durchaus ein Erfolg zuzutrauen ist.

Der VfL spielt erstmalig mit Klaus Wilkens und Sven Jürgensen, sonst nur mit Stammspielern, unter denen auch der wegen einer Verletzung längere Zeit pausierende Torwart Uwe Dau sein wird. Man muß den VfL in dem bevorstehenden Kampf als Favorit bezeichnen, obgleich Pokalspiele meistens besonderen Gesetzen unterliegen. Vor eigenem Publikum wird der zweite Amateurligist wahrscheinlich alles aufbieten, um eine Runde weiterzukommen.
ST

Samstag, 8. Dez. 1962

Die VfL-Trainingsgemeinschaft der Liga und der Reserve traf sich im "Forsthaus Kneeden" zu einer Adventsfeier, die wieder von dem bewährten Festausschusses um Otto Rathmann vorbereitet wurde.


Sonntag, 9. Dez. 1962 - Pokalspiel

Ratzeburger SV - VfL Oldesloe 2:0 (0:0)

Pokal-k.o. für den VfL Oldesloe in Ratzeburg. Nur mit einer riesigen Portion Glück entgingen die ohne großen Einsatz spielenden Oldesloer in der ersten Pokalrunde auf Landesebene einer empfindlichen Niederlage! Ein 5:0 oder 6:0 für die sehr einsatzfreudigen Ratzeburger lag den Torchancen nach durchaus drin. Die Platzherren waren durchweg klar feldüberlegen. Torwart Balschat lebte in der ersten Halbzeit, als die Gastgeber mit dem Wind im Rücken spielten, fast ausschließlich von Rückgaben seiner Vorderleute. Eine Großtat mußte er allerdings vollbringen, als er beim Stande von 1:0 zehn Minuten vor Schluß einen Kopfball von Heitmann aus acht Metern im Hechtsprung über die Latte lenkte, das wäre sonst der allerdings niemals verdiente Gleichstand für den VfL gewesen. Ratzeburg bot eine abgerundete Mannschaftsleistung. Die Elf kämpfte nicht nur aufopfernd, sondern wußte auch in spielerischer Hinsicht gut zu gefallen, obwohl die Bodenverhältnisse es ihr bei Dauerregen sehr schwer machten. Ein Ausfall war lediglich Pfeffer auf Rechtsaußen, dem wiederum nichts glücken wollte. Biemann sollte sich sein risikoreiches Spiel, Klein sein ewiges Reklamieren abgewöhnen. Die Tore für Ratzeburg fielen erst, nachdem Hansen und Porath die Plätze getauscht hatten.

Der VfL Oldesloe schien irgendwie indisponiert. Bei einem großen Teil der Spieler machte sich die Adventsfeier des Vorabends bemerkbar. Mangelnde Schußkonzentration und Unsicherheit bei der Ballannahme und Ballabgabe waren Schwächen, die alle Schönspielerei nicht aufwiegen konnte. War auf die Deckung noch einigermaßen Verlaß, so standen im Sturm Struppek und Heitmann allein auf weiter Flur und gerade sie hatten mit Hilper und Dobs Ratzeburgs stärkste Abwehrspieler gegen sich und blieben meist fest an die Kette gelegt, zumal beide Außenläufer völlig ausfielen und Wilkens sich in den hinteren Regionen aufhalten mußte, da die Deckung allein mit den steil angelegten RSV-Angriffen nicht fertig werden konnte. Torwart Dau war an den Toren schuldlos, Schwalke und Löper hoben sich noch aus der Deckung heraus. Wenn der VfL auch nicht auf Biegen und Brechen auf Sieg spielte, in Ratzeburg wundert sich nach diesem Spiel niemand mehr, daß die blau-weiße Elf mit am Tabellenende der Amateurliga liegt.

Ratzeburg aber dürfte dieser Erfolg weiteren Auftrieb geben, aus der Oktoberkrise scheint die Mannschaft auf jeden Fall heraus zu sein!
SPM/ST

Ratzeburger SV: Balschat - Hansen, Biemann - Dobs, Hilper, Strasburger - Pfeffer, Klein, Porath, Woitschig, Fischer.
VfL Oldesloe: Uwe Dau - Rainer Westphal, Wolfgang Schwalke - Paul Löper, Horst Liedtke, Klaus Wilkens - Egon Lütge, Karl-August Wilkens, Harry Struppek, Gerd Heitmann, Sven Jürgensen.
Tore: 1:0 Fischer (74.), 2:0 Woitschig (82.). - Schiedsrichter: Nawe (Eutin). - Zuschauer: 200.

Samstag, 15. Dez. 1962 Morgen
TSV Lägerdorf im Travestadion.

VfL will Revanche für die 0:3-Niederlage im Hinspiel nehmen. Mit dem Spiel gegen TSV Lägerdorf beginnt der VfL Oldesloe morgen um 14 Uhr im Travestadion die Frühjahrsserie der Saison 1962/63. Da er in der abgeschlossenen Herbstserie von 30 möglichen Pluspunkten nur elf erkämpfte, muß er jetzt in der Rückserie auf den Klassenerhalt bedacht sein. Wird er diese Runde morgen mit einem doppelten Punktgewinn beginnen?
Im Hinspiel unterlag der VfL in Lägerdorf recht deutlich 0:3. Der TSV erreichte als Tabellensiebenter eine ausgeglichene Bilanz in der Herbstserie. Von sechs Auswärtsspielen gewann er drei. Der Gast hat in Schonscheck einen reaktionssicheren Torwart, der großen Anteil an den bisherigen Erfolgen hat.

Der VfL brennt natürlich auf Revanche. Er wird sich überhaupt bemühen müssen, zumindest seine Heimspiele zu gewinnen. Erreicht er die Form wie in den drei vorangegangenen Punktspielen, so geht er diesmal zwar nicht als Favorit, aber auch keineswegs als Punktlieferant in den kampf.
ST

Sonntag, 16. Dez. 1962
VfL Oldesloe - TSV Lägerdorf 2:0 (0:0)


Lägerdorf konnte 3:0 führen - aber am Ende hieß es 2:0 für die Oldesloer. VfL jetzt wieder "da". TSV Lägerdorf ließ immer mehr nach. Mit diesem 2:0 gegen den TSV Lägerdorf konnte der VfL den vierten Erfolg in ununterbrochener Reihenfolge verzeichnen und sich gleichzeitig für die im Hinspiel in Lägerdorf erlittene 0:3-Niederlage revanchieren! Ein verdienter Sieg auf Grund einer hervorragenden zweiten Halbzeit. Der TSV Lägerdorf hatte klare Vorteile vor der Pause, verschoß aber seine Chancen bzw. scheiterte an der großartigen Oldesloer Abwehr und deren Torwart.

Keineswegs sah der VfL bis zur Pause wie ein klarer Sieger aus. Mit Ausnahme von einigen Szenen vor dem Lägerdorfer Tor mußte er sich zu diesem Zeitpunkt recht druckvoller Angriffe der Lägerdorfer erwehren. Der VfL-Abwehr, vor allem Torwart Dau, gebührt ein Lob für ihren großartigen Einsatz und ihre geschickte Spielweise, die in der Lägerdorfer Drangperiode keinen Treffer zuließ. Nach dem Wechsel spielte die VfL-Elf wie umgewandelt, zeigte die Sturmreihe endlich wieder einmal, wozu sie wirklich fähig ist. Besonders hervorzuheben ist Heitmann als Regisseur und Ballschlepper sowie Wilkens und Lütge als "Brecher", die mehrmals brandgefährlich vor Schonschecks Gehäuse auftauchten. Aber auch Struppek ist wieder im Kommen! Leider hatte er zweimal Pech mit seinen Kopfbällen, von denen einer gegen die Latte ging. Meins rochierte ständig und tauchte auch in der Abwehr helfend auf. Großen Verdienst an dem wertvollen Punktgewinn hat die Halbreihe, in der Horst Liedtke immer mehr zu einem wertvollen Stopper wird und Schwalke sich besonders als Zerstörer auszeichnete.
Der TSV Lägerdorf hat nach einer großartigen ersten Halbzeit, in der er zumindest 3:0 hätte in Führung liegen können (!), im zweiten Durchgang aber arg enttäuscht. Das Angriffsquintett war nach der Pause von einer erschreckenden Harmlosigkeit, weil es zu umständlich und ohne klare Konzeption operierte. Wie großartig dagegen war dieser Sturm im ersten Durchgang, wo Hoffmann, Krause und Mielke wohl zu den besten Spielern auf dem Platz gehörten. Von beiden Außenstürmern gefielen besonders Kosieski (Nachwuchs), aber auch in der Hintermannschaft waren mit Flick und Schwarzkopf zwei recht souveräne Abwehrspieler und mit Schlick und Wetzel im Lauf zwei umsichtige Aufbauspieler vorhanden, die auch nach der Pause durchaus überzeugten. Schonscheck trug keine Schuld an den beiden Treffern.

Alles in allem ein recht hartes Spiel mit zwei verschiedenen Halbzeiten!
SPM

VfL Oldesloe: Uwe Dau - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Paul Löper, Horst Liedtke,, Wolfgang Schwalke - Egon Lütge, Karl-August Wilkens, Harry Struppek, Gerd Heitmann, Herbert Meins.
TSV Lägerdorf: Schonscheck - Flick, Schwarzkopf - Wetzel, Schlick, Helle - Kosieski, Hoffmann, Krause, Mielke, Wachholz.
Tore: 1:0 Heitmann (57.), 2:0 Lütge (64.). - Schiedsrichter: Puck (Neumünster). - Zuschauer: 550.

Samstag, 22. Dez. 1962 Alter Rivale beim VfL. Morgen um 14 Uhr hat der VfL Oldesloe im Travestadion den Tabellenfünften TuS Lübeck im Punktspiel zu Gast. Seine unglückliche 0:1-Niederlage im Hinspiel durch Eigentor will der VfL diesmal durch einen Sieg wiedergutmachen. Auch ohne Dau (dafür Buls) und Peters (dafür Alfred Liedtke) geht der VfL keineswegs aussichtslos in den Kampf, obwohl er in der Tabelle sieben Plätze tiefer steht.
Die Auswärtsbilanz (6:10 Punkte) und überhaupt der günstige Punktstand (18:12) des TuS Lübeck nach Abschluß der Herbstserie kam auch durch Eigentore seiner Gegner zustande. Auf diese Weise erreichte er nicht nur gegen den VfL einen doppelten Punktgewinn, sondern auch am Vorsonntag ein 1:1 in Flensburg. Dennoch sollte man die schlagkräftigen Lübecker, die für die unfallverletzten Scharnweber und Stollinger guten Ersatz fanden, keineswegs unterschätzen. Man weiß, daß der VfL gegen TuS auch schon erfolgreich kämpfte, aber stets war der alte Rivale ein unbequemer Gegner, gegen den es immer spannende Kämpfe gab.
Der VfL wird morgen beweisen müssen, ob der in den vorangegangenen Spielen gezeigte Formanstieg Dauerwert hat.
ST

Sonntag, 23. Dez. 1962
VfL Oldesloe - TuS Lübeck 93 1:1 (1:0)

Turbulent in Bad Oldesloe. Gerechtes Unentschieden. Auf schneebedecktem und glattem Platz, auf dem sich die Reserven beider Vereine im Vorspiel 1:1 getrennt hatten, war dem Zufall Tür und Tor geöffnet. Dennoch boten die beiden alten Rivalen einen interessanten Kampf, in dem der VfL bis zur 65. Minute führte und dem 2:0 mehrmals nahe stand. Nach der Pause hatte TuS Lübeck in den ersten zehn und letzten 20 Minuten die größeren Vorteile und hätte nach Ohlsens Ausgleich auch noch die Chance zum Siegestreffer gehabt. Somit muß das Ergebnis als gerecht bezeichnet werden. Bei der Einzelkritik müssen die Platzverhältnisse berücksichtigt werden. So kam es zu vielen Stürzen, Fehlpässen, aber auch zu Leerlaufszenen. Beide Torwarte bekamen genug Arbeit, aber sie überzeugten.

Die Oldesloer hatten erneut eine starke Hintermannschaft. Von den beiden Verteidigern war Westphal der bessere. Er und auch Löper klärten einmal knapp auf der Torlinie. Wilkens, diesmal in seiner Stammposition, unterstützte den Angriff wirkungsvoll. Dagegen hatte Löper Schwierigkeiten mit der Glätte. Von den 20 Akteuren im Feld wurde Heitmann am besten mit den Platzverhältnissen fertig. Wie dieser Mann auf diesem Boden mit dem Ball umging, wie er seine Gegner regelrecht foppte oder verwertbare Bälle verteilte, das beeindruckte sehr! Der leichtfüßige Struppek und Lütge überzeugten wohl, aber der glatte Boden wurde ihnen mehrmals bei der Auswertung der Chancen zum Verhängnis. Gniechwitz und Meins hätten ihre Außenposition wechseln sollen, denn Gniechwitz hätte auf seiner Stammposition mehr bringen können. Recht souverän arbeitete Stopper Horst Liedtke, gegen den Graap nicht viel zu bestellen hatte.

Von der TuS-Elf hatte man im ersten Durchgang den Eindruck, als fehle es bei ihr an Kampfgeist. Dieses wurde auch durch ihren weit höheren Einsatz nach dem Wechsel bestätigt. Dazu gab es im Abwehrblock Engel, Thiel und Lampe mehrmals Mißverständnisse, die in der höchsten Gefahr immer wieder durch Melahn und Köpcke, die recht geschickt und schnell mit dem Ball umzugehen verstehen, geklärt wurden. Mit dem agilen Graap und dem energischen Kossert entwickelte Lübecks Fünferreihe nach der Pause dann mitunter eine imponierende Schwungkraft. Große Gefahr ging von Ohlsen aus, der sich bei Schwalke meistens durchsetzen konnte. Dagegen hatte Pistorius es weit schwerer gegen Westphal. Grimm hatte in Löper zeitweilig einen guten Bewacher, kam aber vor allem nach der Pause groß heraus und stellte bis zum Schluß gemeinsam mit Pistorius von links die größte Gefahrquelle für das Oldesloer Tor dar.

Recht turbulente Szenen brachten noch die letzten zehn Minuten, hervorgerufen durch vier TuS-Ecken, die dennoch das 1:1 für den VfL gerecht werden lassen, weil auch er die gleichen Chancen in den ersten zehn Minuten hatte.
SPM

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Rainer Westphal, Wolfgang Schwalke - Paul Löper, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens - Harald Gniechwitz, Egon Lütge, Harry Struppek, Gerd Heitmann, Herbert Meins.
TuS Lübeck 93: Kramer - Engel, Lampe - Melahn, Thiel, Köpcke - Ohlsen, Kossert, Graap, Grimm, Pistorius.
Tore: 1:0 Heitmann (14.), 1:1 Ohlsen (65.). - Schiedsrichter: Radler (Timmendorfer Strand). - Zuschauer: 600.

Samstag, 29. Dez. 1962
VfL wieder mit der Stammelf?

Auch Peters soll gegen Flensburg 08 dabei sein. Morgen muß der VfL Oldesloe zu Flensburg 08 reisen, von dem er sich im Hinspiel 1:1 trennte. Zum Abschluß des Jahres hat der VfL also noch einen starken Gegner vor sich, gegen den er in Stammbesetzung antreten und zum Erfolg kommen will.

Die Flensburger pausierten am Vorsonntag und spielten am Sonntag davor zu Hause 1:1 gegen TuS Lübeck, also genau wie der VfL. Erstmalig wird morgen bei 08 wieder Braun mitwirken können, was unbedingt eine Verstärkung bedeutet. Nach schwachem Start erreichte 08 in der Herbstserie mit 14:16 Punkten den neunten Tabellenplatz. Bei zwei Spielen weniger als der VfL (14:20 Punkte) geht es für die Flensburger diesmal um Erhalt ihres Tabellenplatzes.

Der VfL als Tabellenzwölfter hatte es trotz seiner letzten guten Spiele recht schwer, vom Tabellenende wegzukommen. Ein doppelter Punktgewinn könnte ihm im günstigsten Falle den neunten Platz bringen. Das würde sich lohnen. Ob er es aber schaffen kann, ist eine andere Frage. Im Vorjahr gewann der VfL in Flensburg 2:1.
ST

Sonntag, 30. Dez. 1962
Flensburg 08 - VfL Oldesloe 1:1 (1:0)

Dau hielt einfach alles. Nur Haukes Elfmeter saß. Gerechtes 1:1 in Flensburg. In der Auseinandersetzung zwischen Flensburg 08 und dem VfL Oldesloe gab es ein 1:1, das dem Gesamtspielverlauf gerecht wird. Trotzdem muß man sagen, daß die Flensburger auf Grund ihres überlegenen Spiels in der ersten Halbzeit eine eindeutige Führung herausholen mußten. Sie scheiterten aber an ihrem engmaschigen Spiel und vor allen Dingen an dem ausgezeichneten Oldesloer Torwart Dau, der die Flensburger Stürmer zur Verzweiflung brachte, der jeden Schuß hielt und nur einmal überwunden wurde, als der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt zeigte und Hauke mit einer raffinierten Täuschung den Strafstoß zum 1:0 verwandeln konnte.

Flensburg 08 hatte in der ersten Halbzeit recht ordentlich gespielt, fiel nach dem Wechsel jedoch stark ab, weil auch Konditionsschwächen bemerkbar wurden. Torhüter Neukirchen erwies sich als ein sicherer Schlußmann, den scharfgeschossenen Ball, der zum Ausgleich führte, konnte er nicht halten. Überragender Mann in der Flensburger Mannschaft war Mittelläufer Koch, der sich in hervorragender Verfassung zeigte, zumal er gegen den stärksten Oldesloer Stürmer, gegen Mittelstürmer Struppek, zu kämpfen hatte. Von den Außenläufern gefiel Müller am besten. Im Angriff hinterließ Hauke auf dem rechten Flügel den stärksten Eindruck, während Braun nach seiner Operation noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, Hinrichsen an Verteidiger Westphal wiederholt scheiterte und Neujahr offensichtlich mit dem Boden nicht zurechtkam und abfiel.

Der VfL Oldesloe hat in Flensburg eine durchschnittliche Partie geboten. Die Mannschaft profitierte in erster Linie aus den hervorragenden Abwehrreaktionen ihres Torhüters Dau. Allerdings waren auch die Verteidiger Westphal und Peters recht ordentlich, während Mittelläufer Liedtke gegen den Flensburger Bogensee sehr gut aussah, es allerdings sehr oft mit recht harten Gegenmaßnahmen versuchte. Der Oldesloer Angriff war nicht stärker als der der Flensburger. Er hatte jedoch den Vorteil, daß er weiträumiger spielte, daß er die Flügel geschickt einsetzte, woran die beiden Halbstürmer Wilkens und Heitmann beteiligt waren. Bester Stürmer war jedoch Struppek, der mit Koch zwar seine liebe Not hatte, der aber immer wieder gefährlich war und für Aufregung in der Flensburger Abwehr vor allen Dingen nach der Pause sorgte.

Oldesloe hätte bei kaltem Wetter und schneebedecktem Rasen schon in den ersten Minuten führen können, aber ein Bombenschuß von Wilkens traf nur das Lattenkreuz. Dann beherrschten die Flensburger eindeutig das Feld, sie kamen zu zahlreichen Möglichkeiten, die jedoch nicht genutzt wurden, während nach der Pause der VfL Oldesloe mit dem starken Wind spielte und überlegen wurde. Mehr als das 1:1 schafften dann aber auch die Oldesloer nicht. Insgesamt muß man sagen, daß die 600 Zuschauer von ihrer Mannschaft nicht überzeugt waren und daß sie im letzten Spiel des Jahres einen Erfolg erwartet hatten.
SPM

Flensburg 08: Neukirchen - Blanke, Heel - Büge, Koch, Müller - Hauke, Neujahr, Bogensee, Braun, Hinrichsen.
VfL Oldesloe: Uwe Dau - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Paul Löper, Horst Liedtke, Wolfgang Schwalke - Egon Lütge, Karl-August Wilkens, Harry Struppek, Gerd Heitmann, Herbert Meins.
Tore: 1:0 Hauke (21., Foulelfmeter), 1:1 Struppek (53.). - Schiedsrichter: Zawadsky (Husum). - Zuschauer: 600.

 

 

Bis zum Jahr 1970