VfL Oldesloe
3. Vierteljahr 1962 - 1963

 

Samstag, 5. Jan. 1963
Itzehoe kein Punktlieferant.

VfL mit Bliebenich statt Meins. Morgen um 14 Uhr hat der VfL Oldesloe im Travestadion den Tabellenvierten Itzehoer SV zu Gast, der am Vorsonntag zu Hause sensationell 2:3 gegen Kilia Kiel unterlag. Der VfL, diesmal ohne Meins, dafür nach langer Zeit wieder mit Bliebenich, errechnet sich eine Erfolgschance.

Der Itzehoer SV hat sich in diesem Jahr gegenüber den beiden Vorjahren gewaltig gesteigert und mischt eifrig in der Spitzengruppe mit. Die Niederlage des Vorsonntags ist hauptsächlich auf die Platzverhältnisse zurückzuführen, denn die ISV-Elf dominierte gegen Kilia. Männer wie Genthe im Tor und Drews, Lipp, Jürgensen als Abwehrspieler lassen so leicht keinen Erfolg zu. Auf keinen fall darf der VfL die Itzehoer unterschätzen.
Der VfL steht mit 15:21 Punkten auf dem elften Tabellenplatz. Er muß bemüht sein, zur Sicherung des Klassenerhalts einen guten Mittelplatz zu erreichen. Für den erkrankten Meins wird der von der Bundeswehr zurückgekehrte Bliebenich mitwirken. Die drei vorangegangenen Treffen endete alle mit einem Unentschieden (1:1, 0:0, 1:1). Ein gleiches Ergebnis wäre keine Überraschung.
ST

Sonntag, 6. Jan. 1963
VfL Oldesloe - Itzehoer SV 2:2 (0:2)

VfL Oldesloe nach 0:2 noch 2:2. Itzehoe am Ende nervös und hart. Zwei Tore von Struppek und Lembrecht. Peters der Motor der Elf. Im Oldesloer Stadion gab es auf dem mit verharschtem Schnee bedeckten Boden ein überraschend gutes Spiel, in dem der Itzehoer SV nach zwei billigen Toren bis zur 66. Minute schon wie der sichere Sieger aussah, ehe der VfL Oldesloe nach dem Anschlußtor durch einen Foulelfmeter soviel Auftrieb bekam, daß er doch noch das alles in allem gerechte 2:2-Unentschieden schaffte. Der verdiente Lohn für die eifrigen Gastgeber, deren zweifacher Torschütze Struppek war, der offenbar wieder im Kommen ist. Auch auf der anderen Seite schoß ein Spieler beide Treffer: Lembrecht.

Der VfL begann mit großem Elan, der ihm vor der Pause eine leichte Feldüberlegenheit gegenüber dem mit Doppelstopper spielenden Itzehoer SV einbrachte. Etwas zu eifrig operierte jedoch der Angriff, so daß die sichere und besonnen spielende Gästeabwehr immer wieder klären konnte, zumal Neumann (mit der Nummer 9) Struppek keinen Augenblick aus den Augen ließ. Es war Pech für den VfL, daß Dau bei dem Kopfball von Lembrecht (10.) nicht vom Boden wegkam und den nicht unhaltbaren Ball passieren lassen mußte, und später dann Löper das Leder zum 0:2 ins Netz abfälschte. Bester Mann des VfL war fraglos der kleine Peters. Bienenfleißig, vor Spielwitz sprühend und keinen Augenblick die Übersicht verlierend, wurde er zum Motor seiner Elf. In der Läuferreihe zeichnete sich Liedtke aus, während Löper mit Lembrecht erhebliche Mühe hatte und später mit Bliebenich den Platz tauschte. Lütge und Heitmann waren vor dem Wechsel die agilsten Stürmer, bis sich dann Struppek der aufmerksamen Bewachung durch Neumann mehr und mehr entziehen konnte und seine Gefährlichkeit wieder bewies.

Itzehoe bestach zunächst durch seine überlegene Ruhe, die auf dem Wissen um das eigene Können basierte. Erst nach dem Anschlußtor wurden die Gäste so nervös, daß sie sich einige Fouls leisteten, an denen sich sogar Torwart Genthe beteiligte (das hätte leicht einen Elfmeter geben können!). Die Aktionen der Itzehoer waren fraglos gekonnter als die des VfL, führten bei dem Spieleifer der Platzherren jedoch nicht zum Erfolg. Mit Drews und Hansen standen zwei sichere Verteidiger vor Genthe und Neumann legte Struppek lange Zeit mit Erfolg "an die Kette", während Lipp überall zur Stelle war, wo Not am Mann war. Martensen sorgte im Verein mit den guten Halbstürmern für den nötigen Druck vor dem Oldesloer Tor.
SPM

VfL Oldesloe: Uwe Dau - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Paul Löper, Horst Liedtke, Wolfgang Schwalke - Wolf-Dieter Bliebenich, Egon Lütge, Harry Struppek, Gerd Heitmann, Karl-August Wilkens.
Itzehoer SV: Genthe - Drews, Hansen - Martensen, Lipp, Teßmann - Ahrens, Fuchs, Neumann, Lembrecht, Bartz.
Tore: 0:1 Lembrecht (10.), 0:2 Lembrecht (29.), 1:2 Struppek (66., Foulelfmeter), 2:2 Struppek (72.). - Schiedsrichter: van Thiel (Kiel). - Zuschauer: 900.

Samstag, 12. Jan. 1963 Zu Hause ist Holtenau noch stärker. Revanche für die Heimniederlage wird dem VfL sehr schwerfallen. Morgen muß der VfL Oldesloe in Kiel gegen die als heimstark bekannte Elf des TuS Holtenau antreten. Im Hinspiel unterlag der VfL auf eigenem Platz mit 1:2. Die TuS-Mannschaft lieferte ein taktisch kluges Spiel und operierte weiträumig über die Flügel. Inzwischen hat sie etwas an Boden verloren, mußte allerdings in mehreren Fällen die Punkte recht unglücklich abgeben.
Es ist damit zu rechnen, daß diese Mannschaft alles auf eine Karte setzt und auf Biegen und Brechen stürmen wird. Der VfL, seit sechs Spielen ungeschlagen, hat ebenfalls nichts zu verschenken und möchte endlich einmal einen Sieg landen. Allerdings ist es dazu erforderlich, daß die Mannschaft beide Halbzeiten eine so geschlossene Leistung bringt wie die zweiten 45 Minuten gegen den Itzehoer SV. Der VfL wird mit seiner derzeit stärksten Besetzung antreten.
ST

Sonntag, 13. Jan. 1963
TuS Holtenau - VfL Oldesloe 1:5 (0:1)

Oldesloe wieder "da"! 5:1-Sieg in Holtenau. Wieder zweimal Struppek! Wenn auch der Erfolg der Oldesloer zahlenmäßig etwas zu hoch ausfiel, gibt es keinen Zweifel daran, daß sie diese Begegnung verdient für sich entschieden. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß die Gastgeber in der zweiten Spielhälfte mit drei Lattenschüssen ausgesprochenes Pech hatten, denn auch die Oldesloer versiebten noch einige ganz klare Torgelegenheiten!

Schon in der ersten Viertelstunde drängten die Gäste, die sich auf dem glatten Boden besser als ihr Gegner zurechtfanden, und wären in der 5. Minute schon in Führung gegangen, wenn nicht Haye durch eine großartige Parade auf der Linie gerettet hätte. Erst dann lieferten die Holtenauer ein in etwa gleichwertiges Spiel und hätten aufgrund der gezeigten Leistungen bis zum Seitenwechsel den Ausgleichstreffer durchaus verdient gehabt. Wer geglaubt hätte, daß die Gastgeber nach der Halbzeit durch die Windunterstützung zu einer Überlegenheit kommen würden, sah sich getäuscht. Die Oldesloer spielten nach dem Überraschungstreffer gleich nach dem Wiederanpfiff immer selbstsicherer und steuerten sicher dem doppelten Punktgewinn entgegen.

Der schwächere Mannschaftsteil war bei den Holtenauern nicht der Sturm, sondern die Deckung, die der schnellen Fünferreihe der Gäste in der zweiten Spielhälfte zu viel Raum ließ. Am besten lösten ihre Aufgaben noch Morio und Bohn, letzterer hatte in der ersten Spielhälfte einige gute Szenen. Freese und auch Piepjunge schienen mit den Bodenverhältnissen nicht fertig werden zu können. Beide haben schon wesentlich stärker gespielt. Im Sturm wußte Junge sowohl als Halbstürmer und in der zweiten Halbzeit als Außen am besten zu gefallen. Friedmann kämpfte unermüdlich, wirkte aber in einigen entscheidenden Szenen ebenso wie Dopke in der ersten Halbzeit zu überhastet. Die Hereinnahme von Obernest in den Sturm nach dem Seitenwechsel hatte nicht den erwarteten Erfolg, denn er kam kaum zum Zuge.

Die Gäste warteten mit einer wirklich guten Gesamtleistung auf, ohne daß sie einen Ausfall hatten. Glanzstück war der Sturm, in dem nicht nur mit Schnelligkeit, sondern mit viel Spielverständnis operiert wurde. Heitmann machte einen ihm in der 37. Minute unterlaufenen Fehler, als er aus zwei Metern vor dem leeren Tor stehend gegen den Pfosten bombte, durch seine Gesamtleistung, mit der er seinen Nebenleuten nicht nachstand, wieder gut. Es wäre nicht richtig, aus der Fünferreihe jemanden besonders hervorzuheben, da alle Stürmer der Gäste eine gute Leistung zeigten. Eines aber ist sicher: Struppek kann wieder Tore schießen! Die Deckung hatte ihre besten Kräfte in Westphal, Wilkens und Schwalke. Die Tatsache, daß nur ein Gegentor fiel, darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Hintermannschaft gegen einen entschlosseneren und schneller spielenden Sturm in Schwierigkeiten kommen könnte.

Die Holtenauer müssen nach dieser Niederlage schon außerordentliches leisten, um dem Abstieg zu entgehen! Der VfL aber dürfte bald wieder in der oberen Tabellenhälfte zu finden sein! Zu erwähnen ist noch, daß sich beide Mannschaften nach dem Spiel noch im Sportheim gemütlich zusammensetzten. So sollte es möglichst oft vorkommen, damit sich die Mannschaften untereinander kennenlernen!
SPM/ST

TuS Holtenau: Haye - Piepjunge, Obernest - Freese, Morio, Bohn - Friedmann, Junge, Schulz, Reimer, Dopke.
VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Karl-August Wilkens, Horst Liedtke, Wolfgang Schwalke - Wolf-Dieter Bliebenich, Egon Lütge, Harry Struppek, Gerd Heitmann, Herbert Meins.
Tore: 0:1 Lütge (36.), 0:2 Struppek (46.), 0:3 Struppek (62.), 1:3 Reimers (63.), 1:4 Bliebenich (74.), 1:5 Herbert Meins (80.). - Schiedsrichter: Kiesewetter (Segeberg). - Zuschauer: 350.

Samstag, 19. Jan. 1963
Heider SV ist klarer Favorit.

Aber der VfL will seine Chance wahren. Sein bisher schwerstes Auswärtsspiel in der Rückrunde hat der VfL Oldesloe um 14 Uhr in Heide zu bestreiten. Sowohl der Heider SV als auch der VfL haben sich in eine gute Form hineingespielt und konnten in den voraufgegangenen Spielen gefallen.

Im Hinspiel unterlagen die Oldesloer recht unglücklich mit 1:2. Auf eigenem Platz muß man allerdings die Heider als Favoriten betrachten, wenngleich die Oldesloer die Fahrt nach Heide nicht chancenlos antreten. Wenn es dem VfL gelänge, den gut eingespielten Heider Sturm zu bremsen (Waberski!), könnte ein Teilerfolg zu erringen sein. Der VfL wird ohne Wilkens antreten.
ST

Sonntag, 20. Jan. 1963
Heider SV - VfL Oldesloe 4:0 (2:0)

Waberskis Klasseleistung führte zum 1:0. Heide ließ Oldesloe 4:0 abblitzen. Ein wirklich sehenswertes Spiel! Ein Spiel, das Fußballherzen höher schlagen ließ, erlebten die Zuschauer, die sich zum Treffen des Heider SV gegen den VfL Oldesloe bei zwar gemildertem, aber immerhin doch noch recht beißendem Frost eingefunden hatten. Und wenn der "kleine HSV" auch mit 4:0 der verdient Glücklichere war, so möchte man doch eher sagen, daß der prächtige Einsatz auf beiden Seiten sportlich mehr zählt als das Torergebnis. Ein großes Lob den Oldesloer Gästen! Sie lagen von der ersten halben Stunde an im Rückstand, aber alle elf Mann gaben das Letzte her und hätten dafür mindestens den Ehrentreffer verdient gehabt. Spielerisch allerdings brachten sie nicht ganz das Erwartete. Vor allem im Sturm wurde zuviel getändelt; da fehlte der Druck! Demgegenüber lieferte der Heider SV - mannschaftlich gesehen - eine souveräne Partie. Sein Sieg geht auch in der Höhe voll in Ordnung.

Die Oldesloer haderten mit dem Schicksal: einen Struppek-Schuß, den Harder in der 13. Minute von der Linie zurückschlug, wollen sie schon im Tor gesehen haben! Wer weiß, vielleicht wäre es für sie besser gelaufen, hätte aus dieser Situation ein Treffer für sie resultiert! Denn nach Vorteilen für Heide in den ersten zehn Minuten drehten sie in dieser Phase den Spieß um und heizten der Heider Abwehr ein!

Waberski war es dann, der seine Mannschaft mit einer begeisternden Leistung erlöste. Bei einer Steilvorlage spurtete er seinem Bewacher Horst Liedtke davon, und wie er den herauslaufenden Oldesloer Schlußmann Buls überwand, das war einfach gekonnt. Von dem Schock hatten sich die Oldesloer schnell erholt. Ihre Abwehr leistete ein solides Pensum und insbesondere Peters ließ dem Heider Rechtsaußen Patzer kaum einen Stich. Pech für Oldesloe, daß dennoch in der 41. Minute durch einen abgefälschten Pulter-Schuß der zweite Treffer für Heide fiel. Mit einer Drangperiode startete Oldesloe in den zweiten Durchgang. Doch hier zeigte sich sehr deutlich, daß im Gästesturm zuviel "Klein-Klein" gespielt wurde. Die Oldesloer fanden das Rezept des Direktspiels nicht, und da hatten sie bei den standfesten Heider Verteidigern Beiroth und Eichler und bei dem routinierten Stopper Gerdau nichts zu bestellen. Der dritte Schlag, der für Oldesloe den k.o. bedeutete, lag längst in der Luft, als Patzer schließlich eine Chance sah und entschlossen wahrnahm. Dann spielte lange Zeit nur Heide! Die Mannschaft war entfesselt und ließ sich durch nichts aus dem Konzept bringen. Feddrau war es schließlich, der auf Wiechmanns Vorarbeit das 4:0 markierte. Aber nun waren auch plötzlich noch einmal die Oldesloer da, unermüdlich bis zur letzten Sekunde, um eine Verbesserung des Ergebnisses bemüht. Ihre Anstrengungen blieben ohne Erfolg. Der gefürchtete Torjäger Struppek trat gar nicht in Erscheinung. Das Heider Schlußdreieck hatte ihn völlig "abgemeldet".

Beste Spieler beim VfL waren Peters, Stopper Horst Liedtke und im Sturm allenfalls Heitmann und Rechtsaußen Gniechwitz. Mit zu den Besten zählte Torwart Buls, der reihenweise Blitzreaktionen zeigte, als der Heider Sturm in der zweiten Halbzeit aus allen Rohren schoß. Der Heider SV bot eine geschlossene Mannschaft sleistung. Großen Anteil am Erfolg haben die Verteidiger Eichler und Beiroth, in der Läuferreihe ließen Harder, Gerdau und Scheppan nichts anbrennen. Im Sturm verdienten Feddrau, Waberski und Pulter die besten Noten.
SPM

Heider SV: Jacobsen - Beiroth, Eichler - Harder, Gerdau, Scheppan - Patzer, Feddrau, Waberski, Wichmann, Pulter.
VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke, Wolfgang Schwalke - Harald Gniechwitz, Egon Lütge, Harry Struppek, Gerd Heitmann, Herbert Meins.
Tore: 1:0 Waberski (26.), 2:0 Pulter (41.), 3:0 Patzer (52.), 4:0 Feddrau (82.). - Schiedsrichter: Weiß (Rendsburg). - Zuschauer: 1000.

Samstag, 2. Feb. 1963
Schlägt Väterchen Frost den König Fußball?

Schiedsrichter prüft morgen vormittag Travestadion. Die ungewisse Witterung stellt auch das Fußballspiel zwischen dem VfL Oldesloe und dem SV Friedrichsort morgen um 14.30 Uhr im Travestadion in Frage. Die Entscheidung, ob der Punktekampf stattfinden wird, fällt der Schiedsrichter morgen vormittag.

Der VfL ist aus dem Abstiegsstrudel noch keineswegs heraus, steht er doch nach Minuspunkten gesehen an 13. Stelle. Die Mannschaft hat aber auch im letzten Spiel gegen Heide trotz der klaren 0:4-Niederlage nicht enttäuscht. Wenn diesmal die Außenstürmer besser zum Zuge kommen (nicht immer stur gegen den Mann!), sollte der VfL in der Lage sein, den Kielern ein gleichwertiges Spiel zu liefern. In Friedrichsort verlor der VfL 1:6. Dieses Ergebnis sollte sich nicht wiederholen!
ST

Sonntag, 3. Feb. 1963
Fußball nicht im Eisstadion.

VfL spielte nicht. Ein Sonntag ohne Fußball! Die schneebedeckten Plätze erlaubten keine Spiele. Zwar war der VfL Oldesloe, dessen Amateurliga-Elf den SV Friedrichsort erwartete, hinsichtlich des vorher noch schnell geräumten Spielfeldes im Travestadion anderer Meinung, aber Schiedsrichter Jensen aus Lütjenburg erklärte den Platz für unbespielbar: "Kein Fußball im Eisstadion!"
ST

Montag, 11. Feb. 1963
Zwei Wochen für "Blödmann".

Daß unsere Schiedsrichter keine "Pfeifenheinis" oder "Blödmänner" sind, mußte jetzt der Amateurliga-Spieler Roos von Frisia Husum erfahren. Im Punktspiel am 2. Dez. 1962 gegen den VfL Oldesloe hatte Roos den Kieler Schiedsrichter Wolf mit diesen beleidigenden Ausdrücken bedacht. Zwar erst unmittelbar nach Spielende, aber doch so laut, daß Wolf es hörte und meldete. Die Sache kam vor den Spielausschuß, der - wieder einmal! - sehr milde gestimmt war und Roos mit einem strengen Verweis davonkommen ließ!

Das vernahm der Verbandsvorstand, der über dieses unverständlich milde Urteil nur den Kopf schüttelte und Berufung einlegte. Und das Verbandsgericht holten dann das nach, was der Spielausschuß versäumt hatte: er sperrte Roos für zwei Spieltage! Wo kämen wir hin, wenn solche Beleidigungen überall nur mit einem lächerlichen Verweis abgetan würden!? Wir meinen: wer die Schiedsrichter so sehr beleidigt, sollte noch länger als 14 Tage gesperrt werden! Unsere Schiedsrichter verdienen wirklich einen besseren Schutz!
SPM

Samstag, 16. Feb. 1963
VfL bei Schleswig 06.

Morgen muß der VfL Oldesloe zu den in den letzten Spielen nicht sehr erfolgreichen Schleswigern reisen. Da Schleswig durch Büdelsdorf von Platz drei verdrängt wurde, wird es natürlich besonders ehrgeizig spielen, um wieder zu einem Erfolg zu kommen.

Der VfL hat sich gegen Schleswig schon immer schwer getan und geht auch in dieses Spiel als Außenseiter, hat aber nichts zu verlieren und sollte unbeschwert aufspielen können. Ein Vorteil für den VfL ist vielleicht der langsam abtauende Schneeboden, auf dem besonders kämpferisch starke Mannschaften gut zurechtkommen. Im Hinspiel unterlag der VfL recht klar mit 0:5.
ST

Sonntag, 17. Feb. 1963
Schleswig 06 - VfL Oldesloe 4:4 (1:3)

Dramatisches 4:4 in Schleswig. Oldesloe führte 3:1 und 4:2. Dennoch gerechtes Unentschieden! Der VfL Oldesloe hinterließ in Schleswig den besten Eindruck. Vor allen Dingen in der ersten Halbzeit hatten die Gäste bedeutend mehr vom Spiel als die Platzherren und führten vollauf verdient beim Halbzeitpfiff mit 3:1. Sie spielten klüger, weiträumiger und steiler und brachten die Schleswiger immer wieder in Bedrängnis. Auch mit dem Boden wurden die Oldesloer besser fertig, nicht zuletzt deswegen, weil sie hauptsächlich körperlich kleinere Spieler in ihren Reihen haben und so besseres Stehvermögen aufwiesen.

Der Dr.-Alslev-Platz war zwar vorbildlich vom Schnee geräumt, unter dem Schnee aber gab es typische Eisflächen, die beide Mannschaften oft gefährlich zu schaffen machten. Die Schleswiger Elf, die in der ersten Halbzeit durch übertriebenes Klein-Klein-Spiel gar nicht zum Zuge kam, vermochte sich dann im zweiten Durchgang bedeutend zu steigern und hätte um ein Haar - drei Chancen gab es noch, die nur wegen der Glätte nicht verwandelt werden konnten - beide Punkte in Schleswig behalten! Das Unentschieden ist aber gerecht!

Schleswig 06 verfiel wiederum in den Fehler, auf glattem Boden so spielen zu wollen wie auf einem Rasenplatz. Kein Wunder also, daß die meisten kurzen Pässe mißlangen, die Spieler hatten einfach kein Standbein! Um dieses aber zu erkennen, hätten eigentlich keine 45 Minuten verstreichen dürfen. Hinzu kam, daß die Abschläge von Torwart Flindt fast ausschließlich eine Beute der Gäste wurden. Weder die Schleswiger Hintermannschaft, in der Kähler I bis auf seinen Fehler beim dritten Oldesloer Tor noch am besten aussah, noch die Läuferreihe oder der Sturm konnten an die Leistungen im Spiel gegen Holstein Kiel (4:1) anknüpfen. Erst in der zweiten Halbzeit sah man in der Fünferreihe ein gutes Zusammenspiel, wobei Thomas außerordentlich fleißig wurde, Kähler II sehr druckvoll wirkte und Karstens sich auf seine Schnelligkeit besann. Wulf und Nanz kamen, ebenfalls in der zweiten Halbzeit besser zur Geltung. Nach der guten Leistung der Platzherren in der zweiten Halbzeit fragten sich die abwandernden Zuschauer mit Recht: warum nicht gleich so?

Der VfL Oldesloe war im ersten Durchgang so gefährlich, daß auch noch mehr Tore hätten fallen können. Heitmann und Struppek ragten aus der Fünferreihe heraus. Aber auch Peters und Bliebenich wurden mit dem Boden und ihren Bewachern gut fertig. Torwart Dau zeigte kaum Unsicherheit, gegen die Tore war er jedoch machtlos. Die Läuferreihe der Gäste arbeitete von der ersten bis zur letzten Minute fleißig und auch glücklich. Kaum ein Fehlpaß unterlief den Oldesloern, die immer wieder ihren flinken Sturm ankurbelten. Lütge hatte es gegen Kähler II nicht leicht, setzte dem Schleswiger Mittelläufer aber oft arg zu. Versagt hat keiner, auch nicht Neuling Herfurt oder der seit langem wieder eingesetzte Erbs. Daß die Gäste zum Schluß auf Zeit spielten und immer wieder versuchten, das Spiel zu verzögern, wer kann es ihnen verübeln?

Eine Kuriosität: Schiedsrichter Steffensen aus Heide leitete nun insgesamt vier Spiele der Schleswiger (auf eigenem Platz und außerhalb), und alle vier Spiele gingen unentschieden aus!
SPM/ST

Schleswig 06: Flindt - Asmussen, Ohlsen - Wulf, Kähler I, Nanz - Karstens, Thomas, Kähler II, Dörbaum, Stelzner.
VfL Oldesloe: Uwe Dau - Günther Herfurt, Karl-August Wilkens - Roland Erbs, Horst Liedtke, Wolfgang Schwalke - Wolf-Dieter Bliebenich, Egon Lütge, Harry Struppek, Gerd Heitmann, Jürgen Peters.
Tore: 1:0 Thomas (11.), 1:1 Heitmann (18.), 1:2 Struppek (34.), 1:3 Heitmann (39.), 2:3 Thomas (55.), 2:4 Struppek (57.), 3:4 Kähler II (63.), 4:4 Dörbaum (75.). - Schiedsrichter: Steffensen (Heide). - Zuschauer: 1000.

Mittwoch, 20. Feb. 1963
Lob für den VfL.

Eine sehr gute Kritik erhielt der VfL Oldesloe nach seinem Spiel gegen Schleswig 06 in den "Schleswiger Nachrichten": Die Oldesloer haben in Schleswig imponiert. Vor allen Dingen der Einsatz und die Unkompliziertheit der Gäste konnten gefallen. - Das 3:1 in der 39. Minute sahen viele Zuschauer gar nicht. Heitmann schoß so kraftvoll auf das Schleswiger Tor, daß der Ball durch das Netz ging."
ST

Samstag, 23. Feb. 1963
VfL hofft auf zwei Punkte.

Fußballfeld vom Schnee geräumt. In seinem zweiten Heimspiel im neuen Jahr muß der VfL Oldesloe morgen um 15 Uhr gegen Gut Heil Neumünster antreten. Beide Mannschaften benötigen Punkte für den Klassenerhalt. Der VfL, in der Aufstellung wie am Vorsonntag, will beide Punkte für sich kassieren, was man ihm nach seinen vorangegangenen Leistungen auch durchaus zutrauen kann. Das Spielfeld und die Zuschauerplätze wurden auf Veranlassung von Obmann Rudi Herzog vom Schnee geräumt, so daß der Durchführung des Spiels in dieser Hinsicht nichts im Wege stehen dürfte.

Obgleich die Gut Heiler Heide 4:2 und Kilia 8:2 auf eigenem Platz praktisch überrennen konnten, weist ihre Auswärtsbilanz nach zehn Spielen ganze drei Pluspunkte auf. Im vorangegangenen Auswärtsspiel gegen Büdelsdorf mußten sie eine 2:8-Dusche hinnehmen. Danach pausierten sie an zwei Sonntagen. Nachdem der VfL am Vorsonntag ein 4:4 in Schleswig erreichte und auch sonst dort großartig aufspielte, rechnet man morgen mit einem vollen Erfolg der VfL-Elf, die das Hinspiel 2:2 gestalten konnte.
ST

Samstag, 23. Feb. 1963
Wenn erst Tauwetter kommt.

Auch an diesem Wochenende hatten alle Fußballklassen zahlreiche Spielausfällle zu verzeichnen! Die Terminlisten sind nun schon ganz schön in Unordnung geraten. Aber das schlimmste scheint uns noch bevorzustehen: wenn nämlich erst das Tauwetter einsetzt, dann könnte es Spielausfälle am laufenden Band geben. Denn wo soll das viele Schneewasser abfließen? Der Boden ist über einen halben Meter knochenhart gefroren! Der Spielausschuß des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes hat sich deshalb in Kiel zusammengesetzt, um die Lage zu peilen.

Der augenblicklich gültige Spielplan der Amateurliga gilt nur noch bis zum 10. März einschließlich. Vom 24. März wird nach einem völlig neuen Spielplan gespielt, der so gestaltet wird, daß die wichtigsten Spiele (also die der Spitzengruppe) vorweggenommen werden, damit die beiden Teilnehmer an der Oberliga-Aufstiegsrunde rechtzeitig dem Norddeutschen Fußballverband gemeldet werden können. Die Pokalspiele auf Schleswig-Holstein-Ebene werden vorerst zurückgestellt. Punktspiele und Aufstiegsspiele haben Vorrang.
SPM

Sonntag, 24. Feb. 1963
VfL Oldesloe - Gut Heil Neumünster 4:0 (1:0)

Struppek bombt wieder. Drei Volltreffer beim 4:0! Mit dem VfL Oldesloe geht es weiterhin stark bergauf! Auf vom Schnee einwandfrei geräumten Platz erlebten die Zuschauer ein schönes und vor allem faires Spiel, das der VfL klar für sich entscheiden konnte, obgleich es zur Pause noch nicht danach aussah. Nach der 1:0-Führung hatten die Neumünsteraner mehrfach die Chance zum Ausgleich, wiederum aber trafen Heitmann und Struppek in der 43. und 44. Minute nur den Pfosten.

Eine stolze Erfolgsserie hat der VfL nun aufzuweisen! In zehn Spielen hintereinander verlor er nur einmal, und das in Heide! Auch diesmal stellte er unter Beweis, daß er stärker geworden ist. Die Mannschaft spielte im wahrsten Sinne des Wortes und ließ Gut Heil in der zweiten Halbzeit keine Chance mehr. Bei etwas mehr Schußglück (Heitmann und Lütge) hätte das Ergebnis noch höher ausfallen können.

Torwart Dau wurde wenig geprüft, zeigte sich aber sicher. Neben den guten Leistungen von Schwalke und Westphal fiel Wilkens etwas ab. Herfurt fehlt noch die Erfahrung, spielte aber nicht schlecht. Eine ausgezeichnete Leistung im Sturm bot Struppek, der auch konditionell voll auf der Höhe war. Gut unterstützt wurde er von seinen beiden Außen Peters und Bliebenich. Heitmann und Lütge dagegen haben schon besser gespielt.

Die noch junge Mannschaft von Gut Heil konnte in der ersten Halbzeit durchaus gleichwertig mitspielen, fiel dann aber kraß ab. Wahrscheinlich ist sie konditionsmäßig noch zu schwach, als daß sie 90 Minuten lang schnelles Spiel auf Scheeboden durchstehen kann. Wäre ihr die Führung gelungen, das Spiel hätte anders ausgesehen! Die Unsicherheit von Ziemus wirkte sich auf seine Vordermänner aus, so daß nur Duggen und Schmuck, mit Abstand noch Pahl, gefallen konnten. Der Sturm lebte allein von dem guten Spiel der Halbstürmer, Schildt bestach durch konzentriertes Abspiel, fand aber nicht die notwendige Unterstützung des erstmals wieder eingesetzten Wittorf. Auffallend schwach spielte auch Mai.

Eine sehr sportliche und vorbildliche Geste zeigte Struppek, als er beim Stande von 1:0 bei einem Kopfball die Hand zur Hilfe nahm. Schiedsrichter Müller zeigte auf Tor, aber Struppek gab auf Nachfrage sein Handspiel zu.
SPM

VfL Oldesloe: Uwe Dau - Rainer Westphal, Günther Herfurt - Karl-August Wilkens, Horst Liedtke, Wolfgang Schwalke - Wolf-Dieter Bliebenich, Egon Lütge, Harry Struppek, Gerd Heitmann, Jürgen Peters.
Gut Heil Neumünster: Ziemus - Wehling, Duggen - Wydorski, Pahl, Schmuck - Mai, Jogschies, Wittorf, Schildt, Trapp.
Tore: 1:0 Struppek (32.), 2:0 Struppek (61.), 3:0 Struppek (71.), 4:0 Peters (72.). - Schiedsrichter: Müller (Kiel). - Zuschauer: 650.

Samstag, 2. März 1963
Der VfL muß zu Frisia Husum.

Wird es diesmal wieder einen knappen Sieg geben? Morgen hat der VfL Oldesloe eine weite Reise vor sich. Er trifft um 15 Uhr in Husum auf die Frisia-Elf, die im Hinspiel dem VfL nur 0:1 unterlag, obgleich sie in den letzten 20 Minuten mit zehn Mann spielen mußte. Auch 1959/60 hatte es knappe VfL-Siege gegeben. Wir der VfL diesmal wieder beide Punkte mit nach Bad Oldesloe bringen?

Schon im Hinspiel dieser Saison zeigte Aufsteiger Frisia großen Kampfgeist. Er ist stärker einzuschätzen, als in der Saison 1959/60, wo der VfL 1:0 und 3:2 gewann. Diesmal werden die Husumer alles daransetzen, um gegen den VfL auch einmal zum Erfolg zu kommen. Im vorangegangenen Heimspiel führte Frisia bis zur 72. Minute gegen Itzehoe 2:1, um dann doch noch recht unglücklich 2:3 zu verlieren. Die Heimbilanz des Gastgebers weist bisher Siege gegen Phönix, TuS Lübeck und Flensburg aus. Außerdem erreichte er vier Unentschieden auf eigenem Platz. Auf alle Fälle ein beachtenswerter Gegner.

Der VfL-Elf kommt es auf jeden Punkt an, denn trotz seiner Erfolgsserie steht er immer noch auf dem zehnten Tabellenplatz. Der VfL wird morgen in keiner schlechteren Besetzung als am Vorsonntag gegen Gut Heil Neumünster (4:0) antreten und was Gut Heil in Husum erreichte (3:3), will die Elf zumindest ebenfalls schaffen.
ST

Sonntag, 3. März 1963
Frisia Husum - VfL Oldesloe 1:0 (0:0)

Frisia in "Nebelsuppe" 1:0. Wichtiger und verdienter Sieg über angriffsschwache Oldesloer! Obwohl man wegen eines starken Bodennebels zeitweise nicht einmal von einem Tor aus erkennen konnte, was im Mittelfeld vorging, pfiff Schiedsrichter Werner aus Flensburg das Spiel an. Im zweiten Durchgang wurde es noch "dicker", so daß trotz Termindrucks das Spiel in Husum besser nicht angepfiffen worden wäre. Aber in Husum freute man sich dennoch über den 1:0-Sieg gegen den VfL Oldesloe.

Der VfL Oldesloe hatte im ersten Durchgang sehr deutliche Feldvorteile, und auch in der Endphase der zweiten Halbzeit wurde Frisia bis auf einige Durchbrüche förmlich eingeschnürt. Aber wenn der Frisia-Angriff einmal durchkam, war er weit gefährlicher als die Oldesloer Stürmerreihe. So klare Torgelegenheiten, wie die Platzmannschaft sie durch Carl (65. Minute), Gerlitz (72.) und Roos (78.) herausspielte (sie blieben freilich ungenutzt!), hatte der VfL Oldesloe während der ganzen 90 Spielminuten nicht ein einziges Mal! So war trotz der gefälligeren Spielanlage der Gäste der knappe 1:0-Erfolg - übrigens genau die Revanche für die Niederlage in der Herbstrunde - für Frisia nicht unverdient.

Bei der Platzmannschaft mußte man auf den Verteidiger Nußbaum verzichten, aber Allroundspieler Clausen konnte ihn voll ersetzen. Mit Nommensen zusammen gab er ein zuverlässiges Verteidigergespann. Erfolgreichster Frisia-Abwehrspieler war aber Mittelläufer Pohns I, der trotz seiner eben überstandenen Grippe auf dem von Schnee bedeckten Platz den Oldesloer Torschützen Struppek konsequent bewachte. Im Husumer Sturm ging der meiste Druck von den beiden Außen, Petersen und Carl, aus. Roos spielte im ersten Durchgang zu spät ab, zog aber daraus für die zweite Halbzeit die Konsequenzen und wurde mannschaftsdienlicher. Niebuhr und Gerlitz gingen vor der Pause überhaupt nicht auf den Wechsel der Außen ein und versuchten so in der ersten Halbzeit ein enges Spiel des Frisia-Angriffs.

Der VfL Oldesloe zeigte die hübschere Spielanlage und war präziser im Zuspiel. Es war vor allem der zurückgezogen spielende Halbrechte Lütge, der immer wieder das Sturmspiel des VfL geschickt aufbaute, aber an der Strafraumgrenze blieb die Mehrzahl der Oldesloer Angriffe hängen. Struppek vermochte sich nur selten von seinem Bewacher Pohns I zu lösen. Die beiden Außen, Bliebenich und Peters, waren schwächer als die Spieler des Innentrios, in dem nach dem Wechsel auch Heitmann besser ins Spiel kam. Von den Außenläufern war nur Wilkens zeitweise produktiv im Aufbau. Bei Mittelläufer Horst Liedtke hatte der unbeholfene Husumer Mittelstürmer Niebuhr nur ganz selten etwas Bewegungsfreiheit. Als reaktionsschnell erwies sich Torwart Buls, der im zweiten Durchgang durch ausgezeichnete Paraden eine Erhöhung des Frisia-Vorsprungs verhinderte.
Der erste Durchgang ging feldmäßig klar an die Gäste, aber durch Einsatz und auch mit Glück überwand die Frisia-Abwehr diesen Spielabschnitt. Nach dem Wechsel wurde Frisia druckvoller und hatte die eindeutigeren Chancen. SPM

Frisia Husum: Moebes - Nommensen, Clausen - Eckmann, Pohns I, Pohns II - Petersen, Gerlitz, Niebuhr, Roos, Carl.
VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Rainer Westphal, Günther Herfurt - Karl-August Wilkens, Horst Liedtke, Wolfgang Schwalke - Wolf-Dieter Bliebenich, Egon Lütge, Harry Struppek, Gerd Heitmann, Jürgen Peters.
Tor: 1:0 Roos (48.). - Schiedsrichter: Werner (Flensburg). - Zuschauer: 700.

Samstag, 9. März 1963
Uwe Dau wieder im VfL-Tor.

Die Oldesloer müssen morgen nach Neumünster. Morgen um 15 Uhr trifft der VfL Oldesloe in Neumünster auf die Amateure des VfR. Dieses Spiel wurde vom 24. März auf den 10. März vorverlegt. Beide Mannschaften können die Punkte notwendig zum Klassenerhalt gebrauchen. Uwe Dau steht wieder im Tor, sonst spielt die Elf in der gleichen Besetzung wie am Vorsonntag.

Die Amateure des VfR pausierten seit dem 17. Feb. An diesem Tage deklassierte der Heider SV sie auf eigenem Platz 7:1. Aber ihre Heimbilanz (12 Spiele) weist doch immerhin drei Siege gegen Holstein, Schleswig und Büdelsdorf und drei Unentschieden auf. Wahrscheinlich werden sich die Neumünsteraner gegen den VfL eine Chance ausrechnen, zumal sie in Husum gewinnen konnten, der VfL aber am Vorsonntag dort verlor. Also Vorsicht, VfL!

Der VfL könnte weit beruhigter nach Neumünster fahren, wenn sein Sturm in Husum die klaren Chancen zum Sieg genutzt hätte. So ist er auch als Tabellenzehnter noch immer abstiegsgefährdet und wird nicht ohne Nervenbelastung in den Kampf gehen. Vielleicht schafft er es gegen den Tabellenvorletzten; denn gegen wen sollte er sonst noch zu den notwendigen Punkten kommen?!
ST

Sonntag, 10. März 1963
Spielausfälle.

In den letzten Tagen der vergangenen Woche hatte Verbandsspielausschußobmann Kurt Hinz (Kiel) seinen neuen Amateurliga-Spielplan, nach dem ab 24. März gespielt werden soll und der die wichtigsten Paarungen gleich im März/Anfang April abrollen läßt, fertiggestellt. Er wird ihn noch einmal ändern bzw., ergänzen müssen, nachdem gleich fünf Spiele der sieben angesetzten Spiele ausfallen mußten.
Wir hatten es vorausgesagt: wenn erst Tauwetter eintritt, werden die Sorgen noch größer! Zum Glück für den Spielausschuß scheint es so gut wie festzustehen, daß Heide und Friedrichsort die beiden schleswig-holsteinischen Vertreter für die Oberliga-Aufstiegsrunde sein werden. Was aber wäre geworden, wenn die Spitzengruppe noch dicht zusammengelegen hätte?
SPM

Samstag, 16. März 1963
Neuer Spielplan.

Der harte Winter ließ den Fußballsport, der viele Spielausfälle hinnehmen mußte, zu kurz kommen. Zusätzlich herrscht wegen der Schluckimpfung am 16./17. März allgemeine Spielruhe. Die vom VfL Oldesloe noch auszutragenden sechs Meisterschaftsspiele wurden neu angesetzt. Erstmals wieder spielen die Oldesloer am 24. März gegen Kilia Kiel. Die Platzverhältnisse auf dem Exer sind gut, während der Rasen im VfL-Stadion stellenweise noch Wasseransammlungen aufweist. Bis zur Austragung des Spiels gegen Kilia dürften aber auch diese verschwunden sein.
ST

Samstag, 23. März 1963
Im Travestadion gegen Kilia.

VfL hat gute Chancen gegen Tabellenneunten. Morgen um 15 Uhr geht es im Travestadion wieder um die Punkte, von denen dem VfL noch einige zum Verbleiben in der Landesliga fehlen. Nach dem kürzlich herausgegebenen Spielplan ist morgen der Tabellenneunte Kilia Kiel der Gegner. Er unterlag im Hinspiel 0:1.

Kilia (21:25 Punkte) und der VfL (21:27) verloren in den vorangegangenen Spielen am 3. März gegen Holstein bzw. Frisia Husum. Damals waren die Spielplätze noch mit Schnee bedeckt. Diesmal wird man nach langer Zeit normale Platzverhältnisse haben, so daß die beiden fast gleichwertigen Teams sich ein technisch gutes Spiel liefern sollten. Mit Vanini im Tor, Schwerdtfeger und Jaksch als Verteidiger und Herdel als Stopper besitzen die Kilianer ein starkes Bollwerk. Entsprechend die Ausbeute: aus 23 Spielen elf Unentschieden. Auswärts waren sie bisher nur zweimal siegreich. Die vorangegangenen drei Begegnungen entschied der VfL für sich.
Der VfL muß auf Westphal, der sich beim Training eine Beinverletzung zuzog, verzichten. Trainer Artur Jantz muß also umstellen.
ST

Sonntag, 24. März 1963
VfL Oldesloe - Kilia Kiel 3:2 (0:1)


Zweimal Struppek beim 3:2. Falsche Radiodurchsage verwirrte Zuschauer. Das Fernbleiben vieler Zuschauer mag mit einer Falschmeldung des Radios zusammenhängen, das durchgab, Kilia habe am Vormittag 5:3 gegen den VfL gewonnen. In einem recht kampfbetonten Spiel, das in der ersten Halbzeit sehr unter dem starken Wind litt, kam der VfL zu einem knappen, aber durchaus verdienten Sieg, der jedoch in den letzten fünf Minuten mehrfach in Frage gestellt war. Pech für den VfL, daß Struppek in der 31. Minute einen Foulelfmeter gegen den Pfosten schoß. Die Kieler spielten in der ersten Halbzeit mit dem Wind im Rücken eine Reihe von Einschußmöglichkeiten heraus. Mehr als zu dem einen halb geschenkten Treffer zum 0:1 nach einem Abwehrfehler von Dau und Bliebenich langte es aber nicht. Im zweiten Durchgang bauten sie dann sichtlich ab und so bekam der VfL Oldesloe Immer mehr die Oberhand.

Beim VfL lief es nicht so, wie es die Zuschauer erhofft hatten. Schon Dau zeigte anfangs Nervosität, aus der sich das erste Tor ergab. Der bessere Verteidiger war Herfurt, der sich weiter gesteigert hat. In der Läuferreihe bot Horst Liedtke eine solide Partie, auch Schwalke konnte auf dem für ihn ungewohnten Posten überzeugen. Wilkens dagegen scheint in einer Formkrise zu stecken, es klappte aber auch gar nichts bei ihm. Die größte Gefahr im Sturm ging erneut von Struppek aus. Seiner Leistung am nächsten kam noch Meins (ausgezeichnete Ballbehandlung) und Lütge. Dagegen fielen Peters und Heitmann zu sehr in Einzelaktionen ab, die sich hemmend in den Spielfluß auswirkten.

Kilia verfügt über eine kampfkräftige Mannschaft, die aber in den Fehler verfällt, allzu früh einen Ein-Tore-Vorsprung halten zu wollen. Der beste Mann war eindeutig Vanini, der über ein ausgezeichnetes Stellungsspiel verfügt. Den stärksten Mannschaftsteil bildete das Dreieck Schwerdtfeger, Jaksch, Herdel. Auch Breitling hat nicht versagt. Im Sturm war Kowalski am agilsten; ausgezeichnet unterstützt wurde er von Vollertsen und Bygand. Der junge Uthoff machte viele Fehler, die wahrscheinlich auf seine Nervosität zurückzuführen sind.
SPM

VfL Oldesloe: Uwe Dau - Wolf-Dieter Bliebenich, Günther Herfurt - Wolfgang Schwalke, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens - Herbert Meins, Egon Lütge, Harry Struppek, Gerd Heitmann, Jürgen Peters.
Kilia Kiel: Vanini - Schwerdtfeger, Jaksch - Breitling, Herdel, Waage - Scheibe, Uthoff, Kowalski, Bygand, Vollertsen.
Tore: 0:1 Kowalski (4.), 1:1 Struppek (57.), 2:1 Lütge (74., Foulelfmeter), 2:2 Uthoff (79.), 3:2 Struppek (81.). - Schiedsrichter: Nawe (Eutin). - Zuschauer: 700.

Samstag, 30. März 1963
Büdelsdorf eine hohe Hürde.

Wird dem VfL die Revanche für das 5:2 glücken? Der VfL Oldesloe muß morgen um 15 Uhr gegen den Aufsteiger Büdelsdorfer TSV antreten, der im Hinspiel 5:2 gewann. Die Oldesloer fahren ohne die Urlauber Peters, Struppek und Lütge, dafür mit Schwalke, Bendig und Manfred Dau.

Die Büdelsdorfer Elf zeigte als Aufsteiger in 25 Spielen außerordentliche Leistungen. Von 13 Heimspielen endeten elf erfolgreich. Ihre Beständigkeit bewiesen sie auch in den zwölf Auswärtsspielen, von denen sieben mit Erfolg gekrönt waren.

Am Vorsonntag zog sich der Linksaußen Alexander einen Beinbruch zu. Als guter Ersatz für ihn stehen die Gebrüder Jastremski und Böttger zur Verfügung. Im vorangegangenen Spiel kamen die TSVer in Lägerdorf zu einem 5:3-Sieg. Der BTSV weist als Tabellenvierter (32:18 Punkte) in der Tabelle genau so viel Pluspunkte auf wie der Zweite und Dritte in der Tabelle.

Für den VfL, der am Vorsonntag Kilia 3:2 schlagen konnte, stellt dieser Gegner eine schwere Klippe dar. Trainer Artur Jantz mußte umdisponieren. Manfred Dau (vorher SV Eichede) und Bendig (vorher beim Post SV Oldesloe) sind beim VfL und auch auf Landesebene keine unbekannte Spieler. Außenläufer Schwalke geht in den Sturm. Für ihn wird Erbs im Lauf mitwirken.
ST

Sonntag, 31. März 1963
Büdelsdorfer TSV - VfL Oldesloe 3:3 (3:2)

VfL Oldesloe war dem Sieg näher. Der Büdelsdorfer TSV durfte froh sein, aus diesem Spiel gegen Oldesloe zumindest einen Punkt gerettet zu haben, denn als kurz nach Wiederanpfiff der Ausgleich für den Gast fiel, sah es sehr schlecht für die Platzherren aus! Dabei gilt es festzustellen, daß nicht nur der am letzten Sonntag verletzte Alfred Alexander im BTSV-Lauf sehr fehlte, sondern auch Grau in der 5. Minute verletzt wurde, die erste Halbzeit nur noch als Statist mitwirkte und nach Wiederanpfiff nicht wiederkam, so daß der BTSV in den zweiten 45 Minuten nur zehn Mann auf dem Platz hatte. Bezieht man dieses Handicap in die Hauptkritik ein, so darf man wohl sagen, daß sich die Büdelsdorfer recht und schlecht schlugen. Sie erreichten allerdings bei weitem nicht die gewohnte Leistung. Auch in der Oldesloer Mannschaft fehlte eine Reihe von Stammspielern, und so kam auch bei dieser Mannschaft nicht der gewohnte Spielfluß zustande.

Das Spiel hatte zwei völlig verschiedene Halbzeiten. Während in der ersten von beiden Seiten gekämpft wurde, wobei die Oldesloer über weite Strecken besser zu gefallen wußten (die beiden Büdelsdorfer Tore fielen erst knapp vor dem Halbzeitpfiff), wurden die Leistungen beider Mannschaften nach dem Wechsel bedeutend schwächer. Allerdings darf man nicht unerwähnt lassen, daß ein scharfer böiger Wind über den Platz fegte und wiederholt zum Gegenspieler wurde.

Das Büdelsdorfer Stammpublikum, das nach etlichen Wochen endlich wieder einmal seine Mannschaft im Heimspiel zu sehen bekam, war nicht restlos einverstanden. Aber die Ausfälle bewährter Spieler ließen doch wohl zu große Lücken klaffen. Beim BTSV wußten Torwart Dammann durch Prachtparaden in der zweiten Halbzeit, die Gebrüder Gauda im Lauf und in der Verteidigung (wiederholt Retter in größter Not!) und im Sturm Hans Scheller zu gefallen, obwohl letzterer in der 80. Minute eine Riesenchance, die unbedingt zum vierten Treffer für den BTSV hätte führen müssen, ausließ. Was die übrigen Spieler boten, war wiederholt nicht amateurligareif. Mag man ihnen als Entschuldigung einräumen, daß der Ausfall von Grau die Mannschaft doch recht durcheinander gebracht hatte.

In der Oldesloer Mannschaft (ohne die Urlauber Peters, Struppek und Lütge) haben gut gefallen der Linksverteidiger Herfurt, der Mittelläufer Horst Liedtke und der gesamte Sturm, wobei Heitmann zum Spielmacher wurde. Die beiden ersten TSV-Treffer gehen zu Lasten von Torwart Uwe Dau, der anscheinend nach seiner Krankheit seine frühere Form noch nicht wieder erreicht hat. Erbs Leistungen waren zufriedenstellend, und Wilkens zeigte sich gegenüber dem Vorsonntag verbessert. Ein besonderes Lob gebührt Meins, der die Neulinge im Sturm mit wunderbaren Flanken und Vorlagen bediente und überhaupt recht mannschaftsdienlich spielte. Auch Bendig, der in seinem Debüt mehr zeigte, als man von einem Neuling erwartet, konnte gefallen. Der Oldesloer Angriff war wiederholt schneller und besser im Bilde als die Fünferreihe des BTSV.
SPM/ST

Büdelsdorfer TSV: Dammann - Alexander, Manfred Gauda - Jaschinski, Lothar Gauda, Picht - Thode, Lubbe, Scheller, Grau, Hinrichsen.
VfL Oldesloe: Uwe Dau - Wolf-Dieter Bliebenich, Günther Herfurt - Roland Erbs, Horst Liedtke, Karl-August Wilkens - Herbert Meins, Wolfgang Schwalke, Rudi Bendig, Gerd Heitmann, Manfred Dau.
Tore: 1:0 Scheller (12.), 1:1 Schwalke (30.), 1:2 Heitmann (41.), 2:2 Lubbe (42.), 3:2 Scheller (44.), 3:3 Bendig (51.). - Schiedsrichter: Wolf (Kiel). - Zuschauer: 800.

 

 

Bis zum Jahr 1970